Beiträge von Micha M.

    Endlich komplett: An eine Feilenstahl-Klinge von Roman aka "Juchten" hat Martin von Blade-Systems mir einen wunderbar passenden (...sowohl zur Hand als auch zum Messer...) Griff gebaut. Mal ein etwas anderer Look, als bei mir gewohnt. Laßt Euch überraschen, Vorstellung mit Bildern erfolgt in Kürze, bin momentan ziemlich eingespannt.
    Freue mich aber riesig!!!
    Bereits jetzt in Kürze vorab ganz herzlichen Dank an die Zwei!!

    Ich beobachte seit längerer Zeit die Modellentwicklung bei Kiku Matsuda, seine Formgebung - hier dann auch noch in Verbindung mit hervorragender handwerkicher Gestaltung - gehört für mich in einer Klasse mit Szabo, Sibert und wenigen anderen Machern zum Interessantesten und Anregendsten auf dem Markt, abseits vom Mainstream, aber gerade deshalb mit immer neuen Denkanstößen.


    Die Diskussion über Fingerlöcher ist mir aus meinem eigenen mit Martin von BS gemeinsam verwirklichten Projekt der OR-Reihe natürlich bestens bekannt. Ich kann auch nachvollziehen, daß einzelne Anwender Bedenken haben, sich durch kampfkünstlerisch dann schon wirklich bemerkenswert kunstfertige gegnerische Techniken bei einem Weghebeln des Messers den Finger brechen zu lassen.
    MIR selbst erscheint es statistisch viel wahrscheinlicher, daß mir ein weniger sicher in der Hand liegendes Messer durch einen schnöden gegnerischen Schlag oder Tritt oder Block aus der Hand geprellt wird oder mir - gerade durch die angesprochene stressbedingt reduzierte Feinmotorik - entweder beim Ziehen schon nicht richtig in die Hand oder anschließend blöderweise sofort wieder daraus heraus will...


    Das passiert mit einem Messer wie dem hier gezeigten oder auch meinem Raptor OR-GG eher nicht.


    Die Handhaltung am gebogenen und geneigten Griff ist übrigens nicht "besonders" oder ungewoht - sie ist im Gegenteil der normalen Handhaltung ohne Messer viel ähnlicher als die Haltung um einen geraden Griff mit ggf. deutlich nach vorn überstrecktem Handgelenk und gesenktem Daumen. Bei einem Jab erlaubt die Griffneigung ein deutlich weiteres Durchstrecken des Arms und bringt damit Reichweitenvorteil, außerdem wird der Deuteffekt besonders gut erzielt: Die Messerspitze geht dorthin, wohin man auch bei instinktivem Zeigen mit dem Zeigefinger deuten würde.


    Zum "bösen" Messer: Wie die meisten von Euch besitze ich verschiedene Messer, teilweise ganz unterschiedlich gestaltete bei relativ gleichen Maßen. NATÜRLICH kommt es bei der späteren Wirkung viel eher auf die Anwendung an, und man kann ja auch mit einem ganz "harmlos" oder "unaggressiv" aussehenden schnieken Gentleman-Folder ggf. viel Böses anrichten. Aber ich halte es für reichlich unrealistisch, bestimmten Gestaltungen eine deutlich "aggressivere" oder "bösere" Ausstrahlung rundweg abzusprechen. Das resultiert oftmals insbesondere aus Gestaltungen mit hoher Aufschlitz- oder Aufreißwirkung, wie Hawkbill-Klingen, Recurve-Tanto, ausgeprägte "Unterspitzen", winklige Schneiden - aber auch z.B. Serrations usw. Das scheint übrigens nicht nur mein persönlicher Eindruck zu sein: Meine Frau schaut sich meine Neuerwerbungen oder auch mal "Begehrlichkeiten" ja auch immer mal an und versieht bestimmte entsprechende Vertreter zuweilen mit genau diesem Attribut: "böse".
    Im Idealfall: Das sieht sehr schön aus, aber auch ziemlich böse :)
    Wie beim hier gezeigten Messer von Kiku :)

    Nun, zumindest "auszugsweise"...:) :


    - Das neue Militärmesser von Tony
    (...ich darf noch nichts sagen, aber drauf freuen wird man sich doch schon dürfen :) ).


    - Ein "Practical Kuku Macan" aus dem aktuellen Projekt von
    Arnes TKM (TheKhukuriShop) - noch ein wenig Geduld, Vorstellung erfolgt Ende des Monats!


    - Ein kompaktes böses Messer von Martin von Blade-Systems,
    mir schwirrt da schon länger allerlei zu einem "City-CQC" im Kopf herum....

    Chris, Fluchtuer: Die Realität ist aber - leider - eher "andersherum" :)
    Schaut Euch doch die ganzen Verkaufsanzeigen hervorragender Messer an: "Noch nie etwas geschnitten, Vitrinenstück", im Extremfall sogar "nie ausgepackt" oder "noch nie in der Scheide gewesen".
    Okay, man notiert natürlich mit Freude, auf diesem Weg meist ein neuwertiges Messer günstiger bekommen zu können, oder meinetwegen ein nicht mehr produziertes noch zu bekommen - aber ein wenig schade finde ich es auch.


    Andererseits will ich mich hier nicht über hervorragende Kenner und Sammler aufschwingen, deren Sachkenntnis mir imponiert und deren Bilder ich immer wieder gern sehe, denken wir mal an Knifecollector mit seiner wunderbaren Sammlung...


    Weniger versteh ich da - mit Euch - allerdings diejenigen, die sich EIN hochwertiges Messer zulegen und dann nicht benutzen.

    Absolut verständlich. Das mit der "Reservefunktion" des zweiten Fixed und der ansonsten erfolgenden Auswahl hatte ich mir eh so gedacht. Deine Überlegungen zum Gesamtgewicht der Einsatzausrüstung sind exakt auch die der Beschaffer bzw. Planer, die rechnen auch die pro Gegenstand eingesparten "Kleckerbeträge" am Ende zusammen.


    Meine Überlegungen zum veränderten Einsatzspektrum resultieren aus Gesprächen und Berichten über Personenkontrollen, Hausdurchsuchungen, Streifendienst im urbanen Bereich usw. Das gehört ja zunehmend insbesondere bei "Friedensmissionen" zum Einsatzspektrum.

    Aufgrund des veränderten Aufgabenspektrums von Soldaten in
    asymmetrischen Kriegen und sog. "Friedensmissionen" sehe ich die Tendenz
    eher anders. Wenn sich polizeiliche und militärische Aufträge
    vermischen, steigt eher die Wahrscheinlichkeit, auch in engen Kontakt zu
    Umfeldpersonen zu kommen, die Zielpersonen werden können - gerade das
    ist ja eine moderne Taktik in diesen Auseinandersetzungen. Insofern sehe
    ich - offenbar im Einklang mit vielen offiziellen Beschaffern -
    steigende Bedeutung zur Individualausstattung im Vergleich mit Zeiten,
    in denen man sich eher gegenseitig aus der Ferne bombardiert hat...


    Selbstverständlich spekulieren viele Hersteller auf den "Werbewert"
    truppenverwendeter Tacticals und peilen vor allem die Aufrüstung von
    Sammelvitrinen an - andererseits werden qualitativ und preislich eher
    gehobene Messer auch im Rahmen offizieller Beschaffungen für die
    Truppenausrüstung geordert. Auch die Ausrüstung mit Bajonetten ist eher
    auf dem Vor- als auf dem Rückmarsch - wohl vor allem aus den o.a.
    Erwägungen...Daneben haben "gehobenere" Produzenten wie meinetwegen
    Strider, MercWorx, Mission, MadDog, ER usw. neben ihrer Sammler-Klientel
    auch einen tatsächlich professionellen Kundenstamm, der - meinetwegen
    aus einer Mischung aus Neigung und Bedürfnis - auch für selbstgekaufte
    hochwertige Messer einen beträchtlichen Preis zu zahlen bereit ist.


    Bei Wahl- und Einsatzmöglichkeit einer Schußwaffe würde ich diese in
    den meisten Situationen auch vorziehen, ebenso wie die "normale"
    Schußwaffendistanz im Vergleich zur gefährlichen und drastischen Nähe
    von CQC. Ich weiß nicht, ob man bei Ausstattung mit einer Kurzwaffe bei
    einem Blick auf die tatsächliche statistische Wahrscheinlichkeit eines
    Messer-Waffeneinsatzes im "normalsoldatischen" Tagesgeschäft ein betont
    "waffentaugliches" Messer wirklich BRAUCHT - ich selbst würde ein Backup
    aber zumindest als taktische Ultima-Ratio-Option jedenfalls vorziehen.
    Im polizeilichen Alltag sehe ich das ja ähnlich - und auch da haben
    schon ganze Generationen von Einsatzkräften ganze Dienstkarrieren
    beendet, ohne auch nur einmal in eine Situation gelangt zu sein, in
    denen ihnen ein Backup den Hals gerettet hätte.


    Rein statistisch überwiegt aber - sicher nach allgemeinem Konsens -
    jedenfalls die Werkzeuganwendung, glücklicherweise. Na und? Da kommen
    wir gerade mal zu der Erkenntnis, dass eine normale militärische
    Einsatzkraft also bei einer theoretischen Wahl zwischen einem
    ausschließlich waffentauglichen Messer (wie meinetwegen einem
    Fairbairn-Sykes) und etwas Werkzeugtauglichem mit dem Letztgenannten
    wohl besser bedient ist - im Kommandobereich mag das anders aussehen,
    außerdem bei spezifischen Einsätzen, in denen der Waffennutzen den
    Werkzeugnutzen überwiegt, beispielsweise im Personenschutz. Ansonsten
    sind viele militärische Messer ohnehin zu beidem geeignet.


    Folder oder Fixed? Nun, ob als Waffe oder Werkzeug, jedenfalls sollte
    ein militärisches Messer ausreichend stabil sein und so getragen werden,
    dass man es zügig zur Anwendung bringen kann - ob im Rettungs- oder
    SV-Fall. Für mich persönlich ist mittlerweile - nach Folderentwicklungen
    wie ER Nemesis und MPC, den großen ZT-Foldern, stabilen Striders usw.
    ein Folder keineswegs untauglich und übrigens - je nach Trageweise - bei
    geschlossener Jacke tatsächlich im Zweifel eher schneller in den Einsatz
    zu bringen als ein Messer an einem unter der Jacke getragenen Koppel.
    Außerdem hat er bei der angesprochenen Vermischung polizeilicher und
    militärischer Einsätze oft den Vorteil der nonlethalen Anwendbarkeit
    (als Kubotan) im niedrigschwelligen Bereich - aktuelle Ereignisse
    belegen ja, dass selbst in Auseinandersetzungen wie in Afghanistan die
    Schußabgabe für den Soldaten schnell den strafrechtlichen
    Beschuldigtenstatus bringen kann.


    Was schnell genug angewendet werden kann und stabil genug ist, um unter
    Einsatzstress als Werkzeug oder Rettungsgerät zu funktionieren, taugt
    meist auch als Ultima-Ratio-Backup.


    Billig oder teuer? Natürlich erfüllen auch billige Messer in einem
    gewissen Rahmen ihren Zweck - die in Friedenszeiten statistisch
    tödlichsten Stichwaffen sind (aus Sicht des Messerliebhabers eher
    gänzlich verachtenswerte und natürlich theoretisch völlig
    ungeeignete) Billigzachel. Auch militärische Messer oder Bajonette in
    Kriegszeiten waren oft ziemlich billige Massenware. Zum möglichen
    "Zerschroten" (...oder Verlust...) hatte ich ne Zeitlang auch ein
    Linton, über dessen "Untergang" ich mich weniger geärgert hätte als über
    ein kaputtes ER Golem. Bei einem Folder werde ich wirklich hinreichende
    Stabilität vermutlich erst ab einem gewissen Preis geliefert bekommen -
    und wäre im Einsatz erbost über einen Ausfall ohne entsprechenden
    Ersatz.


    Ansonsten ist es über bestimmte Basisfunktionen und eine grundsätzliche
    Eignung zum Werkzeugeinsatz hinaus vermutlich überwiegend eine Sache der
    individuellen Interessenlage, wieviel Geld ich für bestimmte graduelle
    Steigerungen von Stabilität, Elastizität, Schnitthaltigkeit usw. zu
    zahlen bereit bin - wie bei so vielen anderen Gebrauchsgegenständen
    auch. Natürlich MUSS es kein Strider oder MercWorx oder Randall sein,
    wenn Millionen von Soldaten mit massengedengelten Kashi-Bajonetten ihre
    Schlachten geschlagen haben. Bei der letzten Durchsuchung hat mein
    Kollege "seine" Pakete mit einem 7,95 €-Messer geschlitzt, bei mir war
    es ein BS-Custom.


    Nicht ganz nachvollziehen kann ich angesichts der - schlüssigen! -
    Überlegungen zur Gesamt-Gewichtsbilanz der Ausrüstung (da haben
    Hersteller auch schon Messerentwürfe für die Truppenbeschaffung komplett
    überarbeiten müssen, um 25 g "zuviel" Gewicht wegzubekommen) die
    Entscheidung für einen Folder und zwei Fixed....Aber Frank wird seine
    eigene Anwendungssituation selbst am besten kennen und bedacht haben -
    und das ist das Wichtigste! Genau deshalb ist mir ja bei Beratungen von
    Interessenfreunden das genaue Erarbeiten der individuellen
    Anwendungssituation so wichtig.


    Einig sind wir uns ja alle über die Unverzichtbarkeit des Messers als
    Ausrüstungsgegenstand. Und wer - in der Bandbreite ausreichender
    Stabilität für alle in Frage kommenden Anwendungen - Interesse am Messer hat, wird eher bereit sein, in diesem Bereich etwas Höherwertigeres einzusetzen als das Minimum...und dafür eben auch mehr investieren...

    Also wenn schon die unübliche Kombi Damast/Kydex, dann wär doch auch mal ne unübliche Form drin....
    Warum sollte denn das Muster nur gezogen das Ganze zieren - und nicht auch in der Scheide?
    Wie wäre es denn mit einer Art Kydex-Rahmen, der möglichst viel vom Klingenkörper sehen läßt? Man könnte doch nur den Rücken, die Spitze und einen schmalen Streifen an der Scheide in Kydex einfassen und den Rest "durchblitzen" lassen...zumindest auf der Vorderseite....

    Weiß noch, wie ich erstmals nach meinem Umzug ins Münsterland hier mit einem Rucksack voller Hauer bei einem "Schrotti" aufgelaufen bin. Na ja, ich seh halt auch nicht aus wie bewaffnete Staatsmacht....
    Man konnte förmlich die Räder rattern sehen - wie in ner Daddelkiste: Weglaufen - Grünweiß rufen - Mal gucken, könnte lustig sein - Ratterratter: Gucken-gucken-gucken. Okay, keine diplomatischen Verwicklungen...


