Beiträge von Micha M.

    Ein sehr geschlossener, stimmiger, harmonischer Entwurf....bis hin zur Gestaltung der Kydex, alle Details passen wunderbar zueinander!


    Kompliment! :thumbup:

    A%R Zlatoust Finka




    Natürlich ist der Troll schuld....ohnehin ja meist und chronisch, in diesem Fall aber tatsächlich und mit einer Beharrlichkeit, die man sonst nur vom eigenen Übergewicht und der ebenfalls leider eigenen Dummheit kennt. Er gibt sowas einfach nicht auf. Auf den Spuren des älteren Cato, ebenfalls mit "Ceterum censeo....", aber im übrigen war er eben schon seit Anno Dunnemals der Meinung, daß hier nicht Karthago zerstört, sondern ein Finka in Michas Bestand aufgenommen werden muß.


    Er hats geschafft...


    Zu Specs und Quelle hier mal:


    https://www.lamnia.com/de/p/47…finka-nkvd-messer-leather


    Diese Messer folgen der traditionellen nordischen Puukko-Gestaltung. Finnland war ja lange von den Russen beherrscht, Karelien russisches Grenzland. So haben die Puukkos dann z.B. in der russischen Fortentwicklung als "Finsky" oder "Finka" so legendäre Beliebtheit in Russland gefunden, daß sie als zeitweises Lieblings-Tatwerkzeug zumindest in der Form mit Handschutz in den 20er/30er-Jahren für Privatpersonen verboten waren, sich dann aber im militärischen und Sondereinsatz großer Beliebtheit erfreuten.
    Insbesondere den Agenten des NKWD sagte man nach, die Finka-Modelle als führiger und besser verdeckt tragbar als das größere NR-40 zu bevorzugen.



    Das A&R ist - einschließlich Ledergriff - sehr ordentlich gearbeitet. Ich hab ja bereits ein Korsar, das ebenfalls keinen Grund zum Klagen aufwirft...so gilt das nun auch für die schlanke kleine finnische Schwester :)


    Ja, das läßt sich sicher auch machen...Ist keine komplizierte Form, nichts mit einer Schulter oder so.
    Einfach hinten ein Gewinde an dem vorn spitzen Stift.
    Aber warten wir mal, ob man so ein Ding nicht irgendwo bequem fertig ordern kann oder sie sich eben erbarmen und günstig eins rübersenden. Soll ja schon Firmen gegeben haben, die sowas dann schlicht eingetütet und rübergesandt haben :)

    Ja, das hat wirklich was! :thumbup:


    Und immerhin eine Öffnungshilfe, die auch reverse funktioniert, wenn "normalerweise" alle anderen Öffnungshilfen für Daumen / Zeigefinger dann auf der falschen Seite sind....
    Hab bei den Workshops häufiger Messer mit Emerson Wave oder vergleichbaren Aufzieh-Hilfen in den Taschen (am liebsten links Melita-K Mangoose, rechts Browning Vanquish) und ziehe sie reverse...und sogar beim gemächlichen Tempo vom alten Micha denken dann manche Leute, ich hätte die Messer bereits offen in den Taschen gehabt :)

    Sieht klasse aus. Da würde ich zwar gern "mitziehen" - aber ich hab gerade erst noch einen Schwung Sachen in A-TACS FG dazubeschafft, und meine Wanderklamotten für den Schwarzwald sehen wieder mal eher aus, als wollte ich da einmarschieren und nicht dort spazierengehen :)
    Mehr will ich meiner Süßen im Moment nicht zumuten....obwohl sich das Tigerstripe vermutlich im dunklen Nadelwald gar nicht so schlecht schlagen würde....

    Na, das wär ja keine unüberwindliche Hürde, sowas geht ja auch noch nachträglich :)


    Das Ding ist ja nicht übermäßig teuer, da wäre das Aufbrezeln noch locker drin....

    Sorry, das hast Du missverstanden :)
    Mit "symmetrisch" meinte ich in dem Fall, die Rückenschneide gleich lang zu machen wie die untere, also ben wie bei einem symmetrischen Dolch.
    Bei Deinem Neck-Sword würde mir eben eine Rückenschneide gefallen, die nur halb so lang oder ein Drittel so lang ist wie die untere....

