Beiträge von juchten

    die Löcher kannst Du mit einer selbstgebauten Ahle vorstechen, früher hatte ja auch nicht jeder einen Schuhmacherfachbedarf um die Ecke. Einfach eine Fahrradspeiche nehmen von einem alten Rad, anschleifen, fertig. Wenn Du kühl schleifst brauchst Du auch keine Härteaktionen mit dem Teil zu machen. Dann die Spitze in ein kleines Stück Holz oder wenns direkt profimässig aussehen soll in ein kleines Feilenheft, ein Tropfen Zweikomponentenkleber in die Verbindung, hält.
    Wachsen, ich habe jetzt noch nicht nachgesehen, aber es gibt bestimmt jede Menge Spezialwachse für Leder, ich würde es einfach mal so wie früher machen. Zum Imker gehen und sich ein bißchen Bienenwachs besorgen, das lässt sich wenn man es mit dem Lappen aufträgt warm einreiben, man kann es auch mit Spiritus einigermassen verdünnen, dann gehts ein bißchen leichter. Danach die Scheide gut mit einem Tuch polieren, fertig. Bienenwachs schwitzt auch kaum aus dem Leder heraus und vor allem riecht es gut.
    Viele Grüße
    Roman

    das mit dem Abschrecken des Schneidenbereichs habe ich einmal in Italien gesehen, das ist selbstredend machbar. Ich habe mich vielmehr falsch ausgedrückt, ich gehe einfach immer von einem klar abgegrenzten Bereich der durch eine Hamonlinie erkennbar wird, aus. Im Prinzip werden nach der von Dir beschriebenen Methode auch Werkzeuge wie Hämmer, Meissel, etc. gehärtet, wo es darauf ankommt dass der "Kontaktbereich" des Werkzeugs entsprechend den Anforderungen hart ist und das nicht durchgehärtete Material sozusagen als "Pufferzone" dient.
    Ich hätte wohl besser geschrieben dass die genannten Stähle wie 1.2842 und 1.2510 keine schöne Hamonline zeichnen. Man könnte jetzt noch Versuche anstellen inwieweit 1.2510 die Schneide besser hält als 1.2842, aber auch durch den relativ geringen Anteil von Wolfram gehe ich auch, ohne Versuche, davon aus dass der 1.2510 die Schneide besser hält.


    Kibo, ich gehe davon aus dass der Klingenrücken einer Klinge die 40 HRC hat einen Schlag mit einer anderen Schneide aushält. Ein einfacher Umkehrschluss lässt mich zu dieser Aussage kommen, wenn ich eine Schneide in ein Stück Baustahl schlage, sagen wir einmal ein Rundstahl mit 10 mm Durchmesser, so verursacht die Klinge darin eine Kerbe. Jetzt könnte man darauf spekulieren dass aber gehärtetes Material getroffen wird, also diese geschlagene Kerbe sich in einem Riss fortsetzen könnte. Auf der anderen Seite wird die Kerbe die ein Schlag in Baustahl verursacht tiefer ausfallen als der gleiche Schlag in ein Stück Werkzeugstahl, selbst wenn dieser nicht ganz durchgehärtet ist.
    Bei solchen Kontakten kann ich nur sagen dass wolframlegierter Werkzeugstahl, wie z. B. 1.2550, eine sehr gute Figur macht. Ich mache zwar mehr Werkzeuge aus diesem Stahl als Messer, aber die Standfestigkeit beim Abschroten, Kerben oder sonstigen trennenden Arbeiten in Stahl ist schon beeindruckend, ob bei kalter oder warmer Arbeit.


