Beiträge von juchten

    bevor jemand auf seltsame Ideen kommt mit seinem Messer. Um das zu testen wovon wir die ganze Zeit reden habe ich einfach mehrere Stähle versucht zu zerschlagen, sinnigerweise keine Klingen sondern Lagerschalen, Stahlschienen und Werkzeugteile; alle in verschiedenen Dicken und Formen um ein bißchen fair zu bleiben.


    test.JPG


    In meiner Schmiede waren es beim Test -14 Grad, der Stahl fühlte sich wirklich fürchterlich kalt an. Ich habe nacheinander versucht folgende Stähle mit einem 2500 Gramm-Hammer auf der Kante des Stauchs vom Amboss zu zerschlagen:


    Blattfederstahl, gehärtet, ungehärtet


    D2, gehärtet, ungehärtet


    1.2842 und 1.2510, gehärtet und ungehärtet,


    Feilenstahl, Wälzlagerstahl, Wolframstahl und zum Schluß ein altes Axtgehäuse und wenn meine Frau mich nicht aufgehalten hätte noch einen gefrorenen Kürbis.


    Bei keinem der Stähle ist es zu Absplitterungen oder sonstwas gekommen. Lediglich die ungehärteten "weicheren" Stähle hatte kleine Blessuren vom Hammer oder dem Amboss.


    Viele Grüße


    Roman

    Kälte in Gegenden wo Menschen sich noch aufhalten können ist total unerheblich für Stahl. Und nicht rostfreie Stähle haben nicht automatisch etwas mit hohem C-Gehalt zu tun, der meiste nicht korrosionsfeste Stahl hat im Prinzip keinen nennenswerten C-Gehalt.


    Viele Grüße


    Roman

    sehr schön geworden, ein klassisches Klappmesserchen aus einer anderen Zeit, wenn auch immer noch aktuell.


    Die Hamonlinie ist schön gelaufen, das ist ja gerade bei den kleinen Klingen manchmal ein wenig schwierig.


    Viele Grüße


    Roman

    das ist wirklich ein treffliches Thema, man kann seine Meinung sagen, respektive schreiben, und sich gleichzeitig jede Menge Freunde machen.


    Hier kann man soviel Für und Wieder anführen daß es einem nur noch schwindelig wird.


    Rettungsmesser ohne Wellenschliff sind natürlich undenkbar, obwohl man nur bei einem von hundert Unfällen jemand mit einem "Rettungsschnitt" aus seinem Gurt befreien muss, dann würde es wohl auch eine glatte Schneide tun. Seile kann man wohl mit einer gezahnten Klinge sprichwörtlich zackig zerschneiden, aber da man ja sein Seil nicht in Häppchen braucht wird es wohl ein Knoten tun, und ich gehe davon aus daß diese richtigen dicken Tampen von früher auf den Segelschiffen nicht mit einem Messer zerschnitten wurden sofern es nötig war, sondern mit einem Beil abgehackt worden sind, bzw. unter Zuhilfenahme eines starken Messers und einem Schlagholz getrennt wurden (meine eigene Meinung war das früher das Tauwerk geteert war um höhere Dauerhaftikgeit zu erlangen, was ohnehin schnell zum Ersticken jeder Schneide geführt hätte, aber ein Nachlesen in "Die Kunst des Segelns" hat mich belehrt daß man oft nur schlechtes Tauwerk teerte, was aber auch die Qualität nicht verbesserte, sondern nur zu einer überall sichtaren "Sauerei" geführt hatte).


    Omas gutes Brotmesser hatte wohl oft einen Wellenschliff der lange seine Schärfe hielt, was aber auch weniger dem Schliff zu verdanken war, sondern Omas Umsicht so ein Messer nicht mit anderen Messern in der Besteckschublade aufzubewahren. Das gegenseitige Aneinanderklappern der zusammen aufbewahrten Besteckmesserklingen war nämlich tödlicher für die Schneiden als ein noch so ungeschicktes Abgleiten beim Zerteilen eines Koteletts wenn Opa mal versucht hat dasselbe so zu essen wie die feinen Leute.


