-Merc-, dieser Punkt 4, ich würde mal gern wissen woher diese Aussagen kommen.
Ein Schmiedefeuer im Mittelalter oder bei den Kelten war nicht kälter als eins bei uns, mit einem damals gebräuchlichen Blasbalg der handbetrieben war liessen sich jederzeit Temperaturen erzeugen die Stahl und Eisen auf Schweißtemperatur gebracht haben, abgesehen davon daß beim Einsatz der damals gebräuchlichen Holzkohle weitaus weniger Gebläseluft nötig war als bei Schmiedekohle, weil Holzkohle einfach leichter brennt.
Wurmbunte Klingen, ich glaube bis heute gibt es nur Spekulationen darüber wieso die Mittelteile von damals gebräuchlichen Klingen zum Teil tordierten Ursprungs waren. Das Tordieren von schwach kohlenstoffhaltigem Stahl in der Mitte einer Klinge erschließt sich mir nicht, die einen behaupten es hätte der Zähigkeit gedient, andere der Federkraft, sprich Flexibilität oder was weiß ich alles. Wenn ich schwach kohlenstoffhaltigen Stahl tordiere passiert gar nichts außer dass er gedreht ist, wenn ich ihn einschweiße passiert auch nichts, er ist nicht flexibler als vorher und auf Federhärte kann ich ihn nicht härten aus zwei Gründen, der erste ist dass er nicht Kohlenstoff genug hat um auf Federhärte zu kommen und der zweite Grund ist noch einfacher, wenn ich den Mittelteil einer Klinge auf Federhärte anlassen will muß ich weit hinter das Temperaturfenster er Härtetemperatur der Schneide gehen, also wird diese wieder ausgeglüht und somit unbrauchbar als Schneidwerkzeug.
Ich glaube langsam die haben die Mittelteile verdreht damit es einfach besser ausgesehen hat, das Leben war ja schon trist genug, lasse mich aber gern diesbezüglich belehren, aber bitte keine Spekulationen sondern etwas was man bei einem Fachmann nachlesen kann, vornehmlich mit Hochschulabschluss in Metallurgie oder Geschichte, oder beidem von mir aus. Wenn wir schon spekulieren, vielleicht hatte es auch irgendeine rituelle Bedeutung, wurmbunt, das könnte sich auch Drachen bezogen haben, oder was weiß ich.
Homogen war definitiv jeder Stahl der damals im Gebrauch war, das Material aus den Rennöfen mußte ja zuerst mehrfach mit sich selbst verschweißt werden um überhaupt mal in eine Form zu kommen aus der man etwas schmieden konnte, bis endlich ein geschmiedeter Gegenstand auf dem Amboss oder Ambossstein lag, war das Metall so oft erhitzt und gehämmert worden dass es bestimmt homogen war.
Damast, respektive Feuerverschweißungen waren keine Frage oder Gutdünken vom Schmied, das Verschweißen des Materials mit sich selbst war ein unabdingbarer Vorgang um überhaupt etwas in der Hand zu halten aus dem man etwas schmieden konnte. Und das ist alles noch gar nicht so lange her, es gibt heute nch jede Menge Gitter und Zäune, die , wenn man sie durchtrennt und die Schnittstelle poliert und ätzt astzacke Musterzeichnung erkennen lassen.
Genauso sind japansiche Schmiede verfahren, es ist total egal wie wir den "Reduktionsofen" nennen, das Produkt ist immer ein ein "schwammähnliches" Gebilde dass erst durch Weiterverarbeitung, sprich durchschmieden und mit sich selbst verschweißen so geformt wird dass man einen "Grundstahl" in der Hand hält.
Unsere Hochleistungsstähle machen Damast auch nicht überflüssig, da muss ich mal eine Lanze für dieses Material brechen. Das Material was durch Feuerverschweißungen erzeugt wird ist nicht durch irgendeinen anderen Stahl zu ersetzen, es vereint sowohl optimale Zähigkeit wie Härte durch Diffusion der einzelnen Komponenten, so etwas kann man gar nicht ofentechnisch erzeugen. Diese Aussage möchte ich aber bezogen sehen auf den Thread, Schwerter.
