Beiträge von juchten

    geronimo, das Du da geschrieben hast unterschreibe ich mit, so kann man sich auch hier in unseren Gefilden ein kleines Abenteuer arrangieren.


    Aber wenn ich mich so umsehe bekommen das die meisten nicht mal im Kleinen gebacken, sieht man sich eine Packliste für Extremsituationen an steht auf dem zweiten Platz hinter einem Messer ein Mini I-Pad, man kann mit Ding kein Feuer anzünden und sich nicht den Hintern abwischen.


    Viele Grüße
    Roman

    ich schließe mich auch der Meinung von Frank an. Einfach mal in den Kleinanzeigen, auch die von der Bucht, nachschauen. Gute Bohrmaschinen, auch alte, sind zwar nicht immer ein Schnäppchen, aber wenn man ein bißchen Zeit investiert wird man fündig. Meine ist eine Präzisionsbohrmaschine von Wörner, Baujahr irgendwann in den 60zigern, über drei Zentner schwer mit Tisch und hat mich 250 Euro gekostet. Wenn ich mir diese Maschine anschaue und das was man heute so angeboten bekommt für weitaus mehr Geld würde ich jederzeit wieder so eine "alte" kaufen. Die alten Maschinen haben auch den unbestreitbaren Vorteil dass jeder gute Elektriker immer noch alles an den Maschinen machen kann.
    Viele Grüße
    Roman

    Ugorr,
    das ist das leidige an den Stöcken, sie reißen einfach sehr schnell. Gestern war ich noch drei schneiden und habe dabei den Stock gefunden den ich letzte Woche in der Hecke beim Rückmarsch nicht mehr gefunden habe. Dieser Stock stand wie gesagt ein paar Tage einfach draußen, selbst bei einer relativ feuchten Witterung ist er bereits an dem Querast mehrmals böse eingerissen. Ich habe ihn natürlich mitgenommen, aber ob er noch zu dem taugt für was er vorgesehen war sehe ich erst Ende des Sommers.


    Was das Holz betrifft was am besten für einen solchen Stock geeignet ist kann ich nur soviel sagen dass sowohl Eiche wie auch Schwarzdorn, also die klassischen Hölzer für Shillelaghs, sich augenscheinlich am besten eignen, wobei ich einen leichten Vorteil beim Schwarzdornholz sehe. Auf Eichenbäumen wächst so gut wie kein Ast in der Form dass er sich von an Anfang an direkt dazu eignet, meist muss er im trockenen Zustand noch nachgebogen werden. Das in Form biegen besorge ich über einen Alkoholflamme. Im Baumarkt findet man gewöhnliches Bioethanol. Die Flüssigkeit schütte ich in ein offenes Gefäss, z. B. eine alte Tabakdose, und zünde sie an. Über dieser Flamme lässt sich der Stock einigermaßen ohne große Brandschäden zu verursachen erwärmen. Sobald der Stock an der "Biegestelle" ausreichend heiß ist kann man ihn in Form biegen, diese Form hält er nach dem Erkalten für immer. Was nicht mehr zu korrigieren ist sind Stelle an denen der Stock aufgrund eingewachsener Astansätze Absätze hat, das ist dann eben ein Zugeständnis an die Natur.


    Schwarzdorn ist als Ersatz, was es ja eigentlich einmal war, überaus geeignet. Laut den Geschichten über die Shillelaghs in vergangenen Jahrhunderten war Eichenholz die erste Wahl, wieso man auf Schwarzdorn auswich kann ich mit Bestimmtheit nicht sagen, aber wenn in Irland eine gleiche Abholzung des Waldes stattfand wie in Schottland kann ich das gut nachvollziehen. Schwarzdorn ist neben seiner guten Elastizität von enormer Härte und die eingewachsenen Dornen verstärken den Stock noch einmal durch den Querwuchs. Der einzige Nachteil am Schwarzdorn ist eine Stelle zu finden wo solches Holz in richtiger Größe wächst. Bei uns ist die Pflege von Hecken leider nicht mehr so aktuell wie auf den britischen Inseln. In dem Buch -Vergessene Künste- findet man ein ganzes Kapitel was sich mit der Pflege von Heckenbewuchs befasst. Dort wird beschrieben das die starken Pflanzen mit einem gezielten Hieb halbiert werden umgebogen werden damit die Hecke noch dichter wächst. Durch dieses waagerechte Zurichten der Schwarzdornstämme (oder ähnlicher Gehölze) wachsen die Triebe nach oben und bilden auf jedem jetzt waagerecht wachsenden Stamm einen "Miniwald". Das sind natürlich Quellen von Schwarzdornstöcken von denen wir nur träumen können.