    An Survivalmessern findet man den Wellenschliff, an anderen nicht, ebenso an Jagdmessern wie an Taschenmessern aller Arten. Es erschließt sich für mich nicht und ich bin offen gesagt hin- und hergerissen. Habe ich ein Harpy in der Hosentasche fühle ich mich wie Herr Dr. Lecter, obwohl ich eher eine Salami zu attackieren habe als irgendwelche Unglückliche die den Weg des Genannten kreuzten. Aber eine Salami kann ich damit nicht schneiden ohne das Schneidbrett mit einem abstrakten Muster zu verschönern, also wieder ein Klappmesser mit glatter Klinge, aber mir gefällt das Harpy auch, so befindet sich links in der Hosentasche das Harpy für irgendwelche Paketöffnungen und rechts ein Klappmesser mit glatter Klinge für jeden Tag.


    Das ganze Dilemma hat bei mir dazu geführt daß ich jetzt den Zustand erreicht habe das, wenn ich nur ein Messer mit Sägezahnung dabei habe ich mich nicht traue damit zu schneiden weil das Schärfen oft umständlich ist und wenn ich nur ein Messer mit glatter Schneide mitführe schon im Voraus die Sägezahnung vermisse, obwohl ich weiß das ich sie zu hoher Wahrscheinlichkeit nicht benötige. Die Lösung wäre ein Messer mit geteiltem Schliff. Bloß, mit direkt über dem Griff angebrachter Welle schneide ich die Salamischeibe so das sie am Rand aussieht als ob ein durchgeknallter Friseur sie frisiert hat (abgesehen von der Holzschnitzkunst am Frühstücksbrettchen), an der Spitze angebracht werde ich das Gefühl nicht los sie dort nie zu brauchen.


    Ich werde doch wohl fachärztlichen Rat einholen müssen, in mir wohnen zwei Seelen, es gibt ja Ärzte die sich auf so etwas spezialisiert haben. Aber, auf der anderen Seite habe ich Angst daß der mich fragt ob ich bekloppt bin. Immerhin, darauf habe ich eine Antwort: "dafür sitze ich ja hier bei Ihnen". Das scheint mir aber auch keine Lösung zu sein, er kann mir mit aller Wahrscheinlichkeit auch nicht sagen wieso das eine gut und das andere schlecht und beides zusammen auch nicht gut oder schlecht ist oder sein soll, vor allem glänzen ja gerade dann diese Ärzte dadurch daß sie auch von Messern keine Ahnung haben.


    Danke, Ihr habt es wirklich geschafft mich restlos zu verwirren, "die Harpy + Glattschliffmesserlösung" ist ja schon eine Zumutung, aber jetzt ist mir wenigstens eine Teillösung eingefallen, ich suche nach einen Klappmesser das sowohl eine glatte Klinge wie eine mit Wellenschliff hat. Aber das ist auch wieder nur ein halbes Ding, dann habe ich ein Klappmesser mit zwei Klingen, was mir auch nicht zusagt und von der feststehenden Lösung bin ich noch Lichtjahre entfernt.


    Viele Grüße


    Roman

    Als Sicherheit hätte ich ihn auf jeden Fall dabei, so ein "Feuer- oder Funkenstab" ist immer eine sichere Bank für ein wärmendes Feuer, gerade wenn es dazu kommt wie geronimo schon sagt, alles feucht oder nass geworden ist. Aber ich bin auch ein bequemer Mensch, Klappe auf und Feuer an hat auch etwas, ich denke da muß jeder für sich einen Weg finden. Gut nachvollziehen kann ich auch daß das Feuermachen ein Teil des Besinnens auf draußen ist oder einem wieder vor Augen geführt wird wie wichtig ein Feuer früher war und heute immer noch ist.


    Sei mir bitte aber keiner böse wenn ich nicht das Feuer so entzünde wie die alten Schmiede früher, wenn sie vergessen hatten noch ein knorriges Stück Holz mit der letzten Glut zuzudecken. Die armen Tröpfe haben solange auf ein kaltes Stück Eisen mit dem Hammer geschlagen bis es rotglühend war und damit das neue Feuer für den Tag entfacht, selbstredend durfte derjenige diese Hammerschläge tun der am Abend zuvor die Nachlässigkeit begegangen hatte.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Ich könnte mir sogar die Freveltat vorstellen auf einer Tour durch Gebiete wo man schwer Feuer entzünden kann ein paar Stückchen von diesem weißen ekligen Zeug mitzunehmen was so seltsam nach Petroleum riecht, ich bin allerdings ein gewissenloser Pragmatiker.

