Beiträge von juchten

    das mit dem Stahl ist kein Kochrezept, "man nehme und voila, das Messer ist da".


    Edgars Ausführungen sind nicht von der Hand zu weisen und ich habe ja auch sinngemäss das gleiche geschrieben, überlass das Härten einer Lohnhärterei. Ansonst gibt es kein Rezept, egal welchen Stahl ich Dir vorschlage, die Wärmebehandlungshinweise aus dem Datenblatt beziehen sich meist auf ein Stück Vierkantstahl mit den Maßen 25 mal 25 mm, und nicht auf eine Klinge.
    Wenn Du wirklich härten willst musst Du dir ein bißchen tieferen Einblick verschaffen was da überhaupt passiert, da gibt es Bücher die sich mit der Materie befassen. -Die Edelstähle- von Herrn Rapatz, -Wärmebehandlung des Stahls-, von Läpple, -Die Werkzeugstähle und ihre Wärmebehandlung- von Brearley/Schäfer usw.. Dann musst Du was Feuerführung und Stahl im Feuer unbedingt alles auswendig wissen und auch anwenden können was die Herren Eugen Mayer-Sidd und Franz Hutterer in ihrem Buch -Merkbuch für die Fehler der Warmbehandlung von Eisen und Stahl- niedergeschrieben haben. Viele der Fachbücher zum Härten von Stahl im offenen Feuer sind mindestens 70 Jahre alt, und damals war das Härten im offenen Feuer sehr in Frage gestellt, man hatte schon längst Muffelöfen etc., warum wohl? Es war damals schon schwierig gute Ergebnisse zu erzielen, und damals gabs mehr Schmiede als heute und vor allem gabs mehr Schmiede die in ihrem Leben nichts anderes gemacht hatten als am Amboss zu stehen. Heute ist es noch schwieriger, Du kannst nicht eben mal zum Dorfschmied gehen und sagen: "Kannst Du mir das mal zeigen?"


    Ich habe das Härten zwar lustig dargestellt, aber ich habe mit keinem Wort erwähnt das es einfach ist. Die meisten Klingen sind im Feuer schon unganz oder verdorben bevor man glaubt das sie zu warm geworden sind, vor allem die Schneiden. Es ist leider nicht nicht einfach, eine Schneide in einem offenen Feuer zu härten, man muss es gezeigt bekommen, da hilft kein Datenblatt und kein Buch, die Bücher dienen zum Verständnis, aber das Machen dient erst dem Verstehen.


    Viele Grüße
    Roman

    das Verzundern ist wirklich ein Problem, man kann ihm fast nur begegnen wenn man das mit dem Feuer im Griff hat. Sobald man glaubt hastig werden zu müssen kann man die Bescherung sofort mit bloßem Auge sehen, die oberste Schicht des Stahls löst sich in hauchfeinen Plättchen ab. Die Klinge muss wie gesagt vorgewärmt in das Feuer kommen und das Feuer muss entsprechend genug Eigenhitze haben, sonst kommt man in Versuch Luft einzublasen, was wieder zum Verzundern führt. Gebläseluft ist reinstes Gift bei diesen Stählen und gleichbedeutend mit sofortigem Verzundern, was sogar wenn man lustig weitermacht zu Lochbrand in der Klinge führt.
    Die Gebläseluft ist dann weitgehend entschärft wenn sie nur schwach bläst und durch eine ausreichend dimensionierte Glutschicht streicht, zu starke Gebläseluft hat auch den enormen Nachteil das sie das Härtegut wieder abkühlt, es hört sich zwar seltsam an, aber auch in einem großen Feuern hat die Gebläseluft genug Kühleffekt um die Klinge nicht gleichmässig erwärmen zu lassen.


    Bei sehr dünnen Klingen, also ab 4 mm abwärts, dann wird es immer kritischer was Verzug betrifft. Eine Maßnahme wäre am untersten Temperaturbereich der Härtetemperatur zu bleiben und in vorgewärmten Öl (ausgedientes Frittenöl eignet sich recht gut, von irgendwelchen Altölen usw. ist total abzuraten, erstens sind die Dämpfe sehr gesundheitsschädlich und zweitens stinkt alles tagelang was den Dämpfen ausgesetzt war) abzuschrecken. Man könnte noch soweit gehen und die Klingen in Unschlitt (ausgelassener Rindertalg, wird vor dem Abschreckvorgang erwärmt bis er flüssig ist) abzuschrecken, das ist eine ziemlich sichere Bank das die Klingen sich nicht verziehen.


    Selektiv härten, also nur den Schneidenbereich erwärmen, würde ich bei Stählen wie 1.2510 und 1.2519 eigentlich nicht so in Erwägung ziehen, dann ist ein Teil der Klinge auf Härtetemperatur und das kann zu Spannungen führen. Selektiv härten ist wieder eine ganz andere Kiste und bringt oft bei den ersten Gehversuchen mehr Frust als Erfolg.


    Viele Grüße
    Roman

    das würde Euch so passen, Stahlsplitter, die vergehen ja schon bevor die Flamme das erste Mal hochschlägt. Unter 200 Gramm läuft bei Hämmern, bzw. Hämmerchen, gar nichts. Und selbst 200 Gramm, da braucht man ja schon Hämmerchen, sonst gibts nur noch Scherenschnitt aus Blechplättchen.
    Viele Grüße
    Roman

    fangen wir einmal vorn an, härten kann man ja erst wenn man eine Klinge in der Hand hat.
    Ich weiß nicht was Dir an Handwerkszeug bzw. Maschinen zur Verfügung steht, aber gehen wir einmal davon aus das drei gute Werkstattfeilen (Hieb 1,2 und 3, Feilenblatt 250 mm Länge), eine Rundfeile (und ein paar runde Kettensägefeilen, am besten ein paar mehr, sie brechen wie Glas), genug Schmirgelpapier/-leinen, ein Winkelschleifer (mit 1 oder 1,5 mm Trennscheiben, Schrupp- und Lamellenscheiben) da sind, ein Schraubstock und vor allem eine Standbohrmaschine wäre auch vonnöten.


