Beiträge von juchten

    was sollte ich dagegen haben Lukas, sofern Herr T. damit einverstanden ist bin ich es auch.


    Vielen Dank für das Lob. An dieser Stelle muss ich auch beim Auftraggeber bedannken, es ist mir nicht nur eine große Ehre gewesen, sondern auch vielmehr eine große Freude. In der heutigen Zeit ist das Anfertigen eines Rapiers keine alltägliche Arbeit. Hämmer, Zangen und Messerklingen sind natürlich nicht zu verachten, aber eine Waffe aus einer alten Zeit ist eben etwas ganz anderes.


    Viele Grüße und danke für das Lob
    Roman

    ich glaube so einfach können wir die ganze Angelegenheit nicht unseren französischen Nachbarn unterschieben, persönlich sehe ich einen anderen Ansatz für das Rätsel des alten Wortes zu lösen.


    Limax Maximus, Arion Rufus, Bufo Bufo, nein, das ist nicht die Gladiatorenaufstellung für die Nachmittagsaufstellung im Circus Maximus, obgleich sie sich gegenseitig auch ohne Gewissensbisse rückstandslos beseitigen. Die ersten beiden sind Nacktschnecken und der dritte im Bunde ist eine Erdkröte, die Schnecken fressen sich gegenseitig, falls eine sich nicht wehren kann, und die Erdkröte frißt sie alle, egal ob sie sich wehren können oder nicht.
    Jetzt stellt sich selbstredend die Frage ob ich noch dort gesund bin wo man das Gedankengut beheimatet sieht, aber ich will das gern erklären, also nicht ob ich noch gesund in der Oberstube bin, sondern wieso ich diese leicht schleimigen Gesellen hier mit an Bord nehme.


    Die Kröte war nicht immer gern gesehen, heute ist man froh und aufgeklärt über das Fressverhalten der Kröten, wirken sie doch sehr letal auf die Feinde der Salate im Garten. Früher war die Kröte ein Geschöpf der Nacht, das ist sie zwar heute auch noch, aber früher war einem kein Wesen geheuer was nachts unterwegs war, wenn dann noch ein Vertreter der Nachtaktiven schleimig war, der Schleim eine gewisse Giftigkeit hatte und derjenige auch noch unverständliche Quaklaute von sich gab, das musste ein Vertreter der Dämonenkaste sein. Mal ganz angesehen davon konnte man sie auch nicht essen, was natürlich der Verwerflichkeit des Daseins die Krone aufsetzte.


    Mit einem Wort, respektive mit mehr Wörtern, die Kröten sah man als schlecht an, zumindest als unter minderwertig, minderwertiges konnte man noch essen. Ein alter Name der Kröten ist Krott, der Brückenschlag zu -krottenschlecht- ist jetzt keine Arbeit mehr für einen Astrophysiker, ich denke ganz einfach dass man den einfachen Klappmessern, billig gemacht, einfach den volkstümlichen Namen Krottenfeitel/Krötenmesser etc. gab, billige Messer neigen eben desöfteren dazu auch schlecht abzuschneiden, im wahrsten Sinne des Wortes.


    Viele Grüße
    Roman

    worüber man auch nachdenken könnte wäre das "Super Edge" von CS, es ist klein, es schneidet gut, man kann es sogar mit größeren Händen greifen und es hält sich gut. Vor allem ist es leicht, es ist klein und man kann es sowohl in der Hosentasche wie an einer Kette oder sonstwas um den Hals tragen ohne kopfüber gehen zu müssen.
    Der Stahl ist akzeptabel, es lässt sich gut nachschärfen und wenn man es mal verliert muss man nicht gleich in Tränen ausbrechen.
    Viele Grüße
    Roman

    was das Gewicht betrifft, Schwarzdorn und Eiche geben sich bei gleicher Dimension im Material nach meinem Empfinden nichts.


    Beim Schleh- oder Schwarzdorn ist es allerdings leichter einen geraden Vertreter zu finden als bei Eichenholz. Wenn ein Schwarzdornstamm durch irgendwelche Ereignisse zum Querwachstum gezwungen wird sprießen seine Äste dem Sonnenlicht entgegen, was naturgegeben gerade Äste zur Folge hat. Wenn man einen solchen Stamm "ernten darf", ganz würde ich ihn nicht abholzen, auch würde man aufgrund des langsamen Wachstums einen Stamm in Ruhe lassen wenn ein schöner Stock sehr nah am Stammanfang wächst, dann muss man eben noch ein bißchen länger suchen.


