Beiträge von Micha M.

    Ohne jetzt hier in eine Grundsatzdiskussion über "Gutmenschen" abgleiten zu wollen:


    Viele von uns nehmen doch wohl seit langer Zeit wahr, aus welchen gesellschaftlichen Gruppen man uns besonders einschränken will,natürlich nur zum Besten der Gesellschaft und unserem eigenen sowieso. Und daß es - auch gesteuert mit Medien, die fast ausschließlich von Angehörigen dieser gesellschaftlichen Gruppen gelenkt und betrieben werden - einen Trend weg von individueller Freiheit (auch in Äußerlichkeiten) und hin zur Restriktion gibt, dürfte doch nicht verborgen geblieben sein. Ich habe kürzlich noch einen Stern-online-Artikel einer Dame gelesen, die sich über Camo-Plünnen als Modetrend moralisch empörte. Mal ganz ehrlich: Aus welcher "Ecke" kommt diese Missionarin wohl, in welchen Ecken verfängt ihr moralischer Appell, zufällig auch mit einem Hinweis auf bereits in anderen Ländern geltende Verbote, wohl besonders?


    Prangert man das an, folgt nun eine ganz übliche und erwartete Reaktion: Bitte doch keine Verunglimpfung der "Normalos", bitte mehr Respekt vor dem Mainstream, toleriert doch bitte den Gleichschritt der Volkserziehung. Spricht man die Gruppen an, die man als Ausgangspunkt der Zwangsmissionierung immer wieder besonders wahrnimmt, ist es im Zweifel natürlich keiner gewesen.


    Übrigens: Warum "provoziere" ich denn in Woodland? Ich hab mal in Kongo-Tarn Montserrat Caballe erleben dürfen, das war wunderbar. Ich kann Dir nicht sagen, was die anderen Leute anhatten, es war mir egal, ich war wegen der Musik dort :)


    Und ich kann mich daran erinnern, auf einem Treffen dieser Runde hier, die ja angeblich so ist wie der Rest der Gesellschaft, jemanden in einem Anzug getroffen zu haben. Dem ist nicht nahegelegt worden, sich doch bitte "ordentlich" anzuziehen, er hat sich übrigens im Lauf der Zeit hier viel Sympathie und Respekt erworben und mag meinetwegen auch im Sari, Kaftan oder sonstwas kommen, aber von mir aus auch im Smoking, wenn er den mag. ICH muss das nicht anziehen, mir muß es stilistisch auch selbst nicht so toll gefallen - aber der Punkt ist, daß es IHM gefallen muß :) Bei uns hier funktioniert das, ebenso wie in meinem Bekanntenkreis, zu dem auch Leute mit teuren Klamotten oder edlen Uhren gehören.


    Du spielst doch offenbar durch Avatar-Text und auch Beitragsinhalte hier auch mit einer zumindest selbst empfundenen Provokation des "Gutmenschen" gegenüber dem TF-Mainstream :) Dir legt man aber nicht nahe, den Spruch zu ändern und endlich mal zünftig-taktisch daherzukommen, auf meiner Ignore-Liste stehst Du auch nicht, ich setze mich mit Dir gleichauf auseinander und bin froh über Dein Recht, hier auch eine Meinung vertreten zu können,die meiner ggf. diametral entgegensteht. HIER funktioniert das, und das ist einer der Gründe, warum es mir hier so gefällt :)

    Mich hat hier Einiges deprimiert...aber es ist nicht an mir, manchen für eine praktische "Vernunft" zu schelten, die doch primär die bequeme, vom Ergebnis her zugegeben meist ertragreiche und "erfolgreiche" Resignation vor dem tumben Mainstream ist. Paßt Euch an, soweit Ihr es mögt, einfacher ist es, es werden Euch Türen offenstehen, die mir verschlossen sind. Und es ist Eure Wahl.


