Beiträge von Micha M.

    Ja, merkwürdigerweise herrschte zwischendurch über einige Jahre offenbar nur geringes Interesse an den wunderschönen Lederscheibengriff-Messern...Sammler wie Member "Oslofjord" haben über Jahre tolle Messer angeboten.
    Ich hab mein SOG Recon Bowie auch aus 2ter Hand - und würde es nie gegen die moderne Version mit Kratongriff eintauschen wollen, man kann da noch so sehr über technologischen Fortschritt diskutieren.


    Hattori bietet Vietnam-Bowies mit Lederscheibengriff noch an, z.B. bei filofiel.com, allerdings zu happigen Preisen.


    Erschwinglich und verfügbar sind allenfalls noch die Bowies (Bowie 2) von SOG, bei knifesupply z.B. für 140 Dollar plus Versand und Abgaben....


    Als Gebrauchsmesser hat das SOG Bowie allerdings den Nachteil einer ziemlich filigran gestalteten Spitze, es ist primär ein Fighter, zugegeben ein sehr schöner :)


    Ich hab die Angebote der Serien-Vietnam-Bowies über Jahre immer wieder beobachtet - für mich ist das allerdings vorbei: Roman "Juchten" baut so etwas erschwinglich als Custom-Messer mit einem dem Serienmodell deutlich überlegenen Lederscheibengriff, einer vielseitigeren Spitze - und vor allem einer ganz anderen Ausstrahlung. DAS wäre für mich persönlich mittlerweile ganz deutlich das Vietnam-Bowie der Wahl, ein Messer fürs Leben.


    Bilderthread für Juchten aka Romans Messer


    Bilderthread für Juchten aka Romans Messer


    Trotzdem finde ich auch die gut gemachten Serienmodelle von Böker/Hattori und von SOG schön und interessant. Nur von den Billig-Klonen sollte man imo die Finger lassen - so etwas ist ein Messer, das man viele Jahre besitzen sollte, da lohnt sich ein wenig warten und ansparen allemal, um etwas zu erwerben, das einen dann auch nach 10 Jahren und mehr nicht enttäuscht....

    Halte es für einen Trugschluß, daß das dunkle Stonewash schlechter ankommt.
    Mir gefallen gerade die Modelle 1 und 5 besonders gut, allerdings würde mir Nr. 1 natürlich mit Querrillen noch besser gefallen :), aber das ist eine persönliche stilistische Vorliebe...


    Finde es klasse, daß Du mittlerweile eine ganze Reihe verschiedener Entwürfe als Ganzstahlmesser gebaut hast - da hast Du eine eigene Handschrift entwickelt, die mir wirklich ausgesprochen gut gefällt!

    Die stetig anwachsende Bastinelli-Fangemeinde wird es freuen:


    Neben interessanten Bildern einiger Customs und der bereits bekannten Kooperations-Modelle (R.E.D.-Fixed, Big Dragotac, BBR2-Folder, BB Drago usw.) ist das taufrische YT-Video von Bastiens Stand


    http://www.youtube.com/watch?v=MfXT_wXJY60


    vor allem aus dem Grund sehr spannend, daß es erstmals auch den offenbar brandneuen R.E.D.-Folder als Mid-Tech-Modell aus der Viper-Tecnocut-Fertigung zeigt.


    Hier noch mal ein ebenso neues Video über den Folder:


    http://www.youtube.com/watch?v=EdDgZFMkuqM




    Ich hatte ja erwähnt, daß mich die Qualität des R.E.D.-Fixed aus der Viper-Fertigung wirklich überzeugt und beeindruckt hat - und ich sie im Direktvergleich mit der Lionsteel-Fertigung des größeren Raptor GT6 für besser und wertiger halte. Auch angesichts der moderaten Preisgestaltung beim Fixed ist die Sache für mich spannend.....


    Abgesehen davon, hab ich natürlich beim gezeigten Big Dragotac die Tastatur vollgesabbert und warte gespannt auf Torbens (oder natürlich auch jedes anderen neuen Besitzers!!) Erfahrungen!

    Ich durfte das Projekt ja schon in der Entwurfsphase beobachten - besten Dank auch dafür!


    Insgesamt überzeugt mich - wieder einmal - sowohl die wirklich akribische Planung als auch die Umsetzung.


    Hinsichtlich der Griffigkeit hab ich eigentlich auch so keine Bedenken - aber ein Vorzug dieser Griffgestaltung ist wirklich, sie bedarfsweise ganz einfach nachrüsten zu können. Reicht - wie angedacht - Flexcord nicht aus, läßt sich der Grip durch Wicklung oder Griffbeschichtung ohne großen Aufwand erhöhen.


