Profi-Gutmensch, da malen wir doch mal beide ein dickes Kreuz auf den Kalender für einen Tag völliger Harmonie in der Sache 
Bis auf irgendwelchen ersichtlichen "Schrott" fällt mir ebenfalls kaum noch ein kategorisches No-Go ein.
Früher war ich absolut auf Tactical-Hardcore eingeschworen, Ledergriffe wären mir da schon nicht "ins Haus" gekommen, von Horn oder Knochen mal ganz zu schweigen....Heute genieße ich wunderschöne Old-School-Modelle, z.B. von Al Mar und SOG, insbesondere habe ich aber durch "Juchtens" Messer den Zauber von Old-School-Gestaltung nicht nur objektiv schätzen, sondern auch subjektiv lieben gelernt. Meinetwegen bewertet den zunehmenden Reiz nostalgischer Modelle gern als Vergreisungs-Beweis 
Sheepfoot und Wharncliffe habe ich früher nicht geschätzt, besitze aber heute auch Messer mit dieser Klingenform und weiß ihre Feinschneideigenschaften bis in die Spitze durchaus zu schätzen.
Insbesondere stilistisch hat sich mein Messergeschmack mit den Jahren wirklich verändert.
ZU schöne, mit Dekor überladene Messer sind für mich aber zumindest derzeit noch ein No-Go, ebenso Messer mit für mich unpassenden Farbgebungen (Zombiegrün oder "Mülllmann" z.B.) ebenso wie ZU modisch-poppige Gestaltungen. Wird ein Serienmesser mit einer unpraktischen Scheide angeboten und die Beistellung einer Custom-Scheide würde das "Gesamtpaket" unangemessen teuer machen, war das für mich auch schon häufiger ein Kaufausschlußgrund. Ersichtlich ZUVIEL für den Hype um bestimmte Markennamen draufzuzahlen, schließt für mich auch regelmäßig den Kauf aus, ein gewisses "Handgeld" für die innovative Gesamtleistung eines Labels zahl ich dann aber im Einzelfall auch mal drauf.
Ansonsten muß das Messer mich konzeptionell interessieren, und - lacht ruhig!
- es muß in der Hand "zu mir sprechen". Gedankliches Nachvollziehen ist wichtig - aber vor allem muß sich ein Messer in der eigenen Hand "richtig" anfühlen, es muß individuell "Sinn machen", das muß kein maximaler mechanischer Allround-Alltagsnutzen sein. Überzeugt es mich konzeptionell nicht, kommt es nicht, "spricht" es dann nicht zu mir, bleibt es nicht - egal, ob Old School oder ultramodernes Tactical.
Was geblieben ist, hat Bandbreiten zwischen hochwertigen Customs bis zu "Chinakrachern" (ja, auch mal einem Fake, wenn es ordentlich gemacht ist....), von Feilenstahl oder Ex-Lkw-Federn bis zu PM-Klingen, von DLC-Beschichtung und G10-Schalen bis zu polierter Klinge und Horngriff.