Beiträge von Micha M.

    Zuallererst: Wo etwas bei Dir funktioniert und Dich anspricht, endet hauptsächlich die Diskussion um Gestaltungsdetails und kann allenfalls Alternativen aufzeigen. Man kann ja ALLES auch irgendwie anders machen - entscheidend ist doch hier, daß Deine Rechnung aufgeht und Du mit dem Ergebnis zufrieden bist :)


    Griffende: Für mich ist diese "Langlochlösung", auch verrundet, noch immer ein Kompromiss zwischen einer ästhetischen Wunschvorstellung, hier einem optisch "kopflastigen" Messer, und einer funktional / ergonomisch optimalen. Gerade bei Belastungen wie Hacken und Batoning, druckvollem Schneiden usw. käme es mir auf eine breitere und im Querschnitt moderat gerundete Andruckfläche in den Handballen an, von mir aus auch gern ein wenig aus dem sonstigen Level des Griffrückens herausgehoben, wenn sich der haptische Vorzug dieses Anhebens bei Versuchen für Dich bewiesen hat. Also würde ich diesen Bereich beschalen und die Schalen oben moderat runden und einen Weg suchen, die Optik anders anders hinten "aufzulockern".....z.B. durch eine große Hohlniete in diesem Bereich auf Höhe der Längsachse des Griffs oder eine noch größere runde Aussparung.


    Außerdem würde sich für die Unterkante statt des scharfkantig wirkenden Hakens vielleicht eher etwas wie eine größere Nase mit einer runden Fangriemenöse anbieten - oder noch bequemer eine Gestaltung wie eine "Machetennase, also ein nach unten knaufartig ausgezogenes Griffende, etwa wie bei vielen Fleischermessern.


    Würde man den Griff hinten im oberen Bereich voller und gerundet und im unteren Bereich mit einer Art "Machetennase" gestalten, ergäbe sich der Vorzug, den Griff dort bedarfsweise mit 2 Fingern halbfest zu umfassen - so kann man auch mit einem kleineren nicht zu leichten Messer leichte Hackarbeiten auch mal freihändig erledigen. Und vor allem ergibt sich die Möglichkeit, mit einem Schlagholz bei voll im Werkstück steckender Klinge mangels Aufschlagmöglichkeiten VOR dem Werkstück auf den Vorderbereich des Messers dann ersatzweise direkt HINTER dem Werkstück (im Bereich des Übergangs Klinge/Griff) auf den Messerrücken zu schlagen. Macht man das halbwegs moderat, zertrümmert man nicht mal Kunststoffgriffe, ich hab das schon mit Moras und Lindbloms erfolgreich so gemacht. Bei Deinem Griffmaterial und der gewählten Klingenstärke hätte ich da keinerlei Bedenken.
    Alternative zu Haken oder Machetennase wäre tatsächlich die "3. Dimension", eine hintere Griff-Verbreiterung in der Art eines Schwalbenschwanzes. Auch den kann man gut auf die angesprochene Art umfassen und das Messer schwingen lassen....


    Klingenvorderkante leicht schräg: Das Salamischneiden hängt ja nicht von der Vorderkante ab, sondern von der Form der Schneide. Das bliebe von einem geraden Ende unbeeinflußt. Eine gerade Vorderkante müßte ja nicht zwangsläufig die Höhe der gesamten Klinge haben, man könnte die Schneide trotzdem bogenförmig nach oben anheben - schaben oder stemmen kann man auch mit einer Beitelspitze von meinetwegen 2 Dritteln der Klingenhöhe, wenn die Vorderkante eben gerade ist :) Eine vorn angeschrägte Beitelspitze fände ich praktischer, stimme Dir aber zu, daß die letztlich gewählte Form besser ausschaut.....Aber dann hätte ich es eben noch ne Spur mehr angeschrägt, um so etwas wie eine robuste Spitze an der Unterkante der Vorderseite und der Vorderkante der Schneide zu erhalten....


