Beiträge von juchten

    Stealth, such Dir kein neues Sägeblatt im Baumarkt, sondern such Dir ein altes von einer großen Tischkreissäge oder Wippsäge, die sind erstens dicker und zweitens meist aus C 75. Ja klar kann sich eine Messerklinge verbiegen in 3 mm Dicke wenn sie nicht richtig gehärtet ist, sie kann auch abbrechen, die richtige Härte zu treffen ist eben das Problem bei der ganzen Härterei.


    Und ich würde anstatt Kydex als Griffmaterial zu nehmen eher zu Micarta greifen, dann braucht man nicht so viele Lagen übereinander zu kleben.


    Viele Grüße


    Roman



    lenzmitz, ich harre Deines Kommens

    vor allem, fang endlich an und hör auf Dir tagelang Gedanken zu machen, Du könntest schon lange einen Prototypen in der Hand halten.


    Besorg Dir ein altes Holzsägeblatt, alte Feilen sind zwar hervorragend, werden aber besser geschmiedet. Aus dem Holzsägeblatt schneidest Du dann mit einer dünnen Trennscheibe passende Streifen aus. Mal auf einen der Streifen die Messerform auf die Dir gefällt (am besten zeichne direkt zwei oder drei auf, falls der erste in die Hose geht oder doch nicht so wird wie Du ihn Dir vorstellst, Messerklingen haben die Charatktereigenschaft einmal in Stahl geformt oft nicht das zu sein was sie auf einer Papierzeichnung versprochen haben) und das formst Du sie mit der Schruppscheibe auf dem Winkelschleifer.


    Wenn die grobe Form fertig ist mach ein Holzkohlenfeuer im Grill und lass sie einfach hochkant darin liegen bis das Feuer erloschen ist und die Klinge kalt ist. Jetzt kannst Du mit der Feile das Messer endgültig in Form bringen, schmirgel die Feilspuren mit Schleifpapier weg und Du hast dein Messer in der Hand.


    Mach wieder ein Holzkohlefeuer im Grill und lass es dann mal rotglühend werden, falls es sich verzogen hat richte es einfach mit einem Hammer auf einer festen geraden Unterlage.


    Dann lass es abkühlen und erwärme es noch einmal, bedecke es im Feuer gut mit glühender Holzkohle und erwärm es solange (Luft in das Feuer blasen, aber nicht auf die Klinge, Fön oder kleiner Blasebalg) bis ein Magnet nicht mehr an der Klinge greift. Jetzt schreck es einfach in einem Liter gebrauchten Öl aus der Friteuse ab (nicht erschrecken wenn das Öl kurz mal Flammen schlägt). Wenn es soweit abgeschreckt ist, nach cirka 15 sec bei der Größe von der Du redest leg es in den vorgewärmten Backofen (200 Grad) für eine halbe Stunde, danach in Wasser abkühlen, fertig.


    VG


    Roman


    PS: Und leg jetzt los, wir wollen nämlich so bald wie möglich etwas sehen

    wenn das Messer nicht untergehen soll schließe ich mich Arne an, bevor Du anfängst eine selbst aufblasbare Schwimmweste für ein Messer zu konstruieren halts lieber einfach, das funktioniert auch meistens. Die Nasa hat damals auch eine Unsumme für einen Kugelschreiber augegeben der unter Schwerelosigkeit funktioniert währenddessen die Russen ihren Kosmonauten einfach einen Bleistift mitgegeben hatten.


    Kork, Balsaholz oder sonst etwas ähnliches, einen Auftriebskörper zurechtgeschnitzt, hell angemalt und vorher getestet ob er Messer und Befestigungskordel trägt, fertig. Ich bin mir sicher es lacht keiner über eine derartige Kostruktion, über ein in den Bach gefallenes Messer lacht ja auch keiner.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Wenn das Auftriebswunder ein bißchen gefällig aussieht musst Du bestimmt bald für den ein oder anderen in deiner Truppe auch diesbezüglich tätig werden.

