hallo Martin (ich schreib mal hier die Antwort hin anstatt Martin eine PN zu schicken, es können ja alle mitlesen),
deinen Ausführungen zu widersprechen wäre pure Anmaßung, sind sie doch alle richtig.
Ich würde jetzt gern mein Tun als wenigstens halbrichtig hinstellen, aber damit würde ich der Metallurgie entgegentreten die sich ja bekanntlich nicht irrt, genausowenig wie die Physik.
Aber auch dort gibt es Nischen, wenn auch ganz kleine, wo die Gesetzmäßigkeiten zwar nicht umgangen, aber vielleicht ein bißchen milder gestimmt werden können.
Unser Stahl von dem wir sprechen ist ein richtiger Brocken, mit seinen Legierungen ist er zwar im nicht weichgeglühten Zustand nur schwer zu bearbeiten, aber weichgeglüht kann man ihm gut zu Leibe rücken.
Die großen Karbide die er hat kann man bekannterweise durch keine Wärmebehandlung irgendwie kleiner machen, sie sind einfach drin, da hilft auch kein Tiefkühlen. Allerdings ist durch das Tiefkühlen der Restaustenit zu vermindern und eine noch höhere Härte zu erreichen, so habe ich es wenigstens dunkel in Erinnerung.
Was das Härten an der Luft betrifft, auch wieder richtig, aufgrund der massiven Legierung in unserem Stahl härtet er vermutlich schon wenn man ihn anhustet.
Dann muß ich leider noch Abbitte tun, meine Ausführungen waren dahingehend nicht erschöpfend was die Härtetemperatur betraf.
Die Härtetemperatur muß ich anhand der Glühfarbe mit einem Rest Tageslicht beurteilen, es war vermutlich mehr Richtung 1000 Grad als ein bisschen über 900 Grad, die Haltezeit kann ich beim besten Willen nicht sagen, vielleicht ein paar Minuten wenn überhaupt.
Übermäßig Restaustenit schließe ich einfach mal aus, die Härte würde ich als befriedigend bezeichnen.
Ich weiß, das ist alles irgendwie nicht wissentschaftlich, aber es ist mir doch wenigstens gelungen die Klingen ausreichend zu härten ohne sie zu verzundern oder zu verbrennen. Daß sie am Rücken weicher sind als an der Schneide ist eigentlich nicht möglich, vielleicht hat sich Robert getäuscht.
Was das Härten im Schmiedefeuer betrifft, vielleicht habe ich den Zustand getroffen daß die Klingen leicht, aber schnell zu sehr erwärmt worden sind, so können Klingen bessere Leistung zeigen als bei einer geregelten Thermoanlage (das ist schon gar nicht von mir, hab ich abgekäst).
Viele Grüße
Roman
PS: Mit dem Lehm hast Du auch Recht, den habe ich wegen der Entkohlung darauf belassen. So, das wars aber Martin, wenn ich noch was zu dem Härten schreiben muss, ich glaube dann muss ich wirklich etwas zurecht stottern, wobei ich mich hiermit schon schwer getan habe. Ich wollte eigentlich nur Robert die Klingen härten.