Kürzen einer Fällkniven S 1-Klinge auf unter 12 cm ohne Härteverlust möglich?

  • Ich habe einige Fixed, deren Klingenlänge die 12 cm-Grenze des § 42 a WaffG geringfügig überschreiten. Darunter auch eines meiner Lieblingsmesser - das Fällkniven S 1 -. Seit Inkrafttreten des § 42 a WaffG führt das S1 beim mir nur noch ein "Schattendasein", verpackt in einem Karton im Keller.


    Da ich das Messer aber gerne wieder nutzen würde, ohne mich beim Führen dieses Messers auf eine eventuelle Diskussion mit einem Polizisten bzw. einer Polizistin einlassen zu müssen, würde ich die Klinge gerne auf 11,99 cm kürzen lassen.


    Ist das kürzen der S1-Klinge problemlos möglich, ohne dass die Klinge ihre Härte verliert? Was muss ich noch beachten?

  • Gehärtete Klingen zu kürzen ist möglich, allerdings solltest Du das dem Fachmann überlassen ;)


    Ich habe ein Fixed im letzten Jahr von Jürgen Schanz kürzen lassen, ist klasse geworden ohne Härteverlust/Verzug der Klinge.


    Schreib ihn einfach einmal an und schilder ihm den Fall, das sollte für kleines Geld kein problem sein ;)



    VG, S.

  • Hi,


    ich würde auch auf jeden Fall den Jürgen empfehlen! Hab zwar noch keine Klinge bei ihm kürzen lassen, aber ich besitze zwei wunderbare und sehr gut verarbeitete Customs von ihm.


    Wenns einer kann, dann der Schanz! (soll jetzt nicht heißen, dass es sonst keiner könnte... :whistling: )


    Allerdings ist er zurzeit, genauer gesagt bis 10.6.12, im Urlaub! Leider... ;(


    MfG Christian

    If guns are outlawed, only outlaws will have guns.

  • ich habe auf eBay mal ein Cold Steel - Steel Tiger gesehen, dessen Klinge (AUS8 ) nachträglich von Jürgen Schanz gekürzt worden ist.
    scheint also durchaus zu funktionieren! :thumbup:

    ~ You can't take the sky from me! ~

  • Ich würde gern mal ein Beispiel sehen wollen, wo das gemacht wurde. Also ob das Messer "kastriert" aussieht, oder nicht.
    Manix

    Messer sind gefährlich. Aber in den richtigen Händen sind sie ein ständiger Quell der Freude und Erbauung.

  • selbstverständlich kann man eine gehärtete Klinge umschleifen, solange sie dabei nicht warm wird ist alles gut. Aber irgendwie sehe ich das nicht ein, nur wegen einem Zentimeter, Gesetz mal hin oder her. Egal wer diese spezielle Klinge umschleift, sie wird nie mehr die gleiche sein, weder vom Grundgedanken der Macher noch von ihren Proportionen. Was man wegschleift ist weg, es kann nie mehr das gleiche Messer sein wie vorher, und meist sieht es danach total beknackt aus, aus einer 130 mm Klinge eine gesetzesgetreue Klinge machen heißt Verlust von rund 10 Prozent Klingenlänge und dem damit verbundenen Material, mal abgesehen davon dass man noch hier und da schleifen muss um die ganze Sache wieder einigermaßen aussehen zu lassen. Machs nicht und kauf Dir eins was die Gesetzesvorgaben hat, sonst ärgerst Du dich dein Leben lang, dann hast Du nämlich ein verstümmeltes Messer was aber super zu diesem von Hirnakrobaten erfunden Paragraphen passt, mehr noch, Du hast den guten Grundgedanken für eine Klinge und letztendlich die Klinge geopfert für Leute die morgen schon nicht mehr wissen was sie heute gesagt haben, solchen Leuten braucht man solche Opfer nicht zu bringen, es reicht schon wenn wir so tagtäglich abkassiert werden, nicht noch die Klingen abschleifen, wo kommen wir denn da hin?
    Wenn das Messer bei irgendwelchen Aktionen abgebrochen wäre und man müsste es umschleifen, ja, sofort und direkt, aber mutwillig.
    Ich schließe meine Sätze gern mit den etwas umgedichteten Worten von Herrn Waggerl, er wird es mir verzeihen, es wäre wirklich das gleiche Messer, nur bei weitem nicht dasselbe.
    Viele Grüße
    Roman

    panta rhei

  • Du hast den guten Grundgedanken für eine Klinge und letztendlich die Klinge geopfert für Leute die morgen schon nicht mehr wissen was sie heute gesagt haben, solchen Leuten braucht man solche Opfer nicht zu bringen, es reicht schon wenn wir so tagtäglich abkassiert werden, nicht noch die Klingen abschleifen, wo kommen wir denn da hin?

