Beiträge von Micha M.

    Ein Schnapp ist es nicht - allerdings halte ich es auch noch nicht für arg überzahlt. Das Messer selbst ist bis auf die unzureichende Werksschärfe wirklich sauber gemacht, alle Kanten gut gebrochen, Schliff symmetrisch...Und das Design ist eben wirklich "rassig", finde ich.
    Die Kydex ist zumindest brauchbar, Befestigungselemente hab ich ja genug...Durch die mitgelieferte Kydex relativiert sich auch der Ärger über die grottige Cordura-"Scheide" glücklicherweise ein wenig.


    Die aufgeführten Mängel sind ärgerlich, das stimmt.

    Ich mag Daumenrampen oder gern auch Daumenmulden sehr gern.
    Legt man den Daumen dort an, hat man ein gutes Widerlager für kraftvolles Arbeiten.
    Entsprechende 3D-Gestaltungen ziehe ich einer planen Riffelung vor.


    Bei der kurzen Klinge sieht das vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig aus, beim MBK mit Vierzollklinge sind die Proportionen gefälliger, das stimmt allerdings....


    So ein richtiges Review isses ja nicht, aber den Ersteindruck wollte ich Euch nicht vorenthalten, zumal Mission die kleinen stählernen MPUs offenbar derzeit wieder in großer Zahl an die Händler weitergibt und man das Messer im Direktimport momentan für rund 90 Euro bekommen kann...

    Muss die Bewertung von Ohtatyaro teilen. Tatsächlich hab ich auch von Rich Derespina selbst einmal mailweise bestätigt bekommen, daß er keinesfalls einen Vierfingergriff PLUS Karambit-Ring bei seinem bei Fox in Serie gebauten Kuku Hanuman beabsichtigt hatte. Hier dann dasselbe Problem, unter anderem....


    Ich hab Blade Tech mal angemailt und meine Eindrücke zusammengestellt.
    Falsche Präpositionen werden auch hier nicht umgetauscht, richtige nicht in Zahlung genommen:


    Dear Sirs!


    Some days ago I received the Riptide and compared it with several other karambit knives in my "portfolio". The combination of IKBS and several opening systems (flipper, hole, wave hook) made it very interesting for my testing work and perhaps also for use in private life and service.


    At first, I encountered the same problem as with the Fox / Derespina Kuku Hanuman: You've built a full size handle and added a karambit ring. The result shows almost perfect ergonomics when handled without using the ring - but a weak ergonomics when You spread the fingers and hand wide enough to use the ring. The finger grooves do not fit while using the karambit ring, the position of the hand is too far at the rear end of the knife. Disappointing....


    If You build a full size, 4-finger handle with a karambit-ring that can be removed by unscrewing 2 screws, WHY did You abstain from adding one small rear end piece without a ring?? THIS would have been really a unique feature for a folder of this kind!


    The IKBS produces the need for a very strong detent by the liner / by the detent ball. As a result, it is impossible to wave open the knife solely by kinetic, by moving the hand quickly and stop the swing at once. Especially for a karambit which is handled very often in reverse grip, this is a real disadvantage, as the other opening systems (holes, flippers, thumb-studs etc.) cannot be operated with the little finger. I can open all the other karambit folders of my portfolio this way.


    The Riptide can only be opened in reverse grip using the Emerson-wave, so it MUST be hooked in the edge of a pocket, belt - but You cannot open it this way in "free hands".


    In addition, the pocket clip is so extremely strong that You even lift a heavy jacket or have to pull at the knife really desperately - and easily can get problems with a correct use of the Emerson-wave by getting stuck with the knife in the clothes....Emerson and Spyderco really found a better relation between safety and the needs of a quick draw of the knife...and for the correlation between wave and clip strength. A Civilian or a Matriarch even work more dependable with a "ghetto wave".


    It seems that You have solved the problems with the sharpness of the knife out of the box - my one unluckily wasn't hairpopping sharp, but at least tolerably sharp.