    Spitze: Vielleicht täuscht das, aber auf Deinen Bildern schaut es tatsächlich so aus, als hättest Du den Übergang zwischen Klingenvorderkante und Schneidenvorderende gerundet, daher ja auch der Jux mit dem "Kindermesser". Es sieht zumindest eben NICHT so spitz aus, wie Du es schilderst. Jedenfalls würde ich diese Ecke vorn unten nicht runden. So würde man allerdings sowohl bei dem jetzt von Dir gewählten Winkel der Klingenvorderkante als auch bei einer geraden Beitelform eine Art Spitze bekommen, mit der man erstens gut auch einmal etwas Flächiges aufschneiden könnte (z.B. Verpackungen), zweitens auch etwas anritzen usw.....Ganz pragmatisch: Würde Dir das wirklich mal an der äußersten Ecke Schaden nehmen, kannst Du immer noch runden - ich glaube es aber nicht :) Es würde halt die Möglichkeiten erweitern, ohne jetzt Ansprüche als Allrounder an das Messer erheben zu wollen....

    Hallo, Rainer!


    Herzerfrischend! Nicht mit jedem Macher kann man so sachbezogen in eine Detaildiskussion einsteigen - es gibt da auch den Typus "Schmoller", wenn ein vorgestelltes Messer nicht auf ungeteilte Begeisterung stößt.
    So wie hier bringt einen das auch als Betrachter auf dem Weg weiter :) - und so wird so ein Produktvorstellungsbereich auch für das Forum interessant und glaubwürdiger als eine reine "Beklatscherunde" wie andernorts zuweilen betrieben...


    Mit ein wenig mehr Zeit werde ich gern noch mal ne Runde auf Deine Anmerkungen einsteigen, von denen sich mir viele erschließen und bei denen man zu dem einen oder anderen vielleicht zumindest einen Alternativvorschlag machen kann!

    Wenn Du Dir eine zulegst, die Du nicht "ertränken" oder kaputthauen kannst, die man auch in magnetischer Umgebung nicht kleinkriegt und die auch nicht einfach aus Böswilligkeit aus sonstigen nicht nachvollziehbaren Gründen auf ewig stehenbleibt.......dann wirst Du sie verlieren.


    Glaub mir! Sie wird, wenn Du sie mal wegen Schwitzen an einem heißen Sommertag vom Arm nimmst und nur mal ne Sekunde aufs Armaturenbrett legst, beim anschließenden schnellen Auffahren im Halbrund einer Autobahnauffahrt - der Fliehkraft und ihrer eigenen Heimtücke folgend - hoppelnd über das Armaturenbrett rutschen, wunderbar anzuschauen und völlig intakt, und vor Deinen entsetzten und ungläubig-wütend geweiteten Augen und begleitet von Deinen hysterisch-spitzen Schreien aus dem geöffneten Seitenfenster springen und dann entweder von einem nachfolgenden Lkw überfahren oder bis zum Jüngsten Tage der Armbanduhren im üblichen Randstreifen-Müll verschwinden.


    Dann wirst Du noch ein wenig weiterbrüllen, auf Dein Lenkrad einschlagen und das Gefühl haben, daß der Blutdruck Deine Trommelfelle wie Kaugummiblasen zu den Ohren heraustreibt.
    Viele Stunden und einige Schnäpse später wirst Du resignieren, aufgeben vor den Widerwärtigkeiten des Lebens allgemein und insbesondere denen der Uhrmachertechnik.....und Dich mit der Zeitanzeige auf Deinem Handy begnügen :)

    Sehr professionelle Vorstellung....
    Das Messer wirft bei anwendungsorientierten Betrachtern hingegen Fragen auf:


    Warum gestaltet man bei einem in der vorliegenden Kydex getragenen Messer so eine Langloch-"Fangriemenöse" nicht am Hinterende des Griffs, sondern auf dem hinteren Griffrücken, wo der aus dem Erl geformte äußere Rand dieser Öse als schmale Kante bei hartem Gebrauch vermutlich tief in den den Handballen drückt bzw. daran scheuert?


    Warum bringt man einen Skullcrusher / eine Hebel-/Schlagkante am Griffende mit Wirkungsrichtung nach unten an? Dort greift man bei hinterer Griffhaltung, und das Element droht wiederum am kleinen Finger zu scheuern....Warum zeigt die Hebelkante nicht - durchaus im unteren Bereich des Griffendes, um weiter oben ein Umlegen des Daumens oder zum Vorantreiben ein Anlegen einer unterstützenden 2. Hand zu gestatten - nach hinten und nutzt so auch die Hebelwirkung der Gesamtlänge des Messers?


