Beiträge von juchten

    auch wenn Du dich schon entschieden hast, meine persönliche Meinung zu Macheten.
    CS, hat mich enttäuscht, mittlerweile waren zwei von den CS Macheten so weich an der Schneide, dass sie beim Brombeerranken hacken wellenförmige Schneiden davontrugen. Ein Smatchet von CS ist zum Hacken unhandlich, wird schwer scharf und dafür unproportional schnell stumpf.
    Tramontia ist zwar auch nur Blech, aber erstens sind sie billig und zweitens lassen sie sich gut schärfen, in Zweifelfällen würde ich bei unbekannter Auswahl und einer Tramontia immer die Tramontia nehmen.
    Condor kenne ich nur von Bildern, wenn Du dir die Golok käufst, schreib mal bitte wie sich dieser unsägliche Knubbel am Ende des Griffs beim Arbeiten macht, dieser dicke Knubbel sieht total wirklichkeitsfremd aus, macht aber auf Fotos gut was her.


    Was wirklich seit über 20 Jahren mitmacht ist die Machete, die Wulfher schon genannt hat, eine Martindale. Nicht zu lang, den Griff kann man sich passend feilen oder schleifen, mit der mitgelieferten Feile halte ich die Machete auch schon seit dieser Zeit auf Schärfe. Gut, sie könnte ein wenig härter sein, aber dafür hat man sich schnell scharf, alles geht nicht.


    Total überrascht war ich von einer Ontario Machete. Erstens hat sie trotz jahrelanger feuchter Lagerung so gut wie keinen Rost davongetragen, sie ist auch ausreichend hart und flexibel und immer noch tadellos nachzuschärfen. Von allen, die ich bis jetzt in der Hand hatte, war sie die beste die ich mir gekauft hatte. Ich würde mir noch zwei davon auf Seite legen, man weiß ja nie, aber momentan finde ich sie bei keinem Anbieter.


    Das beste an Macheten was ich je in Hand hatte war eine englische aus dem 2. WK, gemarkt mit Sheffield. Genaue Bezeichnung weiß ich jetzt nicht aus dem Kopf, Foto und Bezeichnung reiche ich sozusagen noch nach.


    Ansonst, wenn Du eine Machete willst, kauf Dir auch eine, nicht so ein Zwischending zwischen Haumesser und Machete oder wie auch immer.
    Es kommt drauf an, was Du damit machen möchtest, wenn Du im Wald arbeiten musst fallen die Macheten ohnehin ganz aus, eine Hippe/Gertel schlägt eine Machete um Längen, sowohl an Durchschlagkraft wie auch an Stabilität, diejenigen Hippen mit langem Stiel sind auch um Längen länger als jede Machete. Auch bei diesen Werkzeugen gibt es jede Menge Auswahl an Formen und Größen.


    Wenn es darum geht ein Messer für diverse Hackarbeiten dabei zu haben, schau Dir doch mal unter Standhauer nach, diese Messerformen bieten eigentlich alles. Diese alten Standhauer-Formen sehen ganz gelungen aus, ganz nebenbei hat man auch ein richtiges Messer am Gürtel.


    Viele Grüße
    Roman

    die Worte "Märchen" und "zaubern" haben mich tief bewegt. Und was Wootz betrifft, John D. Verhoeven, weder Deutscher noch Russe, ist so wie es aussieht, der Erste, der wieder fast authentischen Wootz auf den Weg brachte. Und er ist kein Zauberer, sondern hat als Professor an der Iowa State University unterrichtet.
    Viele Grüße
    Roman

    vielleicht liegt die Sache ganz woanders begraben und ER will einfach mal etwas anderes anbieten, wieso auch nicht? Wie ich schon geschrieben habe, mir gefällt es auch so. Über Sinn oder Unsinn kann man, wie man sieht, ganz geteilter Meinung sein.


    Micha, ich weiß, dass Pragmatismus bei Dir Vordergrund steht wenn es um Einsatzmesser geht. Da beisse ich kein Pfeifenmundstück durch, ich hau die Dinger dann lieber mal durch die Tonne als in die Tonne, dann sehe ich auch was gebacken ist.


    Kibo, die Autoren die ich aufgezählt habe sind keine Professoren, sondern Ingeniuere oder Werkstattmeister. Und ohne jetzt streiten zu wollen, der Einzige, der hier einen festen Glauben hinsichtlich deiner Theorien haben muss bist Du selbst. Ich habe nur Fakten aus der Physik aufgezählt, mehr nicht. Natürlich kann man Monostahl unter großem Aufwand mit chromhaltigen Stählen belegen, ich ziehe auch meinen Hut vor den Schmieden, die das gut können, aber bringen tut das gar nichts, außer Arbeit. Chrom hat nur einen Vorteil, er dient dazu härtere Schneiden zu erzielen, Chromkarbide sind sehr hart, aber cirka 14 Prozent wird sich Chrom beim Härten derart in das Gefüge einbinden, dass eine gewisse Korrosionsbeständigkeit vorhanden ist.