    Als erstes gibt es da einen gewaltigen Unterschied zwischen einen Computerzeichnung und der Umsetzung, eins sieht meist sehr gut aus während das andere, also das was man in der Hand hält, nicht funktioniert. Holger, sieh Dir bitte mal die Seite der Klingenwurzel an die im hintern Bereich im Griff aufsiitzen soll. Das wird sie zwar, aber man kann das Klappmesser auf der Zeichnung nie so öffnen, daß es gerade steht, sondern es ist aufgeklappt nur cirka 3/4 geöffnet. Die Aussparung um die Klinge passgerecht aufsitzen zu lassen fehlt ganz einfach.


    Das zweite Problem ist dann doch dieses Chinesengespräch. Dein Entwurf hängt nun mal mit der ganzen China-Klappmessersache zusammen, da wirst Du wohl keinen einheimischen Macher finden, der sich der Sache annimmt. Hier wird westliche Innovation bei etwaigen Problemlösungen erwartet, die nachher von CNC Kopierfräsen die woanders stehen erledigt wird.


    Aber zurück zu deiner Frage, die Materialkosten werden überschaubar sein, aber die Stunden um so etwas auf die Beine zu stellen sind schwer zu schätzen. Zumal mußt Du auch einkalkulieren daß in der Zeit wo man in der Werksatt steht um den Chinesen eine Steilvorlage zu liefern die Auftragsarbeit von den Kunden liegenbleibt die gerade deshalb gern mehr bezahlen weil das bestellte Produkt nicht aus einer Kopierfräse kommt.


    Wenn wir das Ganze emotionslos betrachten und als Auftragsarbeit abhandeln schätze ich die Kosten grob zwischen 400 bis 800 Euro je nach Macher und Ausfürhung.


    Viele Grüße


    Roman

    Ich bin kein Jäger, erkenne aber in dem Kadaver auch ein Reh. Ich blättere jetzt mal im Jagdgesetz nichts nach, wenn ersichtlicherweise zwei Jäger im Vorgehen kein Problem erkennen wird es wohl so in Ordnung sein. Ich stelle es mir auch ziemlich anstrengend vor diesbezüglich eine Anzeige aufzunehmen, der zuständige Jäger fragt einen ob man wegen jedem Stück Kadaver mit einem Seil um den Lauf die Polizei verständigt und er schon immer sehen wollte wie man Fingerabdrücke nimmt, er weiß natürlich nichts von der Sache. Natürlich wird er sich erkundigen und auch selbst die Augen aufhalten wegen dieser üblen Sache.


    Mag sein daß dem einen oder anderen heutzutage so etwas sauer aufstößt, mir nicht, mir haben die lieben Füchse schon soviele Hühner weggefressen, daß ich ohnehin nichts dagegen habe wenn der ein oder andere Fuchsbestand ein wenig mehr bejagt werden würde.


    Früher war ja alles viel einfacher, wenn man zum Fischen ging hatte man an seinem Platz ohnehin immer eine Konservendose hängen in der Fischabfälle den Mückenkindern zur Nahrung dienten. Die Dose hatte unten ein paar Löcher und die Fische wie die Fliegen kannten den Platz.


    Hatte sich ein Fuchs eingestellt um den Hühnern nachzustellen wurde er mit ein paar Ölsardnen auf der Mist angelockt. Zudem wurde ein an einem Seil angebundenes Schweineohr von einem Ast herunterhängen gelassen, um auf den Hühnerdieb anzulegen wenn er sich danach streckt.


    Wenn ich daran denke, fast vierzig Jahre her daß ich mal so ein baumelndes Schweineohr gesehen habe, heutzutage wird man dafür sofort in den Kanast gehen, vermutlich wegen der Madendose auch, das einzige was geblieben ist, die Füchse fressen immer noch gern Hühner, wer soll es ihnen auch verdenken? Wobei sich mir mittlerweile die Frage stellt wie wohl Fuchsfleisch schmeckt? Gut gepflegt, immer genug an frischer Luft mit ausreichender Bewegung und regelmäßig geimpft, ich glaube die Füchse von heute sind gesünder als jedes Stück Fleisch aus einem Mastbetrieb.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: In einem Kochbuch von 1904 finde ich wohl noch Rezepte für Dachs, aber keins für Fuchs, allerdings erinnere ich mich an den Satz: "Unsere Marie, die hat den besten Fuchs gemacht, drei Tage in Essig und alle Trichinen waren tot", naja, guten Appetit.