    CS hat doch auch ein paar Modelle die in die Größenordnung passen, Vollwelle haben und preislich zu ertragen sind.
    VG
    Roman
    PS: Wenn es so ist wie Keno schreibt, dass das Civilian eine noch filigranere Spitze als das Matriarch hat, dann würde ich das vergessen wenn das Messer öfters schneiden muss, die Spitze vom Matriarch verbiegt sich nämlich schon fast beim Hinsehen.

    mir gefällt das auch.
    Ich habe bei vielen dieser Schmiede-Videos von den Amerikanern den Eindruck dass die sich gar nicht erst groß Gedanken um dies oder jenes machen. Die Jungs oder Mädels besorgen sich das Handwerkszeug, stellen es irgendwie auf und legen los. Allein dass der Amboss in dem Video einfach auf einem Tischelchen steht und nicht befestigt ist, keine scharfen Kanten mehr und überhaupt.
    Hier würde es so aussehen.
    Der enthusiastische Messerschmiedeanfänger postet in irgendeinem Forum dass er einen alten Amboss gekauft/gefunden hat und zeigt stolz ein Bild davon. Die Kommentare würden dann vermutlich so laufen, dass der Amboss zu leicht ist, zerschlagene Kanten hat (total egal für die Messerschmiederei, Yoshiharas Kanten machen auch nicht mehr viel her), vermutlich kein "Kugelsprungtest" gemacht wurde, er klingelt bestimmt und hofftentlich wird er nicht auf dieses Tischelchen aufgestellt. Dann folgen 37 Posts welches Holz am besten genommen wird um den Amboss draufzustellen und mit welcher Art er dort befestigt werden muss, gefolgt von weiteren 44 Posts aus welchem Stahl die Befestigungskrampen sein müssen, wenn man sich endlich auf irgendetwas geeinigt hat. Und so weiter.
    Das Ende vom Lied ist dass unser junger Schmied/in total die Lust verloren hat.


    Ich finde das Herangehen an die ganze Sache gut, wobei natürlich auch hier die Frage auf den Plan kommt, ob jeder auf dem Lande in Amerika einen Bandschleifer irgendwo rumstehen hat, aber das ist mal außen vor, der junge Mann wird sich ja schon ein bißchen auf sein Vorhaben eingerichtet haben.
    VieleGrüße
    Roman
    PS: Der Schraubstock, der war auch nicht richtig befestigt, zu locker und zu tief. Aber der Schraubstock hat den meisten Eindruck auf mich gemacht, eine schöne lange Fläche um drauf rumzukloppen und sogar ein Rundhorn am Ende des Stocks, da hat sich mal jemand Gedanken gemacht, sowas habe ich noch nicht gesehen. Falls jemand so ein Teil im Keller am Vergammeln hat kann er sich gern melden.

    das Design auf der Zeichnung gefällt mir schon irgendwie gut, das sieht wirklich sciencefictionmässig aus. Das Herangehen an die ganze Sache sieht bis jetzt sehr methodisch und durchdacht aus und lässt auf ein perfektes Endresultat hoffen.
    Viele Grüße
    Roman
    PS: Ich will sofort so eine "Klingeninallenkantenplanschleifmaschinesupergekühlt", das Teil hat was.

    Tamer hat die passende Bezeichnung für das Problem beim "suchmaschinenverstehenden" Namen genannt, -Gewindehülse-. Einfach bei der Bucht eingeben - Gewindehülse M 6-, dann kommen sie schon, die passenden Schrauben für das Innengewinde gleich mitordern, fertig.


    Es kann sein dass die Gewindehülsen ein bißchen zu lang sind, einfach abschneiden, Gewindebeginn ein bißchen säubern, Schrauben auch auf passende Länge bringen, Gewindegang auch säubern, dann von beiden Seiten durch die Griffschalen einschrauben, fertig.


