Beiträge von Micha M.

    Mit dem Messer wird – ohne weitere Befestigungsvorrichtungen – eine einteilige Kydex-Scheide geliefert, in der das Messer nicht hundertprozentig wackelfrei, aber hinreichend verlustsicher sitzt. Das Spiel in der Scheide ist tolerabel, der Halt des Messers ist dafür wirklich gut „eingestellt“, nicht ZU fest, um nicht in Gezerre auszuarten, und nicht ZU locker, um beruhigend verlustsicher zu sitzen….





    Gefaltete Kydexscheiden mit einer Reihe von Montagelöchern sind nicht meine Lieblingslösung,mit den fünf Löchern auf der einen und einem Loch auf der anderen Seite kann man die Scheide aber auf alle gängigen Befestigungssysteme montieren und natürlich auch mit Paracord oder Kabelbindern ( :) ) z.B. auch auf MOLLE-Westen usw. auflaschen….


    Vor allem ist die Scheide aber clever geschnitten: Wie ich es mag, bleibt fast der gesamte Griffbereich frei, schon beim Ergreifen zum Ziehen hat man das Messer in der endgültigen Position in der Hand…



    ….und kann wahlweise den Daumen nach Wegdrücken von der Scheide einfach weiter absenken und das Messer damit fließend und ohne Nachgreifen in den Säbelgriff bekommen – oder eben den Daumen am Griff vorbei senken in den Hammergriff…



    Das Wegdrücken mit dem Daumen muß dabei bei der Scheide nicht sein, das Messer läßt sich auch problemlos ausschließlich durch Zug am Griff ziehen. Daher habe ich die Scheide auf den Bildern tipup auf ein BHB-Paddle montiert und trage das Messer derzeit auf 3 Uhr tipup, Schneide hinten. So läßt es sich sehr diskret ohne starkes Heben des Arms und Abspreizen des Ellbogens unter einem Jacken- oder Westensaum hervor ziehen und liegt dann im Reversegriff in der Hand….Ich war zu faul, es für die Bilder des Ziehens andersherum aufs Paddle zu montieren, also bitte nicht über den „verkehrten“ Sitz wundern.


    Insgesamt bin ich von dem Messer wirklich angetan: Clever entworfen mit ergonomischen Finessen, gut gemacht mit ordentlichem Schliff und sauber gerundeten Kanten, wirklich angenehm in der Hand und gut zu tragen – und das alles zu einem attraktiven Preis. Zumindest mich macht das R.E.D. mit seiner unkonventionellen Gestaltung, deren Überlegungen für mich aber sämtlich „aufgehen“ im Ersteindruck sehr zufrieden – und neugierig auf weitere „Bastinelli Creations“


    Chapeau, M. Coves!

    Hier einmal weitere In-Hand-Bilder zu verschiedenen Griffhaltungen, beginnend mit dem im westlichen militärischen Messerkampf meist favorisierten Hammergriff




    Der Säbelgriff wurde ja bereits angesprochen, insbesondere in dieser Haltung ist die Handlage optimal.



    In beiden Forward-Haltungen wirkt der Subhilt als zusätzliche Orientierung in der Hand und führt zu einem sehr definierten Griff. Selbst in der erwähnten „hinteren Haltung“ im Säbelgriff hat man nicht das Gefühl, das Messer unzureichend fest in der Hand zu halten, da der Griff sehr definiert zwischen dem Daumen in der oberen Mulde und dem Zeigefinger liegt, der sich dann um den Subhilt legen kann wie um einen Abzug…


    Auch im Reversegriff ist die Handlage sehr gut, wobei ich das Auflegen des Daumens hier bevorzuge – und das Messer das durch einen sehr gut gewählten Winkel des hinteren Griffendes bestens unterstützt.





    Weniger optimal ist die Handlage wegen des Subhilts natürlich für P’Kal-Haltungen.


    Insgesamt bin ich von der Ergonomie des Messers jedenfalls ebenso angetan wie vom haptischen Eindruck.

    Was ebenfalls sofort ins Auge fällt, ist die ungewöhnliche Mulde hinter der Daumenauflage



    Macht das ergonomisch Sinn, stört es haptisch nicht? Zum Demonstrieren hab ich „für die Feinheiten“ hier mal ein Bild ohne Handschuhe eingefügt:



    Legt man den Daumen weit vorn auf die Klinge, um viel Druck auf die Schneide zu machen, liegt die „Maus“ des Daumenballens genau in der Mulde. Was man schlecht zeigen kann: Im Hammergriff liegt in dieser Mulde der Bereich zwischen Zeigefinger-Grundgelenk und Daumenballen. Im normalen Säbelgriff hat das hintere Daumenglied keinen Kontakt zum Griffrücken, hier stört die Mulde also auch nicht.