    Warum läßt man das vordere Klingenende (um mal nicht "Spitze" zu verwenden, wo keine ist...) leicht schräg und nicht gerade abfallen, warum wird nicht ein wenig angeschrägt, um das Messer ggf. auch zum Stemmen einsetzen zu können, wenn es schon vorn breit wie ein Meißel ist?


    Und warum ist dann - wenn man schon vorn/unten etwas zu einer Art von Kindermesser-Spitze auszieht - diese "Spitze" nicht zumindest mit einer möglichst scharfen und gut schneidfähigen Kante zur Schneide hin gestaltet, sondern wirklich stumpfnasig/rund auch im Kantenbereich?


    Mit jedem halbwegs vernünftig gemachtem Messer mit beitelförmiger Klinge kann ich im Kantenbereich bei Schräghalten der Klinge wenigstens noch härteres Schneidgut penetrieren....


    Alles sehr hip und stylish gemacht, Designelemente wie dieser "U-Boot-Rücken" (...so hieß das, glaube ich mal bei einem Modell mit ähnlicher Rückenkontur...) und das Langloch auch ansehnlich zu einem kühl-technischen Entwurf zusammengefügt......aber hinsichtlich einer Optimierung auf Praxisnutzen hab ich so meine Zweifel.

    Aus solchen Gründen ja auch meine peniblen Rückfragen :)


    Man neigt ja heute dazu, bei einem "Einsatzmesser" ganz automatisch diese Elemente mit einzufordern - man sollte das aber zum einen mit der "Auftragslage" abgleichen, zum anderen aber auch mit ggf. anderer schon mitgeführter bzw. verfügbarer Ausrüstung.


    So hatte ich jahrelang ausschließlich Einsatzfolder mit Glasbrecher, bin dann aber irgendwann auf separaten Federkörner "umgestiegen". Parallel haben heute zunehmend mehr Einheiten auch dienstliche "Entglasungshilfen", die verstärkt auch die Entwicklung berücksichtigen, daß immer mehr Fahrzeuge auch bei den Seitenscheiben nicht mehr mit vorgespanntem Sicherheitsglas, sondern mit Verbundglas ausgestattet sind.


    Insgesamt finde ich aber schon wichtig, etwas Geeignetes für Autoscheiben vor Ort verfügbar zu haben, erstens aus Rettungsgründen, zweitens wegen der Technikentwicklung, daß zunehmend selbstverriegelnde Fahrzeuge unterwegs sind.


    "Verleihmesser": Die Kräfte kennen eben aus der gemeinsamen Arbeit und Dienstunterrichten usw. meine Einstellung zu Messern, zudem bin ich bei solchen Maßnahmen ja meist als Durchsuchungsleiter / Abschnittsführer dabei.....also kommen sie dann eben zu mir und zucken über die "unvorhersehbare" Anwendungssituation wieder mal die Achseln :)


    Nun sind viele Kolleg(inn)en nicht messer-affin und gehen schlimmstenfalls mit einem überlassenen Messer auch nichtsahnend entsprechend um. Es würde beiderseits die Situation auf Dauer ziemlich belasten, dann mit 200-Euro-"Regressforderungen" anzukommen oder immer wieder dem "Spezialisten" zu begegnen, der einem durch etwas völlig Abwegiges ein Strider oder ein ER ruiniert hat :)


    Andererseits fände ich es oberpeinlich, sich für unseren Auftrag von der "Kundschaft" (...die zur entsprechenden Überlassung auch gar nicht verpflichtet wäre...) das notwendige Werkzeug auszuleihen oder sich mit Behelfsmitteln stümperhaft "einen abzubrechen". Zudem hätte die Verwendung von Messern aus dem Einsatzumfeld noch zwei große Nachteile:
    Erstens ist es eigensicherungsmäßig natürlich suboptimal, im Einsatzverlauf andere Personen Messer hervorkramen und damit hantieren zu lassen, zweitens und vor allem besteht anschließend beim Umgang mit Fremdmessern auch eine gravierende Gefahr: Man weiß nicht, wer was vorher mit dem Zachel gemacht hat - und setzt sich im Falle von Selbstverletzung bei der Anwendung dann auch dem nicht zu unterschätzenden Risiko einer Infektion an einer kontaminierten Klinge aus!


