Beiträge von Micha M.

    Hat jemand von Euch schon mal ein echtes HTM / Darrell Ralph Madd Maxx 5.5 mit einer Dolchklinge gesehen, deren Blood Grooves (eine lange, eine kürzere parallel) nicht nur rinnenartig in die Klinge eingefräst sind, sondern die Klinge schlitzartig komplett durchbrechen, so daß man hindurchschauen kann?


    Ich habe bislang allenfalls Modelle gesehen, bei denen in die Blood Grooves noch kleine runde Löcher eingefügt waren, wie bei Todd Begg.


    Oder hat jemand von Euch so etwas ggf. schon mal als Fake irgendwo angeboten gesehen?


    Ich weiß jedenfalls, daß es haufenweise China-Fakes von dem "Expendables"-Folder gab....


    Danke für den Support!

    So "einfach" ist das eben gar nicht :)


    Ist mit Stoff beklebt, man fühlt weiter die textile Struktur, entsprechend gut fühlt sich das auch an, es glänzt auch nichts...


    Sven hat das Material vor einiger Zeit als "Kleidchen" für Raouls Messer-Modell vorgestellt, und ich bin natürlich sofort darauf "angesprungen" :)


    Ist in der Bearbeitung allerdings wohl ein ziemlicher Aufwand, um saubere, haltbare Kanten zu erzielen.


    Das sieht dann aber imo SO gut aus, daß ich mich echt frage, warum man so etwas nicht schon viel früher mal irgendwo sehen konnte :thumbup:

    Bei dem SR-1 zahlst Du bei dieser Ausführung den Look :)
    Das ist in Ordnung, wenn Dir das Messer wirklich so gut gefällt....
    Was gegen das Modell spricht, ist die Tragebeschränkung nach 42a WaffG, die das Mitführen eben dann wieder im Kontrollfall zur Begründungssache macht....
    Falls es absolut ein Folder sein soll, wäre das Pohl m.E. das robustere und "vernünftigere" Messer mit dem rechtlichen Vorteil, als Zweihand-Folder eben erklärungsfrei mitgeführt werden zu können...


    MEINE Wahl wäre das F1. Es bietet so ziemlich die gleiche Schneidenlänge wie das Bravo mit einer stabilen Klinge an einem Messer, das schlanker und leichter ist als das Bravo und damit für Dich leichter mitführbar. Der Thermorum-Griff liegt auch in nassen, kalten und/oder verschmutzten Händen sicher.
    Das als Allzweckmesser für Einsatzkräfte (NICHT primär als Waffe, sondern als "Überlebensmesser" für Piloten usw.) entwickelte F1 schneidet gut, ist dabei aber stabil genug auch für vernünftige missbräuchliche Anwendungen, die man ausführt, wenn man ausschließlich als Werkzeug ein Messer zur Hand hat.
    Die vierzöllige Klinge ist vergleichsweise gut schnitthaltig (Mittellage aus VG10-Stahl) und so dimensioniert, daß man so ziemlich alle normalerweise anfallenden Schneidarbeiten damit gut erledigen kann.


    Das Bravo "kann" das alles auch, ist dabei aber bei ziemlich gleicher Klingenlänge insgesamt deutlich größer, üppiger, schwerer. Und in der gezeigten Version ist es aus A2-Werkzeugstahl, der für Messer sehr brauchbar ist, der jedoch z.B. bei der Verarbeitung von Fleisch oder säurehaltigen Lebensmitteln (Obst usw.) möglicherweise anläuft. Auch das ist völlig unschädlich, aber nicht jeder mag den Look dann...


    Als Allzweckwerkzeug halte ich beide Messer für geeigneter als das Buck.


    Allerdings wird es ebenso viele erfahrene Anwender geben, die bei der Wahl zwischen F1 und Bravo das Bravo vorziehen und z.B. Argumente anführen wie mehr Wucht bei Hieben oder einen Griff, der unempfindlicher gegen mechanische oder thermische Einwirkungen ist. Oder denen, ganz simpel, das üppigere Bravo einfach besser in der Hand liegt.


    Du wirst hier immer wieder gemerkt haben, daß erfahrene Ratgeber immer wieder den Faktor individueller Präferenzen angeführt haben, auch ich habe ja schon darauf hingewiesen, daß wir Dir allenfalls mitteilen können, was für UNS das jeweils geeignetere Messer wäre.