    Beim Stahl würde ich zuerst einmal nicht danach gehen was einem an Superstahl empfohlen wird oder wer im Internet irgendwo etwas geschrieben hat, sondern einen Stahl aussuchen der zuerst einmal problemlos zu beschaffen ist und vielleicht nicht soviel kostet. Hier verweise ich einmal zuerst auf die Stahllieferanten, sie bieten die Stähle fast direkt an und sind meist ein wenig günstiger als im Messermacherbedarf. Der Nachteil ist allerdings das man oft ein bißchen mehr nehmen muss, bzw. einkalkulieren muss das diese Leute gewohnt sind Stahl meist in Tonnen zu rechnen und auch Mindermengenaufschläge haben.
    Im Messermacherbedarf bezahlt man zwar im ersten Moment ein wenig mehr, aber wenn man hinter die Kalkulation schaut ist das verständlich. Die Stähle sind meist "mundgerecht" vorhanden, sind vor allem per Mausklick, Fax oder Telefonat bestellbar und oft kann man auch an der gleichen Adresse die fertige Klinge einschicken und dort härten lassen. Man braucht sich auch nicht zu schämen die Klinge zum härten wegzugeben oder weil sie nicht aussieht wie von Meisterhand geschliffen, jeder weiß wie schwer es ist eine anständige Klinge anzufertigen und wieviel Probleme das Härten verursachen kann.


    Ein Stahl der immer zur Verfügung steht und auch kostenmässig im Rahmen ist wäre z. B. 1.2510. Vor allem gibt es ihn direkt als Flachmaterial in jeder Dicke und Breite, sogar in 500 mm Abschnitten. Das gleiche gilt natürlich für etliche andere Stähle, ich habe nur gerade den 1.2510 ausgesucht weil er so in Richtung von dem genannten 1.2519 zeigt. Korrosionsbeständige Stähle stehen natürlich auch zur Verfügung, wenn es ein Messer aus einem solchen Stahl werden soll empfehle ich allerdings ihn z. B. hier bei einem Forenpartner zu kaufen und ihn auch über den härten zu lassen, korrosionsbeständige Stähle lassen sich zuhause einfach nicht optimal wärmebehandeln (das optimal gilt leider auch für die nicht korrosionsbeständigen Stähle).


    Besorg Dir den Stahl, mal Dir auf der Stahlschine das Messer auf und schneid soweit es geht die Konturen mit dem Winkelschleifer aus, die Feinarbeit an der Kontur geht dann weiter mit der Schruppscheibe und dann mit der Lamellenscheibe bzw. den Feilen. Markier die Mittellinie wo die Schneidenflanken sich treffen sollen und fang an zu feilen. Du kannst natürlich auch Vorarbeit mit der Schrupp- oder Lamellenscheibe machen, aber die Gefahr damit zu tief "reinzuhauen" ist verdammt groß. Bohr die erforderlichen Löcher in den Erl und Du hast eine Klinge in der Hand die man im Klingenbereich bis cirka Korn 400 finishen kann, je nach Vorliebe.


    Das Härten, das ist überhaupt der Knackpunkt, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, bei der ganzen Angelegenheit. Ich habe schon ein paarmal niedergeschrieben wie man das in einem Grillfeuer bewerkstelligen kann, aber es ist bleibt so eine Sache. Im Prinzip ist es ja von der Vorgehensweise gut verständlich, man erwärmt die Klinge auf Härtetemperatur, schreckt sie ab und lässt sie wieder an. Das sollte eigentlich kein Problem sein, nur ist das Herstellen eines Jagdbogens mit einer Feuersteinklinge auch kein Problem an sich, ein Stück Feuerstein und ein Stück Holz, und trotzdem ist das ein ganzer Kosmos für sich. Für meinen Teil, ich habe etliche Bücher über Bogenbau (ich bin kein Bogenschützer oder -bauer, es hat mich allerdings immer interessiert) und mir ist klar was die Jungs dort geschrieben haben, trotzdem würde mein Bogen vermutlich alles machen außer zufriedenstellend funktionieren.


    Worauf ich hinaus will, das Härten im offenen Feuer ist eine der handwerklichen Tätigkeiten die ganz einfach aussehen, aber wie bei allen handwerklichen Arbeiten sind es gerade die einfachen die am meisten Sorgen beim Umsetzen bereiten. Du kannst 1.2519 im offenen Feuer härten, aber er wird vermutlich verzundern oder wenn Du zuviel Acht gibst beim Abschrecken nicht ausreichend Härte annehmen. Du gehst bei einem solchen Stahl bei dem Versuch ihn im offenen Feuer zu härten über den Grat einer Rasierklinge und versuchst dabei Geige zu spielen während Du noch eine Pfeife anzünden musst, eigentlich sollst Du noch La Paloma dabei singen, aber nur wenn es optimal verlaufen soll.
    Um es noch problembehafteter zu machen, 1.2510 verzundert auch schnell oder nimmt bei zögerlicher Wärmezufuhr nicht genug Härte an beim Abschrecken.


