Beiträge von juchten

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    Wo wir gerade bei Brüdern sind. Das Messer hat schon lange in meinem Kopf herumgespukt. Die Initialzündung ist aus dem Buch -Kampfmesser- von Frederick J. Stephens, Seite 93 Abbildung 300. Mein Messer hat zwar mit der Abbildung die Größe bis auf ein paar mm gemein, aber die anderen Maße und Gewichte habe ich mir persönlich in die Hand gearbeitet. Das Messer hat ein geschmiedetes Parierelement und Abschlussknauf im Gegensatz zum Original was mit Alubauteilen montiert ist. Die Klinge bei meinem Messer ist ein wenig breiter und mit 170 mm Länge cirka 5 mm länger als das Original. Die Breite hat mir mit 45 mm an der breitesten Stelle mehr zugesagt als die relativ schmale des Originals. Im Großen und Ganzen ist es einfach ein bißchen wuchtiger geworden und wiegt auch knapp ein Pfund, was mir aber noch sehr gut in der Hand liegt, zudem, was solls, ein Police wiegt 160 Gramm, mein Messer das dreifache, was solls.
    Geschmiedet ist es aus 6 mm dickem 1.2510, er liegt mir ein bißchen besser als 1.2842, wegen dem Wolfram, aber eigentlich merke ich doch keinen Unterschied. Die Spitze der Klinge ist beim Herausbrechen von Holz ein Stückchen abgebrochen, etwas was ich von 65Si7 nicht kenne, hat aber nach einem weiteren Anlassen die Unart abzubrechen unterlassen.


    Der Griff ist aus Lederscheiben zusammengefügt und verklebt, dann in Form geschliffen und gewachst. Die Griffmulden passen exakt auf meine Finger und das Messer liegt sehr gut in der Hand. Ich habe auch die Griffmulden etwas höher gezogen und den Rücken des Griffs bauchig gestaltet (wie sich das anhört!?).


    Jetzt gibts noch ein Lederscheide und dann wird es wohl eine Weile etwas arbeiten müssen, aber ich glaube ich mache mir noch eins ein wenig in schmalerer Ausführung, jetzt wo ich eins habe in breit.
    Viele Grüße
    Roman

    gut aussehen tuts mal, aber es ist eine Zeichnung.


    Wenn ich mal davon ausgehe das der Griff cirka 120 mm Länge hat, dann ist die Klinge an der breitesten Stelle nicht viel schmäler, bei einer Länge von über 10 Zoll. Mit 8 mm Rücken wird es stabil, aber es ist dann stabil und schwer, selbst bei komplett hochgezogenem Anschliff. Ich weiß nicht wie Dir persönlich schwere Werkzeuge in der Hand liegen, aber das Messer wird grob geschätzt gut über 1 Kilo wiegen. Stell Dir einfach eine Stahlplatte vor die ungefähr die Maße des Messers hat, 8 mm ist schon ziemlich heftig. Bei 8 mm Stärke, cirka 120 mm breit und einen halben Meter lang, das sind cirka vier Kilo. Selbst wenn Du jetzt das Messer dort raustrennst und abschleifst bleibt immer noch genug übrig um ziemlich satt in der Hand zu liegen, Du kannst mir glauben, ich weiß genau wie schwer solche Klingen sind. Bei der Masse an Breite würden 5 mm allemal reichen, dann wirds immer noch schwer genug.
    Der Griff bei einem solchen vorderlastigen Messer, diese ergonomischen Griffe versprechen außer ihrem coolen Aussehen nur eins, jede Menge Blasen an den Händen. Bei einem kleineren Messer, also alles bis 20 cm Klingenlänge ist das fast egal. Es hat ja im Prinzip kein Gewicht, dort kann man diese Griffe eigentlich gut gebrauchen, sie sorgen dafür das der Griff bombensicher in der Hand liegt. Ein Haumesser rutscht immer in der Hand hin und her, gerade bei dem Gewicht. Ich würde die beiden Verdickungen am Grif nicht ganz so hoch ausfallen lassen, dann ist man etwa auf einem "Hammerstielniveau", das geht einigermassen. Diese beiden Guards (ich hoffe das ist das richtige Wort, ich meine das PE und diesen großen Haken am Griffende), die würdest Du bei langem Arbeiten verfluchen lernen, selbst mit Handschuhen. Ich erinnere mich noch genau an diese Schweizer Gertel, Ledergriff und am Griffende auch so einen Fanghaken, genau das war die Stelle wo man sich immer wundrieb.