    Bei uns würde ich den zuständigen Förster oder Eigentürmer vorsichtshalber vor dem "Ernten" fragen ob das in Ordnung geht, es kann sich nicht jeder damit anfreunden dass man Stöcke abschneidet mit einem Stück Stammholz. Das Schneiden der Stöcke ist aber kein sehr großer Eingriff in den Lebensraum Hecke, selbst eine massive Hecke aus Schwarzdorngehölz mit mehr als 50 Meter Länge und über 10 Meter Breite bringt nicht mehr als drei bis vier passende Stöcke und kann letztendlich nur cirka alle 10 Jahre wieder hinsichtlich eventuell nachgewachsener Stöcke in Augenschein genommen werden.


    Über die richtige Zeit zum Schnitt und die Weiterbehandlung des Holzes diente mir die Literatur über den Bogenbau, die sich sehr tiefgehend mit der Behandlung des frischen Holzes befasst. Die Zeit spielt fast keine Rolle, wenn einer meint er sollte bei abnehmenden Mond schneiden kann er das gern tun, es schadet zumindest nicht. Fakt ist das die Zeit keine Rolle spielt, im Winter ist es eben leichter weil keine Blätter vorhanden sind und man direkt sieht ob es sich lohnt von den Dornen verstochen zu werden. Das Kernholz hat das ganze Jahr über den gleichen Feuchtigkeitsgehalt, nur die Flüssigkeit führende Schicht unter der Rinde weist je nach Wetterlage im Winter weniger Flüssigkeit auf.


    Die Schnittflächen sind so schnell wie möglich zu versiegeln, ob man Schellack oder einen schnelltrocknenden Holzleim nimmt ist egal, Hauptsache das Holz kann über die meist großen Schnittflächen am Knauf nicht ausdunsten. Die Rinde wird am Stock belassen und die Stöcke dürfen keinem Sonnenlicht ausgesetzt sein, sonst reißen sie schneller als man "Schei......" rufen kann. Die Vorgehensweise der Bruyeresucher habe ich verworfen, jahrelanges Einlagern in trockenem Sand ist mir zu aufwendig, wenn es auch vermutlich die besten Resultate ergibt.


    Nach einem trockenen Sommer und genug Zugluft im Schatten dürfe der Stock soweit sein dass man ihn in einem trockenen Innenraum lagern kann, wo er noch einmal ein paar Monate braucht. Die "Schnellmethode" die Herr Dean Torges in seinem ausgezeichneten Buch -Auf der Spur des Osage-Bogens- beschreibt, um Zeit zu sparen das Bogenholz im Sommer in einem Auto lagern, die dort herrschenden Temperaturen sprechen eine Sprache für sich, habe ich verworfen, der Knauf eines Schwarzdornstocks ist oft verwachsen und dort reißt er bei einer "Ruckzucktrocknung" nur allzu gern. Das Zauberwort heißt also wie bei vielem handwerklichen was mit Naturmaterialien zu tun hat -Zeit-.


    Endlich getrocknet kann man ihn räuchern, um eine schöne lackartige Schicht durch Rauch zu erzielen muss man den Stock mindestens über 50 Stunden dem Rauch aussetzen, ich rede hier von Kaltrauch, die Temperaturen sollten nicht über 30 Grad gehen. Als Räuchermehl kann ich das gleiche Räuchermehl empfehlen was auch zum Kalträuchern von Schinken benutzt wird, ein Sack von 10 kg fertigem Räuchermehl kostet im Großhandel für Fleischereien cirka 10 Euro und zwei Säcke sollten ausreichern über eine Räucherdistanz zu kommen. Natürlich kann man die Stöcke auch gleich miträuchern wenn man Schinken räuchert.