    All in all, I am not really satisfied by the Riptide...When I first saw it, I hoped to have found "THE" new karambit, but the problems with the handle size and the handling problems evoked by the clip and the resulted jamming in pulled-up clothes did not allow to evaluate the knife with best grades.


    It is REALLY good conceived - but shows some weak results in the practical realization.
    Please forward my comment also to Mike Vellekamp. I really like his outstanding Profili knife!



    Soweit ich weiß, entspricht meine Kritik an der Griffgröße auch einigen Kommentaren auf YT, schauen wir also einmal, ob das Brieflein dem Designer und/oder dem Hersteller ein paar Zeilen wert sind :)

    ....und hier mal spaßeshalber ein paar offene Zeilen an den Hersteller :)
    Schauen wir mal, ob und welche Antwort kommt.


    Hi, Mission-team!


    Today I received a MPU-A2 - the design is still extremely attractive, but the result of Your production unluckily is disappointing:
    -The paracord wrap is rather loose, the single slings can be moved for one cm without using power
    -The sharpness was inadequate, this is absolutely avoidable, A2-steel can be sharpened to very aggressive sharpness without problems
    -The neck sheath of cordura with the ridiculous tiny safety sling which opens from itself does not hold the knife safe in tipup.position, so it is completely useless for the mentioned purpose. It also cannot be used for another mounting in jackets etc. because of the lack of fixing points like hollow rivets or slings. You're proud about US-production, but to be honest, I never received a cheap China made knife with such a cheap look-and-feel
    -The also delivered kydex sheath showed a cordura belt loop, fixed with two srews. The loop does not work propperly on military belts, and one of the screws was already overtorqued and fell out of the sleeve nut.


    All in all a very good and interesting knife, very good ergonomics, perfect thumb ramp, extremely good penetrating tip, a knife which has become one of the classics in his size group....but You're spoiling Your reputation if You build and ship it like a 10-buck-China-knife.



    Falsche Präpositionen werden nicht umgetauscht, richtige nicht in Zahlung genommen. Das "Englisch" reichte bislang jedenfalls einigermaßen zum Böse-Menschen-Fangen, der Aktivwortschatz verbessert sich erfahrungsgemäß noch ein wenig bei leichter Zufuhr von Whisky...

    Auf Anregung hin auch einmal hier als Kurzvorstellung ein paar Zeilen über einen heutigen Neuzugang:


    Mission MPU in A2



    Leider ist ja das einen Zoll klingenlängere MBK seit geraumer Zeit nur noch in der Titanversion zu bekommen, also müssen eben die 3 Zoll Klinge des MPU reichen - bei beiden Messern gefällt mir schon lange Zeit die Kontur mit ihrer "Leaf"-Klingenform, ähnlich dem ER-Shrapnel, ausgesprochen gut.


    Hier ein Link zu ein paar Specs...


    http://www.missionknives.com/s…oducts.view&product_id=30


    Der kleine Pieker kam, wie üblich asymmetrisch (auf der anderen Griffseite glatt einlagig), leider jedoch nicht wirklich sehr fest gewickelt bei mir an, nadelspitz - aber mit einer nachlässigen Werksschärfe. Das ist schade und überflüssig, A2 läßt sich wirklich mit relativ wenig Aufwand richtig scharf bekommen....


    Was die hier zuweilen romantisch hochgehaltene Fahne von "Made in USA" angeht, wurde es bei den Scheiden dann ein wenig ernüchternd: Die normale Cordura-Neckscheide hat eine winzige, alberne und das Messer tipup nicht mal ansatzweise sicher festhaltende Klettschlaufe, ohne Nachbearbeitung absolut trageuntauglich. Immerhin kann man das Ding wohl für eine verdeckte Tipdown-Trageweise irgendwo einnähen...
    An der außerdem mitgelieferten Kydexscheide war eine Art Gürtelschlaufe angebracht, auch diese nicht wirklich praxistauglich, eine der beiden Befestigungsschrauben war komplett ausgenudelt und fiel aus der Hülsenmutter....Also wegwerfen das Schlaufendings, oder tief in die Grabbelkiste des ganzen Zubehörkrams versenken, den man vielleicht noch mal für ir-gend-was brauchen könnte....