    In dem Buch -Vergessene Künste- von John Seymour ist eine schöne Anleitung um sich seinen eigenen Stock selbst heranwachsen zu lassen. In Großbritannien ist die Kunst der Heckenpflanzung eine althergebrachte Handwerksarbeit. Man kultiviert dort Hecken um die Anpflanzungen gegen Wind und Wetter zu schützen. Der Schwarzdorn bietet dafür ideale Voraussetzungen. Nach den Ausführungen von Herrn Seymour werden die Schößlinge wachsen gelassen bis sie cirka Unterarmdicke haben. Mit einem beherzten Haumesserschlag, der von unten nach oben geführt wird, wird der Stamm halbiert und dann in die Waagerechte gebogen, eventuell noch in dieser Stellung mit Seilen etc. verankert. Alle Äste wachsen jetzt senkrecht dem Licht entgegen, die Hecke wird somit dicht und die entstandene Schnittstelle am Stamm lässt das Regenwasser ablaufen.


    Also, wer Zeit und Muße hat, Schlehdornstecklinge ausgraben und zuhause anpflanzen, man kann schon bald Schlehen ernten und sieht seine Shillelaghs frohgemut dem Himmel entgegen streben. In diesem Fall gibt es sogar noch die Möglichkeit zwei oder drei vor dem "Ernten" leichte Schnitte im Griffbereich anzubringen, so vernarbt das Holz an dieser Stelle und ist griffiger.


    Schlehdorn ist zäh und sehr hart, leider haben die Dornen des Schlehdorns auch diese unangenehmen Charaktereigenschaften, es ist also Vorsicht geboten, ein solcher Dorn sticht ohne weiteres tief bis unter die Haut, und natürlich ist die Spitze dieser Dornen nur noch hart und bricht wie Glas, was zu noch unangenehmeren Entfernungsmodalitäten führt.


    Beide Hölzer haben gute Eigenschaften was die Eignung als Spazierstock oder als Shillelagh betrifft, bei Eichen ist es nur sehr aufwendig endlich einen Ast zu finden der gerade ist, und wenn er gerade ist, dann ist der Stock meist da gewachsen wo ein Fehlen des Astes den Gesamteindruck des Baumes stört. Wenn es ein Eichenstock sein soll, dann empfiehlt sich ein Anruf beim Förster und die Frage wo der nächste Einschlag bei einem Eichenbestand stattfindet. Wenn die Holzfäller ihre Arbeit getan haben ist es gewöhnlich ohne Einwände möglich sich aus dem Kronenbereich einen Stock zu schneiden Jetzt braucht man sich auch keine Gedanken mehr um den Wuchs des Baumes zu machen.


    Beide Hölzer halten ihre Rinde gut, auch nach dem Trocknen. Geräucherter Schlehdorn nimmt eine lackartig glänzende Schicht an, bei der Rinde des Eichenholzes reicht es wenn man sie mit einer Messingbürste abbürstet und dann mit Leinöl behandelt. Die Rinde der getrockneten Eiche fühlt sich an wie versteinert.


    Wer keine Metallspitze an seinem Stock haben möchte kann sich was die Dauerhaftigkeit der Stockspitze betrifft einfach behelfen. Die Stockspitze wird rund geschmirgelt und ein Ring aus einem Metallrohr, cirka 1 cm breit, wird dort aufgebracht, und zwar so dass noch cirka 20 mm Holz herausschauen. Beim Benutzen bekommt dieses Holz eine Art Pilzform und legt sich an den Eisenring an, diese Art Stockspitzen greifen auf jedem Gelände und sind dauerhaft.


    Viele Grüße
    Roman

    hallo Tobias,
    natürlich darfst Du fragen, ich versuche immer keine Geheimnisse zu haben, nicht weil ich keine haben möchte, sondern weil ich die Geheimnisse bestimmt vergessen würde.
    Bei dem verwendeten Material handelt es sich um C105 und C 45, abwechselnd dreizehn Lagen aufeineinander gestapelt mit blanken Kontaktflächen, mit "Rödeldraht" umwickelt und dann verschweißt.
    Viele Grüße
    Roman

    etwas vergessen.
    Den Schraubstock habe ich nur mit an Bord genommen das man es sich besser vorstellen kann.
    Viele Grüße
    Roman
    PS: Kibo, probier es doch mit einem einfachen offenporigen Sensenwetzstein, die Dinger sind günstig und haben eine lange Form, frag einfach im Fachhandel nach den zerbrochenen vom Versand, diese billigen Sensensteine werden immer im Paket versandt, ein paar gehen dabei immer drauf, die bekommt man meistens geschenkt, wer käuft schon zerbrochene Steine?

    wo ein Wille ist, ist zwar immer ein Weg, aber nicht automatisch der Erfolg den man sich erhofft.