    Ich mags ja auch groß.
    Aber primär soll das ein EDC werden.
    Und wenns richtig böse wird, ist für Zeigen und Androhen eh wenig Zeit.
    Da ist ein Dreieinviertelzöller, den man wirklich immer dabei hat und der schnell in der Hand ist, im Zweifel die bessere Lösung als ein Viereinhalbzöller, den man individuell eher weniger täglich mitnehmen mag oder schlechter oder an weniger Stellen diskret mitführen kann.


    Es gibt eine ganze Reihe ausgezeichnet geeigneter Messer auch für SV-Anwendungen, die entsprechend klein sind. Ich liebe meinen Marine Raider :), aber man kann auch mit nem kleinen schnellen Messer ne Menge anfangen, wenn man es mal zu Unfriedlichem "missbrauchen" muss....

    Ja, nicht ganz symmetrisch oben und unten gleichmäßig geschärft, sondern oben nur zur Hälfte oder mindestens einem Drittel, dahinter ein "sicherer Bereich", an den man auch Hand anlegen kann.....
    Das hätte ich auch toll gefunden.
    Aber es gefällt mir auch so :)

    Mal noch eins nachgelegt:


    Spezifika scheinen mir zu sein:
    - relativ mittelspitze Klinge
    - Daumenauflage mit der Möglichkeit, auch Andruck nach vorn auszuüben
    - konturierter Griff, um ein Abrutschen beim Ziehen und im Gebrauch zu vermeiden.
    - Einhalten der Größenvorgaben


    Da kann man sich zumindest mal zur weiteren Orientierung auch mal folgende Modelle anschauen, die sich als EDC eignen:


    TOPS Tracker Scout
    https://www.topsknives.com/knives/tactical/tracker-scout


    TOPS C.A.T
    https://www.topsknives.com/knives/tactical/c-a-t-200s-04


    Ontario MORTA (tiefe Zeigefingremulde statt voller Konturierung, wie beim RED)
    https://www.knifecenter.com/it…ario-fortune-series-morta


    Was ich für ALLE angegebenen Zwecke für sehr geeignet halte und was einen "Wunschgriff" ziemlich perfekt ebenso aufweist wie eine ziemlich mittelspitze Klinge ist das Crucible Fixed von Blackhawk:


    https://www.knifecenter.com/it…d-combo-blade-g10-handles


    Und JA, die sehen alle natürlich dann doch im Ergebnis anders aus als die Vorlage, sie sind keine Kopie der Idee, sondern Alternativen.
    Solls 1:1 sein, bleibt eben eher Nachbauen-Lassen.

    Andy, die "Achtkommadrei" sind schlichtweg die dreieinviertel Zoll Klingenlänge vieler gängiger Folder :)


    Vermutlich hat der Threadstarter gute Alltags-Erfahrungen mit dieser Klingengröße und hat sich so orientiert...


    Zum RED: Das "braucht" kein heruntergezogenes / hakenförmiges Griffende, weil es eine Art Subhilt vorn hat, das genau den angestrebten Zweck erfüllt und beim Ergreifen des Griffs ein Entlanggleiten beim Ziehen verhindert. Ich hab bei Versuchen daran schwere Wassereimer hochgehoben, die mit ner Schraubzwinge an der Klinge befestigt waren. Der Griff gibt wirklich VIEL Halt :)


    Das SK 3 ist mir auch spontan eingefallen, es hätte auch den Vorteil eines ausgewiesenen Gebrauchsmesser-Charakters und könnte sich so überall erklärungsfrei "sehen lassen". Eine passende Scheide beizustellen, dürfte doch gerade bei Sven das geringste Problem sein :)


    Ansonsten würde sich ein Custom-Modell bei so einem Design-"Volltreffer" wirklich anbieten. Man könnte alle positiv bewerteten Gestaltungselemente übernehmen, die ganze Sache konsequent als Gebrauchsmesser durchplanen usw. Und man könnte beim Griff genau auf die individuelle Handgröße eingehen. Griffmulden sind nur dann eine tolle Sache, wenn so ein Griff passt wie ein Maßhandschuh. Sind die Radien zu groß oder zu klein, wirds schnell unbequem und es fühlt sich einfach "falsch" an.


    Vorteil wäre dann außerdem eine ausgewiesene Hersteller-Zweckbestimmung als EDC-Gebrauchsmesser ohne HuS-Waffen-Eigenschaft. In den wohl immer hysterischer werdenden Zeiten kann das kein Nachteil sein....