    Ein Lebensmittel-Leinöl und ein mehrmaliger Auftrag damit versiegelt den Stock eigentlich für mindestens ein Menschenleben, ein Stück unbehandeltes Schwarzdornholz habe ich noch hier liegen das jetzt fast 30 Jahre alt ist, es ist nach wie vor in bestem Zustand. Wenn man allerdings einen Stock möchte der hochglanzmässig daherkommt kann man ihn komplett mit Schellack einstreichen. Ein mehrmaliger Schellackauftrag mit dem üblichen Schleifen zwischen den Aufträgen führt zu einem richtigen Hingucker. Schellack hat allerdings den Nachteil dass er nicht extrem hart ist, der Vorteil ist allerdings das man jederzeit eventuelle Lackschäden wieder mit Schellack reparieren kann und Schellack ist hautverträglich, zumidest die Sorte die ich benutze wird auch dazu genommen Holzspielzeug für Kinder damit zu streichen.
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    Die Methode mit dem Schellack sieht man auf dem gedrungenen Stock aus Weißdorn und auf dem schlanken Stock aus Hagebuttenholz (Hagebutte ist ein schwieriger Werkstoff, das Holz ist in dem Sinne nicht feucht sondern nass, wenn man einen solchen Stock im Sommer schneidet läuft die "Brühe" förmlich aus ihm heraus, die Trocknung muss extrem langsam erfolgen und dauert sehr lange und selbst dann kommt es noch zu Längsrissen, ich musste diesen Stock auch mit Holzkitt reparieren).


    Viele Grüße
    Roman

    Du kannst etwas auf das Horn schmieren oder es sein lassen, polieren mit einer Tuchscheibe würde auch noch gehen. Persönlich halte ich von der ganzen Einfetterei des Horns gar nichts, Horn ist ein natürliches Material und greift sich hervorragend, eingefettetes Horn greift sich nicht besser als eingefettetes Micarta. Falls das Horn wirklich einmal anfangen sollte Risse zu bekommen, dann bekommt es sie eben, dieses Büffelhorn reißt meist an der Oberfläche, einfach ein bißchen die scharfen Kanten weggschleifen, fertig, der Griff wird dadurch immer persönlicher. Horngriffe halten fast ewig, ich habe ein altes Bowie mit einem Horngriff, dem Griff fehlt immer noch nichts, und es wurde damit lange vor der Erfindung von Micarta beschalt. Ein Messer mit einem Horngriff der einfach mit zwei gekappten Nägeln als Nieten bei den Söhnen im Einsatz ist wurde über Winter im Garten vergessen. Ich habe es beim Rasenmähen wieder gefunden, nachdem der Horngriff trocken war konnte man das Messer wieder benutzen.
    Wenn das Messer in die Vitrine soll polier es an der Tuchscheibe mit Wachs und reibs mit einem Poliertuch ab, fertig.
    Viele Grüße
    Roman

    schön dass es Euch gefällt, das grüne Micarta hat eine ganz eigene Geschichte. Es war einmal...................... das ist natürlich plumper Unsinn, Anfangs dachte ich dass das irgendwie zu dieser plastikgeschwängerten Raumfahrtgeschichte von der Farbe her passt. Wie gesagt anfangs, ich bin mal ehrlich, ich habe die schwarze Micartalatte verlegt und finde sie im Moment nicht.
    Viele Grüße
    Roman

    Corporal Bill ist alles andere als ein Held, aber die Tragik wollte es dass er einer wird. Nach seinem Unfall als Sicherungswart 6. Klasse ist ihm im Raumgefecht durch eine elektrische Überladung der linke Arm abhanden gekommen. Dank der Transplantationschirurgie der raumfahrenden Zunft und einem anscheinend besoffenen Feldarzt hat er jetzt zwei rechte Arme. Damit ist er der Traum eines jeden Offiziers, fast ohne belastende Intelligenz und er kann gleichzeitig mit zwei Armen korrekt salutieren.
    Die Schlachtfelder sind ohnehin fast in dem Sinne aus der Mode gekommen, es wird alles per Raketen oder Strahlen erledigt, aber welche Generalität würde schon auf ein ordentliches Schlachtfeld verzichten? Genau dort ist der Platz von Corporal Bill, immer an vorderster Front, auf der Suche nach der nächsten Deckung, einem bißchen warmen Essen und einem alten Kameraden mit dem man eine Ladung verdünnten Spiritus wegschütten kann.