    Viele Grüße
    Roman

    Martin, deinen Widerspruch nehme ich gerne an.
    Grundsätzlich glaube ich an ein partielles Abschrecken, es kommt nur zu keinem klar abgegrenzten Bereich der sichtbar ist, irgendwie ist immer nur ein nebulöses Gebilde nach dem Ätzen zu erkennen und meist ist der nicht gehärtete Bereich so klein ausgefallen das es im Prinzip gar nicht nötig gewesen war die Klinge selektiv zu härten. Ich rede aber jetzt nur von meinen Versuchen, ich lasse mich wie gesagt gern eines besseren belehren.
    Viele Grüße
    Roman

    Die Bezeichnungen 1.2842 und 1.2510, bzw. 90MnCrV8 und 100MnCrW4 sind Bezeichnungen nach einer DIN-Normung. Nach DIN-Bezeichnungen findet man schon Stähle im Buch -Die Edelstähle- von F. Rapatz Ausgabe 1942 und natürlich auch in der Ausgabe von 1962. Abgesehend davon sind in den Büchern Bezeichnungen nach den amerikanischen Normen SAE und AISI zu finden, desweiteren einzelne Markenbezeichnungen von Stählen. In älteren Büchern wie dem von Brearley/Schäfer, -Die Werkzeugstähle und ihre Wärmebehandlung- von 1922 sind die Bezeichnungen nach DIN nicht zu finden, allerdings Einteilungen nach Mushetstahl, Kohlenstoffstahl und Schnelldrehstahl. In dem Buch -Das Härten des Stahls- 1919 7. Auflage von Fridolin Reiser werden die legierten Stähle -Spezialstähle- genannt, dann wird unterschieden in dreifach legiert, vierfach legiert, ff., dann erfolgt eine Einteilung nach dem vorherrschenden Legierungsanteil, als Manganstahl, Nickelstahl, ff. Den damals vorherrschenden Stahl nennt er -Tiegelstahl-, ein relativ unlegierter Stahl mit einem Kohlenstoffanteil zwischen 0,5 bis 1,5 Prozent Kohlenstoff.


    Aufgrund der Legierungstoleranzen in den Stählen sind 1.2842 und 1.2510 im Prinzip der gleiche Stahl, abgesehen von dem Wolframanteil im 1.2510. Richtig gehärtet wird man keinen Unterschied feststellen, korrosionsbedingte Unterschiede wird man ebenfalls keine feststellen, nicht poliert und nicht gepflegt rosten beide.
    Wie schon beschrieben würde ich sie höher anlassen für eine stark beanspruchte Schneide die auch mal Schockbelastungen aushalten muss, man lässt sie wenn man im offenen Feuer anlässt erwärmen bis sich eine violette Glühfarbe einstellt, dann sollte die Schneide eigentlich alles mitmachen. Ich habe schon Äxte mit 1.2842 und 1.2510 verstählt, da gab es mal bis heute keine Ausbrüche.


    Selektiv härten lassen sich beide nicht weil sie sehr schnell durchhärten, der nicht ganz durchgehärtete Teil der Klinge könnte genausogut auch gehärtet sein, es spielt keine Rolle. Die Möglichkeit einer selektiven Härtung wäre theoretisch gegeben wenn man die Klinge zum Teil mit Lehm abdecken würde und nur den Schneidenbereich frei lassen würde, mit einer Gasflamme nur den Schneidenbereich erwärmen und dann abschrecken. Soviel zur Theorie, die Spannungen sind enorm und auch dabei ist es meist so dass die Klinge weit unter dem Lehmmantel durchhärtet und somit die ganze Arbeit umsonst macht. Auch das Abschrecken in Wasser habe ich schon versucht, es ist möglich wenn auch nicht ratsam. Die Klingen die es überstanden haben zeigten ebenfalls nur einen diffusen Bereich nicht ganz gehärteten Materials, in Anbetracht dessen dass einige beim Eintauchen in Wasser, ob warmes oder kaltes Wasser (mit Ölfilm oder ohne) direkt gesprungen sind ist das auch keine Alternative.
    Ich lasse mich natürlich gern belehren, dann will ich allerdings eine Klinge sehen die eine eindeutige Härtelinie zeigt, ein Nelkenhamon ist nicht vonnöten, nur eine klare Trennlinie zwischen hart und nicht ganz hart, kein nebulöses Gebilde was man nur erahnen kann.
    Viele Grüße
    Roman