    Das kleine MPU liegt gut in der Hand, die Daumenauflage ist mir die reine Freude.
    Getragen wird es absehbar wohl entweder als Neckie - da muß ich Wernersen noch beknien, mir ne vernünftige grüne Neckscheide zu schneidern - oder in einer der Taschen meiner Kongo-Plünnen.
    Auf den Weiten meines Bäuchleins hat das kleine wilde Ding ja genug Auslauf :)

    Tja, Postmann, heut ist wohl Neckie-Tag :)


    Ein ganz anderer Postmann, ausnahmsweise heute mal nicht vom Hochschleppen bestellter Weinkisten abgeschreckt und von der sonst üblichen Flucht durch meine just zum richtigen Moment im Flur erscheinende Herzallerliebste spontan abgehalten, kam in seiner dienstlichen Mission mit einem ebensolchen: Mission MPU in A2



    Leider ist ja das einen Zoll klingenlängere MBK seit geraumer Zeit nur noch in der Titanversion zu bekommen, also müssen eben die 3 Zoll Klinge des MPU reichen - bei beiden Messern gefällt mir schon lange Zeit die Kontur mit ihrer "Leaf"-Klingenform, ähnlich dem ER-Shrapnel, ausgesprochen gut.


    Hier ein Link zu ein paar Specs...


    http://www.missionknives.com/s…oducts.view&product_id=30


    Der kleine Pieker kam, wie üblich asymmetrisch (auf der anderen Griffseite glatt einlagig), leider jedoch nicht wirklich sehr fest gewickelt bei mir an, nadelspitz - aber mit einer nachlässigen Werksschärfe. Das ist schade und überflüssig, A2 läßt sich wirklich mit relativ wenig Aufwand richtig scharf bekommen....


    Was die hier zuweilen romantisch hochgehaltene Fahne von "Made in USA" angeht, wurde es bei den Scheiden dann ein wenig ernüchternd: Die normale Cordura-Neckscheide hat eine winzige, alberne und das Messer tipup nicht mal ansatzweise sicher festhaltende Klettschlaufe, ohne Nachbearbeitung absolut trageuntauglich. Immerhin kann man das Ding wohl für eine verdeckte Tipdown-Trageweise irgendwo einnähen...
    An der außerdem mitgelieferten Kydexscheide war eine Art Gürtelschlaufe angebracht, auch diese nicht wirklich praxistauglich, eine der beiden Befestigungsschrauben war komplett ausgenudelt und fiel aus der Hülsenmutter....Also wegwerfen das Schlaufendings, oder tief in die Grabbelkiste des ganzen Zubehörkrams versenken, den man vielleicht noch mal für ir-gend-was brauchen könnte....


    Das kleine MPU liegt gut in der Hand, die Daumenauflage ist mir die reine Freude.
    Getragen wird es absehbar wohl entweder als Neckie - da muß ich Wernersen noch beknien, mir ne vernünftige grüne Neckscheide zu schneidern - oder in einer der Taschen meiner Kongo-Plünnen.
    Auf den Weiten meines Bäuchleins hat das kleine wilde Ding ja genug Auslauf :)

    Mal ein paar Gedanken zu dem Disput um den dargestellten Produktionsmangel bzw. die eventuell weitmaschige Qualitätskontrolle:


    1. Ich bin sowohl mit Tony als auch mit Werner befreundet, möchte also weder Tony bashen noch Werner pauschal für die mögliche Motivation einer zumindest objektivierbaren und belegten Sachaussage irgendwie anmachen.
    2. Die hier geäußerte Kritik betrifft nicht Tony als Designer, auch nicht die Wertschätzung seiner Messer, an deren Markteinführung Werner ja übrigens in seiner Eickhorn-Zeit selbst mit großem Engagement beteiligt war, soweit mir bekannt ist.
    3. Zunächst einmal muß man feststellen, daß diese Diskussion sehr offen nicht im allgemeinen Bereich, sondern im "Firmen-UF" geführt werden kann, das ist ja leider nicht überall eine Selbstverständlichkeit gewesen. Eickhorn stellt sich also hier sehr offen einer kritischen Diskussion.
    4. Ich besitze selbst sowohl ein "Jagdmeister", ein GTK als auch ein GEK-EDC. Keines dieser Messer kam mit einer wirlich befriedigenden Werksschärfe an, dieses Problem ist altbekannt und konnte über lange Zeit auch nicht durch die Eickhorn-Qualitätskontrolle aufgefangen werden.
    5. Die Griffschalen von GTK und GEK-EDC saßen in keinem Fall absolut "bündig" auf dem Erl - allerdings sind leichte Überstände z.B. bei manchen Herstellern durchaus gewollt als Gestaltungselement gegen ein Verdrehen des Griffs.
    6. Die Unterschiede an der Vorderkante der Griffschalen (wie abgebildet) sehe ich als kosmetischen Produktionsmangel. Dem Kunden steht frei, das zu beanstanden. Mir ist hier allerdings nicht mitgeteilt worden, wie sich Eickhorn dann dazu gestellt hat, falls das überhaupt so erfolgt ist. "Kaffeerundengejammer" ohne konkrete Handlung bringt da tatsächlich gar nix, und einzelne Auslieferungen mit Produktionsmängeln dieser Art unterlaufen letztlich allen Markenherstellern. Damit ist die Sache für mich erst "meinungsbildungsreif", wenn dieser Schritt erfolgt ist und Eickhorn entweder mit einer kleinen Entschuldigung sauber verarbeitete Schalen nachlegt oder das große Lamentieren losgeht.
    7. Andererseits kann ich nicht nachvollziehen, warum der in diesem Einzelfall aufgetrene Mangel hier nicht vorgestellt werden soll. Wo denn sonst als hier in diesem Fachforum? In einem Gourmetforum würde ich mich ja ebenso zur angesprochenen Qualität von Bauer Müllers Kirchen äußern, wenn ich wüßte, daß der auch andere User beliefert.
    8. Solange Werners Kritik nicht unsachlich wird, kann er andererseits nicht von der Diskussion ausgeschlossen werden, weil er vielleicht Eickhorn insgesamt nicht mehr so mag. Wir schließen hier ja auch keine Leute aus Diskussionen über andere Marken aus, wenn bekannt ist, daß sie die nicht schätzen, solange sie in ihrer Argumentation sachlich bleiben. Das hier ist ja kein sektengleiches "Fanforum"...


    Mein Vorschlag daher:
    Lassen wir doch einfach mal die Motivation zu einer Kritik außen vor, solange sie objektivierbar vorgebracht wird. Andererseits muß dem Hersteller Gelegenheit gegeben werden, auf die Sache einzugehen. Erst dann kann man sich wirklich ein Bild machen.

    Das neue Modell erweckt eindeutig die Besitzgier, auch wenn die kleineren Modelle von Bastinelli wegen ihrer ausgezeichneten Alltagseignung sicher weiter den Schwerpunkt bilden werden.


    In Relation zum Preis des RED hätte man sich das neue Messer tatsächlich ein wenig preisgünstiger gewünscht, mir persönlich wäre auch eine Fertigung bei Viper lieber gewesen als die bei Lionsteel.