    Wie gesagt, zweite "Drudenschneid"


    IMG_4258.jpgIMG_4259.jpg




    Der Griff besteht aus Hirschhorn, beide Zwingen am Griff geschmiedet, die Klinge ist handgeschmiedet aus dem "Vollen" und selektiv gehärtet mit sichtbaren Hamon. Klingenlänge beträgt 137 mm bei 38 mm Breite und läuft auf zwei Stahlscheiben und einer 6 mm Achse, Gesamtlänge 335 mm. Klinge ist geschlagen mit 3 Mondnachen und drei Andreaskreuzen.


    Es können also gewichtige "Alpdrücker" verscheucht werden.


    Viele Grüße


    Roman

    das ist ein sehr handliches und kompaktes Messer ins sehr gefälliger Form. Die handwerkliche Umsetzung ist ohne Fehl und Tadel, das Holz gefällt mir persönlich sehr gut, ebenso die Stahlwahl. 1.2510 ist eine absolut sichere Bank mit gutem Potential.


    Viele Grüße


    Roman

    beim nächtlichen fischen ist man ja, je nachdem was man dabei anstellt, auf diese Leuchtstäbe angewiesen. Ich habe mehrere Anbieter durchprobiert, konnte aber bei frischer Ware keinen großen Unterschied in der Leuchtkraft feststellen.


    Knicklichter aus einem Hunderterpack von vorletztem Jahr, den ich in einem Angelgeschäft gekauft habe, haben letztes Jahr im Sommer ganz schön an Leuchtdauer verloren, nach einer halben Stunde war es nur noch ein schwaches Glühen.


    Der nächste Pack wird wieder bei einem großen Angeldiscounter bestellt, kenne zwar die Marke nicht, sind aber immer anscheinend frisch und leuchten hell und gut sichtbar während eines stundenlangen Nachteinsatzes am Wasser.


    Diese grünfarbenen sehe ich bis auf gut 70 Meter immer noch, ansonst würde ich mal blau versuchen, es ist zumindest die Farbe die man unter Wasser als letztes noch als Farbe erkennen kann.


    Viele Grüße


    Roman

    das ist jetzt keine Kritik, aber bitte lies Dich mal in die Materie der optischen Instrumente ein bißchen ein.


    Wenn bei einem Fernglas die Angaben, z. B. 8x30 steht, dann bedeutet das im Großen und Ganzen dass das zu beobachtende Objekt cirka 8mal näher erscheinet, die zweite Zahl bezeichnet den Durchmesser der vorderen Linse.


    Im Prinzip ist aber alles ganz einfach, wenn ich eine Optik für spezielle Bedürfnisse brauche muß ich spezielle Preise bezahlen und alles andere ist nur ein Ersatz, dem es sowohl an Leistung wie auch an Verarbeitung fehlt, irgendwoher muß der Preisunterschied ja kommen.


    Wenn ich z. B., wie Du angeführt hast, eine Optik benötige um in der Wüste etwas zu beobachten, so ist ein "Riesenfernglas" im Prinzip oft gar nicht zu gebrauchen, während des Tages kommt es zu derartigen schlechten Sichtverhältnisse aufgrund der Hitze das ein 8 mal 30 genauso gut oder genauso schlecht ist. Wenn man allerdings des Nachts in der Wüste Sterne beobachten will kann das sehr schön sein, die Luft ist klar und je nach Wüste auch die Sicht gut, aber eine große Optik ist auch dann ohne Stativ unbrauchbar, weil man sie einfach verwackelt.


    Es führt nichts an einer kompetenten Beratung eines Fachmanns/ frau vorbei. geh z. B. in ein Geschäft für astronomische Optiken, die können Dir meist alles sehr gut erklären.


    Viele Grüße


    Roman

    es ist leider so wie die Vorredner schreiben, wenn es ein sehr gutes Erkennen ermöglichen soll, und dann noch auf die Entfernung von mehreren Kilometern, haben wir die Dimension "normaler Ferngläser" hinter uns gelassen. Je mehr Leistung man erwartet, desto schwerer wird die Optik und kann im Prinzip jenseits von 10x50 (auch das nur mit Einschränkung) nur noch auf einem Stativ betrieben werden.


    Wenn ich mir meinen 120 mm Frauenhofer ansehe, der wirklich in einer Entfernung von zwei Kilometern noch einzelne Federn an einem Graureiher erkennen lässt, dann ist das leider eine etwas unhandliche Sache, allein die Montierung wiegt schon fast einen dreiviertel Zentner und ist noch im schwachen MIttelfeld.


    Ein Spektiv wie die Schützen sie verwenden ist vermutlich die Wahl der Mittel, immer noch handlich und es gibt diverse Stative, auch solche mit einem Schraubanschluss für das Montieren in Holz.


    Wenn man keine Höchstleistung verlangt ist jederzeit ein Militärglas tauglich, gerade die alten Luftraumbeobachtungsgläser mit ihren großen Einblicklinsen ermöglichen ein langes Beobachten ohne Anstrengung.


    Ansonst bieten die bekannten Hersteller ausreichend Optiken, es muss nicht unbedingt Steiner sein, ein Nikon Marine 10x70 ist schon ein ordentlicher Brocken und bietet schon für rund 1200 Euro Höchstleistung. Wenn es dann unbedingt ein Hochleistungsglas für große Entfernung sein muss, und ohne Stativ gearbeitet wird, dann bleibt nicht mehr viel anderes übrig als Optiken mit eingebautem Bildstabilisator. Wie gesagt, ein Riesenglas aus freier Hand sieht zwar gut aus, bringt aber nicht viel mehr als ein 8x30, so ruhig kann kein Mensch so ein Teil halten.


    Letztendlich ist natürlich auch das eigene Sehen eine sehr wichtige Komponente, wenn man nicht mehr höchste Sehleistung hat oder trainiert ist im Beobachten weit entfernter Objekte kann meist die volle Leistung einer Superoptik nicht ausschöpfen.


    Viele Grüße


    Roman

    "So, das war der hoffentlich letzte Hammerschlag für dieses Jahr" sagt der Meister in der Schmiede zu seinem Gesellen, "heute ist Heiligabend und wir haben unsere Arbeit getan für dieses Jahr." Gewohnheitsmäßig räumen beide noch ein wenig auf und der Geselle fragt den Meister: "So richten wie jedes Jahr?" Der Meister besieht sich seinen Gesellen, "ein guter Schmied ist er geworden denkt er bei sich, langsam sollte er sich nach anderen Meistern umsehen, ich kann ihm nichts mehr beibringen und er ist noch jung und kann noch viel lernen, die vielen Sachen die ich nicht mehr lernen und verstehen werde."


    "Du weißt doch, wir verwehren ihm das ganze Jahr Esse und Amboss wenn wir Hammer und Zange gekreuzt liegen lassen, es ist Heiligabend, da sollte man gegenüber allen großherzig sein. Es ist nur noch Kohle da für einen Schmiedegang und die alten Holzknorren halten die Glut lange."


    Der Geselle zieht mit dem Feuerhaken den Schlackekuchen aus der Esse, legt zwei knorrige Stücke Holz in die Esse und deckt sie mit der Glut zu. In der Zwischenzeit legt der Meister Hammer, Zange und ein Stück guten Stahl an den Amboss.


    "So, noch eine Kerze in den Schraubstock, das war es dann, Licht, Feuer, Werkzeug, das reicht für ein Hufeisen."


    Der Geselle lächelt als beide die Werkstatt verlassen, der Meister lässt die Tür zur Schmiede weit offen stehen, "für alle Fälle" denkt er, "ich kann es mir so schon nicht vorstellen, aber dass er durch den Schornstein kommt, das halte ich doch für sehr unwahrscheinlich."


    Der heilige Abend ist ein schönes Fest geworden, die Kinder waren da und auch die Kinder der Kinder, es wurde gestaunt, gegessen, getrunken und gelacht. Und es wurde spät, erst nach Mitternacht waren sie heimgegangen und die weit angereisten hatten auch ihre Schlafstatt gefunden.


