Beiträge von juchten

    grob gesagt ist etwas zäh wenn es sich schlecht zerreißen lässt, fest ist etwas in das man schlecht ein Loch reinschlagen kann.


    Warmfestigkeit ist für Messer eher von untergeordneter Bedeutung, aber das ist auch relativ, eigentlich hat damals 154CM den 440C ersetzt, der Grund war einfach, 154CM hat einfach mehr Wärme weggesteckt als 440C. Ob er letztendlich der bessere Klingenstahl ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Ansonst muss man einfach mal bei z. B. Crucible Steel nachsehen, die sind ja so freundlich ihre Stähle samt Zusammensetzungen ins Internet zu stellen, inklusive Vergleiche mit anderen Stählen, das ist natürlich nicht nur bei Crucible Steel so, Uddeholm macht das auch, die hiesigen Stahlwerke bei den meisten Stählen weitgehendst auch.
    Weiterführend, ohne sich die Mühe machen zu müssen Fachbücher zu Rate zu ziehen, die Seiten von -Metallograf- sind sehr lesenswert und aufschlussreich.


    Wir bewegen uns bei den Messern und dem dafür verwendeten Material innerhalb eines Werkstoffs der unglaublich "Luft" nach oben und unten hat, hier feste Gesetzmässigkeiten aufzustellen ist so etwas wie heutzutage behaupten dass die Erde eine Scheibe ist (wobei man von oben nur eine Scheibe sieht, alles andere reden uns die Wissentschaftler ein, wir nehmen es nur hin). Stahl ist unglaublich belastbar, seine Legierungsbestandteile schwanken um bis zu 50 %, seine Wärmebehandlungen schwanken von Einzelfall zu Einzelfall, trotzdem funktioniert er.


    Viele Grüße
    Roman

    nochmal etwas zum Grundsätzlichen.
    Schleifen von Hand ist direkt mit Feilarbeit zu vergleichen. Spanne ich eine Klinge in den Schraubstock, so spanne ich sie immer so ein dass die Schneide zu mir zeigt. Wenn sie jetzt links eingespannt ist zeigt auch die linke Klingenseite zu mir. Feile ich jetzt von der Spitze beginnend in Richtung Griff entsteht eine sehr rauhe mit Riefen versehene Oberfläche, feile ich entgegengesetzt werden die Riefen größtenteils beseitigt.
    Die andere Seite der Klinge läuft genau umgekehrt, Klinge zeigt rechts aus dem Schraubstock raus, Schneide zu mir, vom Griff beginnend in Richtung Spitze entsteht die rauhe Oberfläche, von der Spitze zurück die plane.


    Beim Schleifen ist es das Gleiche, bringe ich eine neue Schneide an weil die alte "rund" geworden ist wird zuerst von der Spitze Richtung Griff und dann wieder zurück mit dem gleichen Stein geschliffen, die japanischen Polierer werden mir die "Grätze an die Finger wünschen", ich habe mir einfach mal ein paar längliche Schleifsteine aus den dicken Natursteinen mit der Diamantscheibe rausgeschnitten um es damit zu versuchen. Also, es geht, aber von einer zeitgemäßen Arbeit kann keine Rede sein wenn eine Klinge richtig stumpf ist. Ein Korundstein oder eben ein offenporiger Sensenwetzstein ist da schon weitaus zeitsparender, mit genug Wasser geschliffen ist das Einrichten einer neuen Schneide eine Arbeit von ein paar Minuten, vor allem kapitulieren diese Steine auch nicht vor hartem Stahl.


    Nach der Arbeit mit dem Sensenstein, oder eben einem Korundstein, beginne ich mit 240 Schleifpapier, ich tränke es in Wasser und wickle es um eine kleine Feile. Dann das gleiche Verfahren, von der Spitze zum Griff und wieder umgekehrt. Das Gleiche läuft dann mit 400er und 1000er Nassschleifpapier, die Schneide die dabei entsteht kann man trocken über Leder abziehen, fertig. Natürlich kann man auch einen belgischen Brocken zum Feinabzug benutzen oder ähnliche Steine, aber da ich ohnehin auf Null ausschleife und noch einmal am Polierbock poliere ist das für mich unnötige Arbeit.