    Appetit macht die Neuvorstellung aber allemal - eventuell sogar dann als Initiator für den Kauf eines Big Dragotac, um vielleicht so eine ansprechende Klinge "dann wenigstens" in einem EDC-freundlicheren Format zu bekommen :)

    Danke fürs Lob! :)


    Gemeint war natürlich primär ein kleineres Tool, wie etwa das von Wilson oder ein TOPS Pry Knife oder ähnliche stabile mit hebeltauglicher Meißelspitze versehene Tools. Strider stellt ja sowas auch her.


    In meinem Fall ist das seit einiger Zeit am großen Einsatzkoppel ein Eickhorn ABW 1, in der großen Einsatztasche ein Brecheisen bzw. ein Hawk mit Stahlstiel und für Türen eben der gezeigte "große Schlüssel". Wichtig ist mir allerdings, "am Mann" etwas zumindest für die leichteren Anwendungsfälle zu haben (Schubladen, Fenster, festsitzende Riegel, Kistenbretter usw.)

    Die geringe Klingenstärke und die äußerst schneidfreudige, aber eben auch ziemlich grazile Spitze, nehmen das ED-E8 aus der Liga der Pry-Bars, schränken aber selbst im EDC-Bereich insgesamt die Allrounder-Eignung darauf ein, daß man das Messer konsequent als Schneidwerkzeug verwenden sollte.



    Die geringe Klingenstärke macht sich auch im Griff bemerkbar – und zwar unangenehm. 2,8 mm sind eher nichts für ein ungewickeltes Ganzstahlmesser. Kommen dann noch scharfe Riffelungen dazu wie insbesondere in der unteren Mulde, wird man das Messer eher in Handschuhen führen wollen – oder es für Anwendungen einsetzen, in denen man nicht lange und mit viel Druck damit umgehen muß. Strider könnte das mit den Riffelungen sicher besser, hat das aber wohl nicht mehr nötig und schlampt ebenso wie bei den Datenblattangaben.


    Man könnte natürlich wickeln, hat dann aber nichts mehr von der Riffelung – und das sehr leichte und auch mit der Scheide extrem flache Messer




    trägt sich eben auch so angenehm als Neckie (…oder bei mir zuweilen auf einem Blackhawk-Paddle am Kongohosen-Bund…). Als Neckie hängt das Messer am befestigten Cord ein wenig hoch, so etwa ab Kopfgr. 60 flappen beim Überstreifen auch mal die Ohren am relativ kurzen Bändsel, hängt es dann mal, trägt es sich aber SEHR angenehm….


    Also gestaltungsmäßig kein Outdoorer für Schnitzen & Co., nichts für ruppigen Allroundeinsatz – dafür aber ein Schneid-EDC für die eher urbane Umgebung oder besser für den eher moderaten Einsatz für Verpackungen, Bänder, störrischen Rosmarin. Mich hat das ED-E8 jetzt im ganzen Urlaub begleitet und diese Jobs erledigt, und zwar richtig gut. Ansonsten trage ich es, wenn entweder kein robuster Gebrauch abzusehen ist oder dafür etwas anderes auch noch zur Hand ist, z.B. ein separates Hebel- und Öffnungstool für Durchsuchungen….



    Kein Abenteuer-Messer, nicht der wilde Outdoorer – aber durchaus etwas für den „normalen“ Anwender mit „normalen“ Schneidjobs im Alltag, wenn er eben auf diesen Tactical-Look à la Strider steht und auch bereit ist, dafür zu zahlen…Man kommt nach Fracht und Steuern leider schnell auf 150 – 160 Euro selbst bei Direktimport, ich hab meins mal schicksalspielenderweise direkt nach dem Eintreffen angeboten, es wollte keiner….


    In der gleichen Preisklasse finde ich das Spartan Enyo wertiger, allroundgeeignetere gute Neckies gibt es weit günstiger, wie z.B. das ESEE Izula oder das KA-BAR Eskabar.