    Wie gesagt, das Messer gefällt mir, aber das heißt nicht automatisch das ich es lange in der Hand halten möchte um damit zu arbeiten.


    Viele Grüße
    Roman

    da gebe ich meinem Vorredner nur allzugern Recht. Die Mutter aller taktischen Bowiemesser ist für mich das in dem Buch "Fighting Knives" von Frederick J. Stephens unter der fortlaufenden Nummer 300 aufgeführte Kampfmesser. Nach seinen Angaben wurde es an die 5th Special Forces Group- Vietnam ausgegeben. Das SOG ist zwar irgendwie so ähnlich, aber bis jetzt habe ich keinen Nachbau gesehen der einen derartigen Klingenanschliff oder massiven Griff hat.
    Viele Grüße
    Roman

    das hier gehört jetzt wieder nicht hier her.
    CS müsste eigentlich keinen anderen Stahl nehmen, es würde ausreichen den AUS 8 einfach so anzulassen das er eine höhere Härte hat. Hier hat man sich wohl wie bei vielen anderen auch dazu entschlossen den Stahl nicht auf die optimale Härte was Schneideigenschaft betrifft anzulassen sondern auf maximalen Mißbrauch. Scharf ja, flexibel ja, Schneidenhaltbarkeit mäßig. Aus dem Grund ist wohl auch diese aggressive Schneidenzahnung bei vielen CS-Modellen zu finden.
    Viele Grüße
    Roman

    hier kann man verschiedener Meinung sein. Zuerst gefällt mir das Messer mal, ich mag diese kurzen schweren Messer. Sie machen einfach durch ihr Gewicht einen zuverlässigen Eindruck und man hat das Gefühl ne kurzläufige 38er in der Hand zu haben. Man sieht auch beim Hacken das es voran geht und muss nicht mit einem Stück Holz nachhelfen, beim -batoning- gibts ja auch im wahrsten Sinn des Wortes "ein Stück".
    Natürlich, feines arbeiten ist hier und da nicht so fließend möglich wie mit einer schlanken Klinge, aber dafür sind die Kompromisse ja da, damit wie sie eingehen, eine schlanke Klinge in der Länge hackt wieder nicht so gut.


    Persönlich würde ich einen höheren Anschliff bei der Klingenstärke vorziehen, aber auf der anderen Seite sieht die Hohlkehle wieder gut aus. Dafür gefällt mir dieses stimmige bullige Gesamtaussehen, sogar das eckige Fangriemenloch passt dazu.


    Über den Preis kann man immer geteilter Meinung sein, aber es wurden schon für Klingen aus D2 weitaus höhere Preise gezahlt und so gut wie keiner hat sich daran gestört. Aber es geht nicht um den Preis der ein Stück Schiene kostet sondern was wer daraus macht. Der Stahl selbst, 1.2601 behauptet sich anscheinend trotz aller noch höher legierteren verwendeten Stähle immer noch ganz gut, sozusagen ein zäher Brocken was Legierungsgehalt und Marktbeständigkeit betrifft.


    Messer müssen zuerst einmal gefallen, und Gefallen macht schön. Schön liegt im Auge des Betrachters, schön im Sinne von schön finde ich das Messer eigentlich weniger, aber dafür gefällt es mir ganz gut.


    Viele Grüße
    Roman

    das hier wird anscheinend eine größere Sache.
    Zuerst einmal, das Messer, egal wie man es wo nennt und wie die Cousins und Bekannten heißen, das Messer gefällt mir unglaublich gut, es hat genau das Aussehen was mir absolut zusagt. Falls Du den Schmied persönlich kennst, ich ziehe meinen imaginären Hut, die Arbeit ist superb umgesetzt.


    Micha, ich habe mich köstlich amüsiert über die Butzemanngeschichte, Kibo, Terminator, danke für die ganzen Leseansätze, ich habe morgen Zeit und werde mich mal in die genannte Literatur einlesen, diese Art Waffe hat mich schon immer fasziniert.


    Was diese Messerform angeht, wer es noch nicht versucht hat soll irgendwann einmal versuchen eine Klinge mit dem Handhammer zu schmieden. Der Stahl fließt fast von selbst speziell in diese Form, man muss sich so gut wie nicht anstrengen. Ob das ein Grund war diese Form zu wählen ist natürlich reine Vermutung, aber was man nicht von der Hand wischen kann ist das, das das wirklich die natürliche Verlaufsform einer Klinge beim schmieden ist.