    persönlich halte ich es sehr einfach, ich schaue einfach in der Bucht wer die günstigsten Angebote hat und kaufe dort. Ich weiß dass es bessere Bänder gibt, aber ich werfe lieber öfters ein neues Band auf als bei teuren Bändern zu sparen. Ich habe mal gerade nachgesehen, 10 Bänder in der genannten Größe liegen bei Korn 40 bei 11,20 Euro plus Versand. Der Vorschliff mit einem 40er Band zu machen schreckt zwar einige ab, aber gerade bei kleineren Maschinen muss man nicht drücken und es trägt gut ab, ich benutze sie auch bei einem großen Bandschleifer, man muss eben beizeiten aufhören und dann auf ein 150er umsteigen (z. B.).
    Ich würde sowieso öfters mal in der Bucht nachsehen was Bänder betrifft, dort werden öfters bei Firmenauflösungen die Bänder im Paket verkauft, so hatte ich einmal 25 Bänder mit Korn 600 (2000x75) für 30 Euro bekommen.
    Viele Grüße
    Roman

    lassen wir mal für den Masseschwerpunkt einer Klinge die Legierungselemente außer Acht, die Legierungen machen bei der Gewichtsverteilung den Bock nicht fett. Ein Kubikdezimeter unlegierten Stahls kommt auf cirka 7800 Gramm, legierter Stahl liegt bei cirka 8000 Gramm, das heißt dass eine Klinge von 300 Gramm je nach Stahl um 7,5 Gramm schwankt, im Prinzip bedeutungslos.


    Ich will kein Spielverderber sein, aber Klingen, respektive Messer kann man zwar am PC entwickeln, aber der PC muss sie ja nicht in die Hand nehmen. Nicht alles was die Berechnungen für gut heißen, und selbst wenn es dem Auge gefällt, muss automatisch für die Hand optimal bedeuten. Gefallen macht schön, aber nicht griffig.


    Viele Grüße
    Roman

    einwandfreie Arbeit Robert, das Wharncliff ist bestimmt sehr praktisch und sieht auch gut aus, aber persönlich würde ich auch zu dem anderen tendieren. Aber das ist reine Geschmackssache, handwerklich sauber umgesetzt. Und was die Scheiden betrifft kann ich Lukas nur zustimmen.
    Viele Grüße
    Roman

    dieser kurze Dolch ist super geworden, diese Dolche aus "einem Guss" haben mir schon immer gefallen. Die handwerkliche Umsetzung bedarf keiner Worte, was mir im Gesamtbild auch gut gefällt ist dass die Farbe der Scheide und die der Griffschalen gut harmonieren.
    Viele Grüße
    Roman

    die Klinge würde ich auch wieder herrichten. Diese Feldmesser sind zwar keine Offenbarung was eine standfeste Schneide betrifft aber immer noch ein brauchbares Werkzeug. Die Schneide bei dem Messer hier zeigt augenscheinlich etliche Scharten, woher auch immer, das ist zwar nicht schön, aber auch kein Grund die "Flinte ins Korn zu werfen". Hier gibt sich die Gelegenheit mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, man kann das Einrichten einer Schneide und das Schärfen der Schneide üben.
    Wie Du das jetzt angehen willst bleibt Dir überlassen, persönlich würde ich auch zum Sensenstein greifen, aber die Schmirgelpapiermethode ist auch nicht von der Hand zu weisen. Du wirst innerhalb kürzester Zeit bei diesem Messer Erfolg sehen, das ist der Vorteil dieses Stahls, er hält zwar nicht lange eine Bombenschärfe, lässt sich aber dafür gut schärfen.
    Viele Grüße und leg los
    Roman


    PS: @FrankR., ich weiß nicht ob ich so ein "Vollprofi" bin, aber ich bin professionell genug um auf so ein bißchen schmalbrüstige Polemik weder großartig zu reflektieren noch mir etwas daraus zu machen.