    Ansonst, sobald man genau im Winkel bleiben muss sind die käuflichen Schärfsysteme wirklich kaum noch zu toppen, vor allem weil man genau weiß wo man dran ist. Wir vergessen auch allzu leicht das z. B. viele Köche in Japan ihre Messer sehr gut in Schuß halten, wenn die mit dem Schleifen anfangen haben sie eigentlich nie ein Messer vor sich das total stumpf ist, die halten im Prinzip ihre Messer stehts auf einer hohen Gebrauchsschärfe und lassen sie erst gar nicht richtig stumpf werden.


    Viele Grüße
    Roman

    bist Du dir eigentlich im Klaren was Du mit deinem Ansinnen verlangst?
    Es gibt soweit ich gesehen habe nicht mal eine Vorstellung deiner Person im Vorstellungsbereich noch in deinem Profil. Anscheinend bist Du noch keine 18, sonst wäre der Spruch mit der Vorbereitung auf die Bundeswehrzeit wohl nicht gefallen, das ist keine Basis um jemand total Fremden ein gutes Messer zu schicken. Was willst Du auch über ein Messer sagen dass Du nur in der Hand halten dürftest, mir fällt da nicht viel ein, wenn Du ein fremdes Messer nicht benutzen darfst kannst Du nicht einmal sagen ob es gehärtet ist.
    Viele Grüße
    Roman

    vielleicht "passen" diese Wassersteine auch nicht zu dem Stahl den Du schärfen möchtest, japanische Steine sind zwar sehr gut aber kein Garant für überirdische Schärfe auf allen Klingen. Nicht umsonst wird von dem Schärfer in japanischen Gefilden immer eine Anzahl Steine ausgesucht die für die jeweilige Klinge optimal sind.
    Was mich auch schon stutzig gemacht hat sind die Kornangaben der Japaner, irgendwie ist ein 300er aus Japan nicht besser abtragend als ein vergleichbarer 1000er hier. Ich habe auch eine ganze Portion dieser Kunst- und Natursteine aus Japan nach und nach gehortet, aber benutzen tue ich sie nur noch ab und an. Es mag zwar modern sein diese japanischen Supersteine zu benutzen, aber auf denen ist bei mir noch keine Schneide schärfer geworden als mit einem Sensenstein und ein paar Stück Schmirgelpapier die ich um eine abgenudelte Feile gewickelt habe. Ich habe weder die Erfahrung eines japanischen Polierers noch deren Geduld eine Woche lang die gleiche Klinge zu bearbeiten, ganz zu schweige von einem Arsenal japanischer Natursteine die soviel kosten wie ein Eigenheim, aber scharf sind meine Messer allemal.
    Ich sags mal salopp, wenn die Polierer fürs Schleifen von einem Katana 250 Euro bekämen würden die Wassersteine schnell in eine Vitrine wandern.
    Viele Grüße
    Roman

