Beiträge von juchten

    Du hast alles richtig verstanden. Es fällt mir einfach leichter so, vor allem geht alles in einem Abwasch. Die rohe Klinge wird einfach weiterhin im Schraubstock belassen und anstatt der Feile kommt dann der Schleifstein. Wenn ich ein fertiges Messer schärfen muß spanne ich ein rechtwinkliges Brett in den Schraubstock, wickle den Griff des Messers mit Leder ein und spanne es dann mit einer Schraubzwinge ein, bei empfindlichen Griffen nehme ich natürlich keine Schraubzwinge sondern Bänder aus abgenutzten Fahrradschläuchen, die halten das Messer auch bombenfest und machen keine Macken in die Griffe.


    Was das Schärfen an sich betrifft, es geht einfach gut. Man hält sich einfach nur daran daß man bei guten Messern Zeit investiert und bei denen die wirklich arbeiten müssen schnell arbeitet, so bleiben Kratzer bei den guten Messern sehr selten und bei den anderen ist es ohnehin egal.
    Ich hab mal ein paar Bilder gemacht damit Du siehst wovon ich schreibe. Hier sieht man das eingespannte Brett und links auf der Werkband eine Kiste mit den unterschiedlichen Steinen.
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    So sieht dann einer der Schruppsteine aus, als Vergleich habe ich mal einen japanischen Bankstein dazugelegt.
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    Übrigens, so ein Brett ist immer dienlich, man kann auf ihm die ganzen Lehmschmierereien für eine selektive Härtung machen, eine Flasche Bier draufstellen und wenns mal kaputt ist, dann gibts noch Feuerholz ab, man braucht es auch nicht aus siebzig Jahre abelagertem Magnolienholz zu machen, ein paar Fichtenbretter tuns auch, vor allem geben die Augen kein Wasser wenn man es mal mit einer Stahlbürste säubert.
    Viele Grüße
    Roman


    PS: Wenns auf meiner Werkbank nicht so aussieht wie bei einem Pendanten bitte ich um Nachsehen, alles was da liegt wird benötigt, manches eben nur nicht jeden Tag.

    mir spukt auch so ein Teil wie eine Tormek oder Scheppach im Kopf herum. Vor allem ist dann das Schärfen keine so lange Geschichte, speziell was einen neuen Grundschliff anbelangt. Mal sehen, vielleicht?


    Bis dahin halte ich es wie immer. Zuerst wird das Messer fest eingespannt, dann wird der Grundschliff mit einem einfachen gut gewässerten Sensenwetzstein eingerichtet, dann macht der belgische Brocken den Rest. Ich weiß, das ist alles viel zu einfach und zu billig, aber sag mir keiner was von billig, ich habe auch eine Batterie von diesen japanischen Natursteinen herumstehen, dann Schruppsteine die fast 30 pfund wiegen und und und...... ich vergaß, eine ganze Kiste mit Poliersteinen, aber das Endresultat ist einfach oft der Sensenwetzstein (er ist einfach gut, billig, trägt auch bei harten Stählen schnell und ausreichend ab und liegt gut in der Hand), den Feinschliff besorgt dann wie gesagt ein belgischer Brocken. Der Abschluß macht das Leder.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Was die Preise betrifft, ein Sensenwetzstein kostet so um die 3 Euro, ein kleiner belgischer Brocken so um die 20 bis 30 Euro.

    der Arkansas ist bestimmt eine gute Wahl, allerdings ist er ein Ölstein, mit Wasser zieht er nicht halb so gut.


    Ansonsten halte ich es wie Robert, der belgische Brocken ist nach wie vor der Universalstein. Ich habe auch große japanische Banksteine und künstliche aus Japan, allesamt zwar hervorragende Steine, aber irgendwie passen sie nicht immer auf jede Klinge. Manche Klingen lassen sich damit hervorragend schleifen, andere kommen irgendwie "nicht in die Gänge".


    Wenn man die Klingen allerdings mit einem ganz normalen Sensenwetzstein vorschleift und mit einem belgischen Brocken fein schleift ist das Ergebnis immer hervorragend. Man kann sich auch zwei Sensenwetzsteine kaufen und einen mit der Flex in zwei bis drei Riemchen schneiden um sie mitzunehmen, sie ergeben zwar keine hochfeine Schneide, aber das Messer ist zumindest nicht mehr stumpf.