    das sehe ich anders.
    Fiberglas ist nicht schlecht, kann aber bei weitem nicht die Prellschläge so dämpfen wie Holz. Diese ganzen Stahlrohrkonstruktionen können das auch nicht, sie geben das Prellen vollständig an die Hand weiter, sind nicht flexibel und schwer, zudem sind sie nicht in der Lage Handschweiß aufzunehmen.
    Dieses Pineholz ist nichts anderes als Kiefernholz, die amerikanischen Kiefernarten sind nicht mal so hart wie unser Kiefernholz und als Stilholz unbrauchbar, der einzige Vorteil wäre der dass die Stiele wie angegossen in der Hand liegen weil der Harzgehalt enorm ist. Genau aus diesem Grund hat man früher daraus Fensterrahmen gemacht, es war billiger als Eichenholz und durch den Harzgehalt sehr feuchtigkeitsfest.
    Ich schlage nach wie vor Vogelbeere vor, es wächst überall und lässt sich gut bearbeiten, vor allem ist es dauerhaft, ein Hammerstiel hält selbst bei jahrelangem Gebrauch immer noch optimal.
    Einen Stiel für ein Hawk würde ich auch nicht mit einer Stahlmanschette versehen, wozu dieses Gewicht, man passt einfach ein bisschen auf.
    Viele Grüße
    Roman

    es wird sich viel um den Schraubstock drehen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, die Schraubstöcke von Leinen, Heuer und Matador sind erstklassige Werkzeuge und für ein langes Leben gedacht, dort würde ich an die Grenze des finanziell erträglichen gehen. Wie hoch er am besten festgemacht wird musst Du wohl oder übel selber austesten, aber es ist wirklich so dass die meisten Schraubstöcke zu niedrig sitzen. Eine alte Regel war dass die Oberkante des Schraubstocks dort sein sollte wo der Ellenbogen endet wenn man die Hand zur Faust ballt und die Faust unterhalb des Kinns anlegt. Es erscheint ungewohnt hoch auf den ersten Blick, aber es lässt sich so sehr gut arbeiten.
    Ein guter Feilensatz ist unabdinglich, zusätzlich würde ich mir noch ein paar Feilen mit Hieb 1 in der Bucht suchen, oft findet man Lagerware aus BW-Beständen für günstiges Geld. Ein paar kleine Rundfeilen die man beim Kettensägenschärfen benutzt sind auch oft hilfreich.


    Schutzbrille, egal welche Du käufst, kauf Dir entweder zwei davon oder wenigstens noch eine billige die man auf Vorrat hält. Meist sieht es so aus dass die Scheiben der Schutzbrillen undurchsichtig werden wenn man eigentlich noch etwas machen will, dann macht man es in einem Anfall von Risikobereitschaft doch noch ohne Brille und das ist dann meist der Moment der beim Augenarzt endet. Stahlsplitter im Auge sind selbst wenn sie keinen allzu großen Schaden anrichten alles andere als eine angenehme Geschichte, vor allem wenn am nächsten Tag weil man doch am gleichen Tag nicht zum Arzt geht der entstandene Rost im Auge rausgefräst werden muss.
    Ein Päckchen Staubschutzmasken ist auch anzuraten, es entstehen beim Schleifen immer feine Stäube die man nicht sieht und die man wirklich nicht in der Lunge braucht.


    Beim Winkelschleifer habe ich persönlich zu Makita gegriffen, weil eben mein Fachhändler sie führt, was mir diese Maschinen sympathisch gemacht hat sind die gekapselten Motoren und eben der Service beim Fachhändler, die Maschine war immer spätestens am nächsten Tag wieder einsatzbereit. Die 1,5 mm Trennscheiben sind mir mittlerweile lieber als die 1 mm Scheiben, sie stehen ein bißchen länger und zerfasern nicht so leicht. Lamellenscheiben kann man in der Bucht kaufen, ein Zwanzigerpack ist immer günstiger als im Baumarkt.


