Ich hatte einmal ein Winkler und war von der Verarbeitung her absolut zufrieden. Insbesondere die Boltaron-Scheiden mit Lederüberzug und Innenfutter sind phänomenal gut. Allerdings würde ich mir kein weiteres mehr kaufen wollen. Ich finde, die hohen Preise sind technisch kaum zu rechtfertigen.
Der Stahl ist sehr einfach und günstig, das ist das eine, und darüber könnte man jetzt endlos philosophieren, ob das nun gut oder schlecht ist. Der Stahl ist ja nicht per se schlecht, und die Wärmebehandlung soll sehr gut sein. Ich finde es aber für ein Messer in der Preiskategorie nicht ganz passend. Einen entsprechenden Rohling bekomme ich bei Dictum für ca. 6€. Die Griffschalen sind - so habe ich es jedenfalls verstanden - aufgeklebt und mit Pins versehen. Wenn sie sich lockern, kann man sie draußen im Feld nicht wieder befestigen. Verschraubte Griffschalen wären mir da lieber. Auch das "Sculpting" der Griffschalen geht schnell mit der Umlenkrolle am Bandschleifer. Ja, das ist Handarbeit, aber wenn jemand darin geübt ist, geht das in Null Komma nichts.
Dazu fand ich es immer komisch, dass diese Messer so gerne von Navy Seals genutzt werden sollen. Gerade bei einer Tätigkeit, die oft in und am Wasser stattfindet, sind doch Lederscheide, Holzgriff und leichtrostender Stahl eher fragwürdig. Ich hätte da lieber das "Standard Issue" Cold Steel SRK dabei ![]()
Der Sekundärmarkt für Winkler scheint meiner Wahrnehmung tendenziell Recht zu geben, viele Messer sind Ladenhüter geworden oder verkaufen sich nur deutlich günstiger.
Das alles soll weder den Hersteller noch die Messer schlecht reden, aber ich finde, 150,-€ für ein Field Knife würden dem Ganzen etwas mehr Bodenhaftung verleihen.