Shivworks Barracuda und andere "neutrale" REKs - Einladung zur Diskussion!

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    REKs stehen derzeit hoch im Kurs bzw. im Interesse - und zu folgender Frage interessiert mich Eure Meinung und/oder Erfahrung wirklich!:


    Beschränken wir uns bei unseren Ausführungen mal auf den zivilen Part der Möglichkeiten. Der Kundige kann sich dann ergänzend ja gern seinen Teil denken....


    Jedenfalls ist so ein REK ja dafür erdacht, entweder in der Haltung Forward/Edge up oder Reverse/Edge in für Schneidarbeiten verwendet zu werden, eben z.B. als Boxcutter, Rettungsmesser zum Gurt- oder Kleidungschneiden, zum Zerteilen von Brödeln (nicht nur für Mett, aber auch...) oder Äpfeln. In den meisten Fällen überlegt man sich einen Einsatzbereich und eine dazu in Frage kommende Anwendungstechnik und gestaltet dann ein Messer vernünftigerweise so, daß es Zweck und Weg durch seine Gestaltung möglichst gut unterstützt. Leider kommt zunehmend noch hinzu, daß man ggf. auch so gestaltet, daß rechtliche Restriktionen - so unsinnig sie in den meisten Fällen auch sind - ggf. eben beachtet werden, um das Messer möglichst flächendeckend und oft verfügbar zu machen...


    Bei den meisten REK hat das dazu geführt, daß man relativ kleine Formate gewählt und die Form der Klinge so gestaltet hat, daß sie im ziehenden Schnitt möglichst wirksam ist, eben oft durch leicht aufwärts/einwärts gebogene Klinge.

    Und vor allem war der Griff meist so gestaltet, daß er erstens auch im kleinen Format möglichst definiert und verlustsicher in der Hand lag....ist ja auch fatal, wenn der kleine Freund entgleitet und im Rosmarin verschwindet, das gibt Verdruß...Also hat man solche Griffe konturiert, mit tiefen Fingermulden oder mit hakenförmigen Knäufen am Ende versehen usw.

    Und man hat solche Griffe gebogen und oder geneigt zur Klinge, um eine Haltung zu erzielen, die die Klinge optimal zur Wirkung bringen kann.

    Das erzielt insgesamt dann eine sehr spezifische Konturierung, die insbesondere oft auch erschwert bis verhindert, das Messer bedarfsweise einfach in der Hand zu drehen und wie ein konventionelles Messer zu verwenden. Klassische REKs sind meist primär bis ausschließlich eben REKs.


    Mit dem Barracuda geht SouthNarc nun ganz bewußt einen anderen Weg. Ich nenne diese unkonturierte und sozusagen "seitenwahlfreie" Form für mich selbst gern "neutral". Beim Barracuda ist die Klinge wirklich "neutral", der Griff weitestgehend auch, bis auf den kleinen Haken am Ende, der aber auch "falsch herum" nicht stört. Zudem kann man bedarfsweise die Klinge Edge up oder konventionell verbauen.


    Man kann nun die Meinung haben, das ergebe nicht mehr soviel definierten sicheren Sitz in der Hand und weniger bauliche Unterstützung für ein maximales Erzielen der Wirkleistung der Klinge. Und hat man dann im Endergebnis einfach auch nur einen kleinen Dreizöller, den man mal so, mal so in der Hand drehen kann.

    Und da komme ich dann ins Grübeln....

    Das gibts ja schon reihenweise bei den verschiedensten Modellen, und das z.T. dann auch noch für erheblich weniger Geld und zudem mit dem Vorteil, da mit einem ganz "normalen" Messer herumzulaufen und vielleicht weniger Mißtrauen zu erregen, wer weiß schon in unseren hysterischen Zeiten...

    ich hab oben mal nur wenige Beispiele danebengelegt, ein erster schneller Griff ins Regal für den Verleich...es gibt viel mehr...

    Und selbst durch Neigung oder sonstige Formung etwas weniger "neutrale" Griffe weichen dann am Ende in der Hand vom Barracude weniger ab als z.B. vom Station9 No.16....So ein kleines Peltonen liegt dann auch Edge up ebenso gut in der Hand wie das Barracuda...


    WAS kauft man dann also mit dem Messer? Den Nimbus von SouthNarc? Echte ergonomische Vorteile? Die Idee?

    Zumindest letzteres ist ja keineswegs neu! Daß´man auch "neutral" geformte Messer bedarfsweise eben auch in der Hand drehen bzw. von Beginn an Edge up verwenden kann, ist ja keineswegs neu, man denke an deas russische NR-40 oder das ER C.N. 1....