    Ein Dremel ist zwar überall präsent, aber eine biegsame Welle erscheint mir besser, man kann bei einer biegsamen Welle keine Lüftungsschlitze mit der Hand zuhalten und meist sind die biegsamen Wellen mit standfesteren Motoren ausgestattet.
    Und es führt kein Weg an einer Standbohrmaschine vorbei, von Hand bohren ist bei Stahlschienen keine Lösung, abgesehen von der Exaktheit einer Standbohrmaschine ist es eine unmögliche Murckserei gleichzeitig eine Standbohrmaschine zu führen, zu sehen wie und wohin man bohrt und gleichzeitig Kühlmittel zu plazieren. Standbohrmaschinen können schön langsam laufen und bohren dadurch exakte Löcher. Zu welcher Du dich entscheidest musst Du anhand der finanziellen Möglichkeiten entscheiden, es muss ja nicht direkt eine anderhalb tonnenschwere Alzmetall sein, aber eine gewichtige Tischbohrmaschine kann einem unnötigen Bohrfrust ersparen. Schau Dir mal die Kleinanzeigen durch, egal ob in der Bucht oder in entsprechenden Zeitungen, vielleicht findest Du eine die nicht so teuer ist. Meine ist eine Wörner von 1963, sie wiegt über drei Zentner und hat mich keine dreihundert Euro gekostet, selbst mit Auswechselmotor. Bei gebrauchten Bohrmaschinen soll die Spindel kein Spiel haben und das Bohrfutter sollte noch einwandfrei sein, am besten ein Schnellspannfutter, das erspart unnötige Fummelei mit dem Schlüssel. Das Bohrfutter ist bei gebrauchten Maschinen ein nicht unwesentlicher Kostenfaktor, ein Schnellspannfutter von Röhm kostet ganz schnell fast soviel wie eine gebrauchte Maschine und ein gebrauchtes noch einsatzfähiges Bohrfutter ist leider kaum vom Preisverfall betroffen.


    Viele Grüße
    Roman

    die Frage nach der Qualität ist eher zweitrangig bei den genannten Messern, vielmehr ist die Frage nach dem Nutzen vorrangig. Keines der genannten Messer ist ein Skinner, und offen gesagt halte ich von keinem etwas, mal abgesehen davon dass das White Hunter in den Händen von Lex Barker für einen Moment gut ausgesehen hat, wenn es dort auch so unpassend war wie eine Casio Solar Uhr. Diese Messer sind irgendwie Zwischendinger, weder für schwere Arbeiten richtig gut noch für Schneidarbeiten richtig tauglich.
    Wenn ich schon eins aussuchen müsste, dann würde die Wahl auf das Pilotenmesser fallen, z. B. bei Weber bekommt man die Klinge schon für unter 50 Euro, auch in nicht rostfreiem Stahl mit 5 mm Rücken (die Beschlagteile kosten auch nicht die Welt).
    Ein Skinner, da fällt mir nur ein richtiger ein, dieses einfache Messer von Ontario mit dieser ganz gebogenen Klinge, man nennt sie auch Grenn River Knife, das Ontario hat zwar einen Holzgriff, der lässt sich aber ersetzen, es kostet vielleicht 15 Euro, nimmt willig Schärfe an und hält sich auch einigermassen. Zudem kann man sich direkt ein paar davon kaufen, falls man mal eins im Forst verliert ist das bei den Preisen kein Beinbruch, man kann sich ja auch Griffschalen die leuchten draufbasteln, vielleicht nicht ganz taktisch, aber mich würde mal interessieren wieviele Messer nachts nach dem Versorgen von erlegtem Wild vergessen oder nicht mehr gefunden wurden. Diese Form ist nach wie vor der Maßstab beim Abhäuten, davon sprechen wir ja bei einem Skinner, Dick baut die fast gleiche Form auch noch heute für den professionellen Betrieb.
    Viele Grüße
    Roman