    Wieso sollte ein Hund einen nicht verteidigen wenn man angegriffen wird, wenn er das nicht tut verlange ich doch von einem Hund ein Verhalten was gegen jede Natur ist.
    Das setzt natürlich voraus das mein Hund aufgrund seiner Anatomie dazu fähig ist, ich rede also von einem Hund im eigentlichen Sinne ist und nicht von einem Bleistiftspitzer der wie eine Gummiente macht wenn der böse Bube ihn wegkickt. Da wären wir schon beim springenden Punkt, wenn man einen Hund hat dessen Anatomie augenscheinlich schon darauf hinweist dass er dazu in der Lage ist mehr als Wauwau zu machen haben die meisten schon gar keine Lust mehr Gedanken an irgendwelche Angriffe zu verschwenden.
    Wenn ich in meinen eigenen vier Wänden meinen Hund laufen habe und er des Nachts einen Einbrecher in den Ruhestand beißt, dann ist mir das offen gesagt Recht, nämlich das Recht in meinen vier Wänden. Was müssen nicht alles für rechtliche Voraussetzungen vorliegen damit die Polizei nachts in eine fremde Wohnung darf, und dann kommt jemand mit einer derartigen kriminellen Energie, verschafft sich unbemerkt Eintritt zu meinem Haus und schleicht nachts auf der Suche nach Wertgegenständen oder mit noch schlimmeren Gedanken durch mein Haus. Wenn ich einen Hund im Haus hätte hoffe ich inständig das er dann mehr macht als bellen, wenn mir bellen ausreicht tut es auch ein Bewegungsmelder mit elektronischer "Wauwaumache".
    Ich sehe auch keine rechtlichen Probleme diesbezüglich, in meinem Haus darf mein Hund laufen wohin er will, wenn er des Nachts einen Einbrecher beißt ist das nicht mehr als ein ganz normales Verhalten. Zudem muß jemand der in fremde Häuser einsteigt mit allem rechnen, schließlich begibt er sich freiwillig in eine Ausnahmesitutation und schafft durch sein Tun auch eine solche für jemand anderen, für jemand anderen der fast automatisch im Recht ist wenn er sich in seinen vier eigenen Wänden befindet.


    Falls nach so einer Aktion die Rechtsprechung es anders sieht, dann ist es eben so und ich muss mit den Konsequenzen leben. Aber es ist mir viel lieber mit diesen Konsequenzen zu leben als nachts ein Szenario erleben zu müssen was so ein Einbrecher anrichten kann. Leute bei denen eingebrochen wurde haben oft schon einen Schock und lange danach Ängste wenn "nur" die Schubladen durchwühlt worden sind, wie wird man sich erst fühlen wenn man wach im Bett liegt und hört wie einer oder mehrere durch das Haus schleichen und alles auf den Kopf stellen, stets mit dem Gedanken "was tun sie wenn sie ins Schlafzimmer kommen?". Wenn mein Hund die Angelgenheit dann regeln würde, egal mit welchem Ausgang, dann würde ich mir im ersten Moment einmal keine Gedanken um die körperliche Unversehrtheit von solchen Straftätern machen, in Anbetracht des Schwarzbestandes an Schußwaffen in unseren Landen sind sie mit ein paar Bisswunden noch gut bedient.


    Ich hoffe Ihr wißt um was es hier überhaupt geht, Ihr geht davon aus das jemand, obwohl Ihr einen ansehenlichen Hund bei Euch habt, Euch angreift. Wenn einer sich dazu entschlossen hat, dann ist er im Prinzip zu allem bereit und hat alle Bedenken über Bord geworfen. Und das soll der Moment sein wo ich mir um die letzte Schutzhundeprüfung meines Hundes oder über irgendwelche Hundeverbände Gedanken machen soll?


    Viele Grüße
    Roman

    für welche Messer man welchen Stahl verwendet ist oft die primäre Frage, für Einzelstücke oder für die Serienfertigung. Bei Serienmesser ist es vorteilhaft wenn man Stahl verwendet der in guter und ausreichender Menge verfügbar ist, zudem für einen längeren Zeitraum. Man bekommt Standardstähle in allen Lieferformen und die Härtereien kennen sich damit aus. Was jetzt in einzelnen Ländern gerade am meisten verlangt wird spielt eigentlich nur eine Nebenrolle, Verfügbarkeit ist die Voraussetzung für Vorliebe.
    Inwieweit jetzt jeder, egal wo, mit welchem Stahl glücklich wird, das muss jeder für sich beantworten. Wir sollten auch nicht einfach kritiklos alles hinnehmen was wir vorgesetzt bekommen, grundsolides Basiswissen um die Anwendung des Stahls kann nicht durch irgendwelche Werbefritzen ersetzt werden, Stähle die man durch die Wärmebehandlung in diese oder jene Richtung abseits ihrer eigentlichen Bestimmung "hinbiegen" muss sollten eigentlich als sinnfrei betrachtet werden, aber das Marketing belehrt uns dass dem nicht so ist.
    Als Beispiel will ich einfach 440C und 154CM benennen, nur weil 154CM das hitzebeständigere Material ist soll es gleichzeitig der bessere Klingenstahl sein, denke sich dabei wer was er will.