    In den Romanen von Harry Harrison wo Corporal Bill sein Unwesen treibt ist zwar hier und da von Messern die Rede, aber es wird in dem Sinne keins beschrieben. Ich habe ihm eins gemacht, kein "Anti-Alienmesser", sondern eher etwas was Corporal Bill dabei hat wenn wieder mal eine Pokerrunde zu sehr zu seinen Gunsten ausgefallen ist und der Heimweg ein paar dunkle Hauseingänge aufweist.
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    Das Messer ist handlich, aus C80 geschmiedet und selektiv gehärtet. Die Klingenlänge beträgt knann 120 mm und das Ganze wiegt 250 Gramm. Über die Form kann man streiten, aber wie Bill´s Ausbilder "Deatwish Drang" vermutlich gesagt hätte, "Du Bowb, ein Messer soll nicht so aussehen dass es einem gefällt sondern so dass es dem Gegenüber gar nicht gefällt."


    In dem Sinne, viele Grüße
    Roman

    heute war ein Spaziergang durch die dichten Hecken besonders erfolgreich, es gab Shillelaghs, sowohl Rohlinge aus Eichen- wie aus Schwarzdornholz.
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    und weil das Glück mir heute hold war, ein Rohling für ein "Meisterstück"
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    Die Schnittflächen sind mit Holzleim behandelt, deshalb die weiße Farbe. Mit dem Holzleim trocknen sie nicht so schnell über die Schnittflächen aus und reissen dann auch nicht so schlimm. Das Einzige was jetzt noch fehlt ist die Zeit. Je nach Dicke werden sie wohl ein Jährchen oder mehr brauchen, dann soweit in Form gebraucht und mit Leinöl (Whiskybutter wäre das Originalrezept, aber irgendwie liegt mir die Ranzigkeit der Butter nicht) eingestrichen und wochenlang geräuchert. Dann werden sie dann irgendwann das was sie werden sollen.


    Viele Grüße
    Roman

    Morales,
    Carsten, stimmt, das mit dem rostträge habe ich übersehen.


    Andreas, wie soll das Ding da überhaupt aussehen, sonst fischt man ja total im Trüben. Wenn es nur eine relativ rostfreie Schneide sein soll, dann auf den Flohmarkt oder zu dem elektronischen Auktionshaus und einen alten Fleischspalter gekauft, die Klinge in Form mit der Trennscheibe geschnitten und dabei immer gekühlt, fertig. Das ist zwar eine sehr pragmatische Lösung, kostet aber so gut wie nichts.
    Viele Grüße
    Roman

    hast Du schon mal 1.2363 in Erwägung gezogen?
    Dieser Stahl ist vermutlich nicht genau das was gesucht wird, aber eventuell ein möglicher Kompromiss. Zuerst kann man ihn einmal in passenden Größen besorgen, dieser Laserzuschnitt und die damit verbundene Wärme werden alles sein außer eine optimale Wärmebehandlung, aber wenn er durch den Zuschnitt heiß geworden ist und an der Luft abkühlt stellt sich eventuell eine halbwegs brauchbare Härte ein. Ein Zurichten auf dem Bandschleifer sorgt für ein gewagtes Anlassen. Wie gesagt, das ist alles andere als eine brauchbare Beratung, aber vielleicht einen Versuch wert.
    Viele Grüße
    Roman

    der Schliff sieht aus wie von einer diesen "normalen" Schleifmaschinen, ob mit Band oder Lamellen ist mal egal. Es ist nun leider mal so, ein Waffenhändler ist nicht automatisch ein guter Messerschleifer, ein Metzger ist ja auch nicht automatisch ein guter Koch.
    Die Schneide ist so wie ich das erkennen kann ziemlich flach ausgeschliffen, einen "ursprünglichen" Schliff wird man anbringen können, aber es wird wieder etwas Material kosten.


    Schadensersatz............ wofür? Ich meine, ich kann zwar mitfühlen, aber in dem Sinn ist nichts kaputt gemacht worden, man gibt ein Werkzeug dem Schleifer und bekommt es nicht so schön geschliffen zurück wie man es erwartet, aber es ist scharf, wer sollte da zu Gunsten eines sich als Geschädigten fühlenden entscheiden?


    Ich weiß nicht ob es für solche Messer Ersatzklingen gibt, falls ja würde ich mir, solange sie noch zu bestellen sind, eine beschaffen und mit der jetzigen Klinge solange arbeiten wie es geht. Vor allem kann man, mit einer Ersatzklinge in der Rückhand, das Schleifen selbst üben.


