Blutgruppen-Patch sinnvoll?

  • Hallo!


    Man sieht ja überall Patches mit der Blutgruppe. Ich überlege nun meine Taschen und Rucksäcke au h mit so etwas auszustatten.


    Dazu aber mal eine Frage an alle "Profis" unter euch, wie Rettungskräfte, Sanis, Ärzte etc.:
    Wenn jemand z.B. nach einem Unfall bewusstlos gefunden/eingeliefert wird und eine Tasche mit so einem Patch dabei hat - "glaubt" Ihr dieser Beschriftung, wenn es z.B. schnell einer Blutkonserve bedarf, oder wird trotzdem immer zur Sicherheit erst eine Blutgruppenbestimmung gemacht?
    Macht so ein Patch also überhaupt Sinn und kann im Ernstfall eine Behandlung beschleunigen?


    Bin auf eure Einschätzung gespannt?



    Gruß
    Macke

    Gruß
    Macke

  • Die Frage/Antwort interessiert mich jetzt auch.
    Denke aber schon, dass es überprüft wird, bzw. im Zweifel wenns schnell gehen muss kann man doch auf die Universalblutgruppe zurückgreifen. Vorsicht gefährliches Halbwissen meinerseits. Hab da mal was aufgeschnappt.
    Bin auf eine Qualifizierte Antwort gespannt.


    Mfg


    Totwart

    Pfälzer Schweizsympatisant

  • In einem anderen Forum gab es bereits eine ähnliche Diskussion.
    Ich meine mich zu entsinnen, dass man dort sagte, dass so oder so im Vorfeld Schnelltests gemacht werden oder im worst case eine Transfusion mit O negativ gegeben wird.
    Davon abgesehen ist dies in den hiesigen Breiten sehr wenig verbreitet, so dass die Rettungskräfte vor Ort nicht zwingend mit solcherlei Informationen rechnen.

    “Those who cannot remember the past are condemned to repeat it!” (George Santayana)

  • Genau,


    vorort sollte im Notfall immer ein Test gemacht werden oder 0 neg. Trotzdem...



    ..trage ich Blutgruppenpatchs an der Jacke, an der Mütze, an meine Taschen, an meinen Rucksäcken und an meinen Schuhen :crazy:


    Sonnige Grüße
    Michael a.k.a. mikio

    "Regel #51 - Manchmal hast Du unrecht." ~ Leroy Jethro Gibbs.

  • Hallo,
    Ich kenn es so das immer nen Schnelltest gemacht wird..
    Bei Unklarheiten, wenn nen Polytrauma mit dem Hubschrauber bei uns in die Uniklinik kommt dann haben sie immer Universal Konserven parat...


    Grüße Gianni

  • Hab auch einen an meinem IFAK. Sinnvoll? Ja! Es kommen interessante Gespräche zustande. "Hey, dann kannst du ja gleich für mich spenden, wenn mir jetzt was passiert!" ;)

  • Diese Patches stammen ja auch ursprünglich aus dem militärischen Bereich und sind für die Sannis auf dem Gefechtsfeld gedacht.
    Genauso, wie der NKA-Patch...
    oder No-Pen.


    Im Zivilbereich kennt man sowas ja garnicht. Die allermeisten "Muggels" kennen ihre Blutgruppe ja noch nichtmal selber.


    LG, Andy

    Member of the "outer Bunch..."

  • "Muggels"


    Bitte was ist das?


    Ich glaube auch nicht, das es im Alltag irgend jemanden interessiert. Am Ende ist ja der Arzt verantwortlich was er dir gibt. Und nur weil jemand einen Patch am Rucksack hat, wird wohl kein Grund sein sich darauf zu verlassen. Was z.B. wenn zufällig gerade jemand anderes den Rucksack trägt, warum auch immer? Wenn das schief geht, dann bekommt der Arzt richtig eine auf den Deckel.


    Und noch eine Frage von mir, dürfen "einfache" Sanitäter einfach so Blut verabreichen, ohne das ein Arzt das angewiesen hat?

    In der Gülle schwimmt die größte Scheiße immer oben.

    Einmal editiert, zuletzt von Solution ()

  • "Muggels" sind "Nichtzauberer" in der Harry-Potter-Welt. In Geek- und Nerd-Kreisen hat sich der Begriff für "Nichteingeweihte"/"Nicht-dazu-gehörende" etabliert.

  • Hallo zusammen,
    selbst auf dem Hubschrauber haben die keine Blutkonserven dabei, als ist dort nix mit verschiedenen Blutgruppen...
    Im Rettungsdienst Land / Luft wird erst mal Flüssigkeit gegeben um Blutverluste kurzfristig zu kompensieren, manche Infusionen pinkelst Du nach 'ner halben Stunde wieder aus, andere halten sich länger im Körper.
    Der "Schnelltest" vor Ort ist nur einer(!) von mehreren Testen bevor jemand Blut bekommt.
    Und der Rest der Teste wird im Labor / Krankenhaus gemacht.
    Selbst bei Patienten wo die Blutgruppe mit allem drum und drann dokumentiert ist wird wieder die ganze Palette kontrolliert bevor die ein weiteres Mal Blut bekommen.
    Dies nur zur groben Orientierung , ist komplizierter in der Praxis.
    Ob Patch oder nicht, ich kenne keinen im Zivilen Gesundheitsdienst der den beachten würde.
    Lieben Gruss, Helge

  • Muggle´s sind Hilflose oder Benachteiligte. In dem Zusammenhang würde ich einfach mal "unbedarfte Menschen" darunter verstehen wollen.


