Beiträge von juchten

    nun gut, dann lasse ich es eben nicht so stehen. Es geht nicht um das was Chris mit den Messern macht, es geht um das was dieser Kerl mit der Maske anstellt.


    Meine Meinung ist ganz einfach, er tritt mit seinem Tun die Handwerksarbeit von Leuten in den Mist, die einen Teil ihrer Zeit damit verbracht haben ein Messer anzufertigen. Es geht nicht um das Testen eines Messers, es geht rein darum ein Messer zu zerstören. Im Gegenteil zum Herstellen eines Messers muß ich für das Zerstören rein gar nichts können, es reicht aus ein Depp zu sein. Wenn wir schon gerade bei diesem Suppenkasper sind, das mit der Maske ist nicht kindisch, es ist lächerlich.


    Viele Grüße


    Roman

    ich kenne Tony nicht persönlich, das Einzige was ich bis jetzt erfahren habe ist einfach, er hat immer alle nachhause gebracht die mit ihm gingen. Das reicht mir persönlich für die besten Referenzen. Bei Unternehmungen im Grenzbereich, wie Tony sie oft durchführt, wird es immer zu etwas kommen womit keiner gerechnet hat, das hat aber mit der Eigendynamik des Tuns an sich zu tun, nicht mit einem Expeditionsleiter oder dem Team.


    Wenn dann einer aus dem Untergrund anfängt einen anderen schlecht zu machen, dann hat das meist nur eine Ursache, ganz banaler Neid. Es ist nur schade, daß heute diesen Leuten ein derartiges Gehör eingeräumt wird. Auf der einen Seite steht Tony, präsent und erreichbar, auf der anderen irgendjemand mit einem "zurechtgestümmelten" Filmchen, den im Prinzip hier kein Mensch kennt. Es mußte ja mal so kommen, wenn man erfolgreich ist, dann wird schon irgendwann jemand erscheinen der einen schlecht machen will, egal mit welchen Mitteln.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Tony, ich schreibe es hier mal ganz offen, für mich gehört eine derartige Diffamierung dahin wo die Sonne nicht hinscheint. Ich würde Dir jedenfalls, ohne eine Sekunde zu zögern, meine Kinder anvertrauen.

    das Messer macht doch einen gut wiederfindbaren Eindruck, ob man sich mit dem ganzen Kram dann anfreundet wird wohl jedem selbst überlassen sein.


    Was diese ganzen Messertests betrifft, vor allem die von vermummten Zeitgenossen durchgeführten, verwertbar ist davon rein gar nichts. Wenn ich eine Kuchenschaufel dadurch teste daß ich sie als Warmschrotmeißel benutze um eine 30 mm Welle zu schroten, dann macht sich weder die Firma, die die Kuchenschaufel hergestellt hat, Gedanken über mein Tun, noch diskutiert das einer. Man würde mich einfach für einen Idioten halten, mehr nicht.


    Viele Grüße


    Roman

    tja, was Martin schreibt kann man schlecht von der Hand weisen und so tun als wäre eitel Sonnenschein.


    Das ist Federstahl, der kann schon mal Mucken machen, gerade wenn es lang und dünn wird. Eins wird er aber, ausreichend hart, das ist zumindest schon mal etwas. Das ist allerdings das Wenigste, das Problem bleibt die Form die er angenommen hat nach der Abschreckerei.


    Ich lasse jetzt einmal die ganzen möglichen speziellen Wärmebehandlungen beiseite, erstens habe ich mich damit nie befaßt und zweitens müßte ich das alles noch abschreiben, was ich Euch und vor allem mir ersparen möchte.


    Martin hat das Wort schon geschrieben, selektiv, damit kann man eventuellen Verzug bei diesem Stahl auch vermeiden, bzw. in Grenzen halten. Wenn man eine fertig bearbeitete Klinge aus diesem Stahl zweimal derart glüht daß sie schwach rot zeigt (im Dunkeln), und sie jeweils an der Luft erkalten läßt, ist die Sache zu bewerkstelligen. Der Rücken wird mit Lehm eingestrichen und dieser dann getrocknet. Die Klinge wird vor dem eigentlichen Erwärmen auf die Härtetemperatur zuerst einmal vorgewärmt, dann im Feuer auf Härtetemperatur gebracht. Das Abschrecken an der unteren Grenze der Härtetemperatur kann man in 20 Grad warmen Salzwasser besorgen, das Anlassen auf einer heißen Platte, oder auf einem vorgewärmten H-Trägerchen im offenen Feuer. Wenn die Anlassfarbe von bronze nach schwach violett "kippt", würde ich sie abkühlen, fertig. Sollte sich wirklich Verzug eingestellt haben, dann kann man ihn aufgrund des "weichen" Rückens beseitigen.