    Viele Grüße
    Roman

    diese Federstähle, ich fasse sie jetzt einfach mal zusammen, ungefähr 0,6 % Kohlenstoff, niedriglegiert und mit einem Siliziumanteil versehen, fristen oft so ein bißchen Schattendasein in der Welt der hochmodernen Stähle (eigentlich ist nur das Herstellungsverfahren hochmodern, sagen wir mal wengstens so, es ist nicht 80 Jahre alt wie die meisten Stahlzusammensetzungen die man als modern verkauft bekommt).
    Das Problem ist weniger dass diese Stähle nicht zur Klinge taugen, sondern einfach weil man sie nicht mehr so einfach kaufen kann, und wenn, dann sind sie genauso teuer, wenn nicht teurer als die gängigen Klingenstähle. Angebot bestimmt die Nachfrage, zudem kommt noch dazu, wenn sie mal verfügbar sind, meist in sehr großen Mengen abgenommen werden müssen oder in den unmöglichsten Darreichungsformen angeboten werden. Die Zeiten sind vorbei wo man bei jeder Stahlhandlung einfach passenden C75 oder auch C60 kaufen konnte.


    Eins haben diese Stähle gemein, sie sind gutmütig, lassen sich gut schmieden oder am Bandschleifer bearbeiten und können zuhause gehärtet werden. Die Härteergebnisse sind, hier muss ich Kibo ein wenig widersprechen, durchaus vorzeigbar, ein C 60 springt ohne große Mühe mit gut 65 hrc an, man kann ihn auf 60 hrc anlassen und er bekommte eine sehr standhafte Schneide die jederzeit bereit ist mit in jede Schlacht zu ziehen. Gut, ich gebe zu, die Zeiten wo wir unseren Lehensherren in ein Kampfgetümmel mit ungewissem Ausgang folgen müssten sind Gottlob vorbei, aber eine Klinge aus C60 hätte das Potential dafür.
    Ich mache desöfteren Klingen aus Blattfederstahl, das boxt alles ungefähr in der gleichen Liga, ob es jetzt ein C60, 55Si7 oder 65Si7 ist, bei der fertigen Klingen bzw. Schneide wird man keinen großen Unterschied feststellen, aber wenn es um das Zerhacken von dem gefalzten Rand einer Blechtonne geht, dann machen sie alle eigentlich eine gute Figur, selbst nach mehrmaligen Zerhacken des Randes ist die Schneide immer noch in einem Zustand den ich noch als akzeptabel für grobe Arbeiten ansehen möchte, davon abgesehen lassen sich Klingen aus diesem Material gut nachschärfen.


    Also, wenn die Jungs da über dem Teich ihre Klingen und was weiß ich sonst nicht noch alles für Hauwerkzeuge aus diesen Materialien machen, sie haben sich dafür den richtigen Stahl ausgesucht, wenn eine Klinge aus diesen Stählen eine Blechtonne zerschneidet, dann schneidet sie auch durch Mark und Bein (und das im wahrsten Sinne des Wortes, Michas Entermesser ist z. B. aus einem solchen Stahl und es zerhackt ganz mühelos Knochen, zum Kochen natürlich).


    Viele Grüße
    Roman

    TheMadColonel,
    ich frage mich allerdings im Umkehrschluss welche Erfahrungen Du die letzten Jahrzehnte in den entlegensten Gebieten Afrikas gesammelt hast dass Du jetzt so eine Liste zusammenstellen musst, im Laufe dieser Zeit müsste man doch genug Erfahrung gesammelt haben um zu wissen was man braucht.
    Viele Grüße
    Roman

    eine Axt für Outdoor-Aktivitäten bis hin zum Bäume zerlegen und dann passend für den Rucksack, das sind hohe Anforderungen.
    Eine Stielschutzhülse macht durchaus Sinn bei verschiedenen Arbeiten, aber das ist etwas was ich persönlich eher bei einer Spaltaxt für nötig halte. Einfach so eine Axt kaufen halte ich für keine gute Idee, so ein Werkzeug soll einem ja auch gefallen und nichts geht darüber es einmal in der Hand gehabt zu haben.
    Was die Plastikgriffe angeht, die sind eigentlich gar nicht so verkehrt, sie brechen so gut wie nie (ich habe auch ein paar Fiskars-Äxte, vor allem lassen sie sich gut nachschleifen und halten die Schneide akzeptabel), aber Holz liegt mir mehr, ein Holzgriff hat einfach mehr "Leben" und er ist auswechselbar, eine Axt käuft man sich nicht für ein paar Tage.


