Beiträge von Micha M.

    Mein Gott, nun macht doch Centurios Beitrag nicht so runter, sonst quillt sein neues Vide Poche gleich über mit vollgeweinten Kleenex ;)


    Ansonsten hab ich nach Eurer Werbungs-Kritik natürlich sofort gehofft, die anderen Werbeclips seien dann natürlich ein Hort lauterer Wahrheit. Prompt kam mir ein Pkw entgegen, den ich aus der Werbung kannte. Da MUSSTE jetzt einfach eine wunderschöne kurvige Dame in einem roten Abendkleid aussteigen, mich huldvoll und verführerisch anlächeln und zu einer Probefahrt einladen über Stock und Stein, bei der natürlich ihr Modellkleidchen keine Knitterfalten abbekommen würde....jedenfalls nicht vom Autofahren.


    Tatsächlich war eine Dame im Auto, ersichtlich strunzendumm und von der Form und Attraktivität einer Scheuerpulverdose, vermutlich bekleidet mit Happy-Hippo-Leggins. Hinten in der Karre zwei hysterisch-zappelige Panzen, die die würfelige Landholde jeden Tag den unsäglich weiten Kilometer zu ihrer Schule zu karren pflegt und dabei regelmäßig alle anderen Panzen (viel schlimmer aber: auch meine Süße und mich!!) in potentielle Lebensgefahr bringt, weil sie während der Fahrt pausenlos mit dem zwanghaft-dauerbetriebenen Smartphone mit ihrer flußsäureartig ätzenden besten Freunding über die Sensationen der letzten Promi-Big-Brother-Folge plaudern muß....


    Die Werbung ist so schön, das Leben so grausam.....Gut, das weiß ich, nachdem ich im Dienst jetzt schon zwangs- und haufenweise Kaffee aus unsinnigen Alupatronen getrunken habe und mich im Badezimmerspiegel immer noch nicht irgendwas wie Clooney anlächelt, sondern die Attraktivität des Allibert-Bewohners weiter eher dem Hulk näherkommt.


    Phantastisch natürlich die Aufreiß-Hose...DAS ist ja mal was...Ich sehe mich vor mir, wie ich mir einen Riesenschlitz in meine Kongo-Buxe reiße und mein Mountain Man vom Unterschenkel zerre....ENDLICH kein Humpeln mehr....und überall um mich schrille Schreie, keine Sau achtet auf das Riesenmesser, schon schieres Entsetzen allein, weil sich dieser bunte Schrat offenbar nun die Kleider vom Leib fetzen will....


    Zu den Messern: Roman bringt es wieder mal auf den Punkt....Trotzdem kann man sich mal die HP anschauen, der Folder sieht nicht mal uninteressant aus, beim kleinen Fixed sollte man den Griffschalen-Ausschnitt auch nicht nur als schmückendes Detail bewerten, sondern auch funktional als Index-Kuhle. Kleines Fixed und Folder sind gar keine uninteressante Kombi....Und auf jeden Fall sind sie den Hinweis wert, sich das mal anzuschauen :)

    Beim D2 für das kleine 130B haben sie jedenfalls wohl nix falsch gemacht. Meins habe ich jetzt schon einige Zeit und kann nichts Schlechtes über den Stahl und seine Verarbeitung sagen, über das Messerchen übrigens auch nicht.


    "Nur" 440C in dem Material zu sehen, ist ein Ergebnis diverser "Superstahl-Hypes", glaube ich. Haben denn die Leute vor Elmax und Niolox und CPM-S-Irgendwas-V nur Dosenblech verarbeitet und mußten ihre Messer nach jedem durchgeschnittenen Paketband nachschärfen? Ich hab einige 440C-Messer seit vielen Jahren und bin - auch mit der Vergleichsmöglichkeit zu solchen meinetwegen aus S30V - noch immer gut zufrieden mit ihnen.
    Vor Jahren war ja 440C wiederum der "Superstahl" für Messer - und ist für Gebrauchsmesser angesichts seines geringen Pflegebedarfs und seiner Robustheit und Vielseitigkeit noch immer keine schlechte Wahl, insbesondere wenn die WB stimmt.