    So geht es zumindest bei mir über die Bühne, nach dem Abschrecken greift die Prüffeile nicht mehr, dann ist für eine Schneide eigentlich eine brauchbare Härte erreicht, nach dem Anlassen selbstverfreilich.


    Es gibt noch einen Anhaltswert bei diesen Stählen, 1 % Silizium läßt die Umwandlungstemperaturen um jeweils cirka 20 Grad steigen, daran kann man sich auch grob orientieren. Ansonst gilt, obwohl ich mich wiederhole, das was Martin schreibt, keine Experimente. Alles was ich da oben geschrieben habe funktioniert, aber es funktioniert bei mir, und das heißt keinesfalls daß das jederzeit und überall von jedermann reproduzierbar ist. Das hängt mitnichten damit zusammen daß ich ein begnadeter Handwerker bin, sondern einfach an der Gewohnheit. Ich verschmiede oft Federstähle, mal zu diesem oder zu jenem, das ist alles.


    Viele Grüße


    Roman

    es handelt sich um einen gebräuchlichen Federstahl. Es ist ganz einfach, man macht eine Klinge daraus und läßt sie härten, es gibt weder bei dem einen noch bei dem anderen ein Problem. Für ein großes Messer eine gute Wahl, er wird auch so hart wie Du ihn brauchst, ob über 60 hrc oder weniger. Er zeichnet sogar Hamon. Das einzige was er nicht bieten kann ist irgendeine Werbestrategie, es ist einfach ein belastbarer Stahl aus dem man auch Klingen machen kann.


    Viele Grüße


    Roman

    der Entwurf gefällt mir sehr gut, ein modernes großes Messer. Auf Milimeterpapier könnte es von einem professionellen Klingendesigner kommen, allerdings hat es auf der Innenseite der Packung von einer Backpapierpackung (oder was auch immer) etwas von Toulouse Lautrec, heute würde man fünfstellige Summen für seine im Absinthrausch gekritzelten Zeichnungen auf Servietten bezahlen. Also wirf um Himmelswillen den Entwurf nicht weg, vielleicht können deine Urenkel deswegen in Saus und Braus leben.


    Für mich ist was das Messer betrifft im Prinzip alles gesagt, Micha, Martin und die anderen Herren haben nichts ausgelassen. Was bleibt mir also noch? Wenn Du es genauso umsetzt wie es der Entwurf zeigt, dann kann man zwar damit bestimmt Grillholz spalten, aber im Prinzip ist es dann zu schade dafür. Als Haumesser hat es wohl genug "Bumms", egal wie die Form ausfällt, allein schon von seiner Masse her. Was den Stahl betrifft, nimm einfach den mit dem Du am besten zurecht kommst, obwohl ich da auf Martin hören würde. Wenn das ganze ein einfaches Haumesser geworden wäre, dann hätte ich Dir C 45 vorgeschlagen, ein gutmütiger Stahl mit rund 0,5 % Kohlenstoff und einer Zähigkeit wie eine alte Ledersohle, vor allem bei jeder Maschinenbaufirma aufzutreiben und ohne Fisematenten härtbar.


    Ich wünsche Dir auf jedes Fall gutes Gelingen, und natürlich schließe ich mich meinen Vorrednern an was Bilder betrifft.


    Viele Grüße


    Roman

    schon ein uns allen bekannter Sandalenträger und Pazifist erster Stunde sagte: "Lasset die Kindlein zu mir kommen", oder so ähnlich zumindest, ich war ja nicht dabei. Mir gefällt es ausnahmslos gut hier und ich kann auch mit Majors Signaturen leben, sogar ab dem Zeitpunkt als mir klar wurde was da steht, ich bin nämlich nicht gern "helle", die kommen nämlich auch dahin wo es wallende Gewänder und Hosiannagesänge bis zum Abwinken gibt, obwohl mir der Himmel der Wikinger besser gefällt. Mit drallen Weibern und feisten Braten komme ich irgendwie besser zurecht, zumindest in meiner Vorstellung was das jenseitige betrifft, ich bin wohl nicht so der "Engelstyp" (meine Flügel wären wohl auch eher Tragflächen).