    Viele Grüße
    Roman

    wie immer Chris, einwandfrei umgesetzt. Das Messer sieht absolut stimmig aus, die Farbe der Griffschalen wäre nicht ganz "mein Ding", aber vielleicht muss ich mich zuerst dran gewöhnen.
    Viele Grüße
    Roman

    Der Bandschleifer sieht aus wie ein Eigenbau, gib einfach mal in der Suchmaschine -belt grinder- ein, dann sieht man solche Modelle. Ansonst hatte ich offen gesagt den Eindruck das die Maschine aus dem letzten Loch pfeift. Das Band ist vermutlich ein 40er oder 60er, so ein bißchen Schneidenbereich holzen diese Körnungen weg egal aus welchem Stahl sie sind.
    Wir haben nur das Resultat der Umgestaltung gesehen, ob die Klinge das wirklich ohne Probleme überstanden hat kann ja keiner per Ferndiagnose feststellen.
    Viele Grüße
    Roman

    mal abgesehen von dem Sinn dieser Sache, gehen tuts natürlich. Das Ganze auf dem Video sah schon irgendwo "hastig" aus, persönlich hätte ich mir mehr Zeit gelassen, bzw. hätte direkt mit einem nassen Band gearbeitet.
    Was die Temperatur betrifft, es kommt schon zu Veränderungen im Stahl ab cirka 120 Grad, dies gilt aber für niedriglegierte Stähle und hat im Prinzip so gut wie keine Auswirkungen. Bei diesen hochlegierten Stählen verschiebt sich ja die Wirkung die eine Erwärmung mit sich bringt deutlich in höhere Temperaturbereiche, solche Stähle brauchen mitunter Härtetemperaturen über 1000 Grad und auch höhere Anlasstemperaturen. Dadurch das sie Wärme nicht so gut leiten wie niedriglegierte ist auch meist ein mehrstufiges Erwärmen auf Härtetemperatur nötig, es sind zwar "Legierungsboliden", was aber nicht bedeutet dass man sie ohne Gefühl behandeln kann.


    Wenn diese Klappmesserklinge in dem Film noch wolframlegiert ist, dann würde ich mal sagen das sie so eine Behandlung vermutlich wegsteckt ohne Einbußen zu erleiden. Als Vergleich nehme ich mal meine Schrotmeißel die aus 1.2550 sind, scharf geschliffen schafft einer den Schlitz für das Auge durch ein glühendes Axtgehäuse zu spalten ohne dass man ihn einmal nachschärfen muss, natürlich bei jeweiligem Abkühlen.


    Härten vor dem Schleifen der Schneide finde ich auch nicht so tragisch, wenn man für Kühlung sorgt ist das gerade bei sehr feinen Klingen durchaus praktisch. Man kann dabei beruhigt die Klinge härten ohne Rücksicht auf eine feine Schneidengeometrie und hat nach dem Schliff direkt das fertige Messer in der Hand. Das stelle ich mir gerade bei einer Art Serienfertigung zeitsparend vor, was ja auch kosteneinsparend wirkt, für beide Seiten (was zu hoffen wäre).


    Viele Grüße
    Roman

    Robert, dein letzter Satz gefällt mir sehr gut, Micha hat das Geheimnis gelüftet, vermutlich sind wir in einer anderen Wirklichkeit alle Chinesen.
    Ich wollte eigentlich etwas über die weltweite Verwobenheit von Stahlherstellern sagen, habe mir stundenlang die Worte überlegt, vermutlich ein Pfund Virginia durch Bruyere zu Asche gemacht und bin zu folgendem Schluss gekommen.


    Ich habe von Stahlkonzernen keine Ahnung, die Beweise von dem Verursacher dieser Diskussion haben bei Betrachtung durch fünfjährige Gutachter keinen Bestand und wir haben diesen haltlosen Vorwürfen, egal ob Striderfan oder nicht, einfach schon zuviele Wörter geopfert.


    Aus diesem Grund höre ich jetzt auch auf.