    Ne Alternative - wenn Dir das besagte Messer gefällt - könnten vielleicht Modelle von Bad Blood Knives sein, Designs von Sean Kendrick. Auch von denen habe ich bislang eigentlich fast nur Gutes gehört...

    Wie wärs denn mit dem Timberline Tactical?


    Kostet nicht die Welt, ist robust und hat eine Sicherung durch Einrasten einer Nase am Griff in eine Aussparung in der Kydex. Das Messer kann nur gezogen werden, wenn gleichzeitig ein griffintegrierter Lösehebel gedrückt wird.

    Mein ED-E8 rostet auch, besonders nach säurehaltigen Lebensmitteln. Und zwar nicht mit kleinen Dots, sondern in fetten Streifen :)


    Strider kriegt es hin, selbst Stahl wie 154CM mit immerhin 14 Prozent Chrom so oberflächenkorrosionsempflindlich zu machen wie sandgestrahlten C-Stahl....Das ist wohl der Preis, den man für den coolen Look zahlen muß :)


    Ich geb aber zu, ich mag das Ding trotzdem sehr! :thumbup:

    Ich hab mehrmals mit nem Gabelstiel druntergehebelt und es ordentlich hochgebogen.
    Die Schrauben sind nicht ausgerissen, gebrochen ist auch nix.
    Nun sitzt es sehr gut.
    Ich hab überlegt, ob ich es ein wenig glätte, die Schalen haben ja wirklich was von Hornhautraspel :)
    Aber wegen der geraden Form ist mir der sehr gute Halt auf dem Griff wichtiger - auf DIE Klinge möchte ich wirklich nicht rutschen, das Ding ist böse bissig...

    Der Clip läßt sich ein wenig lockerer biegen und trägt sich dann in relativ kurzer Zeit ein.


    Meinem Sechszöller ist ja auch der Dreizöller gefolgt, beide allerdings mit Vollwelle.
    Am Anfang ließ sich das Kleine fast nicht über den Taschensaum schieben, mittlerweile stimmt die Haltekraft aber.


    Meins bleibt, ist ein prima Boxcutter...

    D2 ist nicht wirklich korrosionsfest, tatsächlich reagiert auch nach meiner Erfahrung das Material dieser Messer empfindlich auf das Eiweiß bei der "roten Arbeit"...


    Andererseits kann man jetzt auch nicht auf einmal so tun, als sei das Material hinsichtlich seiner Belastbarkeit gänzlich ungeeignet für ein robustes Arbeitstier. Waltan hat auf seinem schon gestanden, vor allem erinner ich mich aber auch an Geschichten über das Zerlegen von Autotüren, bei denen die GEKs wirklich SEHR gut ausgesehen haben - viel besser als der eine oder andere hochpreisige "Mitbewerber"....


    Die Solinger WB - gerade bei D2 und 440C - hat zurecht einen sehr guten Ruf.


    Das Problem ist im hiesigen Thread daher imo weniger die "Eignung" von D2 (...also ein erneutes Aufflackern dieses "Glaubenskriegs" :) ), sondern eher die folgende notwendige Kommunikation mit der Herstellerfirma und das dortige "Krisenmanagement"...Ich sag jetzt mal weiter nix :)

    Hier noch einmal als Verdeutlichung zum vorigen Post etwas über die "stimmenden" Winkel und die Frage, ob die Klinge nun "richtig herum" gebogen ist :)


    Näheres aber erst beim angekündigten Handling-Thread...


    Unten einmal ein typischer Schwung-Radius eines Reverse-Schwungs mit angewinkeltem Arm, wie er in einer CQC-Situation abläuft.