    Daher meine Frage an Euch: Sehr Ihr Vorteile? Wie bewährt sich das Messer bei Euch? Macht es in dieser Gestaltung und für diesen Kurs für Euch als "neutrales" REK Sinn oder ist es ein REK für Leute, die eigentlich keins wollen und ein normales kleines Messer mit Nimbus gesucht haben?


    Meine eigene Meinungsbildung ist nicht abgeschlossen, heute ist es in meinem EDC, und ich hab den Kauf eher nicht bereut...Und Ihr??

  • Danke für die schöne Zusammenfassung und die Gedanken, Micha.

    Ich persönlich mag REKs einfach und gehe gerne damit um. Ich trainiere ab und an damit und befummel sie eben gerne.

    Neben den üblichen Verdächtigen befindet sich das Barracuda auch in meinem Bestand. Nicht, weil es ein wahnsinns REK ist, sondern weil das Gesamtpaket und das Konzept passen. Ich fand es einfach spannend, ein vielseitiges Messer zu haben, das AUCH ein REK sein kann - aber nicht muss. Außerdem hatte ich von Anfang an vor, mir selbst Griffschalen dafür zu machen. Durch den symmetrischen Erl und die einfache Angel lädt es förmlich zum basteln ein.

    Am Ende könnte man also sagen, dass mich die Vielseitigkeit und die Konstruktion beim Barracuda überzeugt haben. Reine REKs gibt es "bessere".

    two is one - one is none

  • Bin gerade am überlegen auch auf diesen Hype aufzuspringen, habe die letzten Tage zu viele Videos von Shivworks bzw. SouthNarc gesehen. Dadurch hat sich für mich aber auch erst wirklich der Grund für diese Klingenform erschlossen. Kann aber also noch nicht wirklich etwas beitragen. Aber viele Dank für eure Beiträge und Erfahrungen.

  • Ich kann solche Messer nicht variabel Einsetzen. Die Haltung ist eingeschränkt durch Griff und Klinge. Für diese spezielle Haltung/Arbeitsweise gut. Sobald sich die Handhabung beim Arbeiten ändert sind die Nachteile dieses Designs zu spüren.

    Ich bevorzuge Symetrie. Damit sind alle Arbeitsweisen möglich. Abstriche müssen gegnüber speziellen Designs gemacht werden. Im Gesamten bin Ich mit Symetrie flexibler.

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    Ich investiere in Stahl und Licht

  • Ich bevorzuge Symetrie

    Das ist beim Barracuda der springende Punkt. Es ist vollkommen symmetrisch, bis auf den Haken, der auf REK vormontiert ist. Mich persönlich stört er nicht, egal wie rum ich greife, er ist eben ein Indikator bei intuitivem Einsatz, auf welcher Seite die Schneide ist. Ich mag das Messer sehr.

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    Bei REK ist es generell so, dass je ausgeprägter die Formgebung, desto festgelegter die Griffposition und die Ausrichtung der Schneide. Je neutraler der Griff, desto variabler die Möglichkeit ein Messer als REK einzusetzen.

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    da ich gerade nichts zur Hand habe greife ich mal auf Archivbilder zurück.


    Bei Gelegenheit reiche ich dann noch was nach...

    Hoschferatu - Argentonaut - STANoholic - Spyderman - Termitologe

  • Ps: Hilfreich bei REK ist imho auch ein ausgeprägtes Ricasso, weil man dann eine Daumenauflage hat. Beginnt die Schneide direkt am Griffabschluss, muss man vorsichtiger sein.

    Hoschferatu - Argentonaut - STANoholic - Spyderman - Termitologe

  • Soweit ich mich erinnere sagen sowohl Southnarc als auch Ed Calderon, dass für die Methode kein spezielles design benötigt wird- Zumindest im Fall von Southnarc gab es aber wohl eine hohe Nachfrage der eigenen community.


    Ed Calderon sagt laut eigener Aussage den Teilnehmern seiner Seminare, sie sollen keines seiner Messer kaufen. Ganz früher war sein Rat noch "Carry a small, non tactical looking folding knife", das gilt mMn immer noch, aber ist natürlich weniger cool, bin ich ehrlich ^^


    Die kurze Klinge des Elvia kommt von einer Daumenregel: ist die Klinge so lang wie der ausgestreckte Daumen soll Sie groß genug sein, um Ihren Zweck zufriedenstellend zu erledigen. Ind da ja auch viele Nachahmer aufploppten, orientierten sich wohl viele daran.