    Alos, m i r gefällt es gut! :thumbup:


    So richtig erholsam bei dieser ganzen sinnfreien 42a-Kasteiung.


    Interessante Idee ist das, diese flexible Fingerschlaufe. Bei dem ja bis hinten geraden Griff jedenfalls eine Möglichkeit, um zu verhindern, das das sicher im vierstelligen Bereich gewichtete Messer mal im richtigen Schwung fliegen geht....


    Mögliche Alternative, optisch vielleicht noch schöner und rechtlich zulässig, wäre ein Handbügel aus Leder, also sowas wie die Schlaufe, nur um die ganze Hand gelegt. So ein lederner D-Guard würde das Messer optisch noch mehr an die großen Südstaaten-Civil-War-Bowies heranbringen, an die es mich erinnert....


    Sicher kein Mainstream,aber was für Liebhaber ! :thumbup:

    Zusammenfassend:


    Alle drei Tools eignen sich als Brief- und Paketöffner, zum Öffnen von Verpackungen usw.
    Ihre Vorzüge liegen in den bezeichneten Bereichen Witterungs- und Korrosionsbeständigkeit, niedriges Gewicht, geringer Preis.


    Will man WIRKLICH schneiden, ist imo ein „richtiges“ Messer die bessere Wahl, für ne Pappe, ein Baguette oder ne Currywurst reicht die „Trennleistung“ der Tools aber hin.


    Sie sind unempfindlich und günstig und eignen sich daher für „taktisches Deponieren“, um bedarfsweise etwas Geeignetes in der Hand zu haben. Für Nassbereiche sind sie in den Grenzen ihrer Leistungsmöglichkeiten natürlich mehr als einen Blick wert…


    Wer auch Tools und Alltagswerkzeuge in seine persönliche Konzeption einbezieht, wird in diesen natürlich auch die Möglichkeit für andere Backup-Funktionen erkennen, wie mit jedem Schraubendreher oder sogar eben meinem alten Geo-Dreieck ïŠ


    Positiv überrascht wegen des SEHR geringen Preises und der guten Befestigungsmöglichkeit durch Clip war ich vom Letter Opener, besonders von seiner Stabilität.


    Das Lansky ist aber erkennbar penetrationsstärker und trennt auch ein wenig besser, es ist zudem sehr flach, was je nach Position natürlich sehr vorteilhaft sein kann. Auch der Preis ist noch sehr vernünftig und lädt ein, das eine oder andere davon bereitzulegen.


    Dem Skean Dhu darf man nicht zu grob kommen, will man auch widerstandsfähiges Gut penetrieren, wird das Umlegen der Spitze zum Problem. Dafür trennt es von allen Kandidaten am besten. Dafür kostet es hier auch mehr als ein Mora Companion und mehr als doppelt soviel wie so ein praktisches Kanetsune…


    Bei Wolfster.de möchte ich mich für das Interesse und den Support bedanken!

    Was die Tools auf jeden Fall sind: Brieföffner.
    Dass sie nun den Standardbrief aufkriegen, werdet Ihr auch ohne Test glauben, also hab ich gleich mal etwas stabiler angefangen: bei einem sehr robusten Weinkarton (Danke, Jasmin :) ).


    Im ersten Beitrag konntet Ihr schon sehen, daß EINE Lage Karton für keinen der Kandidaten ein Problem darstellt.


    Aber auch Doppellagen stabiler Kartons sind kein Problem:



    Auch drei Lagen lassen sich locker penetrieren, Pappe ist bezüglich Durchdringung „kein Gegner“…



    Insgesamt lag das Lansky bei diesem Medium zwischen dem eher „breitschultrigen“ Letter Opener und dem sehr spitzen Skean Dhu, hat aber alle Lagen jedenfalls ohne Mühe durchdrungen.


    Das Medium lud dann natürlich auch dazu ein, die „Schneid“-Leistung der Tools an Kartons zu erproben. Das ist ja eine typische Haushalts-Anwendung: Karton öffnen und anschließend zumindest soweit „bearbeiten“, daß er geplättet ins Altpapier kann….



    Sie kriegen eine dicke Kartonlage alle hin….aber das kann man bedarfsweise natürlich auch mit einem Sicherheitsschlüssel….Aber hat man jedenfalls als Öffner gerade eines der Tools verwendet, muß man sich nichts anderes suchen, um den Karton altpapierfähig zu bekommen…


    Die Trennkanten liegen jeweils am linken Rand.