    Macht nur so weiter wie bisher, wir lassen uns durch nichts stören, selbst wenn man uns als Kindergarten ansieht. Den Rest schreibe ich jetzt nicht, sonst bekomme ich noch eins auf den Deckel (diese Mods schlummern und schlafen ja nicht, von diesem dunklen einsilbigen Burschen ganz zu schweigen), vielleicht verschicke ich aber ein paar hämische PN´s.


    Viele Grüße


    Roman

    ok Hendrik, dann keine Explosion, obwohl ich solche Ereignisse immer sehr publikumswirksam finde.


    Die Cyanacrylat-Epoxyd-Variante ist natürlich bei weitem nicht so außenwirksam und spektakulär, allerdings sorgt sie, ein Platzen unseres Kessels vorausgesetzt, für bleibende Ergebnisse. Unter der für die Ewigkeit imprägnierten Statue unseres Laboranten wird stehen: "Er war auf dem richtigen Weg".


    Viele Grüße


    Roman

    ich habe dieses längere, ich glaube das nennt sich -General-. Das Messer habe ich seit fast..................., ich weiß es offen gesagt nicht mehr. Es ist leicht und liegt gut in der Hand, obwohl es mir zu leicht ist, aber man findet ja immer etwas zu meckern.


    Ich glaube nicht, daß die Messer etwas wert sind, sie wurden ja in großen Stückzahlen gemacht usw. blablabla.... Ich bezahle immer so fünf bis sieben Euro für eins, wenn also noch einer von Euch so ein altes nutzloses Massenprodukt loswerden will, ich stehe immer und jederzeit zu meinem Preis. In meiner unergründbaren Güte, die mich bei solchen Käufen fast ans Hungertuch bringt, übernehme ich sogar das Porto.


    Viele Grüße


    Roman

    das habe ich doch bis jetzt richtig verstanden, es geht um das "Tiefölen" von Holz unter Vakuumbedingungen.


    Wenn ja, Leinöl mit Terpentin im Verhältnis 50 zu 50 gemischt und erwärmt, zieht auch so gut ein, unter Fred´s "Bedingungen" geht es vermutlich schneller und tiefer.


    Was das Stabilisieren mit Harz betrifft, ich bin einmal so frei zu glauben, das ist eine ziemlich aufwendige Sache, vor allem was die eigentliche Apparatur betrifft. So wie ich das mit dem Stabilisieren verstanden habe, ist ein verschraubbares, massiges Kesselchen vonnöten, daß den erforderlichen Druckverhältnissen gewachsen ist. Das verwendete Harz ist vermutlich die zweite Hürde, es soll ja ziemlich lang "aktiv" bleiben und zweitens dünnflüssig sein. Ich bin kein Chemiker, aber da ist vermutlich ein ordentlicher "Schuß" Lösungsmittel erforderlich, so in der Richtung Aceton oder ähnlich gelagerter, leicht entzündlicher Suppen.


    Ich gehe noch bis zu Fred´s Vorschlag mit dem getunten Gurkenglas mit. Vorgänge, die unter Druckbedingungen stattfinden und mit unberechenbaren Chemikalien (ich will keinen von etwas abhalten, das gilt für mich) zu tun haben, vor allem wenn man gewöhnt ist einfach so ohne Nachzudenken ein Pfeichen zu entzünden, da fehlt mir der Mut.


    Viele Grüße


    Roman
    PS: Wenn sich doch jemand zu besonderen chemischen Experimenten berufen fühlt, dann hoffe ich, daß entsprechende Aufzeichnungen getätigt werden. Mein Vorschlag wäre ein feuerfestes Notizbuch mit feuerfester Tinte geschrieben, extrem reißfest natürlich. Zudem wäre es für die gewagten Nachahmer dienlich, wenn sie als Nachlassnehmer in einer testamentarischen Schrift aufgeführt werden, was die Weitergabe des Notizbuches betrifft. So kann der zweite Wagehals dann dort fortfahren, wo der erste, gelinde gesagt seine Reise auf die subatomare Ebene begann. Irgendwann wird man so zu einem Ergebnis kommen, das auch chemischen Pfeifen wie mir, es ermöglichen diesen Druckkessel in Heimarbeit zu konstruieren und in Betrieb zu nehmen.