    Das Problem "kleinerer Stein-perfekter Schliff" ist vermutlich so alt wie die Menschheit. Jetzt sind wir wieder bei Küchenmessern. Sind wir mal ehrlich, eigentlich achten wir alle viel zuviel auf die Messer die nichts schneiden müssen als auf die Messer die jeden Tag arbeiten müssen. Keine Sorge, ich bin keiner der "Wasser predigt und Wein säuft", ich muss mich auch immer darauf achten die Kochmesser einigermaßen bei Laune zu halten. Aber Fakt ist, wenn das Kochmesser nicht mehr schneidet hat man zu lange gewartet, die Schneide ist, wenn man sie unter eine Lupe betrachtet, rund geworden.


    Irgendwann geht es jeder Schneide so die im Dauereinsatz ist und bei der nicht jeder Tag die gesamte Schneidfase wieder auf Vordermann gebracht wird. Schneiden, Wetzstahl, sonst ein Schärfsystem, schnell schnell, geht schon wieder. Das ist alles legitim und kein Beinbruch, aber irgendwann ist die Schneide rund, das ist so sicher wie das berühmte "Amen" im Gebet. Jetzt kommt der große Moment wo die Schärfsysteme beweisen können wozu sie gemacht worden sind. Da man geneigt ist ein Messer schonend zu behandeln will man, meist ob man will oder nicht, auch schonend mit der Schneide umgehen. Das ist auch kein Beinbruch, bringt aber bei einer rund gewordenen Schneide nicht viel, es geht nicht voran, man kippt automatisch in die Bewegung um überhaupt ein wenig Schärfe zu erzeugen. Dann passiert der Teufelskreislauf, wir schleifen die Rundung. Das sieht dann so aus das man den Grad der dabei entsteht als Schärfe empfindet, das ist aber keine neue Schneide, sondern lediglich ein abstehender Grad, ein bißchen abgekipptes Metall, mehr nicht. Jetzt wischt man die Klinge sauber und wischt natürlich auch den Grad mit weg, Fazit: wir sind soweit wie vorher und ärgern uns, geben naturgegeben zuerst dem Schärfsystem, dann dem Messer, dann dem Stahl und zum Schluß vielleicht uns die Schuld. Endresultat: schlechte Laune und noch immer ein stumpfes Messer.


    Also, ich nenne diese Messer jetzt mal Arbeitsmesser, egal ob sie in der Werkstatt, im Wald, auf der Jagd oder in der Küche ihren Dienst tun müssen. Messerschneiden die unter schwerem Beschuss stehen büßen ihre Schneide ein, man kann sie mit Wetzstählen oder sonstigen Behelfsmitteln eine Zeit bei Laune halten, aber das ist nur eine Frage der Zeit bis sie nicht mehr schneiden. Das Einzige was jetzt hilft ist das Einrichten einer neuen Schneide. Das Einrichten einer neuen Schneide kostet immer ein wenig Material, das ist unabdingbar, Klingenstahl nutzt sich beim Gebrauch ab und wächst nicht dabei. Ein großer Schleifstein, z. B. ein aggressiver Korundstein, leistet hier gute Dienste. Ich kenne mich bei den ganzen Schleifsystemen am Markt nicht so gut aus, aber die werden wohl auch eine grobschleifende Option haben.


    Mit diesem groben Stein wird die neue Schneide eingerichtet. Ich erkläre es jetzt einmal so als ob das Messer in einem Schraubstock eingespannt wäre, dann kann man es sich besser vorstellen. Also, wir stehen vor dem Schraubstock, das Messer ist so eingespannt dass die Klinge links aus dem Schraubstock herausschaut, Schneide zu uns gerichtet. Jetzt wird wie beim Feilen von der Spitze zum Ricasso hingeschliffen, und zwar solange bis man die neue Schneide mit dem bloßen Auge erkennen kann und sie sich scharf anfühlt. Im Anschluss wird mit dem gleichen Stein vom Ricasso in Richtung Spitze geschliffen, so werden die ganzen Spuren vom ersten Schliff einigermaßen plan geschliffen.
    Jetzt das Ganze umgekehrt, Messer schaut aus dem Schraubstock rechts heraus. Wie gesagt, alles umgekehrt, erster Schliff jetzt vom Ricasso zur Spitze, dann plan schleifen von der Spitze zurück zum Ricasso.