    Ich reagiere auf die chronische "Vollzugsdienst-Untermesserung" mit verschiedenen Mitteln:
    1. In der Kollegendiskussion und in Dienstunterrichten propagiere ich das eigene Einsatzmesser. Das hat z.B. in der eigenen Einheit zu einem sprunghaften Anwachsen der Anzahl - auch höherwertiger - selbstbeschaffter Einsatzmesser geführt, unter meinen direkten Ansprechpartnern kursieren so einige ER Fulcrum C
    2. Vorher "messerlose" Mitglieder meines eigenen Teams haben beizeiten alle ein Messer von mir geschenkt bekommen, durchaus preisgünstige Ware, aber besser, als gar kein Werkzeug dabei zu haben...
    3. Und für andere Kräfte, mit denen man einsatzmäßig mal zusammengewürfelt wird, gibt es eben aus den geschilderten Gründen in der großen Einsatztasche 1-2 günstige "Verleihmesser" :) , die im Beschädigungs- oder Verlustfall nicht sofort diplomatische Verwicklungen auslösen....

    Ja, das Paddle ist von Blackhawk. Böker hatte den Artikel früher im Sortiment, dort ist er allerdings momentan nicht lieferbar. Ggf. mal bei "beagleboy", Marc Götzmann, anfragen, ob sie nachbestellen können.


    Ansonsten liefert Blackhawk das Paddle sowohl zu seinen Messern aus (daher hab ich meine, von einer eigenen Bestellung in den USA und von Freunden aus ihren Bestellungen geschenkt bekommen....) als auch als Holsterzubehör. Also müßten die Paddles (an denen man z.B. auch das Blackhawk Serpa Holster tragen kann....) eigentlich bei allen FoPa bestellbar sein, die Blackhawk-Produkte vertreiben.


    Mir selbst ist der Sitz des Paddles auf dem Hosenbund für das Tragen einer Pistole - bei aller Bequemlichkeit - nicht sicher genug, das Risiko ist mir zu groß, daß entweder bei einem Hängenbleiben der Pistole im Holster (ich verwende eines mit einer Ziehsicherung) das ganze Holster samt Paddle "mitgezogen" wird. Zweitens ist mir auch das Risiko zu groß, daß bei einem täterseitigen Zugriffsversuch auf die Waffe dann Holster und Waffe abgezogen werden und ich meiner Pistole hinterherlaufen muß :)


    Bei Messern mag ich das Paddle vor allem bei der Tipup-Trageweise, da es dort ja beim Ziehen auf den Hosenbund nur noch fester aufgeschoben wird. Tipdown trage ich daran nur Messer, die mit relativ geringem Ziehwiderstand in der Scheide sitzen.


    Für mich ist es halt bequem mit dem Paddle, da ich ja meine geliebten Kongo-Buxen ohne Gürtel trage und man zudem das Paddle natürlich auch schnell an- und ablegen kann.

    SEHR viele klassische Fighter sind so gestaltet, daß die Spitze im ungünstigsten Falle abbrechen könnte, weniger durch das reine Auftreffen auf Knochen, häufiger durch seitliche Hebellast. Das gilt insbesondere für eine Vielzahl klassischer Dolche.


    Andererseits haben eben Modelle wie z.B. das legendäre Fairbairn-Sykes oder auch das SOG Pentagon eine außerordentlich gute Penetrationsfähigkeit.


    Natürlich kann man "Panzerspitzen" gestalten, die deutlich weniger bruchempfindlich sind und sehr gut dazu geeignet sind, durch eine eher nicht-schneidende Penetration auch harte Materialien zu durchdringen - die haben aber dann z.B. bei Material, durch das man sich den Stichkanal "freischneiden" muß, eine geringere Penetrationsleistung.


    Und auch die Spitzen von Messern mit einer größeren Klingenstärke sind ja "zwangsläufig" im vordersten Teil mehr oder minder dünn ausgeschliffen, eben um zu penetrieren....Ich habe durch drastischen Fehlgebrauch auch schon mal die Spitze eines 5 mm starken Messers "geknackt".