    Ich selbst hab seit einigen Jahren ein F1 - in einer von Messermachern überarbeiteten Version zur vollen Zufriedenheit im Gebrauch, neben einigen Dutzend weiterer Messer. Ich glaube nicht, daß Du mit Bravo oder F1 (oder dem M5 oder dem Pohl) grundlegend etwas falsch machen würdest, die Wahl zwischen ihnen ist dann primär DIE, welches Messer Dir ganz persönlich am besten liegt und gefällt.


    Ich selbst würde vorliegend die Wahl mit dem F1 treffen, PLUS einem kleinen Fixed, das dann tatsächlich IMMER in der Beintasche mitkommen würde, nicht nur anlassbedingt. Persönlich folge ich Rule No. 9 "Go NOwhere without a knife" mit einer Konsequenz, die Du putzig finden würdest :)


    In unserem Marktplatz wird momentan für 110 Euro ein F1 mit einer Leder- und einer Kydexscheide angeboten und für 95 Euro ein Spartan Blades Enyo, das ein ausgezeichnetes kleines Messer ist und zu den von mir am häufigsten und regelmäßigsten geführten "Sekundärmessern" gehört. So etwas hat man dann wirklich IMMER zur Hand, wenn es etwas zu schneiden gibt. Es paßt in die Beintasche, aber auch in die normale Hosentasche, ebenso bedarfsweise als Neckie um den Hals, z.B. beim Joggen.


    Dann hättest Du 2 sehr bewährte und wertige Messer in Deinem 200er-Etat, die von Profis entwickelt wurden und bei vielen Profis sehr beliebt sind.


    Natürlich wird so ziemlich jeder erfahrene Anwender auf "seine" andere individuelle Wahl kommen, aber das wäre z.B. dann meine (oder eine von meinen...) Statt des Enyo "ginge" z.B. auch ein Böker Plus Piranha oder ein KA-BAR Eskabar, das auch so ein "Arbeitspferd"-Evergreen ist...

    Die Kydex ist da, und ich bin rundum zufrieden :thumbup:


    Sie ist etwas dunkler ausgefallen, als auf früheren Bildern für mich zu vermuten war, eher weniger etwas für mein Kongo-Tarn....aber PERFEKT für die Camo-Kleidung, die ich seit einiger Zeit sehr gern im urbanen Raum trage: Dark Camo, Multicam Black und ähnliche Muster (die je nach Hersteller immer ein wenig anders im Dunkelton ausfallen, z.B. bei Under Armour ein wenig heller als bei TRU-SPEC).


    Das passt jetzt ausgezeichnet zueinander, auf einigen Bildern sah es wirklich so aus, als würden sich Farben und Muster nahtlos von der Kleidung auf die Stoff-Kydex fortsetzen...







    Das "Finish" der Stoff-Kydex gefällt mir ausgezeichnet, das sieht einfach "gelassen" und nach langjährigem Teil der Ausrüstung aus.


    Die Passungen sind super, der Ziehwiderstand sozusagen aufs Gramm wie bestellt.
    Das ganze "Diing" sieht aus wie für den alten Micha erfunden, und man sieht ihm an, daß es mit Sorgfalt für ihn gemacht ist :thumbup:


    Danke, Sven :)

    Nein, mein bevorzugtes Muster ist das alte Kongo-Tarn :)
    Aber das ist eben so gut wie nicht mehr verfügbar, und ich bin froh, seinerzeit gleich nen ganzen Stapel Buxen und drei Jacken gekauft zu haben...
    Aber A-TACS gefällt mir auch sehr gut, man bekommt eben auch moderne Sachen in dem Muster, und es ist nicht so "bunt" wie manche anderen Camos. Das sind eben insbesondere dann sehr gern getragene Outdoor- und Wandersachen :)


    Urban ist bei mir derzeit aber auch sehr oft Dark Camo / Black Multicam angesagt...

    Na klar :)


    Mal ohne Jux: Einen Blick sind auch die Bushcrafter-Modelle von Mora wert.
    Die haben jetzt im Urlaub zusammen mit 2 Companions für uns einen Gutteil aller anfallenden Schneidarbeiten erledigt...


    https://www.hkgt.de/shop/messe…den/bushcraft2/index.html


    Und auch ein Kizlyar Sterkh wäre einen Blick wert, da es den Alltagsnutzen der Puukko-Form mit dem Tacitcal-Look verbindet, den der Threadstarter ja offenbar gut leiden kann...


    https://www.lamnia.com/de/p/43…%D0%B5%D1%80%D1%85-messer

    Okay, wenn Dir bei den Foldern das Pohl gefällt, ist das doch schon was. Wirklich falsch machst Du da doch nichts, und Du hast ein ordentlich großes Messer zur Verfügung...
    Eine Alternative könnte ein Müller Backlock Jäger sein...


    http://www.mueller-messer-shop…roducts/JGB-G10-schwarz-K


    Die Messer schneiden sehr gut und bleiben sehr lange scharf, die Verarbeitung ist prima.


