"Echte Krieger ziehen nicht mit Küchenmessern in die Schlacht"
Stimmt das Zitat stammt von ihm und trotzdem sind sämtliche Gerber Applegate Fairbairn Messer mit (Teil-)Wellenschliff ebenso das Böker A-F Combat I.
Erstmal zum Verständnis. Die Summe der Radien der Wellen sind größer als die reine Länge der Klinge. Je nach Ausführung ist somit die Summe der Radien der Wellen schonmal 1,5- 2 fach so groß wie die Länge der Klinge- d.h. es müssen weniger Schneidbewegungen gemacht werden. Durch die "Zähne" liegt auf einer kleineren Fläche ein größerer Druck was sich ebenfalls positiv auf die Schneidleistung auswirkt.
Es muss seltener nachgeschärft werden und selbst wenn das Messer nicht mehr so scharf ist "beißt" es sich immer noch durch das Schnittgut.
Problematisch finde ich eher das der Wellenschliff meist eher für Linkshänder angebracht ist, sprich, die Wellen nach unten zeigen - sprich für den Nutzer nicht sichtbar sind.
Eine "plain edge" sieht erstmal viel harmonischer aus was das Gesamtdesign angeht. Die Schnitte sind sauberer, nicht ausgefranst und es ist schlichtweg ein klassischer Schliff den jeder kennt .
Und jetzt kommts einfach darauf an wozu ich ein Messer verwende. Will ich schnell Seil, Textilien etc. durchtrennen und das mit möglichst wenig Kraftaufwand um mich nicht zu gefährden z.B. beim Tauchen, Fallschirmspringen, Kajaking, zertrennen einer Jacke um eine Wunde zu versorgen oder in Marketingmanier des Gerber LMF2 ein Hubschrauber Cockpit aufschneiden? Dann werde ich mit plain-edge wohl nicht so weit kommen!
Wenn mir saubere Schnitte wichtiger sind, ein paar Sekunden mehr für meine Schnitte habe, ich bereit bin mein Messer häufiger zu schärfen, mich für den klassischeren Schliff begeistere- dann wirds wohl plain edge.
Ich bin in der Frage gespalten, denn für manches ist ein Wellenschliff einfach super- allerdings gibt es auch wirklich schlecht gemachte Versionen- z.B. mit der von Sog bin ich noch nie warm geworden! Der Wellenschliff der Gerber Gators ist indes grandios gelungen und sogar super für sehr feine arbeiten zu gebrauchen (die ohnehin dünne Klinge ist einfach ultrafein ausgeschliffen).
Andererseits gibt es bei klassischen Outdooraufgaben tatsächlich wenig wo ein Wellenschliff notwendig oder vorteilhaft ist. Ein sauberer Schnitt ist meist mehr wert als etwas "schnell aufgerissenes".
Um abschließend Col. Rex Applegate aufzugreifen- sicher ein genialer Mann seiner Zeit, aber mit diversen Messern u.a. dem Spyderco Civilian wurde wohl gut gezeigt das Wellenschliff sehr effektiv sein kann und Begehrlichkeiten bei so manchem "Krieger" geweckt werden. Wesentlich älter als Applegate ist das Kris, das zwar keinen heute geläufigen Wellenschliff hat aber bei dem das gleiche Prinzip (Summe der Radien ist länger als die gesamte Klinge) die Basis ist.