    Die Zeiten dieser pragmatisch denkenden Männer wie Reiser oder der Gebrüder Böhler sind vorbei, wo kämen wir auch hin wenn alles so einfach wäre. Eine bunte schreiende Werbung ist einfach zugkräftiger als der Grundgedanke -wofür brauche ich die Klnge und demnach suche ich mir meinen Stahl aus-.


    Viele Grüße
    Roman


    PS: Dreimal habe ich cirka 40 Zeilen gelöscht weil, egal wie ich mich wendete und drehte, ich immer irgendjemand vor den Kopf gestoßen habe, zuviel persönliche Vorlieben und finanzielles steckt hinter dieser Stahlgeschichte und der Messer. Aber wie sagte schon Anatole France, "Es ist gut Dinge zu sammeln, aber es ist besser spazierenzugehen"


    PSPS: Kibo, die Silberstähle wie 1.2210, 1.1640 etc. werden wohl hier verwandt, nur sind sie nicht so geläufig weil es sie fast ausnahmslos nur in rund gibt, man muss sie also zuerst flachschmieden. Sie ergeben wie alle Klingen die aus dem runden Stab geschmiedet werden vorzügliche Schneiden. Leider ist der 1.1640 so gut wie nicht mehr verfügbar, aber der 1.2210 ist,trotz seines bescheidenen Hamons, immer noch gut für feine Schneiden

    mir gefallen alle, sie sind handwerklich sehr sauber umgesetzt, die Formen sind auch sehr gefällig. Was soll ich denn sonst noch schreiben was ich Dir nicht schon gesagt habe?
    Viele Grüße
    Roman
    PS: Mich wundert immer was für ein perfektes Zeitmanagement die ganze Chatmannschaft hat

    Andreas, Du kannst auch Sand in verschiedenen Farben nehmen, Dekosand gibts ja in allen bunten Mischungen.
    Viele Grüße
    Roman
    PS: Beim Nachschauen wurde ich schlauer, es gibt sogar Duftsand, einwandfrei, Epoxi auf den Griff, Duftsand drauf und wenn man das Ding nachts verliert kann man sein Messer sozusagen erschnuppern

    diese kleinen Zähnchen einzeln zu schärfen ist nur etwas für einen Uhrmacher der jede Menge Zeit hat, wobei es bei einem Uhrmacher vermutlich nicht an der Ausrüstung mangelt sondern eher an der Zeit.
    Ich habe z. B. ein großes Vaquero mit dieser kleinen Zahnung was in regelmässigem Gebrauch ist und auch schon etliche Male nachgeschliffen wurde. Ich habe es einfach geschliffen wie jedes andere Messer, über einen groben Stein um wieder was zu haben was das Schleifen wert ist und dann einfach mit einem belgischen Brocken nachgezogen. Gut, ich geb es zu, ich habe es auch schon mal am Bandschleifer nachgeschliffen mit einem 600er Polierband. Die Zähne sind alle noch zu erkennen, die Spitze war ein bißchen blau angelaufen. Um zu sehen ob es gelitten hat habe ich es einfach in einen Buchenstamm gesteckt, es brach nichts ab beim rausziehen, also gings weiter.