    Viele Grüße
    Roman

    jeder Anwender definiert die Belasbarkeitsgrenze für sein Messer anders, egal aus welchem Stahl es ist. Primär geht es doch gar nicht darum welcher Stahl der bessere ist, sondern welcher Stahl für den Anwender der geeignetere ist. Man muss ja froh sein dass es das gleiche Messer in einer korrosionsfesten und einer aus niedriglegiertem Stahl gibt, egal wer und wo das Messer macht. Ein Härtevorgang kann immer in die Hose gehen, das liegt in der Natur der Sache, die Datenblätter beziehen sich immer auf eine bestimmte "Fixgröße", manchmal ist die Größe des Härteguts in seinen Dimensionen auch angegeben, aber niemals bezieht sich eine Standardhärteanleitung auf die Dimension einer Messerklinge. Das ist einer der Gründe die eine Klinge bei dem einen gut werden lässt und bei dem anderen nicht so gut.


    Stähle wie 440C und D2, ich nenne jetzt einmal geläufige Stähle, benötigen einen Härtevorgang der ziemlich aufwendig ist und bei dem ruckzuck etwas "in die Hose" gehen kann. Man kann schon froh sein dass überhaupt so viele Klingen überhaupt einsatztauglich die Härtereien verlassen, das spricht für die Härtereien (egal wo sie stehen) und die Facharbeiter die dort arbeiten.


    Primär würde ich sagen dass ich eine Klinge aus 440C immer dann nehmen würde wenn das Messer in einem nassen Umfeld arbeiten muss, seine Korrosionsfestigkeit ist hervorragend und er ergibt eine sehr gute Schneide. Wenn ich ein bißchen gröber zu Werke gehen muss würde die Wahl auf den SK 5 fallen, so ein niedriglegierter Stahl kann einfach auch was Seitenstabilität betrifft ein wenig stabiler ausfallen. Die hier genannten Messer haben eine gute Rückenstärke, so schnell wird wohl keins zerbrechen, gerade in Anbetracht dessen das man keine gigantischen Hebelkräfte anhand der Messerlänge freisetzen kann. Das ist natürlich kein Freibrief, sie sind nicht aus Brecheisenstahl gemacht.


    Ansonst ist es immer das alte Lied, mache ich eine Klinge aus z. B. aus einem Federstahl, kann ich durch hohes Anlassen eine enorme Seitenstabilität bzw. Flexibilität erreichen, was natürlich zu ungunsten der Schneidenleistung geht. Zwischen 200 und 300 Grad beim Anlassen sinkt die Härte enorm und um eine hohe Flexibilität zu erreichen müsste man über cirka 400 Grad anlassen. Das wäre möglich bei einem Stahl wie SK 5, bei 440C würde es keinen Sinn machen, der Stahl ist dafür nicht gemacht worden. Aber wie gesagt, so wäre die Klinge aus SK 5 extrem elastisch, aber die Schneide wäre was Standfestigkeit betrifft grottig.


    Primär würde ich ein Messer zuerst immer so aussuchen das es mir zuerst einmal gut gefällt, egal wer es wo gemacht hat, wenn es dann noch gut in der Hand liegt sind eigentlich die höchsten Hürden genommen. Der Stahl sollte natürlich schon irgendwo dem Anwender und seinen Tätigkeiten entgegenkommen, aber oft ist es so dass einem ein Messer gut gefällt, aber es die Stahleigenschaften nicht hat. Dafür habe ich keine Lösung, ich würde es mir trotzdem kaufen, dann würde ich eben diesen Kompromiss eingehen.


    Viele Grüße
    Roman

    so, Gottseidank schlafen alle Nachbarn noch. Ich war soeben in Unterhose und T-shirt in die Schmiede und habe mir mal ein Stück 1.2842 angesehen. Das Stück Schiene hat die Maße 55 mal 16, cirka einen halben Meter lang, und steht seit mindestens fünf Jahren immer hier und da. Der Stahl ist außen stellenweise braun angelaufen, beim Schmirgeln wird er einigermaßen blank und man erkennt wie weit die Korrosion ihr Werk getan hat. Oberflächlich ist so gut wie nichts passiert, kein nennenswerter Rostfraß, wenn es eine Messerklinge gewesen wäre, dann wäre sie noch voll einsatzfähig.
    Ich habe dieses Rostzeug was diese schwärzlichen Oberflächen ergibt auf die Schiene draufgepinselt, und zwar auf die Stelle die ich blankgeschliffen habe und natürlich auch dort wo man bräunliche Verfärbung sieht, die habe ich ein wenig weggeschmirgelt von Hand. Also, die blanke Stelle wird nicht schwarz, die korrodierte Stelle zeigt diesen üblichen schwärzlichen Schutzfilm.