    Roman, Du sprichst mir aus der Seele. Das gleiche empfinde ich auch immer wieder wenn Daumenpins entfernt und/oder Öffnungshilfen an Foldern zur Unbrauchbarkeit verstümmelt werden.

    Gruß Stefan

  • Roman, Du sprichst mir aus der Seele. Das gleiche empfinde ich auch immer wieder wenn Daumenpins entfernt und/oder Öffnungshilfen an Foldern zur Unbrauchbarkeit verstümmelt werden.


    Dito. Allerdings muss ich hinzufügen, dass ich Pins, sofern es Sinn macht immer entferne. Das habe ich schon vor der Gesetzesänderung gemacht, mich stören Pins beim Schneiden, da sie die effektive Eindringtiefe/Schneidenlänge begrenzen. Bestes Beispiel ist das einfache aufschneiden von Brötchen, supernervig, wenn der Pin im Brot hängenbleibt. Auch gefallen mir viele Einhandmesser ohne den Pin optisch einfach besser, sie wirken dadurch oft schnörkelloser.


  • Jürgen ist n Netter und seine Arbeiten sprechen für sich :thumbup: ... hätte da absolut keine Bedenken etwas von ihm umschleifen zu lassen


    Bzw auch nicht von Martin,bladesystems od Markus (Reichhart)


    An gehärtete Klingen herumschleifen ist ein Thema für sich,wo sich die Geister scheiden,es nicht jeder machen will/würde und du in manch anderen Foren allein fürs erwähnen wohl gesteinigt werden würdest :whistling:


    Aber ich sehe da auch kein wirkliches Problem


    Vor allem wo Schanz auch einen Nassbandschleifer hat,wenn ich mich nicht irre.


    Aber zur Aussage von oben von wegen kein Härteverlust bzw Verzug....möchte ich noch was anmerken


    a) was soll sich da verziehen wenn man bisschen auf gehärtetem Stahl rumschleift?


    b) ohne Härteverlust...kann man doch ohne Messung als User garnicht sagen
    oder wurde dann davor und danach eine Messung an verschied Stellen vorgenommen?!


    Ich würde mir nichts denken,wenn mir Schanz,Martin,Markus.... das machen würde.... die wissen alle was sie tun. :thumbup: also nur hin damit.


    Ausserdem schau dir mal meine Liste von denen an,die generell nach dem Härten erst den Schliff anbringen ... (Schanz,Martin,Markus..gehören nicht dazu..aber andere gr Namen sind sehr wohl dabei!und die werden keinen Härteverlust riskieren...also es geht wohl )


    Dennoch solche pauschalen Aussagen, vor allem b) ,finde ich nicht ok, wenn sie nicht belegt sind. Sorry kling jetzt wien Klugscheisser und JA bin ich ab und an auch, aber ist halt so


    vG
    Fred

    Email: fredslan@gmail.com
    The bitterness of poor quality lingers long after the sweetness of low price is forgotten

    4 Mal editiert, zuletzt von zingzong2005 ()

  • Also, jetzt finde ich Deinen Aussagen aber auch etwas widersprüchlich...


    Zum Einen sagst Du aus "Was soll denn passieren, wenn man an gehärteten Klingen ein wenig rumschleift", zum Anderen "solche Aussagen würde ich ohne Beleg nicht treffen"...


    Ok, ich will nicht herum lamentieren...wie Du selbst schriebst benutzt Jürgen Nassschleifer/langsam drehende Schleifsteine mit Wasserzufuhr...wenn sich das Messer nicht groß erhitzt, wo soll es dann Härteänderungen geben?


    Ich habe mir ein kleines Custom Fixed von Spearpoint in Droppoint umändern lassen, es wurde die Spitze verändert dabei, nicht die Schneidphase umgeschliffen...was soll denn dabei passieren?