    Es wird ohnehin kein Weg an zwei Steinen vorbeigehen, einen neuen Grundschliff mit einem Stein feiner Körnung hinzubekommen ist eine sehr zeitraubende Arbeit. Selbst ein 400er Naturstein japanischer Herkunft ist damit meist schon übefordert, aber vielleicht bin ich auch nur zu ungeduldig.


    Mit der Kombination Sensenwetzstein (oder sonst ein grober Korundstein) und einem kleinen belgischen Brocken kann meist wieder sehr schnell eine gebrauchstüchtige Schneide einrichten, vor allem sind die Kosten dann auf ein Minimum beschränkt, ein Sensenstein kostet rund 3 Euro, ein kleiner belgischer Brocken liegt ungefähr bei cirka 20 Euro.


    Viele Grüße


    Roman

    ohje, das hört sich wirklich alles mehr als übel an. An mir ist noch alles dran und ich habe noch cirka 28 Zähne im Mund (plus 4 gr Gold im linken Unterkiefer, falls mich mal jemand ausgräbt bitte daran denken).


    Ansonsten werde ich einen Teufel tun und hier alle Dummheiten aufzählen die mir schon passiert sind, das gäbe ja Gelächter daß ich bis hierhin hören würde.


    Machen wir es mal so, ich zähle einfach ein paar Sachen auf die man achten könnte.


    -Standbohrmaschinen sind wundersame Maschinen, ihre Prodkukte in Form von Spänen schneiden tadellos in unvorsichtige Finger,


    -Standbohrmaschinen setzen selbst bei gut 20 pfund schweren nicht festgeschraubten Maschinenschraubstöcken die Naturgesetze außer Kraft, sie können wirklich fliegen, zwar nicht weit, aber sie können es,


    -alte Bohrmaschinen haben keine Sicherheitskupplung, sie reißen wirklich Stahlschienen aus einem Schraubstock und lassen diese ihr böses Werk tun,


    -es ist zwar kaum glaubhaft, aber Winkelschleifer leben, aber sind beseelt mit einem abgrundtiefen Haß auf alles organische, auch Splitter die man nicht spürt verhelfen einem zu Augenarztbesuchen (inklusiv dem Herausfräsen der Rostbestandteile aus der Hornhaut, ja, ich habe sogar drei Schutzbrillen und trage sie für gewöhnlich, für gewöhnlich),


    -ein Amboß ist ein guter Geselle, aber wenn man ihn aus Versehen mit einem Hammer auf ihn schlägt macht man manchmal die Erfahrung wie er sich gefühlt hat als er getroffen wurde,


    -Hammerstiele sollen fest verkeilt sein, sonst ist manim Gegensatz zu dem plötzlich sehr mobilen Hammerkopf unproportional immobil, ungefähr acht Tage,


    -stumpfe Messer schneiden auch vorzüglich,


    -Blech ist keine Klinge, schneidet aber ohne zu Zucken z. B. durch einen Daumennagel,


    -wenn das Feuer in einer Schmiede brennt alles nur mit der Zange anfassen, selbst dunkelbraun scheinender Stahl hat noch cirka 550 Grad,


    -man bleibt nicht mit den Fingern an glühendem Stahl kleben, das ist ein Gerücht, es gibt zumindest keine Blasen, das Wasser aus der Blase verdampft gleichzeitig mit der Haut,


    -bei der Arbeit am Amboß nicht über dem Schmiedestück gebeugt arbeiten, eine hochkant zu bearbeitende glühende Klinge verursacht zwar so gut wie keinen Schmerz wenn sie plötzlich hochspringt und das Augenlied trifft, aber es verursacht eine häßliche Wunde, obwohl diese direkt desinfiziert ist,


    -dünne Schleifsteine brechen bei Druck sehr gern, vor allem wenn die Klinge fest eingespannt ist, das kann zu schwer erklärbaren Schnittverletzungen an der Hand führen die normal das Messer halten soll,


    -ein Ledermesser ist wahrhaft scharf, es schneidet ohne Mucken durch Fingernägel,


    -selbst die auslaufende Scheibe eines Schleifbocks macht die zehnstündige Arbeit einer Nagelfeile in einer zehntel Sekunde, allerdings an einem Nagel, ja, es brennt wie der Teufel,


    -selbst dickste Lederhandschuhe helfen nicht gegen glühenden Stahl,


    -wenn man eine Klinge im Schraubstock eingespannt hat um die Schneide zu bearbeiten sollte man das nicht vergessen wenn einem etwas von der Werkbank herunterfällt und man es wieder aufhebt, es kann zu sieben Stichen am Hinterkopf in der Notaufnahme führen,


    -wenn man sich mit einem Stechbeitel in das unterste Gelenk des Zeigefinger in der Innenhand sticht dauert es cirka 12 Jahre bis das Gefühl sich wieder einstellt.