    Ich weiß aber auch, daß wir tumben Viecher wohl wirklich die Freiheit wenig schätzen, daß es eines restriktiven Gruppendrucks oft gar nicht bedarf, weil wir so gern mit Unseresgleichen mittrotten und uns dafür unauffällig und gleich machen, ganz von selbst sozusagen. Es gibt gerade eine hochwissenschaftliche Untersuchung über den aktuellen gesellschaftlichen Wert von Freiheit und die "Konkurrenz" zu Ordnung und gefühlter Sicherheit - die Ergebnisse wären sicher für die irgendwann einmal freiheitsliebenden, freiheits-sehnsüchtigen 68er ein Grund zum Heulen, wenn die nicht bei ihrem vielbeschworenen Marsch durch die Instanzen längst auch saturiert, angepaßt und zivil-uniformiert geworden wären. Für mich ist es ein Grund für ein Glas, mindestens eins.


    Freiheit wird nicht verschenkt, sondern erkämpft - nicht im Sinne bewaffneten Kampfes notwendigerweise, aber im Sinne eines Kampfes durch langes Überzeugen, Dagegendrücken, Alternativen Aufzeigen.


    Ich weiß, wovon Ihr redet, und ich weiß, wovon ich rede - ich kämpfe diesen Kampf, was das hier angesprochene Erscheinungsbild angeht, mein ganzes Leben lang, durch drei Berufsjahrzehnte hindurch und durch vier von fünf Lebensjahrzehnten mit meinem Umfeld.


    Ich kämpfe dagegen, daß man völlig stimmig auch in meinem Berufsfeld ausschauen kann wie Heydrich oder Himmler, während man seinen Preis für ein Aussehen wie Dutschke zahlt. Und dagegen, daß Politik und Gesellschaft mir etwas vorschwafeln von "Seriosität und Vertrauen",während diese Herrschaften wissen müßten, daß die größten Verbrecher meist die ordentlichsten Anzüge tragen und die Verbrecher der historischen Bürde unseres Landes an bürgerlicher Spießigkeit kaum zu überbieten sein werden.


    Diese erstickende Spießigkeit war keine einer kleinen elitären Gruppe, sondern gesellschaftlich tief verwurzelt - die erste Nachkriegsgenertion hat das erkannt, hat sich zu befreien versucht, auch in "Äußerlichkeiten", die doch eben auch ein Zeichen dafür sind, was man auf Anhieb an dem toleriert, der einem irgendwo begegnet. Und Toleranz ist nicht das Dulden des Mainstream, ist nicht das Akzeptieren dessen, das einem ohnehin vertraut und lieb ist...


    Und bei UNSEREN Äußerlichkeiten zeigt sich eine unheilige Allianz der bürgerlich-konservativen Spießer mit den angeblich so offenen und progressiven und toleranten "Gutmenschen", die doch nur das "tolerant" hinnehmen, das in ihr eigenes kleines naives Weltbild passen mag.


    Wir werden echte Freiheit und Toleranz nur bewahren oder erreichen, wenn wir nicht präventiv zur Vermeidung von Irritationen oder eigenen persönlichen "Nachteilen" mit oder ohne Anführungszeichen in Ärsche kriechen, ob die nun auf Stammtischbänken hocken oder in einem Töpferkurs....sondern diese mühsame, langwierige, lästige und zugegeben auch immer wieder mal für einen selbst nachteilige Überzeugungsarbeit fortsetzen, daß nicht in jeder Camo-Joppe ein Unhold und hinter jeder Bänker-Krawatte oder in jedem noch so erbärmlichen Büro-Sakko automatisch ein guter Mensch steckt.


    Ich mag auch klamottenmäßig oder wegen meiner Vorliebe für Eisenwaren nicht im Gleichschritt marschieren, und es ist völlig zweitrangig, ob ich zum Badenweiler marschieren m u ß oder zu BAP (die das vermutlich unter diesem Gesichtspunkt ähnlich sehen würden! :) ) oder Hermann van Veen.