    Die Mulde erlaubt sogar noch als Alternative im Säbelgriff eine „hintere Haltung“, bei der das Griffende im Handballen liegt und die Spitze sehr gerade nach vorn kommt, ohne das Handgelenk zu überdehnen – so läßt sich insbesondere gut stechen…




    Lacy Szabo hat mir einmal sinngemäß geschrieben, Messermachen sei nun auch nicht so etwas wissenschaftlich Ausgetüfteltes wie der Bau einer Mondrakete. Coves schreibt auf seiner HP, es sei nicht nur sein Job, sondern seine Leidenschaft, Messer zu entwerfen. Wenn ich dann sehe und erprobe, daß sich da jemand mit offenbar großem Sachverstand Gedanken über Detailgestaltungen gemacht hat, durchaus daran vielleicht auch lange getüftelt hat – und dann sehe, wie gut sowas funktionieren kann, dann verschafft mir das einfach große Befriedigung, ob das Ding nun zum Mond fliegt oder nicht! Das gilt übrigens ebenso für Martin Stierlin von Blade Systems, dessen Engelsgeduld und große Experimentierfreude bei der Detailgestaltung ich ja bei vielen Modellen miterleben durfte.

    Das Messer ist also schon eine gute Nummer größer als die bekannten kleinen Perrin-Modelle (und auch einiger anderer Bastinelli-Entwürfe wie Moons Kiss, Drago oder Rancunier) und rangiert in der Größenklasse der C-Modelle von Extrema Ratio, läßt sich aber auch im Zivileinsatz insbesondere auch aufgrund der sehr flachen Bauweise gut verdeckt tragen….Das ist stimmig, da im Privatbereich meist Ziel des SV-Messereinsatzes ein möglichst nonletales Zurückdrängen eines Angreifers ist, während im militärischen Spezialkräftebereich Auftrag oder zumindest sich ergebende Einsatznotwendigkeit ein sofortiges Erzielen der völligen Handlungsunfähigkeit des Ziels ist, sprich letaler Einsatz, bei dem eine größere Klinge mehr Möglichkeiten bringt.


    Was die Machart angeht, beginnt der gute Eindruck schon vor dem Handling:




    Das Messer ist wirklich sauber geschliffen, rasierscharf ab Werk, durch den „Trick“ eines allseits eine Spur überstehenden Full Tangs kommt man nicht nur in den Genuß der dort sehr sauber und griffig angebrachten Riffelungen (Griffende oben und unten, Daumenrampe vorn), sondern die Schalen stehen auch nirgends über.
    Die etwa 4 mm flachen Schalen sind ebenfalls sauber gearbeitet, im Bereich des Subhilts sogar mit einer 3D-Kante zwischen vorderem und hinterem Griffteil.


    Vor allem aber sind alle Kanten der Klinge und des Erls gerundet, wie etwa bei weit teureren Messern von Reeve oder Spartan Blades. Das ist für die Haptik noch angenehmer als für die Optik und steigert die Qualitätsanmutung des Messers noch deutlich. Da läßt man sich auch gern den Erl-Überstand gefallen wie etwa auch beim haptisch ebenfalls ausgezeichneten Reeve Green Beret. Prima gemacht!


    Kosmetisches „Gimmick“: Die vier „Scratches“ des Firmenlogos auf der linken Klingenseite wirken auf den Bildern wie aufgedruckt oder geätzt, sind aber tatsächlich dreidimensional und wirken beim Befühlen verblüffend natürlich….


    Bei einer Klingenstärke von 3 mm und der vorliegenden Gestaltung der Klingenspitze ist der Anwendungsbereich des Messers als Schneidwerkzeug sozusagen schon durch das Datenblatt definiert. Das R.E.D. soll kein Behelfshebel wie das Fulcrum C sein und sollte als Einsatzmesser in Einsatzbereichen mit „Zugangstechnik“ daher mit einem separaten Öffnungstool korrelieren.


    Es soll schneiden und durchstechen, ob als Tool oder als Backup – und dafür ist eine Klingengeometrie mit rückenhohem Anschliff bei 31 mm max. Klingenhöhe und 3 mm Klingenstärke natürlich eine gute Voraussetzung – die hier durch einen sehr ordentlichen Schliff bestens unterstützt wird.


