Beiträge von juchten

    das ist eine gute Idee mit dem Stahlblock und der Gummimatte.
    Ich sehe anhand deiner Konstruktion auch den Ansatz in umgekehrter Form, also ohne das aufgeklebte Leder, nur Stahl und Gummi. So könnte man mit zwei Holzleisten und zwei Klammern auf der Gummiauflage Schleifleinen/papier befestigen und so diese "Mousepadkiste" sparen, je nach Härte des Gummis wären sogar Vorschliffe denkbar.


    Viele Grüße und Danke fürs Zeigen
    Roman

    gewöhnlich schreibe ich zu solchen Angeboten nichts, aber investier dein Geld besser in ein anderes Messer. Auf der anderen Seite, Du kannst bei dem Preis nichts kaputt machen.


    Noch ein letztes Wort, Damast ist nicht gleich Damast. Keine Sorge, ich ersticke keinen am Samastagmorgen in unendlichen Erklärungen, es ist nur einfach so, eine Seifenkiste und ein Mustang sind Fahrzeuge, beide haben vier Räder und man kann sich reinsetzen.


    Viele Grüße
    Roman

    es ist ärgerlich, das ist wahr, aber nicht passendes Wetter kann auch ärgerlich sein.


    Ich weiß nicht, wer auf die Idee gekommen ist, Kugellager in Klingenbohrungen zu setzen oder sonstwo in Klappmessern zu verbauen, ist auch egal. Ein guter Wille ist nicht gleichbedeutend mit gutem Tun, da klafft die Spange sehr weit auseinander.


    Inwieweit man jetzt dem Hersteller solch "getunter" Klappmesser Vorwürfe machen kann, das weiß ich auch nicht. Irgendwo leben wir anscheinend in einer Zeit, in der man gern die Schuld bei anderen sucht, anstatt vorher einmal ein wenig nachzudenken. Solch ein Kleinstkugegllager ist auf Garantie nicht korrosionsfest, schon gar nicht verbaut in einer Klappmesserachse, wo es vielleicht am Tag zwei- bis dreimal ein paar Umdrehungen macht.


    Kugellagerstähle wie 1.3505 rosten, auch gehärtet, ihr Geheimnis ist eine gute Oberflächenpolitur, optimale Härte, und "gefetteter Dauerbetrieb", "wer rastet der rostet", das kommt nicht von ungefähr.


    Selbst Hochleistungslager, solche aus 440C oder Stähle aus ähnlichen Stählen, werden, sicher verborgen, kaum in Betrieb, nicht ausreichend gefettet, schlicht und einfach irgendwann an der Oberfläche Korrosion zeigen, vor allem wenn Fruchtsäuren oder andere Korrosionsmedien da seelenruhig ihr Werk tun können.


    Selbst habe ich vergleichbare kleine Kugellager in alten Angelrollen bei Inspektionen derselben vorgefunden. Alle Kugellager waren sicher im Inneren des Gehäuses den Umwelteinflüssen nicht ausgesetzt und alle befanden sich sozusagen "im Fett lagernd", kein Lager zeigte einen Korrosionsansatz.


    "Wer schön sein will muss leiden", heißt es, wenn ich derartige Spielerein in Messer einbaue, dann muss man auch alle Konsequenzen tragen, "wer gut schmiert, der gut fährt", ein alter Spruch, aber anscheinend nie aktueller denn je.


    Viele Grüße
    Roman

    ein 2000er Band soll angeblich kühler laufen, was aber bei einer variblen Drehzahl auch zu vernachlässigen ist. Persönlich habe ich den Eindruck, dass die 2000er Bänder ein wenig ruhiger laufen, aber das ist subjektiv.
    50 mm Bandbreite reichen allemal zum Messerklingen schleifen, man hat eine überschaubare Schleiffläche, sie sind ein wenig günstiger als breitere Bänder und vor allem immer bis Korn 400 aufzutreiben, das ist bei breiteren Bändern nicht immer gegeben, außer man käuft die teuren.


    Korngröße, ein 40er Korn reißt natürlich zackig Material weg, das ist Fakt, aber das 40er reißt auch tiefe Riefen, die wieder weggeschliffen werden müssen. Das ist alles eine Frage nach dem was man vor hat. Ein 400er Band macht schon einen sehr schönen Schliff, das 600er setzt natürlich noch einen drauf, das ist immer davon abhängig wie weit man gehen will.


