Beiträge von Micha M.

    Gibt es nicht genügend funktionale Klamotten in modernen Camo-Mustern? Oder zumindest so ne Joppe mit modernem Camo?


    Ich hab ja kein Problem damit, in der Toskana mit meinen alten Kongo-Plünnen herumzulaufen, fände es aber eher unpassend, da in nem Waffen-SS-Dress rumzulaufen.


    Überhaupt käme Nazischergen-Reenactment für mich nicht in Frage - was soll man also mit der Joppe anfangen?

    Danke, Judge! :thumbup:


    Das kleine Ding ist auch bei mir noch in regelmäßigem Gebrauch, bedarf allerdings öfter mal des Nachschärfens.


    Interessante Trageweise, meins kommt als Neckie mit, weil es sich angenehmerweise auch über dem T-Shirt ganz offen in dieser Position führen läßt.

    Ist es eine Frage der Bildauswahl oder tatsächlich des Angebots, daß es doch ein wenig "grüner" geworden ist als zwischenzeitlich mal? Weniger aride Orientierung, weniger "Buddelkiste" - mehr Farbgebung für Tauglichkeit auf europatypischem Spielfeld?


    Unkerei oder Trend?


    Ansonsten klingt natürlich das über Metropolis Angerissene für mich sehr interessant!
    Einige andere "Urban Camos" sind ja eher Mode einer Klientel, mit der ich mich nicht identifizieren mag, östliche Produkte sind hier nicht oder kaum verfügbar, A-TACS LE kann mich nicht voll überzeugen (während ich das entsprechende FG sehr gern trage).


    Putzig übrigens: Obwohl keine "professionelle" Ware sondern schnödes Modeprodukt, macht urban das Dark Camo von Brandit gar keine so schlechte Figur, zumindest bei Low Light.

    Nein, hat es nicht. Wie beim Resolza ist der Grund die Balance zwischen moderner Ausführung und Bezugnahme auf ein traditionelles Modell. Im 19. Jahrhundert war der Messerclip ungebräuchlich.


    Vorbild des Razors ist die Messerform "Mozzetta", die im Italien des 19. Jahrhunderts aus rein rechtlichen Gründen verbreitet war. Den Bürgern in Italien (bzw. den Vorgängerstaaten dort) war damals das Führen spitzer Messer weitestgehend verboten, andererseits bestand und besteht immer Bedarf an einem schneidfähigen Alltagswerkzeug.


    Man hat dann unter Rückgriff auf die Kontur der Rasiermesserklinge, nicht jedoch mit gleichem Schliff, ein Gebrauchsmesser ohne Spitze verbreitet. Das diente allerdings zu normalen Schneidarbeiten, eben als "spitzenkastrierter" Ersatz des verbotenen normalen Messers, und nicht zum Rasieren. Übrigens hat so ein Messer zwar keine Spitze für einen Stich im Jab, aber die Kante der wharncliffeartig bis nach vorn durchgezogenen Schneide mit der Vorderkante bietet für das Durchdringen flächigen Schneidguts eine "Unterspitze" wie die des American Tanto oder wie bei einem Cuttermesser.


    Insofern ist auch die Nichteignung des ER-Modells "werktreu", es handelt sich hier eben um eine moderne Version eines traditionellen Alltags-Gebrauchsmessers, nicht um ein "taktisches Rasiermesser".


    Worauf ER taktisch unklug hinweist, ist die Tatsache, daß es natürlich eine EIGNUNG gibt (und keine grundsätzliche Zweckbestimmung!), so ein Messer - wie eine Vielzahl anderer Alltagsgegenstände auch! - eben auch zum Kampf einzusetzen. In meinen Workshops zeige ich den Kolleg(inn)en ja auch gern mögliche Waffenanwendungen einer Vielzahl anderer Alltagsgegenstände (Büroartikel, Werkzeuge, Alltagsgegenstände, Küchengerät usw.) zur Verfeinerung des Gefahrenbewußtseins.