    Der Winkel der Spitze folgt dem des Schwungs, auch die Schneide folgt dem Bogen, trifft nicht rechtwinklig auf das Schneidgut, sondern liefert immer einen Winkel, wie er in der Wirkung zum "Fallbeil-" oder "Golok-"Effekt in der Fachliteratur beschrieben wird. Tony Lennartz kann so etwas übrigens viel schöner erklären als ich, wenn er einmal die Gestaltungsprinzipien (hier: des Schneidenbogens zur Spitze hin) z.B. seines Bowies erläutert :thumbup:


    Das "Gegenkonzept" liefern Kuku Macan, Hawkbill, Karambit usw.: Nicht ein "fließendes" Auftrennen des Schneidguts mit einem dem Schwung folgenden Schneidenbogen, sondern das Eindringen einer klauenförmig gebogenen Spitze und ein reißendes Aufschneiden des Schneidguts durch eine "gegenläufig" zum Schwung gebogene Schneide....



    Es soll hier nicht um eine Entscheidung gehen, was nun "besser" wäre, sondern nur um eine Erläuterung der jeweiligen Grunderwägungen als Hintergrund für die Frage: Warum ein aufgeschwungener Reverse-Fighter?


    Zusammengefaßt: Das Messer folgt sehr interessant mittlerweile "klassischen" Entwürfen zu einer bestimmten Familie von Anwendungsstilen und einer dafür entwickelten "Messerfamilie". Aus Sicht einschlägiger Sammler und Kampfkunstinteressierter ist es damit wirklich spannend und "begehrenswert".


    Was dann ankommt, läßt sich im Direktimport bezahlen, man sollte aber wissen, daß man - wenn es nicht nur als stilistisches Belegexemplar in der Vitrine show-schlafen soll - noch ein wenig was daran tun sollte. Spyderco - es wäre besser gegangen, find ich, sorry. Zähne "gehen anders", und es gibt Besseres als Boltaron.


    Meiner war nun beim "Zahnarzt" und kriegt beizeiten ein neues Kleidchen - und bleibt! :)

    Warum es "trotzdem" bleibt:


    Weil es funktioniert, wenn man nacharbeiten läßt :)


    Der Uffpasser und ich wollen ja noch ein wenig was zu den Anwendungsprinzipien vorführen und schreiben, also nicht zuviel Vorgreifen hier...
    Aber grundsätzlich kann man nun mal sagen, daß diese Form ein Klassiker für Reverse-Anwendungsstile ist und sich durchaus auch aus dem Bedürfnis von Anwendern zum großen "originalen" Warrior über Jahre hinweg kompakte Formen für schnelleres Führen und verdecktes Tragen entwickelt haben. Spyderco liegt ja - wie gesagt - mit dem neuen Messer schon sehr nahe an einem der "Klassiker", dem Pocket Hobbit.


    Der Pygmy Warrior hat für mich wirklich Potenzial, wenn man sich für diese Stile interessiert. Auch hier gilt wieder: Die sind nicht "alleinseligmachend", sondern nur EIN Ansatz. Es gab ja selbst zum Vorbild, dem Al Mar / Echanis Warrior immer auch kritische Ansätze erstens zum Reverseführen in der realistischen Anwendung, zweitens zur Frage, ob man dann nicht die Klinge vielleicht "falsch herum" gebogen hätte. Wer sich für diese Frage interessiert, sei auf diesen Thread hier verwiesen:


    Practical Kuku Macan – PKM – TKS schmiedet die „Tigerklaue“ – Ein Kampfkunst-Messer als Projekt mit TF-Mitgliedern


    Man könnte ja auch ganz anders - und schlitzen wie mit einer Klaue, statt wie mit Fallbeil oder Säbel....und macht genau das ja z.B. insbesondere auch mit Karambits. Aber schaut dazu in den Kuku Macan-Thread :)


    Um zu bleiben, muß der fixe Zwerg natürlich erst mal gut in der Hand liegen - und das macht er:


    Auch im Säbelgriff, also forward, liegt das Messer sehr definiert in der Hand, das bietet sich z.B. für normale Schneidarbeiten an...