    Ich glaube der Preis für 30 Stück liegt bei cirka 8 Euro, für die Gewindehülsen.


    VG


    Roman

    der Hammer ist sehr schön geworden Erik, offen gesagt bin ich zwar schon darauf gekommen aus Antriebsachsen von Autos Meißel zu schmieden, aber Hämmer aus Lkw-Achsen, das ist eine noch bessere Idee.


    Ihr könnt Erik vielleicht mal Fragen stellen, was soll er wohl mit einem solchen Hammer machen, das hier vielleicht
    hammerklein.jpg


    Durch den nach unten gelagerten Schwerpunkt dieser Hämmer ziehen sie sehr gut, es kommt mir zumindest mal so vor als ob ihre Verformungskraft bei gleichem Kopfgewicht größer ist als bei einem herkömmlichen Schmiedehammer.
    Viele Grüße
    Roman

    ja, nennen wir das Kind ruhig mal beim Namen, die Euros.


    Irgendwie habe ich bei der Sache hier den Eindruck daß sie gut gemeint angefangen hat, aber irgendwie immer Leute versuchen Messer die sie sich nicht leisten können schlecht zu reden. Und dann kommen natürlich die Moras oder Opinels oder wie sie alle heißen ins Spiel, nicht zu vergessen das Glock Feldmesser, das die Schneide nicht länger hält als ein angeschärfter Pfannkuchen.


    Wenn ich die Wahl hätte zwischen keinem Messer und einem von den genannten, dann würde ich auch eins davon nehmen, hätte ich die Wahl zwischen einem Mora und einem zehnmal so teueren Roselli, dann würde ich das geschmiedete Roselli nehmen. Und zwar nicht weil es zehnmal so teuer ist, sondern weil es zehnmal so gut ist. Ich war noch nie bei den Samen zuhause, aber in den Berichten die ich über sie gesehen habe hatte keiner an Mora an der Seite, sondern alles ein Messer das verflucht nach Feuer und Amboss ausgesehen hat.


    Und wenn ich die Wahl zwischen einem Roselli und dem GEK hätte, dann würde ich das GEK nehmen, nicht weil ich Tonys Werbesprecher bin oder Ajax gut leiden kann und nicht weil es doppelt so teuer ist, sondern weil es mehr Möglichkeiten bietet als das Roselli.


    Und wenn ich mir die Dinger nicht leisten kann, dann würde ich anstatt vor der Kiste zu sitzen und gute Messer schlecht zu reden abends kellnern gehen, damit ich mir erstens die Messer leisten kann und zweitens genug Geld zusammensparen kann um wenigstens mal eine Tour durch irgendwelche fremden Länder zu machen.


    VG


    Roman


    PS: Schöne Bilder Tony, ich entschuldige mich dafür dass ich keine Bilder gepostet habe, obwohl es gewünscht war

    das verstehe ich nicht, wenn der Stahl doch nur 55 hrc hat, wieso sollte er dann Ausbrüche bekommen, das hieße ja dass jeder 440er der härter wäre beim erste Gebrauch zu Scherben gehen würde. Ich habe ein altes Linderbowie aus diesem Stahl, das hat bis jetzt alles mitgemacht und es kam nie zu einem Ausbruch. Außerdem ist es schnuppe was in dem Datenblatt der Stähle steht, es kommt vielmehr darauf an was der Meister an seinem Härteöfchen macht, ich glaube da war hier der Fehler begraben, falls überhaupt der Stahl zur Verwendung kam der eigentlich für die Machete gedacht war.
    Persönlich sehe ich das so dass die Machete taktisch wirken soll weil sie schwarz angemalt ist, für das gleich Geld bekommt man ein paar gute Macheten, die sind zwar nicht aus diesem -was auch immer für ein Stahl-, sondern aus ganz normalen Zeugs und funktionieren wenigstens.
    VG
    Roman

    -nüchtern betrachtet eine Glanzleistung der klappmessertechnischen Feinmechanik, sehr schöne Damastklinge mit ansprechender Musterung und perfektes Oberflächenfinish-.