    Für die ersten Klingen würde ich einen Härteservice in Anspruch nehmen und es auch dort abklären wo Du den Stahl käufst. Wenn das selber härten dich gar nicht mehr loslässt, dann würde ich sehr niedriglegierte Stähle vorschlagen. 1.2519 ist keiner der Stähle die man mal gerade so nebenher in einem Grillfeuer härten kann. Bei 1.2519 verschieben sich die erforderlichen Temperaturen aufgrund der Legierungen schon nach oben, und oben heißt im offenen Feuer immer das Herr "Verzundern" nicht zaghaft an der Tür klopft, sondern schon angesoffen und lauthals nach dem dritten Gang schreiend am Tisch sitzt. Du müsstest Dir bei der Feuerführung und dem Aufwärmen des Stahls schon so sicher sein als ob Du den Herrn "Verzundern" bevor er anklopft einen Sack über den Kopf stülpst, ihn gut zubindest, und den Randalierenr über die Kartoffelrutsche in den Keller beförderst.


    Trotz allem, es ist natürlich möglich. Sorg für ein ausreichend großes gut durchgeglühtes Holzkohlenfeuer. Die Klinge sollte zuerst neben dem Feuer aufgewärmt werden, eine kalte Klinge in ein großes Holzkohlenfeuer stecken ist nicht gerade sehr förderlich. Wenn die Klinge wenigstens mehr als handwarm ist hochkant, Schneide nach oben, in das Feuer plazieren und ohne Gebläseluft Wärme ziehen lassen. Vor allem zuerst den Rücken erwärmen, der hat mehr Masse als die Klinge, was de facto heißt, wenn Du den Schneidenbereich solange erwärmst wie den Rücken der Klinge, dann ist dieser dünne Bereich (der ja viel schneller Wärme annimmt, und schon ist Herr "Verzundern" wieder da und krakeelt) zu lange der Wärme ausgesetzt. Wenn Du also diesen Balanceakt schaffst und der Rücken wird gleichzeitig mit dem Schneidenbereich die gleiche Temperatur annehmen, wirst Du die Klinge zügig auf die erforderliche Temperatur bringen müssen, die bei cirka 830 liegt. Schau Dir die Glühfarben des Stahls an, es sollte danach bei -hellkirschrot- bis -hellrot- sein, idealerweise machst Du das am besten wenn kein Seitenlicht auf die Klinge kommt, sonst erwärmst Du zu hoch und wieder ist Herr "Verzundern" da, natürlich in Topform.


    Der Stahl muss kerntief die Temperatur annehmen, sonst gibt es unglaubliche Spannungen in der Klinge, dann kommt der Saufkumpan von Herr "Verzundern", der Herr "Entzwei", mit Spitznamen "Krack". Wenn also die Klinge sich auf richtiger Temperatur befindet kann man sie in Öl abschrecken, aber nicht in zu wenig Öl, sonst leidet der Abschreckeffekt. Und aufpassen, das Öl wird sich sofort entzünden wenn es mit einer auf über 800 Grad warmen Klinge in Berührung kommt, die Flamme kann schlagartig entstehen und kann dann eine erhebliche Gefahr darstellen (das ist jetzt nicht lustig).
    Wenn die Klinge entsprechend abgeschreckt ist, dann hat der Stahl innerhalb dieses Vorgangs (genau dieses Vorgangs, wenn er höher oder niedriger erwärmt wird, in kaltem Öl oder anderen Abschreckmedien abgeschreckt wird ändert sich wieder alles) seine Vollhärte erreicht. Um die Vollhärte in Arbeitshärte umzuwandeln muss er wieder erwärmt werden. Das geschieht am besten in einem Anlassofen, ein Backofen kann es allerdings auch besorgen. Die Anlasszeiten kann man dem Datenblatt entnehmen. Ich bin zwar kein Fachmann für 1.2519, aber ich würde ihn zumindest mal eine halbe Stunde auf 250 Grad anlassen.


    Wenn Du dich für einen Stahl wie z. B. C60 entscheidest, er wird auf Garantie hart genug für eine Messerschneide, und vorsichtig zu Werke gehst, dann ist das Härten zuhause wirklich möglich und man hat eine funktionierende Klinge in der Hand, das nur mal als Anhalt, ein Federstahl würde es auch tun. Federstähle sind oft schwer als geeignetes Schienenmaterial aufzutreiben, ein ausrangiertes 4 mm dickes Holzkreissägeblatt ist allerdings relativ leicht zu beschaffen und bietet je nach Durchmesser Stahl für ein paar Klingen.


    Viele Grüße
    Roman
    PS: Nur für die Fachleute, mir ist schon bewußt das man übereutektoide Stähle wie 1.2519 nicht einfach so "Hals über Kopf" härten soll, aber wenn man es einfach hält sind halt gewisse Feinheiten einfach nicht zu bewerkstelligen