    Aber weder das eine noch das andere wird beim Härten eines Laminats eintreten, außer man beschädigt die Innenlage beim Härten. Für die Vorteile chromlegierter Stähle auszunutzen müssen diese auf eine Härtetemperatur von über 1000 Grad gebracht werden, Haltezeiten lasse ich mal außen vor. Dabei würde die Innenlage aus niedriglegiertem Stahl ebenfalls auf diese Temperatur gebracht werden und müsste aus über 1000 Grad abgeschreckt werden. Sowohl das Übertemperieren wie auch selbst das lange Halten auf "Optimal-Härtetemperatur" beschädigen den Stahl und es entsteht grobes Korn, und das nur im besten Fall, eigentlich entsteht dabei schon "Fluss" im Stahl, das sieht man schon bei leichter Überhitzung, schlierenartige Gebilde auf der Oberflache, ganz ohne Lupe und sogar mit meinen nicht mehr so guten Augen.


    Was folgt, ich muss meine Dreilagenklinge, innen niedriglegierter Stahl, außen chromlegierter Stahl, auf der Härtetemperatur härten, die der Stahl der Schneidlage verlangt. Endresultat, Innenlage wird hart, niedriglegierte Stähle benötigen Härtetemperaturen zwischen sieben- bis neunhundert Grad (exakte Temperaturen lasse ich jetzt außen vor, die kann man selbst nachlesen bei -metallograf-), Außenlage bleibt ganz salopp gesagt "weich".
    Jetzt hat man eine fertige Klinge in der Hand, innen hart und mit zwei Außenlagen versehen die aus nicht gehärtetem chromlegierten Stahl bestehen. Eigentlich kann man jetzt auch V2A nehmen als Außenlage, der sieht poliert auf einer Klinge super aus.


    Und ich widerspreche auch bei 1.2550, wieso sollte der Stahl wegen seines Wolframs eine extrem stabile Klinge abgeben, eine extrem haltbare und belastbare Schneide ja, aber ansonst nicht stabiler als jeder andere Stahl. Abgesehen davon sieht man nicht soviele Messer aus diesem Stahl, weil man ihn vorsichtig schmieiden muss, Wolfram im Stahl verlangt seinen Preis an Aufmerksamtkeit und ich will gar nicht wissen wieviel Mal schon dieser Stahl beim Ausschmieden unganz geschlagen wurde und trotzdem Klingen aus ihm gemacht worden sind. Ich kenne diesen Stahl sehr gut, auch ohne Hochschulabschlussarbeit über Wolframkarbide, ein Teil meiner Warmmeißel und Treibmeissel sind aus diesem Stahl weil er ein bißchen besser die Wärme ab kann, aber auch gut gehärtete Meißel mit knapp 20 mm Durchmesser sind schon wie Glas gebrochen (ich gebs zu, die Anwendung der Meissel entsprach nicht der Anwendung einer Messerklinge).


    Abgesehen davon gebe ich Dir gern Recht Kibo, je nachdem welche drei Lagen da zueinander finden und je nachdem welche Komponenten im Schweißverbund sind habe ich auch den persönlichen Eindruck, dass diese Monostahlklingen überlegen sein könnten. Allerdings nur ab einer gewissen Größe.
    Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass, wenn man eine gute alte Feile als Innenlage verwendet und diese mit zwei Lagen st37 belegt und verschweißt, das Resultat ein sehr hartes Material ist. Dieser neue Werkstoff ist selbst nach dem Ausglühen noch so hart, dass ein Bandschleifer damit gut zu tun hat. Das ist wohl einer der Gründe wieso Herr Bergland seine Innenlagen auch "nur" mit Baustahl belegt.


    Ansonst habe ich rein gar nichts gegen Schweißverbundstähle, man hält so eine alte Schmiedetechnik am Leben und je nachdem was man macht kann man z. B. alte Feilen wieder zu einem neuen Leben verhelfen. Nur, darin den Gral des Stahls zu sehen, das ist in meinen Augen ein wenig weit hergeholt.
    Und wenn man ehrlich ist und einfach nur die Fakten sprechen lässt, Damast ist auch nicht elastischer als ein richtig eingestellter Federstahl. Wenn man bedenkt, dass man Federstahl um optimale Federeigenschaften zu erreichen wieder auf über 400 Grad anlassen muss kann man sich vorstellen was mit einer Klinge passiert, bei der man das auch macht. Die Härte einer Klinge nimmt beim Anlassen von 200 auf 300 derart ab, dass sie fast kaum noch zu gebrauchen ist, ab 300 Grad fängt die Blausprödigkeit an, wenn man sie auf 400 Grad anlässt hat sie eigentlich ihre Härte verloren. Silizium würde sie federnd halten, aber siliziumlegierte Stähle schweißen sich nicht. Dafür ist der Federstahl, der jetzt federt, aber nicht mehr hart