    Nein, so geht das nicht, ein Satz für dieses Messer erschient mir ein wenig erbärmlich und diese ganze praktische Beurteilung ist auch nicht passend, "praktisch muß es nicht sein, es wäre aber praktisch wenn es praktisch wäre", auch nicht.
    Da setzt sich der Mann hin und entwickelt ein solches Messer, jeder technisch Unversierte hat beim Anblick dieser Arbeit selbst eine Vorstellung davon wieviel Lebenszeit in ein solches Messer investiert werden muss, um Geld geht es hier gar nicht. Innovation muß nicht gefallen oder verständlich sein. Beim Ansehen der Videos sind bei mir ganz andere Assoziationen plötzlich aufgetaucht.
    Luxor/Ägypten 1993, der Bookshop eines Herrn Aboudi, ein noch weitaus schlankerer Roman hat damals dort ein Buch erstanden weil ich mittags nach dem langen täglichen Spaziergang immer lesen wollte. Die Wahl fiel auf das Buch -Das Foucaultsche Pendel- von Umberto Eco, Dort ist einer der Protagonisten im Conservatoire des Arts et Métiers in Paris zugange, daran erinnert mich dieses Messer von Herrn Steigerwald.


    Ich sehe das Messer jetzt einmal nicht so wie es ist, ohne seine perfekte Oberflächenbehandlung und diesen "Saubermanndamast", sondern in staucherfettglänzendem Schwarz und mit einer Klinge aus gebrauchtem Stahl. Da drängen sich Eindrücke auf die mich an HR Giger´s Schöpfungen erinnern, orgastische Auf- und Abbewegungen der Körper von Maschinenfrauen, Stößelstangen die sich scheinbar frei schwebend hin- und herbewegen, Zahnräder die hektisch klickend versuchen den geheimen Takt mit zu halten und erst die Bewegungen ermöglichen. Die pure Mechanik erinnernd an die Geräusche die eine Mauser C 96 beim Spannen erzeugt, lange bevor Pistolen nur noch aus Plastikpapp gemacht werden. Das Ganze angesiedelt in einer Zeit wo Techniker keine elektronischen Kästchen bedienen, sondern mit ölverschmierten Fingern Schrauben anziehen die wiederum dafür sorgen daß eine ohne mit Schutzklappen versehene Mechanik ihr Werk tun kann, gerade in dem Zeitloch zwischen Zahnrad, Kolben und dem Sprung zur Elektrik. Alles in Räumen deren Böden mit Öllachen besudelt sind die von mechanischen Vereinigungen zeugen und Menschen irgendwie deplaziert werden. Gewissen- und gefühllose Mechanik, die einmal in Gang gesetzt, ohne eine Spur von Müdigkeit bis zum Aufbrauchen ihres Treibstoffs ihr Wesen treibt.


    Ich weiß, Herr Eco hätte es wohl besser geschrieben, aber es war ein Versuch. Das Messer von Herrn Steigerwald mag zwar was tägliche Praxis betrifft vielleicht zu schade sein, aber um sich an der reinen Mechanik zu erfreuen ist es ein wunderbarer Anblick in dieser Zeit wo alles teflonisiert ist, wenn die Gleitscheiben vielleicht auch aus Teflon sind.
    Viele Grüße
    Roman

    der Threadstarter will einen Dolch, ich verstehe immer noch nicht wieso man dann ellenlang negativ über die bösen unbrauchbaren Dolche abbeten kann, aber gleichzeitig Karambits vorschlägt. Für mich ist ein Dolch ein Gebrauchsmesser und wer damit nicht schneiden kann der kann nicht schärfen, auch wird sich keiner der einen Dolch zulegen will über Batoning sinnieren oder ob man die zweite Schneide als Daumenauflage benutzt.
    VG
    Roman

    ich sehe das Ganze gar nicht so tiefschürfend oder nahkampfphilosophisch. Der Threadstarter sucht ein Messer das zweiseitig geschliffen ist, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um kein Stilett oder vierkantiges Panzerdurchstechteil, sondern schlichtweg um ein Messer was auf beiden Seiten einen mittig zulaufenden Scandi-Schliff hat.