    War dann eine sehr schöne Session mit Scheiben und vor allem mit Motorhauben - für die Spitzen der Testmesser. Nachrichtlich: Meine beiden CS Vietnam Hawks lochen eine Motorhaube auch fein :)


    Der gewohnte Abschlepper/Sichersteller findet es mittlerweile nicht mehr aufregend :)


    Als Öffnungswerkzeug für leichtere Hindernisse, Packstücke, Kisten, Verschläge, Innentüren usw. finde ich ein Hawk übrigens wirklich nützlich - allerdings sind die Spikes oft zum Hebeln nicht wirklich gut geformt: Die Schneiden der Spikes drücken sich ein. Igel hat sich da ja mal was Feines bauen lassen, mit einem Spike wie bei einem Feuerwehrbeil - hebelt weitaus besser!

    Details fände ich auch sehr interessant. Hatte mit Mike Perrin von RAT über das RTAK schon vor längerer Zeit einen interessanten Mailaustausch. Mike war total freundlich und geduldig und hat mir seine Erfahrungen in Mittel-/Südamerika mit großen Haumessern/Macheten mit geringerer Klingenstärke erläutert.
    Folgerichtig wollte er sich auch nicht bereden lassen, einen Zehnzöller in Viertelzollstärke anzubieten - und hat auch für mich als Freund stärkerer Klingen ziemlich schlüssig mit der Verwendung von Macheten für ALLE Alltagsarbeiten durch Indios argumentiert.
    Beiderseits weit davon entfernt, einen "Glaubenskrieg" entfachen zu wollen - und immer mit Respekt für die abweichenden Vorlieben/Erfahrungen anderer Anwender - bin ich jedenfalls sehr gespannt auf die Konzeption eines großen Hauers ohne Zugeständnisse an einen externen Hersteller/Vermarkter (...wie seinerzeit bei Ontario...).

    Nach der Klingengröße muß es eigentlich ein FB 16 Forester sein, mit 9,125 Zoll / 23,2 cm Klingenlänge.
    Das kommt auch bei einem Vergleich z.B. mit der Klinge des abgebildeten CS Tai Pan hin (
    Eines der kleineren Modelle kann es nicht sein, insbesondere ist schon die Klinge des FB 17 Forager mit 7,5 Zoll / 19 cm nur ebenso lang wie die des Tai Pan.
    Und ein Serienmodell mit einer Größe übr dem Forester wurde imo nicht hergestellt. Außerdem kommt das bei einem Größenvergleich auf dem Bild auch gut hin, das die Messer ja plan und ohne perspektivische Verzerrung nebeneinander zeigt.

    Immerhin schön zu hören, daß jemand mit seinem Randall auch wirklich arbeitet - die meisten schlafen ja leider ihren Dornröschenschlaf in Sammelvitrinen (die sie durchaus zieren!)....vielleicht zuweilen neben Burago-Autos...


    Ich glaube zwar immer noch, daß wir im Thread einen "Stellvertreterkrieg" führen und DIESE Messer gar nicht einseitig angeschliffen sind, aber sei's drum...:


    Mein altes CRKT M16-14 aus einer der ersten Auflagen schneidet noch immer, die hatten damals noch Chisel Grind. Auch meine "Urlaubsmesser", schnöde CRKT Stiff KISS, zerlegen zwar nicht den schwedischen Elch oder könnten mich einen Einbaum schnitzen lassen, haben aber bei moderateren "Touristen-Jobs" bislang immer sehr gut Rosmarinzweige und selbst knochentrockene Chorizo geschnitten...
    Man mag beidseitigen Anschliff vorziehen, das ist durchaus legitim, ich selbst finde Chisel Grind zuweilen besonders lästig, wenn der Anschliff von der "falschen" Seite erfolgt ist und man dann keine schönen dünnen geraden Scheiben von der Chorizo abbekommt (...oder bedarfsweise vom Elch?). Man soll doch aber nicht so tun, als gelte das für alle Anwender oder als seien diese Messer gänzlich praxisuntauglich.
    Messer wie das Timberline SpecWar oder das Aviator als ganz ungeeignet für praktisches Schneiden zu bezeichnen, wäre vielleicht ein wenig kühn. Auch Mike Everyman von Graymanknives, der aus dem praktischen Bereich kommt, versieht viele seiner Messer mit einseitigem Anschliff.