    Was beim Betrachten der Messerkontur natürlich sofort auffällt, ist das „Versetzen“ zwischen der Mittelachse der Klinge und der Mittelachse des Griffs, der optisch sozusagen „höhergesetzt“ aussieht, wodurch die Schneide etwa auf der Höhe der Außenbögen der den Griff umschließenden Finger liegt, also niedriger als bei konventionell gestalteten Messern gleicher Klingenhöhe…



    Probiert man das aus, zeigt sich – in diesem Anwendungsbereich – der Vorteil einer solchen Gestaltung: Vor dem Anstieg zur Klingenspitze ist die Schneide dadurch weiter vorn / unten als bei einer durchgehenden Längsachse…und damit näher am Ziel eines Hiebs. Zudem kann mit einer Droppoint-Spitzenform mit hoch ansteigendem Schneidenbogen gearbeitet werden, der im Hieb eine besonders gute Schneidleistung erzielt (…wie man u.a. sehr gut nachvollziehbar bei Tony Lennartz nachlesen kann, aber auch bei anderen Autoren mit Stichworten wie „Golok-Effekt“ oder „Guillotinen-Effekt“…): Das eher diagonale Auftreffen einer Schneide, auch einer gerundeten, ergibt bessere Durchtrennung durch Verbindung von Hieb und Schnitt als ein gerades, lediglich „hackendes“ Auftreffen einer geraden Schneide.
    Bei der Gestaltung von Coves wird aber ein Nachteil vieler Droppoint-Formen komplett ausgeglichen, das Ausmitten der Klingenspitze, durch das ein Messer im Stoß bei Auftreffen auf Widerstand abkippen kann. Hier- beim R.E.D. – wird durch das Versetzen der Klinge nach unten insgesamt die Spitze in die Messermitte (Gesamt-Längsachse) gerückt.


    Zudem kann man im Säbelgriff oder Filipono Grip, für den das Messer vermutlich primär gemacht ist, besonders gut den Daumen unterstützend und vor allem lenkend auf den Klingenrücken legen, wie Michael Janich das immer wieder sehr anschaulich zeigt. Und in anderen Haltungen stört der Versatz ebenfalls nicht….


    Die Schneide ist auch nicht SO tief nach unten versetzt, daß beim Schneiden härteren Schneidgutes ein seitliches Wegkippen des Messers zu sehr gefördert würde – hier wirkt auch der zwar nur 11 mm starke, jedoch 30 mm hohe und zudem mit einem Subhilt versehene Griff wirksam entgegen, der ein Verdrehen oder gar Rollen des Messers in der Hand ausschließt.

    Einmal abgesehen davon, daß mir als Kontrast zu der ganzen ansonsten bürgerlich-traditionellen französischen Messerszene die rockige Präsentation seiner Videos einfach auch Spaß macht, würde mich vermutlich dieser flinke, schlacksige Bursche mit seiner entspannten Fingerfertigkeit nicht so interessieren, wenn ich nicht zunehmend den Eindruck hätte, daß da jemand SEHR genau weiß, wovon er hinsichtlich Anwendungstechnik, Ergonomie und der Detailgestaltung von auf SV ausgelegten Messern spricht…..


    Zudem beschäftigt sich Coves – wie Perrin – umfangreich auch mit relativ kleinen, in urbaner Umgebung gut verdeckt tragbaren Messern, „liefert“ da also sowohl in rechtlicher als auch praktischer Hinsicht für unsere Alltagssituation (…ob dienstlich oder privat…) doch Tools, die allemal einen genauen Blick lohnen.


    Schauen wir uns also das R.E.D. einmal entsprechend aufmerksam an, zunächst mal „in Daten“




    Klingenlänge mm: 105
    Klingenhöhe max mm: 31
    Klingenstärke mm: 3
    Gesamtlänge mm: 218
    Griffstärke mm: 11
    Griffhöhe max mm: 30
    Gesamthöhe max mm: 40 (Unterkante Handschutz – Oberkante Griff)
    Balancepunkt: im Subhilt
    Schliff: flach rückenhoch
    Material Klinge: Böhler N 690
    Härte HRC: Keine Angabe, mutmaßlich 58 HRC
    Material Griff: Micarta, schwarz
    Scheide: Kydex einteilig, 132 x 55 mm, Hohlnieten und Montagelöcher,
    Nettogewicht g: 120
    Bruttogewicht g: 190 (einschl. Kydex u. BHB-Paddle)



    Da das Messer weder auf der Händlerseite noch in den Videos neben anderen liegt, hier einmal zur Einschätzung der Maße zwei Vergleichsbilder:



    Hier einmal zwischen zwei Messern, deren Maße und In-Hand-Gefühl sicher vielen von Euch bekannt sind, dem Eickhorn GEK EDC und dem Extrema Ratio Fulcrum C….