    Was ich jetzt aufgezählt habe sind nicht meine Früchte, es sind einfache Fakten aus der Physik. Wenn man zwischendurch die physikalischen Grenzen überwunden hat werde ich gern zu demjenigen, der das bewerkstelligt hat, hinfahren um ihn kennenzulernen, nachdem er den Nobelpreis für die Neuordnung der physikalischen Grenzen in Stockholm in die Hand gedrückt bekommen hat.


    Und jetzt, um meinen Bezug zu dem Eingangspost nicht zu verlieren und hier im ER-Unterforum bei der Stange zu bleiben, wieso sollte ER nicht dieses Dreilagenlaminat verwenden? Allein der Nimbus des japanischen Stahls reicht doch im Prinzip schon aus, schließlich müssen ja auch irgendwoher die Moneten kommen, auch bei ER. Und heutzutage, in einer sehr, sehr schnellebigen Gesellschaft muss man Butter bei die Fische geben, das hat nichts mit Anwenderverhalten zu tun, sondern mit Verkaufsstrategie. Und mal ehrlich, wenn eine Firma wie ER von den Leuten leben müsste, die Einsatzmesser berufsmässig brauchen, hätten sie längst die Türen zugesperrt.


    Viele Grüße
    Roman

    Kibo, wir reden hundertpro meilenweit aneinander vorbei.
    Ich weiß nicht wer dieser "man" ist, aber ich halte es schon für verschwendete Lebenszeit D2 überhaupt von Hand zu schmieden, geschweige denn in einem Schweißverbund einzusetzen. Wenn schon D2, dann schleifen von Anfang an. D2 von Hand zu schmieden, wenn man damit fertig ist, dann ist es so gut wie nicht möglich den Lieferzustand überhaupt noch annähernd wieder herzustellen. Davon abgesehen, bevor man D2 als Lage in einem Schweißverbund in Betracht zieht sollte man zuerst in Betracht ziehen, dass dieser Stahl möglichst nicht geschweißt werden soll, das schreiben die Zulieferer nicht weil sie Tinte zuviel haben.


    Es gibt ein Büchelchen, "Merkbuch für Fehler bei der Warmbearbeitung von Eisen und Stahl", Berliner Union Stuttgart, 5. Auflage 1950, Eugen Mayer-Sidd und Franz Hutterer. Dort, in diesem Büchelchen ist in eindrucksvoller, nüchterner Weise beschrieben was für einen Mist man mit Stahl in einem Feuer anstellen kann. Bevor man sich irgendwelchen Theorien hingibt, die man mal gehört hat oder glaubt wissen zu müssen, ist ein Nachschlagen und Lesen in diesem Buch der sofortige Absturz von Wolke 7 auf Bodenniveau, und zwar unter die Grasnarbe.


    Viele Grüße
    Roman

    ja, das hast Du geschrieben und ich habe es leider überlesen. Aber egal wie, was für dich Sinn macht ist für mich sinnlos, wieso 10 oder 30 Prozent mit einlaminieren, dann kann ich genauso gut die ganze Schweißerei lassen. Und wieso ich mir einen abbrechen soll um D2 einzuschweißen erschließt sich mir gar nicht. Aber egal, ich muss nicht alles verstehen.
    Viele Grüße
    Roman

    jetzt sollten wir aufpassen, dass wir nicht aneinander vorbei reden.


    Von 55Si7 habe ich nichts geschrieben, sondern lediglich Baustahl, also St37 nach alter Bezeichnung, gemeint. Davon abgesehen ist es mir durchaus bewußt, dass siliziumhaltige Stähle so gut wie nicht schweißbar beim Pressschweißen sind.
    Mit Nickelstahl kann man wohl die ein oder andere Hürde nehmen, aber es ist auch kein Allheilmittel, wenn irgendwie Sauerstoff an, bzw. zwischen die Lagen kommen oxydiert alles munter von sich hin und es verbindet sich nicht.