    das Espada ist auch bei mir das größte Klappmesser.
    Ich benutze es auch regelmässig, gerade wenn ich fischen oder in den Wald gehe. Die Machete ist mir mamchmal zu groß und ich habe nicht gern Messer am Gürtel hängen. Das Espada schlägt Äste und Ästchen ab, kann Brennesseln mähen und man hat wenn es eine längere Tour ist ein Messer dabei mit der man mal eine Scheibe Brot vom Laib runterschneiden kann ohne das man sich einen abbrechen muss weil die Klinge zu dick oder zu klein ist. Eigentlich betrachtet habe ich es oft dabei, aber ich gehe auch nicht dahin wo Leute sind die schon bei einem Opinel in Ohnmacht fallen oder wo man stündlich von einer Streife kontrolliert wird.
    Ob das Espada jetzt ein Monsterfolder oder nicht, ich weiß es nicht. Es ist auf jeden Fall mal erfrischend groß und dabei immer noch sehr handlich. Ich bin auch froh das mal eine aktuell arbeitende Messerfirma so ein Messer wenigstens von der Größe her in der Einstiegsklasse baut, das Espada ist zwar größer als die meisten anderen Klappmesser, aber als Navaja im Vergleich zu klassischen Modellen immer noch eins von den handichen Modellen. Mir reicht es auf jeden Fall, groß genug um "Navaja-feeling" zu bekommen, stabil und relativ flach gehalten.
    Wenn dieser Kerl von CS nachts einmal vom alten Spanien träumt und danach beschließt eine Navaja mit 12 Zoll Klinge zu bauen, mich muss er nicht als Käufer überzeugen, ich nehm auf jeden Fall eins.
    Viele Grüße
    Roman
    http://www.tacticalforum.de/in…969fd2281e692536dbc952bd6

    wenn es sich nicht ätzen lässt mit 80 Grad warmen Eisen3Chlorid, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Das Eisen3Chlorid hat ja selbst noch Wirkung wenn die Stahloberfläche mit Polierwachs poliert wurde, also am Fett auf der Klinge kann es nicht liegen. Stefans Vorschlag mit Schwefelsäure kann etwas bringen, muss aber nicht, Schwefelsäure hat bei mir auch schon versagt, ob unverdünnt, frisch angesetzt auf 30 %, keine Wirkung. Mit Salpetersäure habe ich keine Erfahrung, aber vorstellen kann ich es mir schon. Ich muss ja hier keinem erzählen von welchen Chemikalien wir momentan reden und wie gefährlich das Zeug ist. Die Reihe könnte man ja noch fortsetzen, Kupfersulfat wird auf jeden Fall Wirkung zeigen, aber ob das noch Sinn macht ist mehr als fraglich, das Zeug frißt ja im Handumdrehen Oberflächen an.


    Ich würde bei Eisen3Chlorid bleiben, es ist einfach in Anbetracht der Gefährlichkeit dieser Chemikalien noch das was man am besten handeln kann. Oberfläche entfetten (egal was ich vorhin geschrieben habe, sicher ist sicher), das Eisen3Chlorid mit einem Pinsel satt auftragen und ein bißchen warten. Die Klinge mit Wasser abwischen, mit Ton (Tonpulver aus dem Künstlerbedarf) polieren, mit Wasser abwischen, wieder ätzen, usw. Wenn sich dann nach ein paar Wiederholungen keine Wirkung zeigt, dann war es halt ein Versuch und man ist schlauer.


    Viele Grüße
    Roman

    jetzt sieht die ganze Angelegenheit schon etwas handlicher aus.
    Einen "Skullcrusher" brauchst Du bei einem solchen Messer nicht, Du kannst mit einem Messer in den Dimensionen mit den Klingenflanken Nägel einschlagen. Aber egal wie schlank dieser Entwurf gegenüber den anderen aussieht, es wird immer noch ein ziemlich massiges Messer. Dieser breite vorderlastige Spitzenbereich macht es einfach schwer, da musst Du dir etwas einfallen lassen. Persönlich würde ich einen Anschliff bis zum Rücken vorschlagen, das wäre eine Möglichkeit, so trägt man ziemlich Material ab und behält immer noch die volle Rückenstärke.


    Der zweite Vorschlag wäre der, einen Anschliff zu machen wie bei diesen Vietnam-Bowies. Du setzt den Schneidenanschliff waagerecht von der Klingenspitze gesehen zum Griff hin, ob Du mit dem eigentichen Schneidenverlauf abschließt oder noch ein paar mm weitergehst, wie bei den Randallmessern z. B., das bleibt einem selbst überlassen. Anschließend werden die Klingenflanken zum Rücken hin ausgeschliffen, man kann ruhig noch zweieinhalb mm stehenlassen. Dann hätte die Klinge genug Material verloren, der Mittelgrat wo die eigentliche Schneide in den rückwärtigen Teil abfällt stabilisiert die Klinge immer noch hinreichend genug. Dieser Mittelgrat hätte die volle Materialstärke und würde beidseitig wie ein Steg verlaufen. Dann sieht die Klinge ziemlich "zackig" aus und Du kannst dir diese ganze Hohlkehlenfräserei ersparen. So ein Anschliff würde auch gut zu der geschwungenen Form des Messers passen, aber das ist meine persönliche Meinung.


    Viele Grüße
    Roman

    ich mache nichts anders als jemand der Lederscheiben aufeinanderstapelt. Die Geschichte mit dem Hammer ist auch ganz einfach erklärt, ich bohre meist die Aussparung für den Erl zu knapp, so kann ich diese Lederscheiben nicht mehr von Hand aufeinanderdrücken, mir schwinden vermutlich die Kräfte. Also, ich schlage die Lederscheiben einfach mit dem Hammer passgenau aufeinander, der Hammer wiegt 300 Gramm, nicht das jemand glaubt ich traktiere die Lederscheiben mit einem Vorschlaghammer.
    Als Kleber nehme ich entweder Bondulin oder 5 Minuten Epoxid (ich bin manchmal ungeduldig, obwohl ich das 5-Minutenzeug auch über Nacht aushärten lasse). Schmirgeln wird mit max 240er Schleifleinen besorgt, der Rest macht die Tuchscheibe auf dem Polierbock.
    Viele Grüße
    Roman

    hallo -lenzmitz-,
    ich benutze für die Griffe Scheiben die ich aus Sohlenleder herausschneide, die werden je nach Dicke des Erls passend gebohrt und dann Stück für Stück aufgeklebt und jeweils mit einem Hammer "verdichtet". Wenn der Griff durchgehärtet ist wird die grobe Kontur am Bandschleifer geformt. Der Rest macht eine neue Fächerscheibe auf dem Winkelschleifer und ein bißchen Gefühl. Abschließend fein von Hand schleifen und dann auf einer harten Tuchscheibe polieren.