    Political Correctness ist hier wie in den USA natürlich bei Berufspolitikern und "sozial engagierten" Menschen das Allerwichtigste. Es ist ein Begriff, der aufkam, als es durch den Moralverlust in Gesellschaft und Politik so absolut nicht mehr selbstverständlich war, daß man mit Anstand mit Menschen oder Themen umgeht. Faktisch ist hierzulande so mancher Auswuchs der Political Correctness, propagiert zuweilen von Leuten, denen das wirkliche Leben gelinde gesagt nicht nahe ist, das wirksamste Tool eines Bildungsbürger-Gutmenschen-Spießer-Alltagsfaschismus, der sich in idiotischen symbolpolitischen Albernheiten ergeht, während er längst aufgegeben hat, in dieser schnellen globalisierten Welt moralisch noch über Wasser zu bleiben und Grundsätze zu wahren. Umso wichtiger wird, daß die Sympbole "geachtet" werden...


    Vielen von uns muß man schon gar nicht mehr gesetzlich verbieten, bestimmte Klamotten zu tragen, bunt oder oliv, oder Springerstiefel oder ein Taschenmesser. Wir sind ja ein freies Land....Es reicht meist, daß man sich um seinen Arbeitsplatz sorgt oder seine "Karriere" oder auch nur darum, scheel angeschaut oder mal gefragt zu werden, warum man so herumrennt. Und wenn das nicht reicht, wird verboten: Taschenmesser, das Feierabendbier in der S-Bahn...und wenn es nach einigen Gutmenschen geht, würde man den wenigen, die vor der eingeforderten Political Correctness nicht einknicken, gern auch noch Camo-Joppen verbieten.


    Unanständiges Zeug, militaristisch und kriegsverherrlichend! Dieselben Leute schreien zwar momentan empört in Richtung Türkei, daß die ebenfalls camogewandeten Türkensoldaten mal nicht mehr nur rumstehen sollen sondern endlich auch diese ISIS-Monster killen, killen, killen.....Aber selbst mag man nicht so recht, und wenn man schon deutsche Soldaten irgendwo hinschickt (was gerade die Gutmenschen immer mehr und öfter machen wollen, man wundert sich), haben die zumindest nachher gefälligst ordentlich traumatisiert zu sein. Was für eine unehrliche und unanständige Denkweise, sich selbst so zu erheben und irgendwelches "Pack" zur Drecksarbeit zu schicken, dessen gesellschaftliche Basis mit möglicher Affinität zum Militärischen ja aussätziger scheint als Ebola-Patienten....


    Wobei: Warum muß ich in Camo eigentlich Kriegsverherrlicher sein? Kann mir das Zeugs nicht einfach gefallen? Muß ich beim Kauf von Cowboystiefeln im politisch korrekten Deutschland demnächst dann auch den Besitz eines Pferdes nachweisen und einen in zwei Verwaltungszügen zu bearbeitenden "Antrag auf Erwerb von Führschuhwerk für regulär erworbene Gebrauchspferde" stellen? Oder beim Jeanskauf meine Sozialversicherungskarte mit der Berufsbezeichnung "nordamerikanischer Viehhirte" vorweisen? Neeneenee, nur Camo und Oliv ist böse, obwohl manche von diesen gutmeinenden Faschos dabei natürlich ausblenden, wie stolz sie vor langer Zeit mal mit "Nato-Jacken" und BW-Kampftaschen mit Peace-Symbol herumschwadroniert sind. Aber wer heute "tactical" ausschaut, ist zumindest sicher ein Militarist und Kriegstreiber und Unhold, jawoll, Gleichschritt in Ziviluniform gefälligst: Sakko, Krawatte, linksrechts, Brötchen, Brötchen...