    Daher würde ich allenfalls gelten lassen, daß das Randall für "jackknife" das "um 400 Prozent bessere Messer" sein mag, das kann er aber für andere Anwender nicht schlankweg mitentscheiden, denke ich.


    Noch etwas zu den zuweilen zitierten Schußwestendurchstichen: Erstens sind wir hier nicht in DEM Forum, in dem man behaupten muß, das Fairbairn-Sykes sei ein gar besonders zierlich und allerliebst Rosentriebbeschneider und seine Erfinder königlich-britische Hofgärtner - hier tummeln sich auch Anwender, die (übrigens auf fachlich teils sehr gehobenem Niveau...) auch die SV-Aspekte bestimmter Messer diskutieren.
    Zweitens kann man aus der Penetrationsleistung beim Westendurchstich eben auch - wie bei vielen anderen gängigen Versuchen zu Leistungswerten von Messern - auf allgemeine Penetrationsleistung schließen. Man macht den Spinewhack-Test ja auch eher nicht, weil man befürchtet, das Messer im Praxisbetrieb versehentlich durch ansonsten unmotivierte harte Schläge auf Tischkanten zu schließen...
    Da die Messer in immer die gleiche Art ballistischen Weichschutzes eindringen - und zwar tiefer als in den ansonsten auch geeigneten Telefonbuchstapel, läßt sich das Eindringverhalten und auch die ggf. auftretende Richtungsänderung beim Auftreffen auf bremsendes Schneidgut (Abkippen, seitliches Auswandern durch einseitiges Aufweiten des Stichkanals) so sehr gut beobachten.


    Auch hier sollte man nicht gleich für alle anderen Anwender mit den Praxisnutzen eines (teil-)geschärften Rückens in Bausch und Bogen verwerfen. Ich hab zum Frühstück vorhin mein Brötchen mit der Wellenschliffseite meines SOG Pentagon aufgeschnitten, wieder mal....Und bei Teilschärfungen wie denen auf den Bildern könnte man sogar noch ohne Probleme mit dem Schlagholz feines Feuerholz machen (auch für schwedische Lachse...). Wer also nicht gerade Wild aufbrechen und abziehen muß (...da ist zum Auf- oder Unterlegen des Fingers ein nichtgeschärfter Rücken wirklich praktischer...) kommt also hin.


    Die meisten, die hier bereit wären, für so ein hübsches Bawidann-Messer rund 250 Euro auf den Tisch zu legen, nach Steuern, haben aber sicher für Exkursionen mit anstehendem Elchzerlegen oder Einbaumschnitzen auch noch ein anderes, für diesen Bereich optimiertes Messer im Bestand :)
    Wer nur ein Bawidamann besitzt, muß Köttbullar aufspießen, zur Strafe.......

    Mal von der Art des Anschliffs ganz abgesehen - übrigens denke ich nicht, daß sie Chisel Grind aufweisen, denn die Klingen sind teils von der rechten, teils von der linken Seite aufgenommen, und es wäre eher unüblich, den Anschliff bei verschiedenen Messern einseitig, aber immer wieder mal von der anderen Seite her vorzunehmen.....


    Aber auch formale Ästhetik muß ja nicht immer nur mit "konventioneller" oder "traditioneller" Form umgesetzt werden. Selbstverständlich bewundere ich die zeitlose Ästhetik von Messern wie dem Fairbairn-Sykes oder dem Randall Mod. 1 - finde aber auch eher "modernere" oder auch unkonventionelle Formen auch ästhetisch ansprechend, wenn sie eine stimmige und ein bestimmtes Konzept schlüssig darstellende und mich insgesamt ansprechende Formgebung haben.