Viele Grüße
Roman
Beiträge von juchten
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super Idee Fred, Du bist wirklich ein richtiger erfindungsreicher Geist, etwas was in der heutigen Gesellschaft irgendwie auf der Strecke geblieben ist. Für mich bist Du der "Daniel Düsentrieb" der Messermacher, wenn ich das einmal so freizügig sagen, bzw. schreiben darf. Eins steht fest, sollte mich mal ein technisches Problem plagen wirst Du es als erster erfahren, natürlich mit der Vorgabe eine alsbaldige Lösung zu erwarten.
Viele Grüße und weiter so
Roman
PS: Wenn wir mehr von deiner Sorte hätten, dann müßten sich die schlauen Männer bei der Nasa oder sonstwo auch nicht mehr soviele Sorgen um ein Raumschiff mit Warp-Antrieb zu machen -
super Idee Fred, Du bist wirklich ein richtiger erfindungsreicher Geist, etwas was in der heutigen Gesellschaft irgendwie auf der Strecke geblieben ist. Für mich bist Du der "Daniel Düsentrieb" der Messermacher, wenn ich das einmal so freizügig sagen, bzw. schreiben darf. Eins steht fest, sollte mich mal ein technisches Problem plagen wirst Du es als erster erfahren, natürlich mit der Vorgabe eine alsbaldige Lösung zu erwarten.
Viele Grüße und weiter so
Roman
PS: Wenn wir mehr von deiner Sorte hätten, dann müßten sich die schlauen Männer bei der Nasa oder sonstwo auch nicht mehr soviele Sorgen um ein Raumschiff mit Warp-Antrieb zu machen -
ihr macht Euch das Leben wirklich schwer, als ob es für einen von uns zur Debatte steht ob er entweder etliche Tausender für ein mittelalterliches europäisches oder asiatisches Schwert ausgeben will.
Diese ganzen Tests ob und welches Schwert unter welchen Bedingungen besser ist, das ist in meinen Augen alles Firlefanz und nicht mehr als ein Werbegag. Authentisch wäre es wenn man ein mittelalterliches Schwert gegen ein mittelalterliches Katana testen würde, aber das wäre nicht mehr als totaler Schwachsinn. Kein Mensch weiß ob und wie welche Klinge gehärtet war und aus welchem Material sie bestanden hat, diese Reportage war in meinen Augen nur peinlich, sonst gar nichts und mit dem Aussagewert der gleich Null ist.
Und offen gesagt bin ich erstaunt daß jemand wie Herr Roth, der einen so seriösen Eindruck machen will, sich für so etwas hergibt.
Viele Grüße
Roman -
das ist jetzt ein wenig relativ, Herr Roth ist zufällig im Gebrauch der Blankwaffen auch bewandert, oder wie man das ausdrücken sollte, und er schmiedet auch lange Blankwaffen, das ist bestimmt von Vorteil, mal ganz abgesehen davon dass die Waffen von Herrn Roth superb aussehen und bestimmt auch sind.
Aber es ist ja auch so, dass man als Schmied nicht auch noch die "Kämpferei" betreiben kann, wo sollte man denn seine Zeit mehr investieren, ein Schmied der den ganzen Tag am Amboss steht hat Abends keine Lust irgendwelche feuchte Matten im wallenden Rock zu zerschneiden, wer den ganzen Tag geschmiedet hat ist abends müde. Es geht ja noch weiter, nicht jeder Schmied schmiedet lange Blankwaffen und erzielt damit hochpreisige Ware, das ist selbst nicht allen japanischen Schmieden möglich. Und es werden ja nicht nur Messer geschmiedet, ich habe schon Schnitzmesser für Geiegenbauer geschmiedet, habe weder von Musik geschweige vom Geigenbau Ahnung, habe Zimmermannsbeile und -hämmer, Schieferhämmer und Stechbeitel geschmiedet, bin auch kein Zimmermann, Meissel, Maueranker und was weiß ich nicht noch alles aus dem Feuer ausgetragen und bin weder Maurer, Sattler noch sonst etwas. Ich sags mal offen und ehrlich, ein Kampfmesser ist offen gesagt was die Schmiederei betrifft da eine reine Erholung, selbst wenn es wirklich mal zum Einsatz kommt, ein Stechbeitel der in Eichenholz benutzt wird hat größeren Belastungen standzuhalten als irgendein Kampfmesser, mal davon abgesehen dass die Schneide durch Hammer- oder Klöpfelschläge vorangetrieben wird.
