Beiträge von juchten

    Offen gesagt sehe ich hier keinen Bezug, weder das Spielzeug aus der Bucht noch dieses "Puppenkistenbeilchen" von Tops ist mit der Fiskars oder anderen richtigen kleinen Beilen von Gränsfors, Wetterlings etc. zu vergleichen. Was die Dinger können kann jedes pfundschwere Bowiemesser zehnmal besser. Es sei denn es soll vornehmlich mehr ums Aussehen gehen, dann verstehe ich das mit diesen Dingern.


    Viele Grüße
    Roman

    wenn Du die entsprechende Einrichtung hast um eine solche Wärmebehandlung durchzuführen spricht nichts dagegen, diesen Stahl gerade mal eben so in einem Feuerchen zu härten verspricht keinen allzu großen Erfolg. Dageen sprechen schon die langen Haltezeiten, in einem offenen Feuer wird er dann entkohlen.
    Die Frage die sich mir stellt ist wieso man einen so umständlich zu härtenden Stahl für ein Haumesser benutzt, wenn es nur darum geht 55 hrc zu erreichen, dann reicht auch allemal C 60, vor allem kann man den problemlos härten ohne große Verrenkungen zu machen, selbst ein C 45 wäre noch denkbar.
    Viele Grüße
    Roman

    kauf Dir doch doch einfach Messer die Dir gut gefallen, egal was man glaubt das die Klinge können soll. Messer die gut Holz spalten gibts, aber solche Messer bekommt man schlecht hinter den Gürtel geklemmt ohne dass man aussieht wie Quasiomodo.


    Und was dieses "batoning" betrifft, da blicke ich nicht durch. Es gibt heute noch Ureinwohner die Feuersteinklingen benutzen und trotzdem gut Gebratenes essen. Früher hat doch keiner mit seinem Messer Holz gespalten, das haben wir erst erfunden, seltsam, gerade wir wo wir alle fast 90 Prozent des Jahres in gemütlichen geheizten Zimmerchen verbringen und der Wald so voll liegt mit Totholz dass man überhaupt keine Klinge braucht um Feuerholz zu machen. Und was diese unsägliche "Messerspitzenumbiegerei" betrifft, eigentlich sollte man darauf achten dass man so etwas nicht mit dem Messer macht. Aber es muss irgendwie Spaß machen Klingen aus hochlegierten Stählen zu verbiegen und sich nachher darüber zu beschweren das sie brechen, genau wie beim "batoning", normal gehärtete Klingen können dabei zu Scherben gehen, das ist nunmal so.


    Viele Grüße
    Roman

    ein Vic Hunter ist meine Wahl gewesen vor über 20 Jahren, ich habe es damals ausgesucht weil es eine arretierbare lange Klinge hat. Damals gabs noch nicht viele Einsatzmesser, außer das Police, das habe ich später auch immer dabei gehabt (und das Vic natürlich), aber eigentlich nie gebraucht, ich weiß heute noch nicht wieso man da Police draufgraviert hat, aber es war ein sehr schöner Augenfang.
    Die lange Klinge des Vic ist einwandfrei, man kann sie beim Essen verwenden und was auch wichtig ist, man kann mit ihr den Kaffee umrühren, ein Löffel ist ja oft in der Spülmaschine oder einfach nicht da. Die Säge des Vic, gerade bei irgendwelchen Suchaktionen in Feld und Flur bekomme ich nie einen dieser Such- und Stocherstöcke ab, also muss ich mir das Ding selbst schneiden, so ein Stock ist im Gelände ein drittes Bein und man muss nicht direkt mit den Fingern aktiv werden falls man das findet was man sucht.
    Diese kleine Aufbruchklinge schneidet besser durch Gurte als alle Erfindungen die schlaue Leute an Messer drangebaut haben die noch nie Streife gefahren sind, wie überhaupt manche Sachen sich mir nicht erschließen, die meisten die einen auf die Arbeit auf der Straße vorbereiten sollen haben schon alles bei dem Verein gemacht, bis auf die Arbeit auf der Straße. Aus dem Grund erschließt es sich mir auch nicht wie man ein Messer für mehrere hundert Euro mitschleppen soll, ich habe das vierte Vic mittlerweile, die anderen sind nicht kaputt oder verloren gegangen, die habe ich weggeworfen nachdem ich z. B. einen Plastiksack aufgeschnitten hatte den ich nicht mal anfassen wollte etc.
    Und zum Schluß hat das Vic noch eine Pinzette und einen Zahnstocher, etwas was man immer gebrauchen kann, ich will den Korkenzieher nicht verschweigen, man hat ja mal Feierabend.


