Blackout in Berlin / Vorsorge für Stromausfall

  • Den Blackout in Berlin hat ihr ja alle sicherlich mitbekommen:


    Linksextremer Anschlag in Berlin: Bekennerschreiben! Sie wollen allen „den Saft abdrehen“
    Die linksradikale „Vulkangruppe“ reklamiert den Anschlag in Berlin für sich. Es ist kein neues Phänomen der Linksterroristen, immer wieder gefährden sie…
    m.bild.de


    Durch den Kamin und Gasgrill wären wir etwas vorbereitet, aber wie sieht das bei euch aus? Hat sich da jemand von euch wirklich schon einmal Gedanken gemacht? Oder gibt es hier sogar jemanden der betroffen ist?

  • Bei uns war vor ~5 Jahren im Winter mal ein Stromausfall für einen Tag, weil ein Bagger ein Erdkabel so abgebaggert hat, das der Kabelverteilerschrank (die grauen Kästen am Straßenrand) explodiert ist (alle Panzersicherungen geschossen). Ich hab meinen Holzofen eingeheizt und mit meinem Notstromaggregat die notwendigen Geräte bedient. War für mich persönlich keine große Umstellung, da es auch nur einen Tag notwendig war.

    2002 war ich für fünf Monate in Alaska und da hab ich auf die Art (Notstromaggregat, Holzheizung, ..) für drei Monate in einer Jagdblockhütte gelebt. Wenn ich gar keinen Strom zur Verfügung hätte, ware die Umstellung bzw. Anpassung bei weitem schwerer, aber nicht unmöglich.Zum Schluß habe ich das Notstromaggregat nur noch sehr selten genutzt. Immerhin ist Strom erst seit Anfang 1900 ein Thema; davor hat man auch ohne gelebt und die Leute in Kriegsgebieten tun das heute noch; genau so wie diverse Ureinwohner. Man ist einfach zu bequem geworden und sich der Gefahren nicht bewusst, weil "wird schon nix passieren".

    If you fall, i'll be here
    --Ground

  • Erst einmal danke für die Antwort.


    Kamin und Notstromaggregat sind natürlich schon eine gute Vorbereitung. Bei uns auf dem Dorf im Einfamilienhaus würde ich mir jetzt auch nicht so Sorgen machen. Brennholz haben wir auch für Monate. Und meine Frau hortet Teelichter von Ikea :)


    Und natürlich ist man verwöhnt und würde auch ohne Strom klarkommen. Alaska ist dann sicherlich noch eine ganz andere Herrausforderung :)

  • arnonym

    Hat den Titel des Themas von „Blackout in Berlin“ zu „Blackout in Berlin / Vorsorge für Stromausfall“ geändert.
  • Das Notstromaggregat hab ich mir gekauft, weil ich damals noch einen Camper hatte und viel unterwegs war. Die Teelichter sind mir zu klein; meine Kerzen bau ich mir selbst. Dazu wird einfach das restliche Wachs geschmolzen (aus Grabkerzen die bei mir übrig bleiben oder die ich aus der Tonne vom Friedhof hole), in eine leere Dose gegossen die mit Kartonagen ausgefüllt ist und fertig. Im Haus meiner Eltern koche ich noch immer auf dem Holzofen, welcher zugleich auch die Stube heizt; in den anderen Räumen stehen ebenfalls nur Holzöfen. Warmes Wasser kommt aus dem Durchlauferhitzer, aber selbst da könnte ich zur Not noch den - mittlerweile als Deko genutzten - Badofen anheizen. Lebensmittel wären im Ernstfall glaub ich auch weniger ein Problem, da ich Angler bin und auch jagen kann. Problematisch wirds mit so Sachen wie Schokolade oder Gewürze, denn die muss man kaufen.

    Die Leute, die in der Stadt leben (im schlimmsten Fall in einer Mietswohnung, die sind bei einem Stromausfall natürlich richtig arm dran. Nicht nur was die Versorgung anbelangt, sondern auch die Kriminalität in Ballungszentren. Was ich gelesen habe, macht die Polizei in Berlin einen guten Job was die Präsenz und Kontrollen anbelangt. Ich hoffe das sie bald wieder Strom haben und die Verantwortlichen mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden.

    If you fall, i'll be here
    --Ground

  • (Eine Gruppe, die nichts anderes tut als kritische Infrastruktur zu sabotieren. Keine nennenswerten Publikationen, keine politischen Ziele, nur ein diffuses "Störung des kapitalistischen Alltags"? Warum muss ich da eigentlich die ganze Zeit an mit Bauschaum verstopfte Auspuffe denken?)