    Die handgemachten Serrations sehen sehr gut aus, auch Martin von BS arbeitet ja auf diese Weise, mit einigem Aufwand, aber eben auch ausgezeichneten Gestaltungsmöglichkeiten.
    Weiteres sehr sehenswertes Detail ist die Gestaltung der Spitze, der Rücken verstärkt sich ja vorn vor dem Wellenschliff wieder ähnlich einer "Panzerspitze".


    Sehr gut gedacht....und gemacht! :thumbup:


    Nach einigem Begrabbeln von Rumpeltrolls Bulldog-Ganzstahl und der gemeinsamen Planung eines eigenen Modells auf der ursprünglichen Grundlage von Teachdairs Maiken ist ja - als geistiges "Kind" des TF-Chats wieder einmal - auch gerade ein Ganzstahl-Modell von Dir für mich in der Mache.


    Darauf freue ich mich sehr und weiß es bei Dir in sehr guten Händen.

    Kann Romans Ergebnisse bezüglich Wellenschliff-Nachschärfen durch planes Überschleifen nur bestätigen. Habe meinen Kizlyar Stalker auch auf diese Art nachgeschärft - der Wellenschliff schneidet nun besser als direkt nach Auslieferung des Messers.


    Da "Welle" ja beim ziehenden Schnitt wirkt, es also hinsichtlich Wirksamkeit anders als beim Druckschnitt auf die Schneidenlänge ankommt, reizen mich die CS-Serrations gerade bei großen Modellen wie dem Talwar 5.5 oder dem Hold Out 1 (also wiederum ähnlich wie bei Roman mit seinem großen Vaquero....)

    Also, ich gebs ja zu: Bei dem einen oder anderen Deiner Pimp-Projekte hab ich ja schon zähneknirschend gedacht "Da hat er wieder ein schönes Messer verschlimmbessert..."


    Aber DIESES Projekt ist eine tolle Sache, das Ergebnis gefällt mir ausgezeichnet :thumbup:


    Du solltest Bilder davon nach Prato schicken, das würde Maurizio und Mauro mit Sicherheit auch gefallen!


    Top gedacht und top gemacht!

    12 Zoll sind ziemlich lang....


    Nicht daß es keine Tradition für große Dolche gäbe....in den alten Fechtbüchern sieht man diese Größe sogar häufig, sowohl für als Primärwaffe verwendete Dolche als auch für Parierdolche beim Rapierfechten. Und ein ausgewachsener schottischer Dirk hat häufig auch diese Klingenlänge.


    Aber man muß die Spitze auch noch gut dirigieren können, zuviel Vorderlast sollte der Dolch daher nicht haben - also muß bei dieser Länge immer noch gewährleistet sein, daß der Balancepunkt nicht zu weit nach vorn "rutscht". Die Waffe ist ja primär für den Stich gedacht.


    Der Pugio von Cage hat eine 10Zoll-Klinge, da liegt der Balancepunkt einen halben Zoll vor dem Handschutz.


    Zudem sollte man die Masse nicht ganz vernachlässigen, wir sprechen ja hier von 2 Zoll Klingenhöhe bei einer Waffe, die von Schnelligkeit und der Präzision im Stich "lebt"


    Bei durchschnittlicher Körpergröße und Körperkraft würde ich bei 12 Zoll angedachter Klingenlänge vorher wirklich spitz rechnen, wo der Balancepunkt dann liegt und wie hoch die Gesamtmasse sein darf, um damit schnell und beweglich genug zu sein.


    Im Zweifel würde ich allerdings lieber einen derart großen Dolch durch mehr Gewicht im Griff, meinetwegen Verzicht auf Löcher im Griff oder sogar zusätzlich ein schwererer Knauf, möglichst gut austarieren, als zuviel Vorderlast der langen Klinge unausgeglichen zu lassen.....


    Insgesamt soll es ja aber kein Gladius werden, sondern eben ein Dolch - da wären für meine persönlichen Verhältnisse maximal bei den 10 Zoll von Cage wohl Schluß - alternativ würde ich dann nicht mehr über einen Dolch nachdenken, sondern über ein Kurzschwert als Primärwaffe, dann natürlich mit größerer Klingenlänge, meinetwegen die knapp 16 Zoll von Battlecats wundersschönem Juchten-Gladius.

    Es wird noch harmonischer, wenn es stärker gerundet wird..... dann bewegen wir uns langsam in Bereiche wie beim Mercworx Equatorian oder Proeliator..


    Auch beim Gladius gab es ja eckigere und mehr gerundete Formen - ein sehr schön gerundetes Gladius hat ja "Juchten" für einen aus unserer Runde geschmiedet.
    Kompakter - mit 7 bis 10 Zoll Klingenlänge - ist so etwas natürlich auch jederzeit als Dolch denkbar...

