Beiträge von Micha M.

    Die Serienmesser wurden von Martin nicht komplett "umgeschliffen", sondern jeweils geschärft.
    Das Buck-Strider ML hat allerdings statt der oberen Schor eine Rückenschneide bekommen....

    Aufgrund altersbedingt nachlassender Hörleistung und meiner Ruhrpott-Herkunft hat sich heute ein kleiner Irrtum eingeschlichen:


    Statt "Vatta-Tag" dachte ich, endlich sei der Feiertag schneidfreudiger Eisenwaren eingeführt worden als "Cutter-Tag"...und dem müsse gefälligst mit einem kleinen vergleichenden Schneidtest gehuldigt werden, nachdem mich unglaublicherweise heute um Nullachthundert ein unsäglicher Spielmannszug aus dem Bett geworfen hat, der etwa geklungen hat, als würde ich mit voller Ausrüstung ne Treppe runterfallen.....


    Die Sache war vor allem auch Schritt 1 des erbetenen Erfahrungsberichts zum Bastinelli Raptor R.E.D., einem ausgesprochenen Schneidwerkzeug. Das Messer werde ich NICHT als Steighilfe oder Öffnungswerkzeug verwenden, dafür ist DIESES Messer im Gegensatz zur Schar der Einsatz-Viertelzöller nicht gemacht (....es sei denn, es bricht gerade mal wieder irgendwas Großes von irgendeiner Klingenwurzel ab....). Das R.E.D. wird jedenfalls bei mir als Schneidwerkzeug / Backup geführt und in den anderen Bereichen von separaten Werkzeugen ersetzt....


    Die ganze Sache hat dann hinsichtlich der Auswahl der Vergleichsmesser erst einmal uhrzeit- und spielmannszugtraumabedingt qantitativ moderat angefangen, allerdings bin ich auch sofort ziemlich hoch eingestiegen:



    Eingestiegen bin ich mit dem ProTech / Brend "Combat Companion" mit einer im Direktvergleich zum Bastinelli deutlich geringeren Werksschärfe.


    Dann mußte ein Spyderco Matriarch ran, sozusagen im "Dreiecksvergleich" mit einer schnöden Opinel-Hippe (diese allerdings zu Hause ein wenig nachgeschärft....). Nun ist ja der Spyderco-Wellenschliff sozusagen "kraft Definition" DER Seil- und Gurtkiller...aber, was soll ich sagen....Seilschneiden auf einer Unterlage war mit dem Bastinelli deutlich einfacher...und dann hat auch noch die wenig taktische und vergleichsweise spottbillige Hippe mit glatter Schneide das Seil deutlich angenehmer und mit weniger Kraftaufwand durchtrennt als das Spydie....Meine Meinung, bei dem Gartengerät handele es sich um ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug mit allerlei Nutzen, hat sich wieder einmal bestätigt....


    Ebenfalls ran mußte das CRKT Otanashi Noh Ken, einer meiner derzeitigen Lieblingsfolder mit wunderbarer Penetrationsleistung. Die Schneidleistung ab Werk war dem Bastinelli unterlegen, ich werde dieses Messer professionell nachschärfen lassen und weiß auch schon, von wem:


    Natürlich ist der Direktvergleich nicht ganz fair, aber das Ergebnis war schon interessant und eigentlich auch schon wieder ein Lob für das R.E.D.: Im Direktvergleich ziemlich vergleichbar in der Schneidleistung (um genau zu sein, ein wenig besser :) ) war das Eickhorn GTK in einer Sonderausführung, fachmännisch nachbearbeitet von Martin Stierlin von Blade-Systems.
    Er hat dem Messer ein wunderbares Ätz-Finish verpaßt, es gibt meines Wissens außer dem Exemplar von ProHunter und meinem derzeit keine weiteren :), und er hat vor allem auch die Gelegenheit genutzt, nach meiner Vorgabe ("Martin, maximale Schärfe, ist nicht als Feldmesser vorgesehen....") das Messer mit seinen Fähigkeiten nachzuschärfen.