    Jetzt werden alle Connosseure der filigranen Schleiftechnik und dem wohldurchdachten Benutzen von Messern die Nase rümpfen, aber das Vaquero habe ich mir nicht gekauft um es mir anzusehen. Kurzum, es schneidet auch gut wenn die kleinen Zähnchen alle weg sind, durch die leichte Riffelung die übrigbleibt schneidet es sogar noch besser weil es nirgendwo "rumfranselt".
    http://www.tacticalforum.de/files/icon/deleteS.png
    Ich hoffe man kann ein bißchen was erkennen. Diese leicht gewellte Schneide die übrigblieb schneidet durch einen anderhalb daumendicken Haselnuss durch ohne große Mucken zu machen.
    Viele Grüße
    Roman

    das Messer ist wieder mal einwandfrei vom Gedanken in die Tat, bzw. den Stahl, umgesetzt worden. Den Rest sage ich Dir Freitagabends, ansonst ist für mich der zweitletzte Satz von -balinzwerg- maßgebend.
    Viele Grüße
    Roman

    kuni,
    ich muss Gottseidank diese Verrenkungen am Grill nicht machen, eigentlich erfordert es an Mindestmaß einen Schmiedeherd mit einem tiefen Feuer, genau zu regelnde Luftzufuhr und genug Holzkohle, am besten walnussgroß oder noch kleiner (Holzkohle brennt leichter als Schmiedekohle und braucht weniger Luft, gerade die Luft ist der ausschlaggebende Punkt, zuviel Gebläseluft im Feuer schadet dem Stahl und lässt ihn unregelmässig Wärme annehmen).
    Aber es gibt natürlich auch Schmieden, gerade dort wo kein großer Schmiedeherd steht sondern ein bis zwei mehr oder weniger fleißige Helfer Blasebälge von Hand bedienen müssen und der Meister vor einem Feuerchen kauert und das beste aus der Lage zu machen versucht.


    Also, gehen wir einmal von einem Behelfsfeuer aus, und vergiss den Grill, es geht zwar, er kommt aber nicht an die Möglichkeiten von ein paar Backsteinen ran.
    Besorg Dir vier Backsteine, am besten die alten roten und keine Natursteine, die platzen und es fliegen Splitter durch die Gegend. Dann braucht man einen Sack Holzkohle, eine Zange und ein Gefäß mit ein paar Liter altem Öl, am leichtesten ist meist Frittenfett zu besorgen, Altöl geht zwar, stinkt aber bestialisch und die Dämpfe sind giftig.


    Einfach zwei Steine rechts und links einer Feuermulde aufstellen, zwischen einem paar Steine ein Stück altes Wasserrohr plazieren, und zwar so das es gerade so in den Raum zwischen den Steinen reinragt. Das Ende außerhalb der Steine mit einem Fahrradschlauch verbinden und einfach einen Föhn am Schlauch festmachen.
    Zualerst glühen wir die fertige Klinge einmal aus, also Feuer zwischen den Steinen entfachen, gut anbrennen lassen und die Klinge ohne Gebläseluft mit dem Rücken nach unten in das Feuer einhalten und dort solange belassen bis das Feuer wieder erkaltet ist.
    Klinge säubern, dann wieder Feuer starten. Die Klinge wird mit dem Rücken zuerst in dem Feuer plaziert und ohne Gebläse soll sie langsam Wärme ziehen. Wenn sie anfängt rot zu glühen den Föhn starten (oder den Motor von einem alten Vorwerk-Staubsauger, die gibts für fast nichts beim Wertstoffhof oder auf dem Speicher, bzw. Keller), Die Luft soll nicht direkt auf den Stahl treffen sondern durch glühende Kohlen streichen. Sobald die Klinge langsam anfängt hellrot zu werden oder wenn ein Magnet nicht mehr greift, dann die Klinge aus dem Feuer raus und ab ins Öl.
    Aufpassen, Öl brennt sprichwörtlich wie Zunder, also die ganze Geschiche draußen über die Bühne bringen und das Gesicht nicht über das Gefäss mit Öl halten. Ich weiß, das weiß jeder und es ist unnötig das ich es schreibe, aber ich schreibe es trotzdem, ich habe schon alte Handwerker ohne Augenbrauen gesehen.