    Das Eisen, ich gehe mal davon aus, es ist Reineisen gemeint. Reineisen ist eine feine Sache, es schweißt gut und das war es auch für mich. Ich schmieide nur selten irgendwelche Skulpturen, ich schmiede Klingen, und ich brauche dafür gerade beim bzw. nach dem Feuerschweißen Kohlenstoff im Stahl. Reineisen hat keinen Kohlenstoff, schweißt zwar gut, hat aber immer noch keinen Kohlenstoff. Das heißt, bei gleicher Menge Reineisen, was gar nicht gut geht, weil man immer zwei Lagen mehr hat, also mehr als die Hälfte des Gesamt-Schweißguts geht mein Kohlenstoff unter die Hälfte der Stahlkomponente. Wenn ich 1.2842 nehme sinke ich also unter 0,5 %, Verlust durch Abbrand nicht mal eingerechnet. Wenn ich dagegen Baustahl nehme, der zwar starke Schwankungen hat, aber wirklich ein Äquivalent an Elastizität und auch Zuverlässigkeit (natürlich auch Kohlenstoff) mitbringt, pendele ich cirka zwischen 0,6 bis 0,7 Prozent Kohlenstoff, also im Bereich von Katanas. Das reicht den japanischen Schmieden, und wenn es denen reicht, dann reicht es mir allemal.


    Noch sicherer wird es, wenn man C45 nimmt, einfachen normalen Werkzeugstahl aus dem man Hämmer oder sonstige sperrige Sachen macht, ich sags mal so. C45 schweißt gut mit z. b. 1.2842, 1.2510, C105 und dergleichen niedriglegierten Stählen. Wenn ich jetzt zwischen die Lagen noch Nickelstahl einlege, schweißt der natürlich auch gut, aber was mir persönlich wichtiger ist, es sieht in der fertigen Musterzeichnung immer schön aus wenn ein paar silbrige Linien drin sind. Und Nickelstahl trägt zur Elastizität mehr bei als Reineisen.


    Ich nehme mal ein Beispiel, neun Lagen 1.2842 oder C 105, 11 Lagen Baustahlblech, dazu von mir aus 4 Lagen Nickelstahl. Das macht zusammen 24 Lagen, wenn man das Paket verschweißt und auf cirka 700 mm reckt, kann man es teilen und erhält drei Schienen mit jeweils 24 Lagen, wieder miteinander verschweißt landet man bei 72 Lagen.
    Eigentlich hat man jetzt schon zwei Schweißgänge gefahren, es würde im Prinzip reichen, aber wer will kann es noch einmal versuchen und mit jeweils zwei oder drei Teilungen versuchen. So landet man bei 144 Lagen oder eben bei 216 Lagen. Jetzt ist man im Bereich von leistungsfähigem Damast oder Schweißverbundstahl. Gut, es ist nichts spektakuläres, aber es funktioniert und die Stähle passen zueinander und haben sich miteinander verbunden, bzw. die Diffusion an den Oberflächen hat einen neuen Werkstoff entstehen lassen


    Jetzt kann mich auch jeder verfluchen, ich brauche keine Walzen oder Pressen, ich mache erstens keinen Baukastendamast und zweitens halte ich mehr von Hämmern


    Aber ich glaube wir driften hier jetzt endgültig ab, wenn ich mir den Eingangspost ansehe.


    Viele Grüße
    Roman

    natürlich ist das keine Hamonlinie, aus diesem einfachen Grund heraus habe ich auch geschrieben "sozusagen eine moderne Hamonlinie". Wobei, was solls, ein Porsche ist auch kein Ochsenkarren, wobei beide Räder haben und es nach vorn geht.


    Jerrybwd,
    was den Chrom betrifft, das hat Herr Rapatz in seinem Buch -Die Edelstähle- 1962, wunderschön erklärt. Keine Sorge, ich bin keiner von denen, die einen dann auf Bücher hinweisen, die so gut wie keiner kennt, geschweige denn im Regal stehen hat.
    Ich versuche es mit eigenen Worten zu sagen, Metallurgen verstehen ist gar nicht so einfach°, das liegt wohl daran, dass Metallurgen davon ausgehen dass sie in ihrem Leben nur mit Leuten zu tun haben, die auf Schulen waren, bei denen es in den Hauptfächern zu 75 % (natürlich abzüglich der Legierungen) um Metalle oder Physik ging (jeden zweiten Montag auch um Chemie, Chemie war ein seperates Fach, natürlich ein separates Hauptfach).