    Als Alternative kann man auch etwas weiter hinten fassen, z.B. für einen Stich im Jab...



    Auch im eher kampftauglichen Hammergriff liegt das Messer sehr definiert, wenn auch ein wenig kantig in der Hand:



    Aber "gedacht" ist es natürlich for allem für den Reversegriff, und da macht es sich wirklich gut, die Handlage ist definiert, die Winkel zwischen Klinge und Bewegung "stimmen" einfach..



    Was nicht wirklich perfekt funktioniert, ist ein Umlegen des Daumens um das hintere Griffende. Manche Anhänger des Reverse-Griffs machen das aus zwei Gründen gern: Erstens verhindert es das Abrutschen auf die Klinge bei Auftreffen auf harten Widerstand. Das ist aber hier bei diesem PE und den tiefen Fingermulden eher kein Problem. Zweitens aber kann man in dieser Haltung beim Manövrieren des Messers im Schwung mit dem Daumen "zielen" wie mit dem Zeigefinger beim Deutschuß.



    Man KANN sowas auch so lösen (dortiger Post 5):


    Blade-Systems „Tiger“ – Versuch der Fortentwicklung eines berühmten Konzepts


    Aber hier hat man wohl zugunsten eines leistungsfähigeren Schlagelements auf eine andere Lösung gesetzt. Da möchte ich nicht von "besser" oder "schlechter" sprechen....


    Das Messer trägt sich tipdown angenehm diskret und läßt sich sehr gut greifen und ziehen. Bei Tipdown-Trageweise empfiehlt sich für den angestrebten Reversegriff natürlich eine Trageweise mit der Schneide nach vorn, dann scheidet eine "Daumencouch" auf einer Scheide aus, das Messer muß sich dann auch bei einfachem geradem Zug ohne Gegendrücken gegen die Scheide gut aus derselben ziehen lassen. DAS kann das Boltaron-Dingens :)


    Trotzdem wird es für mich wohl noch ne "richtige" Kydex werden müssen - denn ich bevorzuge eine Tipup-Trageweise mit der Schneide nach hinten, bei der ich das Messer nach unten revrese abziehe und die Ziehbewegung sofort in den ersten Schwung fortsetzen kann. Und da habe ich bei der gelieferten Scheide zuwenig Vertrauen in ausreichende Haltekräfte wie auch in ein hinreichend bequemes Zurückstecken des Messers. Da muß wohl "Wernersen" beizeiten mal ran, wenn er Zeit für mich findet :)

    Was kam da an?


    Es hat Jahre gedauert, bis Spyderco seine Ankündigung umsetzen konnte, den neuen Pygmy Warrior anzubieten.
    Zumindest ich persönlich frage mich leise, WAS daran so lange gedauert haben mag, denn was nun ankam, liegt sehr nahe an der Folder-Vorlage des REKAT Pocket Hobbit.


    https://www.arizonacustomknive…bbit-by-rekat-150832.aspx


    Im Grunde ist es fast nichts anderes als ein "fixer Pocket Hobbit"



    Ein schönes Gimmick ist die Sache mit den herausnehmbaren Zwischenlagen des Griffs aus G10, das ermöglicht ein "Verschlankung von etwas kantigen 16 mm Griffstärke auf schlanke 10 mm. Und es ist clever gemacht, mit doppelten, versetzten Schraubenlöchern im Erl, sehr sauber geschnittenen Gewinden und erfreulich guten Schrauben. Nichts "Ausgenudeltes", das dann nicht passen will oder nach dem ersten Umbauen schon "doll" durchdreht....




    Die Radien der ausgeprägten Fingermulden sind mit ihren 25 mm für eine Standard-Hand gemacht und mir ein wenig zu groß. "Meine" 23 mm (die nächsten vier Nachkommastellen verfolgen Roman "Juchten" durch fiebrige Träume, dafür habe ich unter allen bislang gehandhabten Messern mit ausgeprägten Fingermulden auch noch nichts perfekter Passendes bekommen als seine Lederscheibengriff-Messer). Dem Normalanwender dürfte das aber sehr gut passen. Die Schalen könnten allerdings besser gerundet sein.