    Beide Modelle sind 42a-konform, können also einschränkungsfrei mitgeführt werden. Dazu würde ich bei Foldern in Deinem Fall raten, da Du Dich ja nicht so intensiv mit der Materie beschäftigst...


    Bei Fixed wird im EDC-Bereich sehr häufig das ESEE Izula 2 empfohlen.
    Eine ähnliche Größe hätte z.B. auch ein Mission MPU aus A2-Stahl
    Sehr praktisch im Gebrauch ist auch ein KA-BAR Becker Eskabar, hier kann man auch die Izula-Schrauben montieren.
    Einen ausgezeichneten Ruf in der Beintaschen-Größenklasse hat auch das Fällkniven WM-1


    Bei den Gürtelmessern solltest Du vielleicht mal einen Blick auf das Fällkniven F1 werfen, außerdem auf das Cold Steel Master Hunter.
    Sehr "tactical" und praktisch wäre auch ein Messer von Extrema Ratio, z.B. das Task C, das gezielt als Gebrauchsmesser auch für den härteren Gebrauch entwickelt wurde.


    Wenns eher schneidfähig sein soll und hübsch tactical, empfehle ich auch sehr gern das Bastinelli R.E.D.


    http://www.coutellerie-tourang…ml-897_184_839-21956.html


    Für mich in dieser Größen- und Preisklasse eines der besten Serienmesser der letzten Jahre!


    Eher traditioneller sind die robusten User von Bark River, das große Bravo 1


    http://www.knifesupply.com/bar…-black-micarta-knife.html


    oder das etwas schlankere Gunny


    http://www.knifesupply.com/bar…k-river-gunny-knives.html


    Interessant könnte auch ein Maxpedition sein, sozusagen ein "Klon" der berühmten Mad Dog - Modelle:


    http://www.knifecenter.com/ite…n-blade-nylon-grip-handle


    Auch sehr verbreitete Gebrauchsmesser sind die 3er oder 4er Modelle voon ESEE oder aus der Ontario-Produktion:


    http://www2.knifecenter.com/kc…ee-4&brand=145&series=121


    http://www.knifecenter.com/kc_…ives&k=Esee-3&series=627&



    Was Deine Vorgaben angeht: Das Cold Steel ist eine Hieb- und Stoßwaffe und damit tragebeschränkt nach 42a WaffG. Außerdem ist es als sehr spitzes zweischneidiges Messer für den Normalanwender auch nicht so alltagsgeeignet wie andere "normale" Modelle, meinen zumindest viele Anwender...


    Das ZT 0100 und das Gerber sind jedenfalls über 120 mm klingenlang und damit wieder tragebeschränkt...


    Ein Jagdmesser wie das Buck 537 (viereinhalb Zoll Klinge) ist nicht tragebeschränkt und kommt bei "Normalos" meist ein wenig besser an als Modelle im Tactical - Look, aber es entspricht eigentlich ja weniger Deinen allgemeinen Vorgaben...

    Das mit den "Feinheiten" mußt Du Dir auch gar nicht im Detail erarbeiten - zumal Du ja erst einmal nur lesen könntest, was andere dazu meinen. Hier sind Leute unterwegs, die seit Jahrzehnten mit Messern umgehen und dreistellige Bestandszahlen haben, also wirklich Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten - und die bevorzugen Messer aus Kohlenstoffstahl, oder eben aus pulvermetallurgischem High-End-Material, und sie bevorzugen praktische stets verfügbare Dreifingermesser...oder eben Zehnzöller mit ordentlich Impact :) Sprich: Ohnehin ist jeder Jeck anders, und Du suchst ja ein Messer für DICH und nicht das beste für User A oder F oder Y...


    Du mußt aber Verständnis dafür haben, daß einige Mitglieder ein wenig unwillig reagieren, wenn man - ein wenig überspitzt gesagt - sozusagen "irgendein schwarzes Messer" sucht, weil sie in dieser Art zuweilen mehrere hundert Modelle kennen....