Das relativiert alles, offen gesagt ist ein Steinmeißel Belastungen ausgesetzt die noch kein Katana oder irgendein sonstiges Schwert aushalten musste, dagegen sind Knochen nicht mehr als ein paar dürre Äste. Wenn wir schon dabei sind, hat sich jemand schon mal die Frage gestellt wie es möglich war oder noch ist dass der Spalter bei einem Metzger zwanzig Schweine der Länge nach durch das Rückgrat spalten kann ohne dass man ihn nachschärft, dabei ist er nicht mal aus PM-Stahl, noch hat ein japanischer Meisterschmied ihn gemacht, nicht aus Damast oder sonst irgendetwas ausgefallenem, heute sind sie vermutlich aus 1.4034, früher aus gewöhnlichem Kohlenstoffstahl. So ein Spalter kann jeder Schmied schmieden, sollte es zumindest, ohne jemals Metzger oder Schwein zu sein.
Viele Grüße
Roman
PS: hab noch was vergessen, ein Schmied ist eigentlich was ein Kampfmesser betrifft ein etwas vorbelasteter Ratgeber, alles was unter einem Pfund wiegt nimmt man kaum noch wahr in der Hand. -
wenn Du Klingen aus SB1 härten willst, dann schließe ich mich allen Vorrednern an, schick sie zu Herrn Schanz oder sonst einem Härteservice. Diese legierten Stähle könnte man theoretisch mit Hlfsmitteln im offenen Feuer härten, wäre aber ein mehr als gewagtes Unterfangen und würde zumindest einen richtigen Schmiedeherd voraussetzen, mal abgesehen davon dass man genau wissen muss was man da tut. Es ist schon schwierig genug niedrig legierte Kaltarbeitsstähle im offenen Feuer erfolgreich zu härten.
Die legierten Stähle haben eben durch die Legierungen in höheren Temperaturbereich verschobene Härtetemperaturen, müssen dort auf bestimmten Temperaturen gehalten werden, verlangen eine sauerstofffreie Atmosphäre und nach dem Abschreckvorgang erfolgt meist ein Anlassvorgang den man einfach kaum zuhause bewerkstelligen kann. Dabei muss die Klinge wieder je nach Stahl auf Temperaturen gebracht werden die jeden Backofen zum Brennen bringen würde und wer hat schon die Möglichkeit einen Frostvorgang durchzuführen der jenseits aller gemessenen Minustemperaturen auf unserem Planeten liegt.
Wie gesagt, schick deine Klingen zu jemanden der das für dich übernimmt, es wäre schade die selbst gefertigten Klingen, in denen ja doch eine gewisse Spanne Lebenszeit investiert worden ist, durch einen Härteversuch mit ungeeigneten Mitteln zu beschädigen, bzw. zu zerstören.
VG
Roman -
Schwerter haben schon immer die Phantasie beflügelt und von großen Heldentaten gekündet, dieser ureigene Wunsch nach einer langen Blankwaffe ist wohl angeboren. Was ein Glück für die Blaublütigen (wobei die Franzosen was das betrifft gänzlich andere Vorstellungen haben), ein Schwert lässt man sich nicht anfertigen, das erbt man von seinen Vorfahren, sozusagen ein in Stahl gewordenes Symbol der Ausbeutung der Unterprivilegierten. Wie überhaupt, ein nicht Adeliger und ein Schwert, das ist doch einfach nicht denkbar, früher war es auf jeden Fall nicht denkbar, dafür hatten sowohl Geistlichkeit wie Weltlichkeit gesorgt, wer sollte jemandem auch ein Schwert schmieden der nicht dem auserkorenen Stand angehörte?