    Ich muss allerdings eine Lanze für das Elvia brechen: Anfangs, fand ich es einfach innovativ und interessant, tactical fad, aber die Kopis Version ist mittlerweile quasi angewachsen.


    Die Kombination aus geringem Gewicht, der dünnen Klinge, die wie ein Laser schneidet und wie es sich IWB trägt ist für mich unschlagbar. Und nach etwas Gewöhnungszeit mit diesem Messertyp, war ich baff, was man damit alles anstellen kann, wenn man nicht gerade undercover die Welt rettet oder so ❤️


    Nach über 30 Jahren Messern bleibt nur eine kleine hall of fame, und das Kopis L-Via ist tatsächlich meine Nummer eins für meine (urbanen) Bedürfnisse.


    Sry für das Buch 🤐

  • Ich muss allerdings eine Lanze für das Elvia brechen: Anfangs, fand ich es einfach innovativ und interessant, tactical fad, aber die Kopis Version ist mittlerweile quasi angewachsen.


    Die Kombination aus geringem Gewicht, der dünnen Klinge, die wie ein Laser schneidet und wie es sich IWB trägt ist für mich unschlagbar. Und nach etwas Gewöhnungszeit mit diesem Messertyp, war ich baff, was man damit alles anstellen kann, wenn man nicht gerade undercover die Welt rettet oder so ❤️

    Da geh ich voll mit. Das aufgebohrte Vic ist als Daily einfach unschlagbar.

    People are tribal. The more settled things are, the bigger the tribes can be. The churn comes, and the tribes get small again.
    IG: @mgph.edc

  • An sich sind die Teile cool, bringen allerdings eine zusätzliche Variable sowohl in Anwendung als auch Muskelgedächtnis.

    Wenn ein REK dann sollte man wohl immer ein REK führen finde ich.


    Die Gefahr im Stress z.b den Daumen auf den Rücken zu legen oder den oft stumpfen Rücken zum schneiden verwenden zu wollen, was man ja normal bei Messern machen kann, ist relativ hoch wenn man immer wieder mit traditionell ausgerichteten Messern hin und her wechselt.


    Ein neutrales Messer wie ein Nealy, CS Secret Edge, das Barracuda, Eickhorn SEK2 oder ein Obake als REK zu verwenden macht da imho mehr Sinn.


    Wobei hier bei einem Neutralen Griff auch die Gefahr besteht die Klinge falsch auszurichten.


    Optimal für mich sind Messer mit relativ neutralen Griffen die sich blind orientieren lassen.

    Zb civivi Tamashii, Tops Mini Sere, Spyderco Aqua Salt oder Microtech socom alpha mini.


    Alles nur meine persönliche Meinung

    -CONCEALED CARRY-

  • Nachtrag:


    Die gebogene Formgebung kommt auch nicht ganz von ungefähr: Zum einen soll sie (zumindest im Fall der "originalen" Elvia desings) die Spitze auf Linie mit dem Griff bringen, aber dennoch ein Hawkbill sein. Es ist primär zum Schneiden konzipiert.


    Wenn man beispielsweise ein hängendes Stück Fleisch bearbeiten möchte, wird u.A. empfohlen, erst die Klinge zu versenken (Orientierung der Spitze eher Richtung Boden), dann die andere Hand unterstützend auf die Messerhand zu legen und sich "fallen zu lassen" um die Schwerkraft die Arbeit machen zu lassen. Es ist also durchaus etwas Überlegung zu erkennen und größere Klingen würden nicht unbedingt viel effektiver sein, ich finde Hawkbills über 7cm werden vom Handling her merkwürdig .


    Viele Interpretationen scheinen das Konzept nicht zu beherzigen, da ist die Spitze an allen möglichen Positionen.


    Das Perrin Fruitknife ist z.B. nicht so gestaltet, hier hat man wohl vor allem den ziehenden Schnitt im Sinn gehabt. Die Messer, die im Rahmen von Libre entstanden sind, sind primär eher gerade gestaltet und auch dort wird der Fokus hauptsächlich auf edge in gelegt.


    Es sind wahrscheinlich wie immer Nuancen, wenn man dann noch beachtet, dass es mittlerweile Kreationen von Ed Calderon in nahezu JEDER Klingenform gibt, lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass das Meiste nicht kriegsentscheidend ist. Aus dem Gedächtnisprotokoll sagte Scott Babb "If its sharp enough to cut, pointy enough to stab and won't break, I'm pretty happy". Und da wird er wohl Recht haben.


    Das von tactical99 gezeigte Obake ist übrigens von Ed empfohlen worden, auch das Crkt Heiho und andere.

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