    Danach sollte sich eine Schneide eingestellt haben die schon sehr bissig ist, was man jetzt mit dieser Schneide macht ist jedem selbst überlassen. Diese neue Schneide kann man sofort benutzen nachdem der Grat abgezogen ist, man kann sie auf feineren Steinen oder mit Schmirgel oder was weiß ich feinschleifen, polieren, honen, über Leder abziehen usw.. Aber aller Feinschliff und Poliererei setzt voraus dass eine Schneide vorhanden ist die scharf ist und die Grundlage für einen Endschliff bietet. Solange man nur die rund gearbeiteten Schneidfase so bearbeitet das keine neue Schneide entsteht entsteht nur Frust.


    Wie gesagt, das Leben eines Arbeitsmessers ist nicht lustig, es muss jeden Tag brennen, und zwar wie eine Kerze die an beiden Enden Feuer hat. Diese Messer sind meist schon so vom Stahl eingestellt das sie grobe Schleiferei oder Maschinenschleiferei klaglos wegstecken. Man kann auch einen Kult um diese Messer machen, aber eigentlich sind sie Verbrauchsgegenstände. Und manchmal wenn ich gefragt werde was ein gutes Gebrauchsmesser ist, dann fällt mir immer die gleiche Antwort ein, es soll sich gut greifen lassen und eine Schneide haben die ein paar mm breiter ist als normal, dann schleift man nicht direkt so ins Material das die Proportionen schnell verloren gehen, der Stahl spielt eigentlich keine Rolle.
    Viele Grüße
    Roman

    nochmal, die Lebensdauer von solchen Messern ist gar kein Aspekt, sie sollen schneiden. Und jetzt kommen wir vielleicht an den Punkt den wir gar nicht so gern hören wollen, Messer die man oft benutzt werden stumpf. Stumpf bedeutet nicht dass man wieder mit ein bißchen "Lederpoliernuckelei" die Schneide wieder herrichten kann, sondern dass man eine Schneide wieder neu einschleifen muss. Und wenn ein Messer so benutzt wird dasd das wieder und wieder geschieht, dann sieht man schon nach kurzer Zeit wie hoch die Gebrauchsdauer und somit die Lebensdauer eines Messers ist.
    Es gibt wirklich Messer die so benutzt werden dass man es merklich sieht, und irgendwann sieht man es nicht nur, die Klinge selbst wird schmäler. Dann ist es eine Frage der Zeit bis das Messer seine Aufgabe erfüllt hat, dann wird es ausgewechselt und durch ein anderes ersetzt.


    http://www.tacticalforum.de/files/icon/messageS.png
    Hier ist ein CS Vaquero, die Serrations sind schon lange weg, bei regelmässigem Gebrauch und wechselndem Schnittgut haben die Dinger die Überlebensfähigkeit einer Eintagsfliege an einem gut besetzten Forellenbach, ohne Serrations schneidet es besser als vorher, ein Opinel was nicht mehr breiter ist als ein "Küchenkneipchen" (wird aber immer noch benutzt) und ein Ankermesser wo sich schon die Schneide in andere Form gezogen hat, schneidet aber immer noch sehr gut.
    Alle Messer sind gut, lassen aber unzweifelhaft erkennen das regelmäßiger Gebrauch Material kostet, das ist eben so.


    Viele Grüße
    Roman

    ich habe keines der aufgezählten Messer, beziehe mich aber einfach mal auf ein Fixed bis max. 120 mm Klingenlänge, stabile Ausführung. Jetzt können wir uns noch darüber unterhalten was unter "dick" zu verstehen ist, 5 mm oder 10 mm, oder etwas zwischen den genannten Maßen.
    Egal, ich gehe mal von 7 bis 8 mm Klingenrücken aus, das verstehe ich unter stabilem, von mir aus auch dickem Rücken. Damit bin ich bereits in einer Liga die materialstärkemäßig bei den Klauen eines kleines Brecheisens ist. Ich gebe es zu, so ein Messer ist kein Brecheisen, aber wieso sollte es zerscherbeln wenn auch die Klauen eines Brecheisens, was ja viel weniger kostet, nicht zu Bruch geht?