    Eine Frequenzumschaltung ist von größtem Vorteil, vor allem beim Feinschliff und beim Beginn des Schneidenanschliffs, den man gern versemmelt wenn man mit 1400 Umdrehungen hantieren muss.


    Was wichtiger als Maschine, Länge der Bänder und was weiß ich noch alles, spar nicht an frischen Bändern. Es ist besser auf einem "Gurkenbandschleifer" zu schleifen als auf einem Supergerät abgenudelte Bänder zu benutzen. Der Vergleich aus der Zeit der analogen Fotografie drängt sich mir auf, besser mit einer billigen Kamera gute Filme verschießen und genug Fotos machen als mit einer teuren Kamera zu versuchen mit wenigen Fotos das Superfoto zu erhaschen.


    Und was die Schnelligkeit betrifft, die Maschine arbeitet selbstredend schneller als man von Hand schleifen kann, aber die Maschine kann mit der gleichen Schnelligkeit auch die Klinge versauen.



    Viele Grüße
    Roman

    natürlich nicht ohne Schutzausrüstung. Ich habe das wohl vergessen zu erwähnen, ich atme das Zeug auch nicht selbst ein um die Umwelt zu schonen. Dicht sitzende Atemschutzmaske, nicht so ein "Fitschding", und eine Schutzbrille mit Gummifassung, das Zeug brennt selbst nach dem Schleifen noch in den Augen.
    Wie gesagt, was so riecht kann nur ungesund sein.


    Eine Juweliersäge hat einen verstellbaren Rahmen nach allen Seiten, und ja, sie ist nicht groß. Aber ihre Größe darf kein Grund sein ein solches Werkzeug nicht zu beachten. Mit entsprechenden Sägeblättern ist es sogar möglich enge Radien in Messerstahl zu schneiden, Flüche aufgrund Sägeblattbruchs wegen Verkanten natürlich mit einkalkuliert. Ein Sägeblatt was so dünn ist und so hart, das muss ja brechen wie Glas.


    Und auch hier, wir reden ja gerade von G10. G10 ist nicht ganz günstig, der hier bei uns vertriebene Werkstoff FR4 ist nichts anderes als G10, nur dass FR4 relativ hitzebständig ist. Und, was FR4 sympathisch macht, außer seinem erweiterten Belastungsspektrum, es ist weitaus günstiger als G10, eine Platte 500 mal 200 mm, 5 mm Stärke, kommt auf cirka 30 Euro.


    Viele Grüße
    Roman

    gerade Schnitte auf der großen Platte mit einer 1 mm Trennscheibe, eben mit Gefühl schneiden, dann schmort es auch kaum. Nachteil ist der Geruch und der feine Staub, der irgendwie tschernobylmässig chemisch riecht (ich weiß zwar nicht wie es dort riecht, aber G10 oder FR4 riecht ziemlich ungesund).
    Feine Schnitte mit Gefühl mit einer Juweliersäge, schön zart sägen, geht einwandfrei. Man hat die Wahl zwischen Sägeblättern aus Import oder aus good old Germany, mit Importblättern geht es auch, die einheimischen stehen ein wenig länger.


    Viele Grüße
    Roman


    ps: und ja, ich zerbreche die Blätter schneller als ich sie einspanne in diese Juweliersäge, Mistding, alles so klein, aber es funktioniert.......

    tja, in der heutigen Zeit wirken solche Messer schon einmal ein bißchen verloren. Jetzt kann man anfangen die ganze Geschichte der klassischen Taschenmesser von hinten aufzurollen oder sozialkritisch zu betrachten, was macht man heute noch mit einem solchen Messer?
    Es ist doch so, haben wir nicht alle erdenklichen Materialien in Taschenmesser reingebaut, nur um das Taschenmesser neu zu erfinden?


    Irgendwie habe ich manchmal den Eindruck, wir haben vergessen für diese modernen Taschenmesser auch das entsprechende Tätigkeitsfeld zu finden. Nun gut, es gibt wohl Betätigungsfelder von in Titan eingebetteten Hochleistungsklingen, kugellagergelagert und was weiß ich nicht noch alles, geschweige von siebenundfünfzig verschiedenen Verriegelungssystemen, von denen einige nur noch durch "hulk´sche" Finger mehrmals hintereinander zu öffnen sind.
    Ja, die wenigsten von uns gehören zu einer Expeditionsmannschaft von Planetenzähmern hinter dem Pferdekopfnebel, aber es tut doch gut solche Messer zu haben. Schneiden müssen die wenigsten, die meisten wechseln dann wieder den Besitzer. Es liegt bestimmt nicht am guten Willen, nur sind einfach den tiefen Raum erkundende Raumschiffe momentan einfach noch nicht so direkt greifbar.