    Übrigens seh ich das "Argument" ja sogar hier, daß man ja mit Camo gar nicht urban getarnt ist, sondern sich sogar hervorhebt. Bei militärischer Denkweise oder zumindest taktischer ist das zugegeben richtig - aber muß ich denn bei der Wahl meiner Alltagsplünnen dann ZWANGSWEISE auch noch taktieren? Bin doch zumindest privat nicht dauernd bei der Obs! :) Obwohl, mag OT sein, es in offen im Netz vorfindbaren Anti-Obs-Leitfäden gerade heißt, die wirklichen Observanten seien immer bemüht Mainstream :)


    Tragt, was Ihr wollt. Wägt ab, wie Ihr wollt. Meinen Segen habt Ihr, ich kann nur für mich selbst entscheiden, welchen Preis ich zu zahlen bereit bin. In meinem Fall hat das gekostet, glaubt es beruhigt. Und es ist immer noch mühsamer, erst einmal die Leute überzeugen zu müssen, daß erstaunlicherweise die Schufte eher ausschauen wie Madoff, Hartz, Homm, daß die Kriegstreiber eher die mit den Business-Anzügen sind....aber jedenfalls dieser langbärtige Kerl in Kongo-Tarn ehrlich zu ihnen ist, fair mit ihnen umgeht.


    Einen Freiraum habe ich mir über 30 Jahre erkämpft, argumentiert...bestimmte Verwendungen stehen mir nicht offen. Okay! Andererseits habe ich eben diese Freiräume für mich, aber auch für Jüngere, die mir nun nachfolgen, erarbeitet...mit ihren Cargo-Buxen, ihrem Iro, ihrem Einsatzmesser....und für mich die Möglichkeit, heute meinem "Verein" mein Eisenwaren-Wissen in Seminaren zur Verfügung zustellen, wo man mich früher mißtrauisch beäugt hat, meiner Umgebung heute ganz selbstverständlich eines meiner Messer zu leihen, wo man sich früher geziert hat, daß ich überhaupt eins trage. Von nix kommt nix.


    Sorry, das soll kein Wort zum Sonntag sein, macht daraus, was Ihr wollt - daß es mir wichtig ist, wird man merken.


    Das alles in Springerstiefeln mit aufgeschlauftem Messer, olivgrünen Cargohosen in den Stiefeln und nem Neckie um den Hals, gerade zurückgekehrt vom Einkauf und dem Erwerb eines denkbar spießigen Weihnachtsengelchens :)

    Ein Fulcrum würde ich als Saufänger nicht empfehlen.


    Schau Dir mal bei filofiel.com die Saufänger an...


    http://www.filofiel.com/tienda…te-b-c-21_502_28_362.html


    Ich würde etwas zwischen 8 und 10 Zoll Klingenlänge wählen.


    Geeignet wäre auch ein Paragon Harley Battle Bowie, wenn man eins auftreiben kann - natürlich auch das Original von Larry Harley, wenn das finanziell drin ist.


    Wenn es schon was aus der taktischen Ecke sein soll, fände ich ein Messer wie das CS OSS viel naheliegender als das ER Fulcrum...
    Reizvoll wäre auch ein Anza Pigslayer, da reicht die Länge auch....


    Ich würde auch auf jeden Fall ein Messer wählen, das zumindest im Spitzenbereich beidseitig geschärft ist, um im Stich beidseitig große Gefäße durchtrennen zu können.

    ...den habe ich, mein Freund! :)


    Auch wenn das Vergnügen hoffentlich zeitlebens ein friedliches bleibt und zerteiltes Fleisch das für die heimische Tafel ist, kann ich mir natürlich ne Antwort nicht verkneifen, Centurio :)
    In Zeiten, in denen Messer noch viel häufiger eine Rolle im Kampf spielten, waren sie meist größer als die schlanken und sehr schnellen Vier- bis Fünfzöller, die wir möglichst unauffälligen urbanen Streuner heute meist bevorzugen. In den alten Fechtbüchern sind die Dolche auch als Sekundärwaffen meist "ein fußlang Eisen". Und die Geschichte mit Jim Bowie und seinem auch damals auffällig großen Messer, das ihm auf dieser berüchtigten Sandbank angeblich das Leben rettete, hat ja auch einen wahren Kern.
    Auch in den FMA wird neben dem Umgang mit den sehr schnellen kurzen Waffen auch der Umgang mit zwölfzölligen und längeren Klingenwaffen gelehrt. Was die an Wendigkeit nicht bringen, gleichen sie oft durch Reichweite und vor allem durch die Wucht im Hieb aus: Blocken bedeutet da nicht mehr das Dazwischenhalten des eigenen Unterarms, sondern Handverlust :) Man darf auch nicht vergessen, daß das Messer mit seinen 680 g noch erstaunlich gut manövriert werden kann und nicht lahm und nur wuchtig ist....