    Eine Autoscheibe musste ich in 32 Jahren noch nicht zertrümmern, aber da ist mir nicht Angst und Bang, ich habe in meiner kleinen Tasche einen großen Schraubendreher und einen Hammer, was die andere Seite standardmässig mitschleppt muss automatisch nicht schlecht für mich sein. Dort in der Tasche befindet sich auch noch ein Hausmeisterschlüssel, der hilft immer dann wenn man so ein Teil braucht aber der Hausmeister nicht zu finden ist.


    Aber letztendlich muss jeder glücklich werden mit dem Messer was er bei sich trägt. Das Einzige was mir als Gemeinsamkeit bei Messern der Kollegen einfällt, sie waren fast alle stumpf.
    Viele Grüße
    Roman

    das Messer steht im Prinzip außerhalb der Zeit und der mit ihr manchmal erscheinenden Moden was dies oder jenes betrifft.


    Wer einmal ein Messer von Gudy in der Hand hatte merkt sofort dass der Mann alles macht, nur keine halben Sachen. Die Linienführung des Messer ist klassisch was klassisch heißt, über die Verarbeitung muss ich nichts sagen. Ihr könnt mich jetzt totschlagen, obwohl mir der Damast gut gefällt, könnte ich mir auch eine Monostahlklinge mit Hamon von Gudy vorstellen an dem Messer, aber das ist reine Geschmackssache.
    Es fällt mir nicht schwer, da stimmt wirklich alles.


    Viele Grüße und Freude mit deinem Messer
    Roman

    danke für den Hinweis, ich habe mein Schreiben auf gehärtete Klingen bezogen. Nicht gehärtetes Material richte ich gewöhnlich nach dem erwärmen, falls ich es kalt richten müsste würde ich auch zuerst die Innenseite ein wenig bearbeiten, dort hat sich nun einmal das Material gestaucht. Diese im Prinzip nicht sichtbare Verdickung zu bearbeiten ist normalerweise immer sicherer.
    Bei relativ dünnem Material, ich sage jetzt einfach mal bis 4 mm, hätte ich auch kein Problem damit es gerade zu drücken, eine Presse wie Fred beschreibt ist dann natürlich eine ganz feine Sache wegen der Gleichmässigkeit des Drucks.
    Viele Grüße
    Roman

    ich würde genau wie Tobi auch erstmal den Essig einen Teil der Arbeit machen lassen. Wenn sich da irgendwelche Reste als hartnäckiger Belag festgesetzt haben ist der ja fast "kristallisiert", was beim von Hand wegschleifen oft schnell Frust erzeugt.
    Nach dem Härten die Klinge gut mit Aceton entfetten, damit eventuelle Ölreste nicht den Essig bremsen können, dann über Nacht in Essigessenz einlegen. Anschließend gut mit Spülschwamm abreiben und mit dem Schleifen beginnen. Wenn man mit 400 vor dem Härten aufgehört hat spricht auch nichts dagegen wenn noch Härterückstände auf der Klinge sind wieder mit z. B. Korn 200 anzufangen, aber das hängt an einem selbst.
    Viele Grüße
    Roman