    Meine gute Meinung von 440C / Böhler N695 bezüglich Schneideigenschaften und - so ganz nebenbei :) - vor allem auch von Martins Fähigkeiten hat sich erneut bestätigt, das Messer schneidet wie der Teufel.


    Es ist aber bemerkenswert, daß das Bastinelli im Direktvergleich kaum mehr Druck genötigte. Zudem liegt es - vor allem im Säbelgriff - auch unter Schneidbelastung wirklich sehr gut in der Hand!



    Der Tag war jung, die Neugier angestachelt, die Auswahl wurde ein wenig größer :)


    Positiv überrascht war ich von der Schneidleistung des (ebenfalls zu Hause nachgeschärften) CS Scimitar Spike. Die Klinge ist ein wenig höher als bei den anderen Spikes und bietet daher einen etwas schneidfreudigeren Winkel. Das Ergebnis steht dafür. Weitere positive Überraschung war das Fox Forest Camping/Military.


    Erwartungsgemäß gut schnitt das kleine Al Mar Mini SERE Operator Fixed, auch die Schneidleistung des immerhin viertelzölligen Raidops war nicht schlecht, der Gerber AF Combat Folder und das CS TiLite hielten sich ebenfalls ordentlich - alle genannten Messer lagen aber hinsichtlich der benötigten Schneidenlänge oder des benötigten Andrucks für ein Durchtrennen des Seils in einem Zug hinter dem Bastinelli.


    Für ein Messer, das mit Werksschärfe mit dem Bastinelli mithalten konnte, mußte ich schon einigermaßen in die Trickkiste greifen und ein altes SOG Recon Bowie hervorzaubern, das nicht nur wunderschön ist, sondern auch höllisch gut schneidet.



    Ein interessanter Vergleich war auch noch der zwischen 2 GTKs, dem schon gezeigten mit Schliff von Martin von Blade-Systems und einer Originalverion, der Matthias "Geronimo" schneidleistungsmäßig auf die Sprünge geholfen hat. Auch nach "Geronimos" Behandlung konnte das GTK (...das nicht den feinsten Werksschliff hat, um das mal so diplomatisch zu bezeichnen...) mit dem Bastinelli mithalten und lag wohl nur deshalb knapp hinter dem BS-geschliffenen, weil es nach dem Schärfen im Gebrauch schon einiges geschnitten hat. Bei beiden Messern zeigte sich ein deutlicher Wert einer professionellen Nachbehandlung und ein Vorsprung vor der Schneidleistung der meisten Messer mit Werksschliff.


    Das bestätigte sich auch bei anderen Modellen, die Martin von BS schon einmal für mich nachgeschliffen hat:
    Vergleichsweise sehr gut schnitten auch das Buck Strider ML und der Kizlyar Stalker 2, die schon bei ihm "in Behandlung" waren. 420HC von Buck wird ja zuweilen als "Billigstahl" gescholten - allerdings sehe ich bei solchen Vergleichen immer wieder, welche Schärfe man da fachmännisch herauskitzeln kann!


    Insgesamt bin ich mit dem Direktvergleich der Schneidleistung bezüglich des Bastinelli schon bei Werksschärfe SEHR zufrieden.
    Und ein paar der Messer aus dem Vergleichsschneiden werde ich bei nächster Gelegenheit zu Martin senden, insbesondere das Otanashi, um sie auf optimale Leistungsfähigkeit bringen zu lassen....


    Und worüber reden da einige von uns, wenn sie sich über übertriebene Härte bei diesem Test mokieren und z.B. schreiben, Schlagholzeinsatz wär ja nun eindeutig nie was für Folder, es sei unfair, das Pohl sowas auszusetzen.....