    Aber sei es drum, auch das Greybeard hat ja bislang nur Wildbret zerlegen müssen und dürfen, nach der Session hier im Garten mit einem mit dem Entermesser zerteilten Wildschwein schockt meine Nachbarn kaum noch was :)
    Jedenfalls ist das Old Merc auch im Friedlichen einfach ein Vergnügen, im Unfriedlichen sicher aber nicht sinnfrei...










    Schau vielleicht auch mal in diesen Thread hier, die Problematik des Verkleinerns mit den Alternativen "Verkürzen" oder "Kleinzoomen" wird dort auch behandelt:


    42a Bowie ;-)


    GEK "EDC" - Wär das was?


    Meine Erfahrungen mit einem nicht gezoomten, sondern "verkürzten" Messer sind mit dem GEK-EDC ebenso wie mit dem Blade Systems MOZ nunmehr seit Jahren ausgezeichnet.

    Sehr interessantes Projekt! :thumbup:


    Die Konzeption erinnert an Bastinelli, Krudo und vor allem als "Dreifinger-Karambit" an C. Despins.


    Es wäre spannend zu hören, wie sich diese Dreifinger-Lösung bei einem Karambit im Normalgebrauch bewährt - daher würde ich mich freuen, wenn Du nach ein wenig Anwendungserfahrung dazu "nachberichtest"! :)

    Meph, Du weißt eh schon, wie gut mir das Messer gefällt, hier aber gern auch noch mal coram publico :)


    Auch bei mir gab es gestern Gediegenes aus dem erstaunlichen Pool der TF-Handwerkskunst - einen neuen Knauf für mein Juchten "Old Merc".



    Zunächst war am "Old Merc" nur ein 10 mm kurzer gerader Knauf auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin montiert - fliegen gegangen wäre das Messer auch so nicht. Ich habe nach kurzer Zeit aber bemerkt, daß ich mich (reine Kopfsache...) beim Schwingen zurückhielt, offenbar ein ähnliches Phänomen wie der weniger kraftvolle Stich bei "fehlendem" Parierelement bei geraden Griffen, auch wenn man es mangels tatsächlichem Verrutschen nicht gebraucht hätte....Roman war so verständnisvoll und großzügig, das Messer noch einmal zurückzunehmen und einen neuen eher klassischen Haumesserknauf dafür zu bauen: seitlich verbreiternd, 23 mm lang und mit einer typischen "Machetennase" am unteren Ende. So kann man es völlig beruhigt auch mit großem Schwung bewegen, für mich ist es so nunmehr perfekt.


    Und von den Kollegen gab es netterweise eine Flasche wirklich leckeren Bourbon einer Marke, die mir bislang nicht geläufig gewesen war: Eagle Rare 10 years, sehr runder, gefälliger Geschmack :)




