Wo wir bei Maßen sind:
Der Griff ist lediglich ca. 16 mm (so etwa einen Dreiviertelzoll) stark und gewinnt seine praktischen und haptisch-ergonomischen Eigenschaften eher aus der Höhe / der Kontur.
Da bleibt Tony sich also treu, auch beim GEK-EDC haben iwr einen ziemlich flachen Griff vorgefunden, der aber hoch und konturiert war und so immer genug Orientierung und Schutz vor Verdrehen lieferte.

So auch beim "Little Bowie" - ein flacher Griff, der aber eine traditionell aus Säbelgriffen abgeleitete Form hat, die erst einmal durch die Kontur punktet: Vorn ein recht tief heruntergezogener Handschutz. Legt man gegen den seitlich den Daumen an, kann sich nichts drehen. Daran hindert auch der mitttlere untere "Bauch" des Griffs und zuletzt dann auch der hinten heruntergezogene Knauf. Zudem schützen Knauf und Handschutz auch sehr überzeugend vor einem Herausrutschen nach vorn oder hinten....wie gesagt, den "Spaß" mit dem Öl und dem Wassereimer spar ich mir da gleich, weil ich das Ergebnis schon kenne...:)
Die Effekte der Kontur verstärkt Tony durch die 3D-Gestaltung der Griffschalen, mal auch für mich sehr spannend mit einem so von mir noch nicht erprobten Konzept:
Ich kenne einen "seitlichen Bauch" wie bei Reeve, er dann gleichmäßig in alle Richtungen die Hand füllt, das ist ergonomisch sehr angenehm, und Reeve bleibt für mich mit seinen alten Griffen sozusagen Referenz für das, was an angenehmer Haptik bei Serienmessern überhaupt geht.
Tony arbeitet nun mit je zwei Reihen seitlicher Mulden auf beiden Seiten, vier oben, vier unten auf jeder Seite, also zur Standardanzahl der Finger außerhalb von Sägewerken passend...
In die schmiegen sich unten Finger ein, oben der umgelegte Daumen. Man muß auch nicht unbedingt mit allen Fingern eine Mulde "erwischen", das fällt meiner kleinen Hand hier eher schwer unten....
Stört aber nicht, es reicht mir völlig, Zeige- und Mittelfinger zu positionieren und oben den Daumen.
Das geht, weil die Mulden sehr moderat sind und ihre jeweiligen "Kanten" auch - die aber eben gar nicht kantig sind, sondern sehr harmonisch gerundet. Da sind keine kantigen Stellen an den Übergängen zu fühlen, auch nicht in meinen eher zarten Händchen, in Handschuhen gleich gar nicht.



Das erinnert mich an das Konzept von John Ek an seinen geraden, handschutzlosen Griffen.
Ich werde nachher noch zur Ergonomie kommen, die sich daraus ergibt, und In-Hand--Bilder der gängigen Griffhaltungen zeigen.
Es funktioniert, und zwar bei mir sehr gut.
Ich muß aber immer an dieser Stelle an meine Handschuhgröße von lediglich 8 erinnern, das ist unterdurchschnittlich für eine Männerhand.
Ich kann mir daher vorstellen, daß jemand mit einer 10er- oder 11er-Pranke vielleicht 5 mm mehr Griffhöhe gewünscht hätte, man muß das malan anderen Anwendern vergleichs-erproben....