    BTT:


    Als 2012 das Buch Blackout von Marc Elsberg rauskam und zum Bestseller wurde, kam das Thema Krisenvorsorge auch mal in einer breiteren Öffentlichkeit an. Das heißt nicht, dass die Leute heute alle perfekt vorbereitet sind. Im Gegenteil, das Thema ist heute ja noch komplexer. Aber zumindest wurden viele mal gedanklich damit konfrontiert, dass es sowas überhaupt gibt. Ist ja auch schon was... Ein guter Start ist auch die Broschüre des BBK, die man aber an die persönliche Situation anpassen sollte.


    Vorbereitung halte ich für sehr wichtig. Dabei geht es imho aber nicht nur darum Notfallausrüstung zu horten (die die meisten originalverpackt da liegen haben und dann nicht wissen wie man sie nutzt), sondern auch Skills zu üben (z.B. erste Hilfe) und Abläufe festzulegen. Ohne Telefon kann man keinen Arzt und keine Feuerwehr/Polizei anrufen. Wie sinnvoll ist es dann haufenweise offenes Feuer im Haus zu machen? Wo sind die NIP (Notfallinformationspunkte) deiner Gemeinde? Gibt es die Möglichkeit sich mit Funk zu vernetzen? Kann man sich unter den Nachbarn helfen/schützen und wenn ja, wie? Habe ich Kinder, die ich ggf. nicht mehr erreichen kann und wissen die was in dem Fall zu tun ist? Wie kann ich so gut es geht für mich selbst sorgen um die Einsatzkräfte nicht zusätzlich zu belasten. Da gibt es etliche Ansätze, die man auf die eigene Situation anpassen muss (Stadt/Land, Haus oder Wohnung, E-Auto oder Verbrenner, Verwandschaft/Freunde nur vor Ort oder auch weiter weg in nicht betroffenem Gebiet etc.) es lohnt sich imho auf jeden Fall sich mal mit dem Thema zu beschäftigen. Aber wie immer im Leben: Nicht übertreiben. ;)

  • Video selbst noch nicht angeschaut


    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

  • Brauch ich mir auch nicht anschauen, aber ich rate mal

    - Ich weiß was man machen kann/muss

    - Man muss sich vorbereiten

    - Wieso es im Winter besonders doof ist wenn der Strom ausfällt

    - Was die Regierung bzw. der Staat machen muss

    - und ggf. ein Survivaltraining bei mir buchen.


    Ist wie nach jeder Wahl. Da weiß auch jeder wieso derjenige gewonnen hat und wie es dazu kam.

    If you fall, i'll be here
    --Ground

  • ich kenne die Gegend dort nicht, aber es ist schon ein großer Unterschied ob wir von einer urbanen Umgebung mit vielen Menschen oder die Blockhütte im Wald reden.


    Ich hab einen Kaminofen,damit bekomme ich aber nur einen Raum beheizt, zum kochen ist der ungeeignet. Schlafen kann man da allerdings dank bequemer Ausziehcouch. Gekocht werden kann am Grill draussen. Über einige Zeit komme ich mit bereits geladenen Akkus für Lampen gut aus, aber bei einem Vorfall wie hier würde das schon eng werden, wäre wohl viel moonlight Nutzung angesagt.

    Was ich aber zb nicht weiß...wo kommt bei mir der Wasserdruck her und funktioniert unsere Kanalisation auch ohne Pumpen. Warmwasser könnte man sich prinzipiell auch am Grill oder einem offenem Feuer machen, unbequem, aber besser als nichts.

    Wie soll ich zb mit meiner Arbeit in Kontakt treten, Mobilnetz ist ja auch weg hier. Müsste wohl mal weiter weg fahren um wieder Netz zu haben, auf diese geniale Idee werde ich aber nicht nur ich kommen.


    Lebensmittel wären prinzipiell Thema, aber es wäre schade um den Tiefkühlkram, wäre wohl angesagt den schnell zu verbrauchen bzw abzugeben.

  • in dem konkreten Fall könnte man auch einfach für den prognostizierten Zeitraum des Blackouts irgendwo ne Ferienwohnung mieten und paar Tage Urlaub machen, während das behoben wird. Ist je regional eng begrenzt das Problem. Hatten ja eh die meisten Urlaub. In der eiskalten Wohnung auf Teufel komm raus auszuharren, mag zwar "tapfer" sein, aber vielleicht der falsche Ansatz..

    --------IG: @ramelius28 ---------

    Fotos hauptsächlich in der Foto-App IG

    -------------------------------------



    2 Mal editiert, zuletzt von Ramelius ()

  • Was für Survivaltrainings bietest du an?