    wenn Stahl sich verbogen hat sind zwei Dinge passiert, an der Außenbiegung ist das Material extem gestreckt worden und in der Innenbiegung ist es gestaucht worden. Wenn ich versuche auf die Außenbiegung Kraft einwirken zu lassen, dann kommt es in fast allen Fällen zu Schäden oder Bruch an der Klinge. Es empfiehlt sich auch bei verzogenem Material auf Schmiedetemperatur immer zuerst die Innenseite wieder zu bearbeiten, meist ist dann eine Bearbeitung der Außenfläche nicht mehr nötig.
    Die Klinge mit der Außenbiegung ist auf eine harte Unterlage zu legen und dann wird die Innenbiegung mit dem Hammer bearbeitet, es kommt natürlich darauf an wie dick das Material ist und in welchem Spannungszustand es sich befindet. Das mit dem Richten einer Klinge ist schon eine Geschichte an der Grenze die oft teuflich schnell in die Hose geht.
    Das Richten kann je nach Material und Härtezustand mit ein paar Schlägen mit einem Hämmerchen gemacht sein, es kann aber auch gut sein dass man bei einer starken Klinge einem Haufen Zeit mit einem schweren Hammer investieren muss.
    Viele Grüße
    Roman

    jetzt muss ich zuerst einmal etwas klarstellen, ich habe ein Dutzend Messer von Spyderco und sie gefallen mir alle ausnahmslos gut. Wenn mir die Form eines Messers gefällt ist es mir egal aus welchem Stahl die Klinge ist. Wenn ich einen etwas hinkenden Vergleich machen darf, wenn wir in einem GTI-Forum wären würden wir uns darüber unterhalten aus welchem Material die ein oder anderen Felgen wären, das würde ja auch nicht unser Interesse an einem GTI schmälern.


    Ich wollte nur sagen dass es durchaus herkömmlich erschmolzene Stähle gibt die auch die Haltezeit auf Härtetemperatur benötigen wie die PM-Stähle, ungeachtet einer persönlichen Meinung inwieweit der ein oder andere Stahl dem ein oder anderen mehr zusagt oder nicht.


    Wir müssen ja froh sein dass es überhaupt solche Stähle gibt, das PM-Verfahren macht ja erst eine Homogenität verschiedener Stähle möglich die auf herkömmlichen Verfahrensweg nicht erreichbar ist. Die Haltezeiten zu vergleichen ist ja auch kein Ding, Firmen wie erasteel, cpm und auch Stahlwerke die herkömmlich arbeiten haben ja freundlicherweise die Datenblätter ihrer Produkte veröffentlicht.


    Ansonst ist der "Essen und Topf" Vergleich von Stefan gar nicht schlecht. Wenn wir das Ganze mal mit einer Frikadelle vergleichen. Wir fangen mit einem Stück Rindfleisch an, ein Teil belassen wir wie es ist, einen Teil schneiden wir mit Zwiebel etc. von Hand klein und den Rest lassen wir mit Zwiebel etc. durch einen Fleischwolf laufen.
    Wenn das rohe Stück Fleisch die untereutektoiden Stähle darstellen soll und die von Hand geschnittenen Ingredenzien den übereutektoiden Stahl darstellt, dann wäre die "Fleischwolffrikadelle" ein PM-Stahl. Selbstredend ist unsere Frikadelle aus dem Fleischwolf diejenige mit der höchsten Homogenität.
    Ich weiß, der Vergleich ist natürlich schwer übertragbar, aber letztendlich gibt es Leute denen die ein oder andere Frikadelle aus dem Angebot mehr zusagt, bzw. lieber ein Stück Fleisch am Stück isst.