    diese Messer haben mich immer schon interessiert. Das Ganze hat angefangen mit dem Buch -Kampfmesser-, dort sind sie auf Seite 94 abgebildet (das Buch ist die Erstausgabe von 1981, die Seite 94 trägt übrigens keine Seitenzahl, wieso auch immer). Ich konnte alle Kampfmesser in diesem Stil irgendwie nie den Abbildungen in diesem Buch zuordnen. Ich habe mir den Artikel in "Fighting Knives" Fall 1991 zu Gemüte geführt, anscheinend war die Abbildung in dem Buch -Kampfmesser- irgendwie perspektivisch falsch oder die Abbildung wurde "frei Schnauze" gemacht. Das im Buch abgebildete Messer weist den gleichen Schliff aus, sieht aber durch seine etwas breitere Form als das Original weitaus "bösartiger" aus. Was mich auch wundert ist dass der Autor dort schreibt die Parierelemente seien aus Eisen oder Aluminium gewesen.
    Wenn ich dann den Artikel aus -Fighting Knives- sehe mit all den Originalmessern, dann gehe ich mal davon aus dass die Abbildung in meinem Buch etwas aus "dem Leim gegangen ist", weil diese Originalkampfmesser alle relativ schlanke Klingen haben. Die Parierelemente bei den Originalen waren anscheinend auch aus Messing, allerdings in etwas anderer Form, die sahen irgendwie stromlinienförmig aus, den Ausdruck muss man mir verzeihen, aber diese PE´s passen designmässig wirklich in die Sechziger.
    Das Messer hier im Thread ist nach wie vor ein Stück Messergeschichte, vielen Dank für das Vorstellen und die Nahaufnahmen des Messers.
    Viele Grüße
    Roman
    PS: Dieser Ben Baker, ich glaube das war kein richtiger "Zivilangestellter", er trägt auf mehreren Fotos Uniform ohne Rangabzeichen und seine von ihm bevorzugte Waffe ist die Fallschirmjägerausführung des M2 Karabiners, das passt doch irgendwie nicht zu Zivilisten.

    so ein Holzstiel kann einen vor ungeahnte Herausforderungen stellen, gerade wenn er in einem so kurzen Auge soviel halten soll. Aber, nicht nur beim Herrn ist kein Ding unmöglich, in der Natur auch, sie lässt auch Gewächse wachsen, also sie wachst natürlich keine Gewächse, es ist mehr das Wachsen im Sinne von emporwachsen und größer werden. Gut, der jämmerliche Versuche eines Wortwitzes, werden wir ernst.
    Wir leben in einer Zeit wo man fast alles entgegen gereicht bekommt, früher liefen wir weg als es Buletten mit labbrigen Brötchen gab, heute kosten sie fast 5 Tacken, genauso einfach wie diese labbrigen Dinger in Pappkistchen lassen sich Äxte besorgen, Stiele natürlich auch, alles selbstredend im Baumarkt, Discounter, oder wenn man sich ein bißchen mehr Mühe macht aus Schweden, Deutschland oder Österreich, die Schweiz nicht zu vergessen, wenn ich jetzt noch ein axtproduzierendes Land vergessen habe wo man gute Äxte kaufen kann soll mir keiner böse sein.


    Egal wie gut die Axt, ein Holzstiel kann ein vergängliches Leben haben, ist der schlimmste Fall eingetreten so heißt es eben einen neuen kaufen. Das ist leicht gesagt und noch leichter getan, im Fachhandel gibts für knapp 20 Euro Hickorys die durchaus akzeptabel sind, vor allem sind sie für Axtgehäuse ausgerichtet und wenn man ein bißchen auf die Maserung achtet ist das gut investiertes Geld. Aber was tun wenn man dort keinen Stiel findet der für so ein Vorhaben wie das Einstielen eines Hawks taugt. Die Idee von Thomas hat etwas endgültiges, mir persönlich wäre es zu schwer. Also, was bleibt, ein Stiel selbst machen. Hier wollen wir ansetzen.


    Die erste Frage die sich einem Suchenden in Sachen Stielholz aufdrängt ist die Frage nach der richtigen Holzsorte, nicht so etwas was aus Brettern gesägt wurde oder was fertiges, wir gehen in die Natur und suchen. Die Vorgaben sind nicht einfach, zäh, dauerhaft, astrein und spaltig soll es sein, am besten auch federnd. Die besten Stielhölzer finden wie bei Eschen, Weißbuchen, Ahorn, Akazie (bzw. Robinie), Vogelbeere, Elsbeere und bei Pflaumen- Kirschen- und Apfelholz. Soviel die Theorie.
    Wir versuchen uns an zwei "Herangehensweisen", zuerst die aufwendige Methode, dann eine einfache.