    Ich glaube das reicht, ich hatte wenn ich das so lese eigentlich immer noch viel Glück, aber darauf soll man sich ja bekanntlich nicht verlassen.


    Viele Grüße


    Roman

    da hilft nur eins, bei der Polizei vorsprechen und mit einem Diensthundeführer reden. Vielleicht ergibt sich dann eine Möglichkeit. Mehr kann ich Dir nicht raten, schade daß Du soweit weg wohnst, hier bei uns könnte ich ein gutes Wort für dich einlegen, die Jungs trainieren regelmäßig mit den vierbeinigen Kollegen, da ließe sich bestimmt etwas einrichten.


    Viele Grüße


    Roman

    natürlich gibt es Messer die man als "Modemesser" bezeichnen kann. Und das finde ich gut, sonst würden wir ja alle noch Feuersteinklingen mit Birkenpech in aufgespaltenes Holz oder Horn einkleben (obwohl Birkenpech ein hervorragender Kleber ist und die Bruchkante von Feurstein oder Obsidian eine Schneide erzeugt gegen die jede Rasierklinge unter dem Mikroskop aussieht wie die Reliefkarte vom Westhimalaya).


    Es wird immer neue Ideen geben die das System Messer an sich neu gestalten, ich sehe dort nicht einmal ansatzweise etwas schlechtes dabei, im Gegenteil, dabei sieht man doch daß man etwas was seit Anbeginn des Menschen uns begleitet hat noch immer für etwas neues taugt.


    Es ist auch so daß die neuen Messer sich einen Platz in der Geschichte des Messers erobert haben, ob sie im Verlauf der nächsten Jahrzehnte sich behaupten können ist etwas anderes, aber darum geht es gar nicht, ein Kapitel der Messergeschichte ist ihnen sicher, egal was für ein Firmenlogo sie tragen.


    Wir werden auch immer in mehrere Lager gespalten sein, das ist einfach markttechnisch und menschlich normal, und hat nichts mit Qualität oder Aussehen zu tun. Das ist doch letztendlich das was uns die eigentliche Freude beschert, irgendwo ist doch jeder immer wieder das Kind daß sich die Nase am Schaufenster eines Spielwarengeschäfts plattdrückt, mir geht es zumindest so. Ich komme heute noch an keiner Auslage eines Geschäfts vorbei die Messer hinter Glas liegen haben ohne stehen zu bleiben oder hinein zu gehen.


    Ich bin jetzt fast fünfzig Jahre alt und Messer haben mich seit meiner Kindheit fasziniert, was ist das doch jetzt eine wundersame Zeit in der wir diese elektronische Kiste anwerfen und uns Messer aus aller Welt ansehen können, von so etwas war vor 25 Jahren nicht einmal zu träumen, ein Katalog von Russel den ich damals mit Brief bestellt hatte war eine Offenbarung als er ankam. Heutzutage kann man im Internet sehen wie die Messer gemacht werden, ich kann Herrn Yoshihara beim Schmieden zusehen obwohl er auf der anderen Seite der Welt sein Feuer entfacht. Wenn ich mir das alles überdenke, dann ist es mir ganz egal was momentan den Geschmack beeinflußt oder welcher Stahl bevorzugt wird.


    Messermarken werden immer kommen und gehen, einige werden bleiben, andere werden von großen Firmen aufgekauft und dann von diesen weiter vertrieben und und und....... aber die Faszination wird bleiben, und hoffentlich werden immer wieder welche kommen die etwas Neues zeigen.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Noch etwas, wenn einer wirklich den Narren an einem Messer gefressen hat, kauft am besten zwei davon, legt eins auf die Seite für später, es ist leider oft so daß gerade das Messer das man am meisten begehrt nach einer gewissen Zeit nicht mehr aufzutreiben ist, oder es ist verbunden mit vielen Kosten und Mühen, trotz Internet.