    Kurzum, das mit den Chromstählen bewegt sich auf cirka 100 Seiten, natürlich mit Schaubildern und Querverweisen, selbstredend auf andere Metallurgen und deren Veröffentlichungen. Ich machs mal einfach, so gut ich kann, natürlich werde ich mit meinen Worten wohl kaum in den Himmel der Metallurgen aufgenommen, vermutlich nicht einmal ins Fegefeuer (wobei man natürlich als missratener Metallurg zwischen einem kohlenstoffreichen, einem sauerstofflosen und einem schwefeligen Fegefeuer wählen darf).
    Also, Chrom in der Grundmasse ist relativ unorientiert und befindet sich nicht überall. Durch das Erwärmen auf Härtetemperatur durchläuft die ganze "Legierungskiste" eine neue Ordnung. Diese neue Ordnung durchläuft mehrere Phasen, der Chrom ist stets bemüht sich an die Karbide binden, was zeitweise durch eine Chromarmut in der Restmasse bedingt. Durch steigende Temperatur und Zeit kommt es letztendlich zu einem Ausgleich in allen Bereichen des Stahls. Diffusion in allen Abteilungen sozusagen.


    Um das alles im Vorfeld schon einigermaßen zu ordnen hat man die Pulvermetallurgie erfunden, bzw. das pulvermetallurgsiche Herstellen von Stahl. Geschmolzen wird da natürlich auch, irgendwann ist Stahl immer flüssig und wird auch immer geschmiedet, die pulvermetallurgischen auch, die Keramikdüsen spritzen ja keine Bleche aus dem Ofen und nach dem Schweißen gibts auch keine Bleche.


    Jetzt kann ich (natürlich nicht "ich", sondern jemand oder mehrere, die so etwas auf dem Kasten haben), wie beim ER geschehen, natürlich bei anderen auch, zwei Hochleistungsstähle miteinander verbinden. Das geschieht natürlich nicht am Amboss mit einem Hämmerchen in der Hand, dort werden Bleche aus diesen Stählen miteinander verschweißt. Ob und wie weit das jetzt etwas bringt, diese Betrachtung bleibt jedem selbst überlassen. Ich finde es immer, wie gesagt, abwechslungsreich. Und wieso auch nicht, ich nehme mich nicht aus, habe ich doch schon mehrmals erfolglos versucht V2a in ein Laminat einzuschweißen. Ich muss gestehen, natürlich muss ich nichts gestehen, aber wieso sollte ich es verheimlichen, es hat nicht funktioniert, zumindest nicht zufriedenstellend. So habe ich zumindest einen kleinen Eindruck davon gewonnen welchen Aufwand man (dieser "man" ist eigentlich für alles verantwortlich) betreiben muss um quadratmetergroße Bleche auf einmal zu verschweißen, oder vielleicht steht da doch irgendwo einer (dieser "einer" ist natürlich auch mit von der Partie, neben den Protagonisten "-ich, man, jemand- darf natürlich der -einer-" nicht fehlen) rum und verbrennt irgendein Räucherwerk.


    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Roman


    °fast vergessen, das heißt natürlich nicht, dass ich die Metallurgen verstehe, obwohl ich einige der schlauen Bücher in Regalen rumstehen habe, aber in meiner Schule ging es bedauerlicherweise in den Hauptfächern immer um das Wesentlich des Hauptfaches, wobei Exkursionen in die Feststoffphysik mich damals auch kalt gelassen hätte, egal um welchen heißen Stahl man geredet hätte, war mein Trachten doch mehr dahin orientiert mittags im Bach zu fischen (verjährt eigentlich die "Schwarzfischerei", dann sage ich ab jetzt nichts mehr......) und morgens in der Schule das Geschehene vom Mittag vorher rekapitulieren zu lassen. Wenn das nicht gewesen wäre, ....vielleicht..... es ist alles bestens so wie es gelaufen ist.

    die Stähle wie "420" oder sagen wir einmal so, die als Kllingenmaterial in Frage kommenden Stähle mit mehr als 14 % Chrom sind im weichgeglühten Zustand alles andere als korrionsbeständig. Klar, sie beschlagen nicht so schnell wie ein C60, aber sie setzen auch ganz lustig Flugrost an.
    Wenn wir schon dabei sind, der Grund solche Stähle zu verwenden ist zwar die immerwährende Suche nach dem "Messer-Gral", aber irgendwo kommt man natürlich in den Bereich wo Exklusivität, bzw. aufwendige Herstellung und damit verbundene Kosten, nur noch für Liebhaber exklusiver Materialien interessant sind. Einen Stahl wie N690 um Längen schlagen ist gar nicht so einfach, um zu dem Shrapnel zurück zu kommen.
    Wenn es zu Leistungssteigerungen in Stählen kommt, z. B. von 440C zu ATS34 letztendlich, so hatte das nicht den Grund eine bessere Klinge zu erreichen, sondern eine höhere Warmfestigkeit bei Belastungen im Triebwerksbau.


    Die Frage ist für mich persönlich gar nicht ob solche Laminate wie bei dem ER etwas bringen, ich finde es einfach abwechslungsreich. Wieso sollte man es nicht machen, es schadet doch keinem und sieht mal anders aus, sozusagen die moderne Form einer Hamonlinie.