    ….und hier in einer „französischen Auswahl“ mit dem ebenfalls in Italien (bei Fox FKMD) produzierten U.T.K., einem Backup einer französischen Luftlandeeinheit, und dem von Spyderco produzierten Perrin Street Beat.


    Heute möchte ich Euch das Bastinelli R.E.D (Raptor Extremement Dangereux) vorstellen, ein weiteres Modell der Raptor-Reihe der „Bastinelli Creations“. Nachdem Bastien Coves, der Messermacher „hinter“ dem Bastinelli-Firmenschild, bereits Mid-Tech-Versionen des Ursprungsmodells Raptor GT6 bei Lionsteel und auch des kleineren, unbeschalten Urban Raptor zu sehr interessanten Preisen angeboten hat, wird das dritte Production-Modell, eben der R.E.D. , nun in Kooperation mit der italienischen Firma Viper-Tecnocut seit kurzer Zeit angeboten, nach meiner Kenntnis günstigster Anbieter ist Tourangelle, von dort kommt auch mein R.E.D.


    http://www.coutellerie-tourang…ml-897_184_839-12693.html


    Das Messer ist – so zumindest die Produktwerbung – als Einsatzmesser offizieller Ausrüstungsgegenstand der Antiterroreinheit der französischen Bundespolizei, der RAID


    http://de.wikipedia.org/wiki/R…e_Intervention_Dissuasion


    Auf seiner HP werden leider nicht viele Daten geliefert


    http://www.bastinelli-creation…outeaux-mid-tech.html#red


    aber dann holen wir das eben hier nach…




    Insbesondere vielen Kampfkunst- und SV-Interessierten unter uns ist „Bastinelli“ sicher schon seit einiger Zeit mit sehr unkonventionellen und interessanten SV-Messern wie dem Rancunier oder dem Moons Kiss aufgefallen. So dicht gesät sind Tactical-Macher in Frankreich ja nicht gerade, außer Fred Perrin und Sacha Thiel fällt einem da meist nicht viel ein. Von Fachleuten französischer SE’en hört man ansonsten in Insiderkreisen auch eher, daß sie sich mit scharfer Hardware dann doch häufiger im Schwarzwald oder im Saarland eindecken…..


    Und dann taucht da – als Vollzeit-Messermacher ab 2010 – dieser mittlerweile gerade mal 30 Jahre alte Bastien Coves mit einer unkonventionellen Formensprache auf, frech, experimentierfreudig…mich erinnert das sehr an Lacy Szabo, Designanalogien ergeben sich auch z.B. zu Krudo Knives, in Deutschland haben mich so „wilde Sachen“ zum überzeugten Blade-Systems-Fan gemacht…


    Coves, langjähriger Kampfkünstler und als Instruktor für verschiedene französische SE’en tätig, stellt seine Modelle vorzugsweise – hip und jung, wie er ist – in Videos mit fetziger Musikuntermalung vor (das klingt wenigstens mal nicht nach Versicherungsvertreter), betreibt auf Youtube unter „Bast2a“ einen sehr interessanten Kanal (auch sehenswert zu anderen Messern, vorzugsweise aus dem SV-Bereich!) und hat das R.E.D. in zwei Videos dort präsentiert:


    Hier ein Video mit einer kurzen Vorstellung des R.E.D


    http://www.youtube.com/watch?v=rrcezFDuANA


    ….und hier die Langversion


    http://www.youtube.com/watch?v=7QmWP09L92w


    Mit Musikuntermalung kann ich hier leider nicht dienen, versichere aber, wenigstens gerade beim Verfassen ein Konzert der Stones aus 1990 im Background zu hören :)

    Und noch ein Pieker ist angekommen, diesmal ein nostalgischer:


    "Douk-Douk Corsica", auch "Vende-Douk" oder "Douk-Douk Vendetta"



    Ein Messermodell aus Thiers von Cognet in der Machart der historischen "Douk-Douk"-Messer - aber nicht mit der clippoint-artigen Klinge des Grundmodells, sondern in der Art der "Vendetta"-Messer korsischer Tradition.
    Der Entwurf stammt von den korsischen Messermachern Laurent Bellini und Julien Maroselli....und von Fred Perrin :)


    Der Rahmen, der - wie bei den Mercator-Messern - aus gebogenem Stahlblech besteht (...billig und leicht zu reparieren in den Kolonien, diesmal eben den französischen....) beherbergt eine mega-stramme Rückenfeder, die das Slipjoint auch für mich akzeptabel macht....AUSNAHMSWEISE und ein wenig eben auch aus nostalgischen Gründen. Die Klinge stoppt nochmals auf 90 Grad.