    Viele Grüße
    Roman

    das hast Du schön erklärt,
    jetzt erklär mir noch wieso man einen herkömmlich erschmolzenen 1.2379 30 Minuten auf Härtetemperatur halten soll und gleichzeitig CPM in ihrer Wärmebehandlungsanweisung für S90V auch 30 Minuten bei der gleichen Temperatur anführt.
    Viele Grüße
    Roman

    Einen Stahl wie ZDP189 mit einem anderen nicht seitenstabilen Stahl zu verschweißen ist in meinen Augen nicht sehr sinnig, außer dass es sich gut liest. Wenn ZEP189 wirklich optimal gehärtet ist, dann lässt er sich beknackt schärfen, außer ich habe Zeit und einen ziemlich groben Korundstein, solche Stähle sind gehärtet selbst an einer Bandschleifmaschine merkbar schwerer zu schleifen als andere.
    Was ich auch nicht verstehe ist wieso man PM-Stähle anders wärmebehandeln muss als herkömmlich erschmolzene. Das Endprodukt ist immer ein Stahl, egal unter welchen Bedingungen er erschmolzen wird, und PM-Stahl muss ja auch geschmolzen werden, er bläst sich sonst etwas zäh durch die Düsen.
    Stahl ist Stahl, die Wärmebehandlung richtet sich danach was ich für welche Legierungselemente im Material habe und was einmal daraus werden soll, respektive was die Bauteile leisten müssen.
    Was diese ganze Rostgeschichte angeht, es kommt darauf an wie sie bei der Wärmebehandlung eingestellt werden, weichgeglüht rostet ein hochlegierter PM-Stahl genauso wie ein Stück Baustahl. Bei 20 % Chrom sollte man also von einer hohen Korrosionsbeständigkeit ausgehen können. Herr Rapatz spricht von rostfrei schon bei 13 - 16 % Chrom, es ging damals natürlich auch höher, 3 bis 5 Prozent Kohlenstoff und über 30 Prozent Chrom, man hat mit diesem Material allerdings Auftragsschweißungen erledigt.
    Aus einem Stahl mit 3 Prozent Kohlenstoff und zwischen 16 bis 24 Prozent Chrom hat man damals auch etwas vernünftiges gemacht, Brikettpressen.


    Ich frage mich allen Ernstes wieso man nicht einfach z. B. einen 440C holt und ihn auf 65 hrc härtet, dann ist er noch genauso stabil wie die hochlegierten bei 67 Prozent. Vor allem hat der 440c eine gute Verfügbarkeit und ist weitaus günstiger. Stähle werden nämlich nicht besser weil sie teurer sind, die teuren Stähle werden einfach weniger benötigt und werden daraus resultierend weniger hergestellt, was eine enorme Preiserhöhung mit sich bringt. Wenn die ganze Welt Moniereisen aus ATS55 verwenden würde wäre dieser Stahl auch günstig.
    Aber mit Messerstahl (obwohl es den eigentlich nicht gibt, es gibt allerdings Stähle die für Klingen taugen) ist es anders als mit anderem Stahl. Die meisten hochgepriesenen "Superstähle" heutzutage werden nicht von Fachleuten der Stahlindustrie als Messerstahl angeboten sondern von irgendwelchen Leuten in einer Werbeabteilung. Danach muss dann der arme Tropf an der Härteanlage versuchen das in die Tat umzusetzen was die Leute versprochen haben deren einzige Hitzerfahrung ein Sonnenbrand oder ein heißer Furz waren.