    Natürlich nimmt man Rücksicht auf ein Messer was 300 Euro oder mehr kostet. Aber wieso, ist das heute nicht mehr so dass, wenn man mehr investiert, auch mehr erwarten darf? Ich lasse mich gern belehren, aber wenn ich ein Messer das mit Höchstleistung beworben wird nicht auch hochleistungsmäßig benutzen darf, wieso sollte ich es dann kaufen, oder spielt hier das Erscheinungsbild oder der Firmenaufdruck die große Rolle?


    Das erinnert mich an das Statement von Al Pacino in "Im Auftrag des Teufels", leicht abgeändert, -ansehen, aber nicht in die Hand nehmen, in die Hand nehmen, aber nicht benutzen, benutzen, aber nur ganz vorsichtig...........


    Viele Grüße
    Roman

    ein Messerschärfsystem für Laien, das ist schwieriger als man denkt.
    Sobald man sich ja mit verschiedenen Schärfsystemen beschäftigt, Messer wieder schärft, damit Stunden verbringt, dann ist man ja kein Laie mehr. Wir gehen immer davon aus dass die Menschheit Messer sieht wie wir, das ist mitnichten so. Die meisten Menschen haben nicht mehr Messer in der Hand als ein Besteckmesser, wie die schneidentechnisch aussehen wissen wir ja alle.


    Es soll ja hier nicht darum gehen wie man ein optimales Schärfsystem handhabt, sondern das Messerschleifen so "auf ein Gleis zu stellen" das auch Ungeübte eine Schneide wenigstens wieder zum Schneiden bringen. Überspitzt ausgedrückt, wir wollen Tante Frieda keinen "Sechsgenarationenstein" von Meister Horioshi unterjubeln, der Meister kann damit eine Klinge zum Zerteilen von einer dahintreibenden Entendaune bringen, bei Tante Frieda dient das gute Stück bestenfalls als Buchstütze.
    Wir wollen auch nicht einen einfachen Sensenwetzstein bei den lieben Verwandten deponieren, der macht zwar stumpfe Klingen scharf, aber wässert sich auch leicht mit dem Blut der ungeübten Hand.


    Ich weiß, diese "Durchziehschleifgeräte" sind von übelstem Charakter. Seltsamerweise ist diesen Dingern, egal wie billig sie sind, die Macht gegeben selbst bei modernsten Superstählen wahrhaft Späne abzuhobeln, etwas was jedem Enthusiasten die Haare zu Berge stehen lässt.


    Aber lassen wir einmal die Gefilde der teuren Vitrinenmesser hinter uns und wenden uns dem tristen Alltag derer Messer zu die das machen müssen wozu die teuren Messer gedacht sind, aber irgendwie doch nie machen müssen. Begeben wir uns an den finstersten Ort der denkbar ist, einer Küche. Hier finden wir die Messer die den schlimmsten Belastungen ausgesetzt sind, einfache Küchenmesser aus dem Nachlass vergangener Epochen oder aus dem Schnelleinkauf vor der Supermarktkasse. Es sind einfache Messer aus einfachen Stählen, ausgestanzt und schnell von Maschinen mit Griffschalen versehen. Es sind sozusagen die Verfluchten, die Sklaven, die unterste Kaste. Ihr Betätigungsfeld reicht vom Zwiebelschälen über das Einschlagen von Nägeln für das Aufhängen von Bildern von Onkel Ferdinand bis hin zum Aufschrauben festgefressener Schrauben. So sehen sie auch oft aus, abgegriffen, verätzt durch die Spülmaschinenspülmittel und Schneiden auf "denen man Paris reiten kann" ohne sich wund zu scheuern.


    Natürlich, man kann auch solche Messer wieder auf Meistersteinen scharf bekommen, aber wozu, sie halten die Schneide meist nicht länger als bis zum nächsten Aufenthalt in der Besteckschublade, dort klappern sie mit anderen Besteckteilen um die Wette so dass man denkt das Kettenrasseln der Verdammten zu hören.