    Die Klinge besteht aus 1075er-Kohlenstoffstahl mit sehr feinem Gefüge und ist auf bescheidene 52-53 HRC gehärtet. Das erinnert sehr an Opinel....und funktioniert auch so: Die Klinge läßt sich SEHR scharf bekommen und sehr gut nachschärfen, hat das aber auch regelmäßig nötig.


    Die 92x18 mm große Klinge ist ein wenig unter 3 mm stark, ab Werk ordentlich scharf und sehr spitz. Geschlossen ist das Messer knapp 11 cm lang und nur etwa einen halben Zentimeter stark und paßt damit z.B. auch in viele Geldbörsen und ohne Auftragen auch in so ziemlich jede Tasche :)


    Neben der Nostalgie war für mich Kaufgrund, daß das preisgünstige Slipjoint sich wohl gut als "Urlaubsmesser" eignet und bei einer ordentlichen Klingenlänge mit knapp über 60 g Gewicht hier auch gut mal als Zweit- oder Drittmesser mitgeführt und als alternatives Tafelmesser oder zum Überlassen auch mal in Umgebungen gut hergezeigt werden kann, die nicht messer-affin sind :). Dabei sieht es keineswegs langweilig aus......


    Bezugsquelle war die Coutellerie Tourangelle.

    Wir haben im Behördenkreis schon mal intern darüber sinniert - und sind zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Du wirst bei Vorschlägen auf ebenso verschiedene Philosophien und Erfahrungen stoßen wie im allgemeinen Anwenderbereich.


    Von erfahrenen Kollegen wird sowohl ein preisgünstiges Messer "zum Verbrauchen und Verlieren" vorgeschlagen wie hochwertige Modelle, wenn man sich schon durch Selbstbeschaffung Ausrüstung besorgen muß (...dann auch etwas "Vernünftiges"....).
    Auch bei den unterschiedlichen Gestaltungen, von "scharfer Brechstange" bis "Schneidteufel" findet sich alles im Bestand von gleichmäßig erfahrenen Kollegen, z.B. auch je nachdem, ob noch zusätzlich z.B. ein Multitool oder ein spezielles Hebel-, Öffnungswerkzeug mitgeführt wird oder vor allem auch, ob solche Arbeiten im individuellen Einsatzbereich überhaupt realistisch vorkommen...


    Wird zusätzlich ein Multitool mitgeführt? Ansonsten wäre ja auch ein Messer mit einer Säge wie ein Victorinox Hunter nützlich, um z.B. bei Suchaktionen auch mal einen Stock absägen zu können...
    Wird zusätzlich ein Glasbrecher an einem anderen Einsatztool mitgeführt?
    Wird ein separates Öffnungstool wie Wilson Cop-Tool mitgeführt? Dann käme es auf die Hebelbelastbarkeit des Folders nicht mehr so sehr an..


    Werden in der Einheit oder bei kooperierenden Einheiten Textil-Einweghandfesseln verwendet?
    Wird dafür ein spezielles Schneidetool zur Verfügung gestellt oder mit einem Messer gearbeitet?
    Gehört zum Aufgabenbereich die Teilnahme an umfangreichen Durchsuchungen? Dann wäre ein stabiles Messer vorteilhaft, mit dem man auch einmal eine Tarnladung oder ein Versteck öffnen kann, falls man kein separates Öffnungstool verwendet....
    Kommt für den individuellen Anwender neben der Werkzeugfunktion gedanklich auch ein Einsatz als Backup in Notwehrfällen in Betracht?
    Soll das Messer möglichst diskret und verdeckt in der Uniform oder offen am Dienstkoppel getragen werden? (Größe, Gewicht, Auftragen.....)


    Bei mir seit vielen Jahren sehr gut bewährt:



    Extrema Ratio Nemesis
    Außerdem alternativ als Einsatzfolder geführt:
    Cherusker LLC Magnum, CRKT M16-14 (....habe separaten Glasbrecher....)