    Viele Grüße
    Roman

    das kurze gefällt mir schon mal super von der Klinge her, der Grif ist Geschmackssache, mir ist er persönlich ein wenig zu sehr gekröpft, aber es muss Dir in der Hand liegen und nicht mir. Die Kinge von dem großen gefällt mir auch sehr gut, nur würde ich den Griff kürzer halten und so wenig Mulden oder sonstwas wie möglich, außer es ist mehr zum Zeigen als zum Arbeiten. Große Griffe schauen oft weit aus der Scheide raus und man bleibt dauernd mit den Dingern irgendwo hängen, gerade beim Nachtangeln wenn es durchs Gebüsch geht (das ist etwas wo ich mitreden kann, Nachtangeln. Bei mir gibts kein Gebüsch mehr, ich setze mich auf einen Steg, zwei exakt gleiche Ruten, zwei exakt gleiche Rollen, zwei exakt gleiche Rutenhalter, mir reicht es schon dass es dunkel ist, dann will ich nicht noch überlegen müssen welche Rute ich in der Hand halte, aber das hat nichts mit dem Messer zu tun).
    Und beim Schliff würde ich keine Experimente machen, gerade wenn man noch keinen Hohlschliff gemacht hat, schön flach bleiben, fertig. Bei einem Haumesser ist mir ein Hohlschliff ohnehin nicht schlüssig, dort wo der meiste "Bumms" ist hätte ich das wenigste Material.
    Nochmal Griffe, mach sie so dass sie Dir gut in deinen Händen liegen, und du dir vorstellen kannst etwas mit den Messern machen zu können ohne dass sie in der Hand drücken. Seltsamerweise, wenn man dann die Griffe soweit runtergeschliffen hat, dann sehen sie fast alles gleich aus. Wieso auch nicht, wir haben alle Standardhände mit fünf Fingern, mal größer oder kleiner. In diese sehr durchdachte anatomische Einrichtung passt eben nur eine bestimmte Anzahl von Griffformen, wenn auch meine Augen zu etwas ausgefalleneren Sachen tendieren. Aber mit den Augen ist es so eine Sache, sie sind das wichtigste Wahrnehmungsorgan, aber die Blasen bekommen die Hände.
    Viele Grüße
    Roman

    das ist das Problem solcher Diskussionen, ein Messer hat einen Schaden bei einem "Test" davon getragen. Gut, man ist zufrieden wenn das eigene Messer nicht aus der Arretierung springt, aber das hat nichts mit Messern von Pohl oder Spyderco oder sonst einem Anbieter zu tun.
    Der Grund für solche Diskussionen ist in der Bauart zu finden. Es ist fast unmöglich unter den vorhandenen Platzmöglichkeiten unter Anbetracht des Gewichts eine Verriegelung zu konstruieren die diesen "Überprüfungsmethoden" standhält. Sobald ich, wie treffend aufgeführt, eine Verriegelungsnase, respektive Hammer, einrasten lasse bin ich gezwungen hier und da Material wegzunehmen um diesen Mechanismus funktionieren zu lassen. Bei dem Police hängt das Ganze an einem 3 mal 3 mm messenden Hammer, bei anderen Messern wird es nicht viel anders aussehen.
    Der Test ist wohl irgendwo ein Maßstab, aber wer gewährleistet mir denn dass ich bei der ganzen Klingenrückenschlagerei nicht den Mechanismus beschädige, wenn er auch das erste Anschlagen augenscheinlich gut überstanden hat. Es gibt Materialrisse in Stahl die halten jahrelang um im entscheidenen Moment das Versagen des Mechanismus zu verursachen.


    Hier beißt die Schlange sich selbst in den Schwanz, wir müssen mit diesem Kompromiss leben. Ein Klappmesser soll ja im wahrsten Sinne des Wortes ein klappbares Messer sein, für den Moment in dem ich kein feststehendes habe. Primärziel ist das Schneiden, oder früher auch das Stechen. Ich kann da keine Wunderdinge erwarten, gerade in Anbetracht dessen was mir an Material an dieser Stelle eines Klappmessers zur Verfügung steht. Irgendwie stelle ich mir ja auch vor dass man ein Klappmesser ohne Problem in der oder an der Hosentasche tragen kann, es soll nicht schwer sein und und und...........