    So ein Messer hat den Vorteil zwei Schneiden zu haben, gar nicht mal so abwegig wenn man viel schneiden muss und nicht dauerend nachschärfen kann, es gibt Leute die benutzen gern Doppeläxte aus dem gleichen Grund, und kein Mensch vermutet in ihnen den lange gesuchten Axtmörder.


    Die ausgesuchten Messer im ersten Post sehen alle gebrauchstüchtig aus, wobei ich wenn ich für meine Wenigkeit so etwas zweischneidiges aussuchen würde in die achtziger Jahre zurückfallen würde, von Gerber gabs mal diese Frisco-Shiv-Messer, die sehen alle sehr kompakt und praktisch aus, leider gibt es sie nur noch sporadisch auf dem Markt. Nur sollte man die Plastikscheide austauschen bei den Frisco-Messern, die sollen dafür sorgen dass die Klinge ziemlich "schokkelig" sitzt, aber es gibt ja genug Spezialisten dafür.


    Viele Grüße


    Roman

    Es ist doch bis jetzt nichts passiert, Walter hat sein Messer mit Seewasser in Berührung gebracht und außer ein bißchen Farbe, mehr kann ich nicht erkennen, ist nicht passiert.
    Ansonsten, kann mir bitte jemand mal sagen um welchen 1.2379 es sich hierbei handelt. Sollte es sich um die Standardnorm des 1.2379 handeln kann ich nur noch soviel dazu beitragen:


    "Es zeigt sich dabei, daß der Werkstoff 1.2379 ein Stahl mit einer recht breiten Analysengrenze ist. Weitere Angaben zur Stahlqualität, insbesondere dem Gefüge, sind allgemeiner Natur -also ohne verbindlichen Angaben und Grenzwerte.............. Die Größe und Verteilung der Karbide hängt vom Seigerungsgrad ab, also dem Stahlherstellungsprozess ab. Je nach Blockgröße, Lage im Block und Umformgrad sind die Seigerungen sehr stark unterschiedlich ausgeprägt, was Härteunterschiede bewirkt."
    Uddeholm Deutschland, Härterei News Ausgabe 2 Dezember 2008


    Dann wäre alles Spekulation, es reicht bei weitem nicht die Legierungszusammensetzung zu lesen, das besagt nur was im Stahl drin sein sollte, aber nicht das was drin und wie es drin verteilt ist. Und wenn ich das hier gelesen habe, dann gehe ich davon aus dass die zuständigen Leute bei Eickhorn es nicht nur gelesen haben, sondern lange vor mir wußten und entsprechend darauf reagiert haben, sie machen ja erst seit 140 Jahren Messer und es gibt die Firma trotz mehrerer Kriege, Wirtschaftskrisen, Politikpfeifen und neuerdings hochbegabten Alleswisser-Handyschnöseln die nichts auf die Reihe kriegen, immer noch.


    Und was das Seewasser betrifft, seltsamerweise war es der seefahrenden Zunft die letzten Jahrtausende möglich jahrelang zur See zu fahren, auf mehr oder minder offenen Schiffen, Kriege zu führen, Fische zu fangen und was weiß ich nicht noch alles, und alles mit Werkzeugen und Waffen aus gewöhnlichem Stahl. Seltsamerweise reicht das heute nicht mehr aus, aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
    Viele Grüße
    Roman

    Wenn das Messer mehr als zwei Pfund wiegt und man damit Holz spalten soll hätte ich gern einen anderen Stahl und einen anderen Griff, vor allem würde ich gern sehen wie es mit dem Erl bestellt ist. Wir reden hier von einer Klinge die in den Gewichtsbereich einer Forstaxt hineinreicht, da hört irgendwo der Spaß auf. Sobald man ein solches Messer "unters Volk bringt" und so bewirbt muss man sicher sein dass damit nichts passieren kann. Ich kann mir nicht vorstellen daß AUS6 auf Dauer einer solchen Schockbelastung gewachsen ist, zumal vermutlich ein wesentlich schwächer dimensionierter Erl im Griff versteckt ist.