    Ansonsten aus dem Kollegenkreis häufig als langbewährt vorgeschlagen:
    Aus der "Schneidteufel"-Fraktion natürlich Spyderco, je nach Einstellung zu Verlieren/Verbrauch entweder günstige Modelle oder Police G10
    Ansonsten:
    MOD / BHB CQD Mark 1 oder 2
    Extrema Ratio MF1
    B+ Wagner RBB


    ...und da merkwürdigerweise die Leute sich auch immer ausgerechnet bei mir ein Messer leihen wollen und auch nach vielen Jahren Einsatzerfahrung oft immer noch gaaaaanz überrascht vor der Problemstellung stehen, einen von SE Festgenommenen umfesseln und von seinen Textil-Einwegfesseln befreien zu müssen oder "unverhofft" bei der Durchsuchung eines Importbetriebs auf Ware in dicken Kartons zu stoßen , hab ich auch noch ein oder zwei möglichst billige Messer in der großen Einsatztasche :)

    Lese ebenfalls mit großem Interesse mit.
    Die Aufzählung erhebt ja keinen Anspruch, "vollständig" zu sein - insbesondere nach deutlichen Hinweisen auf Individualbeschaffung!
    Hier werden aber sowohl sehr interessante Gestaltungen von militärischer Einsatzkleidung als auch Tarnmuster gezeigt, die mir so noch nicht bekannt waren.

    Da steigst Du aber mit einem Tusch wieder ein! :thumbup:


    Die Karambits sind toll. Würde keine Griffe drauf machen, ist doch schade wegen des Musters...
    Kann auch wegen des Rings in der Hand nicht drehen, ob forward oder reverse.


    Auf das letztgezeigte große Messer würde ich allerdings nen Griff bauen....

    Gefällt mir sehr gut!
    Vielleicht wäre eine Mulde im Klingenrücken eine Lösung - kein Scheuern, wie Du es bei ner Riffelung befürchtest, und gute Orientierung für den Daumen....

    Für die alten Hasen natürlich ein ebensolcher Hut, vielleicht aber mal interessant für Einsteiger, da nicht sooo oft darüber berichtet wird:


    Einige Folder sind ja mit einer hakenförmigen Ausformung auf dem hinteren Klingenrücken versehen, an der man durch Einhaken in den Taschensaum beim Ziehen des Folders aus einer Hosen- oder Innentasche in der Ziehbewegung die Klinge ausklappen kann.


    Erfunden - oder zumindest sich schützen lassen - hat das Ernest Emerson, weshalb der praktische Haken auch "Emerson Wave" heißt. Die zuletzt aufgelegte Spyderco-Matriarch-Serie wird mittlerweile mit einem werksmäßigen Emerson-Wave angeboten, mein eigener "Meph Garbler" jedoch noch nicht.


    Insbesondere Spyderco-Folder (wegen des größeren Öffnungslochs), aber auch andere Folder nach Entfernen von Öffnungspins und Freilegen der Pin-Achse werden zuweilen mit einer improvisierten / nachgerüsteten Öffnungshilfe versehen, die nach Art des Emerson-Wave funktioniert: dem Ghetto-Wave, der üblicherweise durch einfaches Durchschlaufen eines kleinen Kabelbinders durch das Spydie-Loch oder eben die Pin-Achse angelegt wird, der Verschluß des Kabelbinders liegt dabei auf dem Klingenrücken und wirkt als Hindernis für den Taschensaum.



    Bei diesem Messer hier habe ich einen noch wirksameren "Ghetto-Wave" angebracht - zwar optisch keine Perle, dafür aber sehr effektiv: durch den kleinen Kabelbinder wird dabei parallel zur Klinge ein zweiter gezogen, dessen Strang parallel zum Klingenrücken läuft und ca. 1,5 cm vor dem Verschluß abgeschnitten wird. Der entstandene Plastikhaken greift sicher in den Taschensaum und zieht die Klinge auf.


    Da mich das Matriarch funktional ziemlich und optisch ziemlich wenig anspricht (...ich mag weder FRN noch teilweise aus dem Griff schauenden Wellenschliff), kam es mir hier dann auch gar nicht mehr auf Optik an, dafür sollte das Ding möglichst narrensicher fassen.....was es tut....


    Zeigt doch auch mal ggf. andere improvisierte / nachgerüstete Öffnungshilfen und berichtet über die jeweilige Zuverlässigkeit!