    "Gehst Du noch einmal raus?" fragt die Frau des Schmieds, "ja, es ist wegen der Holzstöcke, die an der Esse trocknen, ich lege noch ein bißchen was nach, schließlich ist es feucht und ich möchte nicht daß die Hölzer wieder Wasser ziehen." Beide mußten lachen, wußten doch beide nur allzu gut wieso und weshalb.


    Die Tür zur Schmiede war zu und durch die verrußten Glasscheiben konnte der alte Schmied ein flackerndes Licht sehen. "Das ist doch nicht möglich" dachte er und trat in die Werkstatt. Im Schraubstock brannte die Kerze und in der Esse ein zorniges Feuer, weil eine massige Gestalt den Blasebalg wie der Teufel blasen ließ.


    "Mach dein Maul zu, sonst zieht es hier noch mehr" sagte die massige Gestalt, die mit einem Arm immer wieder den Blasebalg pumpte während die andere ein Stück Stahl im Feuer einhielt. "Wenn Du schon vorwitzig bist, dann mach dich auch nützlich, sich selbst ein Hufeisen anzupassen ist gar nicht so einfach."


    Rein gewohnheitsmäßig legte der alte Schmied die schwere Lederschürze an und griff zum Hammer. Ohne ein Wort zu sagen schauten beide in das Feuer und als der glühende Stahl auf dem Amboss zu liegen kam hörte man den Takt von zwei Hämmern, der die Menschen schon so lange begleitet. Der Stahl war schnell geformt und gedornt.


    "So, das ist das ungefähre Maß" sagte der Gehörnte, "jetzt bist Du an der Reihe, Du weißt doch noch wie das geht?"


    "Ich habe schon lange nicht mehr beschlagen, ich weiß nicht ob ich das noch kann."


    "Für deine Gedanken habe ich jetzt keine Zeit, das alte Hufeisen klappert und juckt, mach schon!" sagte der Leibhaftige, wendete ihm seinen breiten Rücken zu und hob den Unterschenkel an. Die schon lange nicht mehr gebrauchte Zange für diese Arbeit war schnell gefunden, die Nägel hingen nur noch lose im Horn und fielen schon fast heraus, das alte Eisen fiel scheppernd auf den Boden. "Das wäre getan, ich muss noch ein bißchen hier und da richten" sagte der alte Schmied, dein Huf sieht ziemlich verwahrlost aus." "Mach deine Arbeit und mach sie gut, mehr sage ich nicht und ich geb Dir gleich -verwahrlost-."


    Mit flauem Gefühl wird geraspelt, das Eisen angepasst, genagelt und gefeilt. "So, fertig" sagt der alte Schmied nicht ohne Stolz, der so eine Arbeit schon lange nicht mehr gemacht hat, vor allem nicht an einem solchen Huf, der einem starken Kaltblüter nicht nachsteht.


    "Ich weiß was Du denkst, wenn ich einem damit einen Tritt in den Hintern verpasse vergisst er das nicht solange er noch keuchen kann" sagt der Gehörnte und lacht laut schallend. "Jetzt die Rechnung, eine Arbeit ist immer des Lohnes wert, was verlangst Du für dein Tun, das Eisen ist gut und ich merke es nicht einmal, sozusagen eine fast rundum perfekte Arbeit. Wie wäre es mit einem Sack voller Gold, vielleicht noch hundert Jahre leben, Ruhm oder sonst etwas was euch Menschen immer so im Kopf herumspukt?"


    "Du bietest mir Ruhm, ich lebe schon so lange ohne ruhmreich zu sein, die paar Jahre die mir bleiben werde ich ihn auch nicht vermissen, wieso sollte ich noch hundert Jahre leben, ich müßte zusehen wie alle sterben die ich liebe, ein Sack voller Gold ist kein Lohn für diese Arbeit, ein Handwerker soll immer das für seine Arbeit nehmen was die Arbeit wert ist, leg zwei Münzen in die alte Tabaksdose dort, das reicht für Stahl und Kohle, meine Arbeit ist ein Geschenk zum heutigen Abend" war die Antwort des alten Schmieds.