    Also mal:


    1. Ist es Dir wichtig, ein Messer zur Verfügung zu haben, das Du ohne weitere rechtliche Voraussetzungen stets mitführen kannst in Deutschland? Oder bist Du vielleicht Österreicher?
    Grund: Bestimmte Größen, Arten, Formen sind in D tragebeschränkt nach 42a WaffG.


    2. Führst Du schon ein bestimmtes Messer, mit dem Du zufrieden bist? Oder was langt Dir ggf. daran nicht? Größe, Form, Klingenlänge...


    3. Willst Du das Messer offen oder verdeckt mitführen? Hast Du schon eine Vorstellung, wie groß ein Messer sein "darf", damit Du es in der gewünschten Trageweise so bequem mitführen kannst, daß Du es wirklich bedarfsweise immer dabei hast?
    Willst Du es als EDC tragen, also täglich und ohne besonderen Anlaß - oder eher bei Outdoor-Aktivitäten anlaßbedingt mitführen?


    4.Du betonst die Wichtigkeit von Schärfe UND Stabilität. Was ist Dir davon sozusagen auf einer Skala wichtiger? Soll das Messer möglichst eher ultrarobust sein oder eher bestmöglich schneiden?
    Willst Du das Messer als Allroundwerkzeug auch mißbräuchlich verwenden -oder suchst Du eher ein reines Schneidwerkzeug?


    5. Soll das Messer "sozialverträglich" ausschauen - oder ist Dir eher egal, wie die nicht-messeraffine Umwelt darauf reagiert?


    Wenn Du Dir über diese Fragen klar bist, näherst Du Dich schon mal ein wenig der Beschreibung DEINES konkreten Bedarfs soweit an, daß man das dann ein wenig zielsicherer fortführen kann.
    Und auch dann werden wir - aller Erfahrung nach - im besten Fall ein Messer finden, das Dich erst einmal zufrieden macht...aber entweder ist die Sache irgendwann nicht mehr so wichtig, oder die Suche endet eigentlich nie endgültig :)

    Cold Steel hat nun in der 2016er-Neuerscheinungen eine Neuauflage angekündigt, die ich auf Anhieb interessant fand, die allerdings bis jetzt in der Auslieferung auf sich warten ließ:


    http://www.coldsteel.com/produ…knives/bird-and-game.html


    Im Unterschied zum alten „Bird & Trout“ hat das neue „Bird & Game“ (….das allerdings auch eine Forelle weiterhin meistern wird…) eine dreieinhalbzöllige Klinge (mit 3 Zoll Schneide), was eben auch mal für Apfel oder Brötchen reichen wird….oder was auch immer.
    Und der Griffring ist „ausgemittet“ – ergonomisch viel günstiger!- und so groß, daß auch ein Zeigefinger hineinpaßt und das Messer nun unter Nutzung des Griffrings auch reverse geführt werden kann,um z.B. auch mal hinter eine Schnur zu haken.


    Das alles, wohlgemerkt als ausgewiesene Nicht-Waffe und Gebrauchsmesser, ist von den Haltungsmöglichkeiten und vom Handling her SEHR gut vergleichbar mit dem einschneidigen SOCP, dabei aber eben rechtlich weniger „angreifbar“.


    Das Messer kommt mit einer Secure-Ex-Scheide mit einer kleinen „Taste“, die hinter die Klingenwurzel greift. Das macht das Messer auf den ersten Blick scheinbar nicht seitenwahlfrei, der Haltewiderstand läßt sich aber durch ein wenig beherzteres Ziehen ohne Gehampel auch ohne Tastendruck überwinden. Die Bohrungen in der Scheide sind - wieder einmal – ziemlich klein, entgegen erster Versuche läßt sich aber 550er Paracord doch durchschlaufen. Die Kugelkette ist starrer und scheint von geringerer Qualität als die der alten Spikes. Das Messer ist allerdings interessant genug, eine Kydex beizustellen, falls man mit der Serienscheide nicht zufrieden genug ist.



    Die Klingenform – dreieinhalbzöllig, mittelspitz – gestattet allerdings auch, ggf. Scheiden anderer Messer zu verwenden. Die Serienscheide meine Mission MPU hält das Messer zumindest für eine Taschen-Trageweise definiert genug. Vor allem aber die magnethaltende Kydex des Böker-Nealy Escort ist eine interessante Alternative: Sie hält das Messer seitenfahlfrei und definiert genug sogar für Tipup-Tragen in der Jacken-Innentasche….