    An dieser Stelle des Tests waren doch die Messen längst gesungen, da war das Pohl längst kaputt.
    Vor dem Bruch wurde ein wenig Kabel geschnitten und Blech beschnitzt. Über mögliche Schäden an der Schneide spricht doch hier gar keiner! Anschließend wurde das Messer mehrmals mit bloßer Hand und damit mit einer in einer realen Anwendungssituation ganz unvermindert möglichen Energie im "Spine" gegen ein Kantholz geschlagen - und hat da schon jedesmal kollabiert, übrigens also auch gar nicht die ganze Energie in die Klingenrückseite ableiten müssen, weil der Lock ja rausgesprungen ist.
    Nach 2 oder 3 Schlägen eher aus dem Handgelenk in Schließrichtung ist dann ein großes Stück abgebrochen. Nochmal: Wir reden doch hier keineswegs nur über ein Wegspringen des Backlock-Hammers, sondern über einen Totalausfall mit gravierender Materialzerstörung!


    Ganz normaler Armschwung, keine Hydraulik, kein meterlanger Hebel, um die Kraft zu verstärken, keine Stapel von Hantelscheiben......Und da kann ich Torben nur zustimmen: Da haben andere Messer schon sehr häufig nicht geschwächelt.


    Was hätten die Fans sich wieder gegenseitig auf die Schultern geklopft, wenn das Messer den Test prima überstanden hätte..."Klar, Elite-Tool eben". JETZT, nach dieser wirklich beunruhigenden Materialgeschichte, ist es NATÜRLICH ganz unfair, sowas mit dem Folder zu machen.


    Und wenn ich jetzt so lese, was ein Folder alles gar nicht aushalten muß, wofür man ihn gefälligst ausschließlich zu verwenden hat und wie die Erwartungshaltung dann gefälligst zu sein hat, sollte Pohl vielleicht als Modell "Omega" dann den ultimativen SAK/Opinel-Style-Slipjoint auflegen, DAS wär doch dann endlich mal ein Messer für die realistischen Elite-Anwendungen :)


    Rumpelstilzchen: Stimmt, das Bild der zerscherbten Klingenrückseite würde ich nun wirklich nicht mehr aus dem Kopf kriegen, wenn ich so ein Messer besäße!

    Klingt erst mal gut...aber auch die Anbieter müssen sich daran messen lassen, wie sie ihre Produkte bewerben. Centurios Post klingt ja so, als sei das alles nur einseitig übersteigerte Erwartungshaltung von Couch-Ninjas, die mit Opas Slipjoint eigentlich ebenso gut klar kämen.


    Mag ja sein...


    Aber andererseits übertrumpfen sich die Anbieter ja auch mit ihren Superlativen - und dem müssen sie dann auch irgendwie genügen, wenn das nicht bloß leeres Gelaber sein soll.....

    Klasse! :thumbup:


    Übrigens freue ich mich auch darüber, daß durch die Kommentare wirlich klar wurde, daß es hier eben um Alternativen geht. Es hat ja auch Befürworter des ursprünglichen Designs gegeben, nicht zuletzt mit Roman jemanden, der sowohl die technologische als auch die Anwendungsseite so eines Entwurfs beurteilen kann wie kaum jemand sonst.


    So hast Du jetzt zum Ursprungs- auch ein Alternativmodell. Ich bin immer mehr weg von der Vorstellung eines für alle Anwender und alle Anwendungen gleichermaßen "idealen" Messers, bei unserer gemeinsamen Leidenschaft ist glücklicherweise "jeder Jeck anders".


    Und ohne nach Loveless das Messer sozusagen "neu erfinden" zu müssen, sind doch viele neue kleine Detaillösungen und auch "Handschriften" immer wieder spannend. Für mich bildet sich da längst nicht die "Sackgasse" einer bereits ausgeschöpften optimalen Grundform, an der es nichts mehr zu "optimieren" gäbe. Du hast nun 2 Modelle, die einige Anwender spontan sehr angesprochen haben. Beide sehen anders aus als ein Chute oder ein Wilderness Survival :). Hat sich das nicht gelohnt ?? :)


    War eine sehr interessante Diskussion, freue mich auf weitere!