    Es gibt ja primär auf Schnitte ausgerichtete Messer-Anwendungsstile, für die sich auch ein Messer ohne ausgeprägte Spitze eignet, auch wenn es für völlig andere Zwecke BESTIMMT und keine Waffe ist - für so etwas eignet sich dann natürlich auch ein Rasiermesser mit seiner extrem scharfen Schneide. Auch mit anderen Alltagsgegenständen kann man in diesem Sinne etwas anfangen - so gibt es ja z.B. einen traditionellen Anwendungsstil für Scheren, der im 18. und 19. Jahrhundert bei weiblichen iberischen und italienischen Gitanos verbreitet war.

    Das ist ne ganz andere Frage, Grenni :)


    Die Sache mit den Retro-Foldern finde ich sehr spannend und liebe mein Resolza, das ist wirklich ein tolles Messer.


    Ich hoffe sehr Maurizio und Mauro als Toskaner legen auch eine in der eigenen Region traditionell verwendete Form als modernes Modell auf, auch das würde ich wohl sofort kaufen.


    Die traditionellen Formen "Fiorentino" und "Zuava" sind wirklich reizvoll und waren in der Region Prato traditionell gängige Gebrauchsmesser.


    Fiorentino:


    http://www.coltelleriazoppi.co…ache/product_full/fio.jpg


    Zuava:


    https://www.youtube.com/watch?v=CoDT4UKWVeg

    Ja, aber gerade diese in der Werbung augenzwinkernd vorgenommene "Erinnerung" an die SV-AnwendungsMÖGLICHKEITEN eines solchen Messers ist wieder mal einigermaßen dämlich.


    Gerade Italien hat ein hysterisch-rigides Messerrecht, das dem in GB zumindest in den Städten nicht nachsteht. Die Verbreitung dieser Messer im 19. Jahrhundert resultiert gerade auch daraus, daß dem Bürger schon damals das Mitführen eines "normalen" spitzen Messers verboten war und man sich mit so einer spitzenkastrierten Notlösung behelfen mußte.


    Jetzt mit einem Blick auf die zweifellos vorliegenden Anwendungsmöglichkeiten eines "Rasiermessers" hinzugehen und ein technisch modernisiertes Modell anzubieten und ausdrücklich auf seine Tauglichkeit für SV zu verweisen, provoziert doch die Auffassung, das Messer sei speziell für DIESE Anwendungen modifiziert worden, z.B. eben durch den Lock, den die Tools ansonsten nicht aufweisen.


    Und schon ist der Stress - auch in Italien! - wieder vorprogrammiert.


    Meine Güte, die Hersteller müssen den erfahrenen Anwender für einen Trottel oder für so mit plakativ-blutrünstiger Werbung zu ködernden Raffnix halten wie irgendeinen Hinterwäldler-Redneck....Die sollen so ein Ding vorstellen, was man damit anfangen kann, erschließt sich doch dem Anwender nach seinen eigenen Fähigkeiten, Bedürfnissen und "Auftragslage".

    Da bist Du aber hoch eingestiegen :)


    Schönes Messer! :thumbup:


    Hätte vermutlich auch eher zu Micarta gegriffen bei dieser ansonsten traditionellen Gestaltung.


    Quertrageweise: Denk bitte daran, daß das oft übliche Tragen quer am Rücken ein Verletzungsrisiko darstellt, wenn das Messer über der Wirbelsäule liegt. Also vielleicht lieber etwas seitlicher tragen...
    Im taktischen Bereich, in dem früher auch gern Lampen, Handfesseln, Funkgerät oder auch mal ein Messer hinten quer über der Wirbelsäule getragen wurden, ist das nach entsprechenden Vor-/Unfällen mittlerweile out.....

    Sieht klasse aus :thumbup:
    Hatte auf den ersten Blick sofort im Kopf, wie da wohl geätzte Stripes drauf aussehen würden :)
    Vermutlich, weil mir die Schatten/Reflektionen auf dem Foto und auch dessen gesamte Farbgebung so gut gefallen....