    Das Lansky liegt nicht nur auf dem Foto, sondern auch im Arbeitsverhalten auch hier zwischen den beiden Mittbewerbern.
    Echtes „Schneiden“ dieses Mediums erfolgte nach meiner Bewertung allerdings nur beim Cold Steel-Produkt aufgrund seiner langen Serration-Kante.


    Weitere typische Haushalts- und Unterwegs-Arbeit ist das Öffnen von Verpackungen, speziell Blistern, die man manuell nicht mal eben so einfach aufgerissen bekommt.


    Hier wurde es richtig interessant und zeigte Tendenzen auf:



    Der toughe Chinese ging rein ins Plastik, man mußte aber schon einigermaßen drücken. Gepunktet hat hier das Lansky, dessen Spitze ein wenig penetrationsfreudiger ist, aber nicht deutlich fragiler als die des Letter Openers. Sehr gute „Skalen-Position“ zwischen Penetrationsleistung und Stabilität!
    Verwunderung dann beim CS….mein zartes, empfindsames Händchen, das so gern den Messern lauscht, ob und wie sie zu ihm sprechen, spürte Unwohlsein beim spitzen Pieker, der dann zwar eindrang, aber auch bereits bei der stabilen Plastikfolie Tendenzen zum Umlegen der vordersten Spitze zeigte….


    Die Tendenzen verstärkten sich bei Getränkedosen-Blech:



    Der Chinese buffelte sich seinen Weg in die Dose, das Lansky drang leichter ein – beim CS verstärkten sich die Tendenzen zum Umlegen der Spitze, was der Penetration überhaupt nicht gut tat….


    Ein wenig im vordersten Bereich abgeplattet hatte sich auch das Lansky, aber es hatte den Job geschafft.


    Lansky und Cold Steel waren dann bei NOCH härterem Penetrationsgut nicht mehr dabei, dazu sind sie eindeutig aber auch nicht gemacht.


    Weiter also mit einer Wurst-Konserve, richtig stabiles Ding (und saugute Wurst übrigens :) :(


    Der Letter Opener ging nicht durch, die Spitze flachte ein wenig ab, aber das Ding ist nicht umgeknickt oder abgebrochen oder hätte seine Spitze wirklich „verloren“. Aber sobald sich die Tendenzen zum Umlegen der Spitze auftun, ist der dann auftreffende Bereich einfach nicht mehr spitz genug zum Durchdringen, wenn man nicht draufbuffelt wie ein Berserker…


    Jetzt könnte man natürlich - in der leider gesellschaftsüblichen Hysterie – darauf kommen, es müsse ja eine Waffeneigenschaft indizieren, wenn so ein spitziges Ding sogar durch Dosenblech kommt und die Prosecco-Kanne locht….


    Allerdings geht das auch mit einer Vielzahl anderer Alltagsgegenstände, und nun kommt das bereits zitierte Geo-Dreieck ins Spiel:



    Dann also konsequent und Mathe-Unterricht nur noch für Volljährige und Schultornister natürlich nur noch als „verschlossene Behältnisse“, bitte….Tatsächlich ist das gezeigte Tool noch aus meiner eigenen Schulzeit und damit mittlerweile fast 40 (!!) Jahre alt, hat bei Workshops schon in diversen Kartons und Kohlköpfen gesteckt und bislang nicht geschwächelt, auch nicht an den Spitzen…


    Durch Metall geht’s aber besser mit Metall….Das muß nicht zwingend ein Messer sein, ein Tactical Pen schafft das auch:



    Erst recht natürlich eine Reißnadel mit gehärteter Spitze, übrigens ein praktisches schlankes Werkzeug, das keinen waffenrechtlichen Beschränkungen unterliegt….



