Messer von Special Forces und anderen Einheiten

  • Auf dem Weg
    rückwärts durch die Geschichte nunmehr der Erste Weltkrieg. Aufgrund der
    militärischen Entwicklung in diesem Krieg gelangte auch das Messer wieder
    vermehrt in die Ausrüstung der Soldaten. Das deutsche Heer gab an die Truppen,
    die heute als Grabendolch bezeichneten, Messer aus. Zu den dienstlich gelieferten
    Messern, bei denen es ja schon eine große Anzahl von Modellen gab, kam noch
    eine Vielzahl von privat beschafften Modellen. Die von mir gezeigten Messer
    tragen alle eine Abnahme, sodass davon auszugehen ist, dass sie an die Truppe
    ausgegeben wurden.



    Belege finden
    sich bei Halasz „Deutsche Kampfmesser“ Band 1 und bei Mery „Deutsche
    Kampfmesser 1914-1918“. [font='&quot']andre[/font]
    [font='&quot']
    [/font]
    [font='&quot'][/font]

    Einmal editiert, zuletzt von andre ()

  • Möchte jetzt
    einige Angaben zum Glock- Feldmesser machen. Vorab möchte ich anmerken, dass
    dieses Messer beim Verhältnis Preis-Leistung in meinen Augen wirklich
    hervorragend abschneidet. Ich meine, dass gerade dieses Verhältnis zu der
    großen Verbreitung des Messers führte und nicht zuletzt hat ja auch Rüdiger
    Nehberg dem Glock-Feldmesser ein echtes Denkmal gesetzt. Die beiden
    Feldmessermodelle, FM 78 und FM 81, unterscheiden sich durch den Klingenrücken,
    da dieser beim 81er mit einem Sägerücken versehen ist. Die Griffe und Scheiden
    kommen bei beiden Messern in verschiedenen Farben vor. Dies macht es eigentlich
    unmöglich, bei einem in der Scheide versorgten Messer, zu sagen welches Modell
    zu sehen ist.



    Eingeführt
    wurde das FM 78 beim ÖBH. Belege finden
    sich bei:



    -K-ISOM
    Spezial Nr.3; Jagdkommando,



    -K-ISOM
    Spezialausgabe II/2013; Gebirgsjäger,



    -K-ISOM
    5/2014; Jägerbataillon 25






    Belegt ist
    ebenfalls eine Einführung, angeblich beider Modelle, bei der GSG 9. Auf Bildern
    habe ich bis dato nur die grüne Variante gefunden und somit wohl das FM 78. Es
    gibt eine Vielzahl von Quellen die den Einsatz des FM 78 bei der GSG 9 belegen.
    Exemplarisch sei genannt:



    -Pohl „Messer
    deutscher Spezialeinheiten“,



    -K-ISOM
    Spezial Nummer 7.



    Im dänischen
    Heer findet es als Feltkniv M/ 95 Verwendung (K-ISOM 3/2015).



    Bei folgenden
    Einheiten wäre eine dienstliche Ausgabe möglich:



    -Polnische
    Militärpolizei (K-ISOM: Spezial Nr. 5, 2/2009 ),



    -französische
    Fremdenlegion (K-ISOM Spezial Nr. 6,



    -Lettische
    Streitkräfte (K-ISOM 1/2011)



    Höchstwahrscheinlich
    private Verwendung belegbar bei:



    -Sondereinheit
    Bulat aus Russland (K-ISOM 3/2014)



    -Bundeswehr
    Fernspäher (K-ISOM 4/2019)






    Ich bin mir
    sicher über das Glock-Feldmesser Einsatz und Entstehungsgeschichte könnte schon
    ein Buch geschrieben werden und es wäre gewiss nicht langweilig.



    Sicherheitshalber
    sei noch erwähnt, dass Kopien und Klone des Messers im Umlauf sind, sodass
    nicht ausgeschlossen werden kann, dass einige der von mir genannten Belege gar
    kein Glock Messer zeigen.



    Mein Bild zeigt oben ein FM 78 aus ausgesonderten Beständen des ÖBH, darunter FM 78 und 81 aus dem Handel und zuletzt ein AES. Das letztgenannte ist laut Händler eine Sonderanfertigung für die GSG 9 gewesen. Insbesondere die Lederscheide zu diesem Messer würde dies belegen. Naja der Preis war in Ordnung und ich nahm es mit.






    andre

    2 Mal editiert, zuletzt von andre ()

  • Bleiben wir
    in Österreich und setzen fort mit den CQD Mark V. Dieses Messer wurde offiziell
    beim Jagdkommando eingeführt. Siehe hierzu auch Nikkos Beiträge. Das Messer ist
    sicher ein interessantes Sammlerstück als Gebrauchsmesser finde ich persönlich,
    dass es zu schwer und unhandlich ist, auch die Scheide finde ich nicht wirklich
    gelungen.



    Die
    Verwendung beim Jagdkommando ist bei Pohl „Messer deutscher Spezialeinheiten“
    und eine Verwendung bei den Fallschirmjägern der US-Army bei Pohl „Messer im
    Kampfeinsatz“ belegt. Bei den US-Fallschirmjägern aber sehr wahrscheinlich als
    privat beschafftes Messer.