    falls die Dinger frisch sind, schätze ich daß sie nicht länger als zwei Jahre ihre höchste Leistung halten. Falls eins halb durch ist, dann kann man es ein wenig in der Tiefkühltruhe auffrischen, aber das ist auch nur eine Eintagsfliegennummer. Bunkern würde ich sie nicht. Ich kaufe immer zum Fischen einen Hunderterpack, nach zwei Jahren kann man sie eigentlich fast wegwerfen, eins hält einigermaßen, dafür leuchtet das zweite so gut wie nicht mehr und ist auf ein paar Meter nicht mehr zu erkennen.


    Viele Grüße


    Roman

    so mußt Du zumindest nicht für einen Stein und die dazugehörigen Sachen über 100 Euro bezahlen.


    Die japanischen Steine feinster Körnung (wer hat die eigentlich mal nachgemessen?) sind ja nicht nur ausschließlich dem Schärfen von Klingen vorbehalten. Es geht ja auch um das Herausarbeiten der Hamonlinie, die mit immer feiner werdenden Schleifmedien sichtbar und auch hervorgehoben wird. Wenn wir es einmal von der humorvollen Seite aus betrachten, dann ist das Ganze ja vergleichbar mit einem japanischen Forum, in dem man sich darüber unterhält mit welchen Steinen, aus welchem Steinbruch ein Lederhosenmacher in Bayern seine Zurichtmesser schärft.


    Also ich gebe es ehrlich zu, eine absolut blanke Oberfläche ist mir bis jetzt mit keinem Stein gelungen, egal woher sie kamen, ich sehe auch immer Schleifstriefen, egal wie fein. Das Nassschleifpapier macht bei mir das Rennen, nach dem Härten wird die Klinge an einem großen Nasschleifstein von den Feilspuren befreit, dann schleife ich mit 100er Papier die Spuren von der Maschine weg, dann folgt eben Schleifpapier bis Körnung 1000. Abschließend ätze ich die Klinge wenn sie einen Hamon hat, dann poliere ich sie nach mit einem festen Tuch, in das ich gemahlenen Hammerschlag mit Öl eingeschlagen habe. Ein Abzug über mehrere Filzscheiben und einem Lederriemen macht das Ende. Ich weiß, das ist ab dem Zeitpunkt, wo ich den Nassschleifstein verlasse die Lachnummer für einen japanischen Polierer, aber erstens habe ich für eine Klinge keine ganze Woche Zeit und zweitens wird mir kein Mensch das in irgendeiner Form vergüten wollen.


    Das eigentliche Schärfen ist ein Schritt, der mal hier oder da dazwischengeschoben wird, irgendwie ist da jede Klinge anders. Aber ich verweise jetzt umgekehrt wieder auf Robert, ich brauche auch keinen feineren Stein an den Belgischen Brocken, ich fühle mit den Fingern ab dem Abzug mit diesem Stein ohnehin nichts mehr, und viel schärfer als nach einem Lederabzug, ob mit oder Schleifpaste, ist mir noch nichts untergekommen, außer Rasierklingen.


    Das ist aber alles eine sehr persönliche Sache und will keinem die Freude an feinen Steinen nehmen, allein der Besitz und das sachte Benutzen kann Freude machen. Vielleicht bin ich auch nur noch nicht soweit für einen Bruchstein 500 Euro auszugeben.


    Viele Grüße


    Roman

    ich habe jetzt alles durchgelesen und bin mittlerweile soweit daß ich gar nicht mehr weiß um was es geht. Mein Geschreibsel läuft also unter dem Motto "Sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit".


    Die Signatur ist also das was bei den Texten unten drunter steht, na immerhin, dort gehören Signaturen auch wohl hin. Ich weiß dank meiner Ahnungslosigkeit, die mir allerdings ein unbeschwertes Leben und wenig Feinde beschert, auch nicht was die Signatur beim Major bedeutet, außer daß er kein allzu großer Freund von 10 Euromessern ist, ich eigentlich auch nicht, obwohl ich immer ein paar davon hier und da rumliegen habe. Als Prestigeobjekt machen sie zwar eine schlechte Figur, aber zum Abkratzen von Kleber und sonstigen gleichgelagerten Arbeiten sind sie durchaus zu gebrauchen.


    Strider war für mich nie ein großes Streitthema, immerhin habe ich erst seit meinem Beitritt in dieser Gemeinschaft von diesen Messern erfahren, die Sonne geht immer noch auf und unter, also auch kein Beinbruch.


    Es gibt augenscheinlich Mitglieder, die die eine Messermarke bevorzugen und die anderen nicht, was für unsere Mitglieder spricht, sonst wären sie wirklich Zombies, die, wie ich jetzt auch dank Butcher weiß, schlechte Tänzer sind (ich bin dann nach meinem Ableben ein Vorzeigezombie, ich kann nicht mal in meinem jetzigen Aggregatzustand tanzen).


    Wir ereifern uns sozusagen um ein paar Zentimeter angeschliffene Schneidkante bei einem Stück Stahl, das mal diese oder jene Form hat. Aber es ist wenigstens eine Diskussion wert, es führt ja immer wieder zu neuen Formen, schließlich begleitet uns dieses Stück angeschliffene Metall schon verdammt lange. Ich schließe mit den leicht abgeänderten Worten von Norman Fitzroy Maclean, "Wir können uns der blanken Klinge nicht entziehen"


    Viele Grüße


    Roman

    ich habe mir pflichtbewußt das Filmchen angesehen.


    Der Protagonist hat sein Klappmesser augenscheinlich mit einer komplett neu eingerichteten, relativ breiten und flachen, Schneide versehen, das ist naturgegeben die beste Voraussetzung für eine hohe Schärfe zu erreichen.


    Eine solche Schneide ist nur noch schwer zu übertreffen, vielleicht noch mit sehr feinkörnigen Stählen, wie man sie u. B. für Rasiermesser verwendet. Ich sehe es einfach so, wenn jemand Freude an fein polierten Schneiden und dafür geeigneten Steinen hat, dann bin ich der letzte der etwas dagegen hat. Wir müssen allerdings, wie es bei allem ein Haar in der Suppe gibt, einen Punkt beachten, vielleicht der einzige, aber leider der wichtigste. Egal wie die Steine heißen und woher sie kommen, sie passen oft nicht als Löung für alle Klingen. Es gibt Steine die schärfen ein Messer hervorragend, bei einem anderen Messer kommt die Schärfe einfach nicht "in die Gänge". Aber das hat auch etwas Gutes, so können wir nicht nur für Ausrüstung und Messer unser Geld mit beiden Händen von uns werfen, sondern auch noch in Steinen investieren.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Das sieht dann vielleicht so aus,


    IMG00759.jpg


    ein ganzes Kistchen mit Poliersteinchen aus aller Herren Länder. Dagegen steht die totale Ernüchterung beim Schärfen, ich benutze fast nur einen Sensenwetzstein und einen belgischen Brocken, danach Leder (aber allein der Besitz der Steine ist schon eine schöne Sache)

    wenn der japanische Stein eine Körnung 10.000 hat, dann wird das Polierergebnis wohl ein bißchen besser sein, aber ob sich das in merkbarer Schärfe niederschlägt, das kann ich schlecht beurteilen. Ich würde fast wagen zu glauben, daß nach einem Lederabzug nach einem 6000er Stein eine deutliche Steigerung der Schärfe nicht mehr zu erreichen ist.


    Was man nicht außer Acht lassen sollte ist auch der verwendete Messerstahl, die meisten handelsüblichen Messerstähle sind für eine derartige Feinpolitur schon gar nicht mehr die Zielgruppe, bzw. haben es schwer die gleiche Feinheit in der Schneide zu erreichen wie ein realtiv reiner Kohlenstoffstahl, so z. B. 1.1545. Aus Erfahrung kann ich z. B. sagen, daß ein japansicher Weißpapierstahl wirklich eine außerirdische Schärfe erreicht, aber diese dann beim Gebrauch auch nicht länger hält als z. B. 440 C (der auch extreme Schärfe annimmt).


    Es bleibt abzuwägen ob einem das wert ist, wenn man hochglanzpolierte Schneiden mag ist es bestimmt eine lohnende Anschaffung, obwohl eine Politur auf einem Polierstahl mit dem entsprechenden Polierpulver vermutlich die gleiche Wirkung hat, allerdings nur einen Bruchteil davon kostet.