    Über die Rückensäge bei einem solchen Messer sage ich nur soviel dass ich es für unnötigen Kram halte, dafür hätte man besser einen anderen Stahl genommen und den Schliff höher gezogen.


    -Gefallen macht schön- sagt man, da ist viel wahres dran, aber eine Messerklinge die man benutzen will soll kein "Herzeigepüppchen" sein, sondern ein zuverlässiges Werkzeug, egal was man damit anstellt.


    Viele Grüße


    Roman

    Es gibt schon einen gleichgelagerten Test der von Herrn Fuchs gemacht worden ist, die PDF ist unter -Familie 14-4 im Test- bei der Suchmaschine zu finden.


    Mit dem Salzwasser wäre ich vorsichtig, es erzeugt relativ schnell Korrosion, auch solche die man bereuen kann wenn man es zu lange auf das Messer hat einwirken lassen.


    Natürlich kann man davon ausgehen dass jeder Stahl irgendwann rosten kann, je nachdem welchem Korrosionsmedium er ausgestzt ist. 1.2379 korrodiert selbstredend, das ist schon gesagt worden und eigentlich nicht verwunderlich. Es ist möglich Stähle mit einem Chromanteil unter 14 % sehr fein mittels einer Poliermaschine zu polieren, so dass man eine gute Zeitlang Ruhe hat, aber verhindern kann auch das Polieren den Rost nicht.


    Meine Versuche dahingehend sind eigentlich bescheiden, nur soviel, alles was an nicht korrosionsfesten auf der Werkbank liegt rostet unweigerlich. Blattfedern die sich an alten landwirtschaftlichen Geräten befunden haben zeigten nach einer Zeispanne von mehr als 50 Jahren beim ungeschützen Abstellen in freier Natur an den Seiten Rost, desweiteren Rost jeweils an der Oberfläche der oberen und untern Feder, zum Teil Lochfraßkorrosion bis in eine Tiefe von cirka 2 mm. Auf den Kontaktflächen der Blattfederpakete war ebenfalls Rost festzustellen, teilweise nur bräunliche Verfärbung bis ebenfalls Lochfraß in bis zu 1 mm Tiefe. Federstahl in der Form kann man mal mit Abweichungen stellvertetend für unlegierte Stähle betrachten.


    Aber es bleibt alles beim Alten, den idealen Messerstahl gibt es eigentlich nicht, man muß immer irgendwie einen Kompromiss eingehen, aber ich denke damit kann man gut leben.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Ich schreibs doch nochmal, es haben Schwerter aus nicht korrosionsfestem Stahl die Jahrhunderte neben ihren einstigen Herren in nassen Gräbern überdauert und man sieht heute noch was sie einmal waren.

    das ist der Aufhänger Stefan, ABU-Angelrollen.
    Ballistol hin oder her, ich habe auch so eine große Flasche auf der Fensterbank der Schmiede stehen, das Zeug dient auch zu allem, aber mittlerweile bekomme ich von den Ausdünstungen Husten. Aber wir sind ja bei Angelrollen.
    Ich bin ein wenig besessen von diesen alten Angelrollen, irgendwie haben die was. Zum einen haben die früher die Produktpalette nicht jährlich gewechselt, bei solchen Leuten hätte kein Mensch mehr etwas gekauft, es würde ja bedeuten daß man letztes Jahr Mist gekauft hat, und kein Mensch hat einem gesagt daß es nächstes Jahr ein besseres Produkt gibt und was überhaupt nicht ging, sie haben den Preis nicht gesenkt, weil es ja ein Auslaufmodell war.
    Die Technik war auch irgendwie besonders, zuerst einmal haben die Techniker einmal darauf geachtet daß die Rolle halten und zuverlässig sein muss, dafür wurden gute Einzelteile verbaut, wenn alles schön rund lief, im wahrsten Sinne des Wortes, und auch mal einen Schlag vertragen hat, dann durfte erst das Aussehen an die Reihe kommen, nicht wie heute, zuerst das Aussehen, und wenn es gut aussieht wird schon keiner merken was für einen Scheiß er in der Hand hat.