    Und in dieser von zombieapokalytischen Vorstellungen geschüttelten Welt der Hochleistungstaschenmesser bauen immer noch welche unentwegte Taschenmesserfirmen Taschenmesser, die schon die Altvorderen benutzten. Und seltsamerweise, sie werden gekauft, und, sie werden benutzt.......


    Ich mag solche Messer, egal wie sie heißen. Diese Messer sind durch die Geschichte gegangen, unbeeindruckt von irgendwelchen "modern times". Es ist schon eine "Seltsamkeit sondergleichen", diese Messer funktionieren ohne Kugellager und ihre Klingen laufen auf einer Messingachse, das grenzt schon an Blasphemie.
    Wenn wir uns heute ansehen, im Gegensatz zu unseren Vorfahren geht es uns gut und man muss nicht morgens um halb fünf raus um das Vieh zu füttern und danach drei Morgen Wiese von Hand zu mähen oder Holz zu machen. Die Kerle von damals waren vermutlich, um mit den Worten von Norman McLean zu sprechen "härter als die Stiele ihrer Äxte", um gerecht zu bleiben, die Frauen waren keinen Deut hinter ihnen.
    Dazu kam noch, einmal im Leben mussten diese Kerle in einen Krieg marschieren, ihre Messer gingen meist diesen dunklen Weg mit ihnen. Und diejenigen, die das Gllück hatten, brachten mit ein bißchen mehr Glück ihre Messer wieder mit nachhause. Und weil man auf alles aufpasste was man besaß, wurden viele dieser Messer an den Sohn weitergegeben. Solche Messer haben Geschichte, und das sieht man ihnen oft an.


    Mein altes Verriegelungsmesser, oder auch Notschschlachtmesser, ist auch noch ein Vertreter dieser Art. Sie kommen schlicht daher, aber sind das Produkt von Gedanken, die sich um das ureigenste eines Messers drehen, schneiden und stechen und klappbar sein, fertig.


    Danke für die Vorstellung.


    Viele Grüße
    Roman

    Nachtrag,


    ich zitiere einmal aus einem Beitrag von Herrn Ulrich Gerfin, -Der ideale Messerstahl, Wirklichkeit oder Illusion-, Textstellen stammen aus der Fachschrift -Das Messer- Ausgabe 3/82, Seite 16.


    "Es war einmal ein Stahl, der war hoch korrosionsfest, ließ sich auf 62 bis 64 HRC härten bei guter Schneidhaltigkeit, ohne die geringste Spur von Sprödigkeit. Dieser Stahl verfügte auch noch über eine außergewöhnliche Zugfestigkeit und war ganz einfach zu schärfen. Das können Sie bei den Geschichten vom Osterhasen und Weihnachtsmann abheften."


    Ursprünglich stammt der Satz vom Verfasser des Buches "Gun Digest Book of Folding Knives", von Jack Lewis; B. R. Hughes.


    Der Kommentar von Herrn Ulrich Gerfin war sehr ernüchternd: "Dieses recht pessimistische Urteil wird wohl leider im wesentlichen zutreffen".


    Um Bezug auf die Frage des Threadstellers Antwort zu geben auf das Verhältnis -je mehr Kohlenstoff, desto härter das Material/Klinge, zitiere ich auch Herrn Ulrich Gerfin, besser kann man es gar nicht sagen, ich schon gar nicht:


    "Die Härte der Grundmasse ist aber im wesentlichen allein vom C-Gehalt abhängig. Bei unlegiertem Stahl beträgt sie bereits bei 0,6 % C bis 67 HRC und steigt bei steigendem C-Gehalt nicht mehr, weil bei den üblichen Härtetemperarturen nicht mehr Kohlenstoff gelöst wird bzw. bei höheren Härtetemperaturen die Härte vermindernder Restaustenit entsteht".........


    Es liegt also wohl daran, wenn ein Messer aus einem niedriglegierten Stahl gefertigt wird, der "nur" 0,6 C enthält, einem nicht standfest genug an der Schneide vorkommt, nicht daran, dass das Material nicht mehr hergibt, sondern einfach daran, dass es nicht entsprechend angelassen wurde, um z. B. 59 HRC zu erzielen.