    Da wir ja alle Vergleiche mögen habe ich einmal die Maße im Bereich des Klingengangs von zwei Messern ausgemessen, Spyderco Police und ein altes Gerber Parabellum.
    Die obere Griffbreite bei dem Police beträgt 23 mm, Parabellum 65 mm; breiteste Stelle am Klingenende (ab Beginn der eigentlichen Schneide) des Spyderco gut 16 mm, Parabellum 38 mm; die Rundung selbst beim Spyderco 12 mm, Parabellum 28 mm; die Achse des Police hat vier Milimeter, das Gerber eine 10 mm verschraubte Achse. Gewichtsmässig trennen sie cirka 20 Gramm, das Gerber ist schwerer.
    Fazit: Das Gerber ist das stabilere und bessere Messer.
    Realtität: Mumpitz


    Bei beiden Messern liegen ganz verschiedene Grundgedanken zugrunde, das Police ist ein handliches schlankes Schneidmesser mit sehr hohem Penetrationspotential, im Rahmen der Bauweise so gut und stabil konstruiert wie möglich, allein von der Stahlwahl her schon gar nicht gedacht um seitliche Kräften standzuhalten, was aber bei der ganzen Geometrie ohnehin keinen Sinn macht. Schneidet durch alles gut durch und bleibt lange scharf.
    Das Parabellum ist ein Kompromiss durch und durch. Primäraufgabe ist ein funktionierendes stabiles Schneidmesser, sämtliche Konstruktionsmerkmale gehen in die Richtung so etwas wie ein noch halbwegs leichtes Arbeitsmesser in der Hand zu haben. Die Stahlwahl und Härte sind auf Mißbrauch ausgelegt, hält gut die Schneide wenn man weiches schneidet, zähes und hartes Material werden auch geschnitten, danach muss man nachschärfen, was auch gerade aufgrunddessen gut über die Bühne geht.
    Ein Stabilitätsvergleich wird automatisch immer zugunsten des Gerber ausfallen, allein die Materialstärke würde einen Test schon absurd erscheinen lassen, zudem selbst ein bißchen mehr an Material bei Stahl schon unproportional belastbarer wird, geschweige denn bei doppelten Materialstärken.


    Genauso würde ich auch alle anderen Messer betrachten, immer jeweils im Rahmen der Möglichkeiten ihrer Konstruktion. Da spielt es keine Rolle womit geworben wird oder was man sich wovon verspricht, ein Klappmesser ist an ganz enge Toleranzen gebunden, die kann kein Konstrukteuer auf Seite wischen. Diese Toleranzen beinhalten ganz einfach eine relativ filigrane Technik, ich bin mal ganz vorsichtig, ich würde von diesem bißchen beweglichen Stahl nie das Ultimative verlangen, egal von wem das Klappmesser kommt.


    Ich greife mir jetzt selbst mal an die Nase, solche seltsamen Überprüfungsmethoden wie das heftige Anschlagen des Klingenrückens an einen festen Gegenstand machen schon irgendwie Eindruck auf mich, ich nehme mich da gar nicht aus. Das ist aber das gute alte Spiel, die Emotionen schreien: "was ein Miststück, bricht beim ersten Geklapper an ein Stück Holz auseinander, so ein Ding kaufe ich nie mehr", der Pragmatiker sagt dann ganz ruhig: "Das hätte ich Dir gleich sagen können du Depp, schau dir doch mal das bißchen Stahl dort an, wie soll das denn halten, und selbst wenn es hält oder nicht, wer sagt dass ein anderes Messer aus der Reihe nicht wieder anders reagiert".


    Viele Grüße
    Roman

    hallo nikko,
    ich habe damit nichts gehebelt, ich habe es aus dem Handgelenk mit dem Rücken der Klinge an ein Stück Holz geschlagen, dabei ist die Nase des Kipphebels der in die Aussparung in der Klinge einrastet abgebrochen. Die Klinge hat nichts abbekommen. Mit dem Police kann man nicht hebeln, sobald die Klinge eine leichte Seitwärtsbelastung bekommt bricht sie wie Glas.
    Viele Grüße
    Roman