    Viele Grüße
    Roman

    das hier gehört jetzt alles nicht zu dem ER-Forum, aber ich antworte trotzdem mal. Wenn es nicht passt habe ich nichts dagegen wenn es sonstwo hin verschoben oder gelöscht wird.


    Der Stahl 1.4005 muss man nicht härten, man kann ihn nicht härten. Wieso man ihn in einem Laminat benutzen soll erschließt sich mir auch nicht, dieser Stahl ist aufgrund seiner Schwefelerhöhung eher schädllich für ein Endprodukt was man später als Klinge benutzen will.
    Natürlich kann man einen Stahl wie den "420" in einem Laminat verwenden, nur erschließt es sich mir persönlich nicht. Ein Stahl wie der "420" ist von Natur aus nicht rostfrei, in der Härtetemperatur die man für einen den "1095" braucht härtet der "420" nicht und errreicht damit auch seine Korrosionsbeständigkeit nicht.


    Gründe für mehrlagige Klingen gibt es viele, früher wie heute. Früher war man gezwungen den Stahl mit sich selbst mehrmals zu verschweißen um ein homogenes Gefüge zu erreichen, dass man weiterverarbeiten konnte. Härtbare Stähle waren früher aufgrund des Aufwandes, den man betreiben musste um sie herzustellen, teuer. Es lag also nahe sie so sparsam zu verwenden wie es nur möglich war, so hat man die Schneide eben mit nicht härtbarem Material verschweißt um die Form des Werkzeugs/Messer zu erreichen.
    Es ist auch kein Problem mehrere Stähle miteinander zu verschweißen, selbst in einem offenen Schmiedefeuer lassen sich die niedriglegierten Stähle gut miteinander verbinden. Benutzt man gern korrionsbeständige Stähle im Laminat muss das Erhitzen in sauerstofffreier Atmosphäre vonstatten gehen, sonst ist er nicht schweißbar aufgrund der Oxydation an der Oberfläche.


    Das Thema kann man komplex darstellen, es ist aber nicht nötig. Feuerschweißen war früher ein ganz normaler Vorgang in jeder Schmiede. Ich machs mal salopp, zwei Lagen Baustahl und ein Stück Feile dazwischen. Die Kontaktflächen sollten metallisch blank sein und gut zusammengebunden oder an den Stirnseiten elektrisch verschweißt sein. Erhitzen bis das Paketchen rot glüht, dann mit Quarzsand beidseitig bestreuen, auf Schweißtemperatur erhitzen und mit leichten Hammerschlägen verbinden. Wenn das Schweißstück dann hell klingt und keine Schatten zeigt kann man es mit einem schwereren Hammer endgültig verbinden und in Form schmieden.
    Übrigens, ein Laminat mit Baustahl auf beiden Seiten der Mittellage ergibt fantastische Klingen, die über eine enorme Härte und Beständigkeit verfügen.


    Viele Grüße
    Roman

    theoretisieren wir doch stahltechnisch mal weiter.
    Nehmen wir einen niedriglegierten Stahl mit hohem Kohlenstoffgehalt, also cirka 1,3 % und packen außen zwei Lagen 1.4112 auf, das dürfte ungefähr in die Richtung gehen. Wenn wir jetzt härten kommt der 1.4112 nicht mal annähernd auf Härtetemperatur und es passiert eigentlich so gut wie nichts mit ihm, währenddessen die Innenlage hart wird.
    Es wäre also genauso gut und billig, im wahrsten Sinne des Wortes, zwei Lagen V2A außen drauf zu packen, merkbar wäre es nicht.


    Aber, was mich wundert, wenn ich zwei Stähle wie bei dem ER, die zwar ein bißchen unterschiedlich sind, miteinander verschweiße, habe ich ein dreilagiges Konstrukt vor mir liegen. Wenn ich das jetzt härte, wobei beide Stähle in ungefähr gleicher Härtetemperatur, also über 1000 Grad, zu erwärmen sind, sind nach dem Abschrecken doch sowohl Innen- wie Außenlagen hart. Wenn ich jetzt anlasse, würde mich mal interessieren, wie man bei den langen Anlasszeiten eine Trennung der Wärmeeinwirkung bewerkstelligt um die Innenlage auf Arbeitshärte zu bringen und die Außenlagen "weich" zu bekommen?


    Aber ich lasse mich gern belehren, "ewig ist die Suche nach Weisheit". Aber, es gibt dann noch ein "aber", wenn ich die Außenlage nicht härte und sozusagen "weich" außen vor lasse, auch hier im wahrsten Sinne des Wortes, werden diese Außenlagen rosten, vor allem nach der ganzen Wärmebehandlung um sie wieder "weich" zu kriegen.