  • Interessanter Thread und noch interessantere Ideen bzw Lösungsansätze wie

    Warmwasser selber herstellen - es gibt kein Wasser, in der Sekunde wo der Strom weg ist ist auch das Wasser weg!

    Zweitwohnsitz aufsuchen/FeWo mieten - gerade bezogen auf Berlin, das einen extrem hohen Anteil an Bürgergeldbezieher (Hartz IV) hat, würde ich das unter Sarkasmus verbuchen.

    Die Stadt verlassen - kein Öffi geht mehr, private PKW sind nicht vollgetankt (falls man einen besitzt).

    Holzofen - in einem EFH möglich, in den ganzen Mietskasernen dort ist ein Einbau gar nicht mehr möglich, Stichwort CO2 Emmissionen reduzieren und Abschaffung von Festbrennstofflösungen!


    Zur Frage der Kanalisation: das Abführen der Abwässer funktioniert grob gesagt durch "Absaugen". Sobald die Kläranlagen stehen entsteht nach einiger Zeit der Effekt, dass im letzten Stock jedes Mehrparteienhauses das WC übergeht und dir der ganze Dreck in die Wohnung rinnt.


    Handy: Die Handymasten haben einen Speicher von ca. 20 Minuten, dann ist aus.


    Dabei war der Zeitpunkt dieses Terroranschlags noch human gewählt (wahrscheinlich nicht absichtlich sondern eher dem Schutz der Dunkelheit geschuldet) - am Tag kämen noch tausende eingeschlossene Personen in den Aufzügen dazu, hunderte Verkehrsunfälle weil die Ampeln ausfallen, tausende Menschen in UBahnen, Patienten die gerade am OP Tisch liegen etc etc.

  • Brauch ich mir auch nicht anschauen, aber ich rate mal

    [..]

    - und ggf. ein Survivaltraining bei mir buchen.


    Ist wie nach jeder Wahl. Da weiß auch jeder wieso derjenige gewonnen hat und wie es dazu kam.

    Was für Survivaltrainings bietest du an?

    Ich? Gar keins. Das war in Bezug auf das Video, da er ein Survivallehrer ist (oder wie auch immer man das jetzt nennt).

    If you fall, i'll be here
    --Ground


  • Es ist schon extrem unwahrscheinlich, dass ein Gebiet nur aus Bürgergeldempfängern mit ausnahmslos leerem Tank besteht (Die S-Bahnen fahren dort übrigens...), die alle weder ein paar Meter laufen können noch einen Tropfen Wasser in Flaschen oder Kanistern im Haus haben. Auch Handyempfang ist an vielen Stellen immer noch möglich (habe vorhin mit einem Kollegen dort telefoniert) und es gäbe auch nicht tausende (!) Menschen in Aufzügen oder hunderte Verkehrsunfälle, das ist in diesem kleinen Gebiet mit 30-40000 betroffenen Haushalten (nicht alle gleich stark betroffen!) absolut nicht realistisch. S-Bahnen fahren wie gesagt und Krankenhäuser haben Notstrom um OPs nicht unterbrechen zu müssen.


    Es ist ein regional begrenzter Stromausfall. Schlimm genug aber auch kein echter Blackout. Das meinte ich weiter oben mit "Nicht übertreiben".


    Das meistgenutzte Gut sind gerade Powerbanks. Die Leute fahren oder gehen zu Verwandten und einige fahren auch in Ferienwohnungen etc. Selbst wenn das nur wenige tun würden oder könnten, würde das die Einsatzkräfte schon enorm entlasten. Bitte nicht so absolut denken. Es braucht nicht ausnahmslos jeder einen Zweitwohnsitz und es wohnen dort auch nicht nur Hartzer. ;) Besonders hilfsbedürftig sind Leute mit Pflegegrad oder ältere Alleinstehende. Da läuft die Versorgung wohl halbwegs ok, wenn auch mit reichlich Luft nach oben (Berlin halt...). Ein EDEKA Markt hat/hatte dank Notstrom auch geöffnet. Die Polizei scheint einen guten Job zu machen, viel Streife zu fahren und Leute aktiv anzusprechen.

    Einmal editiert, zuletzt von knifenut ()

  • Ihhab das Thema mal in de richtigen Bereich verschoben

    Tacticalforum Verhaltenskodex





    Be the kind of man that when your feet hit the floor each morning the devil says "Oh Crap, He's up!" Brother, life is too short to wake up with regrets. So love the people who treat you right. Forgive the ones who don't just because you can. Believe everything happens for a reason. If you get a second chance, grab it with both hands. If it changes your life, let it. Take a few minutes to think before you act when you're mad. Forgive quickly. God never said life would be easy, He just promised it would be worth it.