Na endlich, die Ritter betreten den Schauplatz der Geschichte. Alles davor ist in ihre feuchten Gräber gesunken, mit oder ohne Schwert oder Singsang. Im MIttelalter gings hoch her, die Herrn Ritter sagten den Deppen am Pflug wieso sie noch ein paar Äcker mehr pflügen sollen, mit einem Schwert an der Seite war das Erklären auch ein bißchen leichter. Man kannte sein Gegenüber und das gegnerische Schwert, war das einmal nicht der Fall, so wurde sich vor dem ganzen Gehacke natürlich vorgestellt, das Auswendiglernen der inzestösen Ahnenreihe war ebenso wichtig wie das Herableiern irgendwelcher Gedichte oder Singsang um eine der bestimmt seltsam duftenden Damen zu betören, für die man natürlich auch gern Abenteuer in Kauf nahm, meist kam man dabei um, entweder durch ein anderes Schwert oder durch eine syphillöse neue Bekanntschaft. Die Schwerter waren selbstredend bei allem dabei, bei den Kämpfen in den Laken wie auf dem Schlachtfeld, ebenso wie beim Abgang.
Die Schwerter gingen überall hin mit, zum Schlachtfeld, zum sündigen Sarazenen und zum garstigen Drachen, selbstredend um alle drei zu bekehren oder zu erschlagen oder auszurauben, pardon, den Schatz zu bergen, aber am besten stellte man alles mit ihnen an, bekehren, töten und ausrauben, so war man auf der sicheren Seite, einen für den Glauben, einen für den Ruhm und einen für die Schatztruhe, es war eine gute Zeit für einen erfolgreichen Schwertträger. Und zum Schluß singen die besoffen gemachten Barden noch davon was man für ein Schönling ist, nach vierzig Jahren auf dem Boden schlafen, nicht waschen und jeder Menge nicht gut verheilter eiternder Wunden, abgesehen vom Schorf unter der Blechkappe, was will man mehr?
Aber kommen wir zum Schwert zurück, Schmied, Köhler, Eisenmacher (oder wie immer die Jungs hießen die das früher machten) arbeiteten zusammen bis endlich das begehrte und vielbesungene Stück Stahl da war, zu Ehren des Ritters, die drei Genannten hatten wohl nicht viel davon, außer der Arbeit, aber die war man ja gewohnt. Nachdem der Rennofen gut beschickt war und endlich die wertwolle Luppe geborgen war wurde daraus durch mühsames Schmieden in Form von schweißen und recken endlich ein Stück homogenen Stahls was man irgendwann zur Klinge formen konnte, mit ein bißchen Glück hielt das geschaffene Teil auch das was man sich erhoffte, immerhin, wenn es nicht hielt und das gegnerische Schwert besser war, dann hatte man auch nicht mit Reklamationen zu rechnen.
Das Schwert hat uns immer schon begleitet, es war in Urzeiten jedem Depp schnell klar dass man mit einem drei Fuß langen scharfen Stück Stahl fast immer auf der Gewinnerseite war, so trat der Siegeszug dieser Waffe an, bis irgendwann die Armbrust das Feld der Ehre betrat und es jedem -Nichtblaublütigen- möglich war eben diese aus sicherer Entfernung zu ihren Ahnen zu befördern, das wurde anfangs mit Entrüstung, dann mit Aufrüstung wahrgenommen. Nach diesen Zeiten war es nur noch ein Schritt bis zur Feuerwaffe und das Schwert hatte im Prinzip wie fast alle anderen blanken Waffen was Kriege anbetraf fast ausgedient.