    Er kauft nur die Messer, die er auch behalten will - und macht nur ganz wenig kaputt.
    Außerdem sind die Testmesser alle noch kostengünstig-langweilig im Originalzustand und weder auf "Müllmann" umgezogen noch sonstwie kostentreibend gepimpt :)

    Was Grenzen der Vergleichbarkeit angeht, sind wir gar nicht SO weit auseinander, Dirk...
    Ich hätte diese Aussage auch nicht angegriffen, wenn es darum gegangen wäre, daß der Lock hier lediglich aufgesprungen wäre. Das passiert tatsächlich bei ein Backlock - wenn man ihn nicht zusätzlich sichert wie bei ER - leichter beim Schlag auf den Klingenrücken als bei dem zusätzlichen Bolzen des Tri-Ad-Lock.


    Aber hier hat es ja nicht den Backlock-Hammer weggedrückt, sondern ein Teil der Klingenhinterseite, wo der Backlock einhakt, ist abgebrochen. Das ist eigentlich weniger eine Frage der Verschlußkonstruktion......


    Ich stimme auch zu, daß das eine sehr harte Belastung für einen Folder ist. Ich kann mich noch an den Test erinnern, den ich für Bastian mit dem Timberline 18-Delta durchgeführt hab.....Da hab ich sowas mit diesem Framelock ohne Zusatzsicherung auch nur deshalb ausprobiert, weil das Messer bei allen vorangegangenen Tests so panzermäßig stabil abgeschnitten hat. Allerdings blieb auch das Timberline ebenso intakt wie das CS jetzt hier.

    Sorry, Dirk, aber das klingt ein wenig nach Schönreden...


    Wenn ich nur genau das mit einem Folder anstelle, was man gescheiterweise damit macht - und auch auf die beste Art - dann kann ich mir auch ein Laguiole einstecken und schneide vermutlich besser ab....


    Der Umgang mit den Messern war ruppig, war aber insgesamt nicht mit dem sinnlosen Unfug eishockeymaskentragender mutwilliger Messervernichter zu vergleichen. Was an Einwirkung erfolgte, kam größtenteils "frei Hand" oder mit einem Einsatz, der Batoning gleichkommt. GUT, auch Batoning ist "normalerweise" nix für Folder - aber ich hab das testweise auch schon mit welchen gemacht, um die Festigkeit von Klingenachse und Lock zu erproben, z.B. mit dem Timberline 18-Delta im Auftrag von Bastian "Xpedition".....Auch jenes Messer hat das besser weggesteckt.


    Und man muß sich ja auch mal anschauen, WAS da passiert ist. Beide Folder haben ja den gesamten Mißbrauch im Klingenbereich gut überstanden. Es wurde da ja auch nicht auf Betonblöcke eingehackt, sondern auf Holz und auf Blech, das man noch in etwa mit Behälter- und Karosserieblech vergleichen kann.....Auch hier hat sich, spätestens erkennbar beim anschließenden Durchhacken eines Vierkantholzes, ein Vorteil des Spartan ergeben, das nach all dem abstumpfenden Mißbrauch deutlich leichter durch das Holz ging....


    Der Riesenunterschied bestand aber aus dem Versagen der Klingenwurzel, einem glatten Materialbruch bei einem mit normaler manueller Belastung durchgeführten Verriegelungstest. Da war keine Presse am Werk, keine Hydraulik - das Ding ist bei normalem Auftreffen auf eine Holzkante aus freier Hand zerscherbt! Es geht ja hier nicht darum, daß vielleicht der Backlock aufgesprungen wäre und man dann irgendwie herumargumentieren könnte, na ja, so ne Sache sei ja irgendwie für Folder auch nicht richtig vorgesehen. Fein, dann reicht ja auch Slipjoint....nun gut, jetzt isses ja auch Slipjoint....