    Du brauchst dich ja nicht auszukennen, zeig einfach deine Messer. Mir gefällt es sehr gut, vor allem die rückwärtige Ansicht ist voll mein Ding, wie man heute so sagt, oder ist diese Phase auch schon wieder vorbei.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Gib Dir einen Ruck und mach das Große mal fertig, ich will endlich sehen wie es dann aussieht.

    mach es doch einfach wie Brady geschrieben hat, die Naht geht nicht auf. Wenn man sich die Scheiden vieler hochpreisiger Messer ansieht, dann sieht man dort auch die zurückgenähte Naht. Das Garn wird durch das Garn der ersten Naht und durch das Zusammenziehen des Leders beim endgültigen Trocknen sicher gehalten.


    Sohlenleder wie es für die Brand- und die Laufsohle eines guten Schuhs verwandt wird hat mit Spießleder nichts zu tun. Bei Sohlenleder handelt es sich um lohgares Leder, das wird nach wie vor in Grubengerbung unter Zuhilfenahme von geschredderter Eichenrinde natürlich gegerbt. In einer Gerberei werden die angelieferten Häute auf der Fleischseite mit einem zweigriffigen Messer (Degen) von Fleisch und Fett befreit, dann enthaart. Im Anschluß folgt die Grubengerbung, in mehreren Meter tiefen Gruben werden die Häute mit einer Zwischenschicht Eichenlohe gestapelt und dann mit sauberem Wasser übergossen (es gibt nur Gerbereien wo man sehr gutes Wasser zur Verfügung hat), der Rest macht die Zeit. Nach mehreren Monaten werden die Häute der Grube entnommen, gewaschen und auf Rahmen getrocknet. Eine Spaltmaschine spaltet die komplette Oberschicht der Haut ab, das ist die Narbe, dann wird der untere Teil wieder ein oder mehrfach gespalten, je nach Ergiebigkeit, das ist dann das Spaltleder. Die Qualität nach unten nimmt immer mehr ab, wie gesagt, die obere Schicht ist das beste Stück, die anderen Schichten sind für minderwertige Produkte.


    Das Endprodukt, die fertige Lederhaut besteht aus mehreren Teilabschnitten, grob gesagt Rücken, Flanken und Hals und wird heute wie früher in Quadratfuß gemessen. Der Rückenabschnitt oder Croupon ist das beste Stück, Bergland empfiehlt dieses Teil in Längsrichtung für Messerscheiden zu benutzen, Grund ist die unglaubliche Maßhaltigkeit dieses Leders, obwohl Flanken und Hals ebefalls gute Messerscheiden abgeben (diese Teile sind auchnicht ganz so teuer).


    Das lohgare Leder hat allerdings einen unglaublichen Nachteil, die Ahle geht ab 3 mm nur schwer durch, selbst das eingeweichte Leder läßt sich nur mit Hammer und Ahle lochen, zudem klemmt es die Ahle fest. Ansonst ist es hervorragend, es trocknet gut ohne nennenswertes Verziehen und läßt sich passgenau auf ein Messer formen.


    Was das Füttern einer Messerscheide betrifft, mach es einfach wenn Du dann ein besseres Gefühl hast. Allerdings wird das eine etwas zeitraubende Kiste. Mein Vorschlag wäre das Leder passgenau in die Form der gewünschten Scheide zu bringen und es wie bei Kydex in einer gepolsterten Presse auf dem eingewickelten Messer (feuchtes Leder läßt sogar manchen korrosionsfesten Stahl rosten) zu trocknen. Im Anschluß wird die Scheide wieder aufgeklappt, dann das Leder zum Füttern und die Innenseite mit Kövulfix verklebt (bitte an die Klebeanleitung des Produkts halten, sonst gibts nur Probleme). Abschließend dann alles zusammen nähen.


    Teufel, das hier wird alles einfach zu umfangreich und ich weiche von Bradys Thema zu weit ab. Hör dich doch mal um ob es bei euch keinen alten Schuster gibt, die helfen Dir gern und haben meist noch eine Menge Tricks auf Lager. Aber such Dir keinen Flickschuster aus, es sollte schon jemand sein der noch weiß wie man Schuhe anfertigt, diese alten Gesellen sind mit allen Wassern gewaschen.


    Viele Grüße


    Roman

    ich will Brady hier in seinen schönen ausführlichen Anleitungen nicht vorgreifen, aber er hat gezeigt wie man mit wenigen Mitteln eine professionelle Arbeit macht.