    Der Griff vor dem Endring ist dünn, etwa wie ein Bleistift. Das federleichte Messerchen aber beim Schneiden an der Klingenwurzel zu fassen, ist kein Problem. Vor allem aber verdreht sich das Messer bei Verwendung des Rings keinesfalls und liegt dann auch bei den feinen Schneidarbeiten, für die es gemacht ist, allemal definiert genug in der Hand – und verlustsicher auch bei noch so verschmutzten oder kalten Händen….Apfel und Zitronenscheiben schnitten sich prima.


    Ich habe versucht, das Messer in der Hosentasche zu führen, die Scheide mit Static Cord im Taschenfutter angebunden. In der Originalscheide wie insbesondere auch der Nealy-Escort-Scheide funktionierte das sehr gut. Befestigt man die Scheide richtig in der Tasche, ragt gerade noch der Ring aus der Tasche und gestattet ein sehr diskretes, dabei aber so schnelles wie sicheres Ziehen – eben wie beim SOCP.


    Die Handlage forward und reverse ist aufgrund des „ausgemitteten“ Rings besser als beim SOCP. Allerdings führt das Ausmitten dazu, daß das Messer sich für Haltungen wie Reverse / Edge in oder Forward / Edge up (Pikal-Haltungen) eher nicht mehr eignet.





    Das für 33 Euro plus Versand z.B. bei Tourangelle erhältliche Messer


    http://www.coutellerie-tourang…ml-897_177_239-23152.html


    ist m.E. eine interessante und preisgünstige privat-zivile Gebrauchsmesser-Alternative zum einschneidigen SOCP. Die gebotenen 3 Zoll Schneidenlänge reichen vielen Anwendern für ein EDC-Fixed, das Messer ist so schlank und so interessant gestaltet, daß es sehr diskret in vielerlei Positionen geführt und ergriffen werden kann. Durch den Ring kann man es z.B. sehr diskret hinter anderen Gegenständen (Brillenetuis, Handyhüllen o.ä.) oder in der Kleidung weitgehend verbauen, da lediglich der Ring zum sicheren Ziehen herausschauen muß.


    Das Heranziehen von „Indizien“ bestimmter technischer Gestaltungsmerkmale bei Gebrauchsmessern zur zwanghaften waffenrechtlichen Zuordnung der Eigenschaft als „böse“ HuS-Waffe wird anscheinend ja zuweilen ein wenig unsauber und unscharf durchgeführt: Das Bemühen, die vorgegeben unlogische Systematik beizubehalten und zu dem unerklärt-gewünschten Ergebnis möglichst weitreichender Einschränkungen zu gelangen, wird zuweilen jeder Praxisnutzen ausschließlich auf unerwünschte Anwendungen bezogen, während er meist seine Vorteile ganz allgemein in der Anwendung entfaltet. Messerrecht – nicht nur in Deutschland! – hat etwas von Hexenfurcht und in seiner Anwendung dann auch etwas von Hexenverfolgung, sowohl in seinem irrationalen Aufbau als auch darin, natürlich zur Verfolgung lauterster Interessen, dem verpönten Gegenstand nur bloß KEINE Chance zu lassen, unangefochten davonzukommen….
    Schwimmt das böse Weib, ist es eine Hexe und muß verbrannt werden, geht es unter, ist es allerdings auch tot….
    Übertrieben? Es gibt US-Bundesstaaten, in denen Messer (oder auch Schußwaffen) ausschließlich offen getragen werden dürfen, weil es sonst heimtückisch wäre – in anderen dürfen sie nur verdeckt getragen werden, weil es sonst bedrohlich wäre....Beide Parteien behaupten natürlich, ihre Auffassung sei logisch, notwendig und „alternativlos“…
    In Deutschland hingegen kursieren Aufsätze von Fachleuten, die ebenso verzweifelt versuchen, Gebrauchsmessern bei bestimmten technischen Merkmalen etwas „Böses“ zu unterstellen,während sie alle aus ihrer beruflichen und fachlichen Praxis wissen, daß dann tatsächlich die Tötungsdelikte ebenso „gut“ und weit häufiger mit Küchen- oder Steakmessern begangen werden und die 9/11-Täter keineswegs zweischneidige riesige Rambo-Messer geschwungen haben, sondern schlichte Teppich-Cutter, die von ihrer Hersteller-Zweckbestimmung her nun sowas von Nicht-Waffen waren…