    VG, S. :)

  • "was soll schon passieren" war rein auf Verzug bezogen,weil mir das halt noch nie untergekommen wäre


    Wenn nicht bis zum Glühen draufgehalten wird kann ich mir das nicht vorstellen,dass sich da was tut..aber lass mich gern belehren!


    betreffend Härteverlust usw.ganz nett zu lesen: Schleifen,Überhitzen,Härteverlust


    ABER is ja wurscht .. :tellem:


    WEIL eben jetzt, mal augehend von Jürgen,seiner jahrelangen Erfahrung und seinen wassergekühlten Geräte, sowieso nichts passieren wird. :thumbup:


    Wollte dich auch nicht persönlich angehen !...sorry wenns so rüberkam!


    vG
    Fred

    Email: fredslan@gmail.com
    The bitterness of poor quality lingers long after the sweetness of low price is forgotten

    3 Mal editiert, zuletzt von zingzong2005 ()

  • Hallo Fuchs,


    falls in Frage kommt das Messer mal wieder zu verkaufen bzw. meine Meinung: Ich würde es nicht kürzen (eher verkaufen) und auch nie ein gebrauchtes und gekürztes Messer kaufen. Man weiß ja dann nie wer wie daran rumgeschliffen hat.
    zingzong2005: Wo kann man die von dir erwähnte Liste finden? ?(
    lg,
    Franz

  • ich weiß jetzt wirklich nicht wieviel Serienmesser ich umgearbeitet habe. Ein Problem ist das an sich nicht. Man muss hält ein gewisses Gespür für Form und Funktion haben. Die genannten Mrssermacher bekommen das aber sicher hin. Als Laie Finger weg, und zwar alle! Ich hab schon Sachen gesehen da sind mir beim Kopfschütteln fast auch noch die Tränen gekommen.

  • Ich habe gestern Abend, auf dem Hochsitz hat man viel Zeit, mit meinem S1 rumgespielt und ich kann mich Juchten nur anschließen, lass es nicht kürzen. Natürlich ist die Einschränkung ärgerlich, aber wenn man es dabei hat, hat man auch einen sozial adequaten Grund, hoffe ich mal! Der Apfel in der U-Bahn gehört wohl nicht dazu, aber für solche Fälle gibt es ja SAK`s (z.B.).


    Letztendlich wird ein Fachmann es hinbekommen und wohl auch eine ordentliche Linienführung schaffen, davon gehe ich mal bei der Klasse, in der sich die oben genannten bewegen einfach aus, aber mich würde es doch jedesmal ärgern wenn ich es in die Hand nehme und daran denke, das ich Geld, eine neue Scheide muss ja auch her und Zeit verbraucht habe für eine eigentlich unnötige Sache. Einschränkung siehe oben. Lieber dieses Geld in ein neues Messer investieren.

  • Nur so als Gedankenspiel:
    Wäre es möglich, anstatt die Klinge zu kürzen,den Griff nach vorne zu verlängern?
    Man könnte evtl.den Kuststoffgriff mit einem Bandschleifer entfernen, die Klinge hinten "entschärfen" und einen langen Flachangelgriff drauf basteln.

    Einmal editiert, zuletzt von roms ()

  • Ich finde den Ansatz von juchten richtig.
    Das Messer ist als Gesammtheit geplant und gefertigt worden. Wenn man es nur, um ein Gesetz zu erfüllen, abändern würde, dann wird das Messer so nie wieder so, wie es einmal war.
    Bei einem derartigen Messer ist denke ich auch immer ein entsprechender Tragegrund vorhanden, zumindestens trage ich derartige Messer nicht in der Stadt sondern nur, wenn ich draußen bin.
    Wenn du es nun unbedingt machen lassen möchtest, so sind die oben genannten Messermacher, sicher die richtige Wahl, aber wenn es sich vermeiden lässt, würde ich das Messer doch so lassen wie es ist.

  • Jetzt muss ich es loswerden: anstelle die Klinge des S1 zu kürzen würde ich mir eher ein F1 zulegen.


    Klar, die Linienführung des S1 ist nicht eins zu eins im F1 zu finden, aber die grundsätzliche Charakteristik stimmt. Der verwendete Stahl ist bei beiden der selbe, die Griffe sind definitiv gleich. Und mit den 97mm Klingenlänge beim F1 bis du in (fast) jedem Fall auf der richtigen Seite. Für den Wald, Wandern, Camping usw. kannst du immer noch auf das S1 zurückgreifen und hast mMn auch den sozialadäquaten Grund zum Führen.


    Kleiner Tipp: im Marktplatz gibt es gerade eins (nicht von mir!).


    Grüße,
    Nico

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