Kaufberatung Abfangmesser Jagd

  • Wir haben bei mir im Jagdrevier leider immer wieder Verkehrunsfälle mit Rehwild. Diese sind hauptsächlich dabei direkt verendet. Dann gibt es aber noch die Situation mit der Nachsuche und man trägt eine Fangschuß an. Und dann auch noch mal die Situation wo ein Reh im Graben auf/neben der Straße liegt und ein Fangschuss schwierig ist. Dann kommt auch mal das Messer zum Einsatz um das Tier zu erlösen. Aber in meinen 10 Jahren Jagd war das hier im Revier genau zweimal bei mir der Fall. Leider hat das beim letzten mal aber nicht so gut funktioniert und ich war am überlegen dafür ein spezielles Abfangmesser zu kaufen. Zuletzt nutzte ich dafür ein Glock Feldmesser. Sicherlich hängt das auch alles damit zusammen das ich das nicht so oft mache und das insgesamt auch alles keine Situation ist die ich gerne mag. Trotzdem möchte ich natürlich dem Tier unnötiges Leid vermeiden. Ich hoffe diese Einleitung war auch für nicht Jäger erst einmal verständlich.


    Was ist ein Abfangmesser:


    Ein Abfangmesser ist ein spezieller Typ von Jagd- oder Kampfmesser, der ursprünglich dafür entwickelt wurde, verletztes Wild nach der Jagd schnell und gezielt zu töten („abzufangen“), um unnötiges Leiden zu vermeiden.

    Merkmale eines Abfangmessers

    • Lange, stabile Klinge (oft 15–25 cm)
    • Beidseitig geschliffen oder sehr spitz zulaufend
    • Robuste Bauweise für kraftvolle Stiche
    • Handschutz (Parierelement) zum Schutz vor Abrutschen


    Vielleicht hat jemand Erfahrung mit sowas? Preislich bis 250€ würde ich gehen. Die Grenze zwischen Dolch und Abfangmesser ist sicherlich auch fließend. Sollte aber auf jeden Fall stabil sein. Optik wäre mir dabei nicht wichtig, sondern nur der praktische Nutzen.


    Vielen Dank schon einmal für jeden Vorschlag.

    Einmal editiert, zuletzt von arnonym ()

  • Servus,


    persönlich keinerlei Erfahrungen mit diesem Modell, aber bei Deinen Ausführungen musste ich an das Eickhorn Boar Hunter denken:

    Boar Hunter


    Oder etwas kürzer beispielsweise das Recon Force:

    Recon Force
    RECON FORCE
    www.eickhorn-solingen.de


    Oder das Recondo IV:

    RECONDO IV
    RECONDO IV
    www.eickhorn-solingen.de

    “Those who cannot remember the past are condemned to repeat it!”

    (George Santayana)

  • Guten Abend.


    Ich kann leider nur mit Theorie dienen. Kennst Du diese Threads?

    Ferner

    und vor allem


    Wenn man die Suchmaschine seines Vertrauens mit dem Begriff füttert tauchen dem Anschein nach taugliche Modelle von Jagdausrüstern auf; so im Bereich um 100 Euro.


    Hier im Forum gibt s Jäger und auch Leute die sich mit Dolchen auskennen.

    Über die Suchfunktion hier findest Du auch ein bisschen was zu "Abfangmesser".


    Besten Gruß

  • Danke für eure beiden Antworten.


    Eickhorn ist eine gute Idee. Habe tatsächlich noch nie ein Messer von Eickhorn besessen.


    Boarhunter ist für ein Reh vielleicht etwas überdimensioniert, aber gut finde ich das trotzdem.


    Bei Egun gibt es ein Eickhorn Forester V, vielleicht wird es das einfach. Alternativ fahre ich morgen vorher noch mal zum Jagdladen.


    Alte Threads kenne ich meistens eher weniger, da ich noch nicht wirklich lange im Forum bin. Daher ist das auch ein guter Hinweis. Ich werde die Suchfunktion mal bemühen.


    Vielleicht kommt ja noch ein Jäger mit praktischer Erfahrung.

  • Mal kurz eine Frage; Du bist Jäger? Oder? Gehört das Abfangen und das dafür erforderliche Werkzeug nicht zur Jägerprüfung? Wäre schön wenn Du etwas dazu schreiben würdest.


    a

  • Ja, ich bin Jäger. Habe ein Niederwildrevier gepachtet und einen ausgebildeten Jagdhund.


    Bei meiner Jagdprüfung war das Abfangen mit dem Messer kein Thema.