    Überhaupt könnte an dem Messer manches anders sein, besser....


    Die Klinge war für mich erst mal eine "Baustelle" und ein Ärgernis: Die Schärfe der Schneide war für einen Fighter, mit dem man keine Eichenkloben beschnitzen will, unzureichend. Was aber imo gar nicht geht, war der Lieferzustand der Trapping-Zähne.
    Zur Erklärung: Bei der Zahnung geht es NICHT um Schneidleistung wie bei einem Wellenschliff. Sie sind für das "Einfangen" und "Weiterführen" des gegnerischen Arms gemacht, vor allem in der Reverse-Haltung des Messers im Anwendungsstil des Warrior-"Erfinders" Echanis, dem koreanischen Hwa Rang Do. Auch FMA-Adepten werden verstehen, was ich meine...


    Die Zähne sollen also nicht im Zug schneiden, sie sollen senkrecht zur Klinge "zubeißen" und einen Arm, gegen den der Klingenrücken gedrückt wird, festhalten. Dazu müssen sie im besten Fall hinreichend "ausgeprägt" sein, sie sollten also eine gewisse Länge und Spitzigkeit haben, sonst kann man den Rücken gleich glatt lassen.


    Wie man sowas im Custombereich machen kann, hat Martin Stierlin perfekt gezeigt. Bei meinem "Tiger" habe ich mich trotz Ama-Ebis bewunderswerter Fähigkeiten beim Einspielen der Vorstellungsfotos eigentlich IMMER geringfügig "verletzt", es waren jedenfalls immer deutliche Andruck-"Piekser" zu sehen". So sollte das auch sein. Die Dinger sollen eben beißen, nicht lutschen.


    SO muß das:


    Blade-Systems „Tiger“ – Versuch der Fortentwicklung eines berühmten Konzepts


    Oder so, einer der schönsten Custom-Warrior imo:


    Ein besonderes Messer für einen besonderen Mann


    Es geht aber auch in Serie, wer schon mal einen Al Mar Warrior in der Hand hatte, wird wissen, daß man eine wirklich bissige Zahnung auch bei einem Serienmodell finden kann - wenn man eben bei der Herstellung den erforderlichen Aufwand dafür betreiben will.


    Im Lieferzustand waren die Zähne vielzu breit, bissen kaum und haben erst nach ganz erheblichem Andruck Andruckspuren hinterlassen. Mein subjektiver, sehr verärgerter Eindruck war, daß die bei Spyderco drei Jahre getüftelt haben, wie wenig man an einer Klinge machen muß, um sie nach Fighter ausschauen zu lassen.



    Also hin mit dem Ding zu Michael Hayn, "mach mal böse". Nun haben die Zähnchen wenigstens etwas mehr Biss, sind aber noch immer kein wirklicher Vergleich mit dem Al Mar Warrior. Und es schneidet jetzt so, wie es sollte.


    Zur Schnitthaltigkeit des Klingenstahls kann ich noch nicht viel sagen, Spyderco verbaut ihn ja auch bei anderen Modellen, er soll diesbezüglich aber mit 440C oder GIN-1 vergleichbar sein. Jedenfalls wird er auch als gut korrosionsbeständig beworben, weshalb ich mir um das zwangsläufige Abtragen der oberen Klingenbeschichtung auch keine funktionalen Sorgen mache. Kosmetik spielt bei so etwas für mich ohnehin eine völlig untergeordnete Rolle: das Ding soll gefälligst funktionieren, nicht hübsch ausschauen.


    Überhaupt will das Messer ja keinen Preis als Schönheitskönigin gewinnen, auch der Pocket Hobbit ist ja eher leistungsfähig als "hübsch". Die Dinger, mit Ausnahme der größeren Warrior von Al Mar oder Rekat, sind eher Beast als Beauty, das ist aber völlig okay so...