    Sobald die Klinge im Öl abgeschreckt ist hat sie Vollhärte, ist also im Moment so hart das sie brechen kann. Um die Vollhärte in Arbeitshärte umzuwandeln wird die Klinge angelassen, dazu wird sie wiedr langsam erwärmt. Man kann das zwar am Feuer machen, aber raten würde ich es keinem, ein Backofen der vor der ganzen Härterei schon auf cirka 200 Grad eingestellt ist tut gute Dienste. In dem Backofen wird die Klinge auf das Rost gelegt und dort eine halbe Stunde belassen, dann ist sie durchgehend auf 200 Grad erwärmt und die Vollhärte hat sich in Arbeitshärte gewandelt. Ich kühle sie danach in abgestandenem Regenwasser ab (das passt gut, ich habe ein undichtes Dach in der Schmiede und habe einen Topf unter dem kleinen Loch im Dach stehen, so habe ich immer Nachschub; war ein Zufall, trifft sich aber gut, ich bin meist zu faul um mit der Gießkanne an die Regentonne zu gehen), man kann sie auch einfach an der Luft kalt werden lassen.


    Danach hat man eine gehärtete Klinge. Ich weiß, das ganze ist nicht mehr als ein Notbehelf, aber es funktioniert leidlich und Spaß macht es auch.


    Viele Grüße
    Roman

    die Umsetzung ist einwandfrei gelungen, vor allem hat so das Wiegemesser endlich ein Betätigungsfeld gefunden wo es wieder gebraucht wird.
    Man muss auch keine große Sorge haben wenn diese alten Stähle mal ein bißchen warm werden, selbst wenn sie stellenweise ausglühen beim Bearbeiten, die lassen sich wirklich wieder im Holzkohlengrill auf die erforderliche Härte bringen.
    Mir gefällt auch das man die alte Schmiedemarke noch sieht, das hat irgendwie etwas.
    Viele Grüße
    Roman

    Ich schreibs nochmal, einfach einen Silizium-Carbidstein nehmen um den Grundschliff wieder anzubringen oder einen neuen einzurichten, dann mit einem belgischen Brocken abziehen. Natürlich geht es auch mit Nassschleifpapier auf einem Träger, immer feiner werdend. Man kann sich auch mal z. B. durch die Seiten von -Wetzen und Schleifen- durcharbeiten, die haben im Prinzip alles drin.
    Ich habs schon zu Anfang von diesem Thread geschrieben, alles was ich von Hand mit Schleifsteinen zurichten muss erledige ich mit Sensenwetzsteinen, die bekomme ich bei meinem Werkzeughändler geschenkt, also die beim Transport zerbrochen sind. Wenn ich die Klinge damit scharf habe, ich schleife genau wie ich feile, zuerst eine Richtung, dann entgegengesetzt, dann kommt der belgische Brocken und zum Schluß 1000er Schleifpapier. Danach sind die Klingen rasurscharf.
    Viele Grüße
    Roman

    die Dimensionen eines Dolches sind anscheinend sehr fließend und von Land und Zeit in der sie verwandt wurden sehr unterschiedlich, sowohl in Machart wie in Größe.


    Zu "Ritterszeiten" war man bei der Herstellung von Dolchen schnell fertig, eine Vier- oder Dreikantklinge, Griff dran, fertig. Mittelalterliche Illustrationen zeigen wie der vornehme Herr Ritter im -mêlée- einen gegnerischen vornehmen Herrn Ritter anscheinend zu Boden gezerrt hat um ihn kurzerhand, natürlich nach Entfernung der Halsberge, mit einem solchen vierkantigen Gerät zu seinen Vorfahren zu schicken.
    Immer wieder waren Dolche allerdings normal gestaltet, ein -Basilard- sieht schon halbwegs wie ein Dolch von heutzutage aus, andere Formen wie die -cinquedea- (hier als -Ochsenzunge bekannt, auf französisch -langue de boeuf- oder für die die englische Sprache bevorzugen - -anelace-, in der tschechischen Sprache war sie als -veruna- bekannt, was ihre Herkunft vielleicht erklären könnte, ihre Größe schwankte zwischen fast normaler Größe bis zu Cinquedeas die über 60 cm Länge und fast 10 cm Breite am Parierelement hatten und immer noch von Herrn Wagner in seinem Buch über die Hieb- und Stichwaffen zu den Dolchen gezählt werden) sahen schon wie Tortenschaufeln aus.