    Bei mir war es genauso wie hier für Niedersachsen beschrieben:

    1. Schießprüfung (praktisch)

    Hier wird überprüft, ob du sicher und treffsicher mit Jagd­waffen umgehen kannst:

    • Büchsenschießen (Kugelgeschoss)
      • Rehbock, stehend angestrichen auf 100 m: mit 5 Schüssen müssen mindestens 25 von 50 Punkten erreicht werden.
      • Laufender Keiler auf 50 m: von 5 Schüssen müssen mindestens 2 Treffer im Wertungsbereich liegen.
    • Flintenschießen (Schrot)
      • Wurfscheiben (z. B. Trap oder Skeet): von 15 geworfenen Scheiben müssen mindestens 5 Treffer erzielt werden.

    Diese Disziplinen dienen dazu, deinen sicheren Umgang und deine Treffsicherheit mit Jagdwaffen zu prüfen.


    2. Schriftliche Prüfung (theoretisch)

    Die schriftliche Prüfung besteht aus 100 Multiple-Choice-Fragen, verteilt auf 5 Themenbereiche. Pro Fachgebiet werden in der Regel 20 Fragen gestellt und beantwortet:

    1. Dem Jagdrecht unterliegende und andere frei lebende Tiere
    2. Jagdwaffen und Fanggeräte
    3. Naturschutz, Hege und Jagdbetrieb
    4. Behandlung des erlegten Wildes, Wildkrankheiten, Hundewesen und jagdliches Brauchtum
    5. Jagdrecht und verwandte Rechtsbereiche

    Der offizielle Fragenkatalog wird von der zuständigen Behörde vorgegeben und kann zur Vorbereitung genutzt werden.

    3. Mündlich-praktische Prüfung

    In diesem Teil wirst du einzeln mündlich geprüft, meist in einem Revier oder Ausbildungsumfeld. Hier wird dein Wissen zu denselben Fachgebieten wie in der schriftlichen Prüfung abgefragt – aber praxisbezogen und persönlich.

    Typische Inhalte sind z. B.:

    • Wildtierkunde (Erkennen, Lebensweise, Biologie)
    • Rechtliche Fragen (z. B. Jagdrecht, Waffengesetz)
    • Umgang mit Waffen und Fanggeräten
    • Wildbrethygiene und Krankheiten
    • Naturschutz und Hege/Ökologie

    Zusätzlich geprüft wird:

    • Erkennen von Jagdsignalen (z. B. Jagdhornsignale) in der mündlich-praktischen Prüfung.


    Wirklich über die Jagd habe ich erst nach der Prüfung durch einen älteren Freund und Nachbarn gelernt. Der mittlerweile um die 70 ist. Ist halt immer der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.


    Ein Verwandter von mir macht auch gerade den Jagdschein in drei Wochen Vollzeit in einer Jagdschule. Das ist für den oben beschriebenen Stoff schon knapp. Aber ich werde ihn natürlich unterstützen.

    Einmal editiert, zuletzt von arnonym ()

  • Ohne Ahnung vom Thema sage ich; dann ist wohl der sogenannte Nicker die erste Wahl. Gibt es klassisch mit Horngriff, laut eines Kollegen der Jäger ist nicht erste Wahl, oder im modernen Design. Wenn Du Dich umschaust, blicke mal Richtung Österreich, Spanien und Italien. Deutschland hat Otter noch einiges zu bieten. Andere einst große Marken in Deutschland fallen mir gerade nicht ein.


    a

  • sogenannte Nicker


    Lange, stabile Klinge (oft 15–25 cm)
    Beidseitig geschliffen oder sehr spitz zulaufend

    In der Regel haben Nicker 10 bis 12 cm Klingenlänge

    Beidseitig in der Regel auch nicht, spitz zulaufend natürlich (Nomen est Omen...)


    arnonym

    Unter Hirschfänger findet man da natürlich auch was

    Parforce Hirschfänger
    Parforce Hirschfänger online kaufen bei Frankonia.de
    www.frankonia.de


    Suchst Du eigentlich so ein extrem breites Blatt, was dann ja eher ein Saufänger wäre.


    Puma Solingen ist noch eine Anlaufstelle, evtl auch Güde (haben zumindest Nicker).

  • Ein Nicker ist für das abfangen von Rehwild sicherlich ausreichend. So wie jedes Messer mit einer etwas längeren Klinge. Aber es gibt tatsächlich auch Unterschiede wie man sein Wild abfängt. Also nur um das auch mal zu erklären:


    1)

    Der Blattfang, bei dem ein Stich hinter dem Blatt zwischen die Rippen in Richtung Herz erfolgt. Durch drehen der Klinge kann Luft in den Brustraum und die Lunge eindringen und das Stück verende schneller.


    2)

    Der Stich- oder Kälberfang, bei dem das Messer (Hirschfänger) von vorne durch den Stich in Richtung Herzen gestoßen wird.


    3)

    Der Genickfang, auch abnicken genannt (für Rehwild), bei dem das Messer von hinten zwischen Hinterhauptbein und dem ersten Halswirbel in das Genick des Stückes gestoßen wird.


    Wenn möglich ist für mich der Fangschuss die erste Wahl und sonst der Blattfang mit dem Messer. Die dritte Variante habe ich schon gesehen, würde ich mir aber nicht unbedingt zutrauen. Bei der zweiten habe ich keine Erfahrung.


    Daher kommt der Vorschlag von Ramelius dem gesuchten am nächsten. Besonders weil das im Notfall auch für Schwarzwild funktionieren würde.


    Also ist ein Saufänger wohl eher das gesuchte Abfangmesser und kein Hirschfänger oder Nicker.

    2 Mal editiert, zuletzt von arnonym ()

  • Wow. Echt toll und das ohne vorherige Kenntnis.


    a

  • Ich glaube ich habe meine eigenen Anforderungen nicht gut genug spezifiziert bzw. selber gar nicht vorher über diese Feinheiten nachgedacht. Daher habt ihr mich mit euren Vorschlägen und Fragen schon in die richtige Richtung bewegt.


    Eickhorn und Puma sind schon mal gute Vorschläge. Ich gucke mal was noch kommt, aber das Bild wird klarer. Man muss ja auch nicht nur ein Messer kaufen :)


    Danke

  • Also ist ein Saufänger wohl eher das gesuchte Abfangmesser und kein Hirschfänger oder Nicker.

    Nicker ist dann klar, wie vermutet wegen der Länge.

    Aber warum Saufänger aber kein Hirschfänger?

    Da reden wir jetzt aneinander vorbei oder?


    Es gab da mal was von Eickhorn, glaube designt von Geronimo / Jackknife , mit einer ganz speziellen Ausfräsung in der Klinge (eben um Luft eindringen zu lassen), warte mal bitte ob ich das noch finde....

    Edit keine Chance... 😡

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    Greider

    Einmal editiert, zuletzt von Greider ()

  • Also ein Hirschfänger ist für mich ein sehr schlankes und langes Messer. Mit dem der oben beschriebene Stich- oder Kälberfang ausgeführt wird. Dieses möchte ich nicht machen, daher habe ich geschrieben keim Hirschfänger. Aber ich glaube diese Grenzen verschwimmen heute. Wenn ich Hirschfänger bei Google eingebe, sind auch viele Messer dabei, die aus meiner Sicht gar kein Hirschfänger sind. Aber vielleicht sollte ich das auch nicht zu eng sehen.


    Meinst du dieses?


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  • Super Tip Tactical99

    Hat was. Da macht man vermutlich für nen Grünen nix falsch👍💸


    Die eher nicht so beliebte Adresse hat da auch was; wobei jetzt fraglich ist ob D2 da so Sinn ergibt mit roter Arbeit? (Zwei verschiedene Messer)

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    Der W Catcher ist ein zuverlässiges, hochwertiges Messer aus langlebigem D2-Stahl, das sich für viele Outdoor-Einsätze eignet. Dank der robusten Bauweise kann…
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  • Meinst du dieses?

    Nein das wurde ohnehin vorher schon mal empfohlen oder?


    Ich habe noch ein relativ normal wirkendes Jagd und Outdoor Messer von Eickhorn im Kopf, und vorgestellt wurde das an roter Arbeit an einem Rehbock.

    Die "Luftrille" war sehr markant und ging mehr oder weniger über die ganze Klinge und mit einer Kurve über den Klingenrücken hinaus.


    Könnte auch von Tony Lennartz designt gewesen sein ich weiß es wirklich nicht mehr

  • Ja, das wurde oben schon empfohlen. Dachte du hättest es vielleicht nicht gesehen.


    Danke für deine ganze Mühe.

  • Cold Steel OSS

    Hat von den hier genannten Messern sicher die beste penetrationswirkung, ist nicht so charmant designt, aber darum geht es ja auch nicht

    Einfach mal was rausgehauen, das mich jetzt total überrascht. An Cold Steel hatte ich in dem Zusammenhang gar nicht gedacht.


    Und dieses Retro Video dazu war auch noch super:


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