die Dimensionen eines Dolches sind anscheinend sehr fließend und von Land und Zeit in der sie verwandt wurden sehr unterschiedlich, sowohl in Machart wie in Größe.
Zu "Ritterszeiten" war man bei der Herstellung von Dolchen schnell fertig, eine Vier- oder Dreikantklinge, Griff dran, fertig. Mittelalterliche Illustrationen zeigen wie der vornehme Herr Ritter im -mêlée- einen gegnerischen vornehmen Herrn Ritter anscheinend zu Boden gezerrt hat um ihn kurzerhand, natürlich nach Entfernung der Halsberge, mit einem solchen vierkantigen Gerät zu seinen Vorfahren zu schicken.
Immer wieder waren Dolche allerdings normal gestaltet, ein -Basilard- sieht schon halbwegs wie ein Dolch von heutzutage aus, andere Formen wie die -cinquedea- (hier als -Ochsenzunge bekannt, auf französisch -langue de boeuf- oder für die die englische Sprache bevorzugen - -anelace-, in der tschechischen Sprache war sie als -veruna- bekannt, was ihre Herkunft vielleicht erklären könnte, ihre Größe schwankte zwischen fast normaler Größe bis zu Cinquedeas die über 60 cm Länge und fast 10 cm Breite am Parierelement hatten und immer noch von Herrn Wagner in seinem Buch über die Hieb- und Stichwaffen zu den Dolchen gezählt werden) sahen schon wie Tortenschaufeln aus.
Aber ich sehe es eigentlich wie Kibo, persönlich würde ich noch alles unter Dolch packen was bis cirka 8 Zoll geht (Arkansas Toothpicks waren soweit ich mich erinnern kann noch länger, aber irgendwie hatten die nicht immer die Form eines Dolches), zweischneidig ist (Vier- und Dreikantklingen lasse ich mal außen vor, da sehe ich in der heutigen Zeit keine große Verwendungsbreite mehr dafür), die Klingenbreite würde ich auch mit cirka 40 mm als ausreichend genug ansehen. Ich bekomme es ohnehin nicht richtig eingeteilt, ist ein Dolch mit einer Klinge über 40 cm schon ein Kurzschwert oder immer noch ein Dolch, ist ein Dolch mit einer kurzen schlanken Klinge noch ein Dolch oder schon ein Stilett? Ich fürchte das ist so eine Sache die im Auge des Betrachters liegt und endlich durch die EU geklärt werden müsste, schließlich haben sie sich ja schon den Kopf über die Form von Salatgurken zerbrochen.
Nur ist zu fürchten, wenn diese "Tropfnasen" sich mit Dolchen beschäftigen müssen, das diese kurzerhand verboten werden, schließlich wurden damit im Jahre 1306 der böhmische König Wenzel III, übrigens der letzte aus dem Geschlecht der Premysliden (wen es interessiert, der Sensemann kam vermutlich in Form eines gedungenen Meuchlers zu ihm, wie passend, im Haus des Domdekans zu Olmütz, wo immer das liegt) und auch im Jahr 1610 der französische König Henri IV wurde per Hand und Klinge gemeuchelt. Allerdings, das muss fairerhalber gesagt werden, der Mörder von Heinrich ist bekannt, ein gewisser Francois Ravaillac. Er war nicht nur ein Mörder, sondern vermutlich auch ein totaler Dilletant mit der Klinge, drei Stiche, davon einer letal, einer der Stiche traf den armen Herzog von Montbazon, der Unglückliche befand sich in der gleichen Kutsche.
Noch ein Wort zu dem Meuchler Francois Ravaillac, er war beileibe anscheinend kein Assassine, er hat zwar den sich selbst gegebenen Auftrag erfüllt, wurde aber wie gesagt erwischt. Dieses Erwischen hatte natürlich drakonische Folgen, beim Lesen seiner Hinrichtungstortur bekommt man Gänsehaut (was vermutlich schon immer professionelle Assassinen veranlasste sich selbst in auswegloser Situtation ins Jenseits zu befördern).
An den Dolcherlass der EU werden sich natürlich nur anständige Leute halten, einem Assassinen waren solche Schriften ohenhin gleichgültig. Auch braucht er heutzutage keine Sorgen zu haben nach dem Meucheln gevierteilt zu werden, er bekommt eine Internetgemeinde und mehrere Heiratsanträge und schreibt nach ein paar Jahren Haft ein Buch das ein Bestseller wird. Schade, seine Karriere als Assassine ist zu Ende, aber dafür hat er jetzt Geld genug und muss nicht mehr über irgendwelche Balkonbrüstungen jonglieren.
Achso, der Dolch, bei mir ist jetzt alles ein Dolch was kleiner als ein Schwert ist und zwei Schneiden hat, von mir aus auch drei oder vier.
Viele Grüße
Roman