    Nichts gegen Beschichtungen, aber einen Axtkopf würde ich einfach polieren und fertig. Egal was man mit der Oberfläche macht, ein Axtgehäuse bleibt ein Axtgehäuse, die Kräfte die dabei wirken sind nicht mit denen an einer Klinge zu vergleichen. Ich persönlich finde ein Beil oder Axt, ordentlich in Schuß gehalten, hier und da Macken hat, weitaus ansehnlicher als ein Axtgehäuse was geschwärzt ist und die Beschichtung durch den Gebrauch stark abgenutzt ist. Die Stellen sind ja dann doch wieder blank, dann kann man sie auch gleich blank lassen, sonst artet das Ganze ja aus in mythologischem Stress.


    Du wirst dich nach jedem Arbeitseinsatz des Beils (den Arbeitseinsatz vergleiche ich mal mit Herrn Thanatos, der Gott des Todes soll den Sisyphos erledigen, aber weil der Kerl so clever ist springt er dem "altgriechischen Schachtelhuber" immer wieder von der sprichwörtlichen Schippe. Da Herr Sisyphos anscheinend berühmt ist für seine Schläue und Hartnäckigkeit, was ihm auch den Zorn diverser anderer götllicher Vertreter einträgt, muss er bis in alle Ewigkeit diesen Felsbrocken immer wieder den Berg heraufrollen, wobei ich nie den Sinn des Steinrollens verstanden habe) gleich dem Sisyphos über die beschädigte Beschichtung ärgern (natürlich hat sich Sisyphos nicht über Beschichtungen von Blankwaffen geärgert, die waren zwar damals nicht alle aus Stahl, waren aber so oft im Gebrauch dass sich erst gar kein Rost gebildet hat) und immer wieder nach dem Stein der Weisen in Sachen -Beschichtung- suchen.


    Aber lassen wir einmal diese Vertreter der griechischen Mythologie beiseite und sehen auf die, nicht immer ganz blanken, Fakten. Ein Axt- oder Beilgehäuse mit Holzgriff müsste ja innerhalb kürzester Zeit wegrosten. Außen sieht man es ja nicht direkt, aber dort wo im Auge der Stiel anliegt sammelt sich Feuchtigkeit und bleibt dank des Holzes relativ lange dort. Aber selbst eine Axt die jahrelang mit dem gleichen Stiel durch ihr schweres Leben geht rostet so gut wie nicht innen im Auge, es ist wohl dort Rost zu verzeichnen, aber nichts was dem Gehäuse Sorge macht.
    Ich habe, -mea culpa-, sowohl meine gute, einst in Österreich erworbene, Sense und eine Forstkultursense die Tage mal von ihrer Korrosion befreit, was mit Schmirgelpapier in einigen Minuten erledigt war. Obwohl ein Sensenblatt bekannterweise nicht über die Stahlmasse einer Axt verfügt, was ebenso schweißtreibend wie unhandlich wäre, war die Korrosion nicht weiter tragisch. Auf beide Sensenblätter habe ich diesen Rostumwandler aufgetragen, dort macht er auch eine gute Figur, zumindest was den Schutz des Stahls betrifft. Es grämt mich auch nicht dass dieses "Antirostzeug" nicht auf eine Schneide gehört die auch der Nahrungszubereitung dienen soll, ich habe nicht vor mir mittels der Sense ein Butterbrot zu machen noch eine Scheibe Schinken zu schneiden, obwohl ich mir vorstellen kann dass ein gekonnter Schnitt mit einer scharfen Sense ein wirklich dünnes Stück Schinken abtrennen könnte, was bestimmt zu Irritationen in der Küche führen würde, abgesehend davon das man sehr schnell bei diesem Tun allein gelassen wird und auch die Einrichtung die ein oder andere Schramme abbekommen kann.