    Hallo Norbert,
    die Abschlussknäufe sind immer aus dem Vollen. Meist mache ich sie aus den Reifen alter Holzwagenräder, das Material ist schon so alt das es vergessen hat weiter zu korrodieren. Sie werden vor dem Griff passend auf das Ende des Erls geschmiedet, dann zum Schluss aufgesetzt. Sie sitzen zwar meist sehr eng, ich verklebe sie aber trotzdem und sichere das Ganze durch einen querlaufenden Niet aus Messing oder Stahl.


    Viele Grüße
    Roman

    ich würde auch zu einem CS tendieren, im Prinzip gibts dort alles was Du brauchst. Die Materialien sind Dir egal, also steht Dir alles offen, es gibt dort Klappmesser mit Sägezahnung und ohne, vor allem sind sie groß im Gegensatz zu einem Police, das für mich persönlich weder schwer noch groß ist, und sie lassen sich leicht öffnen. Mit dem neuen Tri-ad-Lock stehen die CS Klappmesser fast wie ein fixed.
    Der Daumenpin lässt sich auch ohne Probleme entfernen und man kann nicht nur Stöckchen sondern auch Stöcke damit abschneiden, mein Vaquero schneidet einen gut zolldicken Haselnussstock einfach schräg durch.
    Und sie liegen preislich im vorgegebenen Rahmen.
    Die Geschichte mit den Türkontrollen abends ist deine Sache, dort wo Du mit einem Police auffällst wirst Du natürlich auch mit einem 5Zöller von CS auffallen.


    Was die gesetzliche Problematik betrifft, wir sind eben in einer Gesellschaft gelandet wo auch der brave Bürger der ein Messer mit sich führt seltsam betrachtet wird, von den Politikern und von den anderen braven Bürgern. Entweder man trägt das Messer und zeigt es nicht oder geht nicht dahin wo man Leute trifft denen Messer nicht gefallen. Es ist eben so, die Zeiten ändern sich (was nicht heißt das nicht wieder Zeiten kommen können wo man das Messer tragen darf das man tragen möchte)
    Viele Grüße
    Roman

    die Idee ist gut, nur ist es anscheinend irgendwie für die Leute die Messer verbieten einfacher als für diejenigen die möchten das das ein oder andere Messer nicht verboten wird. Es geht ja mittlerweile gar nicht mehr um Faustdolche oder lange Springmesser oder sonstige Gegenstände die schon lange Zeit verboten sind, es geht ja mittlerweile um das ganz normale Messer.
    Die Beschränkungen werden nicht aufhören und es wird noch schlimmer kommen, das ist meine persönliche Meinung. Politiker die die Sicherheit der Menschen nicht mehr garantieren können werden nach jedem Strohhalm greifen um mittels der Presse Sicherheit vorgaugkeln zu können, dazu gehören auch Messerverbote. Messerverbote die die eigentliche Zielgruppe einen Dreck interessieren, weil sie sowieso schon abseits der Gesellschaft stehen, und ganz normale Leute in ihrem Hobby einschränken. Statistisch gesehen werden ein Großteil der Straftaten unter Verwendung eines Messers mit ganz gewöhnlichen Haushaltmessern begangen.


    Es wurde ganze Arbeit geleistet, wir haben nicht mehr viel Gutes zu erwarten. Das Messer ist auf dem besten Weg verteufelt zu werden, wie immer von einer Bürokratie die sich soweit vom Leben entfernt hat das sie kein Messer mehr braucht weil ihnen alles häppchenweise vor das Maul gesetzt wird.
    Es ist schon fast eine bizarre Situation, Leute die von etwas keine Ahnung haben, beauftragen Leute die nach reiner Willkühr urteilen, um für andere die eigentlich etwas ganz normales machen Reglements zu treffen, und das um wieder andere die sich gar nicht um die Reglements kümmern in den Griff zu kriegen.


    Leute, schlagt mich tot, die sind alle verrückt geworden und Ihr habt eher einem Schimpansen beigebracht verkehrssicher Auto zu fahren als irgendetwas in Berlin oder Brüssel zu erreichen. Seid doch mal ehrlich, eine Regierung wie die unsere, die ihr Maul hält wenn die EU so etwas wie einen Salatgurkenkrümmungserlass erlässt, was wollt Ihr dann bei denen mit gesundem Menschenverstand erreichen?
    Messerindustrie die schweigt wenn es um essentielle Sachen geht, das muss ich auch nicht mehr verstehen.


    Viele Grüße
    Roman


    PS: Was vergessen, wenn wir mit "Stumpi-Messern" hantieren sollen, dann sollen doch mal Erlasse erbracht werden das es nur noch Schußwaffen bis 4 mm gibt und darüber hinaus alles Jagdliche mit einer handaufgezogenen Armbrust oder einem blanken Bogen gemacht werden muss. Das ist jetzt kein Einwand gegen die Jäger oder Sportschützen hier, aber dann hätten wir den Protest in der richtigen Ebene, seltsamerweise wird dort nicht dran gerührt weil eben die Jäger unter den Entscheidungsträgern sich in ihrer Passion keine Einschränkungen verpassen lassen.

    sauber gemacht Andreas. das Messer sieht sehr gut aus.
    Das mit dem Ende des Griffs, das ist Geschmackssache. So ist der Griff wie aus einem Guss und liegt bestimmt super in der Hand, mit mehr "Geschnörkel" dran sieht etwas immer gut aus, aber so etwas geht auch schnell "aus dem Leim". Ich hätte vielleicht noch eine Fangriemenöse vorgeschlagen, aber je mehr ich darüber nachdenke desto unnützer erscheint mir so etwas, wer braucht schon eine Fangriemenöse an so einem handlichen Messer?
    Es ist gut wie es ist denke ich, einfach halten ist oft schwieriger als etwas "zukleistern".


