Griff-Stabilität mit Kleber erhöhen?

  • Das verlinkte Video soll keine Diskussion über die Sinnhaftigkeit solcher Tests starten (gibt es schon zig mal), sondern die Frage beantworten, ob Aussparungen in Griffen generell durch den Einsatz von Epoxiharz oder geeigneten Klebern die Stabilität nachhaltig erhöhen können. Es gibt einige Videos auf YouTube wo man sieht, dass bei einem härteren Gebrauch Fulltangs, die aus Gewichtersparnisgründen wenig bis maximal skelettiert wurden, zu einer Bruchstelle werden.


    Siehe beispielsweise hier bei Minute 9:40

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    Folgende Fragen:


    1.würde ein Ausfüllen der skelettierten Stellen mit einem harten Kleber (zB. Epoxiharz) die Stabilität tatsächlich erhöhen, oder würde der Stahl plus minus gleich brechen aber durch den Kleber (noch/vorübergehend?) zusammengehalten?


    2. CPM-20CV hat eine Belastbarkeit von 3,5/10; CPM-3V 9/10, also mehr als das Doppelte. Könnte ein robusterer Stahl bei der selben Griffgeometrie die selbe Misshandlung überstehen?


    https://www.bladehq.com/blog/comparing-steels?srsltid=AfmBOoq8CP59XHvW53hkqFWvYa7bf8gTz9NwYaGMQ9H7VsNFN_sCZ7lF


    3. es kommt vor allem auf die Art der Skelettierung an, siehe zB. das G.E.K, das einen starken Außenrahmen hat.

    G.E.K. Classic
    Die Urversion des Böker German Expedition Knife von Tony Lennartz ist eine Ikone im Bereich Survivalmesser und besticht vor allem durch ihre…
    www.boker.de

  • Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen dass der Epoxidharzkleber keine nennenswerte Stabilisierung bewirkt. Die Zugfestigkeit vom Epoxidharz liegt bei etwa 80 MPa wobei selbst ungehärteter S235 Baustahl bei ca 370 MPa liegt. Zudem ist das Harz bei einer Ausfüllung eines beidseitig offenen Hohlraumes nur so stark wie die Haftung mit dem Material ist, es könnte so sonst auch einfach seitlich herausbrechen.


    Meiner Meinung nach kommt es bei solchen Skelettierungen genau aufs richtige Zusammenspiel aus einem nicht zu weichem aber auch nicht zu fragilen Klingenstahl und vor allem auf eine gute punktuelle Härtung der Klinge ohne Verspannungen in anderen Bereichen des Messers an.

    Das ist bisweilen recht schwierig.


    Da werden dann eben Fehler offenbart die bei einer Vollkonstruktion wohl nie ausgefallen wären.

  • Gelernter Metallbauer hier. Wenn Du die Zwischenräume (mal das G.E.K als Beispiel) mit Epoxid ausfüllst, hat das exakt gar keinen Einfluß auf die Stabilität. Wenn Du die einwirkende Kraft so hoch ist, das der Stahl bricht, dann verformt sich auch das Epoxid. Wenn wirklich alle Hohlräume ausgegossen werden, dann erhöht sich lediglich die Stabilität gegenüber der Torsionskraft; es wird also verwindungssteifer, allerdings auch nur rein rechnerisch.

    Beim G.E.K zum Beispiel würde bei starker Torsion eher die Klinge brechen, als der Griff, da er "mehr Material enthält". Wenn man will das es am Griff bricht, dann muss der Drehpunkt an der schwächsten Stelle des Griffes sein, damit genau dort die Biegekraft einwirken kann. Und wenn Du mal so viel Kraft aufbringst, dann spielt die Druckfestigkeit von Epoxid auch keine Rolle mehr. Wenn man die skelettierten Teile wirklich stabilisieren will, geh zu einem Metallbauer und lass dort ein Stück Metall einschweißen. Alles andere beruhigt nur das Gewissen.

    Man kann ausnahmslos jedes Messer zerstören, da irgendwann die spezifischen Grenzen jedes Metalls überschritten werden. In Bayern sagt man "Mit Gewalt hebt man eine Goaß (Ziege) hinten umme".

    If you fall, i'll be here
    --Ground

  • Es gibt doch für alles Kleber. Ich hatte mal das Becken eines überhängenden Brunnens aus Stein geklebt, hält nun schon 20 Jahre. Der Vertreter hatte mir mal erzählt, er hat damit die Antriebswelle von einem Bus geklebt, soll angeblich auch gehalten haben. Könnte man mit soetwas nicht die Hohlräume ausfüllen?

  • Der Griff ist doch das was eher nie bricht, warum sollte man den verstärken?

    Dann eher ein Flacheisen oben auf die Klinge....

    Der Kleber hieß JB weld?

  • Es gibt doch für alles Kleber. Ich hatte mal das Becken eines überhängenden Brunnens aus Stein geklebt, hält nun schon 20 Jahre. Der Vertreter hatte mir mal erzählt, er hat damit die Antriebswelle von einem Bus geklebt, soll angeblich auch gehalten haben. Könnte man mit soetwas nicht die Hohlräume ausfüllen?

    Dann kleb es einfach und fühl Dich besser.

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