das Kochmesser ist ja ein Werkzeug, und bei einem Werkzeug hat der Griff gut in der Hand zu liegen, egal was vorn rausschaut. Was bringt es denn wenn er optisch gut aussieht und dem Auge gefällt, aber das Auge hat nichts mit der Hand zu tun, die ihrerseits auf Haptik steht, wenn das Messer so gut in der Hand desjenigen liegt, der es gebraucht, dann ist Optik zu vernachlässigen.
Schleifsteine, ich habe nichts gegen japanische Schleifsteine, im Gegenteil, aber sie reihen sich auch wie alle anderen in die Rige der Schleifsteine ein, und das heißt einfach, daß nicht jeder Stein mit jedem Messer kann. Leider haben wir nicht die Auswahl eines Herrn Okisatu Fujishiro, der für jede Klinge aus dem Sortiment Schleifsteine seiner Familie jeweils die passenden heraussuchen kann (ich habe zwar keine Ahnung wie man so etwas mit Augenmaß macht, aber ich bin nicht der Genannte, allerdings würde ich mir auch mal gern bei diesem Sortiment bedienen), also müssen wir uns mit dem zu Erreichenden befassen.
Ein Sensenwetzstein oder ein Korundstein machen normal kurzen Prozess mit allen Stählen, vor allem sind diese Steine günstig und man kann auch einmal zwei oder drei davon kaufen und mit der Diamanstscheibe auf der Flex sich mal ein paar kleine Begleiter für unterwegs aus einem billigen Stein schneiden, es ist zwar keine perfekte Schneide damit zu erreichen, aber Arbeitsschärfe reicht ja draußen aus. Der Feinschliff dann eben mit einem belgischen Brocken oder Schleifpapier, ganz wie man will. Das Abziehleder bleibt uns ja auch noch, ich frage mich wieso die Japaner das meines Wissens nicht benutzen, immer diese zerstoßenen Zunderpartikel gemischt mit was weiß ich für einem Öl und dann durch ein Stück Linnen gepreßt um die Schleifwirkung eines feuchten Lumpens zu erreichen. Aber das ist Tradition und es funktioniert ja anscheinend, zudem ich mir auch schwer vorstellen kann, daß man vor zweihundert Jahren in Osaka gerade mal zum Werkzeughändler gehen konnte um sich ein paar Bögen 2000er Schleifpapier zu holen.
Was mir gerade dazu einfällt, da bin ich noch gar nicht drauf gekommen, auf einem Stück Leder abziehen, die hatten zwar Leder für alles mögliche, aber ein paar anständige Schuhe hat man ja im Samuraijapan anscheinend nicht auf die Füße gestellt bekommen. Demzufolge fehlt ja auch die gesamte Bandbreite des Unterschuhleders, also auch der Bestandteil aus dem man die Abziehriemen macht.
Viele Grüße
Roman