    Viele Grüße
    Roman

    inspiriert von Herrn Paul Fox und seinem "Desert Fox"-Klappmesser aus Anfang der achtziger Jahre, habe ich auch etwas in der Richtung versucht. Allerdings bin ich kein feinmechanischer Techniker wie Herr Fox und mir stehen bis auf die normalen Handwerkzeuge nicht viel zur Verfügung.
    Immerhin, ein wenig wuchtiger als die filigranen Messer von Herrn Fox, Klinge 121 mm, gesamt 275 mm, Klinge an breitester Stelle 41 mm. Platinen aus rostfreiem Stahl, Klinge aus C105, selektiv mit Hamon, Hammer, Feder, Federlager, alles aus C105 federhart gehärtet. Klinge läuft auf Federstahl in einer Eisenbuchse.


    Viele Grüße
    Roman


    Nachtrag: Klinge ist am Rücken 3 mm stark.

    was willst Du in der Wüste schneiden, da gibts eigentlich nicht viel Arbeit für eine Klinge.


    Persönlich würde ich bei der Anreise zu einem Wüstenstaat nichts auffälliges mitnehmen. Fast alle Flugplätze in Wüstenstaaten sind Militärflugplätze, jetzt stell Dir mal vor, Du musst dort bei der Einreise einem Sicherheitsmann erklären, wieso Du ein taktisches Messer im Gepäck hast. Auch wenn Du die einheimische Sprache sprichst, viel Glück. Mit nur ein bißchen Pech, und das ist dann schon eingetreten wenn das Messer gefunden wird, ist es auf Nimmerwiedersehen weg. Und wenn es dabei bleibt, dann ist es noch gut gelaufen.


    Ich würde ein paar Vic´s mitnehmen, ganz einfache, vor allem mit Schere, Pinzette und Zahnstocher. Wenn man mal abseits unterwegs ist, dann wird man früher oder später dort sitzen, wo man mit den Fingern isst. Spätestens jetzt will ich kurze Fingernägel haben, das ist einfach appetitlicher. Und es wird einem immer dann etwas zwischen den Zähnen stecken bleiben, wenn man keinen Zahnstocher hat und man wird immer eine Pinzette brauchen, wenn man keine dabei hat. Du wirst ziemlich schnell jemand treffen, dem Du eins schenken wirst, oder wie auch immer, auf das zweite passt Du dann besser auf.


    Feststehend, kauf Dir dort ein feststehendes Messer wo Du hinreist. Erstens brauchst Du dann kein Messer auf die Flugreise mitzunehmen, zweitens fällst Du mit einem einheimischen Messer nicht auf und drittens kannst Du es Souvenier mit nachhause nehmen, bei der Ausreise mit einem einheimischen Messer im Gepäck wirst Du keine Probleme haben.


    VieleGrüße
    Roman

    es ist gar nicht soviel Arbeit, und härten musste Du den Federstahl auch nicht. Einfach ein Eisenrohr mit dem gewünschten Ringdurchmesser nehmen und ein 1,5er Loch reinbohren. Dann ein Stück Draht mit einer handelsüblichen Lötlampe (mit Gaskartusche) bis rotglühend erwärmen, in das Loch stecken und um das Rohr soviele Windungen wickeln wie man braucht.
    Dann einfach das passende gerade Stück abtrennen,fertig.


    Das kannst Du zur Not in der Küche machen und Fernseh dabei schauen. Das härten von diesen Federstahldrähten ist gar nicht nötig, die halten genug Federkraft.


    Viele Grüße
    Roman

    der Kohlenstoff gelangt durch das Schmelzverfahren (Koks setzt dem Stahl Kohlenstoff zu) im Hochofen in den Stahl. Das dort erzeugte Roheisen hat bediingt durch den Schmelzprozess zwischen 4 bis 6 % Kohlenstoff und ist nicht schmiedbar. Durch die Frische-/Blasverfahren wird dem glühenden Stahl der Kohlenstoff auf die Konzentration entzogen, die gewünscht und schmiedbar ist.