    Mit Roman habe ich ja schon seit mittlerweile mehreren Jahren über die klassischen Vietnam-Bowies gefachsimpelt. Mittlerweile hat er ja einige wunderschöne Messer in ungefähr den Abmessungen der klassischen Vietnam-Bowies gefertigt, also mit Klingenlängen zwischen sechseinhalb und siebeneinhalb Zoll, aber quasi von Beginn an haben wir auch über davon inspirierte Modelle mit anderen Klingenlängen nachgedacht. Vielleicht auch vor dem Hintergrund, daß die alten Jagdmesser mit oberen Bögen, die die Schöpfer der klassischen Vietnam-Bowies inspiriert haben, auch nicht alle gleich lang waren - und es z.B. mit Modellen wie dem Randall 4-8 auch spätere Modelle mit anderen Klingenlängen und ähnlicher Gestaltung der oberen Bögen gibt, die einen genaueren Blick wert sind....mehr als das, es gibt da einige wirklich schöne Messer :)



    (Old Merc hier noch mit kurzem Knauf)


    Mit dem M1 hat Roman mir vor geraumer Zeit ein sehr kompaktes und ultrarobustes Messer mit 8 mm Rückenstärke und 12 cm Klingenlänge gebaut. Ich weiß bis heute nicht, ob mich die Klinge, die bei kompakter und alltags- und wandertauglicher Länge für mich den Charme der Vietnam-Bowie-Form sehr schön einfängt, oder der Ledergriff mehr faszinieren soll. Durch diesen Ledergriff habe ich sozusagen "Blut geleckt" - so etwas Ergonomisches und Angenehmes habe ich bislang an Ledergriffen noch nicht in der Hand gehabt. Die "Kehrseite" der Fertigung eines nasatauglich-präzisen exakt auf 23 mm bemessenen Fingermulden-Radius, die ich in schrillen Schreien und Wutanfällen in der Schmiede, mindestens aber mittelalterlich finsteren Flüchen zu erahnen vermag, habe ich schnöde ausgeblendet und genieße einen Griff, der paßt wie ein Maßhandschuh :) Das Messer führe ich mittlerweile seit geraumer Zeit und bin vollauf zufrieden damit!



    Von Beginn an haben Roman und ich aber auch über größere Modelle nachgedacht, auch größere als das besagte Randall 4-8....und haben über die gattungstypischen Bögen an einem Neun- oder Zehnzöller gesprochen.



    Vor einiger Zeit hat sich dieser Gedanke zunehmend konkretisiert. Aus einem besonderen Anlaß heraus wollte ich mir in diesem Jahr ein besonders schönes Messer gönnen, gepfiffen auf 42a und EDC-Tauglichkeit, es sollte einfach ein Messer sein, das ein fettes Lächeln auf mein ebensolches Gesicht zaubern sollte bei jeder Gelegenheit, bei der ich es zur Hand nehme.



    Am Ende der Vorplanungen kristallisierte sich ein Entwurf mit elfeinviertel Zoll (285 mm) Klingenlänge bei einer maximalen Klingenhöhe von 48 mm und einer Rückenstärke hinaus, die sich von 8 mm an der Wurzel auf unter Viertelzoll im vorderen Bereich verjüngt. Dabei war mir besonders wichtig, zwar ein Messer in der Zwölfzöllerklasse zu bekommen, das jedoch möglichst leicht und führig sein sollte. Mit dem ebenso klingenlangen Mountain Man habe ich ja bereits ein großes, wuchtiges Bowie mit einer Schwungmasse im Kilobereich.


    Der vordere Rückenbereich ist geschärft (12 cm, vierdreiviertel Zoll), der nächste Bogen mit ebenfalls 12 cm ist eine Schor, könnte aber bedarfsweise leicht nachgeschärft werden. Durch diese Gestaltung und das Verjüngen der Klinge nach vorn hat Roman trotz der beachtlichen Maße das Kunststück fertiggebracht, das Gesamtgewicht des Messers auf vergleichsweise federleichte 680 g herunter zu bekommen, das finde ich phantastisch. Messer wie das TOPS Armageddon oder das Ontario Marine Raider Bowie wiegen bei mehr als anderthalb Zoll geringerer Klingenlänge nicht deutlich weniger!



    Die Bögen, wie das gesamte Messer, sind Roman ausgezeichnet gelungen, das Messer ist für seine Größe ungewöhnlich führig und wirklich SEHR scharf.



