Beiträge von Micha M.

    Der Griff müßte nicht länger werden als der des Dolchs, den Du entworfen hast....
    "Schor" ist, was man meist fälschlich "Fehlschärfe" nennt, also eine nicht geschärfte Verschlankung der Klinge. Ist bei einem Kaiken sowohl eine Sache der Gewichtsersparnis als auch der Optik und wirkt sich positv auf die Durchstichleistung aus....


    Edit: Man könnte die Klinge oben auch so dachförmig abkanten wie z.B. beim CRKT Hissatsu.....


    Ein Ganzstahl-Kaiken kann wirklich überzeugen, Andreas hat sowas in der Richtung mal für "Holzkuh" gemacht, mit höherer Klinge auch mal eins für mich, ein sehr gutes Messer.


    Dein Entwurf gefällt mir aber auch sehr gut mit seinen sehr modernen Designelementen, so ein schmaler Pieker mit diesem sehr interessanten von Dir entworfenen Griff wäre sicher sehr attraktiv....

    Schönes Projekt, hab es nach meiner Rückkehr gerade erst gefunden! :thumbup:


    Beim Dolch könnte man die Spitze noch etwas schlanker ausziehen, aber in diese Richtung hast Du es ja ohnehin schon verändert, sehr gut!


    Sehr gut vorstellen könnte ich mir auch einen Entwurf mit einer Kaiken-Klinge von etwa 10 cm Länge, oben mit ner Schor.....

    Folder / Fixed: Ich schlage vor, doch noch mal ein anderes kleines Fixed zu erproben. Es macht einen deutlichen Unterschied, ein "Normalmesser" irgendwie in die Tasche zu stecken - oder eben ein besonders geeignetes schlankes Neck Knife. So etwas kann man - je nach Gelegenheit und Anwendungsprofil - dann z.B. auch außen in einer Jackentasche tragen, aber auch am Rucksackgurt, in einer Beintasche oder halt gerade da, wo man schnell bedarfsweise hinlangen kann. An ein "richtig" platziertes Fixed gelange ich schneller als an jeden Folder in einer Tasche - und spare mir die Zeit und die Aufmerksamkeit fürs Öffnen. Diesen Aspekt darf man nicht unterschätzen: Konzentration und Feinmotorik sind in einem Notfall, ob beim Klettern oder in einer Auseinandersetzung, erheblich eingeschränkt, das "Aufmerksamkeitskonto" gibt wegen seiner Fokussierung auf die Gefahrensituation kaum noch was für kompliziertere mechanische Abläufe her.


    Es gibt viele bezahlbare Kandidaten in einer Größenklasse, die gut als Gebrauchsmesser taugt und sich noch gut auch verdeckt in verschiedensten Positionen tragen läßt, lies dazu mal die Threads über Neck Knives.


    Die CS Spikes der neuen Art sind sehr schlank, bieten vergleichsweise viel Klinge und lassen sich gut auch verdeckt führen. Weitere Empfehlunen: Die CRKT-Modelle von Lucas Burnley, das CRKT Sweet KISS, das KA-BAR Eskabar, das ESEE Izula oder das Gerber Ghostrike. Ich würde etwas mit einer Kunststoff- oder Kydexscheide wählen, in der das Messer gut einrastet, das erhöht die Tragemöglichkeiten auch klettersicher für Trageweisen z.B. tipup am Rucksackgurt oder als Neck Knife. Für offene Trageweise unterwegs, beim Biken oder Klettern, sollte man auch die oft gescholtenen Mora-Messer nicht unterschätzen. Die neue Generation hat sehr gute Griffe, mittlerweile auch erheblich brauchbarere Scheiden, und ist in der "Heavy-Duty"-Version z.B. des Companion auch mit ziemlich belastbaren 3,2 mm Klingenstärke zu bekommen. Ich hab einen Mora-Bushcrafter außen so an einem meiner Rucksäcke befestigt, daß ich sehr schnell drankomme :)


    Mit so etwas kann man dann übrigens auch bei der Rast ganz unbesorgt hantieren, ohne befürchten zu müssen, daß ein allzu eifriger Ordnungshüter vermeint, durch 42a-Volksentwaffnung ÖSi&O nach vorn zu bringen :) Aber das mußt und wirst Du selbst wissen :)


    Falls dieser Aspekt eine geringere Rolle spielen sollte, kommen natürlich auch schlanke Dolche in Betracht, z.B. der Russell Sting von CRKT, ein Kershaw Amphibian oder ein Gerber Guardian für vergleichsweise kleines Geld...Man sollte aber bedenken - gerade auch wenn man sportlich unterwegs vielleicht auch in den Nachbarländern ist - daß man mit sowas dann z.B. in der Schweiz schon im Straftatbereich ist, nicht bloß einer OWi...das gilt angeblich übrigens auch für Assisted Opener :)


    Soll es doch ein Folder und SV ein wichtiger Aspekt sein, wirf mal einen Blick auf den Hissatsu Folder von CRKT oder noch besser auf ein Otanashi Noh Ken oder das etwas kleinere Shizuka Noh Ken. Schmal, effektiv, guter Klingenlauf, ausgezeichnete Durchstichleistung, wegen des geringen Griffumfangs auch geschlossen in kleiner Hand z.B. zum Hämmern oder notfalls auch als Kubotan einsetzbar....
    Auch gut, zuverlässig und mit guter Preis-Leistungs-Relation: die Kershaw-Emerson-Modelle, insbesondere die Modelle 6 und 7 oder das große 4 KXL mit 4 Zoll Klinge. Vielleicht ein wenig über Deiner Gewichtsvorstellung....