    Ich sehe es mal so, Du machst Dir bestimmt ein gutes Werkzeug aus 1.2842, wieso sollte man den Kopf schwarz machen, Du hast es mit deinen Händen gemacht, das sollte man auch sehen. Wenn schon schwarz, dann schleif nach dem Härten nur die Schneide blank und belass die eingebrannten Ölreste am Gehäuse, sie schützen das Gehäuse jahrelang vor Korrosion.
    Viele Grüße
    Roman

    normal würde ich ja fragen wieso ein Griffmaterial splittert wenn man es in der Hand hält, aber Messer können auch mal hinfallen etc. MIcarta ist da wohl relativ unempfindlich was Hinfallen betrifft, durch die Laminatbauweise wird wohl nicht viel abbrechen, bei G 10 weiß ich es nicht, kann mir aber auch vorstellen dass es das gut ab kann, wenn je nach Untergrund das eine oder andere verkratzen können. Bei Alu trete ich unbesehen in Jerrys Fußstapfen, Alu ist unbehandelt ziemlich weich und verkratzt ziemlich schnell. Titan wäre eine Möglichkeit, wenn schon nichts natürliches.
    Ansonst, speziell wenn es um Kälteunempfindlichkeit geht, da würde ich mal den Weg des einfachen Umkehrschlusses gehen. Was ist hart und zäh bei Kälte, ist tausendfach erprobt und hält ziemliche Schockbelastungen aus, ist jederzeit verfügbar und relativ günstig? Mir fällt da eigentlich nur noch Rentierhorn ein, das Material ist wirklich kälteunempfindlich, den Rentieren zerbröselt das Geweih ja nicht bei Kälte und wenn die Herren unter dieser kälteunempfindlichen Wesen sich die Geweihe im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren schlagen bricht auch so schnell nichts. Und wenn bei denen nichts bricht, dann wirds auch verdammt schwer sein das Material mit der Kraft einer Hand sonderlich zu beeindrucken.
    Aber das ist nur eine pragmatische Lösung und hat mit der Eingangsfrage nichts zu tun.
    Viele Grüße
    Roman

    wenn Du -razor knife folder- in der Suchmaschine eingibst erscheinen doch jede Menge Klappmesser die eine rasiermesserähnliche Klinge haben. Keine Sorge, das hier ist kein "Sufu, google oder sonstwas" Hinweis, ich habe selbst mal nachgesehen und die seltsamsten Kreationen dort gesehen. Ich kenne zwar die Klappmesser im amerikanischen Stil mit einer rasiermesserähnlichen Klinge, aber dort unter den Bildern habe ich Rasiermesser mit Backlock gesehen und andere Erscheinungsformen dieses Messertyps, natürlich unter allen anderen klappbaren Dingern.
    Viele Grüße
    Roman

    von den vorgeschlagenen Stählen würde ich persönlich zu dem C60 tendieren, der Stahl ergibt stabile Schneiden bei ausreichender Zähigkeit. Vor allem kann man ihn gut schmieden und er lässt sich im offenen Feuer gut härten, das Anlassen kann man auf einem Stück glühenden Stahl besorgen. Ansonst wäre auch ein Gehäuse aus z. B. st52 mit eingeschweißter Schneide möglich, je nachdem was man mit dem Beil machen will.
    Viele Grüße
    Roman

    hast Du schon mal daran gedacht einen passenden Griff zu machen und dann den Erl mit Epoxid einzugießen? Dann hättest Du keine Arbeit mit Verschraubungen und bräuchtest im Prinzip nur einen Griff anzufertigen.
    Viele Grüße
    Roman

    sauber gemacht das Messer, mir gefällts auf jeden Fall gut.
    Der Stahl ist immer eine gute Wahl, es gibt ihn allerdings nur in rund und man muss ihn zuerst flachschmieden, weshalb man ihn vermutlich auch nicht so oft sieht. 1.2210 hat eigentlich alles was man für eine gute Klinge braucht die geschmiedet werden soll. Er ist einer der Stähle die für das Schmieden einer Klinge wie gemacht sind. Er ist immer vorrätig, lässt sich gut verformen, schmieden macht Sinn und er verträgt es gut, lässt sich sehr gut im offenen Feuer härten und ergibt sehr bissige belastbare Klingen. Man kann von einer Rasiermesserklinge, wofür er früher auch gebraucht wurde, bis zu großen Klingen und Werkzeug alles damit umsetzen.
    Viele Grüße
    Roman

    was zu der weichen Stelle geführt hat ist spekulativ. Diese Beile sind vermutlich auch bei Gränsfors Reihenfertigung, eine Überlastung duch zuviel Wärme kann man nie ausschließen, vielleicht wurde es auch zu hoch angleassen, das lässt sich nicht mehr anhand von Fotos nachvollziehen. Ich würde auch die Garantie in Anspruch nehmen, normal finde ich eine solche weiche Stelle auch nicht.
    Viele Grüße
    Roman