Sebastian, führst Du auch noch ein Multitool mit Messerklinge oder ein Taschenmesser (z.B. ein SAK = Schweizer Armee Taschenmesser) für feinere Schneidarbeiten mit? Arbeitet Ihr im Team und habt unmittelbar erreichbar auch noch schwereres Öffnungswerkzeug, ohne zum Fahrzeuge zurück zu müssen, wie z.B. einen der ausgezeichneten Stanley Fubars?
Und wenn Du an den von Dir gesuchten Gegenstand denkst, hast Du dann eher ein Messer im Kopf, mit dem man auch mal rauh umgehen kann - oder ein robustes, auch schneidendes Allzweckwerkzeug, mit dem man hebelt, stemmt usw.? Bislang klingt es nach Variante B....und das wäre ja auch nicht unstimmig.
Das Fulcrum ist hier häufiger genannt worden. Das ist wirklich sehr robust, ich hab selbst jahrelang eins im dienstlichen Einsatz. Aber es ist primär ein Messer, das eben dann a u c h mal einen Missbrauch nicht krumm nimmt.
Es gibt für den Einsatzbereich "schneidendes Allzweckwerkzeug" dann Ansätze ganz verschiedener Leute mit immer demselben Ergebnis: Verzicht auf eine "richtige" Spitze zugunsten einer Beitelspitze. Ein Klassiker dabei ist das Becker Tac-Tool, das Dir jedoch vermutlich zu groß sein dürfte. Das Tac Tool macht als Mannausstattung eigentlich auch vor allem Sinn, wenn man keinen Zugriff auf schwereres Werkzeug in zumutbarer Zeit hat. Das erwähnte McGowan von CRKT greift die Idee mit der Beitelspitze auf, verkleinert jedoch das Tool auf ein vernünftiges Maß zur Mannausstattung. Noch ne Nummer kleiner, aber demselben Prinzip folgend, ist das Wilson Cop Tool, das jedoch für Deinen Einsatzbereich zu klein sein dürfte.
Alle diese Entwürfe berücksichtigen das "Manko" noch so stabiler Messer mit "richtiger" Spitze: Selbst wenn man die Messerspitze SO stabil auslegt, daß sie z.B. beim Aufhebeln eines verzogenen Metalldeckels nicht abbricht, hat man den Nachteil einer sehr schmalen Andruckfläche, die ggf. dazu neigt, nicht das ganze Hebelgut hochzunehmen, sondern eine Kante hineinzubiegen oder etwas auszureißen oder zu -brechen.
Die Beitelspitze hat also nicht nur den Vorteil, selbst nicht mehr abbrechen zu können, sondern hebelt auch breiter und effektiver unter das Hebelgut.
Ich hab selbst über viele Jahre mit einem "Generalisten" gearbeitet, einem der ultrarobusten Einsatzmesser eben, mit denen alles geht, auch hebeln. Seit einigen Jahren arbeite ich nun mit einem jeweils geeigneten Einsatzmesser für Schneidaufgaben UND einem Öffnungswerkzeug, in meinem Fall wegen des ohnehin schon schweren Koppels und der sonstigen erreichbaren Ausrüstung ebenso wie dem absehbaren Aufgabenzuschnitt mit dem kleineren ABW I in der Größe eines Eickhorn SEK. Und ich gebe zu: das funktioniert besser, man macht sich keine Gedanken mehr über eine dann doch mal ruinierte Spitze - und die Ergebnisse sind besser.
Der hier erwähnte Robert von SARTOOLS ist sowohl Messerfachmann als auch Einsatzkraft, hat also sowohl Erfahrung als auch Marktübersicht, wir alle schätzen hier seine Sachkunde in hohem Maße.
Persönlich könnte ich mir für Deinen Auftragszuschnitt kein geeigneteres Tool auch für schweren Mißbrauch vorstellen als sein Eickhorn ABW II, bei dem sowohl hinsichtlich Gestaltungsdetails, Umriß und Dimensionierung eben auch die vorher schon vorhandenen "Mitbewerber" analysiert wurden.
Manchen Anwendern fehlt bei diesen relativ hohen Klingen mit Beitelspitze die Möglichkeit, z.B. fein mit einer Spitze irgendwo hinterzufassen, feine Schneidarbeiten durchzuführen usw., also eben der Bereich der feineren klassischen Schneidarbeiten. Daher meine Frage nach weiteren bereits am Mann geführten Schneidwerkzeugen, um auch diesen Feinbereich abdecken zu können.
Alternative: Nimm Dir ein normales, robustes Messer, z.B. das ER Task - und pack Dir ein Öffnungswerkzeug zum Tragen am Mann in die Einsatztasche, das Du mit einer geeigneten Tragevorrichtung bedarfsweise dann an den Mann nehmen kannst. Das ist nicht teuer und funktioniert für den Mißbrauch auch sehr gut. Die allermeisten Aufgaben beim Arbeiten werden zwischendurch immer wieder "normale" Schneidaufgaben sein, für die Du dann Deinem Messer nicht dafür unnötige "Breitschultrigkeit" aufsattelst, die Du nur im Ausnahmefall brauchst......Wichtig finde ich dann eine geeignete Tragevorrichtung, z.B. ne Kydex oder eine Cordura-Scheide mit öffnungsfähiger Schlaufe zum Anhängen an den Gürtel, damit man so ein Tool dann nicht in der Hand mitschleppen muß oder zwischendurch nicht weiß, wo man es hat oder hinlegen soll...