Beiträge von Micha M.

    Wer wirklich Interesse an diesem Thema hat, hat momentan die besten Bedingungen für einen Feldversuch.


    Geht doch jetzt mit Euren Messern raus und geht damit um, redet nicht nur darüber!


    Hackt, schnitzt Hartholz, arbeitet mit dem Schlagholz.


    Was nützt uns eine neue Runde gelehrter/angelesener Weisheiten, die so gar nicht zu den wirklichen Ergebnissen passen wollen? Das hatten/haben wir doch schon in der teils sehr dogmatischen Diskussion "D2 für Messerklingen, insbesondere für Haumesser".....Mein Gott, da wird auf hohem Niveau auch so allerlei erzählt, nach dem einige Messer von Jürgen Schanz oder Martin Stierlin eigentlich bei jedem schwungvollen Kontakt mit Härterem als Käsesahnetorte hätten zerbröseln müssen wie Knäckebrot.....Und tatsächlich kenne ich KEINEN Fall, in dem so ein Messer zerborsten zurückgekommen wäre.


    Was nützt uns die Erkenntnis, daß nach irgendeiner Kurve auf einem Datenblatt bei -100 Grad eine 47,3prozentige Wahrscheinlichkeit für Kaltversprödung bei einem Hackimpuls Auswirkungen zeigt, der für eine Bulldozer-Schaufel errechnet wurde?


    Nehmt Eure Zachel, ab in den Wald, legt los und berichtet!!

    Du bist ein alter Fahrensmann und brauchst das nicht mehr. Aber häufig fragen hier Leute, die erst einstiegen in diesen Interessenbereich. Warum sollte diese erste Suche nach "dem" richtigen Messer denn dann ausgerechnet OT sein? Weil es manchmal ärgerlich naiv ist? Weil es Mühe macht? Ich hab mich auch schon oft genug geärgert.....andererseits verzeihe ich doch jemandem auch die größte anfängliche Naivität gern, der hier ernsthaftes Bemühen zeigt, sich kundig zu machen....

    Stefan, lies nicht nur VON sondern auch mal ÜBER Clausewitz...Der wird ja heute gern von allen möglichen "Strategen" bemüht und zitiert, die meist nichts anderes als opportunistische Karrieristen sind.


    Was man den perlgestrahlten und windkanaloptimierten Herrschaften meist NICHT vermittelt (oder was sie eh nicht interessiert...), die den armen Carl von Clausewitz, diese Strategie-Ikone, so liebend gern auf dem Verwaltungs-, Business- oder Politparkett (…falls das drei sind…) als Rechtfertigung für Opportunismus instrumentalisieren, ist folgendes:


    Der arme Carl stammte aus niederem Adel, für ihn und seine ganze Familie wäre es ungeheuer wichtig gewesen, wenn er mit einer militärischen/politischen Karriere reüssiert hätte – und er war auf dem besten Wege, hochbegabt, Scharnhorsts Berater, anerkannter Militärtheoretiker, Organisator, Generalstabslehrer…Leider aber eben in der von Napoleon besiegten und an seine Seite gezwungenen preußischen Armee – mit der Carl 1812 auf Seiten des Siegers in den Krieg gegen Rußland hätte ziehen müssen. Für einen Karrieristen gar keine Frage, ist doch egal, in welche Richtung und auf wen man schießen läßt…wohl aber für Carl. Der läuft weg und sogar über – bekämpft Napoleon und zwangsläufig seine eigenen Leute, zum höheren Wohl seines Landes, das er vom napoleonischen Joch befreien will. Das hat man ihm fast zeitlebens nicht vergessen und übel angekreidet, wiederhaben wollte man ihn nach Preußens Befreiung erst gar nicht, dann nicht mehr unterrichten lassen. Trotzdem ist er pflichtbewußt und dient seinem Land bis zum Tode. Tja, meine Damen und Herren Salontaktierer, Eure Ikone Carl also ausgerechnet als vorgelebtes Beispiel einer ganz „untaktischen“ Anständigkeit zu hohem persönlichen Preis….