    Die Klingenform finde ich für ein Bowie in der Größe gut umgesetzt, gerade durch den geschwungenen Anschliff bis zum Beginn des Schor, so etwas verleiht einem Bowie immer etwas rassiges. Das rassige kommt nicht von ungefähr, irgendwie fallen mir bei einem solchen Rückenanschliff immer die spanischen Navajas ein, eine Klingenform die ich stilmässig schon immer für das Ende der Fahnenstange gehalten habe was diese Messer betrifft.


    Viele Grüße
    Roman

    ja, ärgerlich wenn man es sieht, aber es wäre Dir nie in der Hand zerbröselt. Solche braunen Flecken lassen sich ja noch problemlos wegschmirgeln, Stahl rostet eben, da beißt die Maus keinen Faden ab. Mach alles schön sauber und setz einen neuen Griff an, fertig. Bis der Erl sich durch Rost zersetzt hat ist die Klinge längst runtergeschliffen.
    Viele Grüße
    Roman

    gehen wir mal ans "Eingemachte", Du hast den neuen Entwurf gezeichnet, die Klinge soll 6 mm dick sein und die Länge liegt, ich sage einfach mal, bei rund 20 Zoll. Wir haben uns also nicht weit von dem ersten Entwurf entfernt, das heißt für mich, Du willst ein großes Messer mit einer breiten Klinge, wie das Messer aussehen soll ist mal primär egal.
    Es geht auch nicht um solche wie üblich gestellte Fragen: "was willst Du damit machen" oder "ist so etwas vernünftig", eine große Klinge hat mit machen oder Vernunft nichts zu tun, wenn jemand gern eine große Klinge haben möchte, dann ist das eben so.


    Eine große Klinge bringt ein paar Besonderheiten (ich sage bewußt nicht -Probleme-) mit sich. Die Zeichnung zeigt, was soll sie auch sonst tun, ein Messer das, egal wie wir es anstellen, eine enorme Kopflastigkeit haben wird. Diese Besonderheit erfordert einen Griff der diesen Kräften entspricht. Dieser waagerechte Haken am Ende des Griffs, vergiss den, wenn Du mit einer derartigen Klinge in etwas hineinschlägst, dann rutscht die Klinge immer nach vorn. Das wird dann so aussehen das sich die Schneide mit enormer Wucht in etwas hineinarbeitet während dieser "waagereche Haken" am Ende des Griffs sich mit der gleichen Kraft in deine Handkante bohrt. Einmal ist keinmal, aber wenn Du damit hacken willst, dann gibts dort zumindest Blasen, auch mit Handschuhen. Laß das Ding nach hinten abstehen wie bei den Machetengriffen oder freunde dich mit einem Griffform an wie Markus sie z. B. bei den Bladsportmessern anfertigt. Solche Griffe liegen satt in der Hand und man kann mit ihnen arbeiten.


    Die Klinge an sich, bei 6 mm Rücken wird sie eine enorme Schlagwirkung bei dieser Breite haben, für normales Buschwerk schon zu schwer, mit einer Klinge wie dieser kann man problemlos Holz spalten, und nicht nur kleine Holzstückchen.
    Den Anschliff würde ich bis zum Rücken hochziehen, es muß Gewicht weg wo es nur geht, die Schneide an sich ziemlich ballig ausfallen lassen, die Kräfte die bei einem solchen Messer auf die Schneide wirken sind enorm. Gewicht ungefähr, der Stahlgewichtsrechner bleibt bei einer Stahlblechplatte von 120 mm Breite und 20 Zoll Länge bei 6 Dicke bei cirka 2,5 Kilo stehen, das fertige Messer wird also mindestens ein Kilo haben. Nur zum Vergleich, eine Forstaxt wiegt je nach persönlicher Vorliebe zwischen 1000 bis 1200 Gramm.


    Du brauchst um sicher zu gehen einen gutmütigen Stahl für eine solche Klinge, wenn korrosionsbeständig, dann würde ich 1.4034 nehmen, der macht auch als Haumesser noch einiges mit, bei niedriglegierten würde ein C60 alles an Potential mitbringen was man für eine solche Klinge braucht. C60 ist ein ziemlich zäher Brocken und erzielt sehr belastbare Schneiden. Die Klinge hat auch Material genug um sie so zu härten das der innere Bereich der Klinge nicht duchgehärtet wird beim selektiven Härten, so entsteht ein umlaufender harter Bereich.


    Das fertige Messer wird sich mit einer bei normalen Messern nicht bekannten Kraft in Holz oder in was sonst auch immer hinein- bzw. durchbeißen, ich gehe davon aus das unterarmdicke Äste kein erwähnenswertes Hindernis sind (Unterarme allerdings auch nicht, das Einzige was eine solche Klinge bei einem Fehlschlag vielleicht stoppen kann ist ein Knochen, aber kein Fingerknochen). Wie dem auch sein, leg mal los und zeige uns mal die Umsetzung in Stahl, ich bin auf jeden Fall gespannt.
    Ich hab Dir mal als Vergleich ein Bild angehängt von einem Bowiemesser, Klinge 360 mm, Breite 50 mm, Rückenstärke 8 mm. Das Bowie spaltet trockene Buchenholzscheite ohne nennenswerten Widerstand, dann kannst Du dir ungefähr vorstellen was dein Messer in Stahl umgesetzt für Kräfte entfalten wird.