    Jetzt bleibt noch übrig, ich packe einen "etwas stabileren" Stahl auf einen etwas "nicht so stabileren" Stahl, um in einem marginalen Bereich mir Seelenruhe zu verschaffen. Dann ruft die Vernunft wieder, wieso man sich überhaupt diese Mühe macht, lässt man die Klinge auf eine niedrigere Härte an ist sie stabiler und die ohnehin genug vorhandenen Karbide, egal ob groß oder klein, leisten die Schneidarbeit.


    Aber das ändert nichts an dem rassigen Aussehen des Messers, der 690er von Böhler ist doch ein einwandfreier Stahl, aber verstehen muss man ja nicht alles.


    Viele Grüße
    Roman

    wenn Du absolut sicher gehen möchtest kauf Dir einen Epoxidkleber (Zweikomponenten) der glaskar aushärtet. Wenn man sich danach umsieht stellt man auch sehr schnell fest dass es dabei nicht nur erhebliche Preisunterschiede gibt, je mehr man davon käuft desto günstiger wird es. Ich benutze auch gern UHU Endfest, aber der Preis ist wirklich im Gegensatz zu einem 250 Gramm-Gebinde mehr als frech. Ansonst kaufe ich das Epoxyd im Kilo-Gebinde, das kommt mit Versand auf cirka 30 Euro. Man hat auch die Wahl zwischen verschiedenen Reaktionszeiten und ob die fertige Verklebung glasklar oder sonstwie aussieht.


    Übrigens, das hier ist mal der Super-Aufhänger. Man führt ellenlange Gespräche über Messer mit nicht rostfreien Klingen und welche Geschmäcker der oder jene Stahl verursacht, inwieweit Horngriffe hygienisch sind und kein Mensch hinterfragt ob diese Micartawerkstoffe unbedenklich sind. Schließlich hat man direkten Kontakt mit dem Zeug über die Handinnenfläche. Wie der Threadstarter schon so schön schreibt, Handschweiß lässt die Oberfläche von Micarta stumpf werden, also findet dort ja eine gewisse chemische Reaktion statt. Und es ist ja seit der Pharaonenzeit bekannt, dass der Körper über die Haut Stoffe aufnehmen kann.
    Ich würde jetzt nicht so weit den Mund aufmachen, aber irgendetwas ist da dran. Wenn man nämlich die Angebote einiger Firmen durchliest die Epoxyde anbieten, dann wird man bei verschiedenen Angeboten auch auf den Hinweis stoßen, dass der angebotene Kleber für medizinische Anwendungen einsetzbar ist und nicht zytotoxisch ist. Also, wenn man den einfachen Umkehrschluss anwendet heißt das soviel, dass es Klebegemische gibt, die zytotoxisch sind.


    Viele Grüße
    Roman

    Rolf,
    schau doch mal in der Bucht nach gebrauchten und reparierten Lkw-Planen. Ich habe mal nachgesehen, ich plane auch so ein Projekt, da gibts Planen mit 900 gr/Quadratmeter, die kosten rund einen Hunderter, die haben dann noch mehr Fläche als Du brauchst. Die kannst Du sogar doppelt nehmen, da schlägt nicht mal ein dicker Hagel durch.
    Viele Grüße
    Roman

    ich finde es so tadellos. Ich denke nicht, dass der Stein der Weisen gefunden werden sollte, sondern ein Messer mit dem man gut schneiden kann.
    Es hat doch im Prinzip alles, ausreichend dimensioniert um gut in der Hand zu liegen und mitführen zu können, genug Klingenbreite um lange Jahre nachschleifen zu können ohne dass die Klinge nach dem dritten neuen Anschliff der Schneide aussieht wie ein gerupfter Salonherr. Die knapp 5 mm Klingenrücken stören mich persönlich nicht, stark genug um stabil zu sein, dünn genug um alles zu schneiden. Gut, Obst und Kartoffeln werden wohl ein wenig von allein auseinander springen, aber was solls, es ist ja kein Officemesser.
    Und gut gemacht ist es auch.


    Viele Grüße
    Romam

    Mangels einer besseren Bezeichnung habe ich mal "Vietnamspike" geschrieben. Nachdem eines dieser kleinen Messer, wie schon woanders geschrieben eine -Kollektividee- des Chat, den Weg zu Micha gefunden hat, wurden immer wieder Fragen bezüglich dieser Messer an mich heran getragen. Aber, es ist wie im richtigen Leben, irgendwie habe ich mal so eine Arbeit angefangen, aber dann nicht beendet weil andere dringender waren. Auf unserem Treffen letztes Wochenende hat mich ein Forenmitglied nach einem solchen Messer gefragt und ich habe zugesagt. Also, hier ist eins, nach persönlichen Vorgaben gefertigt.


    http://www.tacticalforum.de/fi…e/files/icon/messageS.png


    Die Klingen sind geschmiedet, massive Messingmonturen, Lederscheibengriff. Die Klinge ist cirka 100 mm lang und cirka 4 mm stark.