    man hat mein Tun, sagen wir einmal geschönt, schon öfters mit kritischen Augen betrachtet, aber seitdem ich durch die Gegend laufe und reihenweise meine Taschenmesser mit dem Klingenrücken irgendwo dranschlage bietet man mir nur noch Kamillentee und einen gemütlichen Stuhl mit Decke im Garten an. Natürlich mit dem Versprechen ausreichend Kamillen- oder Baldriantee bereit zu halten.
    Die Kanten der Fensterbänke, Stuhllehnen, diverse Stellen an der Arbeitsplatte der Küche, (die am Wohnzimmerschranke wurde noch nicht entdeckt) zeigen rechteckige längliche Eindruckstellen. Draußen interessiert es niemanden, am Hauklotz oder in der Schmiede sucht keiner nach Beschädigungen die von einem Taschenmesser verursacht werden.


    Ich kann die Liste von Basti nicht toppen, nur ein kurzer, leider schmerzhafter Abriss (im wahrsten Sinne des Wortes).


    -Spyderco Police, ich weiß zwar nicht was man damit als Polizist machen soll, ich hatte es jahrelang dabei und nie benutzt, bei einem Test an der Kante einer Eckbank Totalausfall, ohne das Messer hirnverbrannt irgendwo anzuschlagen ist an der Kippverriegelung die Nase abgebrochen, Messer innerhalb von einer Sekunde kaputt. -Kein weiteres Spyderco mehr getestet-, ich weiß, mit den Dingern darf man auch nur Stullen schmieren und Paketschnürchen aus nicht zu hartem Hanf aufschneiden.


    -Otter Sicherheitsschließmesser, nach einigen hirnverbrannten Schlägen am Hauklotz ist die Klinge eingeklappt, ohne Schäden oder Abbrüche.


    -Cold Steel, ein mindestens 13 Jahre alter Folder der Voyager XL Serie ist eingeklappt als ob´s ein Messer ohne Verriegelung wäre, ist aber nichts gebrochen, Messer weiterhin brauchbar, alles andere von der Firma was ich habe, Rescue, Scimitar, Vaquero´s, usw., alles bombenfest, die mit Tri-ad-lock habe ich gar nicht erst getestet.


    -nach reiflicher Überlegung und weil ich drei davon habe, Gerber Parabellum, das wurde damals als Arbeitsmesser beworben, Schwerpunkt militärischer Bereich. Kurzum, mit dem Ding kann man Nägel einklopfen, nichts gebrochen oder eingeklappt.


    -bei einem M 16 von CRKT ist mir schon vorletztes Jahr dabei die Klinge gebrochen.


    Ich gebs gern zu, auf den ersten Augenblick sieht so ein Test unsinnig aus, wer schlägt schon sein Taschenmesse mit dem Klingenrücken irgendwo dran. Aber was ist denn mit den Leuten die Messer als Werkzeuge benutzen, die gibts ja noch. Man liest ja immer Messer sind Werkzeuge, dann sollen sie sich bitte auch so zuverlässig wie Werkzeuge benehmen. Dieser Test ein Messer mit dem Klingenrücken irgendwo dran zu schlagen ist für mich eines der Kriterien auf die ich am meisten Wert lege, das bedeutet für mich persönlich ob ich ein zuverlässig verriegeltes Messer in der Hand habe oder nicht. Habe ich das nicht, dann nehme ich mein Ankermesser oder ein Opinel, dann weiß ich wenigstens direkt dass sie zuklappen wenn ich sie verkante, bei den anderen weiß ich das nicht. Durch blindes Vertrauen in diese Verriegelungen hat es mich einmal 6 Stiche und einen halb tauben Zeigefinger bis heute gekostet, bei der anderen Nummer wo die Klinge plötzlich einknickte habe ich mir fast einen Finger abgetrennt. Ich weiß, wenn man solche Arbeiten macht nimmt man spezielles Werkzeug, aber mein Messer war damals das einzig greifbare spezielle Werkzeug.
    Viele Grüßé
    Roman

    hallo "Centurio",
    Du bist gewiss nicht verbal im Hintertreffen, also eine klare Aussage.