    Die Scheide, jaaaaa, die Scheide....Boltaron. Messer, die hier in D mal locker 300 Euro kosten sollen und in den USA immer noch das Doppelte bis Dreifache eines Buck Special, in einer Art Spritzplastikscheide mit geringer optischer Qualitätsanmutung. Es ist sicher ein böses und haltloses Gerücht, daß Spyderco soviel mehr Folder als Fixed anbietet, weil man dafür keine Scheiden machen muß. Die legendär klapprige Boltaron-Scheide für das ebenfalls ja nicht billige und als Messer wirklich hochwertige Street Beat ist ja ein Running Gag in der Szene. Nun könnte man - wäre man zynisch und böswillig - hier kalauern, der Street-Beat-Boltaron-Schmied sei offenbar mittlerweile seiner Schüttellähmung erlegen: Der Warrior klappert nicht im Boltaron, sitzt definiert und rastet auch spürbar ein. Das alles hat aber für mich vom subjektiven Eindruck her immer noch deutliche Nachteile gegenüber einer guten Kydex und erzeugt wieder einmal den Wunsch, da custommäßig nachzurüsten. Es ist besser geworden, gut finde ich es aber noch immer subjektiv nicht.


    Das ist besonders schade, weil bei entsprechender Umsetzung der Entwurf wohl wirklich bemerkenswert gut funktionieren würde...

    Mittlerweile sind die ersten Pygmy Warrior in unserer Runde eingetroffen, u.a. ist einer bei mir aufgeschlagen, einer ergänzt das umfangreiche Arsenal von Kumpel Teach....Aus den angesprochenen Gründen (Kampfkunst-Interessen oder messersammlerisches Interesse in diesem Marktsegment) überlegen aber vielleicht noch weitere Mitstreiter, den neuen kompakten Warrior zu ordern.



    (hier mit anderen kompakten Fightern: MOD / Dieter ATAC Stinger, Extrema Ratio Nemesis, Warrior, CRKT / Williams Otanashi Noh Ken; die Folder haben mehr Klingenlänge als der kompakte Warrior)


    Ich freue mich sehr, daß "Der Uffpasser", dessen Sachkunde und anwendungspraktische Fertigkeiten ich sehr schätze und respektiere, mir angeboten hat, demnächst einmal gemeinsam eine Handling-Erprobung durchzuführen. Dank Teach können wir das vergleichend mit einem großen Warrior (wie Al Mar) und einem der seltenen Rekat-Warrior-Folder durchführen - ich bin selbst wirklich gespannt darauf.


    Trotzdem möchte ich Euch zumindest als kleine Desktop-Produktvorstellung auch im Hinblick auf aktuelle Anschaffungserwägungen schon jetzt einmal vorab den neuen Spyderco Pygmy Warrior in Daten und Erscheinungsbild vorstellen - etwas zur praktischen Anwendung, mit der Ausnahme einer Grunderwägung zur Formgebung, werde ich aber bis zum besagten Handling-Vergleich zurückstellen.



    (hier mit MOD / Dieter ATAC Stinger, NOKS Smersh und CRKT / Crawford-Kasper Dragon, alle bei oder unter 5 Zoll Klingenlänge, also nach dem buchsischen System etwa 15 cm, nach dem metrischen 12,7)



    Und noch einmal ein Größenvergleich mit einem der - zurecht :) - bekanntesten kompakten Tactical Fixed: Extrema Ratio Shrapnel, hier mit der modernen "Staubsaugerdüsen"-Scheide...