    "Menschlein, jetzt bin ich schon so lange da und lerne immer noch dazu" sagte der Teufel und legte zwei schwere alte Goldmünzen mit einer unbekannten Prägung in die alte Tabakdose. "Du wirst jetzt sagen, es ist zuviel, aber das ist es nicht, ich werde deine Dienste jetzt jedes Jahr in Anspruch nehmen, es ist sozusagen eine Anzahlung." Dann griff er einen Hammer und zwei der übriggebliebenen Hufnägel und schlug geschwind sein altes Hufeisen mit der Öffnung nach oben an die Wand der Schmiede. "Lass es dort hängen, es bringt kein Glück und keinen Segen, das kannst Du von mir nicht erwarten, aber wenigstens hält es Dir die anderen bösen Geister fern" sprach er noch und ging nach draußen, "noch ein letztes Wort Schmied, danke dafür dass Du die Tür offen gelassen hast, es ist wirklich keine Freude sich durch einen Schornstein zu zwängen, und ja, ich werde dich empfehlen."


    Schweißnass wachte der Schmied in der Früh auf, der Morgen schien fahl über den Wald. "Was ein schlimmer Traum" dachte er bei sich und stand auf. Nach dem Frühstück mit seiner Frau und seinen weihnachtlichen Besuchern fiel ihm plötzlich wieder das Feuer in der Schmiede ein. "Ich muß nachlegen, sonst ist das Feuer aus" dachte er bei sich und ging zur Schmiede. Die Tür war im Schloss und mit einem plötzlich unbekannten seltsamen Gefühl im Leib betrat er seine Werkstatt. Das Feuer war erloschen, alles kalt, genauso kalt wie die schweren Goldmünzen in der Tabaksdose und dem großen abgetretenen Hufeisen an der Wand.


    Ungläubig starrte er abwechselnd immer wieder von der Tabaksdose an die Wand bis sich ein Gedanke in seinem Geist bildete der ihn noch ungläubiger in die Welt sehen ließ, "um aller Himmels willen, wem wird er mich empfehlen?"



    Noch eine schöne Zeit zwischen den Jahren, ohne solche Besucher


    Roman

    Zwen, die Klinge ist nicht Hendrik gebrochen, sondern mir. Ich bemühe mich zwar sehr auf fremde Klingen aufzupassen, aber es ist leider nicht immer möglich alles so zu bewerkstelligen das ein einwandfreies Ergebnis herauskommt. Beim Ätzen nach dem Glühen ist mir schon aufgefallen, das sie sehr unterschiedlich zeichnet, aber in stiller Hoffnung weitergemacht. Aber es war wie so oft -nomen es omen-, sie brach einfach ab als ich sie nach dem Härtevorgang seitlich an den Amboss geschlagen habe. Man sieht eben nur bedingt in das Material hinein. Ich stehe auch gern dafür ein wenn einmal etwas nicht so funktioniert wie es soll, aber ich habe im Gegensatz zu den meisten Lohnhärtereien Ersatz geliefert.


    Viele Grüße


    Roman

    dieses Messer mit den grünen Griffschalen habe ich auch, ich benutze es zum Fischen gehen, wobei es vermutlich auch ohne zu mucken eine wilde Sau aus der Schwarte bekommt. Es liegt gut in der Hand, vor allem auch wenn man nasse oder sonstwie verschmutzte Hände hat und hält die Schneide ausreichend. Vor allem erleidet man keine Schwindelanfälle wenn man es mal irgendwo verliert, für den Preis braucht man sich keine grauen Haare wachsen zu lassen.


    Was das Schleifen betrifft, die genannten Schleifsysteme bekommen es bestimmt scharf, aber ein Stück Korundstein und ein Stück belgischer Brocken schaffen das auch.


    Insgesamt ist es für mich neben dieses kleinen Schnitzmessern eines der praktikabelsten Messer nordischen Stils, hier speziell was Serienfertigung betrifft.


    Viele Grüße


    Roman

    Natürlich wünschen wir uns und den Unseren Gutes, wenn das Rationale sich nicht damit anfreunden kann, ist es doch allemal besser als etwas Schlechtes zu wünschen oder zu befürchten. Ob es Gott gibt muß jeder für für sich beantworten, ich weiß es nicht, aber es gibt wohl eine unvorstellbare Schöpfungskraft, ob die wirklich auf einer Wolke schwebt und einen langen Bart hat überlasse ich den Malern diverser Ölgemälde.