    Sobald Stahl erwärmt wird dehnt er sich aus. In dieser Ausdehnung ist es dann dem Kohlenstoff möglich "Plätze zwischen den Eisenatomen" einzunehmen, weil diese sozusagen auseinander rücken und das Kohlenstoffatom größentechnisch passt. Kühlt der Stahl wieder langsam auf Raumtemperatur ab wird der Kohlenstoff wieder seinen Platz zwischen den Eisenatomen verlassen, geht das Abkühlen schnell vonstatten, bleibt er an Ort und Stelle und bewirkt dadruch eine Verzerrung des Gefüges. Dieses verzerrte Gefüge ist der Grund für Spannung im Stahl, die wir Härte nennen.


    Viele Grüße
    Roman

    etwas zu dieser Meldung "Strider schließt die Pforten" zu schreiben fällt mir etwas schwer, weil die Worte eines von mir sehr geschätzten Messermachers mir immer wie ein Damoklesschwert vorkommen: "Schreib nur nichts Krieg entscheidendes". Es gelingt mir nicht immer mit den Worten allen zu gefallen, aber irgendwann ist eine Meinung einfach nicht zu verhindern.


    Strider schließt also. Von Strider habe ich erst 2009 etwas gehört, die Messer kamen mir kantig vor, die Wahl der Stähle schien das Motto "ist viel drin, muss gut sein" zu haben. Aber egal, diese Messer hatten doch irgendwie etwas. Mick Strider habe ich nie kennengelernt, wie auch? Also kann ich nur das wissen, was andere über ihn sagen oder schreiben.


    Es ist mir fern hier für irgend jemand Partei zu ergreifen, aber es gab Zeiten, in denen das "System Strider-Messer" das Maß der Dinge war, und der Stahl s30v in jeder Diskussion Thema war und viele waren stolze Besitzer eines Stridermessers. Die Form der Messer erschien mir, wie gesagt kantig, aber dennoch war sie richtungsweisend und hat sich einen festen Platz in der ganzen Messergeschichte erobert.
    Die Klappmesser des Herrn Strider waren ebenfalls nach dem Motto, Hauptsache stabil, Form so wie es mir gefällt, gemacht.


    Viele machten dann ebenfalls Messer in dieser Art, aber das Striderlogo war nach wie vor das Maß der Dinge in dieser Messerrichtung. Persönlich habe ich nie ein Stridermesser besessen, aber viele in der Hand gehabt. Die Messer waren, ich erlaube mir jetzt keine Wertung, einfach wie sie sind, fertig.


    Und, Herr Strider passt nicht in das Schema "braver Schwiegersohn" und soll auch eine "große Klappe" haben, na und? Ich muss das nicht gut finden, aber solche Leute haben es in Amerika bis zum Präsidenten gebracht, wieso soll ein Messermacher in diesem harten Geschäft, wenn man davon leben will/muss, nicht auch die gleiche Methode haben?
    Ist es nicht schon oft so gewesen, dass Kreativität mit großer Klappe und schwierigem Charakter verbunden waren. Das muss auch nicht gut sein, aber es ist nicht zu ändern.


    Wir haben es eben nicht immer mit Menschen zu tun, die etwas Neuartiges auf den Markt bringen, das Produkt über Jahrzehnte pflegen und gleichzeitig gute Kaufleute sind und allen gerecht werden wollen. Oft ist es so, dass gerade diejenigen, die, ich nenne es mal Geistesblitze, haben, auf Dauer das Interesse an dieser einen Sache verlieren und sich wieder anderen Dingen zuwenden. Es wurden und werden z. B. Maler bis heute hochgelobt, die irgendeine Farbe gesoffen haben und sie wieder auf die Leinwand gespuckt haben, so sieht es zumindest ab und zu aus. Da wäre mir ein Stridermesser lieber als das Geschmiere auf Leinwand.


    Und, jetzt kann mir zustimmen wer will, oder auch nicht, ändert sich eine Produktlinie nicht oder hat der Macher nicht dauernd neue Einfälle, wird ihm Inspirationslosigkeit vorgeworfen.
    Oft ist es doch so, wie mans macht, man machts verkehrt. Gerade in der heutigen total vernetzten Welt kann auch der zäheste Hund mal die Nase voll haben.


    Und wenn wirklich keine neuen Stridermesser mehr kommen, dann gilt eben das Motto: Nicht weinen weil es vorbei ist, sondern zufrieden sein weil es war.


    Viele Grüße
    Roman

    ich wußte, ich habe noch Maße vergessen.