    Viele Grüße
    Roman

    es geht doch primär mal um eine große Klinge, den Stahl würde ich mir bei Aalphasteel kaufen, das ist ja im Prinzip um die Ecke.


    Was den Hamon betrifft, C75 kann einen wunderschönen Hamon zeichnen, kann aber auch eine ziemlich verwaschene Härtelinie bekommen, beides ist leider möglich.
    Falls Du außerhalb härten lässt und es selektiv werden soll, dann trag einfach Kesselkitt als Lehmersatz auf die Klinge auf und lass ihn trocknen. Das Zeug hält bombensicher auf der Klinge und fällt beim Erwärmen nicht ab, man muss es vermutlich nur vorher mit der Härterei abklären.
    Viele Grüße
    Roman

    es gibt diese Epoxidkleber auch in Großgebinden, ab 500 Gramm aufwärts. Es ist zwar so das ein Kilo von dem Zeug mit knapp 30 Euro lächerlich billig ist im Gegensatz zu diesen zwei Minitübchen, aber dieser Kleber hält nicht ewig und sollte eigentlich in einem gewissen Zeitraum verbraucht werden.
    Der Endfest 300 oder der 5 Min von UHU sind wirklich verlässliche Versiegelungen, aber auf jeden Fall die Klebeflächen aufrauhen und total entfetten, nicht einmal mehr Fingeradrücke an den Klebeflächen. Einfach gut mit Spülschwamm und Spülmittel den Stahl abwischen, trocknen und dann mit Aceton weitermachen. Aceton ist ohnehin bei dieser Geschichte nützlich, es macht die Finger wieder sauber wenn man keine Handschuhe trägt und mit Aceton kann man Kleberflecken wegwischen.
    Und später daran denken, Kriechöle kriechen, ein Kriechöl kommt unter die Klebefuge Stahl-Kleber, es dauert, aber es kommt dazwischen. Nur falls man mal die Klinge mit Kriechöl einspritzt.
    Viele Grüße
    Roman

    machen wir es mal einfach, es geht darum einen Stahl zur Verfügung zu haben der erstens jederzeit verfügbar ist und zweitens nicht viel kosten soll, dabei soll er eine Klinge abgeben mit der man noch zufriedenstellend etwas anfangen kann.
    Mir fallen dabei direkt C 45 und C 60 ein, wobei ich persönlich zu Testzwecken zu dem C 45 tendieren würde. Das ist ein Stahl der jederzeit verfügbar ist, vor allem auch in Blechform, also in Stärken wo man nicht noch zuerst nachdenken muss wer ihn flach ausschmiedet oder sonst was. Es gibt ihn in allen möglichen Schienenlängen und -stärken, jeder Stahlhändler hat ihn da und günstig ist er auch.
    Ich glaube Linder fertigt noch heute einen Jagdnicker aus dem C45, wieso auch nicht? Der Stahl ist zwar mehr oder minder ein Oberflächenhärter, aber bei ein paar mm Stärke einer Messerklinge ist das unerheblich, er wird wohl immer fast ganz durchhärten. Seine letztendliche Festigkeit wird wohl so um die 57 hrc pendeln, vielleicht ein bißchen mehr wenn man ihn höher erwärmt und in Wasser abschreckt, je nachdem eben was man vor hat. C45 hat meist ein bißchen mehr Kohlenstoff, die Angaben sind ja Mittelwerte, er ergibt Klingen für Pragmatiker, genau wie C60, nicht gerade etwas für Enthusiasten hochlegierter Stähle, aber Klingen aus dem Material sind zuverlässige Begleiter und lassen sich problemlos schärfen, halten die Schneide gut solange man nicht zu harte Sachen schneidet, bei harten Sachen muss man eben ab und an mal nachschleifen. Katanas haben auch einen Mittelwert von cirka 0,6 Prozent Kohlenstoff, es kann also so schlecht nicht sein.
    Viele Grüße
    Roman

    hallo Fred,
    ein Schwert ist eine edle Waffe, wenn auch ihr Zweck weit davon entfernt ist, ein Schwert ist eigentlich nur ersonnen worden um dem einen das zu geben was der andere nicht hergeben wollte, ob es Güter oder Leben waren, das war in der Zeit der Schwerter egal. Aus diesem Grund hat man die Dinger verteufelt oder Lobgesänge auf sie gesungen, selbstredend haben die Schwertbesitzer gesungen und die anderen geschrieen, vermutlich war es mehr ein Röcheln als ein Schreien.


    Egal, ein Schwert kann sein wie es will, elegant oder grobschlächtig (im wahrsten Sinne des Wortes), es stellt denjenigen der es herstellen soll immer vor ein gewisses Problem. Macht man ein gutes Schwert lief man Gefahr das der neue Besitzer der Meinung war das es reicht wenn nur er ein solches Schwert hat, was schon dazu führen konnte das der Schmied kein weiteres mehr machen durfte (manche verließen sich dabei auf das Ehrenwort des Schmieds, andere waren da ein wenig nachdrücklicher, vor allem als sie das neue Schwert im Schmied ein wenig mehr nachdrückten).
    Machte man ein schlechtes Schwert und der neue Besitzer überlebte seinen nächsten Einsatz war das auch nicht das Gelbe vom Ei, Reklamationen bezüglich einer schlechten Klinge waren oft mit enormen Beeinträchtigungen seitens der Gesundheit des Schmieds verbunden.
    Es war also wie im Leben, egal was man macht, es war falsch, aber da damals viele so ein Schwert brauchten hatten die Schmiede immer genug zu tun und Gottseidank waren viele Kunden nicht so ganz egozentrisch.