    Man kann einen Nahtabstandsmarkierer benutzen, diese gibt es natürlich mit Laufrädern in verschiedenen Nahtabständen, aber Bradys Gabel (oder eine andere Gabel, von mir aus auch mit vier Zinken für die Ungeduldigen) macht die gleiche Arbeit und liegt in jeder Schublade.


    Wenn keine Ahle aufzutreiben ist, dann wird eben ein Schraubendreher umgeschliffen, zur Not kann man auch unter Zuhilfenahme eines Hammers bei dickem Leder die Löcher stechen.


    Zwei lange Stopfnadeln aus dem Nähartikelbedarf helfen auch aus wenn keine Sattlernadeln zur Hand sind, wenn das auch scheitert nimmt man einfach zwei Borsten eines Kehrbesens und spitzt sie an, dann börtelt man das Garn auf und klebt es um die improvisieren Sauborsten (mit Sekundenkleber geht das hervorragend, aber genauso schnell hat man dann die Finger mit an die Borsten geklebt, wenn kein Aceton zur Hand ist erschwert dies das Nähen im Anschluß nicht unerheblich).


    Dieser Unbill mit dem letzten Leder ist kein Einzelfall, das sicherste ist immer noch sich eine Schablone aus Papier zu machen, dann diese auf das Leder auflegen und die Konturen anzeichnen, so umgeht man diesen Ärger.


    Was das rauhe Innenleben eines Lederstücks betrifft, sofern es sich um reines Leder handelt sollte es eigentlich nicht eine Klingenoberfläche beschädigen können.


    Leder ist ein guter Werkstoff und leider nicht billig, es zahlt sich hierbei wie bei vielen handwerklichen Sachen aus einen Schlachtplan zu entwerfen und alles bereit zu legen was man benötigt.


    Herr Bergland hat unter anderem das Buch -Messer schmieden- verfasst, in diesem Buch wird das Anfertigen von diversen Lederscheiden sehr gut erklärt, desweiteren das selbst anfertigen von Werkzeug. Es handelt zwar explizit um das Herstellen von Scheiden im nordischen Stil, ist aber übertragbar auf alle anderen Messerscheiden.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Wenn etwas mal nicht so klappt wie man es sich vorstellt, ein Sattler oder Täschner hat drei Jahre Lehrzeit, Geduld und eine hohe Frustrationsschwelle (wie jeder gute Handwerker), jede neue Scheide wird wieder ein Stück besser als die vorghergehende.

    die Scheide für das Klappmesser ist wirklich hervorragend gemacht, vor allem sind die Fotos selbsterklärend.


    Man näht diese "Achterschlingen" mit Sattlernadeln weil diese stumpf sind und in dem gestochenen Loch nicht hängenbleiben, die spitzen mit der kantigen Spitze sind Kürschnernadeln, mit denen gibt es immer unnötiges "Rumgepiekse". Bei dieser Art zu nähen kann man den Faden dosiert festziehen und muß nicht noch einmal rückwärts nähen. Mit den Achterschlingen werden auch handgemachte Schuhe, früher wie heute genäht. Man verwendet dazu allerdings Pechdrähte, das ist ein extrem starkes Garn daß an beiden Enden eingespließte Plastiknadeln hat (früher benutzte man anstatt Plastik Wildsauborsten die mit dem Pech eingeklebt wurden).


    Ich wickle die Messer in Frischhaltefolie, wobei der Einmalhandschuh auch eine sehr gute Idee ist.


    Was das Material betrifft, entweder an den genannten Adressen oder einfach bei der Suchmaschine -Kopfnieten- eingeben, dann kommen Ausrüster für Lederverarbeitung, dort findet man auch ausgefallene Sachen.


    Die Information mit dem Bullrichsalz kannte ich noch nicht, man lernt eben nie aus, Kaisernatron läßt das Leder auch durchärten.


    Beim Leder an sich sollte es immer das Narbenleder sein, also die oberste Schicht der Haut und nicht das Spaltleder daß aus unteren Hautschichten gewonnen wird. Die Narbe ist das hochwertigste und stabilste Teil, leider auch immer der teuerste.


    Das Spießleder ist die teuerste Ausführung, allerdings ist bei sehr schneller Trocknung möglich daß es sich so stark zusammenzieht daß es die Nähte zerreißt. Das gilt allerdings nur wenn man die Scheide direkt auf das Messer näht.