    Diese alten Rollen laufen, sie haben mehr Leben als eine Katze und wirken heute noch mit ihrer Technik und ihrem Aussehen wie zeitlose Maschinen.
    Aber zurück zum Thema, diese alten Rollen hatten einen gewaltigen Nachteil, das Fett mit dem sie geschmiert wurden. Ich habe schon Rollen gekauft die wurden als defekt angeboten, sie drehten sich nicht mehr, das war auch kein Wunder wenn man ihr Innenleben betrachtete. Das Innenleben sah aus als ob jemand es in Bernstein eingegossen hatte. Gottseidank gibt es Reinigungsbenzin, Aceton und Bremsenreiniger. Die meisten "defekten" Rollen liefen nach der Säuberung wie am ersten Tag. Was blieb war die Frage nach dem Schmiermittel dass man jetzt verwenden soll.


    Der wie üblich "teure gute Rat" war gar nicht so einfach zu finden. Der Weisheit letzter Schluß war nicht das Internet, es war das Telefon, ich habe mich solange durchgefragt bis ich bei einer rennomierten Rollenbaufirma (die noch in dem Land baut wo sie auch gegründet wurde, das hat auch Sinn gemacht, weil ich ja keine Sprachen oder Dialekte irgendwelcher asiatischen Leute beherrsche, naja, im Umkehrschluss wissen die auch meist nicht was sie zusammenbauen) gelandet war und einen freundlichen Herrn in meinem Alter "an der Strippe hatte". Er hat mir geraten eine Mischung aus frischem Motorenöl und einem harz- und säurefreien Fett anzurühren und damit sparsam zu fetten. Und siehe da, gesagt getan, die alten mechanischen Meisterwerke laufen wieder wie am ersten Tag.
    Ich habe es natürlich auch an Klappmessern getestet, natürlich an denen die ich nicht zum Wurstschneiden benutze, es schmiert natürlich gut, aber irgendwie habe ich den Eindruck, egal was man in die Mechanik von Foldern träufelt, es ist nicht mehr als ein Dreckmagnet, vor allem wenn man sie mit sich rumträgt und benutzt.
    Viele Grüße
    Roman

    so Alex, Du hast es jetzt geschafft. Ich schaue mir diese Filmchen wo man zwei Hände und ein Messer sieht eigentlich nie an, man spricht über ein Messer und sieht nicht ob es schneidet oder zu sonst was taugt. Aber hier lag die Sache anders, ich habe dein Review von vorn bis hinten angesehen, dieses Messer steht auch bei meiner nächsten Bestellung bei der Firma Otter auf der Liste. Ich bin schon seit Jahren im Besitz des gleichen Messer mit Holzschalen. Die Klinge steht immer noch so fest wie am ersten Tag, es hat geschnitten und geschnitzt und überhaupt alles gemacht wozu so ein Messer da ist, bis jetzt keine Beanstandung. Es hat vor allem diese gutmütige Eigenschaft älterer Kochmesser, man zieht es einmal über den Stahl und es schneidet wieder, nicht zuletzt aufgrund des Schneidenanschliffs.
    Du hast Dir da wirklich ein sehr schönes Messer zugelegt, schön im Sinne von schön, die Zeitlosigkeit dieses Messers ist nur schwer zu beschreiben.
    Viele Grüße und viel Freude mit dem Messer
    Roman