    Also, wenn Du ein Schwert machen willst nimm doch einfach den Stahl den Du da hast, ich denke Du willst in absehbarer Zeit kein Pferd satteln und mit ziselierten Blechplatten in Form deines Körpers in die nächste Schlacht reiten. Das hätte zudem weitreichende Folgen, erstens kann man so ruckzuck die Rüstung aus Blech gegen eine aus wattierte dicker Baumwolle tauschen (meist mit auf dem Rücken zusammgebundenen Ärmeln) und zweitens haben wir ja die Zeit der fahrenden Ritter hinter uns gebracht.
    Der N690, entsprechend angelassen, wird bestimmt sein Werk tun.


    Gesetz dem Fall, keine Sorge, ich vermute nicht das Du doch irgendwie zu Pferd und Rüstung schaust, das Schwert soll diversen Belastungen ausgesetzt werden, so kann man zwischen mehreren Stahlsorten wählen. Ein C 60 wäre eine gute Wahl, selbst ein C 45 wäre noch ohne weiteres problemlos einsetzbar, beide haben eine gute Zähigkeit und nehmen bereitwillig eine stabile haltbare Schneide an, selektiv härten kann man sie auch ohne Hokuspokus, man braucht also weder auf Vollmondnächte noch nach irgendwelchen Jungfrauen (die dringend irgendwohin müssen) Ausschau zu halten.


    Mein letztendlicher Vorschlag, wie Du schon selbst angeführt hast, Blattfederstahl. Ein 65Si7 wäre eine gute Wahl, das Silizium macht ihn federnd, entsprechend angelassen natürlich, und er ist frei verfügbar auf jedem Schrottplatz. Man braucht auch keine Bedenken hinsichtlich der gebogenen Form zu haben, ein Holzkohlefeuerchen und man kann ihn einfach gerade klopfen, wenn es nicht gerade Blattfedern von Eisenbahnwaggons sind.
    So ein Blattfederstahl wirkt zwar immer sehr hausbacken und kann einfach nicht mit den Messerstählen von Hochglanzseiten konkurrieren, aber dafür ist er ein Pragmatiker, ihm ist fast alles egal, außer Überhitzung.
    Diesen Stahl kann man problemlos glühen damit er gut bearbeitbar ist, man kann ihn gut schleifen, er ist ohne weiteres im offenen Feuer zu härten und gibt immer noch Klingen ab die im Prinzip alles abkönnen. Selbst wenn man ihn selektiv härtet, in Öl abschreckt und dann das anhaftende Öl abbrennt (sieht erstens immer sehr archaisch aus, wenn man mal von der ganzen Sauerei absieht wenn das brennende Öl hier und da hintropft, eine Zigarre kann man damit auch anzünden), also das Anlassen sozusagen brennend besorgt, ebenso gewagt wie nicht mehr zeitgemäß, erzielt man immer noch eine Schneide die klaglos alles mitmacht.


    Viele Grüße
    Roman

    VG 10 hat ja im Prinzip alles drin was für eine gut funktionierende Schneide nötig ist, aber was eine Schneide leisten soll definiert leider meist nicht der Stahl sondern der Anwender. Dieser Bambus läuft zwar unter Gras, weht auch schön mit den Gräsern im Winde, nur ist leider sein Halm von einer exorbitanten Zähigkeit und vor allem Härte. Eigentlich sollte ein Grashalm nicht so hart sein, aber Bambus beweist gerade dabei eine enorme Charakterschwäche.
    Aus Bambusspleissen werden heute noch Angelruten gebaut, Ruten renommierter Hersteller mit großer Vergangenheit, Hardy etc., sind selbst nach Jahrzehnten immer noch voll einsatzfähig und eine gebrauchte Hardy Palakona aus vergangenen Tagen erzielt immer noch respektable Preise auf dem Gebrauchtmarkt. Tonkinrohr hieß das Zeug damals, weil es wie jeder ahnt aus Tonkin stammt.


    Aber ich schweife ab, hier der gute VG10 von Spyderco und hier der gute Bambus, kurioserweise beide aus dem fernen Asien, allerdings scheinen sie was Harmonie betrifft nicht zueinander zu finden. VG10 ist augenscheinlich dünn ausgeschliffen nicht in Harmonie mit diesem bodenständigen Material zu bringen. Eine Schneide die etwas hacken soll ist einfach enormen Kräften auf einem ganz kleinen Teil Material ausgesetzt, wenn diese feine Schneide nur auf etwas trifft was einen derart verstockten Charakter wie dieses schnellwachsende Gras hat, dann ist es im Bereich der Möglichkeiten das die Matrix des Stahls nicht mehr in der Lage ist alles dort zu halten wo es hingehört und Ausbrüche entstehen können.


    Was allerdings, auch hier, wieder für den Stahl spricht, die Beschädigungen halten sich in wegschleifbaren Grenzen, was uns also wieder davon trennt diesen Stahl zu verteufeln, er war zwar in guter Kondition nur zu richtiger Zeit am richtigen Ort, nur eben war das von ihm verlangte ein wenig mehr als er geben konnte.


    Viele Grüße
    Roman