• Hallo,


    zwischendurch ein einfaches und etwas experimentelles Messer für mich selbst:



    Sieht eigentlich recht normal aus, doch die andere Seite offenbart das Besondere:



    Die eine Seite ballig auf Null geschliffen, die andere Seite komplett flach mit einer ausgeprägten Hohlung versehen.
    Bei dieser seltsamen Klingengeometrie handelt es sich um ein klassisches Messer der Jakuten (rein von der Geometrie her, die Messerform habe ich nicht übernommen), einem Volk aus Siberien.
    Nun kann man denken, was soll diese seltsame Geometrie für Vorteile bringen?
    Mir fällt folgendes dazu ein:
    * Die ballige Seite ermöglicht eine gute Steuerbarkeit über das Eindringen der Klinge in das Schneidgut, z.B. beim Schnitzen.
    * Die Hohlung sorgt für einen dünnen Verlauf der Klingengeometrie
    * Die Hohlung und die dreidimensionale Verwölbung der Klinge sorgen dafür, daß man mit recht wenig Material eine stabile und schneidfreudige Klinge hinbekommt
    * ein einfaches Nachschärfen, da die Klinge an der flachen Seite nachgeschärft wird, und einfach flach auf den Schärfstein gelegt wird.
    Mir persönlich gefällt das Messer im Ersteindruck ausgesprochen gut. Der Nachteil der starken Asymmetrie besteht natürlich.
    Noch eine Scheide machen, dann darf es zur weiteren Erprobung mit raus....






    Viele Grüße,
    Holger

  • Wauhhh 8|
    Sowas hab ich ja noch nie gesehn 8|
    Aber es hat was das mich echt anspricht
    Das tolle Ding ist Dir echt gelungen :thumbup:
    Danke fürs zeigen



    Greez Klaus

    Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte.
    Drum gab er Messer, Schwert und Schild, dem Mann in seine Rechte.

  • Servus!
    Das mag ich! Ich habe so ein Messer, alledings mit Skandi/Micropgase und Tantoklinge, 5 mm. Mit keinem anderen Schliff kann man m.E. dünner schneiden. Schon klar, die Spaltwirkung ist natürlich gegeben. Für mich als Rechtshänder ist der Schliff natürlich auch rechts. Klasse Arbeit.
    Grüße!

  • Multi - Kulti.. ..


    Der Bergriff ist ja in der Vergangenheit so oft angestrengt worden, das ich ihn schon fast nicht mehr hören kann.
    Aber in dieser Form hat es was und ist zumindest sehr interessant.


    Und Naturvölkern bei dem Design ihrer Werkzeuge auf die Finger zu sehen hat auch in der Vergangenheit öfter moderne Einsatzmittel vervollkommnet.


    Deine Experimentierfreude vergrößert deinen Fundus an Erfahrung. Das macht dich am Ende zu einem immer besseren Experten für Messer und deren Fertigung und das kommt schlussendlich uns allen zu Gute.


    BG,
    Andy

    Member of the "outer Bunch..."

  • Sehr spannendes Projekt! :thumbup:


    Man findet mittlerweile einige schöne Modelle im Netz, auch gute Beiträge über die traditionelle Fertigung in Sibirien. Der Troll hat beim Chat-Fachsimpeln so etwas schon mal "ausgegegraben".


    Vermutlich reduziert sich auch das seitliche Anhaften am Schneidgut, zudem dürfte die Form auch für das Abfangen gejagter Tiere günstig sein. In eine ähnliche Richtung gingen dann ja ggf. die "Pipe Knives" mit dem Profil halbierter Rohre...


    Außerdem dürfte sich durch die Form bei relativ wenig Material eine gute Verwindungssteifigkeit / Biegefestigkeit ergeben....

  • Servus Holger,


    Ein der Länge nach durchgeschnittenes Bark River also... :biggrin:


    Nun gut, die Jakuten werden wohl sicher Ihre Gründe für ein solches Design haben.
    Aus der Ferne kommt mir das recht schlüssig vor, denn die Spalt-bzw. Keilwirkung des balligen Schliffs wird ja quasi beibehalten.
    Allerdings mit dem Unterschied, dass man durch die “offene” Seite beispielsweise ein Rohr innen perfekt entgraten/ scharf machen könnte. Holz schnitzen und spalten ginge ja nach wie vor mit den bekannten Vorteilen...


    Finde die Idee immer besser, je öfter ich darüber nachdenke!


    Viel Spaß beim Austesten mein Freund, bin auf ein Urteil sehr gespannt! :hatsoff:

    MCLMM

  • Wie hast du die Hohlung erstellt?


    Mit der Umlenkrolle des Bandschleifers vorgeschliffen und mit dem Dremel nachgearbeitet.
    Klassisch natürlich ein Fall für das Schmieden, da ich diese Möglichkeit aber nicht habe musste ich mir anders behelfen...


    Grüße,
    Holger

  • Gefällt mir sehr gut,Holger ! 8o


    Ich bin beim stöbern zu diesem Messertyp mal auf eine sibirische Internetseite gekommen; sämtliche Beiträge waren englisch - da hatten die einen schönen Bericht über diese Yakutenmesser.
    Hier mal der Link: http://siberiantimes.com/other…s-of-the-yakutian-blades/


    Wenn ich mich richtig erinnere,nutzen die diese Klingenform auch gerne mal zum zerteilen von gefrorenem Fleisch.
    Die Griffe sind meist länger als die Klinge,um diese auch in dicken Winterhandschuhen gescheit greifen zu können und die Form ist bis auf die Hohlkehle weitgehend mit skandinavischen Puukkos identisch.


    Wenn Du es ´ne Weile genutzt hast,schreib gerne mal was dazu - würde mich interessieren. :)


    Edit: Was hat das Teil für eine Klingenstärke ?

  • Hi Holger,
    gefallen tut mir das Messer nicht aber ich finde das Projekt interessant und bin gespannt auf deine praktischen Erfahrungen!
    Gruß Eiserner


    Gesendet von meinem HT7 Pro mit Tapatalk

    SEX, KNIVES AND ROCK'N'ROLL

    Einmal editiert, zuletzt von Eiserner ()

  • Hallo,


    hier noch ein paar Eckdaten:
    Gefertigt habe ich es aus 4mm starkem O1,
    scharf sind 11cm, über Alles ist es 22cm lang.
    Und klar, ich werde bereichten wie es sich im Alltag schlägt...


    Viele Grüße,
    Holger

  • Hallo,


    noch eine einfache Scheide gemacht. Da die Schneide in der Ebene der flachen Seite liegt, habe ich die Scheide
    zweiteilig aufgebaut und für die flache Seite Kydex genommen.





    Grüße,
    Holger

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