In Japan hielt sich das Schwert, nennen wir das Katana ruhig so, bedeutend länger. Immer schon von großer Bedeutung für den Herrn Samurai und den Adel, von noch größerer Bedeutung für die, die nicht den beiden Berufsgruppen angehörten, man hatte gehörig Respekt vor einem solchen Stück Stahl. Die Arbeitsweise der japansichen Schmiede war nicht von so großem Unterschied, ein Hammer bleibt ein Hammer und ein Amboss ein Amboss, der Kohlenstoffgehalt ist mehr oder minder der gleiche und vieles was man meint an besserem Stahl hier oder dort gehört zu haben ist nicht mehr als vielbesungene Volksglaube. Ein Schwert ist eine traditionsbehaftete Angelegenheit, und die Tradtion des Schwertragens ist in Japan eben noch nicht so lange vorbei wie bei uns, also noch viel präsenter. Vor fünfhundert Jahren wäre uns ein Schwert auch gegenwärtiger gewesen als heute, wobei ich natürlich nicht sagen will dass die Japaner fünfhundert Jahre rückständig sind, dass das nicht so ist wissen wir ja alle.
Schwert und Damast liest man immer, diese schönen Muster sind wirklich eine Augenweide, aber was früher unumgänglich war ist heute mehr oder minder ein Aufrechterhalten einer alten Technik, das ist natürlich gut so, macht aber kein Schwert besser. Eine Schwertklinge aus einer alten Blattfeder zerteilt eine Blechtonne ebenso locker ohne viel Schaden zu nehmen wie eine aus Damaststahl, oder traut sich das etwa keiner mit einer so teuren Klinge, nein, das kann ich mir nicht vorstellen, obwohl feuchte Matten ein wenig klingenschonender sind als der gefalzte Rand einer Tonne. Wenn schon authentisch, dann richtig, keine Werkzeugstahlverschweißereien des Auges halber sondern Material aus dem Rennofen, was die Sache noch einmal verteuert. Aber man käuft sich ja nicht wöchentlich ein Schwert. Damit will ich keinen "modernen" Damast madig machen, dafür gefällt er mir viel zu gut und man weiß als Schmied wenigstens wo man dran ist, es fehlt den meisten wohl die Erfahrung mit dem Material aus dem Rennofen, mich nicht ausgenommen.
Aber egal wie man an die Schwertherstellung rangeht, Monostahl oder Damaststahl, Rennfeuereisen, Tamahagane oder moderne Stähle, es bleibt die Faszination und die Arbeit, eine lange und schwere Arbeit wenn man von Hand arbeitet. Ein Schwert ist immer etwas Besonderes, es dauert viel länger als ein Messer, man muß auf klingenspezifische Anforderungen eingehen die ein Messer nicht hat, die Balance ist bei einer Schwertklinge sehr wichtig, ebenso die richtige Flexibilität usw., es soll sich ja nicht mit einem Sprung aus der Hand verabschieden nach einem Schlag an einen festen Gegenstand, es ist und bleibt ja nicht viel anderes als eine scharfe Stahlfeder die unter Belastung erhebliche Kräfte freisetzt.
Wie dem auch sei, es war, ist und bleibt immer etwas was an andere Zeiten erinnert und es ist immer noch gefährlich, und ich stimme gern -nukm- zu, man kann sich mit einer solchen Klinge auch sehr schnell selbst verletzen, und das ist dann fast immer eine Wunde, im Prinzip das gleiche wie eine Schnittverletzung, nur viel schlimmer, mit cirka drei Pfund rasurscharfem Stahl kann man nicht spielen.
Das Schwert war lange Zeit so gut wie tot, aber es fängt wieder an sich zu erheben aus dem Dunkel der Zeit. Das Verlangen nach Schwertern ist heutzutage wieder da, die Industrie und die Schmiede antworten natürlich darauf, mit mehr oder wenigen guten Stücken, hier, in Japan und auch in den Staaten, wo man sehr gute Stücke bewundern kann.
Sei es drum, der Mythos lebt weiter, wenn man ein solches Stück Stahl in der Hand hält, mehr oder weniger lang, breit oder schlank, in einer schweren Lederscheide oder in einer kunstvoll lackierten Holzscheide, es ist einfach Faszination, und das in einer Zeit wo man die Klingen auf 12 cm begrenzt hat.