    Die Klinge ist 115 mm lang, der im Griff befindliche Teil hat eine Länge von 25 mm. Die breiteste Stelle der Klinge beträgt 37 mm. Das geschlossene Messer, mit dem Teil Klingenwurzel, der aus dem Griff ragt zeigt auf dem Zollstock 153 mm, bzw. 6".


    Die Wippe ist auf einer Federstahlachse gelagert, die Klinge läuft auf einer Messingbuchse, die einen Federstahlkern hat. Platinen sind aus gehärtetem C 105, die Griffbeschalung aus GFK FR4, also relativ flammresistentes G10.


    Viele Grüße und danke für die Kommentare.
    Roman

    Keine Sorge, es geht nicht um schwer schuftende Hühner, sondern ganz einfach um Klappmesser. Ein wenig inspiriert von dem kleinen Klappmesser, dass ich mir gemacht habe, war es nach und nach, je nach Zeit, möglich, noch ein Klappmesser anzufertigen.
    Das ist ja mit den Klappmessern eine feine Sache, wenn man Computerprogramme, CNC und was weiß ich nicht noch alles, zur Verfügung hat. Aber die Sache sieht ganz anders aus, wenn man so ein klappbares Messer anfertigen will, wenn man eins von Hand bauen möchte, also mit Metallsäge und Feilen. Kurzum, Herr Esposito bastelt lustig eine Navaja zusammen im Schraubstock, davon angespornt wollte ich es auch versuchen. Kurzum, ich habe Federn gelassen. Es gab mehrere Anläufe und das jetzige Endprodukt ist nicht das, was ich mir vorgestellt habe, aber es funktioniert.


    Gemacht aus 3 mm C105, Platinen, Verriegelung und Klinge, die Feder ist aus 4 mm Federstahldraht. Griffschalen sind aus G10. Gewicht, keine Ahnung, die kleine Küchenwaage geht nur 250 Gramm, mit einem Wort, das Teil liegt wie eine kurzläufige 38er in der Hand.


    Es war kurzweilig, immer wenn die andere Arbeit einen Moment ruhte, habe ich die Zeit genutzt um an diesem Messer zu werkeln. Auf jeden Fall habe ich dabei viel gelernt, es sollte direkt ein Klappmesser mit einer Rückenverriegelung werden, ein "framelock" kam nicht in Frage. Das Messer verriegelt einwandfrei und steht gut fest. Die Form an sich sollte nicht zum Nachdenken anregen, es hat sich so ergeben, schließlich habe ich es ohne vorherigen Plan angefertigt. Es ist eben grobschlächtig geworden, aber der Lerneffekt war ein ungeheurer, gerade was das Härten von Federn betrifft und wie man diese listigen Dinger so hinbekommt, dass sie das tun wofür sie da sind.


    Das nächste ist in geistiger Planung, schon seit langem begeistert von dem Klappmesserdesign von Herrn Paul Fox (die Zeitung auf den Bildern im Hintergrund ist von 1982) wird es wohl etwas in dieser Art werden.


    Viele Grüße
    Roman

    ich finde hier keinerlei Ansätze für irgendwelchen Humor, jede Frage soll beantwortet werden.


    Auf den ersten Blick, sagen wir mal die erste Vorstellung davon auf das PE ausbalancierte, Haumesser zu konstruieren kann man nicht ernst genug nehmen. Ja, gerade in der heutigen Zeit ist das eine Frage, die man sich gar nicht früh genug stellen kann.
    Sind wird doch, gerade durch das was wir gerade tun, also am PC sitzend, doch dazu auserwählt, keine harten Hände mit dazugehörigen muskulösen Fingern am Ende unserer Arme zu haben. Ich will hier nicht von einer gewissen Verkümmerung sprechen, ist doch nichts verkümmert, sondern alles noch vorhanden, nur eben nicht mehr so zäh wie vor noch 50 Jahren. Da nehme ich mich nicht aus, ein guter Schmied konnte vor 50 Jahren jeden Backenzahn mit Daumen und Zeigefinger entfernen, und nicht selten hat er direkt zwei Zähne gegriffen.