    Das seh ich wie Waltan.....Es ist eine Sache des Respekts, daß der Threadstarter bereits festliegende Kriterien auch anspricht. Da haben wir hier wirklich schon ärgerliche Threads mit viel unnötiger Arbeit erlebt.
    Der Starter sollte so präzise wie möglich sein und auch an der Sache dranbleiben.


    Wo dann aber "der Zug hinfährt", ist doch ziemlich unterschiedlich, und danach richten sich auch die notwendigen Fragen. Ich hab selbst in einigen Fällen schon mit einem Fragenkatalog gearbeitet, aber auch nur auf dem Gebiet von Custom-Fightern.....


    Im Regelfall wird doch bei vernünftigem Verlauf der Starter schnell aufgefordert, die fehlenden Weichenstellungen nachzuholen, jeweils eben nach Bedarf.


    Das ist mir lieber als ein dogmatisch betriebener Fragenkatalog der beschriebenen Herkunft bzw. Prägung, der den armen Starter gleich zu Beginn zwingt, eine von Blockwarten akribisch verfolgte und benotete "schriftliche Messerkauf-Prüfung" abzulegen, um unseres geneigten Rats teilhaftig zu werden :)

    Wenn es als zweites Messer mitgeführt wird und Du als primäres Messer ein Izula trägst, würde ich zu einem Zweihandfolder mit längerer Klinge raten. Eine kurze hast Du ja schon am Izula.
    Also z.B. ein Mercator oder insbesondere auch - wie Siegfried vorschlägt - ein CS Pocket Buschman.


    Mit dem 710 machst Du bei dem Kurs natürlich eh nix falsch, das Ding kann man immer gebrauchen.
    Als sinnvolle Ergänzung in der Ausrüstung fände ich es aber interessanter, ein Messer mit unterschiedlicherer Klingenlänge als Alternative verfügbar zu haben, im Vergleich zum Izula....

    Wann sollte man das besser herausfinden können als derzeit?


    Versuch macht klug...Leg ein Messer mit einer halbwegs feinen Schneide ne Nacht auf den Balkon (oder meinetwegen in den Froster) und schnitze damit dann an Hartholz. Zum Vergleich schnitze vorher mit dem ungekühlten Messer am gleichen Stück....

    So ein Organizer ist gut 6 Zoll hoch, da würden also viele kleine Fixed fast komplett dahinterpassen, meinetwegen mit nem halben Zoll Überstand, um den Griff zu fassen...


    z.B. CS Secret Edge, CS Mini Tac, CS Pro Guard, CRKT Folts Minimalist, Perrin Neck Bowie, Brous Silent Soldier, CRKT Triumph, unbeschalte Neckies von Blackjack oder Ranger Knives, und, und...


    Dazu auch folgende Links:


    Welches Neck Messer?


    suche brauchbares neckknife

    Ich würde für ein kleines Fixed votieren, das hinter dem Organizer angebracht ist, also zwischen Tasche und Gürtel. Flaches Ganzstahlmesser, oben ein Lanyard dran.


    Unauffällig, schnell erreichbar, 42a-konform....


    Zum 710er: Ich besitze ja auch ein paar höherwertige oder meinetwegen -preisige Folder, z.B. von Al Mar oder Extrema Ratio.
    Vor einiger Zeit hat mir ein feiner Kumpel ein 710 geschenkt.
    Ich bin kein genereller Freund von China-Foldern, dafür aber hoffentlich einigermaßen vorurteilsfrei.
    An dem Messer konnte ich keinen Makel erkennen, guter Klingengang, kein Spiel, sauber bearbeitete Kanten.
    Insgesamt eigentlich völlig "unverständlich", wie man für diesen Kurs so ein Messer anbieten kann.
    Mit dem "richtigen" Firmennamen drauf würde es jedenfalls kaum auffallen, ein 710 auch für das Zehnfache anzubieten.