    Und warum sollten denn die Folder nicht vergleichbar sein? Mir ist es doch im Prinzip wurscht, ob der Hersteller möglichst maximale Stabilität durch Back- oder Tri-Ad-Lock erzielt oder, wenn das funktioniert, durch ein dort eingebautes Viagra...Funktionieren muß es, langfristig und zuverlässig und zu einem bezahlbaren Preis.


    Wobei wir an dem bisher immer angedeuteten Punkt sind, daß - wenn man schon die Messer angeblich nicht miteinander vergleichen kann - eigentlich viel naheliegender das Argument wäre, man könne ein Messer, das man mit ein wenig Umschauen für 75 Euro im Direktimport hier in die Hand bekommen kann, eben nicht mit den Möglichkeiten vergleichen, die man in der Produktion eines 170 Euro - Messers hat. Geht aber anscheinend doch.


    Insgesamt hab ich im Test nichts Unfaires erkennen können. Ruppig gemacht, aber auch nicht mutwillig-zerstörerisch, sondern ein Belastungstest, der hinsichtlich der mechanischen Kräfte deutlich unter dem Level z.B. von Messermagazin-Tests lag. Und obwohl ich das mutwillige Zerstören von Testmessern verachte, hab ich einigen Messern in meinen eigenen Erprobungen durchaus Vergleichbares zugefügt.


    Beide Messer haben gelitten, Schaden genommen, auch beim CS hat es beim Batoning einen Verzug der Schneide gegeben, aber keinen Bruch und auch keinen Ausfall des Messerverschlusses, insgesamt war das CS danach noch komplett einsetzbar, das Pohl nicht.


    Man sollte das Messer an Pohl zurücksenden, damit er die Chance hat, prüfen zu lassen, ob der Bruch aufgrund eines Materialfehlers in der Klingenwurzel erfolgt ist.

    Dann bedürfte es ja nicht des Fragezeichens :)


    Wenn das ein IWB-Clip sein sollte, ist es ein schlechter, weil dann die Tragehöhe nicht paßt und zudem der Clip nicht von unten unter einen über dem Hosenbund getragenen Gürtel faßt, um nicht nur das Messer beim Tragen vom einem Abrutschen in die Untiefen des Hoseninnern zu bewahren, sondern auch beim Ziehen vor einem Herausziehen mit der Scheide...


    Das sieht aber eher aus wie ein Taschenclip, sowohl von der Tragehöhe her als auch wegen des bloßen Übergreifens über den (Taschen-)Saum....


    Edit: Tragehöhe könnte gehen....Clip schützt aber nicht vor dem Abziehen der Scheide....Da könnte man besser am Unterende der über den Hosenbund greifenden Lasche ein Ende noch mal hochbiegen, über dem dann ein Gürtel verlaufen würde.....

    So ein Griffende hätte für den Haupt-Anwendungszweck DIESES Messers den Nachteil, daß man dann den Knauf nicht mehr weit hinten umfassen könnte, da die Hebelkante dann in der Handinnenfläche liegen würde.


    Vor allem ist die Hebelkante bei Rainers Modell aber auch nicht erforderlich, da ja schon die Spitze sehr breit und hebeltauglich ist.


    Bei einem Einsatzmesser mit penetrationsfreundlich ausgezogener Spitze finde ich so eine Hebelkante in vielen Fällen sehr günstig - und wenn sie als Schlagelement ebenfalls funktioniert, wird der Nutzen "mitgenommen" :)


    Verbessern? Ich möchte die Vorschläge eher als Alternative sehen, "Verbesserung" fände ich für mich selbst ein wenig anmaßend, Du weißt ja sehr genau, was Du da machst! Wenn Details dabei sind, die sich nach Erproben bei Dir gut bewähren, freut mich das umso mehr.


