Moin,
Greider hatte mich in Jens' Kaffeebar gebeten, bei Zeiten etwas zum R&N Blades Helium zu schreiben.
Das will ich gerne direkt machen. Hab es zurzeit eh täglich dabei. Und das ist gleichzeitig schon der erste Pluspunkt – verdeckter Tragekomfort ist 1A.
Das Helium wurde von R&N Blades in Australien entworfen und wird ebenda hergestellt. Es wurde als leichtes Trekkingmesser für alle Aufgaben im Camp entwickelt, hat sich im Laufe der Zeit aber offenbar auch in der Lightweight-Jagdszene etabliert.
Letzteres ist für mich wegen der unhygienischen Griffwicklung nicht unbedingt nachvollziehbar, aber muss ja jeder selbst wissen, womit er seinen Sambar-Hirsch versorgt.
Angesprochen hat mich das Modell – wie so oft – aufgrund seiner schlicht archaischen Designsprache mit der subtil martialisch anmutenden Klinge. Die im Verlauf zur Klingenspitze breiter werdende Primärfase, die mich stets an Randall Knives denken lässt, tat ihr Übriges.
Daten & Fakten:
Schneidenlänge: 6,5 cm
Klingenstärke: 2,55 mm
Klingenstahl: CPM S35VN
Gesamtlänge: 16,5 cm
Grifflänge (nur gewickelter Teil): 8,7 cm
Griffstärke mit Wicklung: 86 mm
Gewicht: 40 g (mit original Scheide 65 g)
Und gleich danach zum größten Minuspunkt – die original Scheide.
Die ist nämlich ziemlich groß und klobig, insbesondere im Vergleich zum zierlichen Messer. Außerdem scheint der Kunststoff – kein Kydex – recht spröde zu sein und/oder die Hohlnieten wurden zu fest verpresst, denn es haben sich ebenda Risse gebildet. Schließlich passt das Messer mit meiner Wicklung aus 550er Paracord nicht mehr hinein. Nix dolles also.
Daher war ich froh, dass Tom eine schlanke und leichte (13,5 g) Kydex – in lebensbejahendem Rot – beigelegt hat.
Die Schneideigenschaften sind wegen des halbhohen Klingenschliffs und der breiten Fase eher auf Stabilität statt auf Küchentauglichkeit ausgelegt.
Durch die schmale Klinge und die gut gemachten halbrunden Jimpings lässt sich das Messer bei filigranen Schnitten dennoch kontrolliert führen. Auch penetrierende Schnitte beherrscht es aufgrund der perforationsfreudigen Klingenspitze gut.
Unterstützend hinzu kommt, dass der Griff für vier Finger genügend Platz bietet – und nicht, wie bei vielen anderen Messern dieser Größe, nur für drei oder dreieinhalb. Bei meinem Exemplar hat der Vorbesitzer hierzu die Fingermulde vergrößert, um den Griff bis zum Beginn der Schneide voll nutzbar zu machen. Neben der Kydex eine weitere sinnvolle Modifikation.
Unterm Strich also ein cooler Alltagshelfer der stabilen Sorte, wenn man über die original Scheide hinwegsehen kann.
Ich wünsche Allen ein schönes Wochenende.