    Aber ich sehe es eigentlich wie Kibo, persönlich würde ich noch alles unter Dolch packen was bis cirka 8 Zoll geht (Arkansas Toothpicks waren soweit ich mich erinnern kann noch länger, aber irgendwie hatten die nicht immer die Form eines Dolches), zweischneidig ist (Vier- und Dreikantklingen lasse ich mal außen vor, da sehe ich in der heutigen Zeit keine große Verwendungsbreite mehr dafür), die Klingenbreite würde ich auch mit cirka 40 mm als ausreichend genug ansehen. Ich bekomme es ohnehin nicht richtig eingeteilt, ist ein Dolch mit einer Klinge über 40 cm schon ein Kurzschwert oder immer noch ein Dolch, ist ein Dolch mit einer kurzen schlanken Klinge noch ein Dolch oder schon ein Stilett? Ich fürchte das ist so eine Sache die im Auge des Betrachters liegt und endlich durch die EU geklärt werden müsste, schließlich haben sie sich ja schon den Kopf über die Form von Salatgurken zerbrochen.


    Nur ist zu fürchten, wenn diese "Tropfnasen" sich mit Dolchen beschäftigen müssen, das diese kurzerhand verboten werden, schließlich wurden damit im Jahre 1306 der böhmische König Wenzel III, übrigens der letzte aus dem Geschlecht der Premysliden (wen es interessiert, der Sensemann kam vermutlich in Form eines gedungenen Meuchlers zu ihm, wie passend, im Haus des Domdekans zu Olmütz, wo immer das liegt) und auch im Jahr 1610 der französische König Henri IV wurde per Hand und Klinge gemeuchelt. Allerdings, das muss fairerhalber gesagt werden, der Mörder von Heinrich ist bekannt, ein gewisser Francois Ravaillac. Er war nicht nur ein Mörder, sondern vermutlich auch ein totaler Dilletant mit der Klinge, drei Stiche, davon einer letal, einer der Stiche traf den armen Herzog von Montbazon, der Unglückliche befand sich in der gleichen Kutsche.
    Noch ein Wort zu dem Meuchler Francois Ravaillac, er war beileibe anscheinend kein Assassine, er hat zwar den sich selbst gegebenen Auftrag erfüllt, wurde aber wie gesagt erwischt. Dieses Erwischen hatte natürlich drakonische Folgen, beim Lesen seiner Hinrichtungstortur bekommt man Gänsehaut (was vermutlich schon immer professionelle Assassinen veranlasste sich selbst in auswegloser Situtation ins Jenseits zu befördern).


    An den Dolcherlass der EU werden sich natürlich nur anständige Leute halten, einem Assassinen waren solche Schriften ohenhin gleichgültig. Auch braucht er heutzutage keine Sorgen zu haben nach dem Meucheln gevierteilt zu werden, er bekommt eine Internetgemeinde und mehrere Heiratsanträge und schreibt nach ein paar Jahren Haft ein Buch das ein Bestseller wird. Schade, seine Karriere als Assassine ist zu Ende, aber dafür hat er jetzt Geld genug und muss nicht mehr über irgendwelche Balkonbrüstungen jonglieren.


    Achso, der Dolch, bei mir ist jetzt alles ein Dolch was kleiner als ein Schwert ist und zwei Schneiden hat, von mir aus auch drei oder vier.


    Viele Grüße
    Roman

    auch wenn ich Gefahr laufe den Optimismus ein wenig zu dämpfen, aber das Zusammenwürfeln von zwei bewährten Klingenformen ist nicht gleichzusetzen mit dem verdoppeln der guten Eigenschaften.