    Die Länge einer Axt soll zum Anwender passen, also habe ich bei einer Axt mit Holzstiel die Möglichkeit mir das Axtgehäuse zu kaufen egal mit welchem Stiel es eingestielt ist, man kann sich die Axt auf die persönliche Länge selbst einstielen. Ein gute Möglichkeit ist wie schon gesagt worden das Axtgehäuse greifen und sehen ob der Stiel bis unter die Achsel reicht. Einfach die Axt mit dem Gehäuse nach oben auf den Boden stellen, die Hand auf den oberen Gehäuserand legen und dann den Stiel unter den Arm klappen, wenn er dann in der Achsel anstößt ist es eigentlich gut.


    Das Gewicht ist eigentlich wichtiger als die Länge des Stiels, den Stiel kann man kürzen oder wechseln, das Gewicht eines Axtgehäuses ist im Prinzip vorgegeben, das Gesamtgewicht ist dann für mich wichtiger als Hersteller oder Form, vor allem wenn man vor hat mit diesem Werkzeug, was man nicht jeden Tag in der Hand hat, länger zu arbeiten.


    Ratschläge zu geben was eine Axt betrifft für jemanden den ich nicht kenne ist verdammt schwer, was mir liegt muss zwangsläufig nicht passend sein für jemand anderes. Fiskars Äxte z. B. arbeiten sehr gut, haben pflegeleichte Griffe und durch diese organgene Farbe sieht man sie gut, sie lassen sich wie gesagt gut nachschärfen und halten sie auch gut. Das man den Stiel nicht wechseln kann ist für mich kein Kriterium, das weiß ich ja im Vorfeld, aber was mir nicht so ganz passt ist das man mit ihnen z. B. einen Nagel nicht einschlagen kann, was für eine allgemeingebräuchliche Axt eigentlich ein Unding ist.
    Von der Qualität schwedischer Äxte braucht mich keiner zu überzeugen, das die gut sind weiß ich, was mir an den meisten nordischen Produkten nicht liegt ist das sie so eine kurze Schneide haben, die Forstaxt von Gränsfors hat 90 mm und die Fällaxt 110 mm. Das ist mir persönlich zu wenig, man glaubt nicht was hier ein paar Zentimeter ausmachen.


    Wenn ich eine Axt kaufen müsste würde es vermutlich wieder eine Iltis von Ochsenkopf werden, genau wie vor 30 Jahren. Es ist eigentlich schwer verständlich, die Forstaxt von Gränsfors gefällt mir um Längen besser, aber die Iltis hat ein schönes schlankes Blatt mit dem sowohl sehr gut entasten wie auch noch spalten kann. Man kann mit der Hammerfläche der Iltis problemlos nageln und gewichtsmässig gibt es sie in mehreren Variationen und meine hat eine Schneidenlänge von 140 mm.


    Viele Grüße
    Roman


    PS: Du kannst auch alles vergessen was ich geschrieben habe, wenn Du vor einem Regal mit Äxten stehst, nimm Dir die in die Hand die sowohl Auge wie der Hand gefällig erscheint, dann greif den Stiel am Ende mit zwei Fingern und lass sie ein wenig pendeln. Dann schlag mit einem Stück Metall, einem Schraubenschlüssel z. B., an das Blatt der Axt, gibt sie dann einen schön klingenden Ton von sich kauf sie, alle anderen die nur "klick oder klack" machen lass im Regal

    hallo Vitali,
    einfach -Funkenbilder- bei der Suchmaschine eingeben, da erscheint unter anderem ein Bild der Firma Hertsch mit Funkenproben und den entsprechenden Materialbezeichnungen.


    Der Stahl wird an eine Schruppscheibe, ob Winkelschleifer oder Schleifbock ist egal, gehalten, der dabei entstehende Funkenstrahl gibt die Anhaltswerte ab.


    Wenn es sich bei den Stählen von einem Messermacher handelt kann man wohl davon ausgehen dass es sich um klingentaugliches Material handelt.


    Viele Grüße
    Roman

    das ist mal etwas anderes als Filmzitate raten, raten wir mal Stähle anhand von "Fantasiebezeichnungen" die ein unbekannter Lagerist oder sonstwie jemand der das "Markierungsrecht" bei gelagertem Stahl hat.