    Der Griff paßt nach Maß in meine "Kinderhand", durch die relativ tiefen und beidseitig herumgezogenen Fingermulden ist das Handling auch bei schnellen Schwüngen sicher. Zunächst war am "Old Merc" nur ein 10 mm kurzer gerader Knauf auf meinen Wunsch hin montiert - fliegen gegangen wäre das Messer auch so nicht. Ich habe nach kurzer Zeit aber bemerkt, daß ich mich (reine Kopfsache...) beim Schwingen zurückhielt, offenbar ein ähnliches Phänomen wie der weniger kraftvolle Stich bei "fehlendem" Parierelement bei geraden Griffen, auch wenn man es mangels tatsächlichem Verrutschen nicht gebraucht hätte....Roman war so verständnisvoll und großzügig, das Messer noch einmal zurückzunehmen und einen neuen eher klassischen Haumesserknauf dafür zu bauen: seitlich verbreiternd, 23 mm lang und mit einer typischen "Machetennase" am unteren Ende. So kann man es völlig beruhigt auch mit großem Schwung bewegen, für mich ist es so nunmehr perfekt.



    Trotz des noch immer vergleichsweise kurzen Griffs liegt der Schwerpunkt des Messers lediglich am Ende des mittleren Bogens und damit nur 45 mm vor dem PE, das ist nicht zuviel Vorderlast...


    Die Scheide, die in ihrer Stabilität dem Messer nicht nachsteht, ist unten so breit ausgeformt und symmetrisch gestaltet, daß das Messer darin seitenwahlfrei getragen werden kann, die Gürtelschlaufe ist zweigeteilt und gestattet wahlweise tiefes oder hohes Tragen am Gürtel.


    Roman, das ist wirklich saubere, gediegene Arbeit, die ich zu schätzen weiß.
    Vielen Dank für Deine Kunst, Sorgfalt und Geduld und im Ergebnis für dieses sehr schöne Messer.
    Auf Dein Wohl hebe ich mein Glas :)


    Battlecat, wen soll dieser Vorwurf jetzt treffen?


    Bootsmann hat in Post 398 sehr objektiv und bei aller Kürze für den Sehenden doch auch durchaus aussagekräftig eine Position vertreten, die den Hersteller eben NICHT pauschal in Schutz nimmt und eben die Vorwürfe des Ausgeschiedenen NICHT in Bausch und Bogen verwirft.


    Und ich sehe keine Veranlassung, seiner Mitteilung nicht zu glauben, wenn er uns mitteilt, daß das Ausscheiden von Eric nicht von der Moderation initiiert wurde. Also auch hier kein "Rauswurf" eines Kritischen mit wenigen Beiträgen.


    Wenn jemand aussteigt, kann man der Runde eher nicht den Vorwurf machen, sie habe ihn aus der Buddylist vertrieben oder gestrichen.


    Leider kann man durch Erics Ausstieg sein Vorbringen nicht weiter hinterfragen oder verifizieren, mal von einer grundsätzlichen Glaubwürdigkeit abgesehen. Allerdings fällt eine Kritik am Auslieferzustand von Eickhorn-Messern ja wahrlich auch nicht als singuläres Ereignis vom Himmel, sondern korrespondiert auch mit anderen Erfahrungen über eine wohl nicht immer greifende Qualitätskontrolle und zumindest in Einzelfällen immer wieder angetroffene Probleme bei Fertigungsdetails.


    Wenn das Statement, daß es von uns zugunsten von Tony sehr deutlich wahrgenommen wird, daß er eben nicht "identisch" mit Eickhorn und die Enttäuschungen glaubwürdiger Mitglieder nicht welche an seinem ausgezeichneten Entwurf sondern dessen praktische Umsetzung waren, im Neckie-Thread mit allseitiger Erleicherung aufgenommen wird, kann man doch nicht andererseits im GEK-Thread so tun, als habe man noch nie von verschliffenen Messern oder Qualitätsmängeln bei ausgelieferten Messern gehört....

