Und mit dem Post hat es dann geklingelt 
Auch bei mir ist nun das A&R "Oprichnik" angekommen, das schon vor einigen Tagen den Troll erreicht hat.

Es ist die A&R-Version des angeblich bei FSB-Einsatztruppen (Spetsnaz der GRU, ALFA des FSB) verbreiteten Einsatzmessers NOKS "Karatel". Das "Karatel" ist hier aufgrund der sehr komplizierten und aufwendigen Exportvorschriften der Russen für Messer mit Waffeneigenschaft so gut wie nicht zu bekommen, taucht mal eins auf, z.B. bei baltischen Händlern, sind die Preise unangemessen hoch. Zudem ist die durchschnittliche Fertigungsqualität der A%R-Modelle wohl besser und die Härtung zuverlässiger.
Insofern dürfte die hier vor Jahren aufgeworfene Frage nach einer Verfügbarkeit eines entsprechenden Modells geklärt sein, soweit es um Funktionalitäten geht und nicht nur um Etiketten...
NOKS "Karatel" vs. A&R "Korsar"
Quelle und Specs hier:
https://www.lamnia.com/de/p/11…-oprichnik-messer-leather
Das Messer wurde noch zum Angebotspreis Anfang der Vorwoche geordert, die Lamnia-Lieferung hat geklappt wie stets.
Der Griff füllt die Hand sehr gut, ist aber glücklicherweise auch meiner kleinen Hand nicht ZU mächtig (hatte angesichts der Zufriedenheit des Trolls mit seinen Pranken schon Bedenken...).
Unterschiede zum "Karatel" liegen im Anschliff, der hier an der Hauptschneide einen kleinen Absatz wie bei einem Nightmare Grind aufweist, während das "Karatel" durchgeschärft ist. Der Absatz stoppt aber nicht.
Die "Schor" oben ist einigermaßen beilscharf, ich werde meins oben und unten noch mal komplett fachmännisch nachschärfen lassen.
Der Balancepunkt liegt im PE, das Gewicht des Messers macht sich damit nicht unangenehm im Handling bemerkbar.
Hier mal eine ebenfalls positive Kritik des "Martialist" Phil Elmore zu dem Messer:
http://themartialist.net/ar-op…k-from-russianblades-com/
Ich habe hier auch noch ein "Korsar", das einige Jahre bei Böker "gereift ist und das ich dann im Shop entdeckt habe - wie bei anderen russischen Herstellern ist wohl leider auch bei A&R feststellbar, daß die Lederqualität der Scheiden ein wenig nachgelassen hat. Die des "Oprichnik" ist immer noch gut gearbeitet und aus ordentlichem Material, aber alles ist ein wenig dünner als bei dem alten Modell.

Insgesamt ist das aber immer noch gut gemacht - und läßt durch Ausschlaufen des Koppelschuhs u.a. auch die die Option zum Einclippen der eigentlichen Scheide sehr körpernah mit dem vorderen Gürtel-/Boot-Clip.
Auch das Messer ist sehr ordentlich gearbeitet und steht m.E. den erheblich teureren US-Mitbewerbern in nichts nach.
Es macht mit seinen 6 mm Rückenstärke und der russentypisch-stabilen Bauweise einen sehr zuverlässigen und vertraueneerweckenden Eindruck.
Mit der auffälligen Klinge und der bulligen Bauweise sicher nicht "Everybody's Darling", für mich aber eine sehr schöne und interessante Bereicherung meiner Sammlung, in der es ja auch eine in letzter Zeit angewachsene Familie russicher Einsatzmesser gibt, u.a. dieser hier. Allesamt NKWD/KGB/FSB-Tools aus verschiedenen Jahrzehnten, zeitlich beginnend mit dem "Finka", dann mit Modellen wie dem NOKS "Smersh" und schließlich differenzierten Tools für urbanen und Feldgebrauch mit urbanen Modellen wie dem Kizlyar "Strazh" oder den NOKS-/Melita-K-Foldern (von denen man ja sagt, daß die Leibwächter des russischen Präsidenten so etwas zur bestandenen Abschlußprüfung erhalten
) und Modellen für den Feldeinsatz wie eben dem "Oprichnik".

Und das sicher wieder ziemlich micha-typische Teil :hatbart: war dann auch noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk meiner Süßen! 