    Man muß also den Look schon mögen, was man durchaus kann, auch ohne Striderholic zu sein. Und man muß den Anwendungsbereich richtig einschätzen und sich darin wiederfinden. Ich selbst bedauere den Kauf des ED-E8 jedenfalls nicht und möchte es auch nicht mehr abgeben. Für Grobes habe ich genug Alternativen im Bestand und bedarfsweise dann auch bei der Hand. Als Zweitmesser und/oder urbanes EDC, insbesondere als Neckie, mag ich für den eigenen Gebrauch das ungewöhnliche ED-E8 gern und gehe gern damit um.


    OT und Nachtrag zu den Bildern:
    Die Ramme war vor Jahren ein Weihnachtsgeschenk von Jasmin :)

    Was in der Draufsicht natürlich dann zuallererst auffällt, ist die ungewöhnliche Kontur, die ja auch beim SJ-75 zuerst einmal die Strider-Gemeinde verblüffte, zuweilen abstieß. So ein Strider – insbesondere als Fixed – sieht ja ansonsten wirklich oft eher so aus wie das schon sprichwörtliche Stück Flachstahl, vorn robust „angespitzt“, unten mehr oder minder scharf, hinten Band drumgetüttelt – fertig, unkaputtbar, Lebenszeitgarantie inklusive.



    Was hier daherkommt, hat einen geneigten Griff und eine Daumenmulde mit einer sehr guten Auflage nach vorn, deren Position auf der Längsachse auch sehr gut zum unteren Anlagepunkt des Zeigefingers direkt hinter dem kleinen unteren Handschutz paßt. Der weitere Bogen bzw. Abfall des Griffrückens nach hinten paßt forward optimal in den Handballen, die untere Mulde für Zeige- und Mittelfinger paßt zumindest für meine ziemlich kleine Hand ebenfalls sehr gut. Die Fingerkuppen finden dabei zusätzlichen Halt und Orientierung in den v-förmigen Griffschlitzen. Ergonomisch ist das insgesamt wirklich sehr gut gemacht. Gebogene/geneigte Griffe und passende Fingermulden sind ja seit Jahren eines meiner Lieblingsthemen in der Gestaltungsdiskussion – da rennt Strider also bei mir offene Türen ein und überzeugt mit der Kontur!



    Das Messer hält sich übrigens auch reverse ziemlich gut, allerdings sehe ich die Hauptvorteile der Gestaltung im Forward-Griff, und zwar vorzugsweise im Säbelgriff / Filipino-Grip mit aufgelegtem Daumen, wie man das für präzise Schneidarbeiten häufig macht. Soll es noch präziser werden, legt man zuweilen ja auch mal den Zeigefinger auf den Klingenrücken, auch das kann man mit dem Messer richtig gut. Die Spitze liegt dann unter der Zeigefingerkuppe, und man kann damit schneiden wie mit einem Skalpell.



    Die Klingenform liegt irgendwo zwischen der mittlerweile ja auch im Tactical-Bereich sehr beliebten Santoku-Form und einer durch Heruntersetzen der Spitze asymmetrisch gewordenen „Leaf“-Form wie beim ER Shrapnel. Ungewöhnlich wird die Sache durch den Anschliff: Der ist erstens hohl (und zwar ausgeprägt!) und steigt zweitens zur Spitze hin von ca. 15 mm auf ca. 20 mm Anschliffhöhe an.
    Macht man so etwas nicht mit den gewohnten 3/16 oder Viertelzollklingen, sondern hier mit .110, also gerade mal 2,8 mm Klingen“stärke“, ergibt sich beim vorderen cm der Spitze eine „Stärke“ von geschätzt knapp 1 mm bei allerdings einiger Klingenhöhe! Der erste cm des ED-E8 sieht vom Rücken aus wirklich aus wie der eines dünnen Tafelmessers oder Küchenmessers, schneidet dafür allerdings dann auch bis zur Spitze wie ein Winterwind…..