    Als Beispiel nehme ich eine Esche, wie die aussehen weiß jeder, wenn nicht bei Wiki steht es, ich habe selbst nachgesehen. Eine junge Esche ist eigentlicht ideal, für alte Eschen bekommt man keine Erlaubnis, zudem sind drei Festmeter Eschenholz leicht übertrieben für ein paar Stiele für Hawks. Am besten wäre eine junge Esche, am besten unterdrückt von anderem Wuchs, sie bilden kurze Stämme und verzweigte Kronen in ihrem verzweifelten Kampf dem Licht entgegen zu wachsen. Für solche Bäume bzw. Bäumchen, wir reden von cirka 20 cm Stammdurchmesser, ist noch am ehesten die Erlaubnis zum Fällen zu bekommen, meist gegen geringes Entgelt. Diese unterdrückten Bäume wachsen langsam und dicht, wenn sie jetzt noch erhöht stehen, dort ist meist magerer Boden der das langsame Wachsen noch mehr unterstützt, haben wir eigentlich das ideale Holz gefunden. Der Baum wird kurz über dem Boden gefällt, dann geht es direkt ans Eingemachte.
    Vom Stamm selbst sind nur die untersten zwei Stiellängen einer Axt brauchbar, also cirka vier Stiellängen eines Hawks. Der unterste Teil ist der beste, wir markieren die Schnittfläche die zur Wurzel zeigt am besten mit einem Schnitt oder einer Kerbe, das zweite Stück Stamm markieren wir ebenfalls am unteren Ende. So wissen wir genau nach der Trocknungszeit wo die unteren Enden der Stammabschnitte sich befinden, das ist jeweils die Stelle wo das Holz am dichtesten ist, das sind später die Teile die ins Auge kommen weil sie die höchste Festigkeit haben.
    Der Rest des Baumes muss bestimmt noch aufgearbeitet werden, darauf gehe ich jetzt nicht ein.


    Die Stammstücke werden geviertelt, bzw. in vier gleich große Stücke längs gespalten, aufgespaltet trocknen sie besser. Man richtet sich dann die Stiele so in grobe Richtung vor und hängt sie an einem trockenen luftigen Ort auf, die Sonne sollte auch nicht auf sie scheinen. Nach einem Jahr ist man dann soweit dass man sie zu Stielen verarbeiten kann. Bevor man sie trocknet kann man die oberen und unteren Enden mit Holzleim einstreichen, so trocknet das Holz über die Längsseite aus und reißt nicht an den Stirnseiten, ein Einstreichen der Holzstücke mit einer Mischung aus lauwarmen Wasser mit Borax hält das Ungeziefer fern.
    Die Verarbeitung erfordert zwar nicht viele Werkzeuge, im Prinzip könnte man alles mit einem Messer machen, aber ein einfacher Schweifhobel leistet dabei unbezahlbare Dienste, und er ist bezahlbar.


    Die zweite Möglichkeit ist wie gesagt die einfache.
    Man wandert frohgemut durch den Wald und sucht sich eine Hecke in der Vogelbeeren wachsen, diese wachsen meist strahlförmig nach oben und haben viele Triebe die einigermassen gerade und in der richtigen Dicke für einen Hawk-Stiel sind. Man sucht sich einen aus der sich angenehm mit der Hand greifen lässt, gerade ist und auch noch in das Auge des Hawks passt. Gesagt, getan, abgeschnitten und mit nach Hause geholt, natürlich kann man das auch gleich mit mehreren Stielen machen, allerdings würde ich dann vorher den Förster fragen, bei einem Stiel kann er vielleich noch lachen, aber bei einem Bündel voller Vogelbeerenstangen kommt man irgendwie in Erklärungsnöte.
    Die Vogelbeere wird auch getrocknet, dann eingestielt und fertig.
    Vogelbeere benutze ich selbst bei den Hammerstielen, sie halten fast ewig, auch bei kleinen Durchmessern im Auge.


