Beiträge von Micha M.

    Was mir an ER bislang immer gefallen hat, war die Konzentration auf Praxisnutzen und der weitgehende Verzicht auf "Schickimicki" (...wie man bei uns so sagt...). Ausnahme waren vielleicht die schon immer zu üppigen Beschriftungen auf den Messern. Zu den rausgeputzten Parade-Sondermodellen, die bezeichnenderweise im Plexiträger statt in der Scheide daherkamen, gab es wenigstens immer auch ein "User-Modell".
    Jetzt kommt da so ein 1000-Euro-Renommier-Zachel heraus, der doch wohl fast ausschließlich für begüterte Sammler gemacht ist - zumal die italienischen Jäger längst nicht so versnobt sind wie einige ihrer deutschen "Innungskollegen" und in ihrer Ausrüstung schon immer wenig Berührungsängste vor praktischen, schnörkellosen Sachen hatten, auch wenn diese vielleicht ein wenig militärisch aussehen.
    Feine Sinnsprüche wünsch ich mir allenfalls für meine Ramme ("Klopf an, tritt ein, bring Glück hinein"), weniger auf einem Jagdmesser.
    Seit Jahren ist ein neues Modell in der Größenklasse von Shrapnel und Fulcrum C sozusagen überfällig, seit dem T 3000 C hat sich da nichts mehr getan. DAS würde mich als Anwender viel mehr interessieren...
    Mit dem Konzept des neuen Jagdmessers kann ich selbst weder praktisch noch inhaltlich etwas anfangen.

    Ja, die Ähnlichkeit ist da. Das ER Venom ist ja auch an dieser alten Form orientiert.
    Und das Shrapnel ist eigentlich ein "verkürztes" Venom, wenn man sich die Linienführung des vorderen Klingenteils mal anschaut. Bei meinen Versuchen war ich erstaunt über die Effektivität dieser Form: Die Durchstichleistung eines einschneidigen Messers mit mehr als 30 mm Klingenhöhe war verblüffend.

    Zu grobe Sägezähne an einem Fighter sind auch nicht mein "Ding", wg. Verhaken...Daher sehe ich ja die Beispiele mit "überdimensionalem Wellenschliff" mit viel Interesse, wie beim Trident Persian oder jetzt aktuell auch bei Martin von BS...


    Habe mich mit Fred "Zingzong" über die Messer von Mike Everyman von Grayman Knives schon häufiger ausgetauscht. Das Finish ist eher "rustikal", wenn man - wie Fred das gemacht hat - das Gun-Kote runtermacht, kann man wohl den Bearbeitungsprozeß optisch gut nachvollziehen :)
    Auch die Griffe waren anfangs durchweg sehr kantig, die Kanten waren schlecht gebrochen usw. Aufgrund der sehr detaillierten Vorschläge von Fred und seinem präzisen Feedback kann man angeblich nun auch Schalen "Fred-Style" bestellen, die sorgfältiger gestaltet sind und besser in der Hand liegen.


    Mike kommt - zumindest nach seiner HP und der Resonanz aus den Foren - aus dem professionellen Bereich und hat angeblich zuletzt als US-"Para" und Ausbilder christlicher Milizen in Darfour gearbeitet. Aufgrund seiner in US-Magazinen veröffentlichten Artikel vermutet man allgemein auch eine Involvierung in das MercWorx-Design. Er geht in seinen Artikeln zuweilen auch mit einem Sniper um statt mit einem Grayman-Fabrikat. Sein Artikel über militärischen Messerkampf, auf seiner HP verlinkt, ist aufschlußreich.


    Man liest allgemein immer wieder so ziemlich die gleiche Meinung über seine Messer, z.B. hier:
    http://www.newamericantruth.com/reviews/knives/grayman.htm


    Relativ grob gedengelt, nicht hübsch - aber sehr robust und zuverlässig


    Übrigens prima beobachtet, Roman: Das Merdeka sieht wirklich ein wenig so aus wie ein Raptor XL nach 6 Wochen Vollverpflegung bei meiner Süßen :) Über Ähnlichkeiten und die Vorzüge von Recurve Tanto bin ich übrigens auch mal mit Mike mailweise ins Gespräch gekommen und hatte einen sehr angenehmen Eindruck vom Kontakt.

    Es freut mich ganz besonders, daß aus der Klinge wirklich ein schönes Messer geworden ist, die Eignung dazu hat man ihr angesehen :) Roman war ja so geduldig und sorgfältig, bei unserem gemeinsamen Projekt mehrere Varianten zu entwerfen, so daß ich mich nicht nur theoretisch an mein "Wunschmodell" annähern konnte, sondern auch praktisch die Unterschiede verschiedener Gestaltungen vergleichen konnte. Diese ist eine der insgesamt 4 Klingen, die Roman dabei gefertigt hat. Interessanterweise habe ich beim Probehandling auch einen Wickelgriff verwendet und konnte mir ebenfalls die Form sehr gut für so eine Klinge vorstellen, obwohl für MEIN Wunschmodell eine Beschalung vorgesehen ist.


