Ja, es ist alles genannt worden. Bei Rüdiger Nehbergs Buch Survival steht ja auch alles, wenn der´s nicht weiss wer dann?
Aber Du hast gefragt, ich werde Dir auch eine Antwort geben. Ich halte mich jetzt nicht auf mit Schlafsack, Rucksack, Zelt oder so weiter, das hängt von jedem Einzelnen ab. Es geht ja nur um diese Suvivalkiste.
Ich beschränke mich auf die einfachsten Sachen, Marsch abseits aller Routen durch gemischtes Gebiet (keine Winterbedingungen, Saharadurchquerungen oder wochenlange Bootstouren über den Stillen Ozean) mit einheimischer Bevölkerung. Als erstes was hier ja immer das größte Kopfzerbrechen macht, was für ein Messer. Am besten gar keins, damit meine ich gar keins mitnehmen. Die Fluggesellschaften laufen Amok wenn sie ein so ein Teil beim Durchleuchten deines Gepäcks finden. Das Messer wird am Zielort gekauft, für wenig Geld. Erstens hat jeder dort so ein Teil (es ist keiner neidisch auf das Messer, es sind schon Jungs wegen weniger nicht mehr nach Hause gekommen) und zweitens steht dort nicht irgendwo USA oder sonst etwas drauf. Glaub mir, je nachdem wo Du dich bewegst kommst Du in Teufelsküche wenn jemand irgendein Ausrüstungsteil mit dieser Herstellungsbezeichnung sieht. Medikamente werden vor Ort besorgt, dann braucht man sie auch nicht dorthin zu schleppen, zudem bekommst Du in diesen Ländern in denen man noch Abenteuer erleben kann das ganze Spektrum an Medikamenten die Du hier garantiert nicht bekommst. Hygiene wie Seife oder ähnliches fällt aus, die Jungs mit denen man unterwegs ist waschen sich auch nur sporadisch, also ist das egal. Feuer ist oft sehr nützlich, Einwegfeuerzeuge lassen sich am Zielort besorgen. Desweiteren kauf Dir dort auch eine Nagelschere, es lachen alle immer wieder wenn man das macht, aber es ist nichts abseits der Zivilisation so hinderlich wie ein eingerissener Fingernagel und Du kannst Dir damit den Schnurrbart kürzen, damit Du den Frass den Du manchmal vorgesetzt bekommst nicht noch abends unter der Nase hängen hast. Du brauchst keine tausend kleinen Artikel die für irgendwelche Eventualitäten die man sich zuhause am Kaminfeuer ausmalt mitzuschleppen. Mach es so einfach wie möglich, der Mann/Frau selbst überlebt, da hilft kein Survivalpaket in einer noch so schönen taktischen Umhängetasche (die nimmt Dir der erste Räuber ab um seine Zwiebeln zu transportieren und komm mir jetzt bloss keiner damit "Die soll er mir erst mal abnehmen", die machen das ganz einfach und Du wirst dich dann zum Beispiel im pakistanischen Hinterland glücklich schätzen nicht ohne Zähne und nur noch bekleidet mit deiner Unterhose von vielleicht ab und zu patrollierenden regulären Streifkräften gefunden zu werden). Hier zuhause im Wald, das ist nicht der Hindukusch. Aber ich schweife ab, mach es bei der Zusammenstellung wie ein alter englischer Expeditionsreisender es einmal vorgeschlagen hat. Leg das auf einen Haufen was Du mitnehmen willst, dann wirst Du aus diesem Haufen das herausfischen was Du unbedingt mitnehmen möchtest. Aus diesem weitaus kleineren Haufen suchst Du das aus was Du für unbedingt überlebensnotwendig ansiehst. Das ist dann das Doppelte von dem was Du brauchst. Ich weiss, ich habe Dir jetzt nichts von ausgeklügelten Transportsystemen erzählt, auch nichts von taktischer Survivalausrüstung, aber eines kann ich Dir wenigstens sagen, die paar Sachen von denen ich gesprochen habe, die habe ich wenigstens selbst erlebt (mir hat auch kein Räuber irgendetwas abgenommen, ich hatte nämlich immer genausowenig wie der) und ich bin wie Du hier lesen kannst immer noch da. Ich ging jetzt davon aus dass man sich wie gesagt irgendwo abseits der Zivilisation bewegt und dort auch Einheimische trifft. Wenn ich die Wahl hätte zwischen einem ausgeklügelten Survivalpaket verteilt auf irgendwelche Transportsysteme (die Transportsysteme werden uns ja nur verkauft damit wir sie mit diesen ausgeklügelten Sachen wieder füllen müssen) und hundert Kugelschreibern, seid mir bitte nicht böse, ich würde die hundert Kugelschreiber nehmen, die bringen mich bei den Einheimischen weiter als irgendwelche noch so guten Ausrüstungsteile. Diese Leute gewähren nämlich Unterkunft und Essen, das ist alles was man erwarten kann und ein Kugelschreiber ist in solchen Gegenden ein Statussymbol, auch wenn keiner schreiben kann. Zudem kann ich nur empfehlen wie Herr Nehberg schon anführte ein paar Zaubertricks zu können oder Mundharmonika zu spielen (natürlich nicht die amerkanische Nationalhymne). Einem lustigen Menschen vertraut man eher als jemanden der mit olivfarbenen Taschen und einem dicken Einsatzmesser durch die Gegend läuft. Ich hoffe mein pragmatischer Vortrag hat nicht allzusehr gelangweilt, ich bin mir natürlich darüber im Klaren dass das alles nur Geplapper war und man nur mit den entsprechenden Survivalutensilien durchkommt, aber ich würde trotzdem lieber hundert Kugelschreiber mitnehmen.
Viele Grüße und ein immer gesundes Nachhausekommen
Roman