Dank unermüdlicher Anstrengung von Bastian "Xpedition" ein
Viper Maga V 5912 SFC
(Carbonschalen, Stonewash-Klinge mit Teilzahnung im hinteren Bogen
http://www.viper.it/it/tattica/maga.html
http://www.dolcimascolo.com/sh…bra-carbonio-v5912sfc.jpg
http://www.dolcimascolo.com/sh…bra-carbonio-v5912sfc.jpg
Danke, Bastian, für die Beharrlichkeit und übrigens auch den sehr fairen Kurs!
Ersteindruck: Sehr sauber gearbeitet, alle Kanten gerundet, alles paßt sehr gut, läuft bestens. Der Eindruck, den bereits das Bastinelli RED aus gleicher Fertigung erzeugt hat, bestätigt sich deutlich: Viper baut Messer mit erheblicher Qualitätsanmutung zu sehr erschwinglichen Preisen. So eine Kantenbearbeitung findet man ansonsten bei Reeve oder Spartan - und die lassen sich das anders bezahlen....
Das Messer selbst ist der Entwurf eines Kampfkünstlers, Boris Manasherov, mit der gleichen Erblast geschlagen wie alle anderen innovativen Designer in diesem Bereich auch: Messer werden in diesem Bereich seit vielen Jahrhunderten eingesetzt, und das ist ein Bereich, in dem man sich schon immer größte Mühe hinsichtlich Funktionalität gegeben hat. Wenn der Arsch des Trägers davon abhängt, entwickelt man halt nicht erst seit gestern Ehrgeiz.
So kann man kaum erwarten, daß Meister Boris für sein (Krav) Maga-Messer auf einmal selbiges von Grund auf neu erfunden hat - aber er hat sozusagen beste Zutaten zu einem neuen "Messer-Gericht" kombiniert, das in der Summe überzeugt:
Bei der Klinge ein wenig Kershaw/Onion Offset, ein wenig Fox/Rostohar Specwog Warrior und ein wenig Blade Systems Raptor, immer mit derselben Grundidee, die auch vorher schon mehrfach parallel gedacht wurde und so wirklich nicht den Eindruck macht, geklaut zu sein - nur folgerichtig: Das Ausziehen eines Recurve zu einer "Unterspitze" und das Ausbilden einer penetrationsstarken Primärspitze (ob nun Modern Tanto, Gladius oder Spearpoint) führt zu einer Kombination von Eigenschaften penetrationsstarker Messer im Stich mit Eigenschaften von Hawkbill- und Karambitklingen im Schnitt / Hieb.
Der Klingenrücken ist konkav und endet hinten in einer hakenförmigen Rampe, die gleich zwei Zwecke erfüllt: Ein Haken für das Trapping wie beim MOD Dieter ATAC Stinger, der jedoch nicht so angespitzt ist, gut in der Tasche getragen werden kann und dort wie ein Emerson Wave funktioniert. Der Trapping-Haken ragt heraus wie für Gunting, gemeinsam mit der Form des Griffs merkt man da doch auch Anleihen an Bram Frank und das Cherusker LLC.
Unten an der Klinge ist ein Carson-Flipper angebracht, der in geschlossenem Zustand weit genug oben aus dem Rahmen herausschaut, um auch in dickeren Einsatzhandschuhen nicht zu "versinken" und dank Hebelwirkung für ordentlich Schwung sorgt.
Der treibt die Klinge dank IKBS (noch so eine Anleihe, die Sinn und Spaß macht
) aus dem Griff wie Outburst & Co., dabei aber ohne jede Antichance von Federn, Rasten usw.
Öffnungshilfe Nr. 3 ist eine geriffelte Vertiefung in der Klingenflanke, die wie ein Spyderhole funktioniert, und zwar ebenfalls wie "gefluppt" dank IKBS. Der Detent Ball ist dabei gut eingestellt und weder verwaschen im Klingengang noch so knackig, daß man erst mal stark ziehen müßte.
Den Liner finde ich allerdings typisch italienisch, also sehr schlank und elegant und eigentlich abenteuerlich dünn. Ein Folder zum Bau von Holzforts käme mir so nicht ins Haus - für diesen Anwendungsbereich geht es an, die Finger werden zusätzlich durch den Flipper vor einem Zurückklappen der Klinge geschützt.
Der Griff ist ergonomisch sehr gut geformt - allerdings ist er erstaunlich klein. Das Messer liegt in meiner Hand (Handschuhgröße nur 8!) wie dafür gemacht, für Stefan oder Jörn würde es da aber wirklich eng....Die Handlage forward und reverse ist für mich ausgezeichnet beim geöffneten Messer, beim geschlossenen Messer ragt allerdings schon aus meiner Kinderhand wenig heraus - das Cherusker LLC als großer Cousin faßt sich geschlossen deutlich wirksamer, man kann beim Maga auch unterhalb des Hakens kaum wirksam den Griff fassen, wenn der Haken forward vor der Hand liegen soll, wie es beim LLC möglich ist. Reverse läßt sich das Maga aber relativ gut als Kubotan führen und schwingt dann bedarfsweise entweder auf oder kann "am Mann" aufgezogen werden...
Ansonsten stimmen beim Griff und der Klinge alle Winkel, Spitze(n) und Schneide sind immer genau da, wo sie im besten Fall sein können. Senkt man die Spitze, bis die Vorderschneide einigermaßen waagrecht liegt, liegt sie etwa soweit unterhalb der Außenlinie der Finger wie beim Bastinelli RED.
Ein sehr spezielles und sehr interessantes Messer zumindest für uns zart Gebauten 
Bilder und evtl. detailliertere Vorstellung folgen...