    Deine Lösung mit Wickelgriff und dem größenmäßig imo sehr gut angepaßten Parierelement gefällt mir sehr gut! :)
    Meine Version benötigt noch ein wenig Zeit, da ich die Erprobung bestimmter Maße beim Griff noch nicht abgeschlossen habe.


    Ama-ebi: Stimmt!

    Ahhh, ja, verstehe, Euer Majestät :)


    Man muß auf jeden Fall vermeiden, daß das den Finger einklemmt, auch bei starkem Heben oder Senken der Klinge. Vielleicht ein wenig mehr vom Griff weg mit dem Biegen nach hinten beginnen, nicht direkt unter dem Griff...

    Ich finde das mit der Richtung des Handschutzes gar nicht übel: Es soll ja bei dem Teil eben NICHT den Hieb einer anderen Klingenwaffe parieren, zumindest - hoffentlich - nicht andauernd :)
    Für den Haumessergebrauch ist es doch aber gar nicht schlecht, die Hand vor einem Aufprall auf hartes Schneidgut oder Umgebungsgegenstände zu schützen, wenn man hackt. Es gibt ja auch Macheten mit Griffbügel...

    Zumindest die Antort zur Säge ist Quatsch. Für das Drahtbrechen reicht EINE Kerbe. ER schreibt auch ausdrücklich über die Rückensäge und begründet das obere Parierelement (im Gegensatz zu den Modellen ohne Säge) mit der Möglichkeit, zum Sägen den Finger darum zu legen, um kraftvoller am Messer ziehen zu können - beim Sägen, natürlich.


    Ich stell mir gerade vor, wie jemand Stacheldraht so serpentinenförmig durch alle Kerben zieht und dann das Drahtbrechen versucht - und unter Fluchen und Heulen nach zwei Stunden dem Drahtverhau sein Messer "schenkt" und ohne nach Hause schlurft :)

    Der Blankwaffeneinsatz bleibt exotisch, selbst für den vielbeschworenen "Sentry Silencer" tut es viel eher die SD-Ausführung von Pistole oder MP. Trotzdem gehören schon noch Blankwaffentechniken, zumindest mit dem Kampfmesser, zum festen Ausbildungsbestandteil vieler militärischer SEen in Europa, z.B. in Spanien, Italien und Osteuropa.
    Was man insgesamt beobachten kann, ist eine Aufwertung der Individualbewaffnung und eine höhere Bewertung der Einwirkungskraft des einzelnen Soldaten. Klar: Die Zeiten, in denen in geordneter Feldschlacht auf Distanz mit schweren Waffen miteinander gekämpft wurde, sind ja eher vorbei - aktuell ist eher eine Vermischung polizeilicher und militärischer Aufträge feststellbar, ebenso Einsatzbedingungen mit großer räumlicher Nähe zu Umgebungspersonen, aus denen schnell auch Gegner werden können. CQB bzw. in der individuellen Form CQC werden also im militärischen Bereich mit Einsatzlagen wie Irak oder Afghanistan und Einbindung in "Friedensmissionen" eher wichtiger.
    Anwendungssituationen für Blankwaffen kann ich mir hier insbesondere dort vorstellen, wo die Schußabgabe eine drastische Gefährdung eigener Kräfte mit sich bringen würde, also z.B. einem Angreifer, der sich mitten in eine Patrouille stürzt, ggf. auch zur Abwehr von Angriffen mit Blankwaffen, bei denen eine Schußwaffe nicht immer das beste Mittel ist.
    Fakt ist jedenfalls, daß auch längere Messer bzw. "Kurzschwerter" wie das T 3000 M von Extrema Ratio auf konkreten Wunsch aus dem militärischen Bereich entstanden sind - wofür im Detail auch immer...


    Zustimmung zu den Hawks - meins ist auch ein reines Öffnungswerkzeug.

    Klar, und nach dem ersten Sturz kannst Du 'n Mofa vor Deinen Rollstuhl spannen und sozusagen das Schwert vom Streitwagen aus schwingen :) Nee, laß mal Quertragen bei so nem Ding.


    Das Schwert sieht fein aus, nett finde ich auch die Version von dlsports.com.


    Mal abwarten, ob solche Sachen exotische Eintagsfliegen sind - immerhin hat es ja das Hisshou von Williams bei CRKT in die Großserie geschafft. Das MW Goliath geht ja in eine ähnliche Richtung, was die Größe betrifft... Eine Rückbesinnung auf Individualbewaffnung und derartige Einsatzmittel aufgrund der veränderten Einsatzlagen könnte ja durchaus auch ein professionelles Revival solcher "fetten Brocken" bringen.