  • Es ist ein regional begrenzter Stromausfall. Schlimm genug aber auch kein echter Blackout. Das meinte ich weiter oben mit "Nicht übertreiben".


    Das hilft den Betroffenen aber nicht, ob zb hier bei mir nur meine Siedlung, die nächsten 5 Gemeinden oder gar bis Wien rein der Strom ausfällt ist unmittelbar für mich mal egal. Und ich hab halbwegs Ausweichmöglichkeiten, ich bin keine 90 Jahre alt, wohne im Wohnsilo, muss befürchten das da sofort die Banden einfallen, etc.


    Ramelius nette Idee....nur kann sich das nciht jeder leisten, die Möglichkeiten rundum sind begrenzt, die neue Bleibe bietet vielleicht nicht alles was man braucht,...aber für mich persönlich wäre es vorstellbar. Besonders peinlich finde ich es dann wenn da jetzt irgendwelche "Promis" rumjammern, haben eh alle Möglichkeiten also was solls.


    ICEMAN es sind Leute in Aufzügen stecken geblieben. Die Stadt schläft nicht. Das ist im konkreten natürlich nicht zu beeinflussen, oder soll man jetzt nur weil vielleicht irgendwann mal der Strom ausfällt nie wieder Aufzug fahren ? Wenn dann natürlich auf einen Schlag sagen wir 100 Aufzüge stehen, kann ja nicht überall gleichzeitig befreit werden...ich werde aber sicher nicht ständig ein Trockenklo mitführen für den fall der Fälle...das sit dann einfach als Pech zu verbuchen.

    Bei der Kanalistation hier könnt eman immer noch im Freien sein Geschäft verrichten, Möglichkeiten gäbe es hier genug. Urban...eher nicht.

  • Ich bin wahrlich nicht der größte Fan von Berlin, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dort von einer Sekunde auf die andere ganze Banden im Stile eines Mad Max-Films durch die Straßen ziehen und plündern.


    Das Problem ist durchaus gut lösbar, und falls es zu Verletzungen oder gar Todesfällen kommt, dann am Ehesten durch Grillen in der geschlossenen Wohnung (das machen die Leute ja regelmäßig ohne Notlage schon) oder weil demente, allein lebende Personen womöglich mit der Situation nicht klar kommen und sich in Gefahr begeben oder nicht rechtzeitig Hilfe in Anspruch nehmen. Auch denkbar, jemandem wird das Insulin im Kühlschrank schlecht, jemand kommt nicht mehr zur Dialyse (oder die Peritonealdialyse nicht zu ihm). Aber all das kann man in einer ansonsten funktionierenden Großstadt gut abfedern. Solche Probleme wären auf dem Land eher ein Problem.

    Busse - Harsey - Hinderer


  • Moin, zum Thema Wasserversorgung kann ich etwas beitragen. Ich bin 2019 als technischer Angestellter in einer Stadt angefangen, zu meinen Aufgaben zählt dort auch das Wasserwerk. Als ich dabei war mich in die Materie einzufinden (bin Straßen und Tiefbau Meister) ist mir ziemlich schnell eine fehlende Notfall Infrastruktur aufgefallen. Bevor ich dort angefangen habe war ich in einer anderen Gemeinde unter anderem für die Abwasserbeseitigung zuständig und dort war an jedem Pumpwerk eine Notstromversorgung eingerichtet. Das machte für mich keinen Sinn, was soll ich abpumpen wenn kein Wasser zum Toilette spülen da ist?! Mischwasser lasse ich mal außen vor. In der Haushalt Besprechung für 2020 habe ich 120.000€ für eine Notversorgung einstellen wollen, der BM hat mich ausgelacht, in Deutschland brauchen wir so etwas nicht!

    Seit dem Ukraine Krieg werden alle Wasserwerke aufgerüstet ich glaube Resilienz ist das Zauberwort. Dieses wird durch Programme der Regierung und vom Land unterstützt.

    Wir können jedenfalls eine Wasserversorgung in den Häusern gewährleisten zwar nicht mit vollem Druck aber besser als nichts.

    Übrigens muss jedes WW einen Maßnahmen Plan erarbeiten und einen Notfallplan. Das selbe gilt für die Ordnungsämter, diese haben für Aufwärmräume zu sorgen. Was dort alles in Berlin falsch gelaufen ist, da halte ich mich raus.

    Gruß Jörg

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!