    Coves läßt den längeren Raptor GT6 aus 4 mm starkem Material bauen - hier wirken durch eine um etwa die Hälfte längere Klinge ja auch deutlich höhere seitliche Hebelkräfte möglicherweise auf die Klinge ein, beim R.E.D. wird aber offensichtlich das Schwergewicht auf möglichst gute Penetrations- und Schneidleistung gelegt.


    Man muß auch sehen, daß die Klinge immerhin 30 mm hoch ist, auch das zählt ja bei der Frage der Bruchstabilität.
    Ich kenne Dutzende von Fightermodellen ähnlicher Klingengröße im Bereich von etwa 1/8 Zoll.
    Obwohl ich klingenstarke Messer wirklich sehr schätze - vor allem auch wegen der Möglichkeit auch zu "mißbräuchlichen" Anwendungen - verlasse ich selbst mich auf das R.E.D.
    Wer da ein schlechtes Gefühl hat, der greife eben zu Shrapnel & Co. (...die ich durchaus auch schätze!...)


    Die meisten mir bekannten Bilder von Messerklingen, die beim Einsatz gegen Personen gebrochen sind, zeigen übrigens entweder Küchen- bzw. Tafelmesser oder relativ minderwertige Modelle.

    Klasse! :thumbup:


    Durch den konkaven Rücken wirkt das Messer so GAR NICHT langweilig, das sieht ja aufregender als das erste halbe Dutzend "Tactical Santoku" aus, die einem neuerdings überall begegnen :)


    Auch die Flanken sind wirklich schön.


    Kompliment zu dieser Arbeit, Andreas!

    Es sieht ein wenig so aus wie ein "Field Grade M1", und das ist ja auch kein Zufall....
    Aber nicht nur deshalb gefällt es mir wirklich gut :)


    Nein, stimmt, ein großer Zeichner bist Du wohl nicht, Deine Künste als Fotograf hast Du immerhin schon soweit vervollkommnet, daß Du uns Bilder präsentierst, die sensationell viel größer als 12KB sind.....Aber was Deine Schmiede verläßt, ist immer wieder eine große Freude, und es ist so funktional und handwerklich so gut gemacht, daß DAS allemal Kunst genug ist.


    Dein Vietnam-Bowie-Projekt finde ich sehr spannend, mein M1 begeistert mich immer wieder, und auch die Entwürfe der Messer eher im "Juchten-Format" sind zwar vielleicht weniger EDC-tauglich (...außer in Krisengebieten....), zaubern aber immer wieder ein breites Lächeln auf die Gesichter von unsereinem.

    Auch das ist kein Problem normalerweise. Man kann ja die Scheide z.B. durch einen Adapterstreifen einfach ein wenig höher setzen. Wenn das PE ungefähr auf Höhe des Hosenbunds einer normal hoch getragenen Hose sitzt, wird der Griff normalerweise komplett von gängigen Freizeithemden/Westen/Jacken verdeckt.
    Das kippt dann auch beim BHB-Paddle, das ja ziemlich breit ist, nicht seitlich.
    Ich habe so schon für Vorführungen Zehnzöller getragen und überraschend präsentiert.


    Vorteil ist einfach, daß es keine "ausholende" Ziehbewegung mit signalisierend weit abgespreiztem Ellbogen gibt.


    Stimmt aber: Die Kongo-Buxe sitzt sehr hoch, fast unter dem untersten Rippenbogen, nicht auf den Hüften.....

    Bei Martin bist Du in besten Händen.....


    Der Entwurf ist durchdacht. Wenn Du es genau wissen willst, forme doch einen Griff aus Knete oder Salzteig und probiere aus, wo GENAU die Mulden und Rundungen für Deine Hand sein müssen...

    Hier noch einmal ein paar Bilder zur Erklärung der Paddle-Montage und der aktuellen Trageposition: Tipup auf 3 Uhr



    Man muß hier beachten, daß die belgische Fallschirmjägerhose sehr hoch geschnitten ist und nicht auf dem Hüftknochen sitzt, sondern unter dem untersten Rippenbogen. Das Messer sitzt bei dieser Trageweise so, daß der Griff unter einer Rangerweste oder insbesondere auch einer Jacke voll verdeckt ist und der Arm sich im Ziehen fast voll durchstreckt.