    (hier vom Rücken aus gesehen)




    (hier - von der Schneide aus gesehen - noch deutlicher zu erkennen)


    Übrigens kam das Messer, auch das ist ja nicht jedem Strider gegeben, wirklich SEHR scharf aus der Box.



    Bezeichnenderweise ist das ED-E8 hier bislang nicht ausführlich vorgestellt worden, was erstaunlich bis bedauerlich ist, weil es – ob man es nun mag oder nicht – auf jeden Fall ein bemerkenswertes und einigermaßen untypisches Strider ist, auf das man einmal einen Blick geworfen haben sollte. In Anknüpfung an den SJ-75-Folder, der angesichts ebenfalls ganz ungewohnter Formgebung, Klingenstärke und Gesamtlook als „strider-untypisch“ selbst oder gerade bei vielen eingefleischten „Striderholis“ nicht ungeteilt positive Aufnahme gefunden hat, präsentiert Strider mit dem ED-E8 etwas bei Klischeedenken gänzlich „Unstriderisches“ – ein hohlgeschliffenes, weniger als achtelzoll“starkes“ Fixed aus 154CM mit ergonomischer Griffgestaltung und feiner Spitze!


    Zu Beginn einmal ein paar Daten zur Vorstellung:


    Gesamtlänge mm: 180 mm (Strider-Angabe 175 mm)
    Griffhöhe max. mm: 28
    Klingenlänge mm / Schneide mm: 75 / 70
    Klingenstärke mm: 2,8 mm
    Klingenhöhe max. mm: 38
    Schliff: hohl
    Anschliffhöhe hinten/vorn mm: 15 / 20
    Nettogewicht g: 70 (Strider-Angabe: 60)


    Der Blick auf Bilder und Datenblatt zeigt: Das Messer paßt nicht in die Anwendungsklischees, die auf den ersten Blick zum Strider-Nimbus einigermaßen dazugehören– es ist weder eine scharfe Brechstange im Sinne der ultrarobusten Viertelzöller, die Strider berühmt gemacht haben, es ist damit auch kein ergeben mißbrauchsgeeignetes Allroundtool. Und – ganz ausdrücklich – es ist auch keine Waffe wie ein paar andere Strider Modelle: Das Messer ist ersichtlich so ausdrücklich als EDC im Sinne von „Every day carry“ und nicht von „Every combatant chopper“ gemacht, daß hoffentlich nicht mal der gestrenge und ultrasensible Herr M. aus W. darin eine Waffe vermuten würde.


    Daran wird hoffentlich auch die Beschichtung und der Look mit den berühmten Tiger-Stripes etwas ändern, die immer noch keiner besser und kaum einer so gut „kann“ wie Strider (…auch wenn Herr O. in seinem hilfreich gemeinten und in der Anwendung zuweilen schlimmstenfalls fatalen Aufsatz auch in der Beschichtung eines Messers Böses erkennen zu können vermeint und Gefahr läuft, aus der bundeswehrgrünen Taschenlampe für den rudimentär sachkundigen Waldmeister Dimpflmoser den Flakscheinwerfer des Grauens zu machen…). Ich mag den Look sehr, auch ohne Striderholic zu sein, die Stripes mit ihrem relativ geringen Kontrast und ihren unscharfen Übergängen ergeben einen sehr coolen, nach längerem Gebrauch ausschauenden und irgendwie „erfahrenen“ Tactical-Look. Man wird ja vielleicht bei aller Sachlichkeit auch einmal eingestehen können, daß so ein Look einfach auch gut gefällt…


    Ajax, alter Techniker :D


    Dir entgeht die esoterisch-metaphorische Seite seiner Worte!! DAS wäre doch ein wunderbares Motto für Euch "Striderholics"! Kann ich mir sehr gut auf einem Mottoband unter dem Bild eines Sniper vorstellen "ICH HOFFE AUF FLACHSTAHL".....oder vielleicht noch besser "IN FLAT STEEL WE TRUST!" ;)