Kibo, das sind natürlich Messer, aber wenn Du sie gleich identifizieren kannst, dann haben sie zumindest einen sehr hohen Wiedererkennungswert, was natürlich verständlich ist, es sind zwar nur Messer in dem Sinne, haben aber doch den Vorteil, in dem Sinne mehr Wertanlage als Messer zu sein.
Überhaupt, ich finde es schon seltsam, dass gerade diese Art Messer irgendwie vom Zufall inspiriert worden sind. Scagel hat Messer gemacht, wieso weiß ich nicht, Randall wollte ein Scagel, hat aber keines bekommen und hat dann selbst angefangen Messer zu machen. Loveless wollte ein Randall, aber nicht so lange auf ein Randall warten, also hat er auch selbst angefangen Messer zu machen.
Scagel war, wie man so lesen kann, ein sehr bodentändiger Mensch mit einer gewissen Abneigung gegenüber elektrischer Energie, alle seine Messer waren von Hand geschmiedet und dann in Form gefeilt/geschmirgelt, Randall ist nach wie vor beim Schmieden geblieben, Loveless hat das Schmieden zu Gunsten der effizienteren Fertigung (und vermutlich auch weil die verwendeten Klingenstähle keinen Sinn machten sie von Hand zu schmieden) sein lassen.
Andreas, wenn Du Messer sammeln möchtest, dann ist das eine hehre Aufgabe, gerade wenn man mehr oder minder durch Zufall an diese Messer kommt. Auf der anderen Seite, es kann immer ein schönes Stück dabei sein, mal ganz egal ob es von einer bekannten Adresse kommt. Messer kreuz und quer anzuhäufen (ich muss gerade lachen, wenn ich das schreibe, ich kann auch nur schwer -nein- sagen) ist zwar lustig, aber in dem Sinne von "Sammeln" zu reden kann man wohl nicht so ganz. Sammler legen eine Sammlung mit einer gewissen Zielrichtung an, das Sammelgebiet hat eine überschaubare Menge an Objekten, damit man auch einmal "Licht am Ende des Tunnels" sieht. Zudem ist es einfacher eine bestimmte Art von Messen zu sammeln, so weiß man genau was man sucht und wird im Laufe der Zeit immer besser in diesem Sammel-/Wissensgebiet.
Ich rede jetzt einmal rein aus meiner Sicht, so abgedroschen die Namen auch sind, PUMA und Linder, gerade die alten Modelle, die geben ein respektables Sammelgebiet ab. Man kann bei beiden Firmen immer noch Erkundigungen einziehen, vor allem muss man sich nicht in Sheffield, Toledo oder sonstwo einen abbrechen um Informationen zu bekommen. Gerade die alten Linder-Messer, also diejenigen vor dem ersten Weltkrieg, sind wunderschöne Messer und zudem sicher im Preiserhalt, PUMA-Messer halten den Preis auch. Ich weiß, diese beiden Firmen sind nicht gerade dafür bekannt extrem taktische Messer zu fertigen, aber eine Sammlung stellt immer einen gewissen Wert dar. Wir leben im Jetzt und Heute, falls einmal der schlimmste Fall eintreten sollte und man dazu gezwungen wäre, sie Sammlung zu veräußern, so ist gerade eine Sammlung von Messern von bekannten Manufakturren zu veräußern weitaus leichter als eine Sammlung von Messern, die gerade einen Hype erleben. Ein Beispiel, eine PUMA-Sammlung zu veräußern ist auf internationalem Markt weitaus leichter zu verkaufen als eine Sammlung von aktuellen Messern (gerade wenn der Messermacher noch lustig am arbeiten ist, mit Messern ist es da wohl wie mit Gemälden, solange der Meister noch den Pinsel schwingt will keiner etwas von ihm wissen, sobald er tot ist schlagen sich die Sammler gegenseitig die Köpfe ein um eins von dem verschiedenen Meister zu bekommen).
Das ist allerdings eine sehr nüchterne Betrachtungsweise, wenn man zufällig zu Messern gelangen kann ist es jedes Mal wie ein "kleines Weihnachten".
Viele Grüße
Roman