    Zuerst einmal ein paar Daten:


    Gesamtlänge mm: 237
    Klingenlänge linear ab PE mm: 107
    Klingenstärke mm: ca. 4,3
    Schneidenlänge ab PE mm: 110 (durch die aufgeschwungene Klinge)
    Länge der Zahnung mm: 48
    Klingenhöhe hinten mm: 27


    Grifflänge mm: 130 (von Hinterkante bis PE)
    Radien Fingermulden mm: 25
    Griffstärke mm: 10 / 16 (ohne / mit herausnehmbaren Zwischenlagen)
    Griffmaterial: G10


    Balancepunkt: an vorderer Griffschalenschraube (ohne Zwischenlagen)


    Klingenmaterial: Carpenter CTS BD1
    siehe hierzu:
    http://www.spyderco.com/forums…arpenter-Steel-Mule-Teams
    http://www.spyderco.com/forums…-me-about-Carpenter-Steel
    http://www.spyderco.com/forums…rpenter-Steel-Equivalents


    Scheide: Boltaron mit Spyderco-Gürtelklammer



    (hier in der Scheide wieder mit dem Stinger und dem SOG Pentagon der alten Generation, imo ein ausgezeichneter kompakter Fighter)

    Ein Gefühl, das ich hinsichtlich der SAKs auch kenne: Die sind so selbstverständlich, daß man sie in irgendwelchen Aufzählungen meist "vergißt", aber trotzdem immer dabei hat.


    Mit Sicherheit eines der nützlichsten Messer in meinem Bestand, wenn nicht sogar das nützlichste - ich muß aber gestehen, daß ich keinerlei "innere Beziehung" dazu entwickeln kann. Ist wie ein Büchsenöffner oder ein Schraubendreher - aber man hat halt verratzt, wenn mans nicht dabei hat....


    Das andere Gefühl kenn ich leider auch :)

    Ich habe nach meiner Erprobung so eine Art "Crossover-Modell" angeregt, insbesondere auch im Hinblick auf den Griff.
    Der traditionelle Griff mit seinem nach oben und unten spitz ausgezogenen Knauf und den Griffringen entspricht eher nicht westlichen Haltungs- und Anwendungsgewohnheiten, den "richtigen" Umgang damit muß man erst erlernen.
    Michael Held kann das übrigens sehr sachkundig erklären :thumbup:


    Mein "Wunschmodell" hätte einen eher "westlichen" Griff ohne Griffringe und mit lediglich einer unteren Machetennase gehabt, ferner eine nicht so stark gebogene Klinge.


    Ich habe von einem anderen Hersteller traditionell gefertigte nepalesische Klingen mit "westlichen" Griffen erprobt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

    Buchs, das gefällt mir ausgezeichnet! :thumbup:


    Ein sehr interessanter, völlig eigenständiger Entwurf, der sowohl ästhetisch als auch funktional viel Sinn macht - und das dann noch handwerklich sehr gediegen umgesetzt. Sowohl designerisch als auch in der Umsetzung für mich volle Punktzahl.


    Für mich stimmt da einfach alles: Der Krümmungswinkel der Schneide, die Gesamtkontur, die obere Schor, die Form des Griffs - alles "stimmt" und paßt zusammen.


    Die Schrauben in der Scheide finde ich dekorativ - das hat darüber hinaus auch den Vorteil, durch Herausdrehen dann auf verschiedenen möglichen Höhen Montagemöglichkeiten zu haben.


    Natürlich Kopfkino, Dich - mit einer keck schräg eingebogenen Küchenchefmütze - damit durch Deinen Kräutergarten hüpfen zu sehen, beseelt ein Liedlein mit "...römpömpömpöm..." drin singend, enthusiastisch die schöne Hippe schwingend auf der Suche nach dem einen oder anderen Küchenkräutlein....und den Nachbarspudel mit einer Tonsur hinterlassend, nachdem Du vorher bereits alle Kabel und Schläuche im Garten gekappt und die Sonnenliege Deiner Freundin tiefergelegt hast....um Dich herum nur überall wunderschöne blitzende Bögen von den Messerschwüngen, ansonsten nur noch Zerstörung und Chaos im Garten und ein Feldlazarett für Deine unglücklichen Nachbarn, das denen in Verdun und Gettysburg nicht nachsteht....


    Viel Spaß also mit dem neuen - zugegeben :) - verdammt gelungenen und sehr schönen Messer! :thumbup: