das ist nur eine Interessenfrage, kann mir jemand sagen ob der D2 von Herrn Jordan herkömmlich oder auf dem pulvermetallurgischen Weg erzeugt wird?
Ich muß nämlich darauf hinweisen, daß er keine feine stabilen Schneiden entwickeln kann, das mußte ich schon einmal revidieren. Auch ein pm-mäßig erzeugter D2 ist nicht das Gelbe vom Ei, das ist auch zu beachten. Im Prinzip eignet er sich überhaupt nicht für die Schneiden jedweder Art Klinge, im Prinzip zumindest. Da ja hier überhaupt keiner wagt mehr etwas gegen 1.2379 zu sagen bleibt das wohl an mir hängen, obwohl ich mich wirklich frage ob die Meinungen der Kritiker einfach im Vorfeld gelöscht werden, eine Verschwörung sozusagen. Also, wenn Ihr das hier lesen könnt, dann hat es mein Beitrag geschafft, wenn nicht hatte ich wenigstens Beschäftigung während einer Tasse Kaffee.
Die Kritiker haben eigentlich Recht, nicht pm-mäßig erzeugter 1.2379 ist nur bedingt tauglich für eine feine Schneide. Was ist aber jetzt eine feine Schneide? Mein Namensvetter hat in seinem Buch das Ganze sehr anschaulich erklärt und sogar ich konnte damit etwas anfangen. Aber anscheinend neigt dieser Stahl, ich verwende jetzt einmal einen geklauten Begriff, nicht dazu "würfelzuckergroße" Karbide (Danke Micha, falls Du es lesen solltest) zu bilden und innerhalb kürzester Zeit auszusehen wie eine Schrotsäge. Vielleicht ist es doch denkbar daß er sich einfach beim Gebrauch "zurechtschneidet" (ich bin wirklich froh kein Wissentschaftler zu sein, die würden mich steinigen) und selbst diese "grobe" Schneide immer noch so leistungsfähig ist, daß sie die anfallenden Arbeiten einfach gut erledigt (na also, wieso nicht gleich so, pfeif auf diese ganzen wissentschaftlichen Erklärungen). Aus dem Zeug werden doch Werkzeuge für die Industrie gemacht, was steht nochmal beim Datenblatt?...........sehr hoher Widerstand gegen abrasiven und adhäsiven Verschleiß durch hohen Volumengehalt harter Karbide im Gefüge, maßänderungsarm, hohe Druckfestigkeit..............für Schneid- und Stanzwerkzeuge, Kaltscherenmesser, Feinschneidwerkzeuge........... (im Abschreiben war ich früher schon gut). Und als Schlußbetrachtung taugt er nicht für eine Messerklinge, tut mir leid, ich bin einfach nicht schlau genug um das zu begreifen.
Allerdings, was das Schmieden betrifft, seine Verwendbarkeit als Klinge erhält er nicht durch das Schmieden, das weiß ich allerdings. Kein fertig raffinierter Stahl wird durch Schmieden besser oder man kann ihm irgendeine neue Qualität einhauchen. Nur durch sorgfältiges Glühen nach dem Schmieden kann wieder ein Zustand geschaffen werden, der dem Lieferzustand weitgehendst entspricht. Eigentlich will ich hier auch keine Diskussion über die Arbeit am Bandschleifer lostreten, in den USA sollen sich die Lager ja schon Stellungskriege liefern, nur soweit, die Arbeit am Bandschleifer ist die schonendste Art eine Schiene aus Stahl zu bearbeiten. Selbst wenn dabei Funken fliegen und die Enden sich verfärben ist das nur ein Teilchen von der Belastung die beim Schmieden abläuft, da reicht ein Augenzwinkern und das Schmiedegut ist verdorben.
Was das Härten in einer Härterei betrifft, an dem Strang ziehe ich mit, ich wage aber auch hier einen kleinen Einwand. Diese Betriebe arbeiten professionell, das heißt, mit möglichst wenig Erwärmungen das größtmögliche Ergebnis erzielen. Es hängt vermutich letztendlich vom Gutwillen des Mannes ab, der sich um die Messerklingen kümmern soll, ist es ihm schnuppe wird das Ergebnis wohl nicht so berauschend sein, kümmert er sich auch um den kleinen Auftrag gewissenhaft kann man davon ausgehen daß das Ergebnis gut wird. Schließlich sollte man nicht vergessen, diese Leute härten oft Sachen die weitaus mehr kosten als ein paar Stahlschienen die auf einer Seite scharf sind, vor allem ist es ein Unterschied ob jemand sich über eine schnell stumpf werdende Schneide beklagt oder ein Kunde anfängt richtig zu klagen, weil ein falsch gehärtetes Maschinenteil einen Millionenschaden verursacht hat.
Wie dem auch sei, selbst ein gut wollender Härtemeister wird sich vermutlich schwertun die Erfahrung aufzubringen, die ein Messerschmied im Laufe der Jahre mit den wenigen von ihm bevorzugten Stählen gesammelt hat.
Wo war ich stehengeblieben, 1.2379, ist er jetzt pm-mäßig erzeugt oder nicht?
Viele Grüße
Roman
PS: Dieses AJ Fighter von 2006 trifft meinen Geschmack, vor allem der Stahl, 1.1545 (total langweiliger Stahl, er ergibt zwar nebenbei super Klingen, aber kein Mensch streitet sich über seine Tauglichkeit dazu)