    Mein Messer stammt aus dem Handel.






    andre







    2 Mal editiert, zuletzt von andre ()

  • Leider funktioniert bei mir im Fließtext etwas nicht mit der Bildanzeige.
    Bei den letzten Beiträgen sehe ich weder Links noch angezeigte Einzelbilder, nur jeweils 1 Bild am Ende des Beitrags.
    Soll das so?


    Ist jammerschade drum bei dem tollen Thread! :thumbup:

  • Leider funktioniert bei mir im Fließtext etwas nicht mit der Bildanzeige.
    Bei den letzten Beiträgen sehe ich weder Links noch angezeigte Einzelbilder, nur jeweils 1 Bild am Ende des Beitrags.
    Soll das so?


    Ist jammerschade drum bei dem tollen Thread! :thumbup:

    Ich habe nur je Beitrag ein Bild am Ende eingestellt da die gezeigten Messer ja hinlänglich bekannt sind. Das mit diesen seltsamen Zeichen im Text treibt mich aber echt in den Wahnsinn. Ich schreibe die Beiträge im Word vor und kopiere sie dann. In der Vorschau sieht dann alles gut aus und nach dem Absenden sind diese Klammerdinger drin. Ich bin allerdings technisch nicht so bewandert, dass ich eine Erklärung für das Phänomen finde.
    Ich hatte gehofft, dass es nur bei mir so SCH... aussieht, hab mich aber wohl getäuscht. Falls jemand eine Lösung hat wäre ich für Hilfe dankbar.


    André

  • andre grüß dich. Lass Abstand zwischen Links und deinen geschriebenen Sätzen.
    Für mich sieht es so aus als hättest du alles zusammen geschrieben.

    Danke erstmal,


    aber ich habe keine links in den Beiträgen. Die Klammerdinger kennzeichnen Absätze und ähnliches aus dem vorgeschriebenen Wordtext. Warum? Ich bin ratlos, werde beim nächste Beitrag den Text wohl nochmal abschreiben.


    Andre

  • Hallo


    Sehr interessanter Thread. :thumbup:
    Micha das „Tiger" ist das schönste Messer von Blade-Systems. 8o


    LG


    Sacha

    „Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Du redest mit deinen Feinden.“

  • Danke erstmal für die Hinweise zur besseren Lesbarkeit der Texte. Habe die vorhergehenden entsprechend überarbeitet und ich denke, dass es deutlich besser wurde.


    Noch ein Messer für Österreich. Hier der Sturmdolch aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, auch als Modell 17 bezeichnet. Der Sturmdolch ist schön belegt im nachfolgend genannten Buch.
    Ich fand auch sehr interessant, was ich vor längerer Zeit im Buch "Sturmtruppen" von M. Christian Ortner erschienen 2005 im Verlag Militaria las: "Der Dolch war aber nicht nur ein wirksames Verteidigungsinstrument, sondern stellte, im Handgemenge oder beim Überfall auf feindliche Feldwachen auch angriffsweise angewandt, eine effektive Waffe dar. Daher wurde der Dolch bereits vor dem Angriff mit dem Kolbenhals des Gewehres in die Hand genommen. ......Während des Jahres 1918 musste aber sowohl aus Materialknappheit als auch mangels Bereitwilligkeit der Stellungstruppen, den Dolch tatsächlich einzusetzen, diese Maßnahme wieder rückgängig gemacht werden." (Anm.: Die rückgängige Maßnahme ist die Ausrüstung der Stellungsinfanterie mit den Sturmmessern.)
    Zeigt sich doch immer wieder in der Literatur, dass Grabendolche und Sturmmesser eher Statussymbole und Gebrauchsgegenstände waren als Waffen.


    Der untere von mir gezeigte Sturmdolch hat meiner Meinung nach später als Haushaltsmesser gedient. Das zweite soll die Dimensionen im Vergleich zu einem deutschen Grabendolch, aus der gleichen Zeit und einem Glock verdeutlichen.


    andre





  • Ein Bild von mein Großvater in 1917 bevor Sie wieder im Graben am Westfront in erster Linie für einige Monate abmarschierten.
    Es war eine mobile Kampfeinheit die die Löcher im Graben wieder "sauber" machen sollte. Man sieht kein einziges Messer, die würden sofort wieder abgegeben. Die Offiziere hatten angst das man die etc.....

    Das Messer haben die Franzose gegeben, die Uniforme die Engländer, Helme die gab es nicht, die "Leichte MG" kam aus uso.
    Die Medaille war vom ersten Flandern Slacht.

  • Als Exkurs, weil diese Messer natürlich nie Ordonnanzmesser waren.
    Aber der "Klingonendolch" ATAC-Fighter macht doch immer wieder neugierig, und viele haben dann Lust, sich noch ein wenig mit dem Thema zu befassen :)


    Hier mal der Blade Systems "Tiger", die sozusagen von Martin Stierlin und mir gestaltete Version eines "Abkömmlings" des Dieter-Entwurfs.
    Zusammen mit dem weniger bekannten "kleinen Bruder" des ATAC-Fighters, dem "Stinger".



    Die Scheide ist allerdings eine Custom-Kydex....

  • Möchte an dieser Stelle
    ein Messer vorstellen welches auch eine wechselvolle Geschichte erlebte. Es
    handelt sich um das Uton vz. 75. Dieses Messer wurde als Kampf- und Kappmesser,
    sicherlich auch als Gebrauchsmesser, in der tschechoslowakischen als auch in
    der tschechischen Armee vewendet. Das vom mir gezeigte ist
    ein im Handel erhältliches Modell und darunter liegt das Vorgängermodell VO-7.
    Quelle ist Pohl "Messer im Kampfeinsatz".




    3 Mal editiert, zuletzt von andre ()

  • Weiter geht’s mal mit dem Kappmesser „Fliegendes Personal“... Weiterhin erfolgte ein Einsatz bei den Fernspähern.
    Puma (Automesser)

    Das Puma als Messer der Fernspäher wird auch in einer Ausgabe des Barett-Magazin aus den frühen 90ern erwähnt, die ich kürzlich gelesen habe.
    Wofür ich bislang noch keine Bildbelege gefunden habe ist die Verwendung des Glock FM 81 (das mit der Säge) bei der GSG9.
    Hab da auf den (wenigen) mir bekannten Bildern immer nur das FM 78 ohne Rückensäge gesehen.


    Und ja, sehr interessanter Thread hier.

  • Nunmehr möchte ich das polnische Wz. 55 Messer vorstellen. Dieses Messermodell wurde wohl in den fünfziger Jahren für Fallschirmjäger und Spezialeinheiten
    der polnischen Armee gefertigt und mindestens bis in die zweitausender Jahre verwendet. Ob es aktuell noch im Einsatz ist kann ich nicht sagen.
    Ich fand einen Beleg in der Zeitschrift des BGS, Ausgabe 3/2001. Zu sehen ist das Messer dort bei einer Spezialeinheit des polnischen Grenzschutzes.
    Einen weiteren Beleg fand ich bei:
    Zbigniew Gwozdz „Noze Wojska Polskiego“ erschienen bei Wydawnictwo NapoleonV & Zbigniew Gwozdz, Oswiecim 2016, Wszelkie Prawa Zastrzezone
    Dort findet sich ein Bild aus den späten 50er Jahren welches wahrscheinlich einen Aufklärer zeigt.


    andre





  • Das WZ.55 folgt wesentlich dem russischen NR-40 nach, einem berühmten russischen Militärmesser des 2. WK.
    Man findet merkwürdigerweise in der Literatur zuweilen über das "Noz Szturmowy" auch die Bezeichnung WZ.56, obwohl ich keine Unterschiede im Sinne einer Modifikation erkennen kann.


    Soweit ich weiß, ist das Messer heute nicht mehr im Truppen-Gebrauch.


    In Polen kam dann später eine Art großes Multitool in den Truppengebrauch, das WZ.69, hat aber wohl das große Fixed nicht komplett ersetzt.


    Dann wurde ein neues Armeemesser als Kreuzung zwischen Glock-Feldmesser und US-M3-Feldmesser aufgelegt, das WZ.92, das dann einige Jahre später modifiziert wurde und dann WZ.98 hieß und von der polnischen Firma Gerlach für die Truppe gefertigt wurde.



    Soweit mir bekannt ist, ist das WZ.98 insbesondere bei den Fallis und bei GROM weiterhin in Gebrauch, und zwar in den Versionen WZ.98 Z mit anderthalbfacher Schneide und Rückensäge sowie WZ.98 A als Sturmdolch. Ich hab beide Versionen hier schon häufiger mal gezeigt....


    Ergänzt wurde das durch das kleine "OSA", das ursprünglich von Igor Skrilev als Backup und Überlebensmesser für russische Einheiten entwickelt und dort eingesetzt wurde, jedoch als Gerlach OSA und im polnischen SE-Einsatz mehr Bekanntheit erlangte...


    Die Messer sind einfach, aber durchdacht.
    Ich mag meine sehr.

    Einmal editiert, zuletzt von Micha M. ()

  • Da im Zusammenhang mit dem WZ. 55 schon erwähnt hier das NR 40. Dieses soll wohl in den vierziger Jahren bei der „Roten Armee“ eingeführt worden sein. Das NR steht übrigens für, Messer für Aufklärer. Das Messer wurde aber mit Sicherheit auch von anderen Einheiten genutzt, siehe „Schwarzmesserdivision“. Meines wurde mir als Original verkauft, allerdings passt die Parierstange nicht wirklich. Standardmäßig schaut die Parierstange wie beim WZ. 55 aus. Darunter das WZ. 55 und das VO-7 als direkte Nachfahren dieses Messers und ganz unten eine zeitgenössische Interpretation von Zlatoust.
    Belege fand ich bei: Zbigniew Gwozdz „Noze Wojska Polskiego“ erschienen bei Wydawnictwo NapoleonV & Zbigniew Gwozdz, Oswiecim 2016, Wszelkie Prawa Zastrzezone


    andre






    Einmal editiert, zuletzt von andre ()

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