    So rassig und schnörkellos-elegant das Messer auch wieder einmal ausschaut - da hat man keine zarte Schönheit in der Hand, sondern ein grundsolides, ernsthaftes und praktisches Messer. Ich durfte die Klinge in der Hand halten und bin sehr angetan, um mal Begeisterung so umschreiben :)


    Holger, ein wirklich schönes und gelungenes Stück Handwerkskunst! :thumbup:


    Judge, der Neid gönnt Dir die Seelenpein, zwischen "vielzu schön zum Benutzen" und "wunderbar zuverlässig und einladend zum Herannehmen" ordentlich hin- und hergerissen zu werden :)

    Für mich würde es auch einen interessanten Unterschied machen, ob in einem Einsatz im Sinne von taktischen Maßnahmen ein Dritter die Waffe entnommen hat oder im "Holstereinsatz" z.B. bei einer Eigensicherungsübung / Waffenschutzübung die Waffe durch einen Trainingspartner erlangt werden konnte.
    Ähnlich interessant ist für mich der Unterschied, ob die Waffe trotz Sicherung sozusagen gewaltsam aus dem Holster gerissen werden konnte oder von einem Funktionskundigen mit Betätigung der Sicherungstaste entnommen wurde.....

    Auch in dieser Version nicht "unstimmig", gefällt mir dieser sehr moderne Entwurf noch besser in eher technischem "Schwarzweiß" (wenn man das mal so von den "white weapons" entlehnen darf), mit schwarzem Micarta, G10 oder Carbon vielleicht (also wie auf den ersten Bildern vorgestellt).


    Insgesamt gefällt mir der Entwurf wirklich ausgesprochen gut:
    - Der Anstieg der "Vorderschneide" ist moderater. Die Spitze sieht wirklich leistungsfähig aus und befindet sich auch, obwohl Modern Tanto, nicht zu weit oberhalb der Mittelachse
    - Die Klinge nutzt die "erklärungsfreie" Länge voll aus
    - Der leicht geneigte/gebogene Griff wirkt ergonomisch sehr durchdacht
    - Die Gestaltung des Klingenrückens liefert nicht nur ein ästhetisch ansprechendes und in der Form spannendes Ergebnis, sondern auch eine Daumenmulde - eine Form, die ich oft vielseitiger und praktischer finde als eine Rampe.


    Ist klasse geworden! :thumbup:

    Trage seit Jahren das kurze SERPA für verdeckte Trageweise und bin ebenfalls zufrieden.
    Auch bei ruppigeren Waffenschutz-Übungen haben wir bislang noch keines zerstört.


    Einziger ersichtlicher Nachteil ist das relativ starke "Auftragen" bei verdecktem Tragen durch schlanke Träger / bei zu enger Kleidung. Das Holster steht durch die Art der Montage deutlich stärker ab als z.B. ein Pancake-Holster.
    Durch die relativ niedrig liegenden und mittigen Montagepunkte neigt das Holster bei zu lockerem Koppel/Gürtel auch ggf. ein wenig zum Abkippen des Waffengriffs nach außen.

    Sehr gelungene Modifikation, die das Messer noch umfassender anwendbar macht. Gelungener Kompromiss zwischen penetrierender und Beitelspitze. ER selbst hat ja beim 185 RAO ähnlich gestaltet. Es wäre sehr interessant, Bilder davon mal an ER zu senden. Diese sehr breitschultrige Gladius-Spitze wurde ja wie gesagt in anderen Bereichen schon von ihnen selbst so umgesetzt, der Vorschlag einer Verwendung für ein Tauchermesser wäre spannend!


    Und übrigens auch ein sehr fundiertes und gut zu lesendes Review! :thumbup:


    Schärfe/Welle: Da kann ich Rolf nur zustimmen, auch ich habe da schon eine gewisse "Streuung" festgestellt.