    Aber wie dem auch sei, die japanischen Steine haben einfach etwas. Sie vermitteln einfach von sich aus eine gewisse Ruhe, mit der man dann auch zu Werke geht (auch mit Rücksicht auf die Anschaffungskosten), dieses ruhige beständige Schleifen fördert natürlich, die entsprechende Geduld vorausgesetzt, ein sehr gutes Ergebnis.


    Ein belgischer Brocken mit einem folgenden Lederabzug wird wohl die gleiche Schärfe bringen, vermutlich auch schneller, aber wie gesagt, die japanischen Steine haben einfach etwas.


    Viele Grüße


    Roman

    Martin, das ist wahrhaft ein Messer, daß den Ausdruck -edel- verdient. Die Größe ist in Anbetracht historischer Bowiemesser durchaus passend, daß es dann eben auch sein Gewicht hat liegt in der Natur der Sache.


    Achim, ich nehme mir mal einfach heraus dich bei deinem Vornamen anzusprechen, zuerst herzlich willkommen. Ich schaue mir oft Messer aus deiner Hand an, ich muß mich, was die Materialverarbeitung und die treffsichere Linienführung betrifft, einfach verneigen. Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, daß es noch derartige Schaffensfreude gibt, die in solchen Arbeiten endet. Sei froh daß Du in der heutigen Zeit lebst und nicht vor vierhundert Jahren, sonst müsstest Du wahrscheinlich an deinen Amboss gekettet tagtäglich für einen Fürsten den Hammer schwingen.


    Viele Grüße


    Roman

    den aktuellen Pfundpreis von -infi- weiß ich nicht, aber den von 1095 schon, sofern wir es einmal wagen 1095 und 1.1545 als ungefähr gleichen Kalibers zu betrachten. 1.1545 kostet sowohl bei meinem Stahllieferanten und bei einem "auswärtigen" gut 5 Euro das Kilogramm. Der Kugellagerstahl 1.3505 (aus dem das Rodent Waki gemacht ist) rund 3 Euro, der 1.2842 rund 2,50 Euro, jeweils auf das Kilo, auf die Stange mit 30 mm Durchmesser. Der Stahl 75Cr1 kommt auch auf gut 5 Euro das Kilo.


    Primär würde ich für ein Messer daß für den "Draußeneinsatz" konzipiert ist einen Stahl mit rund 0,7 % Kohlenstoff ohne allzuviele Legierungszusätze wählen. Man kann diese Stähle problemlos nachschleifen und so schnell verrosten die auch nicht, zudem haben sie was Zähigkeit betrifft ein ordentliches Potential.


    D3PO, such Dir ein Stück von einer alten Blattfeder, nicht zu dick, schneid mit dem Winkelschleifer die Messerform aus die Dir zusagt, leg es über Nacht in ein Holzkohlenfeuer. Am nächsten Tag mach eine Schruppscheibe auf den Winkelschleifer und schrupp Dir deine Klinge zurecht, die Feinarbeit kannst Du dann mit der Feile machen oder einer Lamellenscheibe. Wenn Du deine Klinge soweit fertig hast, erwärm sie kurz auf Rotglut im Holzkohlefeuer und laß sie an der Luft abkühlen. Erwärm sie nochmal unter Zuhilfenahme einer Luftquelle (Föhn) auf eine Temperatur wo ein Magnet nicht mehr an ihr haften bleibt und tauche sie dann in cirka 20 Grad warmes abgestandenes Wasser oder Öl. Leg sie noch cirka 20 Minuten in einen auf 200 Grad vorgeheizten Backofen und kühl sie dann unter dem Wasserhahn ab, das wars im Prinzip. Die Löcher für die Griffverschraubung sollte man natürlich vorher anbringen.


    Der Rest ist Geschmackssache.


    Viele Grüße


    Roman

    wenn es wieder ums Härten geht, komm einfach vorbei und härte es selbst. Bei mir kannst Du über einen Meter Stahl gleichmäßig in einem Feuer erwärmen und auch hochkant abschrecken, ob in Öl oder in Wasser. Wie schon ein paarmal gesagt, mein großes Vorbild ist Yoshihara, ich werde nie sein Können erlangen, aber zumindest seine Arbeitsbedingungen was Feuer und Abschrecken betrifft, die habe ich in die Tat umgesetzt.


    Viele Grüße


    Roman