    Schade, in den polizeilichen Einsatz werden die es wohl eher nicht schaffen, schnüff.
    Aufbau einer Bedrohung mit dem Gladius hätte was....

    Habe mir die Bilder bei Bonowi angeschaut, Deine ebenfalls.
    Das ist imo ein Original, allerdings in einer Version, die schon seit mindestens 2006 nicht mehr produziert wird (Umstellung auf Modellreihe F II, die F II-Variante erscheint bereits im 2006er Produktkatalog).


    Bei den alten Modellreihen hatten noch nicht alle Messer Seriennummern.


    Über die Art von Säge kann man ohnehin streiten, bei der aktuellen Serie wird ja bezeichnenderweise schon "gewarnt", es bedürfe zum Einsatz einer starken Muskulatur. Läuft wohl eher auf ein Zerreißen des Sägeguts hinaus bei dieser "oversized" Zahnung.


    Ein dermaßen stumpfes Messer als "Kampfmesser" auszuliefern, finde ich nicht okay, ich selbst würde das reklamieren. Man wird sich beim "Kampfmesserverkauf" ja wohl kaum darauf herausreden können, unliebsame Schäden in Kinderhand vermeiden zu wollen :)
    Abgesehen davon ist es keines, zumindest nach der Klassifizierung von ER, nach der es nachvollziehbar ein Field Knife ist, ein Feldmesser und damit primär ein Einsatzwerkzeug - im Gegensatz zu faktischen Fightern, die dann auch so klassifiziert werden, wie dem Col Moschin oder dem Suppressor.
    Auch ein Feldmesser muß aber mindestens eine robuste Gebrauchsschärfe haben, sonst tut es ja wirklich der Meißel aus dem Baumarkt.


    Eine Nachbesserung sollte Bonowi dem eigenen Firmenruf schuldig sein, und dem Status als authorisierter ER-Händler.

    Schon den Thread zu Ecos Knives hier im Unterforum gesehen?


    Bei den Productions wird es recht eng, wenn der Look recht klassisch sein soll (und CRKT und dann erst recht Nealy ausfallen) und die Klinge kurz...von Chen und Citadel gibt es größere in einiger Anzahl.


    Neben Horan macht übrigens auch Burnley schöne Kwaiken, das von Trident wäre ja dann schon wieder zu modern/westlich.


    Für mich naheliegend: Eines bei BS machen lassen, Martin macht auch Wickelgriffe, schau mal in seine Galerie...

    Eigentlich mag ich Nieten zumindest links und rechts am Mund der Scheide, da ich beim Zurückstecken des Messers dort auch schon in die Naht ungenieteter Scheiden eingeschnitten habe. Ärgerlich...
    Hier ist der Mund aber wegen der Durchführung des PE geweitet, so daß diese Gefahr doch deutlich reduziert wird und man ohne auskommen kann...

    Ich würde mich nicht unbedingt darauf verlassen, daß man ausnahmsweise mal die Anwendung solcher Geräte realistisch bewertet. Wer ein PRT VIII als "Einhand-Kampfmesser" sehen will, wird bei einem Hawk mit schneidenbewehrtem Spike wohl kaum die Realitäten erkennen - und die liegen auch beim VTAC heutzutage fast ausschließlich im Gebrauch als hebelgeeignetes Mehrzwecktool. Nach dem angesprochenen FB des BKA hätte ich insbesondere bei seitlich mit Schneiden bewehrten spitzen Spikes Zweifel an einer Kategorisierung als Werkzeug...


    Interessante Alternative könnte eigentlich - ganz naheliegend - ein kleines Feuerwehr-Handbeil sein. Das hat ja auch einen Spike, allerdings einen erheblich besser zum Hebeln geeigneten mit querliegender Meißelspitze. Die Dinger haben die Größe eines Hawk, kosten nicht mal 30 Euro - und der Polizist, der da noch eine Waffe "wittert", müßte ja folgerichtig davon ausgehen, daß die Zweckwidmung des Feuerwehrbeils das Abschlachten von Brandstiftern ist und nicht der Werkzeugeinsatz. Ich hoffe inständig, SOVIEL Realitätsverlust hat noch nicht Einzug gehalten.
    Der Kopf dieser Beile ist allerdings deutlich schwerer als der von Hawks, das macht sie - am Rande erwähnt - für einen Waffeneinsatz tatsächlich weniger geeignet, nimmt ihnen aber ansonsten nicht den Praxisnutzen auch für andere Anwendungen. Ich hab bei meinem allerdings die Schärfe der Schneide deutlich erhöhen lassen, da der Originalschliff eher dem einer Spaltaxt entspricht...