Viele Grüße
Roman -
sehr saubere Arbeit Pascal, die handwerkliche Umstzung ist wirklich beispielhaft. Ja, man kann die Kanten runden, aber ich würds auch so nehmen.
VG
Roman -
keine Sorge -archer-, ich kenne Myamoto Musashi auch, zwar nicht persönlich, was sehr verwundernswert wäre, sondern habe sowohl das -Gorin-no-sho- und die Biografie des Meisters gelesen, das -Gorin-no-sho- ist sogar die Erstauflage von 1983. Das waren Zeiten in denen ich zwar gern mal als Zuschauer gewesen wäre, aber auf keinen Fall als Akteur, ich meine natürlich nicht 1983.
Was die japanischen Schwerter betrifft, die eigentlich nur im übertragenen Sinn Schwerter sind (zumindest nach der europäischen Gliederung der Blankwaffen, wo sie als Säbel eingestuft sind), gebe ich Dir absolut Recht, jedes Katana ist das Produkt mehrere Meister die ihr Fach wirklich verstehen, und zwar nicht erst seit gestern.
Die europäischen Schwerter stehen diesen allerdings nicht nach, auch hier gab es fantastische Waffen, aber wir lebten nicht in einer Isolierung wie die Japaner sie freiwillig wählten, wir waren und sind immer, offen nach allen Seiten. Das hat natürlich immer schon zu Konflikten geführt und nirgends war man so rührig sich Waffen auszudenken und herzustellen, in mannigfaltiger Form, was sich auch in den Blankwaffen niedergeschlagen hat. Ein gutes Schwert ist teuer und das soll auch so sein, ist es doch eine lange Arbeit bis man endlich das fertige Schwert in der Hand hat.
Ein Schwert ist eine ernste Angelegenheit, der Charakter des Schwerts ist das Töten, es taugt im Prinzip zu sonst nichts anderem, so sollte man sich auch an diese Angelegenheit heran begeben.
Viele Grüße
Roman
PS: Micha, es war herzerfrischend -
das hilft zwar jetzt keinem weiter, aber ich kenne eigentlich keinen Stahl der einem Korundstein erwähnenswerten Widerstand bieten kann, nach einem aggressiven Korundstein ist ein letztendlicher Schliff mit Schmirgelpapier oder feineren Steinen auch ruckzuck gemacht.
1.2379 oder D2, da gibt es oft geteilte Meinungen, aber so wie ich jetzt unterrichtet bin gibt es diesen Stahl in durchaus messertauglicher Ausführung die nichts mehr mit der "alten Darreichungsform" zu tun hat. Was die Wärmebehandlungen betrifft, da muss man sich eben auf den Hersteller verlassen und nicht vergessen, dass viele Klingen nicht auf ihr Optimum was ihren Gebrauchswert betrifft wärmebehandelt werden, sondern dahingehend dass man auch von unsachgemäßer Handhabung ausgeht.
Rasurschärfe ist im Prinzip bei jedem Stahl zu erreichen, auch bei Baustahl, die Frage ist nur wie lange hält diese Schärfe unter welchen Bedingungen.
Viele Grüße
Roman -
wunderschön umgesetzt Chris, sieht wirklich ohne Fehl und Tadel aus.
Viele Grüße
Roman -
nach dem Härten, ein Bild unmittelbar vor der "Probehackerei" und eins danach.
92db346f.m.jpg1319de54.m.jpg
Gehärtet wurde selektiv, abgeschreckt in flüssigem Rindertalg, am Feuer angelassen.
Viele Grüße
Roman -
ja, über die Daumenrampe kann man geteilter Meinung sein, aber wenn es einem gefällt, wieso nicht? Ansonst wirkt es für mich zumindest mal stimmig, ich denke aber daß durch die Proprotionsverschiebung in Realität sich alles noch ein bißchen verschieben kann.