    Wobei ich gestehe: Den Öffnungshaken zum Aufziehen der Klinge beim Ziehen aus der Tasche - was man so "Emerson Wave" nennt - mag ich als praktisches Feature, mein Leben anvertrauen würde ich der Sache aber nicht. Ich hab das Messer zuweilen auch schon gezogen und bin mit dem Haken an labbrigen weiteren Cargohosentaschensäumen vorbeigerutscht....


    Der gleiche Respekt vor Murphy gilt für mich für Assisted Opener, also Messer mit einer Federunterstützung beim Öffnen. Das mag ein Vorurteil sein, aber ich erinnere mich an Gelegenheiten in spätpubertären Springmesserzeiten, als die Dinger wegen irgendwelcher eingeklemmten Fusseln, Hefterklammern oder sonstigen Taschen-Schwarzfahrern dann doch nicht bei Drücken aufgingen. Manuelle Öffnung überwindet da deutlich höhere Widerstände....


    Versuch daher vielleicht mal was mit einem sog. "Carson-Flipper", das ist diese Nase unten an der Klingenwurzel, die beim geschlossenen Messer oben aus dem Griff herausschaut und an der man das Messer aufflippen kann. Ist das gescheit konstruiert und der Flipper ausreichend lang, kann man kaum darüberrutschen. Für kleines Geld ausprobieren kann man sowas z.B. bei einem Ganzo G620. Da Du keinen Folder aus "Superstahl" suchst, mit dem man 10 Schweine abschwarten kann und der dann immer noch rasiert (....wie erfrischend!....), wäre mein Vorschlag ein CRKT M16.


    Das Messer gibt es in den verschiedensten Größenklassen bis hoch zu satten 4 Zoll Klinge beim M16-14, unterschiedlichen Klingenstahlsorten und Griffmaterialien, über die man auch das Gewicht steuern kann - und wahlweise auch mit 2 langen Flippern (SF-Reihe), von denen der geschlossen untere auch wie ein Emerson-Wave funktioniert. Ich hab seit über 10 Jahren eins und bin noch immer zufrieden damit :)


    Noch einen Blick wert, wenn man was sucht, das richtig böse piekt und schneidet, viel Klinge hat und wenig wiegt: CS Hold Out 2 aus der alten Fertigung, zuweilen echt billig verramscht, 4 Zoll Klinge, "schlimmstenfalls" mit Vollwelle, nadelspitz, sehr flach und vergleichsweise leicht. Kappt Seile - und anderes - wirklich wirksam.....Das etwas raspelige G10 liegt im Stress deutlich fester in der Hand als glatte Metallschalen z.B. bei Kershaw oder Spyderco/Byrd....


    Noch ne Überlegung: Denk mal über ne Handschlaufe am Messer nach. Fürs Klettern wirklich anzuraten, außerdem eine gute Ziehhilfe, wenn man den Folder oder das Fixed z.B. in einer Tasche trägt (wobei man bei einem Fixed die Scheide in der Tasche befestigen kann, z.B. durch Anclippen oder Anbinden, ich hab in vielen Hosentaschen so kleine Bändsel dafür, die modern "Static Cord" heißen...). Wenn man wo unterwegs ist, wo das Messer auf jemanden drauf oder ohne Wiederkehr ins Nirwana fallen kann, ist ne Sicherungsschlaufe eine feine Sache :)

    Ein großes "Brieeederchen" für mein "Smersh 3", das "Smersh 4" von NOKS, gut 6 Zoll Klinge (gemessen bis zum Griff), davon etwa fünfeindrittel Zoll Schneide...




    Als Trio mit dem Kizlyar "Strela"...




    Und noch mal ein Russen-Gruppenbild :)




    Laßt es mir als Liebhaberei durchgehen :) Ich weiß, daß es in der Klasse der schnellen, spitzen, schlangen einschneidigen Messer um die 6 Zoll modernere und ergonomisch ausgefeiltere Messer gibt....ist halt ein Klassiker, bei dem mich auch die Seltenheit hier im Westen gereizt hat.



    Sicher nicht uninteressant der Direktvergleich mit dem ähnlich dimensionierten Sissipuukko M95 von Peltonen aus Finnland, ebenso schnell und spitz, jedoch mit wirksamerem Handschutz. Ein ausgezeichnetes Messer imo...Dritter im internationalen Vergleich ist ein Bastinelli Raptor GT6....