    Ich seh schon einen verzweifelten grünweißen "Oberförster" an dem Ding zerren und basteln, um es irgendwie einhändig aufzukriegen :)


    Das ist ein interessantes Projekt, aus dem Rahmen des Messers und einer neuen Klinge ein EDC-tauglicheres Messer zu machen! :thumbup:

    Natürlich sähe eine leichte Biegung der beiden "Vorderschneiden" viel gefälliger aus, Roman - und wäre im Hieb auch wirkungsvoller als eine gerade Schneide.
    Also soll es nun tatsächlich etwas mit einer "Gladius-Spitze" werden, okay.
    Also reden wir im Grunde über etwas wie einen Pugio - auch der hatte zumeinst etwas gerundete Schneidenbögen bei großer Klingenhöhe.


    Die Überlegung zur großen Klingenhöhe ist einfach die, daß man wundballistisch mehr Wirkung erzielt. Wir erinnern uns an das Zitat mit dem "Spaten" - eben: bei einem sehr breiten Einstichkanal ist die Wirkung entsprechend hoch, nicht umsonst haben spätere Untersuchungen von Gefallenen und Gladiatoren oft verheilte Gladius-HIEBE ergeben, während die entdeckten STICHE zumeist sofort letal waren.


    Die Spitze sollte man dabei so lang gestalten, wie man das bei einem Pugio getan hat - die Penetrationsleistung eines "Anstiegswinkels" bis 45 Grad ist deutlich besser als bei den 70 und mehr Grad einer Modern-Tanto-Spitze, das Verhältnis zwischen Klingenvortrieb und Aufweitung des Stichkanals ist einfach viel besser.


    Stumpfnasige Modern-Gladius-Spitzen wie beispielsweise beim ER 185 RAO sind fast nie primär auf Penetrationsleistung ausgelegt, sondern auf Werkzeug-Stabilität - nun ist aber "ein Dolch ein Ding, das sticht" :)


    Auch die asymmetrische Modern-Tanto-Spitze ist ja "eigentlich" mehr auf Stabilität getrimmt als auf Penetrationsleistung, jedenfalls in vielen Fällen. Sie ist einer klassischen Schwertspitze nachempfunden, die erstens im Hieb maximal stabil bleiben und zweitens beim bogenförmigen Aufkommen mit der Spitze auch schneiden sollte - klassische Tanto haben hingegen eine erheblich weniger steile und viel mehr auf Penetration ausgerichtete Spitze - und da ist der Schneidenbogen gerundet.


    Neben - vielleicht sogar vor - Dave Lauck hat John Gage mit Gladius-Spitzen gearbeitet, bei ihm findet sich auch eine sehr schöne moderne Interpretation eines Pugio:


    http://gagecustomknives.deviantart.com/art/Pugio-156872716


    Hier haben wir also einen breiten Dolch - mit guter Penetrationsleistung, dabei aber im Gegensatz zu schlanken Dolchen wie dem FS erstens wundballistisch wirksamer, zweitens auch wirksamer im Hieb.


    So etwa in diese Richtung könnte ich mir eine Entwicklung des hiesigen Projekts auch vorstellen.


    Ahhh, was den Schliff angeht: Bei einer entsprechenden Klingenhöhe und 5 mm Stärke bedarf es wirklich keines Hohlschliffs, um sehr gute Schneidleistung aus so einer Klinge herauszuholen. Bei 2 Zoll Klingenhöhe hat man 25 mm Anschliffhöhe - da erreicht man eine für einen Dolch ausgezeichnete Schneidleistung problemlos auch beim Flachschliff....

    Ich würde Dir ebenfalls Martin von Blade-Systems empfehlen. Über die Jahre habe ich ausgezeichnete Erfahrungen mit ihm bei der Umsetzung diverser Messerprojekte gehabt, auch mit ausgefallenen Designs.


    Martin hat sowohl schon rückenscharfe asymmetrische Tanto-Spitzen gefertigt als auch Modern-Gladius-Spitzen. Ich besitze selbst zwei Raptoren aus seiner Produktion mit rückenscharfer Modern-Tanto-Spitze und bin auch nach Jahren immer noch hochzufrieden mit den Messern.

    Noch kurz zum Shop: Ich hab da seit Jahren immer wieder einmal bestellt, man findet zwischendurch zuweilen echte Schnäppchen.
    Das Riptide verkaufen die z.B. für 80 Bucks....
    Abwicklung war stets völlig problemlos, Versanddauer allerdings bis zum "Aufschlag" beim Zollamt ca. 14 Tage.