Was diese Klinge und den Dremel betrifft, mit so einem "Dremeldings" in vier mm Stahl, da geht es ja nicht vor und zurück. Besorg Dir eine günstige Flex und ein paar mm-Trennscheiben, einen Eimer Wasser dabei und trenn Dir deine Klinge da raus, dann hat man das doch in ein paar Minuten erledigt. Oder noch einfacher, trenn die Klinge raus ohne Kühlung, mach mit einer Lamellenscheibe die Schneidenflanke, bohr die Löcher für den Erl und schick sie dann zu einer Härterei, Du weißt ja welcher Stahl es ist. Der Vorteil dabei, wenn Du die Schneidenflanken mit der Lamellenscheibe in Form bringst glüht auch gleichzeitig der Stahl aus, dann lässt er sich auch einigermaßen feilen oder schmirgeln.
Viele Grüße
Roman -
das ist wirklich akkurate Schmiedearbeit, da unterscheidet sich nichts zu früheren Zeiten, aus einem "Klotz" Stahl wird eine Klinge geschmiedet. Die Arbeit ist super umgesetzt, aber das sieht wohl jeder der die Bilder sieht.
Da das Augenmerk bei den Bildern unwillkürlich auf den Integralbereich gezogen wird, geht mir nicht anders, ist es möglich daß man übersieht wieviel Arbeit Du dir mit der Spitze der Klinge machst. Nach klassischer Manier wird diese augenscheinlich schräg abgechrotet und dann nach unten in Form geschmiedet. Mehr kann man einer Klinge nicht mit auf den Weg geben, das ist wirklich hundertprozentige Arbeit.
Viele Grüße
Roman -
ich schreibs einfach hier rein, die beiden Messer sind heute bei mir angekommen, Gewicht der blanken Klinge exakt wie Markus beschrieben hat. Wenn so ein Messer fertig montiert ist, dann hat man schon ein anständiges Werkzeug in der Hand.
Viele Grüße
Roman -
ja, was Markus schreibt hat Hand und Fuß. Beim besten Willen, so ein Küchenmesser ist da irgendwie kein Vergleich. Wenn man gesehen hat wie die Freunde aus Holland da zur Sache gegangen sind, da tun sich ganz neue Ansätze auf.
Viele Grüße
Roman -
Tom, hier soll es primär nicht darum gehen jemand die Lust am Messermachen zu nehmen, sondern darum einem der damit anfängt den möglichen Frust zu ersparen. Aus dem Grund findet man hier auch sehr selten den Verweis auf die Suchfunktion, so etwas nenne ich "Frusterzeugen im Vorfeld", Fragen die gestellt werden sollen auch beantwortet werden.
Ich weiß nicht wie Du ausgerechnet auf diese beiden Stähle kommst, aber tanzen wir mit den Mädchen die da sind, 1.2442 ist ein ziemlicher Brocken wie alle mit Wolfram legierten Stähle und können bei Erstversuchen durchaus ein sattes Frustpotential beinhalten, die guten Schneiden dieser Stähle kommen ja nicht von ungefähr. 1.2519 ist in dem Sinn auch kein "Leichtgewicht", aber wenn Du dich dafür entschieden hast wird das schon einen Grund haben. Wenn Du Zugang zu einer Erodieranlage hast, dann ist zumindest mal die Form ohne Stress zu erzeugen. Es spricht allerdings auch nichts dagegen sich auf die Schiene die Messerkonturen aufzuzeichnen und sie mit der Flex auszuschneiden, mit einer 1 mm Trennscheibe ist das kein unmögliches Unterfangen. Auch wenn der Stahl dabei heiß wird, das ist egal, er muß ja noch gehärtet werden. Übrigens erzeugt das Trennen von 1.2519 einen wunderbaren roten Funkenstrahl durch seinen Wolframanteil. Die Schneidenflanken kann man mit einer Lamellenscheibe in Form schleifen und den Rest dann von Hand mit der Feile erledigen. Falls die Feile nach der ganzen Arbeit mit dem Winkelschleifer nicht mehr so richtig greift leg ihn einfach mal für eine Stunde in ein Holzkohlenfeuer und lass ihn nach und nach auf der obersten Glutschicht immer mehr mehr runterkühlen und zum Schluss an der frischen Luft kalt werden, er ist dann zwar nicht weichgeglüht aber doch soweit wieder in Form daß man ihn einigermassen feilen kann.