    Und hier mal ne andere einfache Modifikation mit in jedem Haushalt herumliegenden Alltagsgegenständen...in diesem Fall den Ringen am Handgranaten-Sicherungssplint, die ja im Idealfall bei einem bleiben, wenn man nach dem Abziehen den richtigen der beiden entstandenen Teile weggeworfen hat....


    Zu Davids Erbauung verwendet man außerdem den täglichen und unverzichtbaren kleinen Kabelbinder :) und erhält einen improvisierten Karambit-Ring für kleine Messer mit Lanyard-Loch, hier einem alten CS Scottish Spike.



    Trotz des sehr schlanken Griffs liegt das Messer damit ziemlich verlustsicher in der Hand, beim Ergreifen zum Ziehen kann man sofort in den Ring greifen...Die Geschichte ist auch erheblich weniger fragil, als sie ausschaut.



    In dieser Position ist der Ring ergonomisch sehr günstig, wenn man ihn nur für Griffsicherheit und nicht fürs Spinning verwenden will.

    ....wobei ich bei einer Bestellung bei Varusteleka sicherheitshalber anraten würde, das über eine separate Mailadresse abzuwickeln, die man später eliminieren kann....


    Kurz nach einer Bestellung dort - ohne jemandem was damit unterstellen zu wollen - wurde ich schlagartig von einer Schar freundlicher Leute immer wieder kontaktiert, die mir zu einem größeren Penis, viel Geld oder sonstigen nützlichen Dingen verhelfen wollten, immer gegen ein geringes Entgelt, versteht sich. Schlagartig wurde ich bedeutsam, und viele Banken oder Versandunternehmen meldeten sich, um umfangreiche Transaktionen für mich abwickeln zu können, für die sie nur noch ein paar persönliche Daten oder auch die eine oder andere Gebühr benötigten. Auch Freunde meldeten sich reihenweise, bei denen ich mich trotz dringlicher Notwendigkeit offenbar länger nicht gemeldet hatte...so lange, daß ich gar nichts mehr von ihnen wußte.

    Wenn es ein ER sein SOLL, würde ich bei diesem Anforderungsprofil eher das Task nehmen als das T4000.


    Ansonsten kommen bei diesem Profil aber auch Messer wie das Fällkniven F1, das CS Master Hunter, ein ESEE 3 oder ESEE 4 oder auch ein Kizlyar Sterkh 1 sehr gut in Betracht, oder auch ein Real Steel Observer oder ein Bad Blood Spartan oder Partisan, ein Becker BK 16 oder BK 17, ein Bark River Gunny oder Bravo 1, ein Dendra Russian Bear, ein Eickhorn GEK EDC, ein Fox Pro Hunter, natürlich auch eines der neuen stabilen Moras mit stärkerer Klinge, einer dieser kleinen Maxpedition Mad-Dog-Klone und noch viele, viele andere Messer..
    Alles gute Gebrauchsmesser mit "Tactical-Touch"...jedenfalls überwiegend. Und alle 42a-konform...


    Das gibt Dir also sowohl hinsichtlich Klingengeometrie, Griffmaterial, aber auch bezüglich der jeweiligen Scheiden und deren Trage- und Befestigungseigenschaften noch eine viel breitere Wahl als nur die zwischen den beiden ERs :)

    Es hat hier immer wieder mal Berichte gegeben über Probleme, die Leute nach der Demontage verschiedener Messer mit Klingenspiel, einer nicht mehr mittigen Position, einem nicht mehr wunschgemäßen Klingengang hatten.
    Ich habe mich ernsthaft gefragt, WAS die Leute konkret dazu bringt, so einen Folder zu demontieren, zumal es mir bislang über Jahre hinweg immer wieder gelungen ist, meine nach meinen Maßstäben sauber und gängig zu bekommen, ohne sie zu demontieren. Persönlich fand ich die Gründe interessant, ebenso die Einstellung der anderen zu ihren High-Tech-Messern und ihre Faszination am Aspekt der ...nennen wir es....Feinmechanik der Teile.


    Die Unterhaltung darüber wurde hier doch sehr freundlich und mit gegenseitigem Respekt geführt, auch den gegenseitigen Humor haben wir einander ausdrücklich nicht nachgetragen.


    Die Antworten fand ich interessant, sie hätte ich auch durch einen Blick in meinen kongobunten Kleiderschrank so nicht erhalten - auch nicht durch einen Blick auf eines der drei Messer, die ich heute wieder mal dabei hatte, zumal das alles Fixed waren :)
    Auch zu diesen beiden Punkten, Klamotten und Gear-"Overkill", lasse ich persönlich mich gern fragen und gebe halt meine Antworten...und kann damit leben, wenn andere dann eben andere Argumente vorbringen und das für sich anders beantworten und lösen.


    Ich hatte immer gedacht, von der Diskussion und vom Hinterfragen lebt diese Runde hier, ich lern jedenfalls immer noch gern was dazu :)