    Wenn wir also mit unseren Händen diese Haumesserkonstruktionen vergangener Zeiten greifen, dann sind wir damit wohl doch etwas überfordert, und was liegt näher als die Konstruktion des Haumessers neu zu überdenken. Kopflastige Messer, die man kaum noch halten kann wenn sie losgelassen, also auf das Schnittgut, wenn man sie loslässt sind sie wirklich eher ausgelassen, also im Sinne von sie machen was sie wollen. Und, wer will schon, dass eine Machete wie eine fliegende Guillotine durch die Gegend saust. Daraus können sich Probleme ergeben, die man Anfangs gar nicht abschätzen kann. Ganze Reihen Tulpen, extra importiert aus den Niederlanden, reduzieren sich auf grüne Stengel und die Amseln sehen aus wie Irokesen.


    Da ist es doch von Vorteil, wenn die Haumesser über dem Griff ausbalanciert sind. Da wir ohnehin kaum noch Verwendung für solche Messer haben, man bekommt ja schon Streifen in die Hose wenn es Messer eine längere Klinge als 120 mm hat und nennt Messer mit 140 mm Klinge große Messer. Übrigens, das muss ich gerade dazwischen flicken, "großes Messer"!?, wir leben ja in der Computerzeit, also habe ich mal großes Messer bei dieser Suchmaschine eingegeben, wenigstens ein Lichtblick, mag sein dass die Zeit modern ist, aber der PC versteht genau was ein großes Messer ist.


    Aber zurück zum ausbalancierten Haumesser. Durch das Ausbalancieren kann man also endlich die Haumesserklinge auf die geforderten 120 mm Klinge bringen, na gut, ein wenig kurz und ein wenig dick oder breit, aber es geht doch nichts über Ausgewogenheit. Da wir sowieso so gut wie nichts mehr zu hacken haben, ist es ohnehin egal.
    Und für die ganz Verwegenen, also diejenigen, die noch richtige Messer mit sich führen, auch die kann man ausgewogen bedienen. Die Stärke der Klinge wird einfach runtergeschraubt, aus 2 mm mach 0,2 mm, und schon ist das Haumesser groß, ausgewogen und kann zusammengerollt um den Griff in der Jackentasche getragen werden. Freude wohin man blickt.


    Ich kann bei solchen Suchen immer mitfühlen, ist es doch gerade der Stein der Weisen, oder Gral der geheimsten Wünsche, die unser aller innerste Triebfeder sind. Da das Fliegenfischen meine Passion ist fehlen mir dort auch oft die notwendigen Gerätschaften, so dass ich da schon allerhand improvisieren musste. Das nächste Projekt hat auch schon Gestalt angenommen. Zielfisch ist dieses Mal der Somniosus microcephalus.


    Meine Angelrute habe ich aus einem ausrangierten Fiberglas-Sprungbrett aus dem Freidbad geschnitten, hatte doch diese Vollkonstruktion als einzige das Rückgrat um sowohl Fisch und der Angelrolle gerecht zu werden. Der Lebensraum dieses Fisches ist ohnehin ein von Hobbyanglern total vernachlässigtes Gebiet, bieten doch gerade die Nordmeere, speziell die unterseeischen Gräben ein wunderbares Angelgebiet. Aber ich verliere mich in Schwärmereien, meine Angelrolle habe ich aus Mangel an entsprechendem Gerät aus einer Autofelge fertigen müssen. Gut, die Ränder habe ich noch um ein paar cm hochziehen müssen, erfordern doch gerade die Bereiche zwischen der mesopelagialen und bathypelagialen Zone ein erhebliches Maß an Nachschnur.


    Das es sich bei dem Zielfisch um einen etwas stärkeren Vertreter der schwimmenden Spezies handelt musste auch das Anfertigen der Köder und das elegante Auswerfen derselbigen neu angegangen werden. Benutzt man zum Fliegenbinden doch eher einzelne Federn um ein Hechelkränzchen zu winden, sah ich mich der Aufgabe gegenüber drei Mastputen auf einem Haken unterzubringen. Ich gebe es zu, es war nicht einfach, aber wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Die letzte Hürde war die Eleganz des Fliegenwurfs, sowohl Rute, Rolle und Köder erwiesen sich als, sagen wir einmal, etwas gewöhnungsbedürftig, aber eine ausrangierte Walharpunenkanone hat dann doch alles soweit auf Entfernung und Tiefe gebracht.


    Was bleibt ist der erste Gedanke, soll ich das ganze Geschreibsel jetzt wegdrücken oder absenden? Ich schicks einfach mal auf die Reise, ist es mir doch gelungen diese Zeilen, fast hätte ich geschrieben, zu Papier zu bringen, hinzukriegen, ohne sie mindestens zweimal beim vorletzten Wort zu löschen (ich weiß immer noch nicht welche Taste dieses Debakel immer anrichtet).