    Auf dem einen Foto sieht es noch aus wie ein normal dimensioniertes "Vietnambowie", auf dem anderen ist ein Päckchen Streichholz als Vergleich im Bild. Das Messer ist handlich, im wahrsten Sinne des Wortes und rasurscharf, als Stahl habe ich C60 genommen, auch als "Miniatur" hat man das Recht auf den im Original verbauten Stahl.


    Viele Grüße und Freude beim Ansehen
    Roman

    das ist in Ordnung, mach schön so weiter. Ich bin ein Fan von richtiger Handarbeit.
    Gut, die Daumenrampe ist nicht gerade ein Meisterstück, aber Funktion geht vor allem.


    Wenn Du nochmal eine Daumenrampe von Hand anlegst, mess die Abstände aus, dann reiß sie Abstände mit einer Reißnadel an. Danach mit einer Metallsäge die geplanten Riffelungen anschneiden, dann mit einer Kettensägefeile (rund, Durchmesser je nach Bedarf) die Schnitte der Metallsäge ausfeilen. Das Einschneiden mit der Metallsäge hat zwei Vorteile, erstens kann man die Abstände genau markieren, zweitens hat man optimale Anlegepunkte für die Rundfeile.


    Viele Grüße und mach schön weiter


    Roman

    persönlich sehe ich das auch so wie Micha, ich habe mir in Ruhe alles durchgelesen und mir auch jedes Bild angesehen. Auch von mir ein Dankeschön für die geleistete Arbeit das Messer so ausführlich darzustellen.
    Das sind Berichte, die mir besser gefallen als das langweilige "Einmann-zwei Hände-Gespräch" auf yt, so kann ich mir jetzt vorstellen, wie das Messer "am Mann" funktioniert.
    Die Wahl auf diese Art Messer kann ich bestens nachvollziehen, davon abgesehen sieht es auch sehr gut aus.
    Wie gesagt, vielen Dank für deine Bemühungen, es war eine Freude es zu lesen.
    Viele Grüße
    Roman

    den Angaben von -wad- kann ich zustimmen. Hergestellt von Othello, wenn Du unter "Othello Fahrtenmesser" im Netz nachsiehst findest Du Bilder von dem kompletten Messer. Ursprüngliches Baujahr kann ich nicht sagen, aber in den siebzigern gab es das Messer schon.
    Viele Grüße
    Roman

    jetzt könnt Ihr mich von mir aus steinigen, ich wäre mit dieser Wahl nicht einverstanden.
    Gesucht war doch ein Fischermesser für den Salzwassereinsatz. Gut, das Enzo macht das auch mit, wieso auch nicht, aber irgendwie ist diese Enzo-Klinge wieder ein Vertreter der Messerformen, die alles können sollen. Mit 2,5 mm Rücken ist es so stark wie ein Puuko mit der Klinge eines Filetiermessers.
    Ich will das gar nicht schlecht reden, aber es ist in meinen Augen ein Tick Kompromiss zuviel. Zudem hätte man für das Geld ein drei Mora 2000 bekommen, man kann sie verlieren ohne Träne, sie liegen selbst mit Fischschleim verschmierten Händen immer noch sicher in der Hand, es gibt diese Teile mit verschiedenfarbigen Griffen, dass man sie immer findet. Und, ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, und nicht vom Hörensagen oder irgendwelchen "Glaubenskonjunktiven", das Ding funktioniert, es fängt sicher große Fische ab, die Schneide steht zufriedenstellend, auch beim Abschwarten und beim Filetieren.
    Und, vor allen Dingen, die Schneide ist wieder einsatzbereit nach ein paar Zügen über einen Wetzstahl, ein Diamantkonstrukt, ein Stück Wetzstein oder sonstwas.


    Versteh mich jetzt keiner falsch, das Enzo ist bestimmt ein gutes Messer, aber wenns in den Norden geht leg Dir dort doch einfach noch so ein Messer in dieser Art zu, und wenns nur ein Schattendasein fröhnt und das Enzo alles erledigt. Aber es kostet wie gesagt nicht viel und ist leicht, es wird dich so oder so nicht überlasten.


    Viele Grüße
    Roman

    ich hab mir die beiden schon ein paar Mal angesehen, sie sind einfach sehr schön geworden. Abgesehen von der perfekten handwerklichen Umsetzung gefällt mir die Stahlwahl, dieser 1.4034 hat weitaus mehr Potential wie viele glauben.
    Viele Grüße
    Roman