    Schwer in kurzen Worten abstrakt zu definieren...Aber ästhetisch ansprechend kann ja nicht nur die Barockkirche oder der gotische Dom sein - sondern auch das Gebäude im Bauhaus-Stil. Oder anders: Nicht nur Rembrandt oder Renoir haben einen Anspruch auf Ästhetik, sondern eben auch Miro oder Dali.

    Die sehen gut aus. Wie ist denn das Preislevel?
    Die Klingenform erinnert ein wenig an Sibert, mir gefällt auch, daß man hinsichtlich Winkel der Vorderschneide auch nicht ganz so beitelförmige Klingen auswählen kann.


    Die Fehlschärfe kann man ja nachschärfen :)

    Natürlich gibt es viele Anwender, die den Stachel mögen, Reiter hat das ja nicht "mutwillig" gemacht.
    Ich hab ein Hornet mit Stachel in der Hand gehabt und kam damit nicht wirklich gut klar.
    Der Griff ist zu kurz, um den Stachel aktiv einzusetzen, es bleibt lediglich eine haptische/ergonomische Funktion.
    Dafür nimmt er mir die Möglichkeit, das Messer mit der Rückseite des kurzen Griffs in den Handballen zu stützen - bei diesem kurzen Griff eigentlich eine naheliegende Haltungsoption.
    Bei Bootsmanns Tuning bleibt eine ergonomische Orientierung erhalten, das Messer kann aber auch auf die beschriebene Art gehalten werden, ZUSÄTZLICH zur reduzierten Selbstverletzungsgefahr.

    So erstaunlich find' ich das nicht - der kleine Finger drückt ja nicht gerade nach oben, sondern preßt nach vorn/oben. Und da steht ja noch ein Rest des Stachels und bildet mit der Griffhinterkante eine Mulde für den kleinen Finger.
    Ich mochte den "Stachel" nie, ehrlich gesagt, und freue mich über den gelungenen Versuch, der auch handwerklich sehr ansprechend umgesetzt ist. So kann man das Messer auch weiter hinten halten und das Griffende in den Handballen stützen, denke ich.
    Insgesamt gefällt mir die Modifikation deutlich besser als das Ursprungsmodell!

    Sehr schönes Messer!
    Der Griff erinnert ein wenig an Wilson und Harsey.
    Das Schlagelement finde ich allerdings grenzwertig spitz, bei Sturz oder auf engem Raum sehe ich da Selbstverletzungsgefahr und hab aus diesem Grund ein Corkum etwas "entschärft".
    Wo liegt der Schwerpunkt des Messers? Sieht etwas kopflastiger aus als der Durchschnitt - was mich allerdings nicht stören würde!

    Sehr schön!


    In dem Bereich, der sowohl für Penetration als auch für Backcuts interessant ist, hast Du wirksame symmetrische Gestaltung, die Daumenauflage läßt aber z.B. auch Schlagholzanwendung zum Holzspalten zu.
    Mir wäre ein anderer Winkel beim hinteren Griffabschluß lieber, bei hinterer Haltung wirst Du aber auch komplett mit dem Daumen umgreifen können.


    Insgesamt ein sehr stimmiger, wirksamer und professioneller Entwurf, Kompliment!!


    Editiert: Sorry, nochmal gelesen..."professionell" natürlich im Hinblick auf die Anwendung, alles andere würde ich mir nicht anmaßen wollen, gerade einem Profi gegenüber :) Sollte also nicht arrogant oder anmaßend klingen!!

    Gefällt mir sehr gut!
    Auch die Fräsung find ich nicht überladen, sie lockert die Fläche sehr angenehm auf.
    Hinten oben würde ich vielleicht auch riffeln, das gibt Halt in der Innenhand bei hinterer Handhaltung und eine gute Daumenauflage reverse.
    Die Scheide würde ich ein wenig weiter ausschneiden, um vorn unten sofort richtig den Griff fassen zu können.
    Finde es sehr sicher und angenehm, sofort beim Ergreifen die "endgültige" Handhaltung einnehmen zu können...