    Wenn man die die Schneiden der Klinge parallel verlaufen lässt wird es immer wirken wie ein Gladius, wenn auch in verkürzter Ausführung. Diese Tantoform, egal ob klassisch oder modern kann man zwar einfach "verdoppeln", nur wirkt es dann weder wie ein Tanto noch wie ein Dolch, sondern immer wieder wie ein verkürzter Gladius, auch in Anbetracht der cirka 30 mm langen Spitze. Bei 200 Klingenlänge sind 30 mm rund 15 % der Gesamtlänge, es wird also optisch nicht wie die Verschmelzung von Dolch und Tanto wirken, sondern wie gesagt wie ein verkürzter Gladius. (ich höre jetzt auf -verkürzter Gladius- zu schreiben, sonst wirkt es wie eine Büttenrede)


    Das Vorhaben gestaltet sich schwierig, hier der schlanke Dolch, rein spitzenorientiert, auf der anderen Seite ein Tanto mit massiger Klingenstärke und geschrägter Meisselspitze, ich gehe mal einfach von der modernen Form aus. Die Wunschliste habe ich mir versucht in Stahl vorzustellen, die Klingenbreite war zwar nicht aufgeführt, aber ich bin von der Cirkabreite aus den vorhergehenden Posts ausgegangen. Ihr könnt mich totschlagen, ich sehe eine parallel verlaufende Klinge (nein, die nicht aussieht wie ein -verkürzter Gladius), die aussieht als ob ein Roboter sie designt hat. Wäre es nicht denkbar, um wenigstens ein wenig Dolchcharakter hinüber zu retten die Schneiden ein wenig Richtung Spitze konisch zulaufen zu lassen. Die 30 mm Spitze kann man immer noch lassen, aber dann sieht es aus wie ein massiger Dolch.


    Bei 5 mm Materialstärke bekommt man dann einigermaßen den Dolchcharakter hin, wenn man Hohlkehle und Hohlschliff weglässt stabilisiert ein 5 mm starker Mittelgrat die Klinge. Bei 200 mm Klingenlänge und doppeltem Anschliff ist man froh um jedes bißchen Material bei 5 mm Stärke.
    Was das Parierelement betrifft, diese zackigen Spitzen von der Zeichnung, die würde ich weglassen, mit sowas bleibt man überall hängen und sie verdecken den Teil der Klinge wo die Schneide hin soll auf die man den größten Druck ausüben kann, die Schneide unmittelbar über der Faust. In Anbetracht dessen das der Gedanke in Worte gefasst wurde mit einem PE eine gegnerische Klinge abzufangen, das ist selbst bei wohlwollendster Betrachtungsweise nur ein Wunsch, ein so kurzes PE könnte theroetisch eine Klinge abfangen, aber man muss kein Hellseher sein um sich vorzustellen was der Rest der gegnerischen Klinge mit den eigenen Fingern machen würde. Waffen die für solche Vorhaben konstruiert worden sind sahen ganz anders aus, Linkshanddolche hatten immense PE´s und einen Korb um die Hand zu schützen, daran sollte man denken. Diese Linkshanddolche wurden von Leuten erdacht für die das Abfangen von gegnerischen Klingen desöfteren lebensentscheidend war.


    Das PE würde ich waagerecht halten, ich kann mir auch noch beidseitig zwei Schleifkerben über dem PE vorstellen, dann sieht der Übergang zwischen Griff-PE-Klinge nicht so statisch aus, sondern wirkt ein wenig "flotter".


    Um noch einmal auf den Hohlschliff zu kommen, ein Messer sollte einigermaßen balanciert in der Hand liegen, wenn ich eine Klinge mit 5 mm Stärke beidseitig mit einem Hohlschliff versehe fehlt einfach Material, ich hoffe man kann durch genug Bohrungen im Erl die Balance sprichwörtlich wieder ins Lot bringen, bezweifle es aber, man müsste eventuell bei einem Hohlschliff über zumindest 6 mm nachdenken.


    Ich bin auf jeden Fall einmal gespannt und hoffe dass das fertige Messer nicht aussieht wie ein ...............


    Viele Grüße
    Roman