    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Roman


    ps: und was das Haumesser betrifft, es kommt nur auf den wahren Glauben an, ich zitiere mal sinngemäß den leider viel zu früh verstorbenen Herrn Pratchett: "Segelte nicht der Prophet Abyss auf einem Schleifstein nach Ephebe?"

    so wie ich das sehe bohrt man sich nicht in der Nase während man sich mit dem Ding beschäftigt.


    Bevor jetzt Krisen entstehen, -das ist ein Witz gewesen-. Was ich mir gut vorstellen kann, wenn man es mit den Fingerspitzen hält werden die Nervenenden dort leicht in Schwingung versetzt, so dass diese Stimulanz mögliche Arbeit vortäuscht. Und wenn die Finger dann müde sind, erreicht man den Zustand, den man sonst nur mit Arbeit erreicht, also eine gewisse Zufriedenheit, geistig, seelisch, moralisch, oder dergleichen..... ich bin kein Arzt.


    Ich frage mich nur, um die Kugellagerdiskussion zu verstehen, was die dort für Kugellager verarbeitet haben? Diese Kugellaer sind keinerlei Belastungen ausgesetzt, außer dass sie rundlaufen müssen. Kein Druck, keine Hitze, nichts dergleichen, und geben dann den Geist auf!? Egal wofür diese Teile gedacht sind, diese Kugellager würde ich auch austauschen.


    Viele Grüße
    Roman


    PS: ich weiß nicht wie alt mein Schmiedegebläse ist, und gefettet habe ich es das letzte Mal vor zwei Jahren, glaube ich mal, das läuft auch locker über eine Minute nach, ich muß allerdings zugeben, ich habe die Zeit noch nicht gestoppt.......vielleicht tut sich mir da auch noch ein Feld nicht genug gewürdigter Bemühungen auf........

    danke Micha, das war ausführlich.


    Etwas ist mir noch eingefallen, rein aus handwerklicher Sicht heraus. Wir haben ja, ich sags mal ganz salopp, eine abgeschrägte Meißelspitze, über die wir hier reden. Mit solchen schrägen Schneiden kann man wunderbar Ecken von Leim oder ähnlichem befreien, bei Schnitzmessern findet man diese Form auch.


    Aber, ich glaube die ursprüngliche Idee war nicht mit einem Katana irgendwelche Reste aus Leimfugen heraus zu kratzen, sondern der Sinn einer solchen Klinge können wir uns alle vorstellen. Wir versuchen ja gern, hinter allem alles zu vermuten, das macht ja auch Freude, so kommen Diskussionen in Gang. Wenn ich mir diese Klinge, also das "chokuto" aus dem Buch von Herrn Yoshihara so ansehe, diese Spitze ist absolut auf übelsten Gebrauch eingerichtet. Die Spitze ist so angeschliffen, dass ich mich frage, wer das Ding noch mal scharf bekommt, wenn sie mal stumpf ist.


    Vermutlich sind diese "chokutos" der Alptraum aller Schwertpolierer in Japan, haben die es doch so schon schwer, ewig in dieser nassen Kuhle auf einem Kastrationshocker ähnlichem Untersatz zu sitzen und meterlange Klingen rasierscharf mit den verpflasterten Fingern zu schleifen.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass die Nachkommenschaft der Polierer, anstatt japanisch zünftig mit einem "ashiarai yashiki" in Angst und Schrecken zu versetzen, damit die Reisstrohsandalen sauber in die Ecke gestellt werden, das Schleifen eines "chokutos" angedroht wird.


    Wie schon gesagt, Gefallen macht schön, ich sehe es mehr als Erinnerung an diese alten Anschliffe. Ob es letztendlich Sinn für den jeweiligen Benutzer macht, das werden wohl die Benutzer entscheiden müssen. Nicht immer sind Anschliffmodalitäten aus alten Zeiten in unseren Zeiten nützlich, aber wieso nicht?


    Viele Grüße
    Roman


    ps: damit keiner nachschauen muss, "ashiarai yashiki" ist, ein großer schmutziger Fuß, der die harmlosen Leute nachts in ihren Kemenaten erschreckt und ihnen befiehlt, ihn zu sauber zu waschen. Japanische Dämonologie ist noch vielfältiger als die Anschliffe der Katanas.