    Oder frei nach Einstein:
    "Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können muß man vor allem ein Schaf sein"


    Es scheint im Sanitätswesen eine Veränderung der Ausbildungen zu geben, die die "Lücke" zum Notarzt schließen soll (Rettungsassistent, Notfallsanitäter), ein Bekannter von mir befindet sich derzeit in einer Fortbildungsmaßnahme.


    Es wäre interessant zu erfahren welche Kompetenzen die denn jetzt haben, vielleicht kann das mal jemand auflösen.

  • Patch macht aus medizinischer Sicht absolut keinen Sinn .
    Außerhalb des Krankenhauses und ohne ärztliche Indikationsstellung gibt es in Deutschland kein Blut. Dann gibt es abhängig von der Dringlichkeit verschiedene Möglichkeiten . Die Universal Blutgruppe 0neg wurde bereits erwähnt . Allerdings bleiben Restrisiken aufgrund anderer Antikörper - auch bei primärer Blutgruppenkompabilität. Deshalb gehört wenn zeitlich möglich/ vertretbar zur AB0 und Rhesustestung ( die zwei "Hauptantikörper) auch eine sogenannte Kreuzprobe jeder einzelnen Konserve. Und trotzdem können immer noch sogenannte irreguläre Antikörper vorliegen. Insbesondere bei Personen die in ihrem Leben sehr viel Fremdblut erhalten haben...
    Also kurz gesagt: wenn zeitlich möglich wird im Labor möglichst ausführlich getestet und ggf. Auch nach irregulären Ak gesucht - deswegen ist die Angabe von früheren Blutgaben wichtig. Bei vitaler Bedrohung Gabe von 0 neg - mit höherem Restrisiko und Zeitgleiche Testung zur gezielten Kreuzung passender Konserven .


    Auf einen Patch schaut da niemand - genauso sinnvoll oder verbindlich wie Tshirts mit "Lassen Sie mich durch - ich bin Arzt "


    Was allerdings Sinn macht ist ein Blutgruppenausweis eines Labors im Falle von bekannten irregulären Antikörpern - entbindet zwar nich von der Pflicht zu testen und besonders der Kreuzprobe, lenkt aber die Aufmerksamkeit direkt auf die Problematik - manchmal kann es echt schwer sein passende Konserven zu finden, obwohl AB0/Rh passt.


    Gruß M



    Gesendet von iPhone mit Tapatalk

  • Wie ist das nun, darf ein Sani ohne ärztliche Anordnung Blut geben? Und wie sieht das mit examinierte aus? Ich habe im Bekanntenkreis eine examinierte Krankenschwester, die darf glaube ich schon über das richtig gute Zeug verfügen, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

    In der Gülle schwimmt die größte Scheiße immer oben.

  • Hab mal vor 35 Jahren eine fast Direktspende gemacht. Also der andere lag im Nebenraum und die brauchten "Frischblut" wegen der Gerinnung. Obwohl ich mein Impfbuch mit Blutgruppe dabei hatte, haben die getestet.

    Michael
    T.I.T.A.N 0060 Kopportunist 0060

    Einmal editiert, zuletzt von Michael 60 ()

  • Je nach Dringlichkeit gibt es quasi bei der Blutgruppen-Anforderung im Akutfall mehrere Abstufungen, kommt ein Patient rein, von dem man gar nichts hat, der aber sofort braucht, wird die Universalblutgruppe Null negativ (bei Mangel und unter bestimmten Voraussetzungen ggf auch Null positiv) transfundiert, ohne weitere Tests.
    Parallel dazu läuft aber schon die Labormaschinerie an, um die Blutgruppe zu bestimmen (im AB0-System) und Antikörper auszuschließen (https://de.wikipedia.org/wiki/Antikörpersuchtest), die nächste Stufe sind blutgruppengleiche, jedoch ungekreuzte Konserven, bei ausreichend Zeit gibt es dann auch gekreuzte Konserven.


    Ein Irgendwo vorhandener Patch erleichtert/beschleunigt nichts, zum einen würde er nicht gefunden, zum anderen ist die Identität zum Patienten niemals zweifelsfrei festzustellen.


    wer sich weiter reinlesen möchte: http://www.bundesaerztekammer.…RiliHaemotherapie2010.pdf
    dort findet sich dieser Passus:

    Also selbst ein offizieller Pass (der in Verbindung mit einem Perso ect. mit Lichtbild) dann zweifelsfrei zugeordnet werden könnte, darf nicht die neue Bestimmung der Blutgruppe ersetzen, allerdings ist ein Pass sinnvoll, da ggf. dort Antikörper vermerkt sein können, die bei der ursprünglichen Bestimmung in hohen, messbaren Konzentrationen vorlagen, bei der jetzigen Bestimmung nicht mehr nachweisbar sind, aber klinisch bedeutsam werden können (was aber eine absolute Rarität darstellt), hier geht es aber nicht um ABNull sondern um viel speziellere Merkmale - ein Patch bringt gar nix. Wenn man es als Schmuckstück ect. sieht, gerne, Relevanz hat das Ding aber nicht.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!