    Da braucht man keine „Devils Darts“ oder Sleeve Dagger, um mal ein Löchlein in die Milchbüchse zu pieken :)


    Wo gerade die stabile Dose auf dem Tisch lag, kam auch mal so ein kartenförmiges Survival-Tool mit in den Versuch, das es beim "schnellen Ali" ja schon als 1-Euro-Artikel gibt...Das wurde nach Ankunft ein wenig nachgearbeitet, so eine Dose kriegt man damit jedenfalls auch ganz gut auf :)



    Es GEHT aber auch metallfrei, so eine Dose zu lochen, dann aber in einer maximal stabilen Gestaltung:



    DAS ist allerdings eine erklärte HuS-Waffe. Und mit einem sehr sachlichen Gruß nach W.: NEIN, ich hab KEINE Kappe dafür, würde das Ding aber auch mit einer Kappe nicht mit einem Kuli verwechseln, auch wenn ich es vor einer Kutte baumeln sehen würde.
    Jedenfalls geht der ebenfalls sehr preisgünstige Dart (eben mit HuS-Waffen-Eigenschaft, MIT Kappe verbotene Waffe nach WaffG, OHNE Kappe „nur“ HuS-Waffe ohne Verbot….) auch durch dickes Blech, durch Sperrholz hab ich ihn auch schon gehauen.


    Danach mußte ich übrigens an der Spitze NICHTS richten….


    Bei den drei Testkandidaten mußte ich nachher die vordersten Spitzen ein wenig „kurieren“, das geht aber mit einer normalen Feile in kurzer Zeit und bringt wieder Spitzen in der ursprünglichen Penetrationsleistung. Bei Pappe usw. gab es da noch keine Beeinträchtigungen, erst bei Metall zeigte sich – wie dargestellt – dann hinterher ein wenig Kosmetik-Bedarf…

    Wolfgang von Wolfster.de war so freundlich, mir für einen kleinen Vergleichstest und eine Kurzvorstellung ein Exemplar des Lansky-Brieföffners zur Verfügung zu stellen.


    Wie bereits beim Kanetsune Kiridashi hat das Teil meine Aufmerksamkeit als praktisches niedrigpreisiges Tool erregt: So etwas könnte sich ja dann ggf. zum Bereitlegen an Stellen eignen, an denen man später ein geeignetes Werkzeug gebrauchen kann.




    Polyresin Letter Opener, Lansky „The Knife“, CS „Skean Dhu“




    Im Falle der metallfreien Brieföffner/Tools/Messer muß man eben sehen, daß diese Tools witterungs- und korrosionsunanfällig sind, „nichts“ wiegen (so um die 20 g) und sehr wenig kosten (ab Zweifuffzig ist man dabei…) und damit bei technischer Eignung und rechtlicher Einordnung durchaus interessant z.B. für das Deponieren in Fahrzeugen, in der Outdoor-Ausrüstung, insbesondere natürlich auch im Bootsbereich oder in Nassräumen wären. Im eigenen Wohnbereich würde ein Deponieren ohnehin für Volljährige ausschließlich ausscheiden, falls es sich – wie beim großen Push-Dagger von Cold-Steel oder dem dort ebenfalls angebotenen Delta Dart MIT KAPPE – um verbotene Waffen handeln würde. Selbst eine Einordnung als HuS-Waffe würde das ja nicht ausschließen.



    Ich weiß, dass diese Tools einen teils schlechten Ruf haben, sie sind als heimtückisch verschrien und dem Nutzer unterstellt man , damit ohnehin nur hinter Sicherheitsschleusen Schändliches begehen zu wollen. Das Netz ist voll mit solchen Unterstellungen –wie die öffentliche Diskussion ja auch auch dazu neigt, jeden Sportschützen hysterisch zum potenziellen Amokläufer und pathologischen Waffennarren zu „erklären“….Das Netz ist folgerichtig voll von diesen tendenziösen Statements, einen Blick auf die Vorzüge dieser Tools leistet man sich hingegen kaum.


    Tatsächlich können „Schmutzfüße“ alle möglichen ähnlich geeigneten Gegenstände für Schändliches ebenso durch die Kontrolle schleusen…im Essener Landgericht ist vor ein paar Jahren mal jemand mit einem angespitzten hölzernen Ess-Stäbchen niedergestochen worden. Und was mit einem schnöden Geo-Dreieck geht, wenn einem Mathe und geometrische Diagramme nicht schon übel genug sind, seht Ihr weiter unten….


    Also schauen wir doch jetzt mal etwas sachkundiger und weniger hysterisch einfach mal darauf, was die Tools „können“ und ob es sich lohnen könnte, so etwas für kleines Geld in den Bestand aufzunehmen….



    o.a. Tools, Rückseiten


    Die Kandidaten sind:


    Das angesprochene Tool von Lansky, das mir Wolfgang netterweise zur Verfügung gestellt hat (Material: „Space Age Plastic“ :) :(




    https://www.wolfster.de/index.php?disp=shop&show=27/0/LS17



    Das Tool ist auf einer Seite flach (Chisel) und oben und unten zu einer nicht scharfen „Edge“ verjüngt, auf einer Seite verfügt es über Teil-Serrations. Bei Wolfgang liegt der Preis bei knapp unter 7 Euro.