    Die Garne an sich gibt es gewachst und ungewachst, bei Garnen aus Naturfasern hat sich das vorherige Durchziehen durch einen Block Bienenwachs bewährt, es geht flüssiger durch die Nähte und ist in einem Arbietsgang imprägniert. Das Imprägnieren mit Pech färbt die Garne zu stark, obwohl das Garn danach für eine halbe Ewigkeit präpariert ist.


    Eine Ahle läßt sich ohne weiteres aus einer Fahrradspeiche machen, anschleifen, einmal mit dem Gasbrenner auf schwache Rotglut bringen und im Wasser abschrecken, nochmal erwärmen bis sie leicht violett wird und wieder im Wasser abschrecken. Dann in einem kleinen Feilenheft befestigen und fertig. Ein kleines Ledermesser läßt sich genauso schnell herstellen, man benutzt einfach ein Stück stählernes Packband wie es bei den Stahlhändlern beim Verzurren der Paletten verwendet wird.


    Die Perfektion der vorgestellten Gürteltasche die Brady gemacht hat ist wirklich beispielhaft, mehr fällt mir zu dieser Arbeit nicht ein.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Das Messer gefällt mir allerdings auch sehr gut.

    tut mir leid, es passt einfach, da habe ich nicht dran gedacht daß man sich kein rechtes Bild machen kann ohne die Maße.


    Die Klingenlänge beträgt gesamt 430 mm, auf die Klinge selbst enffallen 270 mm, auf den Griff 160 mm. Der Klingenrücken hat 7 mm, das Gewicht liegt bei 480 gramm. Noch ein "in der Hand-Bild".


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    Viele Grüße


    Roman

    es hat mich schon lange gewurmt einmal etwas taktisches und traditionelles zu machen. Die Klinge hängt schon lange bei mir in der Schmiede am Fenster, die Tage habe ich mich entschlossen ihr ein Gesicht zu geben. Es ist immer noch eine rohe Sache, weder fein poliert noch traditionell gebunden, formmäßig kommt es aber zumindest an die klassischen Klingen, eben ein Einzelstück.


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    Achso, der Stahl, es ist eine Klinge eimal aus etwas ganz anderem Material, 1.8715, Dillidur 400, man bezeichnet ihn auch unter Sonderfeinkornbaustahl. Wie auch immer, Baustahl hat viele Gesichter, aus diesem Material macht man übrigens auch die Zähne für Untertagegesteinsfräsen. Die Schneide hält bis jetzt, zumindest eines akzeptable Schärfe, und das nach nach dem Durchstechen einer Ölkellertür und dem Zerhacken von Nägeln, sogar die Kante eines Klotzes aus gehärtetem Werkzeugstahl hat sie ohne viel Schaden überstanden.


    Viele Grüße


    Roman

    natürlich wird ein Messer in dieser Form immer jemanden an ein bestimmtes anderes Messer erinnern, aber ich glaube darum geht es gar nicht. Ziel ist es ja nicht das Konzept -Messer- jedesmal neu zu erfinden, sondern demjenigen der ein bestimmtes Messer haben will seinen Wunsch in die Tat umzusetzen. Das ist auch hier geschehen. Was die Arbeiten von Martin angehen, ich bin zwar noch kein Besitzer eines Messers von Martin, aber was die handwerkliche Umsetzung angeht mache ich mir wirklich keine Sorgen. Ich werde jetzt auch nicht anfangen das Messer endlos zu loben, etwas Gutes braucht man nicht noch gut zu reden.


    Viele Grüße und viel Freude mit deiner Klinge


    Roman

    ich wollte es Dir eigentlich gestern Abend noch sagen, jetzt eben für alle, Eisen3Chlorid-Ätzungen halten auch nicht lange. Es erzeugt innerhalb von Sekunden eine Ätzung, aber die hat auch keinen Ewigkeitscharakter. Mit verdünnter Schwefelsäure verhält es sich ähnlich. Frisch angesetzt und cirka 30 prozentig kocht sie vor sich hin und ätzt natürlich sehr stark auf der Klingenoberfläche, das geht bis zur totalen Schwärze und einem Erzeugen von längslaufenden, wahrhaft reingefressenen, Riefen. Ich habe mal gelesen woher das kommt, ich habs aber vergessen, war anscheinend nicht so wichtig. Wenn man mit dieser Säure Damastklingen ätzt frißt sich die Säure ohne Gnade in jede Vertiefung ein und erzeugt eine derart rauhe Oberfläche daß man wieder abschleifen muß, zumindest legt sie im Gegensatz zu den anderen Ätzmittelchen jeden Schweißfehler frei der es bis an die Oberfläche geschafft hat, das kann allerdings auch eine ganz frustrierende Sache werden.