    ....was dann übrigens auch den Vorteil hat, dann auch einen wirklich gescheiten Wellenschliff zu bekommen. Das ist nämlich bei Serienmodellen keineswegs immer gegeben, weder im Hinblick auf die Länge noch die Beschaffenheit der Zahnung. Ich hatte auch schon grottigen Wellenschliff, der nicht gescheit geschnitten und sich bei jeder Gelegenheit in etwas widerspenstigerem Tauwerk festgehakt hat.....UND Wellenschliff wirkt bei ziehendem Schnitt, also macht es hier mal wirklich die Länge. Die meist allenfalls 40 mm der gängigen industriellen Teilwelle resultieren nicht aus einer sinnvollen Wellenschlifflänge, sondern aus der Breite der industriell gängigen Wellenschliff-Bänder. Und zweimal nebeneinandersetzen mag man das nur selten.
    Nicht umsonst schätze ich insbesondere die Länge der Wellenschliffklinge beim Kizlyar Stalker, dem SOG Pentagon und dem GTK, bei dem Tony aus genau diesem Grund auf dem Mehraufwand beim Herstellen bestanden hat. Da zieht man bei einem Zug auch eine ordentlich wirkende Anzahl von Zähnen durch das Schneidgut, alles andere ist eher "Anreißen"....

    Vielleicht doch noch mal bei ER schauen? Führe seit Jahren dienstlich welche (Nemesis, Fulcrum, Shrapnel) und bin voll zufrieden.


    Oder Aufträge "splitten" und ein Eickhorn ABW1 für alles Mißbräuchliche und ein schneidfreudiges Messer wie das Bastinelli RED als Backup / Schneidwerkzeug. Dann hat man eine wirklich hebeltaugliche Beitelspitze und auf Primär- und Sekundärseite was Schneidfähiges auf einen Griff...


    Ansonsten sind da natürlich erhebliche Größenunterschiede zwischen AF-Combat und Reeve PS :)


    In der ersten Größenklasse bietet sich bei den Ultrarobusten vielleicht an:
    Gerber LMF oder Prodigy
    Fällkniven A1


    Ontario ASEK
    Ranger Knives RD4 oder Afghan Combo
    Strider EB oder DB
    DPX HEFT 6
    diverse TOPS-Modelle


    Serrated und für jeden Unfug zu haben in der kleinen Klasse wäre z.B. das KA-BAR Eskabar Combo....


    Was mir in diesem Einsatzbereich auch noch sehr gut gefällt und was sich bewährt hat:
    Kizlyar Stalker (wegen der stabilen Spitze wirklich auch vielseitig als Gebrauchsmesser verwendbar)
    Buck-Strider ML
    Reeve Green Beret 5.5
    DuStar Arad

    Ich finde Dolche sehr wohl alltagstauglich, sie sind insbesondere bei einer Gestaltung mit einer glatten und einer gezahnten Schneide sehr vielseitig zu gebrauchen. Mein SOG Pentagon ist relativ häufig im Normal-Gebrauch.
    Zwei Schneiden machen imo nicht "kategorisch" eine Waffe aus einem Messer, man denke z.B. an Tauchermesser, die häufig beidseitig scharf sind, um eine glatte Arbeitsschneide und eine Wellenschliffschneide auf voller Klingenlänge anzubieten, die sehr gut für Netz, Taue usw. verwendbar ist.

    Meph, das Mora war bei meiner Empfehlung nicht die "Alternative" zu Messern wie dem Bravo 1, es sollte eher dazu dienen, in abwechselndem Gebrauch mit größeren / klingenstärkeren Messern zu erfahren, welche "grobe Richtung" einem als Anwender mehr zusagt, bis zu welcher Grenze Arbeiten mit welcher Art Messer noch bequem und sinnvoll ist usw....

    Klasse, wie sich das Review entwickelt, Danke, Jewgeni und Asi :thumbup:


    Warum hast Du da Schlimmeres erwartet, Asi? Böhler 690 ist 440C, bei richtiger WB ist das für ein Gebrauchsmesser ein sehr gutes Material.