    Jetzt, im Einsatz, die Hände feucht, der Braten im Hinterkopf, die Kartoffel gerade gesalzen, jetzt soll das Messer geschärft werden, Zeitfenster maximal eine halbe Minute bis zum nächsten Einsatz. Was spricht jetzt dagegen das Messer sprichwörtlich durch einen solchen "Durchzieher" zu ziehen? Keine Frage, die Schneide wird wieder schmäler, die Späne fliegen, das Geräusch lässt einem die Haare zu Berge stehen, aber das Messer schneidet wieder. Punktum, Ziel erreicht. Solche Messer haben eine begrenzte Lebensdauer, aber dafür sind sie gemacht worden, dafür kosten sie auch so wenig.


    Nur um einen zu nennen, eine Schweizer Firma die Taschenmesser herstellt bietet so etwas an, das Gerät hat einen Handschutz wie ein Degen, diese fürchterlichen kleinen Schärfeinsätze nehmen es mit jeder Schneide auf, das Ergebnis ist alles andere als unter dem Mikroskop vorzeigbar, aber die Messer schneiden wieder, und jeder Ungeübte bekommt das hin, und das Teil kostet rund 15 Euro.


    Wie gesagt, es geht nicht darum das optimale Schärfsystem zu nennen, es geht darum die Messerschneide eines Verbrauchmessers wieder auf schnelle Art und Weise herzustellen, für einen Ungeübten, und so dass der Ungeübte sich beim Schärfen nicht verletzt.


    Viele Grüße
    Roman

    sieht doch sehr authentisch aus Chris, mir gefällt die Lampe einwandfrei.
    Was die Schweinsblase betrifft, hier macht sie als Lampenbeschirmung eine gute Figur, früher wurde sie aufgeblasen und die Jungs spielten damit Fußball, man konnte nicht immer im Discounter soviele Fußbälle kaufen wie man wollte. Aber die Schuhmacher haben die Schweinsblasen auch verarbeitet, in die teuren handgemachten Stiefel wurden sie ins Fußteil mit eingenäht, so war das Fußteil des Stiefels so gut wie wasserdicht. Wo wir gerade dabei sind, Schuster und Licht, so eine Schusterkugel wollte ich mir immer schon mal zulegen, sie verbreitet auch ein fast gespenstisches Licht.
    Viele Grüße
    Roman

    ich gebe Kibo Recht, zuerst mal genau abklären was das Messer machen soll. Ein Fighter ist kein Campingmesser, ein richtiges Kampfmesser verstößt automatisch gegen den 42a, dafür sind es Kampfmesser.
    Wenn es nur um draußen geht nimm ein GEK, Toni kommt damit aus, das dürfte dann eigentlich als Referenz reichen, wenn Dir das nicht gefällt, es gibt genug Messer in dieser Liga.
    Dieses 1000prozentige Messer mit dem man kämpfen kann (ich weiß offen gesagt nicht wo man das noch machen muss), was sich eignet für alle anfallenden Arbeiten draußen und noch gesetzeskonform gibt, das gibt es nicht.
    Eigentlich will ich damit nur sagen, such Dir ein Messer aus was Dir gefällt und nimm es vor allem mal in die Hand, die Augen sind beknackte Ratgeber was die Arbeit mit einem Messer betrifft.
    Viele Grüße
    Roman

    Tamontia ist wie schon mein Vorschreiber geschrieben hat eine gute und günstige Wahl. Cold Steel ist ebenfalls nicht schlecht, nur kann dort die Härtung so ausfallen dass sie zwar weiches Schnittgut gut durchtrennen, aber bei Strauchwerk kann man an die Grenzen der Härte stoßen. Meine Panga war leider so weich dass sich die Schneide dauernd umgelegt hat, ich habe sie einfach nochmal gehärtet, dann gings.
    Ontario Macheten sind zwar nicht ganz so günstig, die Schneiden stehen aber auch bei etwas härterem Gehölz zufriedenstellend.
    Wenn es mehr in Richtung hartes Strauchwerk geht einfach einmal bei Leonard Müller & Söhne nach, diese Firma vertreibt professionelles Werkzeug zum Kultivieren von wildem Bewuchs. Einfach Seite aufmachen und unter Gertel nachsehen, die haben Gertel, Praxen und Sicheln.
    Viele Grüße
    Roman

    für unterwegs, Sensenwetzstein aus dem ein passendes Stück mit der Flex herausgeschnitten wurde, damit die Schneide auf Arbeitsschärfe halten. Mit Steinen macht man auch keinen Schliff kaputt, man schärft damit ein stumpfes Messer. Leder und Polierpaste taugen nur um ein scharfes Messer ein wenig bei Laune zu halten.
    Viele Grüße
    Roman