    Diese "weichen" Ätzungen, ich nenne jetzt einmal die ganze Kaffee- und Zitronensaftgeschichte so, sind eine sehr oberflächliche Oxydation, aber sie haben einen Vorteil, und der wiegt alles andere auf, man braucht keine dieser anderen Teufelssachen. Schwefelsäure und derartige hochgiftige und gefährliche Chemikalien muß man mit äußerster Vorsicht behandeln, sie sind auch verdünnt immer noch mehr als mit Vorsicht zu behandeln, auch ist ihre Entsorgung immer ein Problem, abgesehen von einer sicheren Lagerung. Wohingegen man eine Glas löslichen Kaffee ohne Gewissensbiß wegschütten kann, zur Not kann man ihn ja noch trinken, obwohl ich das eher sein lassen würde, vermutlich wird man irgendwann magnetisch wenn man das oft macht.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Ich habe jetzt diese ganzen Essig-Ätzereien nicht aufgeführt, aber das wurde ja schon besprochen und die Ergebnisse sind auch gut (mit Essigessenz ätze ich auch gern, vor allem hat man dabei wieder eine freie Nase wenn man das Zeug vor dem Ätzen kurz aufkocht)

    kauf dem Jungen jetzt ein Messer mit einer runden Spitze daß man gut auf und zu machen kann, und dann pass eben auf. Mehr kann man nicht machen, er wird sich ohnehin irgendwann einmal damit schneiden, so gut kann kein Mensch auf einen anderen, geschweige ein Kerlchen von 7 Jahren, aufpassen. Alle drei Jungs von mir haben Messer, ich habe damals diese Vics mit der runden Spitze gekauft, damit gabs auch den ein oder anderen Schnitt ins Fleisch, das ist eben so wenn man mit Messern nicht aufpasst, ich muß heute noch aufpassen.


    Vor allen Dingen, kauf ihm eins, je länger man diese Burschen von Sachen weghält die sie interessieren, desto unwägbarer wird die Kiste wenn man mal nicht hinsieht.


    Viele Grüße


    Roman

    wenn dein Kopf ohnehin voller Ideen für Messer ist, dann investier nicht mehr in Messer die deinen Vorstellungen ja doch irgendwie nicht entsprechen. Kauf Dir ein paar gute Feilen, ein Schraubstock wird ja da sein, dann besorg Dir ein Stück Stahl von dem Du glaubst daß er derjenige ist den Du haben willst. Dann machst Du dir einen schönen Nachmittag und spannst den Stahl in den Schraubstock, malst die Form drauf und legst mit den Feilen los. Das erste wird nicht so der Renner, außer Du hast viel Talent (dann ist ohnehin alles gut, ansonsten macht es halt die Übung), aber Du hast dein eigenes Messer in der Hand. Die alten Chinesen haben zwei wunderschöne Sprichwörter:


    "Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt" und "Wer immer den Wolken nachsieht wird nie auf Reisen gehen."


    Also, packs an. Wenn es irgendeinen Stress mit der Arbeit gibt, melde dich einfach wieder, hier wird Dir gern geholfen.


    Viele Grüße


    Roman

    laß die Beschalung wie sie ist, das ist zumindest meine bescheidene Meinung. Jetzt haben wir es so gesehen und dann ist es gut, schließlich sind wir alle Menschen und haben unterschiedliche Geschmäcker, Gottseidank.


    Die Beschalung ist zwar im ersten Moment ungewöhnlich, aber als Dali in seinem Film in diesem großen Ei saß haben auch alle den Kopf geschüttelt, heute würde man die Schüttler direkt durch den Wolf drehen (Schüttler ist nicht zweideutig). Vor allem ist der Griff an sich super gemacht, das zweigeteilte, das habe ich auch nocht nicht gesehen, ich finde man sollte ab und zu mal über seinen Schatten springen.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Man muß nicht nur vielschichtig, sondern multidimensional denken, sonst bauen wir nie ein Raumschiff mit Warp-Antrieb.

    sauber geschafft, vor allem das Feilenmuster schön abgesetzt. Sieht irgendwie scharf aus, in doppelter Hinsicht.


    Viele Grüße


    Roman