    Auch ich wünsche Dir Rainer und uns allen hier ein paar schöne Tage, einen guten Jahreswechsel und eine angenehme Winterzeit. Es gilt auch diese Jahreszeit zu nutzen, die Tage werden nämlich schon wieder länger.


    Und für das neue Jahr wünsche ich vor allem allen ein bißchen leichteres Leben an sich, lasst auch mal alles liegen und lebt einfach ein paar Stunden ohne Sorgen, sonst wird man einfach zu schnell zum willenlosen Konsument jedweder Kost.


    Das erinnert mich an die Worte einer amerikanischen Poetin, zumindest an die Wortfragmente (sie wird es mir hoffentlich verzeihen, meine jämmerliche Übersetzung, aber sie war ja abseits ihrer manchmal schweren Verse ein sehr "weltoffenes Mädchen")


    -Häßliche Häuser sind auf Stein gebaut, kommt und seht meinen wunderbaren Palast, ganz auf Sand errichtet-


    Viele Grüß


    Roman

    also wenn man sich die Sache aus allen Blickwinkeln besieht und einmal die verschiedenen Geschmäcker außer Acht lässt, dann komme ich zu dem persönlichen Schluß daß es ein wohl gewöhnungsbedürftiges Erscheinungsbild hat, aber doch was Gebrauchseigenschaft betrifft vermutlich gar nicht mal so schlecht da steht.


    Es hat eine augenscheinliche Kopflastigkeit aufgrund der breiten Klinge und hackt bestimmt sehr gut, dünn genug um diverses zu schneiden ist es ja auch, wenn auch feinere Schnitte wohl ein wenig schwerer fallen. Dann ist alles handwerklich gut umgesetzt und ansprechend verpackt.


    Wenn jemand so ein Teil braucht ist es bestimmt keine schlechte Wahl. Von der Form her erinnert es mich ein wenig an diverse ältere Hippen-Formen, wenn auch sehr entfernt. Immerhin, früher gingen einige Leute in die Hecken, hatten ein einfaches Klappmesser und eine Hippe/Gertel oder wie auch immer dabei und konnten damit alles machen was sie vorhatten. Dieses Messer sieht sich auch so an, als ob es mit allem bis Unterarmdicke kurzen Prozess machen kann.


    Wenn es auch nicht direkt ein "normales" Klingendesign vermittelt, spezielle Gebrauchseigenschaften hat es bestimmt genug, bei einer Punkteverteilung von 1 bis 10 könnte ich mich durchaus mit einer guten 8 anfreunden, allein schon wegen seiner sauberen Verarbeitung.


    Viele Grüße


    Roman

    vorab, ich bin was Bogen und Pfeil betrifft ein totaler Theoretiker, habe zwar etliche Bücher über Bogenbau weil ich immer schon wissen wollte wie Bögen gebaut werden, aber keine praktische Erfahrung.
    Was den Stahl für eine Pfeilspitze betrifft könnte ich mir allerdings vorstellen, daß eine Spitze die aus einem zähharten Stahl, wie man so etwas früher nannte, durchaus eine Lösung darstellen könnte. Ein niedrig legierter Kaltarbeitsstahl wie der C 60 oder C 75 wären entsprechend gehärtet vermutlich durchaus in der Lage solchen Belastungen standzuhalten. Klingen aus diesem Stahl wiederstehen selbst ohne größere Schäden ein gefühlloses Schlagen an den Stauch eines Ambosses. Angelassen auf cirka 280 Grad nach dem Härten dürften sie eigentlich den Erfordernissen entsprechen, allerdings werden sie selbstredend bei einem direkten Treffer auf einen Stein auch beschädigt werden.
    Ich gehe mal davon aus, ohne ein Waffenhistoriker zu sein, daß Pfeilspitzen früher, gesetz dem Fall es war härtbarer Stahl vorhanden, auch ungefähr im gleichen Segment rangierten, was den Kohlenstoffanteil betrifft.
    Ein C45, der mehr ein Oberflächenhärter ist wäre vermutlich auch ideal, er nimmt durchaus brauchbare Härte an, aber bei der Dicke der Klingen an den Pfeilspitzen härtet dieser auch durch, wobei man nicht weiter ist als bei den genannten.
    Viele Grüße
    Roman