    Klingenbeschichtung zur Rost- oder Reflektionsvermeidung (….oder ganz schnöde, weils hübsch ausschaut für die „Tactical“-Klientel, die das einfach ästhetisch bevorzugt…)? – das MUSS ja was Böses sein, klar, so wie die natogrüne Taschenlampe dadurch natürlich auch automatisch zur Panzerfaust wird…Ausgeprägter Handschutz, damit man bei härteren Arbeiten nicht auf die Schneide rutscht ? – das MUSS ja dem sichereren Meucheln dienen, weil man sich natürlich beim Gebrauchsmesser-Verwenden niemals schneidet. Kindermesser-Entwickler sind da gescheiter. Eine Schneide auf der Rückenseite? – das riecht nach Strolch, ääh, Dolch…obwohl natürlich haufenweise Gefriergutmesser kursieren, die den Klingenrücken für eine Säge- und die Hauptschneide für eine Wellenschliffseite nutzen, und Tauchermesser, die auf dem Rücken fürs Leinenkappen den Wellenschliff unterbringen und eine glatte Arbeitsschneide an der Hauptseite haben. Dass Taucher sich damit außer in Bond-Filmen seltenst metzeln, bügelt man dann gern auch zur Herstellung einer übersichtlichen Anwendungsgrundlage glatt. Wohlgemerkt: Amis bis Russen sind da nicht aufgeschlossener als wir, sondern ebenso unlogisch-dogmatisch.



    Wozu der Prolog? Nun, wegen des Rings…Wir kommen drauf. Die „üblichen Verdächtigen“ sind nämlich schnell dabei, alles mit einem Ring nach Kräften zu einem Karambit zu erklären – und das dann unsinnigerweise auch „automatisch“ zur HuS-Waffe. Auch das Mumpitz, aber wen stört das?
    Nun habe ich seit einiger Zeit ein Benchmade SOCP mit Fingerring am Griffende, das allerdings von seiner Hersteller-Zweckbestimmung her diesmal eindeutig primär eine HuS-Waffe ist, insgesamt vor allem aber ein sehr praktisches und stresssicheres kleines Messer, das man auch nicht so schnell wieder aus der Hand verliert, wenn man mal irgendwo herumklettert, anstößt oder sich mit irgendwas einsäut, das „normale“ Griffe glitschig machen würde.


    Nun haben BM / Thompson zwar auch eine einschneidige Version entwickelt, mein Vertrauen in eine aufgeschlossene Betrachtungsweise bei Begutachtung und das Erkennen, daß man diese einschneidige Version ja gerade zur Vermeidung der Dolch- und damit Waffeneigenschaft des Messers geschaffen hat, ist jedoch begrenzt. Meine Vermutung: Spätestens, nachdem sowas erstmals aus einer Rockerkutte gefischt wird, wird man sich dann schon bemühen, das Böse zu entdecken…



    Andererseits ist sowas ja schon sehr praktisch…und ich hab vor ein paar Jahren mit Martin Stierlin ja nicht zufällig oder versehentlich ein paar Messer mit Ring entworfen, sondern aus der Überzeugung heraus, daß für JEDEN Anwendungsbereich sehr praktisch ist, ein Messer so halten zu können, daß es selbst bei extremer Benetzung mit Fett, Öl, Blut oder Matsch NICHT aus der Hand rutscht und beim Verwenden auf Gerüsten, am Berg uns sonstwo über armen Mitmenschen nicht der Hand entgleitet und jenen dann aus dem Scheitel ragt…


    Oookay, ich bin eitel und bilde mir ein, ein wenig von Messern zu verstehen – allerdings bilde ich mir nicht ein, die Sache mit dem Ring sozusagen „erfunden“ zu haben. Vielmehr gibt es Griffringe, und zwar ausdrücklich auch bei Gebrauchsmessern, aus praktischen Gründen schon seit Jahrhunderten. Und gerade bei schlanken Messern mit gerader Klinge gibt es im Jagdmesserbereich seit Jahrzehnten insbesondere in den USA in der Kategorie „Bird & Trout“ von diversen Herstellern auch solche in sehr schlanker gerader Form mit Griffring am Hinterende. Das hier bekannteste ist das von Cold Steel,


    http://www.coldsteel.com/produ…/bird-trout.html?___SID=U


    lange vorher gab es so etwas aber auch schon von Marbles,


    https://www.smkw.com/marble-s-bird-trout-knife


    aktuell jetzt übrigens auch sehr schön von Bark River.


    https://www.knivesshipfree.com/bark-river-knives-ringtail/




    Das alles sind eindeutig Jagdmesser, KEINE HuS-Waffen. Die Hersteller-Zweckbestimmung ist eindeutig, die jagdliche Verbreitung und Verwendung über Jahrzehnte belegt.