    JAG, ich hab die immer gebraucht für ein paar Euro gekauft, meist bei Räer. Beim Arbeiten benutze ich häufig die ungefütterten, weil ich in ihnen genug Feingefühl in den Fingern habe, die Waffe handhaben kann usw. Für die angesprochenen Arbeiten finde ich die sehr geeignet. Die sind aber als Kälteschutz bei sehr niedrigen Temperaturen nicht optimal, daher würde ich da eher gefütterte empfehlen.

    Das sind Anforderungen, die auch gut für ein Einsatzmesser festgesetzt werden könnten - auch da sind es ja die "mißbräuchlichen" Anwendungen, die die Gestaltung wesentlich beeinflussen, nicht die Primäranwendung des Schneidens allein.


    Will man stemmen, hebeln usw., benötigt man eine stabile Spitze, die Klinge sollte dann auch möglichst weit volle Stärke behalten. Schrauben lösen würde ich mit der Schneide gar nicht - was bleibt, ist hingegen ein vernünftiger Einsatz einer Schor (obere "Fehlschärfe").


    Was mir bei diesem Anforderungsprofil und den Größen- und Preisgrenzen sofort einfällt, ist das Extrema Ratio Fulcrum C:


    Viertelzöllig, volle Klingenstärke bis kurz vor der Spitze, sehr stabile Tantospitze. Mit der oberen Schor hab ich auch schon mal ne Schlitzschraube gelöst :)


    Soll es ultrarobust sein und muß nicht unbedingt eine "richtige" Spitze haben, wäre auch etwas mit einer Meißelspitze eine Lösung, z.B. das Wilson Cop Tool (in der Böker-Version), ein CRKT-Graham Razel oder ein CRKT-McGowan M.A.K. 1


    Persönlicher Favorit in dieser Auswahl für ein allroundtaugliches Messer wäre bei mir (...und im Kollegenkreis...) eindeutig das Fulcrum C.

    Es ist sicher auch eine Frage der Bestückung des Tools....wenn es eine kleine Klinge, einen Dosenöffner usw. aufweist, erspart es u.U. das SAK, das viele von uns parallel zum "richtigen" Messer noch dabei haben.
    Da viele Tools ja auch ne Wellenschliffklinge haben, würde das auch die Diskussion entschärfen, die derzeit in einem anderen Thread läuft - für dann doch mal zu kappendes Gurt- oder Seilzeug wäre man dann ja auch ausgerüstet :)


    Ob man draußen jetzt unbedingt modulare Bit-Sätze und ähnlich verlustträchtiges Gerödel haben "muß", hängt sicher von der restlichen mitgeführten Ausrüstung ab....nach mühsamem Kriechen bei Taschenlampenlicht auf der Suche nach nem Bit eines Kollegen scheue ich davor selbst eher zurück :)


    Beim Arbeiten habe ich allerdings immer ein Multitool dabei (allerdings mit Scheren- statt mit Zangenkopf). Wir müssen ja dann doch mal was aufschrauben, abbauen usw., da ist das ganz nützlich - und Trennen von Einmalhandfesseln mit einem Messer sehe ich nicht so gerne.....

    Ich fände als Ergänzung zu Vierzöllern im Bestand auch ein RICHTIG großes Messer interessanter als einen Sechszöller...


    Trions Hinweis kann ich mich nur anschließen, bei Ontario bekommt man für einen vernünftigen Kurs praxistaugliche, große, robuste Messer. Der Marine Raider ist eines meiner favorisierten großen Messer, aber auch die SpecPlus II-Serie bietet sehr interessante große Messer.


    Von Ontario könnten außerdem die Ranger Knives interessant sein: RD7, RD9 und die entsprechenden Night Stalker sind mordsrobuste große Gebrauchsmesser zu vernünftigen Preisen...


    Außerdem einen Blick wert sind die großen Becker-Messer (aktuell von KA-BAR), ob BK7, mein hochgeschätztes BK9 oder das große Camp Knife...