    Polyresin Non-Metallic Letter Opener (in der Art des CIA-Letter Openers) von einem chinesischen Anbieter über den „schnellen Ali“ (Material Resin-Kunststoff):


    https://www.aliexpress.com/who…t=polyresin+letter+opener



    Das Tool ist links-rechts-symmetrisch, oben und unten zu einer nicht scharfen „Edge“ verjüngt und verfügt auf einer Seite über Teil-Serrations. Es verfügt über einen eingepressten Clip aus dem gleichen Material. Der Preis liegt bei „Zweifuffzig“ frei Haus.


    Cold Steel „Skean Dhu“ (Material FGX)



    https://www.wolfster.de/index.…sp=shop&show=15/0/CS92FSD



    Das Tool ist links-rechts-symmetrisch und unten zu einer etwa einem Plaste-Gastro-Einwegmesser vergleichbaren „Edge“ verjüngt. Bei Wolfgang liegt der Preis bei knapp unter 17 Euro.



    Die beiden ersten Tools sind je ca. 17, 5 cm lang, das CS-Tool ist ca. 20 cm lang.


    In keinem der Gegenstände sehe ich eine verbotene Waffe nach WaffG.


    Das China-Tool wird als Letter-Opener beworben und „schneidet“ nicht wirklich.
    Folgt man der Logik des FB zum kleinen CS Push-Dagger aus den guten alten und meist erfreulich vernünftigen Zeiten von Martina Wahl, wäre es mangels wirklicher Schneidfähigkeit kein Messer, was an Leistung da ist, erklärt sich durch die technischen Anforderungen an einen Brief- und Paketöffner und braucht keine Verrenkungen, um ihm irgendwie mit Macht Waffeneigenschaften anzuschwatzen.
    Folgt man allerdings der „Logik“ des FB zum großen CS Push-Dagger von dem uns allen bekannten Herrn M. aus W., müßte man befürchten, daß irgendeine Form des Zerteilens ebenso bequemerweise zum „Schneiden“ erklärt wird wie ein Griffwinkel von leicht über 45 Grad zu „quer“. Ein Schelm, wer ergebnisorientierte Auslegung darin sieht, natürlich….


    Ebenso gilt das für das Lansky, für das Wolfgang vorsorglich auch einen AN einfordert.
    Auch dieses schneidet nicht wirklich besser als ein Brieföffner, was das dann im Falle der Begutachtung bedeutet, wissen aber heutzutage Gott und Herr M. allein…Blöderweise hat der Hersteller das Ding aber auch noch „The Knife“ benannt, was einen genaueren Blick auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit vielleicht trüben könnte….Dass man in einem Rechtsstaat bei recht einfachen Lebenssachverhalten auch ohne teures Gutachten erkennen können sollte, was erlaubt und was verboten ist, scheint weniger wichtig geworden zu sein.


    Beim „Skean Dhu“ wird man vermutlich zu dem Ergebnis kommen, daß es „schneidet“ – dann ist aber eben die Frage, ob ein „Messer“ mit einer einschneidigen vierzölligen „Klinge“ unbedingt eine Waffe sein muß, wenn es andererseits so wenig tückisch ist, daß man es getrost ohne Scheide irgendwo in die eigene Tasche stecken kann….Man weiß es wieder nicht……Briefe öffnet es jedenfalls toll, und Löcher in Sachen machen kann ich auch wieder mit meinem Geo-Dreieck, Ihr werdet sehen…


    Kurzum: Man wird Euch nicht verbindlich sagen können, ob Wiesbaden die Tools im Auffindefall zur HuS-Waffe und damit ein „nicht sozialadäquates Mitführen“ zur OWi erklärt. Sicher könnten hier wieder manche ihre Sach- und Rechtskunde unter Beweis stellen und durch das Zusammentragen von Waffen-Argumenten ein hessisches Fleißkärtchen verdienen, ich werde es nicht verhindern können, würde es aber so unklug finden wie stets….
    Eine Rindswurst wird es dafür jedenfalls NICHT geben!