da sich bis jetzt keiner zu Wort gemeldet hat versuche ich mich mal ein bißchen an dieser Damaststahlgeschichte
Ich muss allerdings vorausschicken, meine bescheidenen Erfahrungen gipfeln nur im Verschweißen von Eisen und nicht korrosionsfesten Klingenstahl, Chromstähle habe ich noch nicht verschweißt.
Der Schweißvorgang beim Schweiß-Verbundstahl ist ein das Material stark belastender Fertigungsschritt, normal schmiedet man die Stähle in dem für sie vorgesehenen Temperaturfenster, beim Schweißen allerdings erhitzt man das Material bis an den "teigigen" Zustand, der sich in einen weit höheren Temperaturbereich erstreckt (ich lasse jetzt einmal die Möglichkeit des Schweißens mit niedriger Temperatur, die Mustersteuerung und alles was man richtig machen muß und falsch machen kann außer Acht, sonst wird das hier der Entwurf von -Krieg und Frieden-)
Im Anschluß wird das erhitzte Paket mit dem Hammer auf dem Amboss zusammengefügt, das ist die eigentliche Presssschweißung, die älteste Art Metall miteinander zu verschweißen.
Im Anschluß wird das verschweißte Paket auf Schiene gestreckt, dann entweder geteilt und wieder verschweißt oder unmittelbar verwendet. Das Strecken auf eine Schiene, das ist leider das Problem bei dieser ganzen Sache, durch den Schweißvorgang wird das Metall sehr verstockt und zäh und wenn man keinen mechanischen Hammer hat ist das eine Arbeit für einen geduldigen Schmied.
Jetzt könnte man viele Zitate von berühmten Männern und Gelehrten des Stahls hier aufführen, aber ich versuche es mal mit eigenen Worten zu erklären was passiert. Durch das Erhitzen und das Schweißen kommt es zur Kohlenstoffwanderung, andere Legierungen können natürlich auch wandern, mal schnell oder langsam. Das ist eine Sache die von vielen Faktoren abhängt, vor allem welches Material benutzt wird, in welchem Maß welche Legierungen enthalten sind, die Höhe und Dauer der Temperatur usw. Wenn man sich das alles besieht ist es ohnehin fast ein Wunder daß dabei überhaupt etwas brauchbares herauskommt, vielleicht darf man einfach nicht daran denken was alles schief gehen kann.
Das Verschweißen zweier Chromstähle (ich zähle jetzt einfach mal 1.2379 mit dazu) ist wieder etwas anderes. Wenn man schon darauf achtet die Kontaktflächen der zu verschweißenden Metalle, wenn es sich wie gesagt um Eisen und nicht korrosionsfesten Messerstahl handelt, sauber zuzurichten, so ist das bei den Stählen wie 1.2379 und CM154 noch penibler zu machen. Die Kontaktfächen müssen absolut sauber sein, ein Fingerabdruck kann schon zu Fehlern bei der Schweißung führen. Es ist zwar möglich das Erhitzen in einem Schmiedefeuer durchzuführen, allerdings muß man dafür sorgen daß keinerlei Sauerstoff an die Kontaktflächen im Paket kommt. Man müßte das Paket von außen perfekt zuschweißen oder in einer Schutzgasatmosphäre erhitzen, ansonsten besteht die große Gefahr der Chromoxydbildung was eine Schweißung unmöglich macht.
Inwieweit es bei den genannten Stählen zu einem "Wandern" der Legierungsbestandteile kommt kann ich beim besten Willen nicht sagen, die sicherste Lösung wäre die Überprüfung von Proben.
Es wird wohl, ich lehne mich einfach mal aus dem vielbesagten Fenster, bei den genannten Stählen nicht zu einem Ergebnis wie einem "Superstahl" kommen, es ist durchaus denkbar daß durch das Schweißen beim Endprodukt ein Schweißverbundstahl entsteht der die mittleren Werte beider Stähle zeigt, was aber bei der Qualität der beiden Stähle immer noch ausreicht um eine formidable Klinge zu bekommen.
Was das Muster betrifft, ich kann jetzt natürlich total falsch liegen, aber es sieht zumindest für mich nach einer einzigen Schweißung aus. Wenn man die erforderliche Anzahl von Stahlschienen übereinander stapelt, diese dann verschweißt und das entstandene Schweißpaket mit nicht zu tiefen Bohrungen versieht und dann ausschmiedet, dann entstehen diese runden Musterungen.
Es tut mir leid daß ich nicht die Erfahrungswerte meines Namensvetters oder eines Stahlprofis habe, aber wenn keiner auf deine Frage antwortet, hab ich es wenigstens versucht.
Viele Grüße
Roman
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