    Das sieht mal nicht nach einer Portion blankem Blech aus einem Lager aus das überdacht ist, die ganzen Schwarzbleche sind außen so wie der Name schon sagt, schwarz und man sieht normalerweise nicht eine solche Oberflächenkorrosion. Das Teil liegt also entweder ungeschützt und vergessen in einem Lager rum wo man es schon länger nicht beachtet hat oder es liegt draußen. Die Bezeichnung könnte sich auf eine Korrosionsprobe beziehen, Stahlproben die man draußen lagert um zu sehen wie sie sich ungeschützt unter Witterungseinflüssen verhalten. Welcher Stahl es dann endlich ist kann uns nur derjenige sagen der diese Beschriftung aufgebracht hat, hier bin ich auch nicht weiter als meine Vorredner, wenn man wenigstens wüßte welche Stähle sonst in diesem Betrieb verarbeitet werden.


    Die sicherste Methode bei unbekanntem Stahl ist eigentlich ein Stück mit an eine Schmiedeesse zu nehmen oder an sonst eine potente Feuerquelle. Einfach eine Probe davon auf gut 700 Grad erwärmen und in Wasser abschrecken, danach versuchen ob die Feile greift, greift sie nicht mehr ist es ein niedriglegierter Stahl, greift sie den Stahl immer in 100 Grad-Schritten erwärmen und wieder abschrecken, ist man bei 1000 Grad angelangt und er wird nicht hart ist es untaugliches Material für eine Klinge. Die Funkenprobe kann man natürlich im Vorfeld auch machen, aber ich weiß nicht ob wir alle in der heutigen Zeit noch als "Funkenbildanalytiker" eine gute Figur machen, aber einen Versuch ist es allemal wert.
    Viele Grüße
    Roman

    es gibt noch eine sehr "hausbackene" Methode, man hält einen nassen Lappen an das Band und schleift, das nasse Band schleift ohne Unterschied zu einem trockenen und das Werkstück wird nicht heiß, zudem gibt es keine Staubentwicklung. Das ist eine z. B. eine Methode eine frisch gehärtete Klinge zu säubern ohne sie zu erwärmen beim Schleifen. Ich will auch den Riesennachteil nicht verschweigen, man sieht aus als hätte man einen Luftballon mit Matsch gefüllt und dann aufgeblasen bis er platzt, alles geht eben nicht.
    Viele Grüße
    Roman

    vielen Dank für die Information, elektronisch werde ich es mir auch noch zulegen.
    Das Buch, bzw. der geschriebene Inhalt ist............. eigentlich ist es Mumpitz dass ich dazu etwas schreibe, das steht mir gar nicht zu. Nur soweit, es ist ein unglaublicher Einblick in die Stahlkunde. Wer Interesse an dieser Materie hat soll es sich auf jeden Fall kaufen.


    http://www.tacticalforum.de/files/icon/messageS.png


    Ich habe mal ein Bildchen gemacht von der Ausgabe von 1942 und der von 1962, das "dicke" Buch ist die Ausgabe von der wir hier sprechen. Ich habe das Bild nicht gemacht um damit zu protzen sondern um zu zeigen von was wir reden. Das Buch von Herrn Rapatz von 1962 hat über 1000 Seiten und erklärt alles Stahl betrifft. Das Buch selbst ist selten geworden, offen gesagt ziemlich selten. Bücher dieser Art waren eigentlich nie Bestseller in dem Sinne und nur wenigen Lesern vorbehalten, nicht nur wegen des sehr speziellen Fachgebiets, die Auflagen hielten sich in Grenzen und der Preis für das Buch war alles andere als günstig. Mein Buch ist vom Lehrstuhl 2 für Werkstofftechnik der Technischen Universität Berlin und wurde 2012 ausgesondert, es war purer Zufall dass ich das Buch erwerben konnte. Die Ausgabe von 1942 habe ich schon länger, war aber immer auf der Suche nach der Ausgabe vn 1962. Wenn es mal im Angebot eines Antiquariats war wußten diese Burschen natürlich auch dass sie etwas Wertvolles in der Hand hatten. Falls die Preisnotiz auf der letzten Seite bei meinem Buch der Wahrheit entsprich hat es 142 DM gekostet, das war damals ein unvorstellbarer Preis für ein Buch.


    Also, wer einen klärenden und sehr sehr tiefen Blick in die Stahlkunde werfen möchte, knapp 40 Euro und man ist an Bord.


    Viele Grüße
    Roman