Wenn Du natürlich in einer Werkstatt vorarbeiten lassen kannst die eine Erodieranlage haben, dann haben die bestimmt auch eine Fräse mit einem entsprechend verstellbaren Kreuztisch, das wäre eine immense Arbeitseinsparung wenn man sich für gefräste Klingenflanken entscheiden würde.
Der Bandschleifer, jetzt ohne Hohn, wir haben uns hier schon ausgiebig über Bandschleifer unterhalten. Nur soviel, je teurer, desto mehr Möglichkeiten. Die Frage ist eigentlich nicht welcher Bandschleifer, sondern wieviel will ich für einen ausgeben und ist es mir das wert, mache ich nur ein Messer oder will ich regelmäßig ein Messer herstellen? Es gibt Bandschleifer von diversen Messermachern, aber der leider nicht mehr gebaute BS 200 von Metabo ist schon eine sehr taugliche Maschine.
Zum Schluß noch ein Tip, es gibt genug Messermacher die Kurse anbieten, es spricht wirklich nichts dagegen mal einen Profi aufzusuchen und sich vor Ort den ganzen Herstellungsprozess anzusehen. Man sieht wie die Arbeit am Bandschleifer vonstatten geht, ob einem dieses Modell liegt oder doch lieber ein anderes, was man alles so braucht und wie man dies oder jenes am besten anstellt. Ich will Dir keinen Bandschleifer ausreden, aber so ein paar Stunden bei einem Profi können einem enormen Frust ersparen.Viele Grüße und gutes Gelingen
Roman -
sag mir mal bitte wie Du auf einen zweiprozentigen Wolframstahl kommst wenn Du nicht einmal weißt wie man zwei Griffschalen an einem Erl festschraubt?
Viele Grüße
Roman -
was -kawafahrer- da schreibt unterschreibe ich blind mit.
Alle Konstruktionen mit Bohrständer, Bohrmaschine und einem Kreuztisch sind zusammen im Gegensatz zu einer Fräse nicht mehr als ein schlechter Behelf. Es ist wirklich schon so daß man so gut wie keinen einzigen massiven belastbaren Bohrständer mehr bekommt, Magnetständer mal außen vor. Die Bohrmaschinen ohne Transmissionen laufen viel zu nervös um in Stahl Löcher zu bohren und ein Kreuztisch in passender Größe zu finden ist allein eine Herkuilesaufgabe.
Ich habe mal nachgesehen, wenn man zwei qm Platz hat, dann kann man sich für rund einen Tausender eine gebrauchte Fräsmaschine kaufen, gut, die ist nichts für den Hobbyraum, aber dafür gibts auch keinen Ärger. Sobald man nämlich anfängt in Stahl arbeiten zu wollen ist es genau wie -kawafahrer- schreibt, Kraft in der Maschine ist nur durch noch mehr Kraft zu ersetzen, das bedeutet nämlich gleichtzeitig ein ruhiger Lauf. Und ruhiger Lauf ist nicht nur wichtig bei Arbeiten in größeren Dimensionen, gerade bei kleinen Werkstücken ist man da auf der sicheren Seite.
Man kann zur Not Löcher mit der Handbohrmaschine bohren, genauso kann man den Bandschleifer durch feilen und schmirgeln ersetzen, aber eine anständige Fräse kann man nur durch die nächste anständige Fräse ersetzen.
Viele Grüße
Roman -
oh Mann Markus, genau wie Du gesagt hast. Wenn ich an die Dimension von der Ausgangsschiene denke mußtest Du wahrscheinlich den Schrotthändler kommen lassen um das abgeschliffene Material zu entsorgen. Die Klinge sieht super aus.
VG
Roman