    Was man vor dem Ausschneiden eines Rohlings meines Erachtens machen sollte, wäre die Anfertigung einer Holz- oder zumindest Pappschablone, um Sicherheit zu 2 Fragen zu gewinnen:


    1. Wird am Griffrücken diese kleine "Kante" am höchsten Punkt eventuell drücken? Sollte man da lieber runden - oder reicht es, die Schalen im Querschnitt oben halbrund zu gestalten, um insgesamt einen Griffrücken zu erzielen, der die harten Belastungen von Prellschlag und starktem Andruck / Reibung bei den beabsichtigten Primär-Anwendungen möglichst bequem an die Hand weitergibt?


    2. Ist die untere "Nase" so gestaltet, daß sie gut bei einer hinteren Griffhaltung umfaßt werden kann und weder dann noch bei der normalen Griffhaltung drückt oder scheuert? Ist sie ggf. zu breit, oder muß sie ggf. mindestens kantengebrochen oder sogar verrundet werden?


    Da macht Versuch klug....


    Ich halte sie - ausschließlich betrachtend - nicht für zu breit und habe heute diese von mir beschriebene Haltung (2 Finger unmittelbar vor dem Knauf) an verschiedenen Messern mit einer entsprechenden Gestaltung des Griffendes noch einmal vergleichend erprobt: Dustar Arad, Ontario Marine Raider Bowie und Becker BK 9. Beim BK 9 ist die Machetennase am breitesten, läßt sich aber noch immer gut umfassen.


    Das Griffende gefällt mir jetzt gut unter funktionalen Gesichtspunkten, Du gewinnst so z.B. auch eine gute gerade Andruck- oder Schlagfläche am Griffende, das sehe ich wie Du.


    Auf die nach unten gerundet abfallenden Schalen-Vorderkanten hab ich übrigens mit Sicherheit kein Copyright, das haben andere Gestalter in einzelnen Fällen schon lang vor mir so gemacht. Ich hab das für MOZ, MAX und TIGER aber "verstanden" und gern aufgenommen, weil es im Kampfmesserbereich, für den ich mich besonders interessiere, die Festigkeit des Hammergriffs mit den Möglichkeiten intuitiven Dirigierens des Messers wie beim "Deuteffekt" gut verbindet. Stimmt aber: das bringt natürlich auch ein gutes Widerlager in Bewegungsrichtung bei einem kraftvollen Zugschnitt und ist diesbezüglich sicher der reinen Traktion auf einer geraden, zum aufgelegten Daumen parallelen Daumenauflage überlegen. Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich bei vielen Gestaltungen eine Daumenmulde einer geraden Auflage ebenfalls vorziehe....

    Zumindest nach meinem Eindruck verlierst Du durch die leicht längere Klinge und die Gladius-Spitze auch bei einem nun hinten volleren Griff nichts von der "nach vorn gewandten Optik", auf die Dein Entwurf von Beginn an abzielte.


    Und ich bin ziemlich überzeugt, daß die Ergonomie beim Schlagholzeinsatz so besser sein wird.....


    Zumindest mir gefällt diese neue Version sowohl optisch als auch hinsichtlich des Praxisnutzens besser.

    Ich liebe Detaildiskussionen und habe selbst bei Entwürfen schon Monate getüftelt, die Martin Stierlin von Blade-Systems dann für mich umgesetzt hat.


    Das sieht dann mit dem Nachsinnen über technische und ergonomische Auswirkungen verschiedener Möglichkeiten "schlimmstenfalls" so aus wie in diesem Thread hier:


    Blade-Systems „Tiger“ – Versuch der Fortentwicklung eines berühmten Konzepts


    ...oder diesem...


    Blade-Systems MAXimum Attacker - MAX


    Beim MAX hab ich heftig am Griff getüftelt, einschließlich Versuchen mit Knetgummi :)


    Bin daher auch wirklich darauf gespannt, wie sich ggf. nach Deinen Vorstellungen Dein jetziger Entwurf entwickeln kann!