    Der Arm und insbesondere der Ellbogen bleibt bei dieser Trageweise beim Ziehen sehr natürlich und diskret eng und natürlich am Körper, die Armhaltung bleibt beim Ergreifen unter einem Jackensaum hervor sehr unauffällig. Eine unauffällige "Vorbereitung" ist z.B. das Einhaken des Daumens in den Taschensaum mit friedlich geöffneter Hand....



    Das Ziehen erfolgt eng am Körper am Bein entlang, mit eng anliegendem Arm, der weder auffällt noch Platz benötigt. Zudem läßt sich das Messer in dieser Trageposition z.B. auch im Fahrzeug oder anderswo im Sitzen am Bein entlang gut ziehen, der Ellbogen stößt nicht hinten an eine Sitzlehne an.....


    Das R.E.D. in seiner Kydex läßt sich so sehr gut tragen - der Ziehwiderstand ist sicher genug für Tipup-Trageweise, aber nicht so stramm, daß das Ziehen zu einem Gezerre ausartet, da man den Daumen nicht zum Abdrücken an der Scheide wie in Tipdown-Trageweise einsetzen kann.


    Auch Messer von Extrema Ratio oder Blade-Systems trage ich bedarfsweise so, weil ich mich in beiden Fällen auf den "passenden" Ziehwiderstand und die Tragesicherheit verlassen kann.


    Tante Edit hat mich daran erinnert zu erwähnen, daß das natürlich auch für die Scheiden gilt, die mein Freund Werner für mich gemacht hat...

    Merc, das Messer wird natürlich in Benutzung gehen, und zwar entweder in Kombi mit einem separaten Öffnungstool oder in Anwendungsbereichen, in denen ausschließlich die Schneid-/Penetrationsleistung eine Rolle spielt.


    Es ist sehr angenehm, damit umzugehen - zudem ist es ja auch nicht so hochpreisig, daß es eine Hemmschwelle für wirklichen Einsatz geben sollte. Ohnehin versuche ich, mit ALLEN Messern aus meinem Bestand auch umzugehen, einschließlich der schönen Al Mars, ich habe KEINE Safe Queen im Bestand :)


    Das mit dem Preis ist natürlich auch ein großes Plus für die Selbstbeschaffung durch Einsatzkräfte. Da ist ja nicht jeder so messer-affin wie wir - und mehrere Hunderter mag da kaum jemand für ein Einsatztool bezahlen, wenn es nur um Ratio und nicht auch ein wenig um Leidenschaft geht ....


    Geschnitten hab ich mit dem Messer schon, zwar noch keine Seilabschnitte (das kommt nächste Woche), sondern nur Hartwurst und Karton.....da zeigt sich aber schon das, was 3 mm Stärke und rückenhoher Anschliff einer 31 mm hohen Klinge erwarten lassen, zumal auch der Schliff wirklich sauber ist.


    Ich werde aber sobald wie möglich auch noch Sicherungsseil-Abschnitte zerschneiden und vor allem auch die Penetrationsleistung der Spitze, die mich vom Winkel her an die des ER Col Moschin Compact erinnert, an einer Kevlargewebe-Einlage erproben und darüber berichten!
    Dabei wird sich auch erweisen, wie die "Rechnung" mit dem Einmitten einer Droppoint-Spitze (in die Längsachse des Gesamt-Messers) durch Versetzen der Klingen-Längsachse unter die Griff-Längsachse in der Praxis aufgeht. Beim Auftreffen auf eine Westeneinlage zeigt sich regelmäßig sehr gut, ob ein Messer zum Abkippen neigt.

    Bootsmann, ich war ja auch erst über die ungewöhnliche Gestaltung des Griffrückens erstaunt - aber in der Hand "funktioniert" das alles gut. Im Hammergriff liegt der Höcker nicht in der Handfläche, sondern die Kante zwischen Daumen und Zeigefinger-Grundgelenk liegt genau dahinter.


    Zudem ist das Messer ja auch nicht für langandauerndes Arbeiten gemacht, sondern eher für das schnelle Durchtrennen von Seilen, Gurtzeug oder anderen Dingen :)
    Und da ist die Handlage überraschend gut.