    Viele Grüße und gutes Gelingen
    Roman

    das ist eine Grundfrage die man nicht pauschalisieren kann, Martin hat eigentlich alles gesagt. Ich kann mich ihm nur noch anschließen, ich hatte auch schon Messer aus D2 hier die waren zu weich, zu hart war eigentlich noch keins und großartige Ausbrüche habe ich auch noch keine gesehen. Ich denke das mit den Ausbrüchen bei D2 muss man auch ein wenig relativieren, mag sein dass eine Maschinenschneide die Bleche trennt und eine Schneide aus D2 hat (wofür er eigentlich gedacht ist oder war) bei der ein oder anderen Art von Blechen oder je nach Schnitt- bzw. Schlageschwindigkeit Ausbrüche bekommen hat, was die Benutzer dann z. B. auf 1.2363 zurückgreifen lässt.
    Aber inwieweit so etwas Bedeutung für Messerklingen hat sei mal dahingestellt, wenn ich z. B. die GEK`s sehe, da habe ich noch keins mit Macken in der Schneide gesehen.
    Der 1095 ist eben ein relativ niedriglegierter Stahl, seine Stärken liegen in der Möglichkeit eines feinen Schnitts, was aber ein D2 auch kann, je nach Schärfe. Ob und wieso man einen hochlegierten Stahl wie D2 bevorzugt oder einen niedriglegierten ist von jedem Einzelnen abhängig, da spielen ja auch persönliche Vorlieben und Erfahrungswerte eine Rolle, alles Faktoren die man als Außenstehender schlecht beurteilen kann.


    1095 als Kochmesser ist bestimmt nicht jedermann Sache, aber D2 brauche ich als Kochmesser auch nicht, so eine stabile Schneide benötige ich eben nicht. Als Kochmesser reicht mir allemal ein C75, mir ist auch egal wenn er ein bißchen beschlägt, allerdings achte ich ein bißchen mehr auf die rostende Fraktion als auf die rostfreien.
    Viele Grüße
    Roman

    ich glaube das kann man nicht so einfach abschätzen, wieviel Arbeit dahinter gesteckt weiß nur der Macher. Eine Möglichkeit wäre mal in einem Pfandhaus nachzufragen, Pfandleiher haben einen untrüglichen Sinn was eine Sache wert ist, ob es ein Schnürsenkel oder eine Taschenuhr ist.
    Viele Grüße
    Roman

    Nilox ist ja hinreichend bekannt, man kann bestimmt auch eine feine Klinge aus 1,5 mm dickem Blech machen. Der CPM ist ein PM-Stahl, die Wärmebehandlung ist halt legierungsbedingt aufwendig.
    Der Japaner ist wenigstens mit einfachen Mitteln zu härten, wieso man keine Gebrauchsmesser daraus machen sollte erschließt sich mir nicht, wir machen ja auch Gebrauchsmesser aus Triebwerkslagerschalenstahl, und der war bestimmt nicht für Klingen gedacht, der Suminagashi ist allerdings für Messerklingen gedacht.
    Ich würde mich nicht so verzetteln bei den ganzen Stählen, schneiden tun sie geschärft fast alles gut, wie lange hängt eben meist vom Härten ab. Neumodische Stähle, die bestenfalls neumodisch hergestellt wurden (und selbst dieses neumodisch ist schon Jahrzehnte alt) ziehen eben besser als bewährte Stähle. Ich weiß, man darf nicht stehenbleiben, aber offen gesagt streitet man sich heute welcher Stahl am besten für ein taktisches Messer ist, und das in einer Zeit wo der Kampf Mann gegen Mann mit der blanken Klinge nur noch im Fernsehen oder auf dem PC-Bildschirm stattfindet. Im ersten Weltkrieg hatte keiner eine Klinge aus den neuen "Super-Duper-Stählen", aber die Messer haben trotzdem funktioniert.
    Viele Grüße
    Roman

    Hallo Ralle,
    ich will deine Anfrage jetzt nicht irgendwie herunterwürdigen, aber am besten rufst Du einfach mal dort an, ich bin mir sicher Du wirst dort auf alle Fragen Antworten bekommen. Und nur keine Berührungsängste, ich habe schon bei Krupp angerufen, ging auch ganz locker über die Bühne als mein Gesprächspartner wußte dass ich nicht den nächsten Verladebahnhof vor habe zu mieten.
    Und mach Dir bitte keine Sorgen über irgendwelche Waffenberührungsängste, Waffen macht man immer noch aus Stahl.
    Viele Grüße
    Roman