    Die Vorgaben seitens der Stabilität sind wie bei allen einfachen Gerätschaften wenige, aber gute Bauteile. Einteiliger Griff, eine Klinge aus zähhartem Stahl, cirka 7 mm Rücken mit einer cirka 8 bis 10 mm starken Achse, die Klinge soll mit einem oder zwei Haltebolzen verriegelt werden. Aufgrund des einteiligen Griffs ist jede Klingenlänge möglich, da so eine Konstruktion auf einhändige Öffnungsmechanismen verzichten muss wird es sich um ein gesetzestreues Messer handeln.


    Sobald die Aufträge es zeitlich zulassen fange ich diesen Monat an.
    Es sind leider mehr als zwei Sätze geworden.


    Viele Grüße
    Roman

    zuerst müsste man natürlich ein ausgiebiges "brainstorming" betreiben, wochenlanges Zeichnen von Entwürfen und selbstverständliches dauerndes Verwerfen sämtlicher Skizzen um wieder neu anzufangen. Selbstverständlich gehören jede Menge moderne Maschinen dazu, gesteuert von dynamischen Hochschulabsoventen....... mit einem Wort, es würde noch Jahre dauern bis endlich das Gerät, international patentrechtlich geschützt und mit hohen Entwicklungskosten, irgendwo hinter der chinesischen Mauer vom Band läuft. Vorausgehend natürlich das Auftreiben eines finanziell potenten Sponsors der die Entwicklungskosten bereit ist zu tragen und auch die PR übernimmt.


    Das wäre die eine Möglichkeit, aber irgendwie passt die nicht zu diesem Vorhaben, also, was tun?


    Bei einem solchen Tun braucht man flexible konstruktive Geister, die Leute die innerhalb weniger Sekunden weitreichende Entscheidungen treffen ohne Rücksicht auf Verluste, Leute deren Tagesgeschäft mentale Gratwanderungen sind. Kurzum, wo findet man solche Leute außerhalb der Konferenzräume derjenigen die sich mit theoretischer Physik befassen oder fest angeschnallt im untersten Gewahrsamsraum von Hochsicherheitsverwahranstalten sind, ich weiß es nicht. Da es den Lehrstuhl für -konstruktive Unmöglichkeiten- nicht gibt blieb mir nur eins übrig, der chat.


    Nach interessanten Gesprächen über interessante Sachen und ein paar Schreibpausen sind wir bei einem fiktiven Folder angelangt der aus sechs Bauteilen bestehen würde, inklusive von zwei Bronzelagern, mal sehen wie weit die mentalen Konstruktionsgedankwn gediehen sind nachdem wir eine Nacht darüber geschlafen haben.


    Viele Grüße
    Roman

    ich frage mich wirklich wieso man eine so hoch chromlegierte Klinge ätzen muss, dann kann man sich auch gleich eine aus niedriglegiertem Stahl holen und Senf benutzen, damit kann man sich auch nicht vergiften. Zudem ist es mir rätselhaft ob Ihr genau wisst wie gefährlich diese Chemikalien sind, das liest sich nämlich so als würde man mit Gummibärchensirup hantieren.
    Viele Grüße
    Roman

    natürlich ist Silberstahl für Klingen geeignet. Es ist nur so, 1.2210 gibts nur als Rundmaterial, man muss ihn zuerst flach ausschmieden. Das ist übeigens sehr gut zu machen, er lässt sich sehr gut schmieden und auch im offenen Feuer gut wärmebehandeln. Einen schönen Hamon zeichnet er auch. Als etwaiges Achsenmaterial könnte man auch Federstahl nehmen, das mit dem Silberstahl war nur eine Idee weil man ihn fast in allen Stärken in rund bekommt.
    Viele Grüße
    Roman


    Nachtrag: mit zwei Steckachsen wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, das Gerät wäre zur Schneide hin genauso stabil wie zum Rücken, man könnte sie eventuell auch federnd lagen von beiden Seiten, .....ich muss damit wirklich aufhören